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Glockenlied

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery / P18 / MaleSlash
Itachi Uchiha Naruto Uzumaki Sasuke Uchiha
04.05.2007
30.12.2008
39
239.992
6
Alle Kapitel
176 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
 
04.05.2007 1.879
 
Disclaimer: die Charas gehören (leider!^^) nicht mir und haben ihren Ursprung bei Kishimoto
Warning: es werden später wohl auch sexuelle Handlungen vorkommen, also if you don't like don't read
              außerdem könnte es etwas an die Nerven gehen, oder mein Beta ist zu sensibel^^
Ich wünsch euch viel Spaß, ist meine erste Geschichte und ich hoffe, sie gefällt- soll übrigens länger werden
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Glockenlied

1.
Die erste Erinnerung

Nie wieder! Das hatte er sich geschworen. Nie wieder würde er den Menschen vertrauen! Nie wieder würde er derartig verletzt werden! Nie wieder!
Doch es war anders gekommen. Er war wieder in sein Leben getreten. Wie hatte er ihn nur vergessen können? All die Jahre über hatte er sich nach ihm gesehnt. Die Schmerzen, das Leid, die Verachtung der anderen, all das hatte er nur dank ihm aushalten können.
Weil er wusste, dass es mindestens einen Menschen auf der Welt gab, der ihn ebenfalls als solchen anerkannte. Doch er hatte sein Gesicht vergessen. Seine Taten. Hatte ihn in anderen gesucht, aber nie gefunden. Das hatte ihn fast umgebracht.
Nun war er wieder da, stand vor ihm. Doch es war kein freudiges Wiedersehen. Denn noch jemand war da. Jemand, der ihn umbringen wollte. Sein bester Freund.
Sasuke wollte ihn umbringen. Sasuke wollte Itachi umbringen.

„Kommst du?“
Die Frage hatte er damals nicht verstanden. Natürlich hatte er den Sinn erkannt, Itachi hatte ihn mitnehmen wollen. Doch warum? Und warum nur diese wenigen Worte? Wieso hatte er nichts erklärt? Hatte er etwa gedacht, er würde ihm blindlings vertrauen und mitkommen?
Wahrscheinlich. Und er hatte ja auch Recht gehabt. Hätte sein merkwürdiger Begleiter nicht auf einmal vorgeschlagen, ihm die Beine abzutrennen. Erst da war er wieder aus seiner Trance erwacht. Und dann war Sasuke da gewesen. Abgehetzt hatte er plötzlich mitten im Gang gestanden. Hatte seinen Namen gesagt. Uchiha Itachi. Ein so wunderbarer Name, wie hatte er ihn vergessen können? Oder hatte er ihn gar nicht gewusst? Stimmt, er erinnerte sich wieder.
Damals hatte er ihm seinen Namen ja gar nicht verraten. Aber das war in diesem Moment unwichtig gewesen. Wichtiger war die Tatsache, dass er den Namen Uchiha trug. Sie waren doch alle tot. Jeder wusste es. Die einzigen, die überlebt hatten, waren Sasuke und der Mörder gewesen. Sein Bruder. Aber das konnte doch nicht sein! Er! Ein kaltblütiger Clanmörder! Er erinnerte sich. Seine Beine waren zu diesem Zeitpunkt wie Blei gewesen. Er hatte es nicht glauben können. Er hatte es nicht gewollt. Doch er wusste, dass es nur wahr sein konnte. Sasukes Hass war der eindeutige Beweis dafür gewesen. In diesem Augenblick war eine Welt für ihn zusammengebrochen. Und es war sicher. Niemand konnte ihm jetzt noch helfen.

„Narutooooo!“ Das war Sakura. Sie rief ihn. Und natürlich drehte er sich um. Schon sah er, wie die Rosahaarige über den Trainingsplatz auf ihn zugerannt kam. Hinter ihr Sasuke. In Schwarz gekleidet. Mal wieder.
Das alles war jetzt schon lange her gewesen. Die Begegnung mit Itachi. Sasukes Seitenwechsel. Orochimaru. Auch wenn dieser noch immer lebte. Alles war jetzt nun schon vier Jahre und länger her. Inzwischen war er 18.
Vor einem Jahr hatte er es geschafft, Sasuke wieder zurückzuholen. Alle hatten sich gefreut. Auch Sasuke selbst. Er hatte seine Fehler erkannt, hatte gemerkt, dass er Konoha und die Dorfbewohner lieben gelernt hatte. Auch dass es falsch war, Orochimaru wegen seiner Rachegefühle für Itachi zu unterstützen, hatte er verstanden. Und man erkannte selbst jetzt noch, dass es ihm Leid tat. Umso einfacher war die Reha-Phase für ihn gewesen. Wenn man nicht aufrichtiges Beileid in seinen Augen gesehen hätte, müsste er wohl noch heute kontrolliert und bewacht werden. Doch dem war eben nicht so. Nun schritt er langsam hinter Sakura her, lächelte ihm leicht entgegen. Auch das hatte sich geändert. Er war offener geworden, zeigte nun mehr Gefühle aller Art, auch wenn er trotz allem immer noch ein Eisklotz war, so Kiba. Aber es war gut so. Sonst könnte er ihm gar nicht mehr in die Augen schauen. Das Lächeln erwiderte er nur widerwillig, aber er tat es. Dann wandte er sich aber lieber wieder Sakura zu, die nun vor ihm stand und leicht außer Puste geraten war. Sie strahlte ihn an, es passte zum Wetter, auch die Sonne strahlte unaufhaltsam. Er ließ sie zu Atem kommen und fragte dann, warum  sie denn so fröhlich sei. Sasuke stand inzwischen neben ihnen.
„Das glaubst du nicht, Naruto!  Tsunade-sama hat die nächsten Jo-Nin Auswahlprüfungen angekündigt! Und sie hat mich einfach schon mal eingetragen! Ich war erst mal geschockt, das kann ich dir sagen! Doch weißt du, was sie dann sagte? Sie sagte, ich wäre schon letztes Jahr dafür bereit gewesen, nur wollte sie mir etwas Vorbereitungszeit lassen. Aber sie sei sich vollkommen sicher, dass ich diese Prüfungen bestehen werde! Glaubst du das?! Oh, ich bin so aufgeregt! Und Sasuke darf auch daran teilnehmen!“
Nun schaute Naruto Sasuke an. Der Wind spielte sanft mit seinen Haaren und wehte sie ihm ins Gesicht, doch er konnte das leichte Grinsen auf Sasukes Gesicht trotzdem erkennen. Naruto verstand seine Freude. Er konnte noch den Weg eines Ninjas gehen. Wieder lächelte er zurück. „Dann fehlen ja nur noch Kakashi und Sai und wir können trainieren.“ Er wollte nicht weiter auf dieses Thema eingehen. Wozu auch? Er war schon Jo-Nin, brauchte also nicht für sich aufgeregt sein, und mehr als die beiden anfeuern und beglückwünschen konnte er auch nicht.
Sakura jedoch sah das etwas anders: „Du könntest ruhig mal etwas für uns mitleiden! Nur weil du schon Jo-Nin bist, heißt das nicht, dass es dir egal sein kann!“ Beleidigt zog sie eine Schnute wie ein kleines Mädchen. Das verleitete ihn dazu seine Hand zu heben, sie auf ihren Kopf zu legen und ihre Haare zu durchwuscheln.
„Nicht sauer sein, okay? Aber ihr besteht doch sowieso, dessen bin ich mir sicher!“
Nun nahm er seine Hand wieder runter und grinste sie an. Sie jedoch stand nur verdattert herum und schaute ihm verwundert nach, als er sich abwendete und zu einem Baum ging, sich dort niederließ und die Augen schloss. Dann schaute sie Sasuke an.
„Seit wann macht er denn so was?“ Erwartungsvoll starrte sie den Schwarzhaarigen an und wartete geduldig auf eine Antwort. Die kam aber nicht. Er starrte ebenfalls über die Wiese zu Naruto hin und staunte nur weiterhin. Woher kannte er diese Geste?
„Ist was?“ Nun drehte er sich zu Sakura und schaute sie fragend an. Aber anstatt auf eine Erklärung zu warten, drehte er sich nur wieder um und sagte: „Nein, ich war nur gerade etwas baff.“ Damit hakte er das Thema ab und ließ sich auf dem Boden nieder, um die Sonne zu genießen. Sakura, die mit dieser Antwort und der eigentlich noch fehlenden nicht einverstanden war, tat es ihm jedoch gleich und legte sich ins Gras. Es würde sowieso noch etwas dauern, bis ihr ehemaliger Lehrer und Sai auftauchen würden und sie mit dem Training beginnen konnten. So konnte sie wenigstens noch etwas Zeit mit Sasuke verbringen.

„He!“ Es regnete und die Straßen Konohas waren schon lange durchnässt und matschig. Und leer. Die meisten Leute hatten sich bereits in ihre Häuser zurückgezogen, um Schutz vor dem Regen zu suchen. Die wenigen, die jetzt noch auf den Straßen waren, rannten aber ebenfalls schon zu den ihrigen oder suchten Unterschlupf in irgendwelchen Gasthäusern am Wegesrand. Niemand von ihnen kümmerte sich um den Jungen, der ganz alleine und ohne jeglichen Schutz an einer Hauswand gelehnt auf dem matschigen Boden saß und die Beine angewinkelt hatte, die Arme um sie geschlungen.
Und das war gut so. Er wollte gar nicht, dass sich jemand um ihn kümmerte. Er genoss den Regen. Er spülte alles weg, so auch seine anfängliche Enttäuschung, ignoriert zu werden.
Ja, anfangs hatte es ihm noch etwas ausgemacht, aber er hatte sich schnell daran gewöhnt. Und nicht nur heute. Schon oft hatte er im Regen gesessen, schon oft hatte er zugeschaut, wie die Leute vor diesem flüchteten. Er wusste jedoch nicht, warum sie sich so anstellten. Er empfand es als außerordentlich befreiend, die Regentropfen auf seiner Haut zu spüren.
Wie schon gesagt: sie spülten alles fort. Er wandte den Blick von der Straße wieder ab und betrachtete stattdessen lieber sich selbst. Er hatte einige Schürfwunden vom Spielen.
Vom Spielen mit sich selbst. Ansonsten wollte ja keiner etwas mit ihm zu tun haben. Das lag nicht nur am Regen. Die Menschen hassten ihn, warum auch immer, und er hasste sie dafür. Inzwischen hatte er es aufgegeben, ihnen zeigen zu wollen, dass er nicht anders als sie war, es brachte doch eh nichts. Also spielte er eben alleine. Und dabei war er ein paar mal hingefallen. Einmal auch in eine Scherbe, doch sie hatte nicht sonderlich tief  in seiner Hand dringesteckt, also hatte er sie einfach wieder herausgezogen. Es hatte zwar doch etwas mehr geblutet als erwartet, doch das war ihm egal gewesen. Morgen war sowieso alles wieder weg. Und den Schmerz konnte er auch nicht mehr richtig wahrnehmen. Je öfter er sich wehtat, desto seichter wurden die Schmerzen. War wohl Gewohnheitssache. Es kümmerte ihn nicht.
„He!“ Langsam schaute er auf. Hatte er das nicht schon kurz vorher gehört? Sein Blick erfasste nun ein Beinpaar, das direkt vor ihm stand. Normale schwarze Ninjaschuhe, wie sie fast jeder in diesem Dorf trug, und schwarze, kurze Hosen. Er schaute weiter auf. Die Schwärze blieb, denn die Person vor ihm trug ein schwarzes T-Shirt, hatte lange, schwarze Haare und sogar der Schirm, den sie trug, war schwarz. Nicht einmal die Augen bildeten eine Ausnahme. Ebenfalls schwarz. Pechschwarz. Es war ein wesentlich älterer Junge, der da vor ihm stand und mit seinem Aussehen eigentlich genau das verkörperte, was er selbst fühlte.
Finsternis und eine innere Leere. Ausdruckslos starrte er ihn nun an, behielt den Augenkontakt mit dem Älteren.
„Was machst du denn hier draußen im Regen?“, fragte dieser sichtlich verwundert.
Allerdings hatte er keine Lust zu Antworten. Wahrscheinlich war dieses Interesse nur dumme Neugierde und darauf hatte er nun echt keinen Nerv. Also zog er es vor, wieder den Boden anzustarren und somit dem anderen klarzumachen, dass er verschwinden solle.
Dieser machte jedoch keinerlei Anstalten, seinem Wunsch nachzukommen und wartete geduldig auf eine Antwort. Vergeblich. Er wollte nicht mit ihm sprechen, und basta!
Als er jedoch keinen Regen mehr spürte, schaute er verwundert auf. Der Junge hatte nun seinen Schirm über ihn gehalten und stand selber im Regen. Leicht ging er in die Knie und hielt ihm eine Hand entgegen.
„Na komm schon, du holst dir sonst noch den Tod!“ Ein leichtes Lächeln umspielte nun seine Lippen und erreichte auch seine Augen. Erst jetzt fiel ihm auf, dass zwei feine Narben diese unterstrichen. Und obwohl er es eigentlich nicht gewollt hatte, nahm er die Hand entgegen, ließ sich hochziehen und ging mit dem noch immer lächelndem Jungen zusammen weg.
Für die Außenstehenden musste dies ziemlich merkwürdig ausgesehen haben. Die beiden bildeten vom bloßen Anblick her einen ziemlichen Kontrast, schon allein deshalb, weil der kleinere Junge blond war. Doch das störte ihn in diesem Moment gar nicht. Er war einzig und allein auf die Hand konzentriert, die seine eigene hielt. Sie war warm. Trotz des Regens.
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Joah, das wars! Würde mich über reviews freuen^^
Bleibt mir nur noch zu sagen TBC
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