Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Im Schatten der Nacht

GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
05.03.2007
04.11.2007
22
38.024
 
Alle Kapitel
33 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
05.03.2007 977
 
Disclaimber: Das Star-Wars-Universum (samt Meister Yoda) gehört George Lucas, die originalen Charaktere sind meiner Fantasie entsprungen. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte.

Die beiden Meister waren gegangen, verbrachten den ersten Abend mit ihren neuen Padawanen, und auch die anderen Jungen und Mädchen, enttäuscht davon, nicht erwählt worden zu sein, hatten sich in ihre Kammern zurückgezogen.

Nur eine schmale, fast ausgemergelt wirkende Frau saß noch auf ihrem Stuhl in der letzten Reihe in den Schatten der Kampfarena, blickte gedankenverloren in den Ring, die dunklen, tiefen Augen auf eine Szene gerichtet, die niemand sonst sehen konnte.

Ein kleiner Schatten gesellte sich zu ihr, kletterte auf einen der Stühle und wartete geduldig, bis sie aus ihrer Erinnerung erwachte und sich ihm zuwandte, ein sanftes Lächeln auf den Lippen. „Meister Yoda.“

„Jedi Dymaris.“ Er starrte sie für einen Moment an, und in ihr stieg das Gefühl auf, dass er in ihrer Seele lesen konnte wie in einem offenen Buch, doch sie zwang sich dazu, sich nicht zu verschließen. Nach einem Moment fuhr er fort, und sie hatte wohl seine Prüfung bestanden, denn seine Stimme klang bedeutend weicher als zuvor, und der Vorwurf war aus ihr verschwunden. „Lange her es ist, Nystala. Sehr lange. Als wir euch gaben Urlaub, wir euch früher zurückerwartet hätten.“

Sie lächelte ruhig und stellte ihre Füße, die auf dem Sitz in der Reihe vor ihr geruht hatten, auf den Boden, dann strich sie sich ihren dunklen Schal über die Schulter nach hinten und musterte nun ihrerseits Yoda, mit einem weichen, traurigen Blick. „Die Wunden des Körpers können leicht geheilt werden, doch Bacta für die Seele hat noch niemand erfunden...“

„Auch Leid in die Dunkelheit führen kann, ja... aber nichts davon ich bei Euch spüre.“ Er zögerte einen Moment, betrachtete sie, doch sie machte keinen Versuch, ihre Gefühle zu verstecken. „Der Stachel des Verlusts Euch quält, und immer tun er wird es, aber er Euch nicht beherrscht. Trauer und Schmerz ich spüre, aber akzeptiert Ihr habt, was geschehen ist.“

Ein sanftes Lächeln strich über ihr Gesicht, als sie seine Worte hörte, und sie schloss für einen Moment die Augen. „Ja... und deswegen bin ich zurückgekommen... trotz allem bin ich eine Jedi, und ich werde nicht mehr vor der Verantwortung weglaufen.“

„Darauf ich gezählt hatte, als ich bat um Urlaub für Euch.“

Sie sah wieder zum Kampfplatz, und er folgte ihrem Blick. „Ihr gesehen die Padawane habt?“

Ein knappes Nicken antwortete Yoda, und mit einer Kopfbewegung forderte er sie zum Weitersprechen auf. „Sie waren jung und ungestüm, wie es Kinder nun sind... aber... ich fand sie beeindruckend, ja. Besonders den Jungen, der am Ende kämpfte... ich hätte gedacht, dass einer der Meister sich für ihn entscheidet.“

„Adian Ihr meint?“ Yodas Ohren zuckten kurz, doch sie schien es nicht zu bemerken.

„Ja, ich denke, das war sein Name. Mit einigen Jahren Ausbildung wird er ein besserer Kämpfer sein als manche Meister, und seine Verbindung zur lebendigen Macht ist stark...“

„Als Ihr, meint Ihr wohl.“ Die sanfte Rüge schien sie nicht zu treffen, und sie legte nur den Kopf schief, als sie antwortete. „Beispielsweise.“

Yoda blickte für einen Moment nach unten in die Arena, so als ob er die Schatten der Kämpfe noch erkennen konnte, dann bemerkte er abwesend. „Bald er einen Meister braucht.“

Sie legte den Kopf schief und verbarg ihren Schreck, als ihr eine Ahnung durch den Kopf fuhr. „Warum habt Ihr dann nicht Meister Sha’lan oder Meisterin Poe gebeten, ihn anzunehmen? Nach allem, was ich gehört habe, sind beide ausgezeichnete Ritter, und Meister Sha’lan hat bereits zwei Padawane ausgebildet.“

Yoda zögerte, obwohl er jene Frage erwartet haben musste, dann blickte er ihr in die Augen. „Was Ihr fühltet, als Ihr saht ihn?“

Vor Konzentration runzelte sie die Stirn, als sie nach unten auf den Kampfplatz blickte, und ihre abwesende Stimme gab keine Gefühle Preis. „Er war fähig... ein sehr guter Kämpfer, und sein Instinkt für die Macht ist stark, das merkte sogar ich... aber wenn man tiefer blickte... er ging nicht an seine Grenzen, fast so, als wäre es allzu leicht für ihn, seine Kameraden zu besiegen... er kam mir arrogant vor, überheblich, so als ob es keine Herausforderung für ihn wäre... und er ist stolz und abweisend gegenüber den anderen Kindern...“

Sie sah nicht Yodas Zufriedenheit, als er ihre Worte hörte, und als sie sich ihm wieder zuwandte, blickte er sie ernst an. „Viele Fehler dies sind für einen Padawan, doch die beiden Meister sie nicht sehen. Sein Herz die Ausbildung benötigt, seine Fähigkeiten nicht.“

Als sie die nächste Frage stellte, konnte sie ihr Unbehagen nicht länger verbergen. „Und wer soll diese Pflicht übernehmen?“

„Ihr.“

Sie seufzte leise, als ihre Ahnung sich verfestigte, und setzte zu einem Widerspruch an. „Ich hatte gehofft, hier bleiben zu können und mich wieder einzuleben, bevor ich einen größeren Auftrag bekomme – aber darunter hatte ich mir keinen Padawan vorgestellt, und auch nicht so schnell.“

„Aber Ihr in sein Herz sehen könnt – Eure Gabe dies ist, und bald einen Meister er braucht.“

„Wird er nicht auf jemanden mit überragenden Fähigkeiten und Ruf hoffen, und dann enttäuscht sein, mich zu treffen – eine Jedi, die einen großen Fehler gemacht hat und versucht, damit klarzukommen?“

„Enttäuscht sein er wird.“ Sie wusste nicht, ob ihr ihre Sinne einen Streich spielten, aber war da ein amüsiertes Funkeln in den Augen des Meisters? „Aber das gut für seine Ausbildung ist.“

Sie ersparte sich einen Kommentar über die Person, die jenen enttäuschten, schlecht gelaunten und widerspenstigen Padawan dann am Hals haben würde, und seufzte resigniert. „Ich werde mit ihm sprechen.“ Sie bemerkte Yodas Blick und fügte resigniert hinzu: „Morgen früh, im Saal der tausend Quellen.“

„Gut das ist.“ Er hüpfte von seinem Stuhl und bahnte sich seinen Weg durch die Zuschauerplätze, und sie blickte ihm hinterher, bis sie ihn nicht mehr erkennen konnte, dann erhob sie sich selbst und verschwand in ihre alte Kammer.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast