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Die Verarbeitung vom 11. September

GeschichteDrama / P12 / Gen
Faith Yokas John "Sully" Sullivan Maurice Boscorelli
07.05.2007
07.05.2007
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Die Verarbeitung vom 11. September


Es war einer dieser Tage wo man mit seinen Gedanken immer weit, weit weg war.

Bosco blinzelte, die Sonne schien ihm direkt in die Augen. Es war ein recht warmer Oktober Abend.

„Na, auch schon wach?“ fragte Sully und schaute zu Bosco rüber während er grad über eine Kreuzung fuhr. Bosco streckte sich, es war ihm nicht bewusst gewesen das er geschlafen hatte, deswegen murmelte er nur etwas vor sich hin.

Faith war für eine Woche in den Innendienst versetzt worden, sie hatte vor einigen Tagen gebrauch von ihrer Waffe nehmen müssen. Davis war ebenfalls für eine Woche weg, aber dies hatte andere gründe, er war auf der Hochzeitsfeier seiner Schwester in Miami eingeladen worden, und dort wollte er gleich mal seinen alten Hobby nachgehen, dem Surfen!

Sully und Bosco waren nicht grad sehr erfreut, als sie erfuhren, dass sie für diese Woche ein Team bilden müssten.

Die Ampel vor ihnen wurde orange, Sully bremste so abrupt ab das die Reifen zu quietschen anfingen. „Sag mal spinnst du? Wir hätten da noch locker drüber fahren können!“ schnaupte Bosco der sich an die Brust griff und schwer atmete, weil er sich anscheinend so sehr erschreckt hatte.

Nachdem 11. September war er sowieso schon mit dem nerven an ende, dies wollte er aber nicht zugeben.

Sully lachte auf, „Ich fahre garantiert nicht über eine rote Ampel, wie du!“ Bosco sah ihn mit einem blick an der soviel bedeutete wie: ich-wollte-mit-dir-kein-team-bilden!

„Wohin fahren wir?“ fragte Bosco nach einigen Minuten. Sie fuhren am Hafen entlang, überall waren kleine Fischerbote, vereinzelt liefen noch Touristen umher die mit der Fähre hinüber zur Freiheitsstatue setzen wollten. Sully biegte links ab und hielt an, „Ich gehe nur mal schnell zu meinen Arzt“ als Sully in einer Tür verschwand, schaute Bosco sich das Schild an „Dr. Greyhound – Psychiater“ stand drauf. Bosco wurde es plötzlich heiß, er musste daran denken, wie er Leute aus dem World Trade Center sprangen sah, und er konnte ihnen nicht helfen, alle seine Kollegen gingen wie selbstverständlich zum Psychiater, um über die Ereignisse reden zu können, aber er selbst war zu stolz dafür, er verschwand wieder in seine Gedanken.

Die Tür wurde aufgezogen und knallte wieder zu, Bosco seufzte und schaute zu Sully, „Was wolltest du denn dort?“ Sully schaute ihn tief in die Augen, biss sich auf die Unterlippe, „Ich fragte ihn, ob er vielleicht noch einen Termin für DICH frei hätte.“

-Stille-
„Was, du hast, wieso?!“ stammelte Bosco und ihm fiel die Kinnlade runter. „Nun hör gut zu Bosco, wir machen uns alle sorgen um dich, am meisten Faith! Sie traut sich ja kaum noch Dich laut anzusprechen ohne das sie denkt du würdest einen Herzinfarkt erleiden!“ „Aber..“ „Nichts aber“ unterbrach ihn Sully und steckte ihn einen Zettel zu, „Morgen früh hatte er gleich etwas für Dich frei, glaub mir danach würde es dir besser gehen!“ er steckte den Schlüssel in das Zündloch und fuhr los.

Den restlichen Dienst über redeten die beiden nur noch das notwendigste. Bosco war mit seinen Gedanken nun bei morgen, er hasste es bei einem Psychologen zu hocken um mit Ihm über seine Gefühle zu sprechen!

-Draussen vor der Wache-
„Bosco?“ Bosco drehte sich um und sah Faith an der Tür gelehnt, er wollte eben in seinen Ford Mustang einsteigen um in irgendeine Bar sich die Kante zu geben. Er schaute sie an, wie sie so da stand, mit einem Blick der voller sorge war, „als wäre ich eins ihrer Kinder“ dachte sich Bosco nur, „Hmm?“ machte er, Faith trat ein bisschen näher, „Sully hat mir gesagt das du morgen zum Psychiater gehen willst, glaub mir, du wirst dich nach dem Gespräch besser fühlen.“ Er schaute weg, schon wieder spürte er einen stechenden Schmerz in der Brust. „Alles okay mit dir Bosco?“ flüsterte sie, er hob die Hand. Nickte kurz, und verschwand dann auf dem Parkplatz.

-Am nächsten Morgen-

Dr. Greyhound, er las mindestens 5-mal die Öffnungszeiten ehe er sich traute auf den Klingelknopf zu drücken. Ein Summen.  Er drückte die Tür auf. 2 Stockwerke hoch, es war ein komisches Gefühl für ihn als er in das Anmeldezimmer kam. Es war ein freundlicher Raum, gelbe helle Wände, Die Empfangsdame lächelte ihn an, unwillkürlich lächelte auch Bosco. „Sie haben ein Termin bei Dr. Greyhound?“ Er nickte und legte seinen Terminzettel vor. Sie schaute es sich an, gab einige Daten in ihren Computer, „Sie können sich noch einige Minuten in den Warteraum setzen Mr. Boscorelli, Sie werden dann aufgerufen!“ Sie streckte die Hand aus, in die rechte Richtung müsse er also laufen um in das Wartezimmer zu gelangen.

Ein gemütliches Wartezimmer, schöne Korbsessel, ein schwarzer Teppichboden und schon wieder gelbe Wände. An den Wänden waren Kinderbilder mit Danksagungen,  war das hier etwa ein Kinderpsychologe? Bosco lief rot an. Er hörte das Klicken eines Lautsprechers. „Mr. Boscorelli, Sie können nun zum Doktor gehen, im Zimmer 2!“ Ein seufzen und er erhob sich aus dem schönen Sessel auf der Suche nach dem Zimmer 2.

-Im Zimmer 2-
Der Arzt begrüßte ihn, und Bosco setzte sich auf die Couch, er sagte nichts, kein einziges wort, er fuhr mit den Fingern auf der Couch die Konturen nach. Nach 40 Minuten des Schweigens, schaute Bosco den Arzt an, der ihn anlächelte, „Hören Sie Dr. Greyhound, ich bin nur hier, weil mein Partner mir gestern einen Termin ausgemacht hat. Ich weiß noch nicht mal wieso ich hier bin, ich habe keine Probleme klar zu kommen, was geschehen ist, ist geschehen, man kann es nicht mehr rückgängig machen“ er stockte. „Ich freue mich, das sie wenigstens gekommen sind, wenn Sie wieder kommen wollen: meine Tür steht immer für Sie offen!“ Bosco stand auf und reichte ihm die Hand. „Danke, aber ihre Hilfe brauche ich nicht“ lief zur Tür und dann schnellstens hinunter zu seinem Wagen, sein Herz klopfte bis zum Anschlag.

„Faith?“ Faith blieb stehen und schaute nach hinten, „Was gibt’s Sully?“ Sully blieb unmittelbar vor ihr stehen, „Der Captain meint, du könntest heute mit mir Dienst schieben, wir sind unterbesetzt“ Faith schaute irritiert und legte den Order aus den Händen in den sie eben etwas einheften wollte, beiseite. „Das verstehe ich nicht, wo ist denn Bosco?“  Sully blickte sich kurz über die Schulter, als könne sie jemand belauschen wollen. „Er hat sich für heute krank gemeldet, vielleicht war es zu viel für ihn heute beim Psychologen.“ Faith blickte zu Boden und nickte Geistes abwesend. „Okay, dann fahren wir los“ sagte sie und folgte Sully hinaus zum Wagen.

-Bei Bosco in der Wohnung-
Heute schien keine Sonne durch die Fenster, Bosco musste sich nach diesen Gespräch beim Psychiater erst mal hinlegen, er war noch nicht bereit darüber zu sprechen, er wollte es für sich selbst verarbeiten.
Es wurde ihm schlecht, nachdem er sich auf der Toilette übergeben hatte, meldete er sich auf dem 55. Revier für den heutigen Tag erst einmal für krank.

Schleppend lief er zum Fenster und riss es weit auf, er atmete tief ein und es ging ihm schnell besser. Plötzlich wurde irgendwo eine Fensterscheibe eingeschlagen, der laute krach versetzte ihn in Panik und er brach wimmernd zu Boden. Er schling seine Arme um die Beine und schloss die Augen. „Alles wird gut, nur keine Panik, alles wird gut“ sprach er zu sich selbst.

Nach einer Stunde in dieser Haltung ging er mit starken Brustschmerzen ins Bett.

-Bei Faith und Sully-
Faith, Sully, Carlos und Doc saßen in einem kleinen Imbiss und redeten über Gott und die Welt, als Carlos und Doc einen Notruf reinbekamen. Faith schreckte auf, die Adresse… das war doch Bosco´s Adresse! „Können wir mitkommen?“ fragte Faith und sprang dabei so heftig auf das ihr Hocker nach hinten flog, Sully blickte Faith irritiert an, „Es ist Bosco´s Adresse!“ sagte Faith leicht außer Atem und stellte den Hocker wieder richtig hin. „Beeilt euch!“ rief Doc der mit Carlos schon vorne an der Tür standen. Sully nickte und beide rannten zum Auto.

-Vor  Bosco´s Wohnung-
„Hier wohnt er also?“ fragte Sully, „Nette Gegend! Für welchen Notruf wurdet ihr eigentlich gerufen?“ fragte er zu Carlos gewandt, „Stechende Brustschmerzen, Atemnot. Kann hier denn niemand mal die Tür aufmachen?“ „Aufmachen Polizei!“ schrie Sully und hämmerte gegen die Tür, ein Licht ging im Treppenhaus an.

Es war schon dunkel, wie spät mag es wohl sein? So 22 Uhr? Faith war mit dem Gedanken bei Ihrem Partner, bitte lass es keinen Herzinfarkt sein! Sie dachte an die Bypass-Operation ihres Mannes Fred.

Der Hausmeister machte halb verschlafen die Tür auf, „Bringen Sie uns sofort zu Boscorellis Wohnung!“ fauchte ihn Sully an. „Jaja,  nur keine Hektik, folgen Sie mir bitte!“ „Wenn es geht heute noch!“ sagte nun Faith energisch.

Er schloss so schnell die Wohnungstür auf und hörten ein leises wimmern. „Bosco?“ rief Faith erschrocken auf und durch kämmte die Wohnung, „Doc, hier her, er ist im Schlafzimmer!“

Bosco lag zusammen gekauert auf dem Bett, „Ich kriege keine Luft mehr!“ japste er, „Wir werden Dir Valium geben Bosco, damit entspannst du dich und es geht dir wieder besser!“ versuchte ihn Doc zu beruhigen während Carlos ihm 10 mg. Valium spritzte. Faith und Sully standen an der Tür und sahen, wie Bosco allmählich entspannter wurde. Vorsichtshalber setzten Sie ihm aber dennoch eine Atemmaske auf.
„Wir bringen Dich nun ins Angel of Mercy Hospital.“ Bosco nickte schwach als er auf die Trage gelegt wurde. Er hatte noch nie so eine angst. Er wurde an Faith und Sully vorbei geschoben und ihre blicke trafen sich, Faith sah sehr besorgt, aus. Bosco streckte die Hand nach der ihrer aus und drückte sie zärtlich, dabei versuchte er zu lächeln. Nun entspannte sich Faith ein wenig.

„Wir fahren euch dann hinterher“ meinte Sully und ließ Faith hochschrecken. „Okay, wir sehen uns dann dort“ meinte Doc kopf nickend.

-Im Wartezimmer der Klinik-

Eine Ärztin kam rein und Faith sprang ruck zuck auf, mittlerweile warteten sie dort schon ungefähr eine Stunde im Wartezimmer ohne etwas gehört zu haben, „Wie geht es unseren Partner? Was fehlt ihm?“ keuchte Faith als wäre sie 1 Tag durchgerannt, „Nun, er liegt auf der Beobachtungsstation, Sie können leider heute nicht mehr zu ihm, er hatte einen leichten Herzinfarkt, es wird ihn bald besser gehen. Sie können gerne morgen früh zu ihm!“

Faith nickte enttäuscht, „Kannst du mich nach hause fahren Sully?“ „Selbstverständlich.“ Die beiden liefen still schweigend den langen Krankenhaus Flur, entlang an der Notaufnahme direkt zur Tür mit der großen Aufschrift Ausgang und betraten die dunkle, nun kalt gewordene Nacht.

Sully fuhr Faith direkt nach Hause, sie hatte keine lust gehabt sich auf der Wache umzuziehen, sie war schrecklich müde. „Sehen wir uns morgen Früh gegen 10 Uhr im Krankenhaus?“ fragte Sully bevor Faith die Tür zu schlug, sie beugte sich kurz hinunter, schaute zu Sully und nickte nur. „Okay, also bis morgen!“ sie schlug die Tür zu und ging hinauf in die Wohnung und legte sich schlafen.

-Am nächsten Morgen in der Klinik-
„Schön dich zusehen Faith, sorry dass ich etwas später komme, aber es war kaum möglich mal 5 m auf der Straße durch zu fahren Faith lächelte ihn müde an, „Ich weiß, deswegen bin ich heute auch mit dem Rad unterwegs“, Sully schüttelte sich bei dem Gedanken bei so nem miesen Wetter draußen mit dem Rad unterwegs zu sein! Sie betraten zusammen die Anmeldung und fragten auf welchem Zimmer Maurice Boscorelli zu finden seih.

2 Stockwerke fuhren sie mit dem Aufzug hoch, dann betraten sie einen hellen Gang vereinzelt sah man Menschen in Rollstühlen oder an Krücken sich fortbewegen, auch eine Gruppe Ärzte stand herum und berieten sich. „Aha, Die Visite ist wohl nun vorbei“ dachten sich beide und betraten Das Zimmer 216.

Bosco lag in einem Doppelzimmer, sein Bettnachbar aber, wie es schien, war im Moment unterwegs, seine Bettdecke war nämlich zurückgeschlagen. Er schaute aus dem Fenster, graue Wolken hingen am Himmel über New York. Als die Tür aufging und Faith rein kam, lächelte er, er freute sich über seinen Besuch. Die drei redeten über alles Mögliche,  „Oh, deine Infusion ist ja schon durchgelaufen! Ich sag mal einer Schwester bescheid.“ Sprach Sully und ging hinaus. Faith schaute Bosco an und ihr kamen die Tränen, „Was ist los Faith?“ „Was los ist? Du willst wissen was los ist?!“ fragte Faith heiser und sah ihn direkt in die Augen, er nickte, „Du hättest sterben können, nur weil du zu stolz bist mit jemanden über deine Gefühle zu sprechen!“, er blinzelte, dann schaute er aus den Fenster, er wollte nicht das Faith sah wie verzweifelt er war, „Ich.. ich kann das nicht Faith, ich kann mich nicht auf eine Couch setzen und einer Fremden Person meine Gefühle anvertrauen!“ ihm stockte der Atem, nun war es draußen, und es ging ihn etwas besser. Faith griff nach seine Hand „Ich bin immer für Dich da Bosco, du kannst mit mir reden!“ flüsterte Sie und verließ das Zimmer.

Ende!

P.S.: Ja ich weiß, es ist ein doofes ende, aber das haben offene Enden halt so an sich ;-)! Strengt eure Fantasie an und denkt euch einfach den Rest, okay? Über Tipps wäre ich hocherfreut!
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