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Absolute Beginner

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery / P18 / Gen
Doktor Zachary Penny Robinson
02.03.2007
02.03.2007
8
3.668
 
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02.03.2007 656
 
Absolute Beginners

„Ich habe dich gesehen“, sagte der Doktor.
Penny stand am Hauptschirm der Ops, deren Nachtbeleuchtung alles in blaues Licht tauchte. Die ovalen Fenster, hinter denen fremde Sterne leuchteten, verstärkten den Eindruck, inmitten eines Aquariums zu stehen.
„Ich habe gesehen, wie du mich angesehen hast.“ Die Hände in den Taschen kam Doktor Smith herübergeschlendert. „Wie deine Augen über meine Statur wanderten – nein, streite es nicht ab!“ Er blickte ihr vergnügt ins Gesicht, den Anschein gebend, sie würden nur Smalltalk austauschen. „Ich weiß, was ich gesehen habe.“
Sachte nahm er ihre Hand und führte sie an seine Lippen. Sein Bart kitzelte auf ihrer Handfläche. „Ich kann fühlen, was Du empfindest.“
Penny zog ihre Hand weg. „Das glaub ich kaum.“ Sie trat einen Schritt zurück. „Und überhaupt, ich will jetzt schlafen gehen.“ Sie wandte sich ab, doch zögerlich und Smith hielt sie am Arm fest.
„Genau das ist der Punkt! Du willst ins Bett. Die Zeiten, in denen dich deine Mutter in den Schlafalkoven geschickt hat, sind endgültig vorbei--- Penelope.“

Wie ein Flüstern der Name und doch schienen ihn die metallenen Wände zurückzuwerfen.
Penelope

Gespannt auf ihre Reaktion wartend beobachtete der Doktor sie.
„Keine Penny mehr“, stellte er fest.
„Die bin ich schon lange nicht mehr!“
„Ich weiß, ich weiß“, sprach er beruhigend auf sie ein. „Doch außer mir hat es keiner erkannt.“ Er zog sie näher an sich heran und sie, wohl aus der Neugierde heraus, sträubt sich nicht.
Sein Mund an ihrem Ohr flüstert er: „Ich habe dich monatelang beobachtet. Wartete darauf, dass du durchdrehst. Kein Gleichaltriger, keinen Ansprechpartner, niemanden, der so fühlte wie du, der dir half zu verstehen – stell dir meine Überraschung vor, als ich deine Blicke auf mir spürte!“
„Der allwissende Doktor...“, murmelte Penelope. Sie reckte kampflustig ihr Kinn und sah ihn an. „Woher wollen sie wissen, daß ich niemanden zum Reden hatte? Wozu meinen sie, sind große Schwestern da?“
Er lächelt nervös, fast nur ein Zucken in den Mundwinkeln.
„Judith? Sie konnte dir helfen?“
„Etwas“, antwortete Penelope trocken. „Sie wäre sogar bereit, mir West auszuleihen.“

Eifersucht durchzuckte ihn. „Nein!“, preßte er durch seine schmalen Lippen hervor.
Penelope lächelte. „Nein“, stimmte sie ihm zu. „Das hier ist zu wichtig für mich. Wer weiss schon, wieviele Lichtjahre wir von der Erde entfernt sind? Wie lange ich noch warten muss?“
„Und du bist schon siebzehn.“
„Siebzehn einhalb“, verbesserte sie ihn.
„Siebzehn einhalb“, schmunzelt er. „Natürlich.“
Seine Miene wurde ernst. „Ich mache keine halben Sachen, Penelope. Entweder bist du für mich, oder gegen mich.“
Jetzt war sie es, die näher an ihn heran trat. „Aber ich habe mich doch bereits entschieden.“
Es war lange still in der Ops. Erstaunt starrte Doktor Smith die junge Frau an. Nicht nur ihr Körper war mit der Zeit älter geworden. Die Haare länger, die Haut dunkler, nun auch groß wie die Mutter. Ihre Augen blickten erwachsener. Nur ihr geschwungener Mund hatte sich nicht verloren.
Dies war der Augenblick, in dem er sich seines Alters bewußt wurde. Er grämte sich seiner kurzgeschorenen grauen Haare, die hohlen Wangen, der dünner werdende Hals.
Penelope war das blühende Leben, doch ihm hatte das Schiff und seine Nahrung zugesetzt.
„Das geht nicht!“, sagte er laut und bestimmt. Er lies sie los. „Niemand mag Zachary Smith.“ Er trat zurück und schüttelte den Kopf, sah entsetzt auf seine sehnigen Hände. „Niemand verdient es, mich lieben zu müssen.“
„Ich muss gar nichts mehr. Ich kann.“, erinnerte ihn Penelope an seine Worte. Wie zum Schwur legte sie ihre Hand auf seinen Brustkorb. „Ich möchte das, was du willst, sehen, was du siehst, tun, was du verlangst, dir nahe sein, trotz all der Umstände.“
Er schluckte. Das es so einfach würde, hatte er nicht erwartet. „Und deine Familie?“
„Wird immer meine Familie bleiben. Du aber, und dieses eine Mal werde ich dich um etwas bitten!, sollst mein Beschützer und Mentor sein, mein Lehrer und Liebhaber – „ , sie stockte.
„Ja?“, fragte Zachary nach.
„Wenn du mir jetzt die Waffe gibst.“
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