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Drums

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
Blawp Doktor Judith Robinson Doktor Zachary Major Don West Penny Robinson Professor John Robinson
02.03.2007
02.03.2007
6
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02.03.2007 1.036
 
Mit einem gequälten Aufschrei sprang Zachary von seiner Ruhekoje. Zitternd krallte er sich an deren Befestigung. Seinen Beinen war nicht zu trauen. Er schmeckte Tränensalz auf seinen Lippen und wischte sich schnell über das Gesicht. Alte Heulsuse, beschimpfte er sich. Er blickte auf die Uhr.  Es war bereits sieben, bald Zeit fürs Frühstück. Das Zittern seiner Muskeln lies nach und er konnte durchatmen. Er wusste genau, jedem Patienten mit seinen Schrecksymptomen hätte er ermuntert, befreiend zu weinen. Doch in dieser Situation konnte er sich solch eine Schwäche nicht leisten. Er atmete tief durch und versuchte, seinem Atem durch die Luftröhre in die Lunge zu folgen. Ausatmen, aus dem Körper heraus, einatmen, in den Körper hinein... Nach fünf Atemzügen konnte er sich gefahrfrei auf die Koje setzten. Doch etwas beunruhigte ihn immer noch. Er versuchte, dieses Gefühl einzuordnen. Dann wurde ihm bewußt, das er das Taktklopfen aus seinem Traum immer noch vernahm. Er zog sein feuchtes Bettzeug ab und lauschte angestrengt. Da war es, ganz leise und penetrant, aber nicht in seinem Kopf? Ein rhythmisches Schlagen, wie auf Glas und eine Art Trommeln? Da wurde ihm klar, was es war. Erleichtert grinsend legte er sich auf die bloße Matratze und lauschte. Die Geräusche kamen aus Penelopes Quartier. Nachdem sie das Interesse an eigenen Gedichten abgelegt hatte - zu recht, wie Smith fand – hatte sie sich auf Retromusik eingestellt. Das musste ein Stück der „Trance“ Ära sein, die ihr so gefiel.
Benommen rieb er sich sein Gesicht. Seine Haut schabte über die Bartstoppeln. Ärgerlich dachte er daran, dass er noch zwei Tage warten musste, bis er mit dem Rasieren an der Reihe war. Vielleicht sollte ich mir einen Bart wachsen lassen?, überlegte er. Er sah Professor Robinsons Gesicht vor seinem geistigen Auge und schüttelte bestimmt den Kopf. Nein, das würde ihr nicht gefallen.
Zehn Minuten später wurde er abgeholt. Zu seiner Erleichterung war es Judith, die ihn zur Esseinheit begleitete. Den Vorschlag, doch mal morgens alleine zum Eßtisch zu gehen, sparte er sich. Er würde keinen einzigen Schritt auf diesem Schiff ohne Bewachung gehen können – zumindest offiziel nicht.
Zur Morgenschicht gehörten außer Judy nur ihr Vater und Penny, die ihn beide nicht beachteten, als er sich zu ihnen an den Tisch setzte.
„Ihnen auch einen schönen Morgen, Professor Robinson.“ Keine Reaktion.
Smith seufzte und begutachtet den „Nährschlamm“ auf seinem Teller. „Mmh“, schnurrte er und kostete. „Deliziös!“
Penny versuchte ein Kichern zu unterdrücken. Ihr Vater zog eine Augenbraue hoch und musterte seine jüngste Tochter streng. Dann wandte er sich an Judy. „Wie sind die Tests verlaufen?“, fragte er leise nach.
Judy zuckte mit den Schultern. „So wie ich es vorhergesagt habe. Es fehlen Schmiermittel und die Gelenkschlaufen sind abgenutzt.“
Professor Robinson brummte.
Schweigend beendeten sie das Frühstück. Den leeren Teller von sich schiebend, beäugte Smith die Frauen. Woher kam diese kalte Atmosphäre zwischen den Familienmitgliedern?
Penny räusperte sich und faßte ihren Vater ins Auge. „Wie ist also ihr Plan, Professor?“, fragte sie giftig. „Sollen Will und ich weiterhin in unseren Quartieren bleiben und die Hände in den Schoß legen?“
Ah! Daher wehte der Wind! Die bösen Erwachsenen nehmen die Heranwachsenden mal wieder nicht ernst. Zachary lächelte grimmig in sich hinein. So viel Angriffsfläche – so wenig Gelegenheit!
„Vielleicht zeigt mir grade dein kindischer Angriff, wie recht ich damit habe, Euch keine wichtigen Aufgaben zu übertragen“, giftete ihr Vater zurück.
Bevor Penny zurückfauchen konnte, warf Judy ein: “Dad! Wie sollen Will und Penny auch anders handeln, wenn sie sich nicht beweisen können?“
„FALL DU MIR JETZT NICHT IN DEN RÜCKEN, JUDY!“, schrie John Robinson und sprang auf. „Du weißt genau, warum ich so handle!“
Judy tat es ihrem Vater nach. „Aber du hast natürlich alles unter Kontrolle, ja!“ Eine Ader an ihrer Stirn begann zu pochen. „Warum gehst du nicht selber in die Aufsatzschleuse und füllst die Flüssigkeiten nach?“
Einen Moment funkelten sich Vater und Tochter böse über den Tisch an. In der Stille hinein warf Zachary nur ein Wort: „Raumkoller.“
Als hätten Judy und ihr Dad einen Stromschlag bekommen, sprangen sie vom Tisch fort. Penny biss sich amüsiert auf die Lippen.
„Halten sie bloß die Klappe, Smith!“, fauchte John Robinson und bedrohte Zachary mit seinem bloßen Zeigefinger. „Sie haben uns erst in diese Situation gebracht!“
Penny stand so abrupt auf, daß ihr Stuhl umfiel. „Was erzählst du für eine Scheiße!“, schrie sie ihren Vater an. „DU hast uns in diese Situation gebracht, erinnerst du dich? DU hast uns auf dieses Schiff geschleppt.“
Einen Moment lang hielt jeder den Atem an. Zachary zog die aufbereitete Luft des Essbereichs langsam in sich ein, dann wieder aus und sagte: „Wenn sie den Finger nicht benutzen wollen, John, sollten sie ihn wieder einziehen. Und dann sollten sie ihre Frau wecken, damit sie Sie beide“ - und er zeigte auf John und Judy –„für befehlsunfähig schreiben kann.“
Penny verzog genervt den Mund und schüttelte den Kopf. Bad Idea
Ganz langsam steckte John seine Hände in die Hosentaschen. Dann musterte er den vor sich sitzenden Arzt und begann zu lächeln.
Judy wich zurück und Penny legte ihren Kopf auf die Tischplatte, als wollte sie ihre Stirn kühlen.
„Sind sie jetzt fertig, ja?“, flüsterte John. „Denn wenn sie fertig sind, Doc, können sie aufstehen und meiner Tochter zur Hand gehen.“
„Ich krabbel doch nicht in die Landestutzen!“, warf Judy ein.
„Dich meine ich nicht“, rief John genervt auf. „Ich rede von Penny.“
Pennys Kopf schnellte hoch. „Bitte?“
Zachary blinzelte. Das wurde nun interessant. „Ich bin Arzt, kein Kindermädchen“, warf er spaßeshalber ein. Wie auf Knopfdruck funkelte Penny ihn böse an. Du siehst süß aus, wenn du dich ärgerst...versuchte er ihr gedanklich zu senden, doch wie immer versagten seine telepathischen Fähigkeiten.
„Du kannst doch nicht Penny mit Smith da hinein schicken!“, sagte Judy entsetzt.
Professor Robinson musterte seine ältere Tochter böse. „Lass mich nachdenken, wer war noch mal der Missionsleiter?“ Er tat, als überlege er. „Ah, ja, das war ja ich!“, rief er schließlich triumphierend auf. Judy schien sprachlos.
Smith musterte ihn stumm. Professor Robinson schien zuviel Zeit mit dem Piloten zu verbringen.
„Nun, Captain, mein Captain, gebt mir die Order, zeigt mir den Weg und Waterloo ist unser...“, zitierte er etwas krude und grinste sardonisch. Auf der anderen Seite des Tisches rollte Penny mit den Augen.
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