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Irrgarten

GeschichteDrama / P18 Slash
Jack Bauer
10.02.2007
10.02.2007
1
1.570
 
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Warnungen: threesome, Vampire, Blut
Anmerkungen: gehört 24, kein Geld! Alles das nicht 24 gehört ist bjJones geistiges Eigentum, die Sylum Clan erfunden hat, und mir erlaubt hat, ein wenig mit zu spielen. Zeitlich angesiedelt nach bjJones “Eye of the storm”. Ich bin mir bewusst, dass Jack und Chase als Mates in ihrem Universum niemals, das tun würden, das ich sie hier tun lasse...  also Non-Sylum-Canon!
* * *
Tony durchschritt die weiten Gänge Sylum Manors, das Geräusch seiner Schritte wurde von den weichen Teppichen restlos aufgesogen.
Die Größe des Gebäudes, die Pracht der Ausstattung beeindruckten ihn auch am zweiten Tag seines Besuches mindestens ebenso nachhaltig, wie sie es vom ersten Augenblick an getan hatten.
Tony war dankbar durch Jack von dieser Welt erfahren zu haben, die den meisten Menschen ihr Leben lang verborgen blieb. Er war fasziniert von dem Reichtum an Emotionen und Gefühlen, die sich ihm mit jedem Menschen, mit jedem Vampir , dem er hier begegnete, offenbarte. Es war, als würde das gemeinsame Wissen, das jeder einzelne gezwungen war für sich zu behalten, die Notwendigkeit sich der Umwelt gegenüber abzugrenzen, in dieser, beinahe märchenhaft anmutenden Umgebung keine Mauern aufbauen, sondern ein Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen, das Seinesgleichen suchte.
Diese Gemeinschaft schien unzerstörbar, eine Familie, durch äußere Einflüsse nicht im geringsten zu erschüttern. Niemals hätte Tony, desillusioniert, durch die langen, zermürbenden Jahre, die er im Geheimdienst verbracht hatte, es für möglich gehalten, dass eine Liebe dieser Größe, dieser alles verschlingenden Kraft, zwischen Menschen existieren könnte. Und genau genommen, waren ja auch nur einige von ihnen menschlich, nur ein Teil überhaupt am Leben.
Auf der anderen Seite, ein belustigtes Lächeln zuckte um Tonys Mundwinkel, war ihm gerade Jack, solange er ihn kannte, niemals lebendiger vorgekommen, als er ihm nun, zusammen mit Chase erschien.

Tony verspürte diesen kleinen, vertrauten Stich in der Brustgegend, den er in der letzten Zeit immer häufiger bemerkte, im Grunde jedesmal, wenn er die beiden in einem Raum sah, ihre gegenseitige Nähe spürte, den Einklang, in dem ihre Seelen und Körper miteinander harmonierten. War es dieser Wunsch nach Nähe, dieses rückhaltlose Vertrauen in den anderen, und das Bewusstsein, dass dieser einem ebenso vertraute, oder war es doch schlicht und einfach  ganz banale Eifersucht?
Tony seufzte frustriert, als sich sein Gang beschleunigte. Verdammt, er schien schon wieder die richtige Abzweigung verpasst zu haben, dieses Haus kam ihm mittlerweile vor, wie ein unüberschaubarer Irrgarten, ein Labyrinth, angefüllt mit Geheimnissen und Kostbarkeiten, mit Antiquitäten, die ihn durch ihre pure Schönheit in ihren Bann lockten und ein Entkommen unmöglich machten.
Er versuchte seine Gedanken zu ordnen. Eifersucht? Auf wen eigentlich? Auf Jack oder auf Chase? Er schüttelte den Kopf, als könnte er dadurch die Gedanken vertreiben. Natürlich wusste er, an wessen Stelle er sich wünschte, gesetzt den Fall, er wäre in der Lage es vor sich zuzugeben.
Schon damals, schon als sie beide Rivalen um Ninas Gunst gewesen waren, zumindest hatte es sich für ihn so dargestellt, war es ihm unmöglich gewesen in Jacks Gegenwart sein übliches cooles Gebaren beizubehalten. Dieses, beinahe unmerkliche Zittern in seiner Nähe, der sich um Sekundenbruchteile beschleunigende Herzschlag, hatten deutlicher gesprochen, als jeder Analytiker es hätte tun können.
Tony fühlte, wie ihm das Blut ins Gesicht stieg. Erschütternd  traf ihn die Erkenntnis, dass Jack, und nun ja auch Chase, fähig sein könnten, derart unauffällige Veränderungen wahrzunehmen. Ihm stockte der Atem. Wenn dem so wäre, so hatten sie sich zumindest nichts anmerken lassen. Oder das neue, noch engere Band, das sich zwischen ihnen entwickelte, ließ ihnen weder Zeit noch Energie, um sich mit anderen Themen, als mit ihrer unsterblichen Liebe zu beschäftigen. Tony konnte nicht verhindern, dass Bitterkeit in ihm aufstieg. Sicher, auch er hatte geliebt, hatte Nähe gespürt, liebte auch jetzt. Michelle würde immer seine andere Hälfte sein, seine Partnerin, seine Seelenverwandte. Er grinste, als ihm bewusst wurde, wie sein kurzer Aufenthalt in Sylum bereits seine Ausdrucksweise, wenn auch nur die gedankliche, verändert hatte. Noch vor wenigen Wochen wären ihm dieses Wort und seine Bedeutung absurd vorgekommen, übertrieben esoterisch, keines der Wörter, die er absichtlich verwenden würde.
Doch nun, das Bild seiner beiden Freunde vor Augen, war er es ihm ein selbstverständlicher Begriff geworden.

Unvermittelt öffnete sich eine Seitentür, orange-goldenes Licht drang aus dem Spalt, und Tony stolperte vor Schreck nach vorne.
“Sachte, sachte,” beruhigte ihn eine vertraute Stimme und er spürte sich von starken Armen gepackt, gehalten, bis er wieder festen Boden unter den Füßen hatte.
“Danke,” murmelte er verwirrt, und verfluchte sein Herz, das wieder begann wie ein Dampfhammer in seiner Brust zu schlagen.
Er hatte gar nicht bemerkt, dass er schließlich doch in bekannteren Gefilden angelangt war, sich mit einem Mal vor Jack und Chases gemeinsamen Schlafbereich befand.
“Was tust du hier, mitten in der Nacht?” erkundigte sich Jack belustigt, nachdem er ihn endlich losgelassen hatte. Tony vermied seinen Blick, fuhr sich mit der Hand durch die dunklen Locken und zögerte mit der Antwort.
“Konnte nicht schlafen,” brachte er doch wider Erwarten hervor.
“So ging es uns auch.” Chase war hinter Jack aufgetaucht, schob seine Arme langsam um die Hüften des anderen Mannes, bis er sie vor dem flachen Bauch verschränkte. Sein Kinn auf Jacks  Schulter gestützt, sprach er weiter.
“Wir hören dich schon seit einer Weile.” Tony sah auf, begegnete dem verschmitzten Grinsen und nahm mit einem Mal auch die lässige Kleidung der beiden wahr, die eine gute Vorstellung davon vermittelte, womit sie soeben noch beschäftigt gewesen sein dürften. Jacks Hemd war aufgeknöpft, seine weißen Boxershorts nicht imstande die Erektion zu verbergen, die deutlich hervorstand. Tony schluckte nervös und versuchte seine Aufmerksamkeit auf Chase zu lenken, der ihn mit funkelnden grünen Augen herausfordernd ansah. Tony räusperte sich, suchte nach Worten. “Ich will nicht stören, werde dann wieder gehen,” nuschelte er in sich hinein und machte Anstalten seine Wanderung wieder aufzunehmen.
“Das ist nicht nötig,” wisperte Jack, legte eine seiner schlanken Hände um Tonys Hals und zog ihn mit übermenschlicher Leichtigkeit an sich. In Tonys verwirrter Wahrnehmung, blitzten die leuchtend gelben Augen des Vampirs auf, verschmolzen mit Chases strahlend weißen Eckzähnen, die in ihrer Länge sichtbar wurden, als er erwartungsvoll den Mund öffnete. Nur für einen Moment, dann bedeckte Jack seine Lippen mit den eigenen, nahm ihm den Atem. Die Welt um ihn begann sich zu drehen, versank in einem wilden Taumel, als Jack jeden Tagtraum, den Tony jemals hätte haben können, in seiner Leidenschaft mühelos übertraf. Tony rang nach Luft, wollte den Kuss nicht aufgeben, auf das kunstfertige Spiel der Zunge nicht verzichten.
Er zuckte zusammen, riss die Augen auf, die sich im Rausch der Empfindungen geschlossen hatten, als er neben Jacks vertrauten Fingern noch zwei andere, rauere wahrnahm.
“Chase!” Er schnappte verwirrt nach Luft, begann zu stammeln. “Aber ihr.... euer Band.... ich dachte... !”
“Mach dir keine Gedanken,” flüsterte Jack zärtlich in sein Ohr, fuhr mit Zunge und Lippen sacht über die empfindliche Haut.
“Du gehörst zu uns!” Fassungslos, willenlos, ließ sich Tony von vier Armen in das Zimmer ziehen, in dem es betörend nach Moschus duftete, während das Licht einen unvergleichlich weichen Glanz angenommen hatte, der in Tony den Wunsch weckte, darin zu versinken. Statt dessen fühlte er sich emporgehoben, schwebte für einen Augenblick und wurde schließlich sanft in seidenen Kissen gebettet.
Federleichte Finger glitten über seinen Körper, und nur durch den kühlen Luftzug, der mit einem Mal seine nackte Haut streifte, registrierte er überhaupt, dass seine Kleidung wie von Zauberhand verschwunden war. Er bebte leicht, seufzte auf, als sich ein warmer, fester Körper auf ihn legte, zärtliche Hände ihn liebkosten, blinzelte und erschauerte zugleich bei dem Anblick des schimmernden Blaus, das ihn in Jacks Augen hypnotisierte.
Der blonde Mann lächelte, berührte behutsam Tonys Wange und drehte seinen Kopf langsam, aber bestimmt zur Seite, um den sonnengebräunten Hals frei zu legen. Tony sog die Luft ein, als scharfe Zähne seine Haut durchstießen, als der Geruch von Blut seine Sinne erfüllte, und als er für einen Moment sicher war, die Erde hätte aufgehört sich zu drehen. Er stöhnte leise, als die Empfindungen ihn zu überwältigen drohten, das Gefühl geliebt und gebraucht zu werden, seine Sinne erfüllte.
Sein Mund wurde wieder bedeckt, sein wohliges Seufzen erstickt, aufgesogen von harten, fordernden Küssen, während ein Blitz in seinem Inneren aufzuckte, die Flammen, die in seinen Leisten emporloderten, Zeugnis ablegten für die gekonnten Bewegungen, mit denen Chases Hände seinen Penis zum Leben erweckten.
Jacks ersehntes Gewicht hatte sich beinahe unmerklich zur Seite verlagert, war dem des jüngeren Mannes gewichen, der seine Lippen und seine Zunge verschlang, und gleichzeitig seinen Körper in Ekstase versetzte. Kaum nahm Tony wahr, dass Jack die Zähne aus seinem Hals gezogen und die Wunde mit seiner Zunge verschlossen hatte, ein Gefühl der Glückseligkeit folgte dem nächsten, wurde zu einer ebenso unerträglichen wie süßen Qual, als Chase in einer einzigen, fließenden Bewegung seinen Unterleib anhob und machtvoll in ihn eindrang.
Er schrie auf, als die Verbindung von Schmerz und Lust ihn überwältigte, erreichte einen nie da gewesenen Höhepunkt, als Jacks erfahrene Hände ihn zusammen mit Chases harten Stößen zu den Sternen katapultierten.

Schweißbedeckt und schweratmend fuhr Tony hoch, blinzelte in die undurchdringlich scheinende Dunkelheit. Seine Erektion pochte schmerzhaft und seine eigenen Versuche Luft zu holen, rasselten laut in seinen Ohren.
“Nur ein Traum, zum Glück nur ein Traum,” entfuhr es ihm in die Stille hinein.
Verdammt, diese ganze Sylum - Geschichte ging ihm offenbar doch mehr an die Nieren, als er vermutet hatte. Es wurde allerhöchste Zeit, dass Michelle und er wieder zusammenkamen, zumindest würde sie diesen verrückten Träumen ein Ende machen.
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