Bartimäus 4

GeschichteAllgemein / P12
Bartimäus Nathanael alias John Mandrake
16.05.2007
31.07.2008
3
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Das hier ist mein erstes Buch!
Hoffe es gefällt euch!
Viel Spaß,
Mooni

Bartimäus


Wegen diesem möchte gern Helden hätte ich fast mein Leben ausgehaucht!
Ich, Bartimäus, Sakhr al-Dschinni hatte diesem Nathanael das Leben schon wieder gerettet!
Wie schön hätte es sein können? Das war die perfekte Gelegenheit gewesen um ihn ein für allemal loszuwerden! Aber ich hatte ihn ja nicht sterben lassen können, nicht nachdem ich Kitty mein Wort gegeben hatte, dass er ungeschoren wieder zurückkehrt. Und meine Versprechen halte ich auch!
Gekniet beugte ich mich über Nathanael der immer noch mit dem Rücken auf dem Boden lag und sah ihm skeptisch ins Gesicht. Na endlich, seine Augenlieder bewegten sich! Wochenlang hatte ich hier neben ihm verharrt und er hatte noch nicht einmal im weitesten daran gedacht sich auch nur um eine Haaresbreite in eine Richtung seiner Wahl zu drehen, doch jetzt war es soweit!
Nathanael öffnete die Augen.
>>Wo…wo bin ich? <<
Er hielt sich reflexartig den Handrücken seiner rechten Hand an die Stirn und kniff die Augen zusammen. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht begrüßte ich ihn höflich. (1)
>> Hallo Natti! Du bist… <<
Typisch! Und schon wieder bei seinem alten „Ich lasse keinen ausreden“ Getue. Kann er mich denn nicht einmal ausreden lassen?  
>>Was ist passiert? Was machst du hier? Hatte ich dich nicht entlassen? <<
Wie Bitte? Ich wusste ja, dass Nathanael nicht sehr zutraulich war, und dass er auch nicht sehr dankbar war aber für so undankbar hätte ich ihn nie gehalten!
Als Kitty in sein Leben getreten war, und ich meine nicht als Mitglied des Widerstandes sondern als erwachsene Dame, hatte er sich so zum Guten gebessert. Er wirkte sogar menschlich! Aber diese 3 Wochen schlaf scheinen ihm wohl sehr schwer bekommen zu sein. Oder aber er war beunruhigt. Zumindest waren seine Falten noch da.
Ich sah noch mal in sein Gesicht und bemerkte, dass er schnell und flach atmete und meinen Blick mit nervösen Augen erwiderte.
Die Zeit die ich mit ihm in einem Körper verbracht hatte, hatte mir seine tiefsten Gedanken und Geheimnisse offenbart. Darunter auch den, wie sehr er Kitty mochte.
Dieser Gedanke zauberte mir wieder ein lächeln ins Gesicht.
Immerhin hatte er bewiesen, dass er Gefühle besaß und einen recht ordentlichen Geschmack hatte. Ich beschloss, trotz seiner Art die mich bitter störte, ihm eine Antwort auf seine Fragen zu geben.
Der junge Ägypter stellte sich auf.
>>Wenn dein Schädel sich das nicht merken konnte verrate ich es dir eben. Nouda wollte uns beide umbringen und du hast den Stab abgefeuert nachdem du mich entlassen hattest. Aber da ich Kitty versprochen hatte, dass wir beide unversehrt wieder aus dem Schlamassel rauskommen habe ich dich am Schlawitchen gepackt und kurz vor deinem Tode hierher gebracht! <<
>> Vielen Dank Bartimäus, aber wo sind wir denn jetzt? <<
WOW! Hatte ich wirklich richtig verstanden? Er hatte sich tatsächlich bedankt? Ich hatte immer gedacht er lernt das nie, aber wie es scheint kapiert es doch mit viel Zeit. Und wenn ich viel meine, dann meine ich auch viel. Immerhin hatte es sechs lange Jahre gekostet bis er „danke“ in seinem Wortschatz überhaupt aufgenommen hatte, aber immerhin.

(1) Und falls ihr euch gefragt habt wie bzw. womit ich gelächelt habe, dann kann ich euch beruhigen.   Ich saß nicht als Monster wie zum Bsp. einem Riesenskorpion neben ihm sondern wie gewohnt in der Gestalt meines alten Herr und Meisters Ptolemäus.


Doch ich wurde aus meinen Gedanken gerissen.
>>Was ist denn mit dir los? <<
Ich spürte schon förmlich seine Blicke an meiner Gestalt haften. Erst jetzt merkte ich, dass ich mürrisch dreinblickte und mit verschränkten Armen vor seiner Wenigkeit stand, der sich mittlerweile aufrecht hingesetzt hatte. Der letzte Gedanke hatte mich daran erinnert wie sehr ich ihn verachtete und das war auch der Grund für meine Position.
>>Nichts. Ich wundere mich bloß wie es sein kann, dass du das Wort „danke“ in den Mund nehmen kannst. Bis jetzt hast du dich nämlich nicht wirklich als dankbar, oder fair erwiesen. Lass dir mal eines gesagt sein Kumpel. Nein, lass mich gefälligst ausreden! Um ehrlich zu sein halte ich nicht viel von dir, im Gegenteil. Ich kann dich nicht ausstehen! Ich tue das alles nur wegen Kitty! Denn für sie würde ich ins Feuer springen! Kapito? Na also.<<
Vielleicht war ich ja viel zu hart mit dem armen Kerl gewesen. Denn er drehte seinen Kopf etwas in die mir entgegen gesetzte Richtung  und, wie ich vermutete, war ein bisschen traurig.
Ich wusste zwar, dass er niemanden mehr hatte aber ich genoss es ihn leiden zu sehen.
Monatelang, Jahrelang hatte ich auf den Moment gewartet an dem ich es ihm für diese Knechtschaft heimzahlen konnte. Und obwohl das nicht alles war was ich ihm an den Hals  hatte werfen können und das, meiner Meinung nach, nicht Leid genug war beschloss ich den Karren für einen Moment lang zu stoppen.
Zwar hatte ich ein paar Stunden in seinem Körper verharrt in denen ich in der Lage gewesen war, seine Gedanken zu lesen, hatte ich nicht alles sondern nur einen kurzen Teil seines Lebens herausgefunden.
Eigentlich war er als Meister auch nicht so schlecht gewesen…Was denk ich da? Natürlich war es schlimm bei ihm! Er hat mich gequält bis meine Substanz so löchrig war wie ein Schweizer Käse! Aber wenigstens hatte man mit ihm immer gut streiten können.
Und das war eigentlich auch immer interessant gewesen. Vor allem wenn ich etwas sagte was ihn erröten lies. Na ja…bis er keine Zeit mehr hatte.
Wofür ich ihm aber wirklich, und das kann ich nicht verstehen, dankbar bin, ist dass er mich entlassen hat. Er war bereit gewesen alleine zu sterben und hat mir mein Leben geschenkt. Genauso wie Ptolemäus als sein Vetter ihm haufenweise Dschinn, darunter auch Afriten auf den Hals gehetzt hatte. Ich wollte ihn ja beschützen, bis zum Tode für sein Leben kämpfen aber er hatte mich entlassen und ist selbst daraufhin ermordet worden.
Dieser Sturkopf, genauso wie Nathanael. Lässt sich wegen nicht und niemanden unterkriegen, will immer seine Meinung durchsetzen.
Ich vernahm ein paar leise, kaum verständliche Worte aus seiner Richtung.
>>Und ich nehme es dir nicht übel Bartimäus. Langsam sollte ich an so was ja schon gewöhnt sein aber…was soll’s. Beantworte einfach meine Frage<<, auf einem Mal klang seine Stimme wieder hart als ob ihm die Meinungen anderer nicht interessieren würden, was nicht weiter schlimm wäre wenn er dabei nicht so gefühllos bei mir angekommen wäre.
Doch unter seiner Fassade erkannte ich, dass ihm das zu schaffen machte.
>>Was liegt dir denn auf dem Herzen? Kannst es mir ruhig erzählen. Ich weich nicht von der Stelle. Auch nicht weil ich nicht ohne dich kann aber red einfach los. <<
>>Mir liegt gar nichts auf dem Herzen mir geht es gut! Sag mir einfach wo wir sind, OK? <<
Wenn ich mich so abweist, na bitteschön! Dann kann er seinen Kummer ja weiterhin in sich hineinstopfen! Aber wehe er kommt irgendwann zu mir um sich auszuheulen, dann werde ich nicht mehr bereit sein ihn anzuhören!
>>Gut! Aber wenn du irgendwann vor lauter Depressionen zu platzen drohst und jemanden zum Reden braucht sprich mich nicht an! Wir sind in einer Zwischenwelt! Wie du wahrscheinlich schon gemerkt hast besteht es aus Nichts und wieder Nichts! <<
Ich drehte mich einmal um und deutete auf das „Nichts“, dass uns umgab. Diese Welt bestand nur aus weißem Licht.  


Der junge atmete tief durch.
>>Wir sind also in einer Zwischenwelt. Dann kann ich davon ausgehen, dass hier keine Regeln wie z.Bsp. Zeit gelten, oder? Ok! Aber wie lange war ich denn weggetreten? <<
Der gebräunte Junge streckte Nathanael 3 Finger entgegen und sagte dazu noch die Worte: Drei Wochen.
Verdutzt schaute Nathanael mich an, schloss seine Augen und öffnete sie sofort wieder.
ES war mir klar, dass er wahrscheinlich nur mit ein paar Tagen gerechnet hatte, aber ich hatte ihn ja extra mit einem bisschen Salamanderschuppenstaub besprüht damit ich ein bisschen ruhe vor ihm hatte. (2)
>>Wow. Aber was solls. Bartimäus. Ich habe so den Eindruck, dass man hier den Ausgang nicht so leicht findet. Hab ich Recht? <<
Er schaute mir tief in die Augen, was mir nicht gefiel, denn das hieß, dass er nicht wirklich gelassen war und etwas suchte um mir die Schuld dafür zu geben. Aber er hatte keine Macht mehr über mich. Hier gelten keine Regeln so wie bei euch. So wie in eurer Welt voller Grenzen!
Natürlich könnte es aber auch sein, dass er nur Bange um sein Leben, um seine Freiheit hat.
Aber das war jetzt noch nicht einzuschätzen.
>>Da hast du gut geraten Freundchen! Ich war nämlich schon mal hier und bin komischer Weise auf Darieto gestoßen. Er war ein sehr schnell reizbarer Dschinn der wegen allem sehr schnell wütend wurde. Er erzählte mir er sei mit seinem Herrn hier hergekommen, seiner Meinung nach aus Versehen, und sein Meister hätte so sehr genervt, dass er ihn verschlungen hat. Das war ein Fehler weil man nämlich nur wieder rauskommt wenn alle dabei sind mit denen man hierher gekommen ist.
Ich habe dann stundenlang nach dem Ausgang gesucht bis ich endlich einen etwas dunkleren Fleck sah. Als ich diesen Fleck berührte öffnete sich ein Portal das wie ein schwarzes Loch aussah. Dann kam ich wieder von hier weg. Als der arme Darieto allerdings versuchte hier durchzukommen, was ich mitbekommen hatte weil wir fast gleichzeitig hineingesprungen waren, ging er in Flammen auf. Er hätte seinen Meister eben nicht essen dürfen aber was soll’s.
Der Punkt ist, dass wir lange brauchen werden bis wir hier herauskommen aber das ist besser als im Jenseits zu verfaulen! <<
Nathanael machte einen genervten Eindruck, denn er atmete aus und legte seinen Kopf in seine Hände. Doch er hob wieder den Kopf und wie als ob ich es nicht schon geahnt hätte schnauzte er mich leicht an.
>>Ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied macht hier anstatt im Jenseits zu verfaulen. Aber wenigstens haben wir hier noch die Chance wieder zurückzukehren.
Also ran an die Arbeit! <<
Er stand auf.
Die Wunde die er am rechten Bein gehabt hatte war nun verheilt und er guckte sich um.
>>Und wieder Arbeit. Aber ich habe ja alle Zeit der Welt. Nicht so wie du. Ehe wir uns versehen stehst du als alter Opa neben mir. <<
Daraufhin schaute er mich wütend an, verkniff sich allerdings etwas dagegen zu sagen und wir widmeten uns einer großen Herausforderung.
Den hellgrauen Fleck in einer weißen Welt zu finden.

(2) Jeder Zauberer weis, dass man durch Salamanderschuppenstaub einschläft wie als ob die Zeit für diese Person stehen bleiben würde.
Wie bei dem Fall von dieser nervtötenden Göre die mir dauernd meine wertvollen Ohren vollplapperte. Aber das schlimmste war dass sie das ständig tat. Sie redete über ihre Haare, wie schön sie doch seien und über ihre Lippen die sie bezaubernd fand.
Eines Tages war ich so genervt von ihr, dass ich mich in einem Busch versteckte und ihr viel Salamanderschuppenstaub ins Gesicht warf.
Dummerweise krallte sie sich beim umfallen mit der rechten Hand an einen Rosenstängel und pikste sich fürchterlich.
Zwar war es schön dass sie schlief, aber ich hatte es wohl ein bisschen übertrieben. Ein Glück, dass ein junge aufkreutzte. Sonst säße ich heute noch an ihrer Seite.
Zum Glück war meine langeweile damit beendet da sie mich entlies.
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