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Enspann dich

von Amberlove
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Ben Kessler Katja Metz
24.03.2007
24.03.2007
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„Gefällts dir?“, fragte er sie ahnungslos.
„Ja“, murmelte sie. Was hätte ihr auch anderes übrig bleiben sollen. Hätte sie sich vor all den Kollegen mit ihm streiten sollen? Sie war vollkommen overdressed und Ben würde nie wieder ein Grund dafür sein, ein Abendkleid anzuziehen und wenn er dreimal so lieb gucken würde, so nicht, nicht mit Katja Metz. Und wahrscheinlich meinte er es auch gar nicht böse, er konnte nicht ahnen, dass sie sich so aufbrezeln würde. Andererseits wollten die beiden doch alleine essen gehen? Wollten sie nicht ihr Verhältnis etwas stabilisieren?
Es wurde ein netter Abend, an dem sie möglichst Ben aus dem Weg ging. Viel mehr redete sie mit Harry und lachte über Dirk. Natürlich kam Ben ab und zu, doch sie ließ sich nichts anmerken. Doch es wurde spät, Henning wollte zu seiner Eva, Harry wollte von ihm nach Hause gefahren werden. Außerdem beschloss der Rest der Kollegen, dass Ben und Katja ihr Anliegen auch alleine wieder aufräumen könnten. Es war also beinahe 23.00 Uhr, als auch Dirk zur Tür herausspazierte. Katja hatte schon vergessen, dass sie sauer auf ihn war, dass sie wegen ihm völlig overdressed war. Aber natürlich gab Ben ihr wieder einen Grund, um sie daran zu erinnern.
„Du siehst echt toll aus“, bemerkte er, völlig unpassend zur Situation. Katja reagierte nicht auf ihn, das hatte sie sich schon angewöhnt, dass sie reglos sein Gesagtes aufnahm.
„Das wird dann noch Arbeit“, sagte sie und sah sich im Raum um. Es musste abgewaschen, gewischt und einfach aufgeräumt werden.
Ben folgte ihrem Blick. „Das ham wir doch im Null Komma nichts“, sagte er, „du kannst die Schuhe ja auch ausziehen, das ist doch auf Dauer voll unbequem“, meinte er.
Katja hätte explodieren können, dass er jetzt wieder so eine Anspielung machen musste.
„Nächstes Mal wirst du mir einfach sagen, wo wir hingehen, damit ich weiß, was ich passendes“, und sie betonte das Wort genau“, anziehen kann,“ funkelte sie ihn an.
„So gefällst du mir ganz gut“, sagte er und musterte sie. Ungläubig sah sie ihn an und folgte seinem musternden Blick, sie drehte sich von ihm weg und wollte mit dem Abwasch beginnen.
„Warum bist du denn jetzt wieder sauer?“, machte er sie an, „war doch ein schöner Abend“, sagte er.
„Denk ganz scharf nach, vielleicht kommst du denn drauf“, meinte sie. Sie konnte es nicht mehr aushalten, wie konnte jemand immer das Falsche sagen?
„Vielleicht weil du noch nicht weiß, dass der Abend noch nicht zu Ende ist?“, fragte er sie prüfend. Katja blickte auf und sah zu ihm, er sah sie eindringlich an, genau so, wie er es heute Nachmittag vor dem Krankenhaus gemacht hatte. Das veranlasste sie wieder zu einem leichten Grinsen und wenn eine Frau wie Katja so lächelte, konnte Ben nur zufrieden sein.
Ben setzte die Hand an seine Hüfte, damit sie sich bei ihm einharkte. Katja ließ den Abwasch Abwasch sein, ging auf ihn zu, harkte sich allerdings nicht unter. Mit einem Grinsen lief sie an ihm vorbei, etwas verdutzt blieb er stehen. Sie drehte sich wieder zu ihm um, „was denn jetzt“
„Jetzt geht’s zum Tanzen in die Zelle“, meinte er grinsend.
„Oh, werden wir jetzt romantisch?“, fragte sie ihn und ging wieder auf ihn zu, sie standen nur einen halben Schritt voneinander entfernt.
„Fangen wir jetzt an zu flirten?“, fragte er mit der gleiche Ironie in der Stimme wie Katja zuvor.
„Hättest du wohl gern“, sagte Katja wieder genervt.
„Nee, berufliches und Privates muss getrennt werden“, sagte er und Katja konnte nicht heraushören, ob er es ernst meinte, „außerdem, habe ich so eine zickige Kollegin, da ...“
Er hatte es wieder geschafft, er hatte sie zur Weißglut getrieben.
„Jetzt hör mir mal zu“, begann sie, doch Ben legte ihr einen Finger auf den Mund, sie wischte seine Hand rasch von ihrem Gesicht weg und sah dann in seine Augen, wieder dieser Blick, diesmal lächelte sie jedoch nicht. Sie setzte erneut zum Sprechen an, doch Ben näherte sich plötzlich ihrem Gesicht, näherte sich sogar sehr nah, wie sie fand. Schmetterlinge feierten Betriebsfest, so kam es ihr vor. Und eh sie auch weiter nachdenken konnte, berührten seine Lippen die ihre, sie schloss die Augen, genau wie Ben. Es war ein zärtlicher, liebevoller Kuss und Katja legte die Hände um seinen Hals. Sie Spürte seine Hände um ihre Hüften und der Kuss wurde intensiver, leidenschaftlicher, Ben nahm sie fester in den Arm. Sie entspannte sich, all die Spannung wurde gelöst. Die Angst um Dirk, die Streitereien, ihre Wutausbrüche, alles im Bruchteil einer Sekunde verschwunden. Sie lösten sich voneinander. Ben bemerkte die noch geschlossenen Augen von Katja und ihre zurückgekehrte Anspannung als sie sich voneinander gelöst hatten.
„Hey, entspann dich“, sagte er ganz sanft. Sie sah ihn entsetzt an. Sie hatten sich geküsst und er sagte „Entspann dich“
„Was?“, fragte sie ungläubig.
Ben legte seine linke Hand an ihre Hüfte, die andere kreiste über ihren Rücken.
„Du läufst mir jetzt nicht weg“, sagte er, als er ihren erneuten strengen Blick bemerkte, „und du fängst jetzt auch nicht an zu streiten“, sagte er etwas besorgt. Sie legte ihre Arme wieder um seinen Hals und sah ihn ernst an.
„Das ist so verrückt“, sagte sie und lachte, während sie ihren Kopf auf seine Schulter legte.
„Was denn?“, fragte er, „dass mir die streitsüchtigste Frau Hamburgs in den Armen liegt?“
„Das ich gerade den Mann geküsst habe, der immer das Falsche sagt“, meinte sie und schaute wieder zu ihm hoch.
„Ich habe dich geküsst“, stellte er klar.
Das veranlasste Katja dazu Ben leicht runterzudrücken und ihn zu küssen.
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