Ein alternativer Entwurf zu Season5

GeschichteParodie / P12
10.02.2007
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Warnungen: Quatsch
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....
* * * * *

Wie wir alle wissen, endete die 4.Staffel mit dem zufrieden in den Sonnenaufgang hineinspazierenden Jack Bauer.  ( Bei diesem Anblick der Hoffnung und der Verheißung wurde jedem Durchschnittsfernsehzuschauer unweigerlich und schmerzhaft bewusst, in welch beneidenswerter Situation sich dieser Held doch befand, einer Situation, die sich der eine oder andere Mitvierziger nur allzu bildhaft und zudem in jeder freien Minute seines Lebens vorzustellen gewohnt war: endlich frei zu sein- ungebunden - losgelöst von allen Fesseln bürgerlicher Konventionen. Ebenso empfanden die Drehbuchautoren, die in einem Minimum an Zeit eine Handlung entwickelten, die leider zugunsten eines geringfügig actionlastigeren Skriptes in einer Schublade landelte. Dabei warfen gerade diese Ideen ein interessantes Licht auf die Träume, Wünsche und Phantasien der kreativen Köpfe Hollywoods, denen es gelang sich, in bisher noch nie dagewesener Weise mit einem Hauptcharakter zu identifizieren. )

Beginn des Entwurfes:
Schluss mit dem öden Schreibtischjob in Washington, und auch das, langsam etwas anstrengend zu werden drohende Foltern, Morden und Prügel Einstecken, würde von nun an hinter Jack liegen. Es war die Chance sich endlich ohne Schuldgefühle, Sorgen, schlechtes Gewissen seinen Lebenstraum zu erfüllen, unter neuem Namen, verborgen hinter einer frisch erfundenen Identität, konnte er das tun, wozu er sich, in seinem tiefsten Inneren, bereits seit frühester Kindheit berufen gefühlt hatte.

Schwieriger gestaltete sich die Lage für die anderen, in die haarsträubenden Ereignisse verwickelten Beteiligten, allen voran, die Tonys, dessen halbherzige Suche nach einer lukrativen Betätigung, mit deren Hilfe er Michelles und seine gemeinsamen Pläne, betreffend der Familiengründung vorantreiben wollte,bisher leider von keinerlei Erfolg gekrönt waren.
Mag durchaus sein, dass ihm die angebotenen Jobs, nach der ersten, aufregenden Felderfahrung mit Jack, einfach nicht interessant genug erschienen, auf jeden Fall fand er sich zu Bill Buchanans Schrecken, mit verdächtiger Regelmäßigkeit im CTU Hauptquartier ein, studierte die Stellenanzeigen am schwarzen Brett, und hielt Chloe mit Geschichten aus seiner ‘aktiven Zeit’ von der Arbeit ab.

Kim dagegen, hatte ihre Lebensaufgabe darin entdeckt, vor den verschiedensten gerichtlichen Instanzen ihr nicht vorhandenes Erbe einzuklagen. Das arme Mädchen konnte sich einfach nicht damit abfinden, dass ihr Vater, trotz all der phänomenalen Dinge, die er in den letzten Jahren vollbracht hatte, niemals auch nur annähernd genügend verdient hatte, um sich das kleine Vermögen zurückzulegen, dass sie sich nach seinem Tod erwartet hatte. Chase trug es mit Fassung, schrieb es als vorübergehende Phase dem Schock und der Trauer zu, und fühlte sich erst schweren Herzens verpflichtet einzuschreiten, als sie damit begann Ex - Präsident Palmer zu belästigen, bis dieser sich schließlich sogar gezwungen sah, nicht nur sein Telefon abzubestellen, sondern ebenso seine Wohnung aufzukündigen, und bei seinem kleinen Bruder Zuflucht zu suchen.

Audrey hatte die Konsequenzen gezogen, dem weltlichen Leben den Rücken zugekehrt und Zuflucht und Erfüllung im Missionsdienst gesucht, während ihr Vater, untröstlich über den Verlust der einzigen Tochter, denn als solcher empfand er es, sich endlich mit seinem Sohn versöhnte, bis dieser genug bekam von den permanenten versteckten Andeutungen, eine mögliche Geschlechtsumwandlung betreffend, für die sein aufopferungsvoller Vater sogar vorschlug die kompletten Kosten zu übernehmen, und dem Verteidigungsminister klipp und klar erklärte, dass er weder bereit wäre die freigewordene Tochterrolle zu übernehmen, noch dass seine Absicht, demnächst im freien Kanada den Bund fürs Leben mit seinem Freund Jacques zu schließen, den Beginn der Apokalypse bedeuten würde.

Aber nun zurück zu Jack, dessen Leidenschaft für den klassischen, lateinamerikanischen Tanz, die er nun willens war, auszuleben, ihn in einen kleinen verschlafenen Ort, nahe der mexikanischen Grenze geführt hatte, einer traditionellen Ausbildungsstätte für Tanzlehrer, vergleichbar einer Art Trainingslager für Ehrgeizige, die bereit waren alles einzusetzen, um den Sprung in die Profiliga zu schaffen.
Unter dem Pseudonym ‘Antonio Banderas’, absolvierte er die Grundausbildung mit Leichtigkeit, gewann gegen die harte Konkurrenz zweier blasser, rothaariger Schotten und eines  schweizer Pärchens das örtliche Flamenco Stipendium, und trat zum Abschlusskurs an, der den ersten Schritt in die Unabhängigkeit, als selbstständig arbeitender Tanzlehrer darstellen sollte.
Doch gerade dieser Abend sollte es sein, der den Anfang vom Ende bedeuten, der sein Weltbild erneut durcheinanderwirbeln würde.
Jack wartete, gemeinsam mit den anderen drei jahrgangsbesten Absolventen, als sein, durch intensives Tanztraining speziell auf Schrittkombinationen geschultes Ohr, vertraute Klänge wahrnahm.
Diesen Schritt kannte er doch. Während monatelanger aufreibender Undercover Tätigkeit hatte sich dieser  unverwechselbare Rhythmus in sein Gedächtnis gebrannt.
Der Atem stockte in seinem Hals und die Augen weiteten sich, als die dunkle, gedrungene, leider nur allzu bekannte Gestalt auf ihn zukam.
“Was zum Teufel?”
Doch nicht nur er schien wie vom Donner gerührt. Der Mund des anderen klappte unkontrolliert auf und zu, als Ausdruck fassungslosen Staunens.
“Madre de Dios! Jack? Ich dachte, du seist tot!”
“Verdammt Ramon, das dachte ich von dir auch!”
Unruhig sah Ramon sich um, fasste Jack kurz entschlossen an seinem Rüschenärmel und zog ihn mit sich zur Seite, während dieser noch vergeblich nach dem nicht vorhandenen Pistolengurt tastete, der sich allerdings zu dem körperbetonten Tänzer Outfit, wirklich nicht allzu gut gemacht hätte.
“Hör mal, Jack,” nuschelte er, stockte, verbesserte sich. “Antonio, wie ich doch annehme. Also, ich trage dir wirklich nichts mehr nach, ich meine... ,“ verschwörerisch neigte er sich zu ihm. “Wir hatten nun einmal beide einen Job zu erledigen, also würde ich sagen... Schwamm drüber.
Aber das hier... ,” die Stimme entwickelte einen drohenden Unterton. “Wenn du versuchen solltest, mir das hier kaputt zu machen, nachdem ich nun endlich, nach Jahrzehnten des Suchens, der Fehlschläge und Irrwege meine Berufung gefunden habe..., also, wenn du mir das hier zerstören solltest, dann..., “ er zögerte. “Dann nehme ich dir das wirklich, richtig übel!”
Jack schluckte. “Also ich weiß nicht, ob ich das kann, nach all dem, was du... .”
“Hey, Compadre!” Ramon grinste. “Als hätten wir zwei Hübschen nicht schon viel Schlimmeres zusammen durchgestanden!”
“Ähm!”
“Ist schon gut.” Der Ex Drogenbaron klopfte Jack aufmunternd auf die Schulter. “Du brauchst sicher etwas Zeit zum Nachdenken.”
Geschmeidig wandte er sich den anderen Schülern zu. “Alors, mes enfants! Lasst uns beginnen! Ich sage nur: Tango... !”

Mit quietschenden Bremsen hielt der Jeep am Rande des abgelegenen Städtchens. Der aufgewirbelte Staub senkte sich langsam wieder zu Boden, als der dunkelhaarige Mann mit gezückter Waffe aus dem Wagen hechtete, und begann, sich, jede verfügbare Deckung ausnutzend, unaufhaltsam in das Zentrum des Ortes vorzuarbeiten.

Mit einem Seufzer schloss Jack die Tür zu seinem spärlich möblierten Zimmer, kickte die höllisch unbequemen Tanzschuhe weit von sich, und ließ sich auf den einsamen Stuhl fallen, um die schmerzenden Füße zu massieren. Dass Ramon ein Menschenschinder war, hatte er ja gewusst, aber das??? Wer hätte gedacht, dass er sich je zu seinem Navy Seals Training zurücksehnen würde. Schon allein dafür, hätte dieser Sadist es mehr als verdient aufzufliegen, und doch, im Samba war er ein Genie, Jack war gezwungen das anzuerkennen. Allein die Körperbeherrschung, das Gefühl für Rhythmus, der Schwung der Hüften, Jack wusste, dass, wollte er es in diesem Metier zu etwas bringen, er auf Ramons Unterricht nicht würde verzichten können.
“Ja - a - a - ack,” säuselte die tiefe Stimme erotisch.
“Verdammt!” Zum zweiten Mal an diesem Abend hatte ihn sein Agententraining im Stich gelassen. Doch die üppigen, weiblichen Formen, die sich verführerisch auf dem Bett räkelten, bewirkten lediglich, dass sich der erste Schreck in ein genervtes Stöhnen verwandelte.
“Juanita,” tadelte er. “Ich hab dir doch gesagt, ich brauche mal eine Pause.”
“Wer ist Juanita?” Ein beängstigender Unterton schwang in den Worten mit. ‘Fürchte den Zorn einer eifersüchtigen Frau’ schoss ihm mit einem Mal warnend durch den Sinn. Der fremdländische Akzent schien vage vertraut.
“Äääääh... .” Und da hatte er gedacht seinen Problemen mit dem weiblichen Geschlecht ein für allemal entkommen zu sein. Wie schon so oft - ein Trugschluss!
“Ääähm, Carmen?”
Licht flammte grell auf. Schwarz glänzende Haare fielen auf wohlgeformte Schultern, um die ein dunkelrotes, seidenes Nichts lose drapiert war.
Die Hände in die Seiten gestützt, blitzten ihn schwarze Augen wutentbrannt an.
“So schnell hast du mich also vergessen, Jack. Und das nach all dem, das ich für dich getan habe.”
“Äh - Dinah? Dinah Araz? Aber wie... ?”
“Du hast doch wohl nicht geglaubt, dass man mich so einfach erschießen könnte?”
“Ja, aber... .”
“Kein aber! Ich wusste doch auch, dass du dich nicht umbringen lassen würdest. Nicht solange zwischen uns noch so Vieles ungeklärt ist.”
“Wa - was willst du von mir?” vermochte er stotternd hervorzubringen.
“Jack, Jack - mein lieber Junge,” gurrte sie. “Sag nicht, dass du es nicht auch gespürt hast!”
“Was?”
“Es.”
“Äh.”
“Wir beide! Unvereinbare Gegensätze - hell und dunkel - Feuer und Wasser ... “
“Ääh!”
Dinah ließ sich nicht beirren. “Und dennoch sind wir uns ähnlich, sind Seelenverwandte, zwei Seiten einer Medaille.....   . Jack - lass uns eins werden!”
“Also, ich... ,” Jack hustete. “Ich fühle mich wirklich geschmeichelt, Dinah... .”
“Deckung, Jack!”
Jack spürte, wie ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. “Was zum... ?”
Schüsse durchpeitschten die Nacht.
“Hilfe, Terroristen!” schrie Dinah gellend.
“Wo, wo...?”
“Tony? Bist du das?”
“Jack?”
“Jetzt sei endlich still, Dinah! Hier gibt es keine Terroristen. Und du Tony? Darf man erfahren, was das werden soll, wenńs fertig ist?”
Mühsam rappelte Jack sich auf. Als ob ihm nicht schon vorher jeder Knochen im Leib geschmerzt hätte. Der Zusammenstoß mit Tony, der ihn unsanft aus seiner, vermutlich selbst kreierten Schusslinie geschubst hatte, war nicht gerade eine Hilfe gewesen.
“Ahem!” Tony klopfte sich den Staub aus der Hose und nestelte unsicher an seiner Waffe herum. “Naja, ich..., also... .”
“Agent Almeida?” fragte Dinah mit großen Augen. “Sie wollen auch Tanzlehrer werden?”
“Nun... ,” stammelte Tony. “Das wohl nicht, ich bin dann doch eher der unmusikalische Typ, wenngleich ein wenig Wiener Walzer... .“
“Schon gut, Tony, wir wissen was du meinst,” unterbrach ihn Jack ungeduldig. “Also, was ist los?”

Tony druckste eine Weile herum. “Naja, also da waren diese Gerüchte, du weißt schon, das Übliche eben.”
“Was denn? Ein terroristischer Anschlag, ausgebrütet von den führenden Köpfen einer internationalen Verschwörungsorganisation, mit dem Ziel die unangefochtene Vormachtstellung der Vereinigten Staaten in der Welt auf lange Sicht zu unterminieren?”
Tony wirkte verblüfft. “Woher weißt du?”
Jack zuckte mit den Schultern “Nur geraten.”
“Nun ja, fuhr Tony fort. “Ich war zufällig in der CTU... “
“Ich dachte, du hättest endgültig genug, lieber würdest du Straßen fegen, als in diese Brutstätte für Korruption und Betrug noch einen Fuß hineinzusetzen.”
“Das habe ich auch,” empörte sich Tony. “Aber ich bin nun einmal ein kommunikationsfreundlicher Mensch und pflege meine Kontakte, im Gegensatz zu manchen anderen Anwesenden.” Zornige Blitzte schossen zwischen den ehemaligen Kollegen hin und her, bis Jack schließlich den Blick senkte.
“Schon gut, Tony. Ich weiß, ich hatte versprochen anzurufen... .”
“Das hast du allerdings.” Tony erhob anklagend die Stimme. “Weißt du, wie das ist? Tag und Nacht neben dem Telefon zu verbringen, und zu warten... zu hoffen, auf nur ein Wort? Und wenn es dann endlich läutet, dein Herz bebt und du in freudiger Erwartung abhebst, wer meldet sich dann? ... Ein Telefonvertreter vielleicht, oder... .”
“Oder deine Frau!”
“Wie bitte?”
Drei Köpfe fuhren herum.
“Michelle?”
“Keine Sorge, Tony. Ich bin nicht wegen dir hier.”
“Michelle, ich... , ich dachte du wärst arbeiten?”
“Du meinst Geld für den Lebensunterhalt verdienen, während du herausfindest, wie du dich selbst verwirklichen kannst?”
“Also, das ist jetzt aber ungerecht. Ich dachte, dein Job würde dir Spaß machen.”
“Wie bitte? Ich hab mich wohl verhört! Als Vorschullehrerin für 25 unerzogene Gören?”
“Aber wir waren uns doch einig, dass es keine bessere Vorbereitung für die Mutterrolle geben könnte.”
“Lieber adoptiere ich 25 ausgewachsene Terroristen,” schimpfte Michelle, nun erst so richtig in Fahrt gekommen.  
“Können wir das Familiendrama jetzt mal beiseite lassen,” verlor Dinah die Geduld. “Warum nehmt ihr zwei Hübschen euch nicht ein Zimmer, und gönnt Jack und mir eine Pause. Wir haben hier nämlich etwas zu besprechen.”
“Worum geht es denn?” Michelle richtete ihre Aufmerksamkeit auf die andere Frau, musterte sie und ihren Aufzug von oben bis unten und hob anschließend verächtlich die Augenbrauen.
“Ich wüsste nicht, was Sie das zu interessieren hätte,” entgegnete Dinah schnippisch. “Das ist eine Sache zwischen mir und Jack.”
“Ach Dinah... ?”
“Lass nur, Jack, ich mach das schon,” blockte Michelle ihn resolut ab. “Und ob mich das etwas angeht. Jack und mich verbindet etwas ganz Besonderes.”
“Ah ja?”
“Natürlich!” Empört fuhr sie herum. “Oder was glaubst du, Tony, warum ich deine Eskapaden so lange geduldet habe. Du meintest doch wohl nicht wirklich, dass vorhatte den Rest meines Lebens mit dir auszuharren?”
“Also eigentlich... .”
“Sei nicht albern, Tony!” Mit einem spitzbübischen Lächeln hing sie sich an Jacks Arm und blinzelte neckisch zu ihm hoch.”
Jack wirkte leicht verwirrt, hilfesuchend blickte er um sich, erhoffte sich Rat in den sich langsam, als die Erkenntnis begann unaufhaltsam einzusickern, verfinsternden Gesichtszügen des Freundes.
“Jack, du Verräter! Wie konntest du nur?”
“Aber...!”
“Hinter meinem Rücken mit meiner Frau... “
“Aber ich war doch gar nicht da! Ich war doch die ganze Zeit hier.”
“Ach Jack.” Michelle streichelte zärtlich sein Ohr. “Du brauchst es nicht mehr zu leugnen. Ist es nicht schön, dass wir endlich zu unseren Gefühlen stehen können?”
“... zu unseren Gefühlen?”
Sie kicherte. “Denkst du wirklich, ich hätte all die stummen Signale nicht bemerkt? Die Blicke voller Verlangen! Die Dankbarkeit in deinen Augen, wenn sich unsere Hände zufällig berührt haben?”
“Du meinst, wenn ich dich um eine Tasse Kaffee gebeten habe?”
“Ach Jack, mein Süßer. Es ist nicht mehr notwendig schüchtern zu sein.”
“Ich bin doch nicht... , ich meine..., ich war noch niemals... .”
“Vergiss es, Kleine,” mischte Dinah sich nun ein. “Was Jack braucht, ist eine richtige Frau, nicht so ein mageres Nymphchen wie dich.”
“Einen Moment mal!” Tony begann wieder zu sich zu kommen. “Mrs Araz, wie reden Sie denn mit meiner Frau?”
“Genau genommen bin ich... .”
“Lass es, Michelle, noch bist du meine Frau... meine... ! Und wenn Jack es wagen sollte dich mir wegnehmen zu wollen... .”
“Aber ich habe doch überhaupt nicht die Absicht... .”
“Halt dich da raus, Jack!” erklangen drei wütende Stimmen gleichzeitig.
“Na, dann eben nicht!” Mittlerweile etwas angenervt, nicht zuletzt von der Tatsache, dass hier niemand in der Lage zu sein schien den anderen ausreden zu lassen, schritt Jack entschlossen zur Tür.
Doch noch ehe er sie öffnen konnte, flog sie mit unerwarteter Wucht auf, traf ihn an der Nase und ließ ihn rückwärts ins Zimmer taumeln.
Drei schwer bewaffnete Schränke von Männern, jeder von ihnen mindestens zwei Meter groß, in Anzügen, die aus den Nähten zu platzen schienen, da es ihnen unmöglich war der Muskelmasse Herr zu werden, mit dunklen Sonnenbrillen im Gesicht verschafften sich Eintritt.
“Spinnt ihr? Meine Nase!” räsonierte Jack, nachdem er sein Gleichgewicht wieder gefunden hatte. Dinah und Michelle suchten hektisch in ihren Handtaschen, aber Tony war schneller und versorgte Jack mit einem Taschentuch, das er für derartige Notfälle ständig bei sich trug, um die Blutung zu stoppen.
“Du musst den Kopf in den Nacken legen.”
“Unsinn, er muss sich nach vorne beugen.” Michelle und Dinah funkelten sich wütend an.
“Ladies, Ladies, mir geht’s gut,” murmelte Jack. “Was ist hier eigentlich los?”
“Ach verflixt,” stöhnte Tony auf. “Das sind sicher die Verbrecher, die ihre finsteren Pläne nun in die Tat umsetzen wollen.”
“Genau so ist es, Mr. Almeida! Ich bin erstaunt, dass Sie uns auf die Spur gekommen sind.”
“Naja, eigentlich wollte ich ja nur Jack besuchen... .”
“Tja  Jack. Und nun konzentriert sich alles einmal mehr auf Sie!” Mit diesen Worten trat der offensichtliche Anführer der gefährlich wirkenden Gruppe in die Mitte des Raumes. Die Haare zurückgekämmt und in einen eleganten weißen Seidenanzug gekleidet, erinnerte er an einen Entertainer aus Las Vegas.... oder an einen Mafiosi... wie man wollte.
“Endlich werden Sie für all das büßen, was Sie mir und meiner Familie angetan haben. Dieses Mal kommen Sie nicht davon!” Ein diabolisches Lachen erklang unbarmherzig, wurde von den Wänden zurückgeworfen, ließ die Anwesenden erschauern.
“Aber ich hab doch gar nichts... .“
“Erinnern Sie sich nicht an mich?” Der junge Mann trat auf Jack zu und sah ihm direkt ins Gesicht.
“Irgendwie kommst du mir schon bekannt vor, aber ich treffe nun mal so viele Leute. Man kann sich einfach nicht jedes Gesicht merken.”
Wenn Blicke töten könnten, wäre Jack schon längst ein Häufchen Asche, aber so starrte er nur weiterhin verzweifelt in die großen dunklen Augen, ging systematisch seinen Lebenslauf durch, was durchaus noch einige Zeit in Anspruch nehmen konnte.
Der andere klopfte nervös mit seinem Fuß auf den Boden, bis es ihm zu bunt wurde.
“Sie haben mich vor nicht allzu langer Zeit belogen, betrogen, mir Dinge versprochen, und mich dann im Stich gelassen... .”
“Äääähm... .”
“Sie haben den Tod meiner Mutter auf dem Gewissen.”
“Also... , wann soll das nochmal gewesen sein?”


“Behrooz!”
“Mum?”
“Behrooz, was machst du hier, mein Junge?”
“Mum, du hast nichts an.”
Rasch ergriff Dinah das Bettlaken und hüllte sich geschickt darin ein. Der, soeben noch ausgesprochen selbstsicher wirkende Behrooz schien für einen Augenblick in seine frühe Kindheit zurückkatapultiert worden zu sein.
“Mum, aber, du bist doch... , ich meine... !”
“Aber nicht doch, Kind. Ich war nur gezwungen eine Weile abzutauchen.”
“Aber Mum, ich hatte vor deinen Tod zu rächen, blutig, brutal, mitleidlos, deshalb bin ich doch nur der KJBAOIA beigetreten.”
“Der was?”
“Der ‘Kill Jack Bauer At Once International Association’.”
“Tony, woher weißt du... ?”
“Naja, die Vereinigung ist nicht gerade neu.”
“Keine Sorge, Liebling,” tröstete ihn Michelle. “Du bist doch jetzt Antonio. Und außerdem passe ich auf dich auf.”
“Lass gut sein, Mädchen,” ergriff Dinah wieder das Wort. “Ich werde ein Machtwort sprechen.”
Entschieden wandte sie sich an ihren Sohn. “Jack Bauer wird kein Haar gekrümmt werden, schließlich könnte er bald dein Stiefvater sein.”
“Waaas?” Entsetztes Aufschreien aus diversen Kehlen, lediglich Tony machte kein gar so unglückliches Gesicht mehr.
“Mum, bist du verrückt. Du weißt doch noch gar nicht, was dieser Mann so alles auf seinem Gewissen hat.”
“Ach, was das angeht, sind wir doch alle keine unbeschriebenen Blätter mehr. Man muss auch mal vergeben und vergessen können.”
“Er hat mich belogen.”
“Sind wir denn nicht alle irgendwie Lügner vor dem Allmächtigen?”
“Jetzt langt́s. Kim, sag dús ihr!”
“Kim, Kleines!” Jacks Augen wurden kugelrund. “Dass ich dich noch einmal sehen darf.”
“Spar dir den Atem, Dad. Ich werde dir das nie verzeihen!”
“Was? Dass ich meinen Tod vorgetäuscht habe, und ohne ein Wort verschwunden bin?”
“Hah!” Kim lachte bitter auf. “Wenn es das nur wäre! Aber nein.” Sie schüttelte ihren Kopf. “Nein, dass du mich praktisch mittellos zurückgelassen hast, und dann auch noch mit ..... dem da!”
Und mit diesen Worten, zerrten zwei weitere Wachen den gefesselten und geknebelten Chase in das mittlerweile recht eng zu werden drohende Zimmer.
“Wie jetzt? Ich dachte du liebst ihn? Und du hast doch das Haus, die Wohnung, das Auto, die Versicherung, den Schmuck deiner Großmutter... .” Die Ereignisse des Abends, die ausartende  Versammlung in seinem Schlafgemach, zerrten doch empfindlich an Jacks Nerven.
“Nicht mehr, Dad! Ich werde Behrooz heiraten. Wir machen zusammen Karriere in der KJBAOIA, es existieren weltweite Verbindungen, Kontakte zwischen den einflussreichsten Kreisen.”
“Aber wie kannst du nur? Ich bin doch dein Vater?”
“Ach lass doch die Kinder,” ließ Dinah verlauten. “Auf die Art verlierst du keine Tochter, sondern du gewinnst einen Sohn.... Komm in meine Arme, Kim, wir sind jetzt eine Familie.”
“Schwiegermama!”
“Ich hab mir immer eine Tochter gewünscht. Du wirst doch zum Islam übertreten?”
“Längst geschehen. In dieser Kultur wird Familie noch ernstgenommen.” Ein flammender Blick aus ihren blauen Augen brachte Jack zum Erschauern.
“Nunja, es ist richtig, das wir diesbezüglich nur lernen können.” Er holte tief Luft. “Kim, ich respektiere deine Entscheidung, und begrüße deine Weltoffenheit, aber was wird nun aus Chase?”
“Chase? Keine Ahnung. Du solltest dir lieber um dich Sorgen machen, Dad. Nach all dem, das die Chefin wegen dir durchgemacht hat, wird sie wohl nicht zimperlich sein.”
“Die Chefin?” Tony brachte sich wieder in Erinnerung. “Dann ist Behrooz nicht euer Anführer?”
“Du Scherzkeks! Dieses Kind?” Michelle kicherte. “Nein, dahinter muss ein Genie stecken, der ultimative Mastermind, ein hochintelligenter Geist!”
Tony und sie sahen sich an, und riefen wie aus einem Mund. “Chloe!”
“Chloe?”
“Gratuliere, Jack, du bist also doch noch dahinter gekommen.”
“Chloe, wieso du? Was habe ich dir denn getan?”
“Hast du denn nicht gewusst, wozu verschmähte Liebe eine Frau treiben kann? Tag für Tag hole ich dich aus dem ärgsten Schlamassel, und wie dankst du es mir?”
“Aber Chloe, ich vertraue dir - oder besser - ich habe dir vertraut, was äußerst selten vorkommt, und wohl noch viel seltener vorkommen sollte... .”
“Vertrauen, jaja, so nennt ihr Kerle das!”
“Chloe, ich hatte doch keine Ahnung.”
“Merkst du was?” Dinah schob sich zu Michelle herüber. “Es kommt mir fast so vor, als hätte Jack uns drei über den Tisch ziehen wollen. Vier, wenn wir Kim noch mitrechnen.”
“Männer,” schnaubte Michelle. “Leere Versprechungen, Liebesschwüre...”
“Aber ich hab doch niemals... .” Ein vierstimmiges Zischen brachte Jack zum Schweigen.
“...  und dann entpuppt sich alles als Lug und Trug.”
“Genau!” Chloe nickte eifrig. “Genau das habe ich auch immer gesagt, und deshalb müssen wir an einem Vertreter dieser Spezies, und zwar an dem Schlimmsten von allen, ein Exempel statuieren.”
“Und das wäre Jack?” erkundigte sich Tony vorsichtig, bereute jedoch gleich die Aufmerksamkeit auf sich gezogen zu haben. Die Damen zeigten sich jedoch weniger abgelenkt, als er befürchtet hatte, und kehrten zum ursprünglichen Thema ihres Gespräches zurück.
“So viel Sexappeal ist einfach unfair gegenüber dem weiblichen Geschlecht, wir haben keine andere Wahl, als einschneidende Maßnahmen zu ergreifen,” riss Michelle die Leitung der Operation an sich.
“Aber Chase ist doch eigentlich harmlos,” gab Chloe zu bedenken, nach einem prüfenden Seitenblick auf die bewegungsunfähige Gestalt. Chase blinzelte, auffallend harmlos in die Runde, ohne zu ahnen, dass ausgerechnet Kim ihm in den Rücken fallen würde.
“Nunja, mein Vater ist sein großer Held. Er versucht alles so zu machen, wie er es tun würde... .”
“Aha! Keine Gnade für Mini - Jack. Und was ist mit Tony?”
“Also,” Michelle legte nachdenklich die Stirn in Falten. “Da besteht meines Wissens eigentlich keine Gefahr. Wir sollten... .”
In diesem Augenblick geschah etwas Unvorhergesehenes.
Wieder flogen die Türen auf und, es war kaum zu glauben, doch noch mehr Menschen gelang es sich in den Raum zu drängen. Und nicht nur das - nein - in atemberaubender Geschwindigkeit  brachten es die, durch Tanztraining gestählten Eindringlinge fertig, die schwerfälligen Wachen zu überwältigen und zu entwaffnen.
“Jack! “ schrie Ramon. “Ich meine, Antonio! Wir müssen fliehen. Juanita und Carmen haben die Damen des Dorfes aufgewiegelt. Sie kommen dich zu holen, und dann... .”
“Ich verstehe, Ramon. Wir haben also keinerlei Chance.”
“Eher schmilzt ein Schneeball in der Hölle, als dass du hier heil herauskommst.”
“Aber warum hilfst du mir, und Hansi, und Greta, und die McNeills. Danke übrigens, Leute!”
“Ist uns ein Vergnügen, und dann brauchen wir dich doch für unser Tanzstudio. Keiner von uns versteht den Pasodoble.”
“Zeig ich euch, keine Frage,”keuchte Jack aufgeregt. “Aber wir müssen Chase mitnehmen, der Junge ist hier nicht sicher.”
“Einverstanden, Antonio, jetzt aber schnell. Die Uhr tickt.”
“Aber Jack, wir haben das doch so nicht gemeint... das ist alles ein Mißverständnis... Dad, lass uns doch reden.... .”
Doch Jack hatte seine Lektion gelernt. Nie wieder würde er einer Frau vertrauen können, ohne Ausnahme. Einigen Männern vielleicht, guten Männern, auf die man bauen konnte, wie zum Beispiel  Ramon...... andererseits....  
...wir wissen es schlicht und ergreifend nicht!
Und dennoch fragen wir uns
... ob Chase sich notgedrungen auch entscheiden muss Tänzer zu werden...
... ob die KJBAOIA letztendlich zum Bankrott verurteilt ist...
... was eigentlich Behrooz macht...
... ob Tony sich unter dem Bett versteckt...
... welche finsteren Pläne das finstere Quartett von der Liebe enttäuschter Geheimdienstbräute noch ausbrüten wird ...
... ob Jack und Ramon glücklich werden?

Doch wir werden es nie erfahren, weil die Geschichte unverständlicherweise keine Sponsoren gefunden hat! Schade, Jack in Tanzschuhen hätte ich gerne gesehen....
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