Sag niemals nie

von Amerna
GeschichteAbenteuer / P16
Colonel Fitzwilliam Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy
28.04.2007
12.07.2007
20
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Meine neue Geschichte, dieses Mal spielt sie im Agentenmilieu. Der Titel ist auch nicht umsonst an James Bond angelehnt, immerhin ist Darcy ja Brite und kommt von der gleichen Firma :-)Das passte so schön. Aber sonst ist doch einiges anders.
Natürlich bin ich bei diesem Thema keine Expertin, es können also natürlich unlogische Sachen vorkommen. Überseht das einfach oder merkt es verbessernd an.
Ähm ja, zum Thema Rating: Es könnte sein, dass ich es noch hochsetze, mein Bodycount ist besonders zum Schluss hin ziemlich hoch. Aber es ist trotzdem noch eine Romanze.
Und ich werde auch weiterhin noch "Majestät" posten - die Geschichte ist nämlich schon fertig. Ich poste immer dann, wenn ich Zeit habe.
Aber jetzt genug mit dem Palaver - es geht los!!




Kapitel 1 - Der englische Kollege
Elizabeth Bennet hatte eine Trefferquote von 100%. Sie musste sich anstelle der Pappzielscheiben einfach nur etwas anderes – oder besser gesagt, jemand anderen – vorstellen und schon trafen alle ihre Schüsse ins Schwarze. Die Wut ließ zwar ihr Blut kochen, aber ihre Hand war ganz ruhig. Nachdem sie das erste Magazin leer geschossen hatte, schob sie, ohne hinzusehen (die Handgriffe beherrschte sie im Schlaf), das zweite ein.
Dieser arrogante Mistkerl, zweifelte an ihren Fähigkeiten, was glaubte er eigentlich, wer er war?! Sie war jetzt seit 3 Jahren bei der CIA und noch nie hatte sie während eines Einsatzes Fehler gemacht! Sie mochte zwar jung sein, aber sie war doch kein unerfahrener Naivling! Und dann kam dieser Agent Darcy, der erst vor einem Monat aus dem Ausland vom britischen MI-6 zu ihrer Einheit gestoßen war, daher und kritisierte ihre Rolle bei diesem Einsatz! Sie hatte doch auch ein Jahr daran mitgearbeitet und jetzt wollte sie gefälligst auch dabei sein, wenn dieser Verbrecher dingfest gemacht wurde!!! Gott, seine Stimme, als er vor allen Leuten ihre Fähigkeiten in Frage gestellt hatte. „Und Agent Bennet ist dazu in der Lage?“ hatte er gefragt, mit diesem arroganten Gesichtsausdruck und diesem hochgestochenen britischen Akzent, als ob er es besser wüsste. Da hätte sie ihm am liebsten gezeigt, dass sie den Schwarzen Gürtel in Karate besaß. Okay, sie sah vielleicht nicht danach aus, ihr Vorgesetzter, Agent Gardiner, hatte mal gesagt, dass sie viel zu hübsch war für eine Agentin, aber das genau war doch manchmal von Vorteil!!! Und alle ihre Kollegen vertrauten ihr, sie hatte es ja auch nicht umsonst in diese Sondereinheit geschafft! Und dann kam dieser Agent Darcy und behandelte sie so, als habe man sie gestern erst von der Straße weg rekrutiert, weil man eine Frau brauchte. Für die Aufnahme bei der CIA hatte sie das gleiche Prozedere durchmachen müssen wie er beim MI-6! Wahrscheinlich hatte er etwas gegen Frauen beim Dienst, mutmaßte sie, glaubte, dass diese Arbeit Männern vorbehalten sein sollte. Na, dem würde sie es zeigen!
Sie erinnerte sich noch an seinen genauen Wortlaut: „Und sie weiß, was sie zu tun hat?“ hatte er bei der Einsatzbesprechung skeptisch in die Runde gefragt, so, als ob sie gar nicht da wäre.
Nur die zeitige Antwort ihres Vorgesetzten, Agent Gardiner, hatte sie von einer entsprechenden Antwort abgehalten: „Agent Bennet ist eine unserer besten Agentinnen, Darcy. Glauben Sie mir, es wird alles wie geplant laufen. Auch Agent Bennet war von Anfang an in diesen Fall involviert, es ist alles perfekt organisiert.“
„Ich will ja nur, dass es glatt geht. Ich habe einfach zu lange daran gearbeitet und will jetzt nicht, dass irgendetwas dazwischen kommt.“
„Das wollen wir hier alle.“
Elizabeth hatte zwar vor Wut gekocht, aber nichts mehr gesagt, sie verlor nur selten ihre Beherrschung, das hatte sie schon früh gelernt, und dieser Darcy war es eigentlich gar nicht wert.
Sie war ohne ein Wort am Ende an ihm vorbeimarschiert und hatte ihre Wut auf dem Schießstand abreagiert, das war dann ja auch noch Training für den kommenden Einsatz.
Nachdem auch das zweite Magazin leer war, hörte sie auf. Ach, dieser Darcy konnte sie doch mal kreuzweise, das war ihr doch egal. Sie würde jetzt einmal mit ihm zusammenarbeiten und dann würde er hoffentlich nach Großbritannien zurückkehren. Sollte er doch denken, was er wollte, sie würde es ihm heute Abend schon zeigen!
Als Elizabeth sich ihre Ergebnisse anschaute (wie gesagt, die Trefferquote lag bei 100%), pfiff einer ihre Kollegen, Agent Middleton, anerkennend. „Echt gut“, sagte er beeindruckt, „da müssen wir uns heute Abend ja keine Sorgen machen.“
Elizabeth nickte nur stumm und machte sich im Aufzug auf den Weg nach oben. Leider war ihr dort auch keine Ruhe vergönnt, denn im Aufzug traf sie Isabella Thorpe. Elizabeth konnte den Drang, mit den Augen zu rollen, nur schwer unterdrücken. Isabella war Sekretärin bei der CIA, die von Agent Gardiner, um genau zu sein, aber wie sie das geschafft hatte, das war ihr unerklärlich. Isabella  war ungefähr so intelligent wie ein Stück Brot und verwendete ihre geringe Gehirnkapazität nur auf Klatsch und Tratsch. Sie jedenfalls würde Isabella keine Staatsgeheimnisse anvertrauen, bei der wären diese nämlich bestimmt nicht sicher.
„Oh, Agent Bennet“, flötete sie jetzt, als Elizabeth den Aufzug betrat. „Wie ich hörte, haben Sie heute Abend die Ehre, mit Agent Darcy zusammenarbeiten zu dürfen.“
Elizabeth zog einfach nur eine Grimasse.
„Es gibt nicht wenige Frauen hier, die Sie darum beneiden.“
„Ich kann es mir kaum vorstellen“, sagte Elizabeth leise.
„Oh doch, hach, er sieht einfach nur gut aus, dieser Brite, groß, dunkelhaarig, gut gebaut…“
Was hatte sie nur getan, um zu verdienen, im Aufzug Isabellas Schwärmereien für Darcy anhören zu müssen?
„Ich erfuhr es ja auch gerade erst von meiner Kollegin Louisa, aber wussten Sie, dass er eigentlich gar nicht arbeiten müsste? Er sieht nicht nur gut aus, er ist auch noch unverschämt reich. Er ist nämlich der Erbe von Darcy Ltd., Sie wissen schon, diese Technologie-Firma. Er führt das Unternehmen aber nicht, das macht seine Schwester. Hach, er ist wohl ein Traummann…“
Na, das passte ja jetzt ins Bild, er war das verwöhnte Kind reicher Eltern, wahrscheinlich war er nur aus Langeweile zum Geheimdienst gegangen… Sie gönnte es ihm, dass Isabella jetzt für ihn schwärmte, die würde ihm nämlich nachlaufen und schöne Augen machen und ihn unwahrscheinlich nerven, bis er in seine Heimat zurückkehrte. Das hatte er verdient.
Isabella lag ihr des weiteren mit den Qualitäten von Agent Darcy in den Ohren, sie spekulierte, ob er wohl eine Freundin hatte. „Bei den Eigenschaften bestimmt 10“, mutmaßte sie.
Als der Aufzug schließlich in Lizzys Stockwerk hielt, hätte diese beinahe erleichtert aufgeatmet. Beim Aussteigen sagte sie noch zu Isabella: „Wissen Sie, was mir bei der Erwähnung von Agent Darcy nur einfällt? Außen vielleicht hui, aber innen pfui.“ Und sie ließ eine erstaunte Sekretärin hinter den sich schließenden Aufzugtüren zurück.

*****

Elizabeth war vollkommen konzentriert. Es war so, als übernahm ein anderes Ich bei einem Einsatz. Alles, was zählte war die Aufgabe, der Rest wurde ausgeblendet. Gefühle und Emotionen hatten keinen Platz, hierauf war sie ausgebildet worden und sie machte ihre Arbeit gut. Ihre engsten Bekannten würden diese professionelle Elizabeth wahrscheinlich nicht wieder erkennen. Nachdem sie als Putzfrau in das abgesicherte Gebäude gelangt war und diese mit dem Funkspruch „Okay, ich bin drin“ ihren Kollegen mitgeteilt hatte, störte es sie deshalb nicht im geringsten, als sie Darcys Stimme mit seinem britischen Akzent „Roger“ durch ihren Knopf im Ohr sagen hörte. Auf leisen Sohlen und unbemerkt schlich sie sich in Richtung des Überwachungsraumes und knockte dort den Dienst habenden Sicherheitsmann aus. „Die Überwachung des Gebäudes ist ausgeschaltet“, sagte sie. „Das Objekt befindet sich im 81. Stock. Der Code für seine Tür ist 9785341261.“
„Roger.“
Ein Stoßtrupp setzte sich in Bewegung in Richtung 81. Stock.
Elizabeth wartete, sie konnte hören, wie sich die anderen fortbewegten. „Sind jetzt vor der Tür“, hörte sie einen Agenten sagen. Dann wurde es lauter, sie hörte Schreie und Rufe „Runter, runter! Auf den Boden!“ und dann für einige Zeit nichts, dann die Stimme von Agent Gardiner: „Erwarte Identifizierung, befindet sich das Objekt unter den Gefangenen?“
Es war schließlich Darcy, der antwortete: „Negativ, er ist nicht hier.“
„Was?!“, riefen Elizabeth und Gardiner gleichzeitig. „Das kann nicht sein.“
„Er muss uns entwischt sein.“
„Unmöglich“, sagte Gardiner, während Elizabeth das Sicherheitssystem wieder hochfuhr und hektisch alle Überwachungskameras überprüfte.
„Ich habe ihn!“ rief sie schließlich. „In Aufzug 4, er muss heruntergefahren sein, während ihr auf dem Weg nach oben wart. Er ist auf dem Weg in die Tiefgarage, jetzt gerade in Stockwerk 24.“
Sie hörte Agent Gardiner fluchen.
„Er darf uns nicht entkommen, haben wir da unten jemanden?“, fragte sie.
„Nein.“
Elizabeth sprang auf und sprintete los, der Überwachungsraum befand sich im Erdgeschoss, zur Vorbereitung hatte sie die Pläne des Gebäudes genauestens studiert, sie wusste, wie man von da aus in die Tiefgarage gelangte. Sie rannte den Flur entlang und kümmerte sich nicht um neugierige Beobachter, so lange diese sie nicht aufhielten. Sie hastete die Nottreppe hinunter in die Tiefgarage und warf die schwere Eisentür auf. Sie blickte sich um, in der Ferne konnte sie Schritte hören.
„Elizabeth?“, klang Gardiners Stimme fragend in ihrem Ohr.
„Ich hole ihn mir“, sagte sie nur atemlos und eilte in Richtung Aufzüge. Als sie vor Nummer 4 anhielt, stand die digitale Anzeige auf Stockwerk 6. Sie holte tief Luft und wartete, bis die Aufzugtür sich öffnete, drinnen befanden sich drei Männer.
„Henry Crawford?“, frage sie.
„Ja?“ antwortete der Mann in der Mitte überrascht.
Elizabeth zog ihre Waffe und setzte seine beiden Leibwächter außer Gefecht.
„Sie sind verhaftet“, sagte sie und schlug ihn mit einem gezielten Schlag bewusstlos.
Als der Rest der Einheit schließlich ankam und Darcy sie angesichts des bewusstlosen und gefesselten Mannes fragend anschaute, hätte sie ihm am liebsten die Zunge herausgestreckt. Jetzt übergab sie den Gefangenen einfach nur ihren Kollegen und machte sich auf den Weg nach draußen. Als sie an Darcy vorbei ging, konnte sie sich dann aber doch nicht ganz zurückhalten: „Wie Sie sehen, bin ich zu so einigem in der Lage“, sagte sie nur leise und ließ ihn, ohne auf seine Antwort zu warten, stehen.
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