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Wächter des Zwielichts

von DM-Fan
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
28.02.2007
15.06.2007
4
4.672
 
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10 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
28.02.2007 1.801
 
Morgen
hat leider n bisschen gedauert, aber hies is n neues Kapitel, ich denke, das nächste wird n bisschen schneller folgen... bin nich mehr so faul
Na ja dann viel spaß ne



Eins



Es war ein verregneter Tag gewesen und Jack war froh, dass er für den Innendienst eingeteilt war. Denn normalerweise, war er, Jack Koolinsky, ein Fahnder. Er arbeitete in der Münster’schen Unterabteilung der Nachtwache.
Mit federnden Schritten ging er auf das kleine unscheinbare Gebäude zu. Ein Mensch hätte dieses Haus schon lange für abbruchbereit und unbewohnbar befunden, doch im Zwielicht, sah man die ganze Pracht dieses Hauses. Es hatte mehrer Etagen, die normalerweise nicht da waren und eine riesige Tür, die einer Pforte gleichkam. Es war kein Palast, aber für die Nachtwache dieser Stadt, war ein Symbol ihrer geleisteten Arbeit; ihrer gut geleisteten Arbeit.
Doch auch im Zwielicht gab es nun langsam Zeichen ersten Verfalls. Das grüne Moos wucherte nur so am Eingang und an den Wänden der ersten beiden Stockwerke.
Jack hasste dieses Moos. Es saugte einem die Kraft aus dem Körper und wenn man nicht aufpasste, hatte man hinterher nicht mehr genug Energie um wieder aus dem Zwielicht heraustreten zu können. Er hatte bisher nur von wenigen Anderen gehört, die für immer ins Zwielicht eingegangen waren, doch er konnte sich nichts auf der Welt vorstellen, was er weniger wollte.
~Stehen bleiben!~
Jack blieb sofort stehen. Diese Stimme war aus dem Zwielicht gekommen und einer solch autoritären Stimme gehorchte man lieber. Er suchte seinen Schatten, ergriff ihn und trat dann ebenfalls ins Zwielicht ein. Die Welt um ihn herum wurde grau. Die Farben verblassten und die Welt um ihn herum, die menschliche Welt, wurde immer langsamer und langsamer, bis sie nur noch im Zeitlupentempo an ihm vorbei schritt. Trotz seiner Tätigkeit als Fahnder, trat Jack so selten ins Zwielicht, wie möglich. Er war noch ein sehr junger Anderer, der erst vor drei Jahren entdeckt worden war. Zwar war er überaus talentiert und er hatte innerhalb dieser Zeit schon den fünften Grad erreicht, aber für ihn war es immer noch eine Belastung sich im Zwielicht aufzuhalten.
Er blickte den Kerl, der ihn aufgehalten hatte an. Es war auch ein Wächter, allerdings kannte er ihn nicht. Er war zwar älter als Jack, aber stand nur auf der achten Kraftstufe. Jack hatte ihn schon häufiger als Türwache gesehen, doch dass er Jack aufhielt, war noch nie passiert.
~Was ist los, Wächter?~
~Es tut mir Leid, Wächter Koolinsky, aber der Chef verlangt, dass heute jeder der das Gebäude betreten will überprüft wird.~
~Na gut, dann tu deine Pflicht.~
~Danke, Wächter Koolinsky.~
Der Mann sah Jack eindringlich an. Jack achtete darauf, sich zu öffnen. Er fühlte, wie der Blick des Wächters ihn durchdrang und seine Identität prüfte.
~Okay, Sie können eintreten.~
~Vielen Dank, Wächter.~
Jack ließ seinen Schatten los und trat wieder aus dem Zwielicht heraus. Auf seiner Stirn hatten sich schon kleine Schweißperlen gebildet und seine Hände zitterten ein wenig.
Aber der Grund, warum er nicht gern im Zwielicht war, war nicht, dass es so anstrengend war, wohl eher, dass er noch bis vor kurzem ein normaler Mensch gewesen war.
Für ihn war es noch ein seltsames Gefühl alles Menschliche hinter sich zu lassen und der ´´wahren`` Welt den Rücken zu kehren um ins Zwielicht einzutreten.


„Hey, Jack! Warum bist du denn schon so früh da? Die Wachablösung der Fahnder beginnt doch immer erst um elf.“
Peter war einer der Programmierer, der in der Wache arbeitete. Zwar verrichtete er nur einen Schreibtischjob, aber trotzdem war ein starker Anderer. Er war schon seit einigen Jahrzehnten dabei und hatte schon den dritten Grad erreicht.
„Ich bin heute für den Innendienst eingeteilt Pet, ich habe meine Schicht mit Jeff getauscht.“
Auf einmal brach Jeff in einen Lachanfall aus.
„Du lernst es auch nie, oder? Hast du mal die Zukunftslinien verglichen? Dann weißt du warum Jeff mit dir tauschen wollte.“
“Ist doch egal, ich hab jedenfalls den besseren tausch gemacht. Sieh doch mal aus dem Fenster, es ist die ganze Zeit am regnen, bei dem Wetter draußen zu sein ist echt kein Vergnügen.“

„Regen? Welchen Regen meinst du?“
Peter fing immer lauter an zu lachen.
Jack drehte sich um und sah nun ebenfalls aus dem Fenster.
Dort wo es eben noch wie aus Eimern gegossen hat, war nun eine klare und angenehm kühle Nacht.
„Ich hasse es…“
„Welche Schicht übernimmst du denn für Jeff?“
„Die am Donnerstag.“ gab Jack nun kleinlaut zurück.
Und Pet wieherte los.
„Na da hat er dich ja sauber reingelegt! Kauf dir am besten nen Regenschirm, könnte nass werden.“
„Och scheiße…“
Mit einem Mal, hörte Pet auf zu lachen und sein Gesicht verfestigte sich.
„Übrigens, der Chef will dich dringend sehen.“
„Der Neue? Hab ich mir irgendwas zuschulden kommen lassen?“
„Du weißt doch, dass man von Magiern seiner Klasse nie viele Informationen kriegt. Ich hab also keine Ahnung, er meinte nur: Wenn Jack eingetroffen ist, schick ihn bitte in mein Büro.“
„Okay…“
Jack beschlich Unbehagen bei dem Gedanken allein mit dem Chef zu sein. Was konnte er nur wollen? Für einen Spezialauftrag, war Jack nicht wichtig genug, also konnte es eigentlich nur ein Problem geben… ob die Dunklen ihn wegen irgendwas angeklagt hatten?
Es half nicht, um das herauszufinden, musste er hingehen.
„Kopf hoch Jack, so übel wie du denkst wird es sicher nicht.“
„Nein, es wird übler.“

Zaghaft klopfte Jack an.
„Herein!“
Er öffnete die Tür und trat ein. Er spürte wie im Zwielicht eine Barriere verlief. Es war eine kraftvolle Barriere, so sehr er sich auch konzentrierte er konnte keine Schichte des Zwielichts spüren, in der sie nicht verlief.
„Wow, das ist also die Kraft eines Magiers außerhalb jeder Kategorie.“, dachte Jack.
„Und das ist nicht mal ein Bruchteil meiner Kraft.“
Jack erschrak, als er diese Stimme in seinen Gedanken hörte. Jack war noch nicht lange genug bei der Wache, als dass er Übung hatte Gespräche allein über die Gedanken zu führen. Schließlich war auch Gedankenkraft, Kraft, die man nicht sinnlos verschwenden sollte.
„Guten Tag Jack.“
Jack war überrascht, über diese völlig Akzentfreie Aussprache des Chefs.
„Guten Tag Antoschka Gorodezki, falls ich sie so nennen darf.“
Wie alle starken Magier hatte auch der Chef eigentlich einen Zwielichtnamen, doch den kannte Jack nicht.
„So war mein Name… Mittlerweile trage ich meinen Zwielichtnamen… doch bleibe ruhig bei Anton, das passt besser.“
„Okay… Anton, mich würde…“
„Du fragst dich warum ich dich her bestellt habe. Du glaubst du bist nicht wichtig genug für einen Spezialauftrag, also muss es was schlechtes sein. Nicht wahr?“
Jack war sichtlich verblüfft.
„Woher wissen Sie das?“
„Ach Jack… du bist wirklich noch nicht lang dabei, aber gerade das gefällt mir an dir! Du bist jung, du bist stark, in dir steckt viel Potential für die Zukunft. Doch leider“, Anton seufzte, „bist du auch noch genauso trocken hinter den Ohren, dir fehlt Erfahrung. Ich hätte hunderte von Möglichkeiten deine Gedanken zu erkennen. Aber diesmal, standen sie dir förmlich ins Gesicht geschrieben.“
Der Chef ging zu seinem Schreibtisch und holte eine Mappe aus einer der Schubladen. Er ging zu einen der Sessel und nahm Platz. Mit einer Handbewegung gab er Jack zu verstehen, es ihm gleich zu tun.
„Warum glaubst, wurde ein Magier meiner Klasse, in eine relativ kleine Wache wie Münster versetzt?
„Vielleicht Personal-Not, nachdem Klaus aufgehört hat.“
„Das hätte auch Wolfgang oder Nathalie übernehmen können. Die Tagwache hat schließlich auch keinen starken Magier hier… noch nicht. Was könnte es also sonst sein, was einen Magier wie mich erfordern würde?“
„Eine bevorstehende Katastrophe, ein lang geplantes Projekt, eine unmittelbare Verschiebung des Gleichgewichts…“
„Bleib bei diesem Gedanken! Wie könnte solch eine Verschiebung zustande kommen?
Der Fund eines alten Artefaktes, oder das Auftauchen eines starken Anderen, aber wären das Gründe um einen wie Sie hierher zu holen?“
„Nein… nicht für einen x-beliebigen starken Anderen, allerdings schon für ihn hier.“
Anton öffnete die Mappe und holte das Foto eines kleinen Jungen hervor. Er war ziemlich klein und wirkte schmächtig.
„Das ist Matthias. Er ist der wohl mächtigste potentielle Andere den es zurzeit gibt.“
„Was hat das mit mir zu tun?“
„Du, mein lieber Jack, wirst Matthias dazu bringen zum Licht zu gehen, sobald er das erste Mal ins Zwielicht eintritt. Du musst dafür sorgen, dass er gute Laune dabei hat und nicht von Ängsten oder Sorgen geleitet wird. Dann würde er garantiert ein Dunkler werden und damit unser Feind.“
„Wo finde ich Matthias und was soll ich eigentlich genau tun?“
Im Groben und Ganzem hatte Jack verstanden worum es ging, doch er fragte sich immer noch, was das Ganze mit ihm zu tun hatte, schließlich gab es doch genug andere, die für diesen Job geeigneter wären.
„Er wohnt in der Nähe des Bahnhofs… in einem alten Mietshaus. Bergstrasse 27. Aber du wirst ihr erkennen, wenn du ins Zwielicht blickst, seine gleißend helle Aura ist nicht zu übersehen.“
„Okay… und was ich tun?“
„Stell sicher, dass es ihm gut geht, beobachte ihn und helfe ihm wenn nötig. Du musst auf jedem Fall sicherstellen, dass es ihm gut geht, wenn er ins Zwielicht eintritt.“
„Was ist mit Dunklen? Sind sie auch hinter dem Jungen her?“
„Natürlich! So gut wie jeder ist hinter dem Jungen her, deshalb ist es auch umso wichtiger vorsichtig zu sein. Lass dir nichts zu Schulden kommen und vermeide jede Art der Magie, solang sie nicht den Jungen betreffen.“
Beschämt blickte Jack zu Boden. Er war vielleicht unerfahren und jung, aber er hatte die Ausbildung genauso hinter sich, wie jeder andere Andere. Er wusste was erlaubt war und was nicht, wozu also dieser Vortrag?
„Die Wahrscheinlichkeitslinien sagen, dass er bald zum ersten Mal ins Zwielicht eintreten wird, wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen, du musst dich also beeilen um eventuelle Problemen vorzubeugen. Am besten du wirfst heute schon mal einen Blick auf ihn und erstattest uns dann morgen Bericht.“
„Ist das dann alles?“
„Das ist alles Jack, du kannst gehen.“
Jack stand auf und ging zur Tür. Er wusste nicht was er von alldem halten sollte. Doch das war auch egal, er wurde ja auch schließlich nicht dafür bezahlt seine Meinung herum zu posaunen, sondern um seine Aufträge zu erfüllen.
„Jack!“
Der Angesprochene blieb stehen und dreht sich zu Anton um, der ebenfalls aufgestanden war, aber nun ein völlig anderes Jacket als das vorherige trug. Wahrscheinlich hatte der Chef gleich ein wichtiges Treffen, bei dem es sich nicht schickte mit einer alten Jacke aufzutauchen.
„Was ist?“
„Ich möchte keine Willen- und Ideenlosen Marionetten in meinem Reihen. Sei kreativ wenn es darauf ankommt und wenn sag was du denkst. Wir sind Lichte, wir können keine offene Kritik aussprechen, das weißt du.“
„Ich werde daran denken Anton.“
„Und vergiss nie, es gibt immer noch eine Hintertür.“
„Danke Chef.“
Ein seltsames Gespräch fand Anton, aber was soll’s? Er hatte einen Auftrag.
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