Portraits

GeschichteRomanze / P18 Slash
Lucius Malfoy Severus Snape
18.02.2007
18.02.2007
1
4128
5
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
11 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Portraits


Lucius war alleine zu Hause, Narzissa hatte sich noch vor Ende des Krieges mit einem der Todesser abgesetzt. Natürlich hatte sie mitgehen lassen, was ihr möglich gewesen war.
Es war im Verhältnis nicht das gewesen, das sie hätte haben können, wenn sie den legalen Weg der Scheidung genommen hätte.
So war es ein Verstoß gegen das Gesetz gewesen und sollte sie jemals auf den Gedanken kommen die Scheidung einzureichen und mehr zu fordern, so würde sie eine empfindliche Strafe erwarten.

So über sein Leben nachdenkend, bemerkte Lucius nicht, dass er in einem der weniger benutzten Räume der Manor gelandet war. Er erinnerte sich, dass es eine Zeit gegeben hatte, in der er sehr oft hier gewesen war. Aber damals war er noch Schüler gewesen und dieser Raum hatte in den Ferien als Hobbyraum gedient.
Ein leicht anzügliches Grinsen erschien auf seinen Zügen, als er weiter hinein ging und sich im Kreis drehte. So lange, bis er den Blick auf dem Bild über dem kalten Kamin haften ließ.

Es war ein Junge darauf zu erkennen.
Kurze blauschwarze Haare, schlank, in eine Schuluniform gekleidet, umspielt von einem Zauberermantel. Sein Gesicht war zur Hälfte von seinen Haaren verdeckt, wirkte aber dennoch irgendwie verträumt, vielleicht auch sanft...
Lucius starrte das Portrait schon eine geraume Zeit an, bemerkte es aber erst, als Draco hinter ihm erschien und ihn ansprach:
„Vater?“
Der blonde Mann drehte sich herum, zeigte den Schrecken aber nicht.
„Was gibt es?“
„Was ist das hier für ein Zimmer? Und das auf dem Bild...?“

Draco hatte seinen Vater noch niemals so lächeln gesehen und fragte sich, woran er dachte.
„Das, mein Sohn, ist etwas, das ich dir nicht auf die Nase binden werde. Und dieses Zimmer... nun, es diente in meiner Jugend als Hobbyraum.“
Sein Sohn war wohl beeindruckt, denn er begutachtete die Wände, Möbel und alles andere, das man hier finden konnte.
„Oh, Dad, wem gehört das?“, wandte sich der Junge an seinen Vater, als er eine kleine Palette in die Höhe hob, auf der viele bunte Flecken waren.
„Mir. Die Bilder in diesem Raum habe alle ich gemalt. Wie gesagt, mein Hobbyraum, als ich noch jung war.“

„Ich wusste gar nicht, dass du dich dafür interessiert hast. Warum hast du aufgehört?“
Lucius fühlte sich an sich selbst in diesem Alter erinnert, als er sich seinen Sohn betrachtete. Der einzige Unterschied war, dass er damals schon lange Haare gehabt hatte und sie auch heute noch so trug.
„Der Dunkle Lord hatte meinen Weg gekreuzt und mein Lieblingsmodel hatte mich verlassen. Zudem fehlte mir die Zeit.“
Draco nickte verstehend und fragte nicht weiter nach, stattdessen betrachtete er lieber wieder die Bilder, die sein Vater vor langer Zeit gefertigt hatte.
Dennoch drängte sich ihm noch eine Frage auf: Was hatte ihn dazu gebracht das Malen anzufangen?

---

Es war nach Mitternacht, als Lucius den durch den Kerzenleuchter schummrig beleuchteten Gang zu seinem früheren Hobbyraum entlanglief.
Seine Gedanken kreisten, seitdem er das Portrait wieder gesehen hatte, um eben jenes und um seine Schulzeit. Genau genommen viel eher um diese eine Person.
Den Leuchter auf den kleinen Tisch neben dem Sessel vor dem Kamin abstellend, wandte er sich dem Regal zu, das mit vielen alten Farben gefüllt war.

Lucius griff nach einem der Pinsel, die in einem Porzellankrug steckten und befühlte sanft die Borsten. Neben den Pinseln lagen mehrere fein säuberlich gefaltete Tücher, die dazu dienten die Farbe von den Borsten zu nehmen, wenn man eine neue benutzen wollte.
Links neben dem Regal standen sogar noch leere Leinwände und die Staffelei lag zusammengeklappt in einem kleinen Koffer auf dem Möbelstück.
Es juckte dem Blonden in den Fingern alles aufzubauen und erneut diesen einen Menschen auf die Leinwand zu bannen.

So schweiften seine Gedanken ab...


~Erinnerungen~

Langsam schlenderte Lucius am ersten September in die Große Halle, um sich dort an seinem angestammten Platz niederzulassen.
Es dauerte nicht lange, bis die Erstklässler eingeteilt worden waren und der Schulleiter sich erhob, um seine übliche Rede zu halten. Der Blonde ließ es an sich vorbeirieseln, unterhielt sich stattdessen mit seinem Banknachbarn. Erst, als Dumbledore ankündete, dass er noch etwas Besonderes geplant hatte, wurde er hellhörig.

„Dieses Jahr, meine lieben Schüler, habe ich mir etwas einfallen lassen, das die Freundschaft zwischen den Häusern fördern soll. Ich habe das Vergnügen euch mitteilen zu können, dass die Möglichkeit besteht einen Malkurs zu belegen.
Wer Interesse hat, kann am Freitag nach dem Unterricht in den Raum, der neben dem Verwandlungsklassenzimmer liegt. Dort wird der Kurs stattfinden! Und nun wünsche ich euch einen guten Appetit!“

---

Freitag.
Lucius stand mit einem Dutzend anderer Schüler vor dem Raum, in dem der Malkurs stattfinden sollte. Eigentlich machte er das hier nur aus Langeweile.
Bisher hatte er schließlich nichts gehabt, das er tun konnte, wenn ihm langweilig war, außer eben zu lernen. Aber wer wollte das ausschließlich?
So betrat er also den Raum und entdeckte als erstes, dass er hell und freundlich war. Dann fielen ihm die Staffeleien auf, vor denen Hocker standen und ein kleines Tischchen daneben, auf dem Farben, Pinsel, Tücher und Wasser waren.
Vorne an der Tafel stand eine junge Frau, die die kleine Gruppe anlächelte und darum bat, dass sich jeder einen Platz suche.

Schon da hatte Lucius die Neugierde gepackt und als die Erklärungen beendet waren und sie die Farben und Pinsel öffnen und ansehen durften, war er noch wesentlich interessierter. Vorne war ein brauner Holztisch aufgestellt, auf dem eine Vase voller Blumen stand.
Das war ihr erstes Motiv, das sie abmalen sollten.
Die erste Frage, die sich dem blonden Aristokraten gestellt hatte, war die, mit welchem Zauber man die Maße übertragen konnte. Er wurde fast ohnmächtig, als die Lehrerin ihm sagte, dass er das ohne Magie tun sollte.

---

Drei Monate später war Lucius noch immer in dem Kurs, denn die Begeisterung hatte ihn gepackt. Es war faszinierend, wie man etwas ohne zu zaubern bewerkstelligen konnte, das am Ende so wunderbar aussah.
Ja, er hatte sogar beschlossen seinen Vater zu fragen, ob die Gemälde in der Manor mit Zauberei entstanden waren oder von Hand.
Allerdings hatte ihn diese Art der Kunst vollends in größte Begeisterung gestürzt, als sie das erste Mal Menschen malen sollten...

Er war wirklich erstaunt, dass ausgerechnet der stille Severus Snape sich bereit erklärt hatte Model zu stehen. Mit gehobener Augenbraue musterte er seinen Mitschüler und begutachtete seine Kleidung. Dann meldete sich die Lehrerin, dass ihre Aufgabe darin bestand den Schüler so zu malen, wie er war:
Schuluniform und Mantel.
Lucius konnte sich nicht vorstellen, dass es toll werden würde einen Jungen zu malen.
Aber je länger er an diesem Portrait arbeite, desto besessener wurde er.

~Erinnerung Ende~


Er hatte lange daran gesessen, hatte dieses Bild perfektionieren wollen und es seiner Meinung nach auch geschafft.
Sanft strichen die Fingerspitzen seiner rechten Hand über die Leinwand und ein Kribbeln jagte durch seinen Körper. Er musste ihn sehen!
Hastig sprang er auf, packte den Koffer mit der Staffelei, die Farben und Pinsel, so wie die Palette, dann rannte er regelrecht in die Eingangshalle, um von dort zu apparieren.

---

Lucius Malfoy landete in Hogsmeade und stellte fest, dass er verdammt lange in Erinnerungen geschwelgt haben musste, denn das Morgengrauen zeigte sich bereits.
Er beeilte sich in Richtung Schule zu laufen, damit er bald da wäre.
Und auf dem Weg schweiften seine Erinnerungen erneut in die Vergangenheit...


~Erinnerungen~

Lucius war frustriert.
Er wollte kein Obst malen, kein Tier und keine Landschaft! Nein, er wollte nur ein Motiv, und das war Severus!
Und so kam es, dass er sich entschied dem nachzuhelfen.

Es war Samstag, Hogsmeade- Wochenende und das bedeutete, dass kaum Schüler im Schloss waren. Aber Lucius wusste, dass Severus da sein würde.
Er hatte seine eigenen Malutensilien bei sich, die er bestimmt nutzen würde. Er wusste genau, welches Motiv er heute haben wollte. Und er würde es bekommen.
So klopfte er an, aber als er keine Antwort erhielt, betrat er den Raum, in dem der junge Snape wohnte.

Das Rauschen der Dusche erklang aus dem Bad und er wusste, dass er sein Wunschbild noch einfacher bekommen würde, als er angenommen hatte. Gemächlich baute er die Staffelei auf, richtete die Pinsel und Farben. Gleich würde der andere kommen...
So war dem auch:

„Lucius!“, rief der Dunkelhaarige überrascht und griff nach seinem Handtuch, damit es nicht versehentlich von den Hüften rutschte.
„Severus... ich wünsche dir einen guten Tag.“
Etwas verdattert sah ihn der etwas kleinere an. Dann entsann er sich, dass er nichts trug und lief zu seinem Schrank, den er öffnen wollte. Der Blonde war schnell hinter ihm her und drückte nun gegen die Schranktür.
„Ich denke nicht, dass du etwas daraus benötigst“, schnurrte er verführerisch und Severus wurde es anders. Was wollte der andere von ihm?!

„Severus!“, sagte Lucius und legte eine Hand auf die Schulter des Jüngeren.
Der machte einen Schritt zurück und sorgte so dafür, dass die Berührung unterbrochen wurde. Aber das hielt den Blonden nicht auf.
„Severus...“, wiederholte er und folgte dem Dunkelhaarigen.
Ein sachtes Lächeln legte sich auf die Züge Lucius´, als er bemerkte, dass Severus rückwärts auf sein Bett zusteuerte - der Ort, an dem er ihn haben wollte!

Ein Schrei des Jüngeren bestätigte, dass er rücklings auf der Matratze gelandet war und nun schon panisch zu seinem Schulkameraden empor blickte.
„Was...?! Lass das!“, stieß er zittrig aus und versuchte über das Bett zu entkommen. Doch Lucius ließ das nicht geschehen, hatte bereits das linke Handgelenk des anderen ergriffen und beugte sich über den Jungen.
„Du brauchst keine Angst zu haben, Severus!“, säuselte er und küsste den blassen Hals. Das führte dazu, dass sich der andere verspannte. Doch das störte Lucius keineswegs, stattdessen fuhr er fort den Dunkelhaarigen zu liebkosen. Seine Lippen hatten bereits den Bauch erreicht- Doch als Severus bemerkte, dass Lucius ihm das Handtuch entwenden wollte, begann er sich wieder zu wehren.

Dann gab es einen Ruck und das Handtuch war verschwunden. Severus begann zu strampeln, doch es brachte nichts, denn der Blonde war größer und stärker. Beschämt wandte er den Kopf ab, als der andere ihm mit seinen Blicken zu verschlingen schien.
„Nicht so schüchtern, Severus...“, hörte er die plötzlich samtene Stimme.
„Du bist wunderschön, weißt du das? Ich will diese Schönheit festhalten!“
Nach diesem Geständnis wagte es Severus erst einmal nicht sich zu rühren. Vielleicht würde Lucius ihn ja gleich wieder los lassen?
Umso überraschter war er, als er das tatsächlich tat. Aber nur kurz, denn dann dirigierte er ihn in eine andere Position, um ihn letzten Endes so zu posieren, wie er ihn auf dem Bild haben wollte.

Der Dunkelhaarige fühlte sich unwohl wie er dalag. Er gewährte die perfekte Aussicht auf alles. Und damit meinte er wirklich alles!
Seine Arme waren nach oben ausgestreckt, der Kopf leicht zur Seite geneigt, die Haare ein wenig gefächert, die Beine leicht angewinkelt.
Es sah in Lucius Augen einfach nur graziös aus.
„Nicht bewegen, Severus, ich werde deine einmalige Schönheit für die Ewigkeit festhalten!“
Angesprochener hatte jetzt erst die Staffelei gesehen und er registrierte, dass Lucius ihn malen wollte.
Gut, das hatte er schon einmal getan, aber doch nicht NACKT!!!

„Warte, Lucius! Ich will-“
„Scht!“, legte der Blonde einen Finger auf die Lippen des anderen.
„Keine Angst, niemand außer mir wird dieses Meisterwerk zu sehen bekommen. Das verspreche ich dir!“
Es beruhigte den Jüngeren nicht besonders, aber was sollte er tun? Lucius war momentan im Vorteil, alleine schon weil er einen Zauberstab hatte. Sein eigener steckte im Mantel, der über dem Stuhl am Schreibtisch hing. Und der war mindestens vier Meter entfernt!
Die Augen geschlossen haltend, ergab er sich seinem Schicksal und wartete geduldig, bis der Blonde ihn entlassen würde.

Es schienen Wochen vergangen zu sein, als der Ältere in Entzückung über sein vollendetes Bild in die Hände klatschte. Noch niemals zuvor hatte Severus den anderen so gesehen und er dachte, dass es sehr schön anzusehen war. Dann erinnerte er sich, dass er noch immer nackt war und beeilte sich, sich etwas anzuziehen.
Gerade hatte er den Bademantel über seine Schultern gezogen, da fühlte er zwei Hände, die absolut nicht seine eigenen waren.
„Was...?!“, versuchte er zu fragen, wurde aber sofort von einem Paar Lippen unterbrochen, die auch nicht die Seinen waren. Der Stoff glitt zu Boden, die großen Hände berührten seine Haut überall und der Dunkelhaarige kam nicht umhin sich einzugestehen, dass sich diese Berührungen wundervoll anfühlten.

Wie sie zum Bett gekommen waren wusste keiner von beiden, aber das war auch egal. Viel wichtiger waren die Liebkosungen, die sie einander zukommen ließen. Severus hatte schon vor einer Weile damit begonnen den anderen zu entkleiden, aber sehr weit war er nicht gekommen, da Lucius immer weiter nach unten gewandert war und seine Tätigkeit sehr ernst nahm.
Severus schmiss den Kopf von einer Seite zur anderen, drückte den Kopf des blonden Jungen tiefer in seinen Schoß, nur um kurz darauf an seinen Haaren zu ziehen. Es war eine Achterbahn der Gefühle und das erste Mal im Leben des jüngeren Slytherin, dass er so etwas erlebte. Noch dazu mit dem Anführer ihres Hauses, der so umwerfend gut war, in dem, was er tat.

„Wundervoll...“, flüsterte der Blonde und küsste sich einen Weg nach oben, nachdem sein Liebhaber gekommen war. Er musterte das erschöpfte Gesicht mit den geschlossenen Augen und lächelte versonnen. Dieser Junge hier war ein Geschenk und nur ihm war es vergönnt ihn so zu sehen, so zu malen!
„Severus...“, hauchte er erneut und strich mit einem Finger die Konturen des Gesichts nach. Durch die Berührungen neugierig geworden, öffnete Severus seine Augen wieder und blickte in die des anderen. Sie waren dunkel und erinnerten an Gewitterwolken.
Man konnte deutlich die Lust und das Verlangen erkennen, aber auch etwas anderes, das der Jüngere nicht zuordnen konnte.

„Ich will dich, Severus. Ich brauche dich!“, sagte Lucius und küsste ihn fordernd. Es war pure Leidenschaft, die seine Adern entlang jagte. Er konnte fühlen, dass der Blonde erregt war, drückte sein hartes Glied doch gegen seinen Oberschenkel.
Überraschenderweise störte es ihn nicht, wie er noch vor einer Weile geglaubt hatte.
Bereitwillig umarmte er Lucius, streichelte seinen nackten Rücken und hob ihm sein Becken entgegen.
Eine Einladung, die der Aristokrat nicht ablehnen konnte, nicht ablehnen wollte.

Langsam entkleidete er sich komplett und legte sich erneut auf den anderen, so dass der aufstöhnte.
„Ich gebe dich nicht her, niemals! Außer mir soll dich keiner haben...“
Die Berührungen und Bewegungen wurden fahriger, zeigten wie erregt und ungeduldig sie in Wahrheit waren. Aber keiner der beiden wollte diese wunderbare Zweisamkeit durch überstürztes Handeln vorzeitig beenden.
So heizten sie sich gegenseitig weiter auf, küssten sich, streichelten sich und brachten den jeweils anderen zum Stöhnen.

Lucius war überrascht, dass Severus so forsch sein konnte. Niemals hatte er angenommen, dass der stille Junge, der Zaubertränke so sehr liebte, im Bett eine Raubkatze sein könnte. Aber der Dunkelhaarige war wirklich nicht mehr schüchtern, ganz im Gegenteil, er sagte ihm ganz genau was er wollte.
Und der Malfoy fand, dass sich dieses Spiel zu zweit wesentlich besser spielen ließ, als alleine. Vor allem war es um einiges erotischer.

„Mach schon, Lucius, oder ich schmeiß dich raus!“, knurrte der Jüngere, als er die Abwesenheit seines Liebhabers bemerkte.
„Keine Sorge, ich werde dich in den Himmel schießen!“, versprach er und küsste den anderen erneut. Nebenbei wanderten seine Hände nach unten zwischen die Beine des Dunkelhaarigen. Bereitwillig spreizte der sie weiter, was den Blonden grinsen ließ.
Ungeduldig wand sich der Junge unter ihm, schlang seine Arme um seinen Hals und sah ihn fordern an. Er wusste, was Severus wollte und er würde ihn nicht enttäuschen.
Man durfte eine solche Schönheit einfach nicht enttäuschen!

Also ließ er langsam einen Finger in den anderen gleiten, der das mit einem leicht gequälten Gesichtsausdruck zur Kenntnis nahm. Lucius hielt still und wartete einen Moment, dann küsste er den anderen. Er wollte ihm nicht wehtun, auf keinen Fall!
„Entschuldige, Schönheit. Ich mach langsamer, in Ordnung?“
„Mach!“, forderte der nur und wieder bemerkte der Blonde, dass sein Liebhaber ungeduldig war.
Es dauerte keine zwei Minuten, da forderte der Jüngere nach mehr. Sofort kam ihm der andere nach, ließ dem ersten Finger noch einen folgen. Und als der auch nicht mehr reichte, fügte er einen dritten hinzu.
„Lucius, ich will dich!“, stöhnte Severus laut und warf den Kopf zurück.
„...ja...“

Die dunklen Augen des Unteren waren nur halb geöffnet, als er Lucius dabei beobachtete, wie er sich in Position brachte. Kurz darauf fühlte er, wie der Blonde sich in ihn schob.
Für beide war es ein atemberaubendes Gefühl und sie mussten sich zusammenreißen, um nicht sofort über die erlösende Klippe zu springen.
Dann war Lucius vollends in Severus versunken und sie sahen sich einen langen Moment einfach nur an.
„Bereit...?“, fragte Lucius schließlich mit rauer Stimme. Ein Nicken war ihm Antwort genug, so dass er sich ein Stück zurückzog und anschließend wieder nach vorne stieß.
Fast sofort klammerten sich die Arme des blassen Jungen um seinen Hals und die Fingernägel Krallen gleich in seinen Rücken.
Schmerz jagte stoßweise durch seinen Körper, als Severus rote Spuren hinterließ. Es spornte ihn zu höherer Leistung an, sorgte dafür, dass der Dunkelhaarige fast kontinuierlich stöhnte.
Beide wussten, sie würden bei dieser Spannung nicht mehr lange durchhalten.
„Ich kann... gleich nicht... mehr!“, stöhnte der Blonde und intensivierte seine Bemühungen noch ein letztes Mal, ehe er hart kam und Severus sofort mit sich riss.

Minutenlang blieben sie so liegen, Severus erschöpft auf dem Rücken und Lucius halb auf ihm. Ihr Atem hatte sich soweit wieder beruhigt und der Malfoy spürte den Drang etwas zu sagen:
„Ich liebe dich!“
Und als sich Arme um ihn legten, schloss er zufrieden seine Augen.

~Erinnerungen Ende~


Der Blonde stand nun vor der Tür, die zu Severus Snapes Räumen führte.
Nach ihrem ersten Mal war er eine halbe Stunde später wieder aufgewacht, sein Kopf auf der Brust des anderen gebettet und dessen Arme um seinem Oberkörper. Severus hatte sie bequemer hingelegt.

Doch das war schon lange vorbei und er stand im Hier und Jetzt. Und er bezweifelte, dass sein Lieblingsmotiv wach war. So schlich er leise in den Raum, der sich ihm bot.
Es war immer wieder praktisch, dass er trotz allem was passiert war, das Passwort zu Severus´ Räumen hatte.
Sein Weg führte ihn weiter zum Schlafzimmer, in dem er Severus´ Gestalt in dem großen Himmelbett ausmachen konnte. Ein Lächeln schlich sich auf seine Züge und er wusste, dieses Bild fehlte ihm noch.
Severus Snape schlafend...

Leise baute er seine Staffelei auf, richtete die Farben und Pinsel. Die Kerzen, die er entzündet hatte, spendeten genug Licht, um sein Werk beginnen zu können.

---

Als Severus erwachte wunderte er sich schon sehr, dass sämtliche Kerzen brannten. Sein Blick wanderte durch den Raum, blieb schließlich am Sessel hängen, in dem eine schlafende Person saß, die er nur allzu gut kannte.
Schlank, blond, besitzergreifend, streng, hart, Reinblüter.
Aber auch zärtlich, liebevoll, sanft, humorvoll und leidenschaftlich. Aber dass er diese Seite an ihm gesehen hatte, war schon lange her. Das letzte Mal war es gewesen, bevor er ihm gesagt hatte, dass er nicht länger einem Wahnsinnigen folgen würde.

Aber das war vorbei, danach hatten sich ihre Wege gewissermaßen getrennt. Sie sahen sich nur selten, meist wegen Draco, dessen Pate er geworden war.
Den Grund dafür kannte er bis heute nicht.
Nun, das war auch egal. Er liebte den Jungen sehr und würde seine Aufgabe als Pate weiterhin sehr ernst nehmen. Doch weshalb der andere so plötzlich hier auftauchte und das scheinbar auch noch mitten in der Nacht, war ihm ein Rätsel.

Leise, um Lucius nicht zu wecken, schlich er zu seinem Kleiderschrank. Zumindest war das sein Plan gewesen, doch auf dem Weg dorthin entdeckte er etwas, das er schon seit langer Zeit nicht mehr gesehen hatte: die Staffelei.
Eine Ahnung formte sich in seinem Kopf, so dass er sich dem Bild näherte, das ohne Zweifel ihn zeigen würde.
Und so war dem auch.

Lucius hatte vornehmlich dunkle Farben gewählt, doch das war kein Wunder, wenn man bedachte zu welcher Zeit er dieses Bild gefertigt hatte. Das Kerzenlicht vermittelte Wärme und der Blonde hatte die Atmosphäre wirklich wunderbar eingefangen. Es war ein Schattenspiel und würde sicherlich jeden Betrachter in den Bann ziehen. Er selbst lag mit nacktem Oberkörper da, die Decke bis zu den Hüften herunter gerutscht. Seine Haaren sahen recht wild aus, doch sein Gesicht ungeahnt entspannt und sanft.
Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er sich selbst das letzte Mal so gesehen hatte.

„Gefällt es dir?“, erklang plötzlich eine vertraute Stimme. Sie war genauso sanft wie damals, als es noch den liebenswürdigen Lucius in seinem Leben gegeben hatte.
„Es ist schön, ja. Aber warum bist du hergekommen? Doch nicht nur, weil du dieses Bild malen wolltest?“
Lucius war der Unterton in der Stimme des Tänkemeisters nicht entgangen und es schmerzte ihn, dass Severus sich nicht über sein Hiersein freute.
Aber was konnte er schon erwarten? War er es doch gewesen, der ihn damals von sich gestoßen hatte, als er sich geweigert hatte weiterhin Voldemort zu folgen.
Es war ja auch nicht viel später gewesen, als er selbst endlich kapiert hatte, dass Severus Recht gehabt hatte. Niemand außer Dumbledore hatte von seinem Seitenwechsel gewusst.

„Ich war gestern in meinem alten Malzimmer, weißt du?“, begann der Aristokrat zu erzählen und sah weiterhin zu Severus.
„Und ich habe das Portrait gesehen, das ich als allererstes von dir gemacht habe. Im Kurs damals, als du Model gestanden hattest. Ich musste mich daran erinnern und die Zeit, die wir miteinander verbracht hatten.“
Severus hörte aufmerksam zu, ließ sich aber keine Gefühle ansehen. Wüsste Lucius um den Sturm in seinem Inneren, würde er ihn schnell überrumpeln. Noch einmal wollte er nicht so verletzt werden, das würde er nicht ertragen.

„Mir ist bewusst, dass ich dir wehgetan habe. Es war wirklich idiotisch dich von mir zu stoßen, nur weil du deine Meinung nicht meinetwegen ändern wolltest. Und um ehrlich zu sein, es war nur kurze Zeit später, als ich mich Dumbledore anschloss. Niemand hat etwas davon gewusst, außer ihm und mir. Ich hätte es dir sagen sollen, aber ich wollte dich nicht noch zusätzlich damit belasten. Oft genug hat Voldemort dich im Verdacht gehabt, aber ich als seine rechte Hand, konnte ihn davon überzeugen, dass du unschuldig warst. Darum ließ er dich in Ruhe.“
Das schockte den Professor nun doch.

„Idiot! Glaubst du wirklich, dass es eine Last für mich gewesen wäre, wenn ich gewusst hätte, dass du mir gefolgt bist?!“
Der Blonde war überrascht, Sorge und Wut zu hören. Andererseits hieß das doch, dass er Severus nicht egal war, oder?
„Hast du mal daran gedacht, dass ich dir vielleicht hätte helfen können? Bei Salazar, du warst schon immer so dumm zu glauben, dass du alles alleine schaffst!“
„Ja, ich bin vielleicht dumm. Aber ich habe dabei nur an dich gedacht! Ich habe immer nur an dich gedacht!“
Das war ja beinahe ein Liebesgeständnis, dachte der Meister der Tränke und wusste nicht, wie er reagieren sollte. Irgendwie fühlte er sich überfordert. Zumal er schon seit über zehn Jahren kaum noch Gefühle zeigte. Hass, Wut und solche Dinge vielleicht, aber das war auch etwas anderes. Aber so etwas wie Freundschaft, oder gar Liebe?
Nein.
Draco war vielleicht eine Ausnahme...

„Du weißt, dass ich Narzissa heiraten musste. Mir blieb da keine andere Wahl, aber ich habe diese Frau niemals geliebt! Severus, ich habe dir damals gesagt, dass ich dich nie wieder hergeben will... Das war nicht gelogen, ich war lediglich geblendet und dumm, aber ich habe dich immer geliebt!“
Die Augen nicht von Severus nehmend, erhob sich Lucius aus dem Sessel, um an den anderen heranzutreten. Er wollte die makellose Haut berühren, die Lippen kosten.
„Ich wollte dir nahe sein, darum habe ich auch darauf bestanden, dass du Dracos Patenschaft übernimmst. Severus, ich brauche dich immer noch!“

Der Dunkelhaarige sah einfach nur eine Weile in die Augen des anderen und wusste, er würde dort nichts außer Zuneigung finden. Das Gefühl, das er damals nicht hatte zuordnen können.
Wie von selbst schlossen sich seine Arme um den Hals des anderen und sein Kopf kam auf des Blonden Schulter zum Ruhen.

„Meine Liebe zu dir hat niemals geendet, Lucius...“




Ha, genau 4000 Wörter!!
Eigentlich hatte ich mir das Ganze anders vorgestellt, aber beim Schreiben kam dann das hier raus und ich denke, dass das so okay ist.
Was haltet ihr davon?

Bye, Bibi