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Die Stunde des Todes

GeschichteDrama / P18 Slash
James "Krone" Potter Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
11.02.2007
11.02.2007
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Titel: Die Stunde des Todes

Autorin: KrissyNightwish

Disclaimer: Alle Charaktere gehören JKRowling

Beta: Alexia (Vielen lieben Dank *knuddelbussi*)

Anmerkung: Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder mit einer Geschichte zurück. Eine Geschichte, die ein wenig anders ist, sowohl vom Stil her als auch vom Inhalt. Es ist außerdem meine erste richtige Marauders FF und gleich auch ein wenig AU, da ich davon ausgehe, dass Remus anfangs nicht besonders gut mit James und Sirius befreundet ist. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Widmung: Für meine beiden beste Freunde Uwe&Ilka




Die Stunde des Todes

Da sitzt er und denkt an eine Zeit zurück. An eine Zeit, die so voller Glück war und doch so voller Leid. Langsam gleitet sein Blick zu dem schlafenden Mann neben ihm. Gleichmäßig atmet dieser und während dieses beruhigende Geräusch auf ihn eindringt, denkt er zurück, wie schon so oft, an jene Zeit vor über 20 Jahren.

***
Oktober 1977

Es war für ganze fünf Wochen das Gesprächsthema in Hogwarts und die Mitschüler redeten nur noch über das neue Traumpaar der Schule: James Potter und Sirius Black. Beide waren nun am Ende des siebten Schuljahres und hatten vor kurzem eindeutig gezeigt, dass sie sich liebten. Überraschenderweise schien es die meisten nicht zu stören, dass es nun ein schwules Pärchen an der Schule gab. Geredet wurde trotzdem. Oftmals waren es Mädchen, die vor Verzückung fast den Verstand verloren, wenn sich die beiden in aller Öffentlichkeit küssten oder am Seeufer Händchenhaltend entlang gingen. Ja, James und Sirius waren ein Traumpaar.

Beide waren wirklich gutaussehend und es gab nicht wenige, die gerne mit einem der beiden getauscht hätte. Sirius war der Verrückte der beiden. Immer munter, fröhlich und voller guter Laune. James war ähnlich, trotz seiner zerzausten schwarzen Haare, seinen haselnussbraunen Augen, die er gerne mal mit einem gekonnten Dackelblick verband, wenn er irgendwas haben wollte, und seiner Liebe zum Sport, eher der Ruhiger der beiden.

***

25. Dezember 1977

Gespannt wie ein Schneekönig saß Sirius am Fußende seines Bettes und schaute auf den riesigen Berg Geschenke, der sich vor seinem Bett türmte. Mit roten Wangen und einem Strahlen in den Augen, das man sonst nur von kleinen Kindern kannte, setzte Sirius sich zwischen seine Geschenke und begann eines nach dem anderen auszupacken.

James saß währenddessen auf seinem Bett und sah den Schwarzhaarigen einfach nur an. Er konnte einfach nicht anders als zu lächeln, denn in diesem Moment war Sirius einfach nur süß. James grinste plötzlich ein wenig spitzbübisch. Wie würde Sirius wohl reagieren, wenn er kein Geschenk von James vorfand? Dieses hatte der Gryffindor mit den braunen Augen nämlich unter seinem eigenen Bett versteckt, da er ihm es später geben wollte.

Immer noch grinsend betrachtete er Sirius, der inzwischen unter einem Haufen Geschenkpapier und –band vergraben war und sich gerade tierisch über ein Paar Handschuhe aus Drachenleder freute. „Die sehen richtig edel aus“, sagte er bewundert. Sirius liebte Drachen.

„Tatze?“, sagte James da plötzlich und hatte trotz des tollen Geschenks die volle Aufmerksamkeit des anderen. „Würdest du mal herkommen?“

Sofort stand Sirius auf und setzte sich neben Krone. „Ich würde dir gerne auch noch etwas geben!“ Gespannt sah Sirius den anderen an, der sich augenblicklich vorbeugte und Sirius küsste. Dieser grinste in den Kuss. Das hätte er sich ja auch denken können!

Ohne sich zu wehren, ließ Sirius sich von James nach hinten schieben und spürte nun dessen ganzes Gewicht auf seinem Körper. Feuchte Lippen berührten sich und von einer plötzlichen Leidenschaft erfüllt, stießen ihre Zungen wie wild umeinander. Nicht zum ersten Mal waren die beiden froh, als Siebtklässler ein Doppelzimmer zu haben.

James’ Hände befreiten Sirius gekonnt aus seiner Kleidung und berührten jedes Stückchen Haut des Körpers, den James so gut kannte und so sehr liebte. Es war immer wieder aufs Neue berauschend Sirius’ Duft wahrzunehmen und die Wärme seiner Haut zu erfühlen. Zärtlich liebkoste er den sich windenden Körper und verschloss Sirius’ Mund immer wieder mit heißen, verlangenden Küssen.

Nur am Rande nahm Krone wahr, dass Sirius anscheinend noch genug Kraft hatte um ihm aus seiner Kleidung zu befreien. Als ihre nackte Haut aufeinander traf, stöhnten sie auf. Es war so erregend die warme leicht feuchte Haut des anderen auf der eigenen zu spüren.

„Du bist unglaublich“, stöhnte James und küsste wieder diesen wunderschönen Körper. Schließlich trafen ihre Erektionen aufeinander und voller Verlangen rieben sie sich aneinander.

Sirius’ Haare fielen wild aufs Kopfkissen, während einzelne Strähnen sein Gesicht umrahmten und ihn kitzelten. James lachte als er das sah und unterbrach für einen Moment ihr Tun, um die überflüssigen Haarsträhnen aus dem Gesicht seinen Geliebten zu streichen. Dankbar lächelnd blickte Sirius den anderen an und für einen Moment hielten sie inne und sahen sich einfach nur an. Liebe spiegelte sich in ihren Blicken.

„Ich möchte dir nahe sein.“, flüsterte James und Sirius nickte.

„Das möchte ich auch.“

Langsam glitt James mit seinem Mund über Sirius’ Körper und immer weiter hinab. Der andere wand sich genussvoll und diesen Zärtlichkeiten. Als James langsam den Bauch seines Freundes küsste, erschauerte Sirius. Das war seine empfindlichste Stelle, die ihn augenblicklich und bei der leichtesten Berührung dahinschmelzen ließ. Schließlich erreichte James den vertrauten Bereich zwischen den Beinen seines Geliebten. Mit zärtlicher Bestimmtheit drehte er Sirius auf die Seite und sich selber um. Auch dies war eine durchaus vertraute Position der beiden.

Er liebte es seinen Freund mit dem Mund zu befriedigen und so nahm er dessen Männlichkeit langsam in den Mund. Es war prickelnd, als Sirius ihm es gleichtat und sie beide gleichzeitig Freude gaben und nahmen. Unbeschreiblich war dieses Gefühl eines harten Schaftes zwischen den eigenen Lippen und dem gleichzeitig fließenden Lavastrom der durch die eigene Erregung von der Lendegegend aus entfacht wurde.

Immer höher schaukelten sich die beiden und schließlich hielten sie aneinander an den Händen fest. Dann hielt es James keine Sekunde mehr aus und erreichte seinen Höhepunkt. Während Sirius alles was sein Freund ihm gab, verschlang wurde er durch dessen Höhepunkt so erregt, dass er seinen eigenen erreichte.

Keuchend blieben sie liegen und betteten ihre Häupter auf den Oberschenkel des anderen. Schließlich sahen sie einander an und erwiderten das Lächeln des anderen.

„Das war doch mal ein Weihnachtsgeschenk“, sagte Sirius grinsend. James zögerte nur einen Moment, dann griff er unter sein Bett und zog Sirius eigentliches Geschenk hervor.

Erstaunt nahm dieser es wortlos und öffnete vorsichtig das Geschenkpapier. Neugierig sah er hinein und begann dann sehr breit zu lächeln.

„Socken?“, fragte Sirius.

„Habe ich selbst gestrickt.“, entgegnete James mit geröteten Wangen.

„Ich denke, du kannst so was nicht.“

James zuckte mit den Schultern und schenkte Sirius einen liebenden Blick.

„Ich habe es gelernt- für dich.“          


***

Februar 1978

„Ich fühle mich dir so unglaublich nahe.“, flüsterte Sirius, während er einen Kuss auf die Wange seines Geliebten setzte. Dann legte er einen Arm um James’ Schulter und blickte weiterhin wortlos mit ihm zu den Sternen.

Es war noch kalt in dieser Februarnacht und die Atem der beiden verbanden sich bald zu wabernde Gestalten und flohen gemeinsam in die Kälte- hinauf zu den Sternen.

„Siehst du, da ist Sirius.“, entgegnete James flüstert und deutete in den Himmel. Deutlich hob er sich im Sternbild des Hundes von den anderen Sternen ab und es schien als würde er nur für sie beide leuchten. Von dieser Romantik erfasst, küsste Sirius abermals James auf die Wange, dann drehte dieser Sirius den Kopf zu.

„Aber du bist noch viel schöner als dieser Stern.“, hauchte James. Mit funkelnden Augen sah der Angesprochene den Gryffindor mit den verwuschelten Haaren an.

„Ich liebe dich, James.“

„Und ich liebe dich.“, flüsterte James und mit geschlossenen Augen fanden sich ihre Lippen in einem zärtlichen Kuss.

***

März 1978

Es war so einer dieser Frühlingstage, an denen die Sonne vom Himmel herabschien und sich die beiden jungen Männer auf dem Rasen am Seeufer sonnten. Sirius lag auf dem Bauch, kaute an einem Grashalm und hatte den Kopf auf seine Hände gestützt. James lag neben ihm und war in ein Buch vertieft. Der Mann mit den langen schwarzen Haaren und den blauen Augen beobachtete wie der Wind sanft über die Seeoberfläche glitt, wie die Luft flimmerte während Insekten munter summend um sie herum flogen.

„James?“, fragte Sirius nach einer Weile.

„Hm“, kam die einsilbige Antwort. Plötzlich stemmte Sirius sich hoch und rollte sich blitzschnell auf den anderen und riss ihm das Buch weg.

„Wie kommst du dazu mich zu ignorieren, wenn ich dich gerade fragen will, ob du mir einen Kuss geben möchtest.“, sagte Sirius entrüstet und begann ohne zu zögern den anderen zu kitzeln. „Das wirst du bereuen.“, rief er noch spielerisch und in den nächsten Minuten lachten die zwei soviel, dass sie fast Bauchschmerzen bekamen. James konnte es sich natürlich nicht bieten lassen und versuchte sich zu wehren, was aber in seiner Position nicht ganz einfach war. „Na, du bist aber passiv heute.“, neckte Sirius ihn, was zur Folge hatte, dass James sich noch stärker zu wehren versuchte.

Irgendwann gelang es ihm auch und tollend rollten sie über die Wiese, bis beide nach Luft schnappend da lagen und in den blauen Himmel starrten.

„Ich möchte dich immer noch küssen.“, sagte Sirius schließlich. Augenblicklich war James bei ihm. „Das kannst du haben.“ Im nächsten Moment trafen Lippen aufeinander und in der durch das Kitzeln eh schon angestachelten Atmosphäre fielen die beiden übereinander her. Starke Arme umschlungen einander und wilde Zungen umschlängelten sich, willens so viel des anderen zu erreichen wie möglich.

Keuchend und leidenschaftlich küssten sie einander, während hier und da einige in der Nähe sitzenden Schüler entweder offensichtlich starrten oder heimlich zu den beiden schielten. Deutlich war aber, dass die meisten die beiden einfach nur unglaublich süß fanden und sie für das perfekte Paar hielten.

Und das waren sie auch. Die beiden schienen wie für einander geschaffen und man gönnte ihnen dieses Glück. Sie waren zwei Hälften derselben Person. James und Sirius.

So war es noch am Nachmittag jenes schönen Sommertages, doch am Abend sollte alles anders werden. Sirius war bereits in ihrem Schlafzimmer, hatte seinen Schlafanzug an und freute sich auf die Ankunft seines Geliebten. James war auf einer Party gewesen, bei der Sirius nicht eingeladen gewesen war. Als die Tür aufging, klopfte Sirius’ Herz so laut, dass er meinte jeden Augenblick vor Vorfreude zu zerspringen.

Doch als er in das Gesicht seines Geliebten sah, wurde alles anders. Er erkannte mit einem Mal, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. James war blass und wirkte irgendwie verstört. Mit einem Mal war Sirius aus dem Bett gesprungen und kam auf James zu, der ihn nur traurig ansah.

„Was ist passiert?“, fragte der junge Mann mit den blauen Augen besorgt.

„Bitte setz dich.“, sagte James mit seltsam brüchiger Stimme. „Ich muss dir etwas sagen.“

***
Anfang April 1978

Es waren drei Wochen vergangen, dann wusste es die ganze Schule. Wie ein Lauffeuer verbreitete es sich unter den Siebtklässlern und nach und nach bekamen auch die anderen Jahrgänge Wind von der Geschichte.

Remus saß zu dieser Zeit mit einigen Schülern aus Gryffindor beisammen und wartete auf den Nachmittagsunterricht. Er war noch völlig ahnungslos bis ihn jemand aufklärte. „Hast du es noch nicht gehört?“, fragte Paul, ein Gryffindor aus seiner Stufe. „James hat Sirius mit zwei anderen betrogen. Was man hört, sollen beide aus der Stufe kommen.“

Remus schluckte. Das konnte doch nicht wahr sein. Natürlich kannte er das „Traumpaar“ der Schule, auch wenn er mit beiden eher weniger zu tun hatte. Bisher.

Während die anderen über nichts anderes mehr redeten, wurde Remus ganz still. Als er zum Unterricht mit den anderen ging, war er immer noch in Gedanken versunken. Er mochte beide sehr gerne. Hatte er sie doch in der Schülerzeitungs- AG näher kennen gelernt, doch wirklich gut kannte er keinen von beiden.

Er hörte mit halbem Ohr zu, was seine Klassenkameraden zu dem Thema von sich gaben. Sie zerrissen sich das Maul und ohne Zweifel gab es nun nichts anderes mehr zum Reden, als dieser Skandal. James war jetzt das Arschloch der Siebtklässler. Bereits nach wenigen Stunden hielten alle James für einen gefühllosen Idioten, der eiskalt mit den Gefühlen von Sirius gespielt hatte.

Als Mitschüler Remus nach seiner Meinung fragten, antwortete er nicht. Er war still und in Gedanken. Obwohl es absurd war, tat ihm James einfach nur leid. Er hätte ihm das zwar nie zugetraut, aber er mochte den anderen Gryffindor einfach zu sehr, als das er ihn hätte so verurteilen können. Schlimmer als die Beschuldigungen, die gegen James vorgebracht wurden, waren die Spekulationen mit wem Sirius denn nun betrogen worden war. Viele vermuteten Slytherins dahinter, doch auch dazu wollte Remus sich kein Urteil erlauben.

Beim Nachmittagsunterricht war es grausam. Sirius saß da, schweigsam und blass, während James nicht aufzufinden war. Jeder in der Klasse wusste es und alle schwiegen beharrlich. Es war fast wie eine erdrückende Stille, die laut und dröhnend über den Köpfen hing. Es war nicht gerade hilfreich, als an diesem Nachmittag Professor Flitwick ihnen einschärfte, dass der Zauber, den sie üben sollten nur mit absolutem Vertrauen möglich war, und dass bei einem Vertrauensbruch der Zauber schlimme Auswirkungen hatte. Jeder dachte in diesem Moment an Sirius und eine Welle des Mitleides wurde für ihn empfunden.

Remus ging es genauso. Doch so sehr Sirius ihm auch Leid tat, er konnte James einfach nicht verachten, viel mehr wollte er verstehen. Es konnte doch nicht sein, dass diese beiden, die einfach füreinander geschaffen waren, getrennte Wege gehen würden. Nein, er wollte verstehen.

***

Mitte April 1978

Wie es dazu kam, wusste Remus nicht mehr. Doch irgendwann saßen James und er zusammen. Die ganze Sache war nun schon zwei Wochen her und die Wogen hatten sich ein wenig geglättet. Nach einem Treffen ihrer Schülerzeitungs- AG, an der Sirius nicht mehr teilnahm, saßen die beiden zusammen. Es herrschte sofort eine Art Vertrauen zwischen ihnen. Eine Weile saßen sie schweigsam nebeneinander im verlassenen Schlafraum der Gryffindors, dann brach es förmlich aus James heraus.

„Weißt du Remus, es ist grausam. Alle reden darüber doch keiner versteht.“ Langsam nickte Remus. Er wusste nicht so genau, was er sagen sollte.

„Ich halte mich daraus und rede nicht darüber, wenn ich nicht etwas von den Beteiligten selbst weiß.“ James sah ihn an und man erkannte ganz klar Dankbarkeit in seinen Augen.

„Ich finde es einfach nur grausam, wie alle darüber reden. Es geht sie doch gar nichts an. Ehrlich gesagt habe ich Mitleid mit dir.“ Remus war offen und ehrlich und James war unendlich froh darüber. „Aber mit tut Sirius auch leid.“, fügte er schließlich hinzu.

„Warum hast du...?“, fragte Remus und war selbst überrascht, dass er sich traute, das zu fragen. Ja, diese Frage nach dem „Warum“ war wohl die bedeutendste. Im schwachen Licht der Kerzen, die ringsherum standen, zuckte James mit den Schultern.

„Wenn ich das nur wüsste. Aber ich weiß es nicht.“ Im ersten Moment war das für Remus mehr als unverständig. Wie konnte man das nicht wissen. „Ich meine...“, begann James langsam. „... ich liebe ihn doch. Ich liebe ihn wirklich. Ich kann einfach nicht verstehen, warum ich so etwas gemacht habe. Ich weiß es nicht.“ Auch wenn Remus es nicht nachvollziehen konnte, er respektierte es, denn er sah die aufrichtige Verzweiflung und die Reue, die James empfand.

„Aber es wird weiter gehen. Irgendwie wird es immer weiter gehen.“, sagte der Schwarzhaarige und reckte sein Kinn.

„Ewiger Optimist?“, fragte Remus und mit einem traurigen Lächeln nickte James.

„Ja, das bin ich.“

***
Ende April/ Anfang Mai 1978

Die Tage vergingen und immer häufiger trafen sich Remus und James und immer wieder gab es nur ein Thema: Sirius. Auch wurden ihre Gespräche immer vertrauter. Bei einem Besuch in Hogsmeade saßen sie stundenlang auf einer Band außerhalb des Dorfes und unterhielten sich. Auch hier machte James immer wieder deutlich, dass er unglaublich viel für Sirius empfand und Remus wollte es das Herz in der Brust zerreißen. Auch spürte er sehr deutlich, wie stark James unter der Einstellung seiner Mitschüler litt.

Nur zu gut erinnerte Remus sich an den Tag „danach“, als James am Morgen in den Gemeinschaftsraum trat. Freundlich wie immer sagte er „Guten Morgen“, doch alle blickten ihn nur mit der größten Verachtung an. Remus hatte an diesem Morgen den Gruß erwidert, doch er blieb einer der wenigen. All das tat Remus weh und er musste die andere Seite kennen lernen.

***
Mitte Mai 1978

Ohne es irgendwie zu beabsichtigen, kam der Tag, als er sich mit Sirius traf. Zu Beginn redeten die beiden über Belanglosigkeiten und stellten fest, dass sie recht viel gemeinsam hatten. Doch dann begann auch Sirius sich Remus anzuvertrauen und auch wenn er es nicht geplant hatte, lernte Remus nun auch die andere Seite kennen.

„Es tat so unglaublich weh...“, begann Sirius langsam. „Ich weiß nicht, warum ich dir das erzähle, aber irgendwie habe ich das Gefühl dich zu kennen.“ Remus nickte, denn es ging ihm ganz genauso.

„Du kannst mir vertrauen, denn auch ich habe dieses Gefühl.“

„Weißt du, er hat mich seit dem zweiten Monat unserer Beziehung betrogen und zwar mit Snape.“ Remus schluckte, ja dieses Gerücht war umgegangen, doch ganz sicher war Remus nie gewesen, ob das stimmte.

„Das tat so unglaublich weh.“, fuhr Sirius fort. „Er hat es mir nur gesagt, weil er am Abend der Party wohl von einem Mitschüler gesagt bekommen hat, er würde es mir erzählen, wenn er es nicht selber tut.“ Remus schluckte. Das war mehr als bitter. Mit mitleidsvollen Augen bedachte er Sirius, der leidend auf dem Bett in Remus’ Schlafsaal saß und ihn anschaute.

„Wer weiß, wie lange er mich noch belogen hätte, wenn er es mir nicht hätte sagen müssen auf Druck eines Mitschülers. Aber weißt du was? Nach zwei Wochen habe ich mir nur gedacht: Scheiß drauf, ich will ihn trotzdem wieder haben. Also bin ich zum ihm gegangen und was sagt er mir da? Wieder nur auf den Druck eines anderen hin? Das da noch etwas Einmaliges gewesen wäre- mit Lucius. Kannst du dir das vorstellen? Ich wollte ihm verzeihen, ich wollte ihm wirklich all das verzeihen und wieder neu mit ihm anfangen und dann erfahre ich das.“

Verletzt blickte Sirius auf seine Hände und Remus konnte nicht anders als den anderen in den Arm zu nehmen. Er fühlte sich schon jetzt sehr mit Sirius verbunden und glaubte ihn zu kennen, auch wenn er noch nichts von ihm wusste.

„James ist so ein Arschloch“, sagte Sirius schließlich und sah Remus entschlossen an. „Ich bin so wütend, dass ich ihn erwürgen könnte. Aber was mich noch mehr ärgert, ich liebe dieses Arschloch. Ich liebe ihn. Warum macht der so einen Scheiß?“

Mit einem Mal wurde Remus das Ausmaß dieser ganzen Tragödie klar. Hier gab es zwei Menschen, die sich liebten, die aber nicht zueinander fanden. Irgendwie wollte Remus das ändern. Ob er dessen fähig war?

„Er weiß nicht, warum er das machte, hat er mir gesagt.“ Remus durfte dies sagen, da James ihm die Erlaubnis dazu gegeben hatte. „Er weiß es selber nicht.“ Sirius schnaubte.

„Ja, das hat er mir auch gesagt. Das verstehe ich nicht.“ Wütend sprang er auf. „Er ist so ein verdammtes Arschloch. Wieso tut er mir das an. Und wieso muss ich ihn so sehr lieben?“

Remus seufzte.

„Weil es James ist. Der süßeste und liebste Kerl mit dem schönsten Hundeblick aller Zeiten.“

„Ja, leider. Wie soll ich ihm denn je wieder vertrauen?“, fragte Sirius verzweifelt.

„Mit der Zeit.“, entgegnete der Angesprochene. Jetzt kannte Remus die andere Seite der Medaille und Mitleid regte sich in ihm, denn er konnte Sirius so gut verstehen. Er sah dessen Schmerz und das tat auch ihm weh.

Aber als er Sirius sagte, dass James ihm leid tat, stieß er nur auf Abscheu. „Das hat er verdient. Sollen ihn doch alle meiden.“ Remus war nicht dieser Meinung und sagte dies auch. Er mochte James einfach zu gerne, auch wenn er ziemlich viel Mist gebaut hatte.

***
Ende Mai 1978

Nach diesem ersten Treffen verabredeten sich Remus und Sirius immer häufiger. Schon beim nächsten Mal wurde ihnen klar, wie viel sie doch gemeinsam hatten, und dass eine besondere freundschaftliche Beziehung zwischen ihnen entstanden war.

Doch so sehr Remus sich auch bemühte zu vermitteln, bei den beiden tat sich nichts. Sirius war kalt gegenüber James und dieser litt, weil er nicht wusste, was er tun sollte. Immer wieder kam diese eine Frage und Remus wusste keine Antwort. Was hätte er auch tun sollen? Sirius ließ James am ausgestreckten Arm verhungern und James war einfach nur verzweifelt. Remus versuchte weiter zu vermitteln.

„Warum sagt er mir das nicht?“, fragte Sirius eines Tages verzweifelt, als Remus ihm berichtete, dass James gesagt hätte, dass er alles sehr bereut, dass er sich jeden Tag dafür verabscheut, und dass er Sirius noch immer liebt.

„Ich weiß es nicht. Du sagst ihm schließlich auch nichts.“

„Es ist ja auch nicht meine Aufgabe. Er hat diesen Mist gebaut.“, entgegnete Sirius aufbrausend. Remus nickte.

„Aber meinst du nicht, dass es Zeit wäre, ein Stückchen auf ihn zu zugehen. Er leidet doch schon genug.“

Doch während Sirius und James sich kein Stück annäherten, kam Remus den beiden immer näher. Bald wusste er mit einem Blick, was Sirius dachte und konnte meist gut abschätzen, was James fühlte. Es war ihm selber fast unheimlich und er kam aus der Rolle des Zuhörers und Vermittlers einfach nicht raus. Es musste doch möglich sein, dass zu verbinden, was zusammengehörte.

***
Ende Juli 1978

Eines Abends, als Remus mit Sirius einen Spaziergang machte, blickten die beiden zu den Sternen hoch. Traurig senkte Sirius den Blick, was dem anderen sofort auffiel.

„Sternegucken habe ich oft mit James gemacht.“, sagte Sirius erklärend, da er Remus’ fragenden Blick bemerkt hatte. „Ich wünschte er wäre jetzt hier.“ Führsorgend nahm Remus den Freund in den Arm.

„Ich wünschte ich könnte jetzt sein Herz so schlagen hören wie ich deines höre.“, flüsterte Sirius in die kalte Nachtluft und Remus hielt ihn noch fester im Arm. Er musste etwas tun. Es tat ihm so weh, seinen inzwischen besten Freund so leiden zu sehen.

Auf dem Weg zurück besserte sich die Stimmung. Arm in Arm gingen sie zurück zum Schloss, während ausnahmsweise Remus’ Liebesleben das Gesprächsthema war.

„Weißt du...“, sagte Remus plötzlich. „Wenn wir mit dreißig noch ungebunden sind, dann heiraten wir eben.“ Lachend sah Sirius den anderen an. „Ja, das werden wir.“

***  

Anfang Oktober 1978

Viele Monate tat sich nichts. Auch wenn Sirius’ Wut abflaute, eine Annäherung war nicht in Sicht. Eines Abends kam James zu Remus um ihm etwas mitzuteilen. Inzwischen waren sie nicht mehr in Hogwarts, sondern hatten jeder eine eigene Wohnung. Sie saßen draußen auf einer Parkbank und schauten der Abendsonne zu, wie sie langsam hinter den Bäumen verschwand.

„Remus, ich möchte dir danken. Und zwar für all die Zeit, die du mir zugehört hast und mir geholfen hast. Aber ich wollte dir sagen, dass ich heute endgültig mit dem Thema Sirius abschließen werde. Er hat mir deutlich gemacht, dass es keinen Sinn mehr hat.“

Remus starrte James an. Nein, das konnte nicht sein. Er wollte das einfach nicht wahrhaben. Er wusste doch, dass die beiden sich liebten. Erst vor ein paar Tagen hatte Sirius es ihm wieder gesagt. Sollte sich alles geändert haben?

„Das glaube ich nicht“, sagte Remus entschlossen. „Ich weiß, dass er dich liebt.“

„Aber was soll ich denn tun?“, rief James verzweifelt. „Heute wären wir seit einem Jahr zusammen.“ Der braunhaarige Gryffindor überlegte einen Moment.

„James, alles was Sirius will, ist dass du zu deinen Gefühlen stehst und offen darüber redest. Noch ist es nicht zu spät, tu einfach das, was dein Herz dir sagt. Das ist alles, was ich dir raten kann. Lass den Macho stecken und zeig Gefühle.“ James nickte.

„Na los! Mach dich sofort auf den Weg zu ihm und sag ihm, was du fühlst.“

„Jetzt sofort?“

„Ja“, entgegnete Remus mit Nachdruck und schob James fast von der Bank. Dann ließ er ihn allein, denn diesen Weg musste er allein gehen.

Remus ging zurück in sein Haus. Sein Herz schlug wie wild, während seine Gedanken bei seinen beiden besten Freunden weilten. Es musste doch klappen. Es musste einfach. Hoffentlich war Sirius gut gelaunt, denn wenn er es nicht war... Remus wollte lieber nicht daran denken.

***
Am Abend des 11. Oktober1978

James’ Herz pochte zum Zerreißen schnell. Ohne nachzudenken, tat er einfach das, was sein Herz ihm sagte. Im Vorbeigehen schnitt er sich eine Rose aus den Parkanlagen und auch wenn dies eigentlich nicht erlaubt war, so war er sich doch sicher, dass falls er erwisch wurde in seinem Falle ein Auge zugedrückt werden würde.

Dann zauberte James seinen Besen herbei und schwang sich darauf, die Rose zwischen den Zähnen haltend. Ohne weiter nachzudenken flog er zu Sirius’ Haus, der inzwischen in einem anderen Londoner Vorort als Remus wohnte, aber dennoch in erreichbarer Nähe war. Nach fünfzehn Minuten Flug durch die Dunkelheit kam er an das Fenster hinter dem Sirius’ Zimmer lag.

Frierend aufgrund der immer kälter werdenden Luft, klopfte James gegen das Fenster. Doch nichts geschah. Er klopfte wieder. Immer noch nichts. Er versuchte er weitere vier Mal, doch er erhielt keine Antwort. Inzwischen waren ihm die Finger fast abgefroren und er konnte sich kaum noch auf dem Besen halten. Das hier war härter als jedes Quidditchspiel.

James klopfte abermals und endlich wurde das Fenster geöffnet. Sein Herz überschlug sich. Da stand Sirius mit offenen, zerzottelten Haaren und müden Augen. Er hatte offensichtlich tief und fest geschlafen.

James flog noch näher an das Fenster heran und kletterte dann dem mehr als verdutzten Sirius entgegen.

Schließlich stand er vor ihm und streckte ihm die tief rote Rose entgegen.

„Ich liebe dich, Sirius.“

Voller Aufrichtigkeit sprach er diese Worte und Angesprochener wusste nicht, ob er wach war oder träumte. Das war alles, was er sich je gewünscht hatte. Er wurde geliebt.

Ohne ein weitere Wort zu verlieren, nahmen sie sich in den Arm und hielten einander fest. Schließlich trafen sich ihre Lippen und mit einem Mal wussten beide, dass sie endlich wieder Zuhause waren.

***
12.Oktober 1978

Am nächsten Tag konnte Sirius es kaum erwarten seinen Freund Remus zu sehen. Auch wenn Remus es nicht zugab, aber er war ebenso nervös, denn er wusste nicht, wie er das ganze einschätzen sollte.

Als die beiden sich schließlich am vereinbarten Treffpunkt, dem Park, trafen, strahlte Sirius über beide Ohren, doch schwieg er die erste Zeit beharrlich. Nach einigen Schritten platzte es aus ihm raus.

„Wir sind wieder zusammen.“ Remus hielt inne und sah Sirius an. Ein strahlendes Lächeln überzog das Gesicht des Braunhaarigen und mit einem Satz war er bei Sirius und nahm den glücklichen Mann in den Arm.

„Du wirst es nicht glauben...“, begann Sirius aufgeregt zu erzählen. „...er tauchte doch wirklich mitten in der Nacht vor meinem Fenster auf. Das war fast so wie bei Romeo und Julia.“ Schwärmerisch und sehr verträumt sah Sirius seinen Freund an.

„Ich möchte dir danken. Dafür, dass du nie aufgehört hast, an uns zu glauben.“ Remus winkte ab.

„Das habe ich gerne gemacht. Wirklich.“ Arm in Arm gingen die beiden des Weges und Remus war unsagbar froh, dass das was sich liebte wieder vereint war.

***

Doch mit einem lag Remus falsch. Die Probleme hörten nicht schlagartig auf, wenn man wieder ein Paar war. Es dauerte nur wenige Wochen bis wieder James, als auch Sirius das Gespräch suchten. Eigentlich war Remus froh gewesen nun nicht mehr zwischen den Freunden vermitteln zu müssen, doch nun entstand wieder diese Situation. Er hätte sich liebend gerne daraus gehalten. Irgendwie schien es ihm zu gefährlich, sich wieder zwischen die Fronten zu begeben, doch sie waren seine Freunde und er hörte ihnen zu.

***
November 1978

„Ich ertrage das einfach nicht. Überall begegnet er diesem Widerling. Immer und überall muss auch Snape sein. Ich will das nicht. Ich ertrage das nicht. Ich hasse ihn.“ Völlig fertig saß Sirius bei Remus auf der Couch in dessen Wohnzimmer.

„Von Berufswegen trifft er jetzt immer bei irgendwelchen Partys auf ihn. Kann er nicht verstehen, dass mich das zermürbt? Ich weiß ja, dass es wichtig ist, weil Snape mit seinem Können für das St. Mungos wichtige Dienste leistet, aber muss sich gerade James um die Kommunikation mit diesem Giftmischer kümmern?“ Remus zuckte mit den Schultern.

„Das tut so weh. Ich hasse diesen Kerl so sehr, dass ich ihn auf den Mond schießen könnte.“

„Das verstehe ich.“, sagte Remus einfühlsam.

***
Dezember 1978

„Da war wirklich nichts.“, sagte James verzweifelt. „Ich verstehe einfach nicht, warum er schon wieder an die Decke geht. Ich habe einfach vergessen zu erwähnen, dass bei dieser Eröffnungsfeier der neuen Station auch Snape eingeladen war. Als Sirius das von einem hörte, dass der auch da war, ist er explodiert. Er vertraut mir einfach nicht. Das verletzt mich so sehr.“

Traurig senkte James den Kopf und als Remus merkte wie schlecht es ihm ging, nahm er ihn einfach in den Arm. „Du bist wirklich lieb.“, sagte der Schwarzhaarige und genoss die Umarmung mehr, als er sagen konnte.

***
Januar 1979

Sirius stand vor Remus’ Tür. Kaum war diese geschlossen, als er sich auch schon weinend in die Arme seines Freundes warf.

„Dieses verdammte Arschloch.“ Erschrocken hielt Remus Sirius fest und wusste nicht, was er sagen sollte.

„Da fahre ich extra zu ihm, um ihm zu sagen, dass es okay ist, wenn er Snape ab und zu bei unvermeidbaren Anlässen sieht und was stelle ich fest? Snape ist bereits bei ihm mit all diesen anderen Typen von der Station. Er ist so ein Arschloch. Es tut so weh.“

Schützend hielt Remus Sirius im Arm und ließ ihm die Möglichkeit allen Schmerz rauszulassen.

„Das ist wie ein riesiger Tritt in den Hintern, mit dem er mir deutlich macht, dass er sowieso das tut, was er will und kein bisschen Rücksicht auf mich nimmt. Und ich Idiot wollte ihm das auch noch erlauben, auch wenn es mir wehgetan hätte. Aber ich wollte es erlauben.“

Nun selber traurig, musste Remus zwanghaft versuchen nicht zu weinen. Ihm ging der Schmerz seines besten Freundes wirklich nahe.

Er wusste, dass dies das Ende der Beziehung war, doch die Hoffnung würde er nicht aufgeben. Niemals. Denn wenn Remus an eines glaubte, dann an die unbesiegbare Kraft der Liebe.

***

1979- 1981

Die Wochen und Monate vergingen und sowohl James, als auch Sirius gingen ihren Jobs nach. Während James im St. Mungos arbeitete, ging Sirius seinem Beruf als Drachenpfleger nach. Remus stand mit beiden in Kontakt und wusste von beiden, dass die einander liebten.

Trotzdem kam der Tag, an dem James plötzlich mit Lily auftauchte und sie als seine neue Freundin vorstellte. Bald wusste Remus jedoch, dass James’ Herz immer noch für Sirius schlug, doch er inzwischen die Hoffnung aufgegeben habe, dass jemals wieder etwas zwischen ihnen sein würde.

Remus wollte das nicht glauben, doch auch Sirius schien das so zu sehen und vergrub sich in Arbeit. Auch wenn er es nicht zugab, verletzte es ihn sehr, dass James nun mit jemand anderem sein Leben teilte.

Der Tag der Hochzeit und der Taufe des kleinen Harry wollten Sirius das Herz brechen, aber er riss sich zusammen. Doch wahrscheinlich zerriss es keinen so sehr, wie Remus. Er wusste doch genau, wie sehr sich die beiden liebten.

Warum konnten sie sich das nicht eingestehen?

Warum konnten sie nicht wieder zusammenfinden, wenn sie doch zusammen gehörten?

Doch wieder vergingen die Monate bis zu einem gewissen Tag im Oktober 1981.

Endlich nach all den Jahren wusste Sirius, dass er James liebte. Er wollte ihn wieder, denn er war sein Leben.

Das Herz voller Hoffnung schwang er sich ohne groß nachzudenken, denn damit hatte er die letzten Jahre verschwendet, auf sein Motorrad und fuhr zu dem Ort, wo sein Geliebter lebte.

Was er jedoch vorfand, war Grauen, Schrecken und Tod.

Grünlich waberte es über dem Haus. Das Zeichen des Todes. Sirius’ Atmung stockte und seine Augen weiteten sich voller Schrecken. Dort war es, das Dunkle Mal. Ein ungutes Gefühl wuchs in ihm und wurde mit jedem Herzschlag größer. Rauch stob aus dem Haus vor ihm und das Schreien eines Babys war unverkennbar. Langsam und mit gezücktem Zauberstab trat er in das Haus und schlich leise umher. Vorsichtig stieß er die Küchentür auf und erstarrte.

Dort lag er. Alle viere von sich gestreckt. Den Zauberstab noch im Arm. Die Augen weit geöffnet.

Sirius starrte hinab. Hinab auf seinen James.

Taumelnd wich er zurück, die Augen gefüllt mit Tränen.

„Nein“, flüsterte er heiser. „Nein.“

Sirius keuchte und taumelte immer noch. Das Atmen fiel ihm zunehmend schwerer und eine ungekannte Übelkeit befiel ihn. Nach Luft schnappend krümmte er sich und hielt sich den Bauch. Wenige Meter entfernt fiel er hin, auf allen vieren vorne über gebeugt.

„Nein“, wimmerte er immer wieder, während Spuckefäden wie Rinnsale zusammen mit Tränen über sein Gesicht und Kinn liefen und schließlich auf den Boden tropften. Sirius röchelte und begann zu hyperventilieren. James war tot. Sein geliebter James war tot.

„Zu spät..“, flüsterte er wie von Sinnen, während plötzlich ein Würgreiz einsetzte. Doch sein Magen war leer. Lediglich Spucke entwich seiner Kehle und spritze auf den Boden.

Er musste hier raus. Er musste einfach.

Fluchtartig rappelte er sich auf und verließ das Haus ohne sich noch einmal umzusehen.

***

Erst nach zwölf Jahren in Azkaban sollte Sirius wieder den Duft der Freiheit atmen können. Und erst danach hatte Remus ihn wiedergesehen und bei sich aufgenommen.

Über den Tod der einen Hälfte des Traumpaares war weder Remus noch Sirius jemals hinweg gekommen.

Hätten sie doch nur aufeinander Acht gegeben!

Wären sie doch nur ihren Herzen gefolgt!

Sie hätten glücklich werden können, denn sie waren füreinander geschaffen.              

***
Remus kehrt aus seinen Gedanken zurück. Er sieht Sirius an, wie er dort liegt und schläft. Die schwarzen Haare fallen offen über das Kissen und im fahlen Licht des Mondes, der durch das Fenster scheint, sieht er unglaublich schön aus. Ruhig, entspannt und zufrieden.

Seit drei Jahren sind sie nun ein Paar und Remus weiß, dass es immer so sein wird. Sie verstehen sich und sie lieben sich.

Doch Remus weiß auch, dass Sirius’ Herz für immer James gehören wird, denn die wahre Liebe umschließt nur zwei Namen, die für immer unzertrennlich sein werden:
James und Sirius  

***
Ende  

Das wäre es nun gewesen. Was meint ihr? Ich freue mich über jede Art von Kommentar!
Eure Krissy
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