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Wächter des Zwielichts

von DM-Fan
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
28.02.2007
15.06.2007
4
4.672
 
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28.02.2007 730
 
Prolog


„Schnell Doktor, kommen Sie! Die Frau steht kurz vor der Entbindung!“
Die Türen des langen Krankenhausflures wurden aufgestoßen und mehrer Schwestern in blauer Kleidung rannten neben einem Krankenbett her.
„Wo habt ihr sie gefunden?“
Ein Arzt in einem weißen Kittel war nun hinterher gerannt. Mit einem flüchtigen Blick bedachte er die Frau im Bett und dachte schon an die unzähligen Möglichkeiten, was nun zu tun sei.
„Sie lag draußen auf der Strasse. Ein Spaziergänger hatte sie entdeckt und sofort den Notarzt gerufen. Ihre Fruchtblase ist geplatzt und sie hat eine Menge Blut verloren.“
„Geben sie ihr eine Kochsalzlösung und 20mg Oxytocin, wir müssen auf jeden Fall das Kind retten! Bereiten Sie also am Besten einen OP vor.“
„… mein Sohn…  Peter… rettet ihn… … …“
„Wir tun was wir können, aber sie müssen versuchen…“
Ein lauter Piepton beendete den Satz des Arztes.
„Doktor! Schnell, sie hat keinen Puls mehr!“
„Verdammt!“



Der blutbefleckte OP bildete ein trauriges Bild. Die Ärzte neben der Frau in Mitten dieses Raumes, der nur so von modernsten Geräten strotzte, zeigte die Widersinnigkeit, der Medizin. Wie viele, lange für unheilbar gehaltene Krankheiten, waren nun durch den Fortschritt heilbar? Und dennoch, die Schlimmste Krankheit ist auch heute noch unbesiegt; der Tod.
„…Wir haben getan was wir konnten… Bestätigen Sie den Todeszeitpunkt: 02.37 Uhr.“
„Was wird aus dem Kind?“
„Versuchen Sie irgendwelche Verwandten aufzutreiben, ansonsten… rufen sie das Jugendamt an.“
Mit hängendem Kopf und schimmernden Augen, verließ die Schwester den OP. Auch die anderen Ärzte und Schwestern gingen nun. Nur er, Paul Maas, blieb allein im Saal zurück.
Auch ihn hatte der Tod dieser Frau bewegt, doch nicht auf eine traurige Art und Weise, nein, er war wütend. Mit einem heftigen Tritt trat er gegen den Teller mit den Instrumenten, so dass dieser mit einem lauten Scheppern zu Boden fiel.
„Verdammt!“
~Was ist denn Paul? Du hast doch alles getan was in deiner Macht stand.~
Diese Stimme, sie schien direkt aus seinem Kopf zu kommen. Er kannte sie, sie gehörte Anton. Schon oft hatten sie so über das Zwielicht miteinander gesprochen. Für einen Magier außerhalb jeder Kategorie, wie Anton einer war, fiel das natürlich leichter, doch Paul war kein unbegabter Magier. Als er noch bei der Nachtwache arbeitete, hatte er den dritten Grad erreicht und man sagte ihm, dass sein Potential noch lang nicht ausgeschöpft sei.
~Bist du dir da sicher Anton?~
Er wusste, dass das seine Stimme im Zwielicht keinen Klang hatte, aber dennoch versuchte er sowenig Frust in sie hineinzulegen, wie es nur ging.
Anton schwieg. Paul hatte schon gedacht Anton wäre aus dem Zwielicht getreten und er wollte nun ebenfalls in die ´´wirkliche Welt`` zurückkehren.
Doch dann erklang wieder Antons Stimme, die ihn daran zurückhielt.
Er sprach äußerst langsam und es schien, als wählte er seine Worte sehr bedächtig.
~Ich verstehe dein Problem Paul, aber… das können wir nicht tun. Den Tod aufzuhalten, das wäre… einen solchen Verstoß, könnten wir unmöglich vor dem Tribunal rechtfertigen.~
~Pffh… das Tribunal…~
Die Worte von Anton machten ihn wütend. Er stand nicht hier und musste Tag für Tag mit ansehen, wie Leute starben, die er eigentlich hätte retten können… retten müssen.
~Dieser ganze Vertrag ist doch eine riesige Verarsche. Es geht doch allein um unsere Tarnung.~
~Aber gerade die müssen wir erhalten, Paul. Sie ist das einzige, das uns vor den Menschen schützt.~
~Einen Schutz, der das Leben vieler Menschen kostet…~
Wieder gab es eine lange Pause und Paul wurde immer wütender. Was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein? Er saß da in seinem Büro und führte einen ´´Krieg`` gegen die Mächte der Finsternis.
Ein Krieg, der nicht mehr war als ein Schachspiel um ihre Leute mit etwas zu beschäftigen und sich nicht zu verraten.
Plötzlich sprach Anton wieder und holte Paul aus seinen Gedanken.
~Wie geht es dem Kind?~
Paul schnaubte.
Anton wusste ganz genau, wie es dem Kind ging. Einem Magier seiner Klasse war es kein Problem den Zustand eines Menschen in Erfahrung zu bringen.
~Es geht ihm gut. Wir haben es noch rechtzeitig geschafft ihn rauszuholen.~
~Das freut einen zu hören. Hast du es denn betrachtet?~
~Sie meinen im Zwielicht? ... Nein, dazu bin ich noch nicht gekommen.~
~Dann beeil dich, wir holen es in den nächsten paar Tagen zu uns.~
~Ist… ist er denn ein Anderer?~
~Nein, Paul, er ist DER Andere.~
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