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GSR-Fangeschichte

von Amberlove
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
Ben Kessler Katja Metz
09.03.2007
09.03.2007
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Katja schloss die Zellentür, drehte sich um und Ben sah sie zufrieden an.
„Das war’s dann“, sagte er, wir“, wollte er fortfahren, doch Katja unterbrach ihn.
„Ja“, erwiderte sie und lief Richtung Bernds Büro. Ben hatte kaum eine andere Reaktion erwartet, so folgte er ihr. Einige Kollegen liefen an ihnen vorbei, Kaja lächelte Heinz zu, klopfte an die Bürotür, wartete das „ja“ ab und ging hinein, die Tür wollte sie hinter sich schließen, doch Ben war hinter ihr. Sie missachtete ihn wie gewöhnlich, sodass sie ihm die Tür vor der Nase zuschlug. Allerdings war er schnell genug, um sie nicht ins Schloss fallen zu lassen und betrat unter einem zornfunkelndem Blick von Katja das Büro.
„Ach, da seid ihr ja“, sagte Bernd.
„Ja und“, meinte Katja und wollte anfangen Bernd die Geschichte genauer zu erzählen.
„Weiß ich doch schon alles, Katja“, erwiderte er rasch.
„Katja, mit Dirk wirst du nicht mehr fahren können und Sie“, und er blickte Ben an, „müssen schließlich wieder zum 32., ihr Chef hat bestimmt schon dreimal angerufen, dass sie kommen sollen“, tadelte er Ben.
„Der wird sich schon wieder beruhigen“, sagte Ben uninteressiert.
„Manchmal ist es einfach besser, wenn man auf seinen Chef hört“, sagte sie und sah Ben dabei wieder mit einem ihrer tötenden Blicken an. Ben erwiderte den Blick einige Zeit während Bernd sprach.
„Das sind ja ganz neue Töne in diesem Revier“, meinte Bernd nur. Das veranlasste Ben zu einem sanften Lächeln, was Katja noch wütender machte, sie sah zu Bernd, zuckte leicht mit der Schulter.
„Ich mach Feierabend“, sagte sie, öffnete die Tür und ging Richtung Gemeinschaftsraum.
„Was ist denn mit der los?“, fragte Bernd und starrte auf die wieder geschlossene Tür.
„Die trauert dem Schnee von gestern nach, oder so“, sagte er und brachte zum Ausdruck und war drauf und dran ihr hinterherzulaufen
„Ja, das ist nicht leicht für sie, nehmen Sie ihr das nicht übel“, sagte er, „Dirk ist ein astreiner Kollege.“
„Na, dann werde ich mal gehen, tschüss“, sagte Ben freundlich und verließ das Büro, doch nicht die Wache, er ging zum Gemeinschaftsraum.

Henning stieg wieder zu Harry in den Wagen, die Tränen hatte sie sich weggewischt.
„Und?“, fragte sie und lachte ein bisschen. Sie hatte beobachtet, was passiert war. Henning musste sich ziemlich doof angestellt haben, denn diese gewisse Eva schien ihn nicht verstanden zu haben, genauso wenig wie damals bei der ersten Begegnung. Kopfschüttelnd hatte sie sich auf ihr Fahrrad gesetzt und war weggefahren.
„Das ist nicht lustig“, sagte er, eigentlich wollte er sauer auf sie sein, doch er war zu enttäuscht von sich.
„Das sah gar nicht gut aus, was hast du ihr denn erzählt?“, wollte Harry wissen.
„Wieso beobachtest du das eigentlich so genau?“, warf er ihr entgegen.
Sie blickte sich demonstrativ um, sah die Kinder spielen, einige Leute in der Gegend stehen, langweilige Blickfänge waren das.
Henning hatte sie schon verstanden und wollte gar nicht genau wissen, was Harry jetzt noch von ihm dachte, ihr Grinsen und ein mitleidiger Gesichtsausdruck verriet alles.
Auch wenn sie froh war, dass ihre Tränen beinahe umsonst gewesen waren, tat er ihr fürchterlich Leid, sie mochte es nicht, wenn er so traurig war.

Ben öffnete die Tür zum Gemeinschaftsraum, Katja saß am Tisch und trank einen Kaffee. Sie sah auf und tat überrascht.
„Oh, Sie sind noch hier?“, fragte sie ihn mit Gleichgültigkeit in der Stimme.
„Ich liebe nette Kollegen“, erwiderte er, ging auf sie zu und setzte sich ihr gegenüber, „ich dachte, wir dutzen uns?“, erinnerte er sie.
„Komisch, das vergesse ich immer“, sagte sie und tat als würde ihr der Grund dafür absolut nicht einfallen.
Ich erinnere mich an ein „Ja, gerne“, sagte er und schien angestrengt nachzudenken, „war da nicht sogar ein Lächeln im Gesicht?“, fragte er noch und sah sie zweifelnd an. Katja war genervt, sie wollte einfach ihre Ruhe haben, sie musste sich einmal entspannen. Seitdem sie mit Dirk 5b betreten hatte, konnte sie keine Ruhe mehr finden. Und mit diesem Kollegen, dessen einziges Ziel es war Katja auf die Palme zu bringen sowieso nicht. Ihm brachte dieses Spiel allerdings Spaß, auch wenn er es lieber gehabt hätte, wenn sie besser miteinander ausgekommen wären.
„Haben Sie eigentlich nichts besseres zu tun als mir auf die Nerven zu gehen?“, fragte sie kopfschüttelnd.
„Du hast Kaffee auf deinem Hemd“, stellte er anstatt ihr zu antworten fest. Sie sah an sich herunter und bemerkte, dass er Recht hatte. „Mist“, murmelte sie.
Ben beobachtet, wie sie sich ärgerte, dabei huschte ihm ein Grinsen durch das Gesicht.
„Was denn?“, zickte sie ihn an, sie mochte es nicht, wenn er sie immer beobachtete.
„Ich geh denn mal lieber“, sagte er, „nicht, dass ich noch erschossen werde.“
„Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen“, stellte sie verärgert fest.
Er grinste und verabschiedete sich mit einem kurzen „Tschüss“, sie schwieg.

Bernd war noch immer in seinem Büro und ein Fax erreichte ihn. Heute war sein letzter Tag und eigentlich konnte ihm jede weitere Veränderung egal sein, doch er stutzte.
„Das kann ja heiter werden“

„Was machen wir jetzt eigentlich bei Bernds Abschiedfeier?“, fragte Harry Henning.
„Na, die Stripperin aus dem ...“, fing er an.
„Das ist nicht dein Ernst?“, machte Harry ihn an.
Doch da Henning zu Hause angekommen war, machte er die Tür auf und lächelte sie stattdessen nur an. Sie schüttelte verärgert den Kopf.

Es war ein neuer Morgen und das Team war in Bernds Büro versammelt, wenn man das so sagen konnte. Es mangelte an der Besetzung, denn weder Fabian noch Dirk waren anwesend.
„Dirk wird erst mal nicht zurückkommen“, erzählte Bernd, Katja bekommt einen neuen Partner und er müsste jeden Moment kommen.“ Er schaute auf die Uhr.
„Was? Aber wir wissen doch noch gar nicht, was mit Dirk ist, warum ist da jetzt schon ein ...“, bemerkte Katja kritisch, doch sie kam nicht zum Ende.
„Die Polizeischüler müssen auch irgendwo hin und deshalb ist auf dem 32. eine Mann zu viel gewesen, ist doch gut, da wir eh unterbesetzt sind und heute Abend noch unterbesetzter“, fügte er noch hinzu. Katja sagte daraufhin nichts mehr, sie sah es nicht ein, dass Dirk sofort ersetzt werden sollte. Die Tür schwang auf und Katja konnte nicht glauben, wer da vor ihr stand, Ben Kessler.
„Nein, der hat mir gerade noch gefehlt“, stöhnte sie.
Lothar kam es so vor, als hätte er diesen Satz schon einmal gehört und als es ihm wieder einfiel, veranlasse es ihn zu einem Grinsen Er konnte nicht verstehen, was Katja gegen Ben hatte, mit so einem Kollegen wäre er zufrieden gewesen.
„Ihr kennt euch ja schon“, sagte Bernd belustigt, „los, an die Arbeit, Katja zeigt Ihnen denn alles.“
„Ja, alles etwas überraschend“, sagte Ben und sah zu Katja herüber, doch diese sah genervt aus dem Fenster.
Nachdem Henning, Harry und Lothar sich Ben näher vorgestellt hatten, gingen sie alle an ihre Arbeitsplätze.
Bernd ging hinter Harry und Henning her, da sie ihm noch etwas zeigen wollten.
„Einsatz“, rief Heinz plötzlich, „Frau auf einem Hochhaus, sie will springen.“
„Na, dann zeigt mal, was ihr könnt“, rief Bernd ihnen von weitem noch zu.
Heinz nannte ihnen noch die Straße und Katja und Ben verschwanden aus dem Wachraum, sie würdigte ihm keines Blickes.
Sie kamen beim Wagen an und Katja steuerte auf die Fahrerseite zu, sie war sehr wütend. Jedem anderen hätten ihre zornfunkelnden Augen Angst bereitet, doch nicht Ben Kessler. Es hatte für einen gewissen Reiz, auch wenn er ihr Verhalten albern und unfreundlich fand.  Katja stieg wortlos ein und wartete, dass die Beifahrertür aufging, sie starrte dabei stumm geradeaus. Erst als Ben sich gesetzt hatte, wandte sie sich zu ihm um.
„Haben sie dich beim 32. rausgeschmissen?“, fragte sie, „oder warum habe ich jetzt das Vergnügen?“
„Ja, wegen Mord an meiner Partnerin“, warf er ihr entgegen.
„Ist sie an deinen blöden Sprüchen erstickt?“, fragte sie gereizt. Er runzelte die Stirn.
„Wollen wir vielleicht mal los? Oder warten wir, bis die Frau gesprungen ist?“, fragte er, stützte sich mit dem Ellenbogen auf dem Fenster ab und hielt den Kopf mit seiner Hand, die Lässigkeit regte Katja nur noch mehr auf.
Sie startete den Motor und fuhr los.
„Wir wissen noch gar nicht, was mit Dirk ist und trotzdem kommt gleich Ersatz, die haben die Hoffnung doch schon aufgegeben“, sagte sie wütend.
„Lass deine Wut woanders aus“, meinte er genervt und schaute kurzzeitig aus dem Fenster.
„Ich bin nicht wütend“, sagte sie völlig überflüssigerweise.
„Nee?“, testete er sie grinsend.
„Nee“, schnauzte sie hin an.
„Nee, natürlich nicht“, und er tat als hätte er es eingesehen, doch die Ironie war kaum zu überhören. Katja schüttelte lediglich den Kopf.
„Die Ärzte kriegen unseren Freund schon wieder hin“,  versuchte er sie aufzumuntern.
„Du bist jetzt an seiner Stelle, das wolltest du doch“, sagte sie und tat dies in einem Ton, der das Gespräch beenden sollte. Ben hielt es für besser nichts zu sagen und es war auch besser so.

Sie kamen beim Hochhaus an, Schaulustige starrten zu der Frau hoch, die anscheinend bereit war jeden Moment zu springen.
Katja stürmte hinein, während Ben sich noch bei den Passanten umhörte.
„Die hat ne Waffe, die Wahnsinnige da oben“, rief einer der Passanten nach einiger Zeit. Ben drehte sich zu demjenigen um.
„Was?“, sagte er.
„Ja, was wollen Sie denn hören?“, lachte dieser Ben an, er schien es sehr witzig zu finden, doch er konnte bloß in das finstere Gesicht des Polizeibeamten gucken, der in dem Moment an seine neue Partnerin denken musste, die nichts von einer Waffe wusste.
„Ich komm gleich noch mal runter, dann können Sie mir das genauer erzählen“, schrie Ben ihn ungeduldig an. Jetzt mischte sich noch ein Jugendlicher ein, der mit seinen Freunden die Situation ausgesprochen amüsant  fand: „Die hat ihre Nachbarin gerade erschossen, die liegt auch oben, voll krass, Alder.“
„Scheiße“, stieß Ben hervor und stürmte ins Haus, Katja hatte den Fahrstuhl genommen, sodass er die Treppen hinaufhetzen musste, acht Stockwerke. Gequält hielt er eine Sekunde inne, doch dann rannte er schnell doch. Er hörte, dass der Fahrstuhl schon oben angekommen war und auch Katjas Schritte waren zu hören, eine Tür sprang leise auf, weit oben, sechs Stockwerke über ihm.




Katja öffnete die Tür, um auf das Dach zu gelangen, ganz leise. Die Frau war nicht zu erkennen, Katja würde sie erst sehen, wenn sie um die Ecke schauen würde. Aber eine sich nicht rührendes Frau, die sah sie sofort am Boden liegen. Doch da sie auf dem Bauch lag, konnte sie nicht feststellen, was genau mit ihr passiert war, Blut war ebenfalls nicht zu sehen. Und doch beunruhigte es Katja, dass diese Frau vermutlich tot war. Sie wollte sichergehen und holte ihre Waffe hervor, Fußgetrappel war zu hören, Ben musste jeden Augenblick erscheinen. Sie kümmerte sich nicht weiter um das die bewusstlose Frau, tote Frau?, daran konnte sie jetzt nicht denken.
Katja ging einige Schritte weiter und schaute vorsichtig, ganz vorsichtig um die Ecke. Eine junge Frau stand auf dem Geländer, sie war also noch nicht gesprungen und Katja war nicht sicher, ob sie wirklich nicht springen wollte oder ihr nur der Mut fehlte. Katja schaute sich um, sie war definitiv die einzige, die noch hier oben war. Sie musste das Gespräch suchen, näherte sich der Frau, steckte ihre Waffe wieder weg, denn sie wollte sie keinesfalls noch mehr verunsichern.
Katja hörte die Tür laut aufgehen, Ben. Die Frau drehte sich um und sah erschrocken, dass die Polizeibeamtin hinter ihr stand. Sie sah schrecklich aus, als hätte sie seit Ewigkeiten nicht geschlafen. Doch noch viel mehr erschreckte es Katja, dass sie eine Waffe in der Hand hielt, das hatte sie nicht gesehen und nicht gedacht. Warum wollte sie springen, wenn sie sich erschießen konnte?
Sie richtete die Waffe auf Katja, Ben hatte sie noch nicht bemerkt, er verstecke sich, nur Katja wusste, dass sie nicht alleine war. Und trotzdem konnte die Frau jeden Moment abdrücken, das hätte sie gewiss auch der anderen Frau angetan, da war Katja sicher.
„Tun Sie das nicht“, sagte Katja sanft.
„Halt die Klappe“, sagte die Frau, „du hast doch keine Ahnung.“
„Warum tun Sie das, Sie sind so jung“, sagte Katja.
Die Frau griff die Waffe fester und zielte genau auf Katjas Augen. Dies beunruhigte Katja sehr und sie wich langsam einen Schritt zur Seite.
„Bleib stehen“, befahl die Frau. Katja hatte keine Chance, sie musste tun, was die Frau ihr sagte.
„Sie haben was erreicht, oder? Das glauben Sie doch? Schicke Uniform, zehn Männer an jedem Finger, kein Wunder, so wie Sie aussehen, da fallen die Kerle draufrein. Aber zu schätzen wissen Sie es nicht? begann sie, „und ich? Mein Freund betrügt mich, ich habe keine Chance auf Zukunft .... Die Welt ist scheiße ,ich will hier weg“
„Das sind Höhen und Tiefen im Leben, es geht immer irgendwann wieder bergauf, machen Sie jetzt keinen Blödsinn“, sagte Katja und war wütend, doch sie hatte Angst, die Frau hatte die andere getötet, hatte sei wirklich? Warum nicht auch sie? Aber sie musste etwas sagen, sie hatte kaum eine andere Chance. Würde Ben rechtzeitig eingreifen? Die Person, die sie im Moment am meisten hasste? Katja wünschte sich Dirk herbei, bei ihm fühlte sie sich einfach sicher, er würde das Richtige tun.
„Ich hasse Menschen wie Sie, wissen Sie das?“, schrie sie Katja an. Wieder zielte sie genauer, direkt auf Katjas Herz, „hübsche Tussen, ohne die hätte ich meine große Liebe noch.“
Sie  war inzwischen einige Schritte auf Katja zugegangen und Katja, die sich die Waffe nun genauer ansah bemerkte, dass es keine echte Waffe war. Damit hatte sie ihr Ziel erreicht, die Frau würde nicht mehr springen, sie war zu weit entfernt, Katjas Angst schien stattdessen das Haus hinuntergesprungen zu sein. Die Frau entsicherte ihre Waffe und war drauf und dran zu schießen, zumindest tat sie so als ob, sie kam Katja näher und näher.
„Lassen Sie das“, meinte Katja und blieb plötzlich stehen, „Sie wollen gar nicht springen“, stellte Katja noch fest und die Erleichterung war ihr eindeutig anzumerken.
Ben begriff und kam zum Vorschein. Katja bemerkte ihn gleich, die verzweifelte Frau drehte sich erst um, als er zu sprechen anfing. Das war die Chance für Katja sie zu packen und ihr die Handschellen umzulegen.
„So ist es besser“, sagte Katja.
„Mein Kollegin ist keine Tusse“, verteidigte Ben seine Partnerin. Ben ging Katja schon aufgrund dieser Aussage auf die Nerven. Sie hatte viele Gründe, um diese Frau nicht zu mögen, doch wollte sie ihre beleidigenden Punkte nicht noch weiter besprechen und mit Ben sowieso nicht.
„Ach, nicht?“, giftete die noch immer von Katja festgehaltene Frau Ben an.
„Haben Sie schon mal eine Tusse mit so einer tiefen Stimme gesehen?“, fragte Ben rhetorisch.
„Was muss ich machen, damit du deine Klappe hältst?“, fragte Katja gereizt, sehr gereizt sogar.
„Was muss ich machen, damit du mit mir redest?“, konterte Ben und sah sie erwartungsvoll an, doch sie sah nicht zu ihm, da sie mit der Frau zu kämpfen hatte.  Ben ging auf Katja zu, um ihr die Frau, die sich ziemlich heftig versuchte zu wehren, abzunehmen.
„Das krieg ich auch alleine hin“, meinte Katja und wollte nicht zulassen, dass Ben ihr half.
Doch nach einem eindringlichen Blick, verdrehte sie die Augen und gab auf. Während Ben mit der inzwischen wieder ruhiger gewordenen hinunter ging, verständigte Katja die Kripo, denn sie mussten sich um die Leiche kümmern, die sich tatsächlich als solche herausstellte.

Katja war wieder auf dem Boden angekommen, sie war die Treppen heruntergegangen, so würde sie Ben möglichst lange nicht sehen müssen und sie konnte versuchen sich ein wenig zu entspannen, doch es fiel ihr schwer.
Als sie durch die Tür des Hauses ging, sah sie, wie Ben schon am Wagen lehnte, viel zu lässig, wie Katja fand und die nach Katjas Meinung Verrückte hatte Ben an die entsprechend Zuständigen übergeben. Die Schaulustigen schienen alles Mögliche unternommen zu haben, sodass alle nötigen Leute vor Ort waren.
Katja ging auf den 14/2 zu, Ben sah sie an, aber Katja erwiderte den Blick wie gewöhnlich nicht. Außerdem war sie noch immer beleidigt wegen seiner blöden Bemerkung von vorhin.
Katja schloss den Wagen auf und setzte sich kommentarlos hinein. Erst als sie stumm einige Zeit im Wagen saßen, versuchte Ben sich erneut seiner Partnerin auf sprachlicher Ebene zu nähern.
„Seit wann wusstest du, dass die Waffe nicht echt war?“, fragte Ben. Er wollte lediglich wissen, ob Katja große Angst haben musste, er wollte wissen, wie sie sich gefühlt hatte, doch er glaubte nicht wirklich daran, dass sie offen mit ihm über Dinge wie diese reden würde und er hatte Recht. Doch den Versuch war es wert, es war auch sein Fall.
„Kurz nachdem ich dachte, dass mein Partner mich im Stich lassen würde“, sagte sie und sah zu ihm auf, sie schien ein wenig unter Schock zu stehen und doch war es das erste Mal, dass sie aufmerksam auf eine Antwort wartete.
„Das Vertrauen solltest du haben, ich bin auch schon sieben Jahre dabei“, warf er ihr vor.
„Und deine blöden Sprüche und Beleidigungen kannst du dir echt schenken, du bist so unsensibel“, fuhr sie ihn an.
„Ich habe nur gesagt, dass du keine Tusse bist und eine tiefe Stimme hast, was ist daran denn beleidigend, hm?“, gab er zurück. Wieder hatte er sie falsch verstanden, sie verstand ihn immer falsch und er befürchtete fast, dass es Absicht war.
Katja schloss die Augen und atmete einmal tief durch.
Sie drehte den Schlüssel um und wollte losfahren. Aber plötzlich spürte sie eine Hand auf der ihrer. Sie sah erst zur Hand und dann zu Ben. War es ein abwertender oder verwunderter Blick?
„Du bist kein Kind mehr, du musst es so akzeptieren, wie es ist“,  sagte er ernster als gewohnt, „ohne Vertrauen läuft da nichts und Dirk kommt nicht wieder, ich bin jetzt da.“ Sie zog ihre Hand von seiner weg, sah ihn erneut an und nickte leicht.
„Okay“, sagte sie einsichtig.
„Gegen deine Stimme habe ich absolut gar nichts“, stellte er noch klar und sah sie eindringlich an. Es lag der Vorwurf, dass sie ihn falsch verstanden hatte in seiner Stimme.
„Ist ja schon gut“, meinte sie und verdrehte die Augen.
„Mal zum Fall“, sagte Ben, „Wollte sie springen oder nicht?“, fragte er.
„Dann wäre sie gesprungen“, war Katjas Beitrag zu solch einer blöden Frage.
„Und die tote Frau“, murmelte er noch.
„Das ist alles etwas merkwürdig“, sagte Katja.
„Und die Frau, sie heißt übrigens Inka Gerber ist nicht mehr ganz dicht. Nur weil irgend so ein Kerl sie verlassen hat, kein Wunder, so ne Geistesgestörte .... „, sagte er.
„Wir wissen doch gar nichts über sie“, sagte Katja fassungslos.
„Du nimmst die in Schutz, die dir Todesangst bereitet hat?“, hakte er nach, „die dich beleidigt und beschimpft hat?“
„Wir können in unserem Beruf nicht nach Sympathie gehen“, sagte Katja fest entschlossen sich nicht über die blöde Kuh aufzuregen, Ben war schon schwierig genug.
„Das sagst gerade du?“, sagte er.
„Du kannst es nicht lassen, oder?“, fauchte sie ihn wieder an.
„Deine Zickerei  geht mir genauso auf die Nerven“, sagte er beiläufig.
„Aber auch nur weil du mir auf die Nerven gehst“, erwiderte sie böse und sah ihn eindringlich an.
„Was ist eigentlich dein Problem?“, giftete er sie an.
„Deine Art zu ermitteln, das ist ... krank“, meinte sie.
„Vielleicht solltest du doch auf das Erschießen zurückgreifen“, schlug er ihr provozierend vor.  Sie funkelte ihn böse an, sie mochte diese Art von Scherz nicht.
„Ich fahr jetzt los“, entschloss sie, denn sie standen schon viel zu lange am Ort des Geschehens.
„Wohin?“, fragte Ben überflüssigerweise.
„Noch so eine Frage und ich mache einen Umweg zum Friedhof“, meint sie.
„Haha“, sagte er.
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