Hassen kannst Du erst - Wenn Du zuvor geliebt hast

GeschichteAllgemein / P12 Slash
13.04.2007
13.04.2007
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Dieses Kapitel
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Titel: Hassen kannst Du erst ~ Wenn Du zuvor geliebt hast
Autor: schnuffi93     
Pairing: Bill & Tom
Raiting: p12
Genre: Slash angedeutet & Sad
Warnung: /
Claimer: Mir gehört die Storyline.
Disclaimer: Die Personen Bill und Tom gehören sich selbst, sowie der Songtext Christina Stürmer gehört und ich verdiene hiermit kein Geld.

Hassen kannst Du erst ~ Wenn du zuvor geliebt hast


du bist die Schwerkraft
du ziehst mich runter


Müde ließ er seinen Kopf gegen die vibrierende Scheibe fallen. Der Regen prasselte laut gegen das dünne Glas und floss zusammen mit den anderen Tropfen dem Tod entgegen. Sowie die durchsichtigen Tränen fielen sie auf den grauen Asphalt. Die braunen Augen blickten traurig durch die leere Straße und kniffen fest die Lider zusammen, als die Bilder wieder drohten aufzukommen. Ein leises Schluchzen drang über die rosigen Lippen, die leicht erzitterten als die schmerzlichen Erinnerungen durch seinen Verstand flossen. Krampfhaft versenkten sich seine Fingernägel in seiner Jeans.

du bist der Regen
und ich bin Land unter


Der Regen prasselte auf sein Gesicht hinunter und vermischten sich mit seinen Tränen, die nicht versiegen wollten. Sein Schluchzen wurde lauter und sein Körper begleiteten die glitzernden Perlen auf den Boden. Zitternd winkelte er seine Beine an und schlang anschließend seine Arme darum. Der Regen wurde stärker und hinterließ große Pfützen auf dem Beton. Seufzend legte er seinen Kopf in den Nacken, öffnete seinen Mund und ließ die Regentropfen in seinen Mund prasseln.

falls es dich interessiert
der Versuch dich zu hassen
hat plötzlich funktioniert


Die Tür neben ihm öffnete sich knarrend. Seine Augen öffneten sich langsam, sahen jedoch nicht zur Seite. Sein Kopf drehte sich von dem dunkelblonden Jungen weg, deutete dem Jungen mit dieser Geste an, das er verschwinden sollte. Ein leises Seufzen drang an sein Ohr. Neben ihm knirschte der Asphalt unter den langsamen Schritten des blonden. Dessen Hand legte sich auf seine rechte Schulter. Wütend schlug er die Hand von seiner Schulter und stand vorsichtig auf.

ich hab versucht unsere guten Zeiten
für immer abzulichten
einzukleben und festzuhalten
sie an mein Bett zu stellen
und in Rahmen einzufassen


Seine braunen Augen fanden die braunen des anderen. Das Glitzern in seinen Augen war verschwunden, nur noch ein leichter Schein war geblieben. Das Braun der anderen Augen sah ihn entschuldigend an, er jedoch schüttelte leicht den Kopf. Sein Blick senkte sich, fixierte sich auf seine Schuhe. Es hatte keinen Sinn mehr. Die Erinnerungen ließen ihn nicht los, die Bilder setzten sich aus dem dunklen Grau zusammen und bildeten somit ein schmerzhaftes Stechen in seiner Brust.

doch das Glück hat uns verlassen
du kannst es nicht lassen


Das Bild des blonden Mädchens brannte sich in seine Netzhaut. Wie sie ihn anschaute, ihn anfasste, ihn küsste. Ihn, seine große Lieb, sein Bruder. Wie er sie anschaute, sie anfasste, sie küsste. Sie, das Mädchen das ihn nicht verdient hatte, das Miststück. Das laute Stöhnen hallte in seinen Ohren wieder. Das Beben seines Bruders, wie er unter ihr lag und ihn nicht war nahm…Einfach weiter machte und nicht mitbekam, das er ihn erwischt hatte.

ich werf dein Bild an die Wand
ich will dass es zerbricht
es gleitet aus meiner Hand
jetzt seh ich nur dich und mich


Das Lachen des blonden Mädchens, wie sie ihn ausgelacht hatte, weil er so naiv war seinem Bruder zu vertrauen. Ihm zu glauben, das es nie wieder passieren würde, das er nur ihn lieben würde. Der Blick seinen Bruders, das kurze Aufflackern der Gleichgültigkeit. Mit diesem Blick ist etwas in ihm zerbrochen, sein Herz und ein Stück seiner Seele, das er ihm geschenkt hatte, vertraut hatte, das er darauf aufpassen würde. Doch nicht nur das war zerbrochen. Das ‚Uns‘ war zerbrochen, gestorben und war gleichgültig geworden.

in einem Scherbenmeer
sag was es dir bringt
wenn meine Welt versinkt
ich will sehen wie sie zerspringt
in einem Scherbenmeer


Warum? Hatte er ihm nichts bedeutet? Nicht als Freund, nicht als Zwilling? Es gab für ihn keinen Sinn, keine logische Erklärung für das Geschehene. War es vielleicht Hass das sein Bruder für ihn empfand? Warum hatte er seine Welt zerbrochen, sein Weltbild zerrstört und keine Erklärung? Hatte es ihm Spaß gemacht, zu sehen wie naiv er gewesen war? Befriedigte es ihn, das er litt durch seinen eigenen Bruder? Wollte er sehen, wie weit er gehen konnte, wann er die Grenzen überschritten hatte und er zerbrach?

du bist das Salz
in meiner Wunde
du bist die Tausendste jeder Sekunde


Das Stöhnen seines Bruders und dessen Blick waren wie Feuer auf seiner Haut, wie scharfe Messerschneiden die seine Adern nachfuhren und somit dazu brachten, rote Tränen zu weinen.

falls es dich interessiert
der Versuch dich zu hassen
hat bestens funktioniert


Die Liebe hatte aufgehört in ihm zu schlagen, stattdessen herrschten nun Schmerz und Wut in seiner Seele. Die Gefühle bekämpften sich gegenseitig und versuchten ein einziges Gefühl zu bilden. Eines, das sein Herz anfangs nicht zulassen wollte. Doch warum vergeben, wenn es so viel einfacher ging? Warum noch weiterlieben, wenn man hassen konnte?

ich hab versucht das Glück nicht zu verlieren
für immer hinter Glas
einzuschließen und einzufrieren
luftdicht zu versiegeln
doch du brachst trotzdem aus
ich hab fest mit dir gerechnet
doch die Gleichung geht nicht auf


Warum sich selbst Schuld zuschreiben, wenn man jemanden Schuld zuschreiben konnte? Warum Tränen weinen, wenn man schreien konnte? Warum fragen, wenn man keine Antwort bekommen würde? Warum versuchen etwas zu klären, wenn es nichts zu klären gab? Warum versuchen zu halten, wenn man als Verlierer zurück kommen würde?

ich werf dein Bild an die Wand
ich will dass es zerbricht
es gleitet aus meiner Hand
jetzt seh ich nur dich und mich


Schmerz machte den Mensch schwach, gab seinem Gegenüber die Macht über sich, die Fäden in die Hand, die Regeln über das Spiel. Warum selbst Schmerz einstecken müssen, wenn man jemandem Schmerz zufügen konnte?

in einem Scherbenmeer
sag was es dir bringt
wenn meine Welt versinkt
ich will sehen wie sie zerspringt
in einem Scherbenmeer
in einem Scherbenmeer


Kämpfen um ein Gefühl das es nie wieder geben würde, würde nichts bringen. Ein Gefühl versuchen zurück zuhalten, wenn es am Ende die Überhand gewinnen würde, würde er nicht versuchen. Er gab sich dem Gefühl hin, das Gefühl, das so nah an Liebe angrenzte, jedoch das genaue Gegenteil davon war. Nur ein kleiner Pfad, der mit dem Meeresspiegel auf gleicher Höhe um die Wette glitzerte, lag zwischen diesen Gefühlen. Und er würde ihn gehen, sich leiten lassen, von nur einem Gefühl.

und ich lauf barfuß durch den Raum
durch die Scherben unseres Traums
ich will fühlen wie das Glas die Haut berührt
und ich lauf barfuß durch den Raum
ganz egal ich spür es kaum
weil dein Bild mich niemals mehr verletzen wird


Mit diesem Gefühl erkaufte er sich seine Freiheit, befreite sich aus den Fäden und bildete die Regeln selbst. Das Spiel, das zuvor sein Ebenbild bestimmt hatte, war nun zu Ende. Der Schmerz war versiegt, sowie seine Tränen die noch zuvor unaufhaltsam über seine Gesichtszüge geflossen waren.

ich werf dein Bild an die Wand
ich will dass es zerbricht
es gleitet aus meiner Hand
jetzt seh ich nur dich und mich


Er sah ihm in die Augen, stellte somit klar, was er angerichtet hatte. Schrieb nur ihm allein die Schuld an alldem zu, fügte ihm mit seinem Gefühl Schmerzen zu, und nahm die Fäden selbst in die Hand.

ich werf dein Bild an die Wand
ich will dass es zerbricht
es gleitet aus meiner Hand
jetzt seh ich nur dich und mich
in einem Scherbenmeer


Die Augen seines Gegenübers füllten sich mit Schmerz und Schuld, schwammen in der durchsichtigen Flüssigkeit, die sich Tränen nannte. Der Schmerz der sich zuvor noch in seiner Seele befand, sammelte sich in dem Herzen seines Bruders.

sag was es dir bringt
wenn meine Welt versinkt
ich will sehen wie sie zerspringt
in einem Scherbenmeer


Sein Blick durchbohrte den zitternden Körper des blonden Jungens, versuchte ihm somit klar zumachen, das nur er schuld fühlen sollte. Sich eingestehen sollte, was er verloren hatte, was er ihm bedeutet hatte, und was es hieß in Schmerz zu versinken.

falls es dich interessiert
der Versuch dich zu hassen
hat plötzlich funktioniert


Die erste Träne floss, er lächelte. Das erste Schluchzen drang über die roten Lippen, er lachte. Die Seele seines Bruders schwamm in Schmerz, die seine schwamm in Hass.