Marthens Haus

von Anoobis
GeschichteDrama / P12
30.03.2007
30.03.2007
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Marthens Haus

Margarete: (klopft an die Tür)
Marthe, nun öffne schon.
Ich bins, dein Gretelchen.

Marthe: (kommt Straße entlang, mit Korb voll Essen im Arm)
Was klopfst du denn so laut?
Zu dieser Zeit besorge ich,
Was vas verbraucht wurd letzte Woch’.
Das weist du eigentlich.
Und warum so unruhig,
Mein Liebes?

Margarete: (verängstigt) Bärbelchen!

Marthe: (verwundert)
Was hat sie dir getan?
Komm zuerst herein. (öffnet Tür)
Hier sind mir zu viele,
Die des Tratsches mächtig sind.

Margarete: (immer noch verängstigt)
Nichts hat sie mir getan.
Hast du nicht erfahren,
Wie das Schicksal mit ihr spielt?

Marthe: Nein, das hab ich nicht vernommen.
Aber beruhig dich,
Bevor du mir berichtest.
Ein hitzig Geist bist du,
Nicht wie sonst so ruhig.
Erzähle du, ich mach
Uns Tee zum bessren Reden.
(verschwindet in der Küche)

Margarete: (atmet tief durch, nun ruhiger)
Sie ist schwanger geworden,
Ein Bastard ist in ihr,
Und der Vater ist dahin,
Über alle Berge.
Sie hatte gebeichtet,
Und muss nun Buße tun
Angeprangert vor der
Gesamten Stadt.
Was ist nun, wenn es mir
Genauso ergehet.
Mit Fasten, du weist schon.

Marthe: (mit Teeservice in den Händen)
Ach was, unnötig Sorg
Tust du dir damit an.
Faust ist ein ehrbar Mann.
Und immerhin.
Habt ihr´s nicht getan.
Hab ich Recht?

Margarete: (verlegen) Ja und nein.
Faust ist ein ehrbar Mann
Und ich liebe ihn sehr.
Doch wir habens´s getan.

Marthe: (gießt ein, sarkastisch)
War er wenigstens gut?

Margarete: (empört) Marthe!

Marthe:                     Ja ist doch Recht.
Wenn ihr schon gesündigt wie die Tiere,
Soll es sich auch lohnen.
Nin versteh iahendlich,
Warum die Angst dich quält.
Dies ist wahrlich ein Problem.

Margarete: Ja, was kann ich machen,
Um nicht zu enden, wie
Es Bärbelchen widerfuhr?

Marthe: Drei Möglichkeiten sind´s,
Die dich retten können.
Heirate Heinrich,
Und verflogen ist all Leid.

Margarete: Nein, unmöglich.
Faust kommt erst von seiner Reis,
Da ist es schon für all ersichtlich.
Und er wär nie bereit.
Den heiligen Bund einzugehen.
Dir ist´s ja wohl bewusst.
Er hat´s nicht mit Religion.

Marthe: (nimmt einen Schluck Tee)
Dann muss es raus aus dir.
Ohne Faust darf es nicht bleiben.
Du misst es töten,
Noch bevor es lebt.

Margarete: Nein, dies tu ich nicht.
Schon einmal habe ich
Ein Kind sterben lassen.
Niemehr soll dies passieren,
Verschuldet durch meine Hand.

Marthe: Dann bleibt dir nur noch Drittens.
Bete, bete zu Gott,
Dass Faustens Samen
Schlechter war als er selbst
Und das Kind nie entsteht.
(Margarete stöhnt wütend und verschwindet ohne ein Wort)