Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Im Banne der Vergangenheit

von AnimaSola
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
25.01.2007
25.01.2007
3
3.182
 
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
25.01.2007 427
 
Mit einem Schrei auf den Lippen schreckte sie auf. Ihr Herz schlug ihr gegen den Brustkorb, als wolle es herausspringen. Sie fühlte sich geschwächt, verletzlich und leer. Gefühle, die sie viele Jahre lang erfolgreich verdrängt hatte. Doch nun waren sie wieder da, sie hatten sie wieder heimgesucht.

Keuchend setzte sie sich auf und berührte mit ihren nackten Füßen den kalten Holzfußboden. Die Kälte beruhigte sie umgehend. Die Augen schließend, versuchte sie die Verletzlichkeit, die ihr die Brust einschnürte, unter Kontrolle zu bringen. Es gelang ihr langsam. All die Jahre, in denen sie sich beschützt und behütet und stark gefühlt hatte, hatten ihre Spuren hinterlassen.

Es war nicht nur die Kraft der Kreatur gewesen, der sie diese Macht verdankt hatte, es war ihrer eigener Stolz, ihr Ehrgeiz, ihre Hoffnung, die sie zu dem Menschen gemacht hatten, der sie vor wenigen Tagen noch gewesen war.

Doch nun war alles vorbei.

Lara Croft hatte sie es zu verdanken, dass die Kreatur sie nun nicht mehr beschützte. Lara Croft hatte ihre Träume zunichte gemacht. Lara Croft, die sie einst eine Freundin genannt hatte, war es zu verdanken, dass sie jede Nacht schweißgebadet aus Träumen aufschreckte, die sie nicht mehr loslassen wollten.

Träume voller Angst, Verzweiflung und Trauer.

Lara Croft hatte ihr alles genommen. Den Stein, ihre Hoffnung, ihren Geliebten.

Der Gedanke an James Rutland ließ sie frösteln. Seit Tagen durchlebte sie dessen letzte Minuten immer und immer wieder. Er war durch das Schwert gestorben, dass sie beide in eine bessere Welt hätte bringen sollen. Mit ihm war auch ihre Zuversicht gestorben, jemals das Paradies erleben zu dürfen.

Sie erhob sich langsam vom Bett und schritt mit leisen Schritten zu der Kommode neben dem Fenster des kleinen Zimmers. Vor dem Fenster erhellte ein Blitz das regenverhangene London. Im Zimmer erblickte sie ihr blasses Gesicht im Spiegel auf der Kommode. Ihre Wangen wirkten eingefallen, ihr weißblondes Haar schimmerte grau; sie sah aus wie sie sich fühlte. Eine leere Hülle. Nur das rauschende Blut in ihren Adern erinnerte sie daran, dass sie noch lebte.

Es erinnerte sie daran, wem sie ihren Zustand zu verdanken hatte.

In Amanda Everts Herz formte sich eine weitere Emotion, die die Trauer und de Hoffnungslosigkeit kleiner wirken ließ: schierer, trockener Hass.

Sie würde ihre Rache bekommen. Sie würde den Mann rächen, den sie geliebt hatte. Und sie würde den Plan rächen, der gescheitert war.

Vor allen Dingen wollte sie nicht länger mit dem Gedanken leben, dass sich die ach so unglaubliche Lara Croft nicht dazu herabgelassen hatte, sie, Amanda, umzubringen.

Nun, für diese Dummheit musste sie bestraft werden!
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast