Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / 24 / Neujahr

Neujahr

GeschichteDrama / P12
10.02.2007
10.02.2007
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522
 
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10.02.2007 522
 
Warnung: Season5 Spoiler
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....

Chloe verfluchte sich innerlich. Was hatte sie nur dazu bewegt, über Sylvester frei zu nehmen. Wäre sie, wie geplant, im Büro geblieben, dann hätte sie viel zu viel zu tun, um sich in diesen endlosen Gedankenschleifen zu verlieren.
Natürlich hatte sie, wieder mal, gehofft, in ihrer freien Zeit etwas über Jacks Verbleiben in Erfahrung bringen zu können, war sich sicher gewesen, dieses Mal die richtige Spur entdeckt zu haben, und hatte ihre Kontakte, überall in der Welt, auch aktivieren können. Doch wieder einmal war die Fährte versandet, noch bevor sich ein brauchbarer Hinweis gezeigt hatte.
Außerdem hatte Bill ihr zugeraten ein paar Tage auszuspannen. Er hatte nicht direkt von “Besessenheit” gesprochen, aber das war auch nicht nötig gewesen. Sie wusste selbst, dass sie ihr Verhalten, wenn es um die Suche nach Jack ging, nicht mehr unter Kontrolle hatte. Sie schob es ihrem Ehrgeiz in die Schuhe, der Unfähigkeit ihr eigenes Versagen anzuerkennen.  Mit all den Möglichkeiten, die ihr zur Verfügung standen, musste es einfach möglich sein einen winzigen Fortschritt zu erzielen.
Aber dem war nicht so. Nicht einmal ein Verdacht, nichts, dass irgendwie greifbar wäre. Und nun saß sie hier, übernächtigt, mit roten Augen, vermutlich die einzige in weitem Umkreis, die nicht den Neujahrsmorgen in tiefem Schlaf verbrachte.
So hatte sich das Bill vermutlich nicht vorgestellt. Aber was wusste er schon. Er konnte nicht ahnen, was Jacks Entführung in ihr angerichtet hatte, denn dass es eine Entführung war, davon  war sie überzeugt. Ihre ohnehin schon spärlichen, außerdienstlichen Bekanntschaften, waren der vergeblichen Jagd nach Hinweisen zum Opfer gefallen. Und ihre Freundschaften in der CTU? Sie seufzte schwer. Genau daran hatte sie nicht denken wollen. An die Menschen, die sie verloren hatte, die sie mit dieser Aufgabe allein gelassen hatten.
Sicher, Bill hatte sie unterstützt, zu Beginn wenigstens, hatte ihr jeden Freiraum gelassen, aber dennoch war der Alltag schneller wieder eingekehrt, als sie es sich hatte vorstellen können. Wäre nicht Audrey hin und wieder aufgetaucht und hätte den Fall in Erinnerung gebracht, und wäre nicht Curtis stets bereit, ihr den Rücken zu decken, sie hätte ihre Equipment im Büro schon lange nicht mehr für ihre Suche nutzen können.
Vielleicht krallte sie sich auch nur deshalb so an diese Aufgabe, um nicht daran denken zu müssen, was mit Edgar, Tony, Michelle und viel zu vielen anderen geschehen war. Für Jack bestand zumindest noch eine Chance, so gering sie auch sein mochte, und so groß die Wahrscheinlichkeit war, dass sie von Tag zu Tag winziger wurde.
So ähnlich hatte es zumindest Morris ausgedrückt, Morris, der wieder in ihr Leben getreten war, den sie wieder und wieder über sein letztes Zusammentreffen mit Jack ausgefragt hatte, in der Hoffnung doch noch einen Schluss ziehen zu können. Statt dessen hatte er sich als eine Stütze erwiesen, und so sehr er sie auch auf die Palme bringen konnte, er kannte sie doch besser, als jeder andere hier.
Chloe hob das Glas abgestandenen Champagners, das sie seit Mitternacht nicht mehr angerührt hatte.
“Auf dich, Jack”, sagte sie laut. “ Ich schwöre es dir, in diesem Jahr finde ich dich.”
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