Bist du bei mir?

von Rabenlied
GeschichteRomanze / P6
Anna Kyoyama Yo Asakura
28.02.2007
28.02.2007
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Allein sitze ich im Zug und starre zum Fenster hinaus. Der Zug geht nach Osorezan, meiner alten Heimatstadt. Meine Eltern, mein Bruder und seine Frau leben nicht mehr dort. Meine Eltern sind tot. Irgendwie bin ich froh darüber. Sie haben mich gehasst nur mein Bruder hatte immer zu mir gehalten. Plötzlich muss ich wieder an dich denken. An deine warmen Augen, dein sanftes Lächeln. Ich wollte nicht gehen aber ich bin selber schuld. Nun brauch ich Zeit um nachzudenken, um herauszufinden warum ich dich liebe. Ich weiß es zwar, aber die wahre Tatsache ist irgendwie... unglaublich. Wieso hast du mich allein gelassen? Ich habe damals schon gewusst, dass du anders wirst. Aber nicht so! Leise kullern mir die Tränen über die Wangen. Die anderen Leute in dem Zug starren mich an. Eine alte Frau kommt zu mir und legt mir einen Arm um die Schulter. „Kann ich etwas für sie tun?“ fragte sie fürsorglich. „Nein, danke. Mir geht es gleich wieder besser.“ bedanke ich mich lächelnd während ich mir die Tränen aus dem Gesicht wische. „Möchten sie sich nicht zu mir setzten?“ Ohne auf eine Antwort zu warten, nimmt sie meine Tasche und zieht mich zu einen Platz. Sie setzt mich auf einen der Sitze, stellt meine Tasche neben mich und setzt sich mir gegenüber. Nach einer Weile fragt sie mich: „Wollen sie mir erzählen, was sie bedrückt?“ Nachdenklich schüttle ich den Kopf trotzdem erzähle ich ihr, dass was zwischen mir und dir passiert ist. Ein paar Sachen muss ich weglassen, zum Beispiel den Kampf zwischen dir und Hao. „Hören sie auf ihr Herz. Wenn es ihnen sagt, dass sie ihn zurück wollen, fahren sie zurück und versuchen diese Sache mit seinem Bruder zu regeln.“ „Die Reisenden, die in Osorezan aussteigen wollen, sollten sich bitte fertig machen. Der Zug haltet in fünf Minuten.“ kam die Durchsage durch die Lautsprecher. Verblüfft sehe ich auf die Anzeige auf dem Bildschirm des Zuges. „Sie müssen los, nicht wahr?“ „Ja, aber trotzdem danke für alles.“ Ich schüttle der Frau dankbar die Hand. „Nicht der Rede wert. Viel Glück und ich hoffe, alles wird gut.“ Der Zug hält und die Tür öffnet sich. „Auf wiedersehen.“ Ich schnappe mir meine Tasche und springe aus dem Zug. Leichter ums Herz gehe ich aus dem Bahnhof und nehme mir ein Taxi. Ich sage dem Fahrer die Adresse und lasse mich zurück sinken. Nach 15 Minuten Fahrt, hält das Auto und ich kann aussteigen. Als ich die Tür aufsperren will, wird sie von der anderen Seite aufgemacht. Erschreckt sehe ich in das Gesicht meines Bruders. „A...Anna?“ „Takuto, bist du das?” „Ja, was machst du hier?“ „Ich kann dir alles erklären, aber lass mich erst mal rein.“ Der Ältere läst mich ohne zu zögern hinein und zeigt mir gleich ein Zimmer für mich. Während er mir alles zeigt, erzähle ich ihm die ganze Geschichte. „Ich habe verstanden. Hoffentlich macht es dir nichts aus, wenn meine Frau, meine Tochter und ich ein paar Tage hier bleiben. Wir sind auf der Durchreise.“ „Nein, es macht mir nichts aus.“ Ich frage gar nicht wo hin die Reise geht. Mein Bruder ist immer unterwegs. „Nari und Sarie sind noch beim Einkaufen. Du kannst sie nachher sehen. Ich lass dich jetzt allein.“ „Danke!“ Als er die Tür schließt, setze ich mich auf das Bett. Wenn du mich jetzt sehen könntest, würdest du mich als ein Häuflein Elend bezeichnen. Und nun bin ich mit dem Gedanken bei dir. Ich würde alles geben, um noch mal bei dir zu sein. Warum musste ich gehen, warum konnte ich nicht bei dir bleiben? Deine Augen haben es mir verraten. „Liegt dir so viel an meinem Bruder?“ Hao hatte das Zimmer betreten ohne dass ich es gemerkt hatte. „Was willst du hier?“ frage ich deinen Bruder fauchend. „Mit dir reden.“ „Wieso?“ erwidere ich scharf. „Es ist wegen Yo.“ „Und? Was ist mit ihm?“ „Es geht ihm nicht gut. Er liegt in Izumo im Krankenhaus.“ „Was?! Warum?!“ „Ich weiß es nicht. Keiner hat mir etwas gesagt. Sie wollen mich nicht durch lassen.“ „Aber mich.“ Wütend stehe ich auf, nehme meine Tasche und rausche durch die Tür.“ Der Feuerschamane folgt mir. Ich finde Takuto in der Bibliothek unserer Familie. „Tut mir leid, dass ich dich stören muss, aber ich muss los.“ „Darf ich den Grund erfahren?“ fragt er mich. „Yo liegt im Krankenhaus. Ich muss zu ihm.“ Daraufhin nickt mein Bruder. „Gut.“ „Danke Takuto. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“ Als ich aus dem Haus stürme, wartet Hao mit seinem Spirit of fire schon auf mich. „Komm schon, Anna. Du kannst mir vertrauen.“ ruft er als er sieht dass ich zögere. Daraufhin nehme ich all meinen Mut zusammen und klettere auf seinen Geist. Bitte Yo, du darfst nicht sterben. Bin ich schuld? Habe ich dich verletzt? Aber ich liebe dich doch. Lass mich nicht allein, ich habe Angst allein zu sein. Bitte geh nicht. Gott sei dank lässt Hao mich in Ruhe. Als wir am Krankenhaus ankommen, stürme ich zu der Sekretärin, die an ihren Tisch sitzt und Akten durchgeht. Ich frage sie nach dem Zimmer von Yo Asakura. Es ist Zimmer-Nummer 314. Mit Hao renne ich die Treppe hoch. Yo, wir kommen. An einer blauen Tür bleiben wir schnaufend stehen. Mein Herz klopft wie wild. Langsam öffne ich die Tür. Alle stehen oder sitzen neben einem Bett. Ich kann nur eine Hand erkennen, sonst ist alles verdeckt. „A...Anna, ich dachte du kommst gar nicht.“ ruft Manta als er mich sieht. Aber als sie Hao sehen, gehen die Jungs in Angriffsposition. „Nicht in Yos Zimmer! Lasst ihn in Ruhe!“ schreie ich, zwar leise aber doch dass es jeder hörte. Also steckt jeder seine Waffe weg. „Yo.“ flüstere ich leise. Jeder geht vom Bett weg so dass ich auf das Bett sehen kann. „Oh, Gott Yo.“ schluchze ich, als ich dich sehe. Du liegst regungslos auf dem Bett und eine Maske, die dir Luft zuführt, sitzt auf Mund und Nase. Warum? Was ist passiert? Zitternd nehme ich eine Hand von dir. „Wir lassen dich allein.“ sagt Faust, als er sieht dass ich zu weinen anfange. Auch Hao verzieht sich, allerdings in die andere Richtung. Als sich die Türe schließt, lass ich meinen Tränen freien lauf. „Yo, es tut mir leid.“ Ich setze mich neben dir auf einen Stuhl und lege meinen Kopf auf das Bett. Ich liege eine zeitlang so und betrachte dich, als ich plötzlich merke dass du dich bewegst. „Yo?“ Ich schrecke auf und sehe in dein Gesicht. Deine Augen sind geöffnet und sehen mich liebevoll an. „Anna.“ versuchst du zu sagen, aber die Luftmaske dämpft die Laute. Eine Hand von dir greift fest nach meiner Hand. Es tut zwar weh aber es macht mir nichts aus. Plötzlich klopft es an der Tür und ein Arzt tritt herein. „Guten Tag. Ich bin Dr. Ayushima. Sie müssen Herrn Asakuras Verlobte sein.“ „Ja die bin ich.“ antwortete ich auf die Frage des Arztes. „Oh, der Herr ist wach. Wir dachten schon er würde ewig im Koma liegen.“ „Im Koma!“ rufe ich entsetzt und mein Kopf schnellt zu dir. „Ja. Er lag fünf Stunden in diesen Schlafähnlichen Zustand. Und so wie ich mir die Geräte ansehe, kann man die Maske entfernen.“ Der Doktor geht zu dir und nimmt die Luftmaske ab. „Danke.“  „Ich lass euch jetzt allein.“ Als der ältere Herr das Zimmer verlässt, blickst du mich weiter an. Plötzlich werde ich nervös. Was ist wenn alles anders kommt, als ich es mir wünsche. Was ist, wenn du gar nicht willst, dass ich hier bleibe. „Anna…“ „Ja.“ Zitternd setzt du dich auf und siehst mir in die Augen. „Yo bleib liegen. Du bist noch zu schwach!“ „Nein, mir geht es gut. Dank dir.“ „Wieso meinst du das ich dass war. Es könnte genau so gut eines von Haos Wundern sein.“ flüstere ich. „Nein, das hätte ich gemerkt. Ich kenne meinen Bruder inzwischen gut.“ „So gut, dass du mich allein gelassen hast wegen ihm.“ Wütend stehe ich auf und sehe dich direkt an. „Anna! Bitte nicht, ich habs dir doch erklärt!“ „Nicht wirklich. Du hast mich…“ Ich kann nicht mehr weiter sprechen, denn du stehst auf, packst meinen Arm und umarmst mich. „Yo, warum? Was ist passiert? Ich kann es nicht verstehen. Du hast dich geändert in den letzten drei Monaten. Warum? Warum bist du so geworden?“ „Nicht ich habe mich geändert sondern du hast dich verändert. Das habe ich gemerkt als du mir Lebewohl gesagt hast.
Aber wir haben uns wieder gesehen.“ „Aber warum warst du verletzt? Was ist geschehen?“ Yo setzt sich auf das Bett und fordert mich auf, das Selbe zu tun. „Ich wollte mir Spirit of fire ausleihen und habe versucht, mit ihm zu trainieren. Damit ich mich ablenken konnte. Ich wollte dir ja nicht auf die Nerven gehen. Leider habe ich viel mehr Furyoku verbraucht als ich wollte. Nun ja, du weißt ja, was dabei rauskommt!“ „Was?! Bist du noch ganz dicht! Du hättest sterben können. Weiß Hao eigentlich davon?!“ „Er weiß, dass ich ab und zu mit Spirit trainiere, aber er weiß nicht warum ich dass tue. Wegen dir.“ „Yo, du bist ein Dummkopf!“ sage ich liebevoll. Ich will aufstehen, aber du ziehst mich runter und umarmst mich zärtlich. „Ich lass dich nie wieder weg. Du warst schon lang genug fort.“ „Yo, du musst wissen…Es tut mir leid, dass ich dir nicht geglaubt habe, die Sache mit Silver und dem großen Geist und so. Aber warum bist du nicht gleich nach Hause gekommen?“ „Weil ich dich etwas fragen wollte und ich nicht wusste wie du darauf reagieren würdest.“ „Was den?“ frage ich neugierig. „Nun ja…“ Ein bisschen rot greifst du in deine Hosentasche und zieht dabei ein Schmuckkästchen hervor. Ich kenne solche Kästchen, ich habe sie in Seifenopern schon genug gesehen. „Anna, wir sind zwar schon verlobt aber ich will eine ehrliche Antwort von dir haben. Willst du mich heiraten?“ Bei diesen Worten geht er auf die Knie und nimmt meine Hand. „Yo…“ Verwirrt sehe ich dich an, bis ich ein „Ja, ich will“ raus kriege. Du steckst mir den Ring an meinen Finger und erhebst dich. „Anna, du hast mich gerade zum glücklichsten Mensch der Welt gemacht, und trotzdem haben wir den anderen jetzt viel zu erklären. Vor allem die Tatsache, dass du im dritten Monat schwanger bist. Weißt du schon was?“ „Ja, natürlich. Du kennst mich doch.“ lächle ich ihm hinterhältig zu. „Ach, meine Anna. Du bist wie du bist.“ „Natürlich. Yo? Ich…ich hab dich vermisst.“ „Ich dich auch.“ Du ziehst mich näher an dich ran und küsst mich. „Anna, ich liebe dich.“ „Ich liebe dich auch sehr.“ Als wir uns von einander trennen, sagst du etwas zu mir. „Wir müssen zu den anderen. Wo sind sie?“ „Sie warten draußen. Allerdings weiß ich nicht wo Hao ist.“ „Bin doch die ganze Zeit hier.“ kommt es vom Fenster. „Hao, typisch. Musstest du uns belauschen.“ lacht Yo fröhlich. Vorher wirkte er traurig und deprimiert, aber das ist jetzt vorbei. „Klar, Brüderchen. Wir müssen ja feiern, dass du deine Verlobte zurück hast. Oder was meinst du Anna?“ fragt der Ältere zu mir gewandt. „Meinetwegen.“ Als ich die Türe öffne, sehe ich die Jungs, die vor der Tür stehen und versuchen zu lauschen. „Anscheinend hat sich die Kunde schnell herumgesprochen, dass wir heiraten und ich schwanger bin!“ „Schwanger?! Heiraten?!“ rufen alle erschrocken, außer natürlich du, Hao und ich. „Stimmt das Yo?“ „Jup. Wieso auch nicht?“ „Anna…und Yo…heiraten…Ich bin im falschen Film.“ Bis das alle verdaut hatten, setzte ich mich zurück auf den Stuhl und betrachte die Zehne. Besonders du fällst mir ins Auge. So fröhlich habe ich dich noch nicht oft gesehen. Nie hattest du die anderen angefunkelt, wenn sie was gegen mich gesagt hatten, nie hattest du so gejubelt, als jemand dich beglückt wünschte. Ich wusste, es war ein Fehler, dir nie zu glauben. Warum dachte ich dass du gelogen hattest. Wahrscheinlich nur meine alte Eifersucht. Die anderen hatten vergessen, dass Hao eigentlich mal böse war, sie feierten einfach mit ihm. Warum auch? Ohne Hao hätte ich nie erfahren, wo Yo war. Vielleicht hatte Yo ja Recht, mit seiner Theorie. Ich hätte nie gehen sollen. Ich hätte hier bleiben sollen, dann wärst du nie ins Krankenhaus gelandet. Anderseits, wenn wir nicht gestritten hätten, hätte ich meinen Bruder nicht gesehen. Man kann alles von zwei Seiten aus sehen, von der Negativen und der Positiven. Und alles was ich hier sehe, ist positiv.

Danke Yo, dass du mir gelehrt hast, wie wichtig Vertrauen ist. Danke Yo, dass du mich liebst. Danke, Yo, danke für alles.
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