Geschichte: Fanfiktion / Prominente / Musik / US 5 / Gone

Gone

von KeylaXero
GeschichteDrama / P18
24.01.2007
07.05.2007
27
69256
 
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
Hier wäre nun auchschon Kap 2.
Die Fortsetzung.
Reviews sind immer Wilkommen.






Gone


Kapitel 2




Jump! (Jump!)

Don't wanna think about tomorrow (Jump!)

I just don't care tonight,

Don't wanna think about my sorrow

Let's go!

Forget your problems

I just wanna jump


(Simple Plan – Jump)





Izzy

Gedankenversunken lief ich durch die Strassen. Ich achtete gar nicht, wohin ich lief, ich wollte einfach  nur weg. Wollte meinen Frust abbauen.
Es war gut, dass es schon Mitternacht gewesen war, das erleichterte die Sache ungemein. Denn um diese Zeit würde mir wohl kaum ein Fan oder Groupie über den Weg laufen. Schon gar nicht bei diesem verdammten Regen. Hätte ich das bloss bemerkt, bevor ich losging. Bis meine Dreads wieder trocken sein würden, würde es eine ganze Weile dauern. Doch mittlerweile war mir das auch egal. Regen soll ja bekanntlich schön machen. Was soll’s, konnte auch nicht schaden.
Ich wollte nur noch meine Ruhe haben. Der ganze Stress in letzter Zeit, hatte mich ziemlich aus der Bahn geworfen. Wir hatten seit langem, mal wieder ein paar freie Tage bekommen, die waren ja auch mal wieder nötig. Und die Nacht, war auch die einzige Zeit im Moment, in der ich gelassen durch die Strassen gehen konnte, ohne dass mich jemand sehen konnte. Also musste ich mir keine Gedanken darum machen, und das war auch mal ganz gut so. Ich liebte es ja, auf der Bühne zu stehen, und auch die Band machte mir Spass. Wir waren ja mittlerweile wie Brüder für einander und ein Leben ohne die anderen, wäre unvorstellbar. Sie hörten einem zu, wenn man Probleme hatte und kritisieren einem nicht immer, wie die Manager es meistens taten. Man musste nicht ständig darauf achten, was man sagte, man konnte sich auch einfach mal gehen lassen. Sie waren eigentlich auch immer zu fast jedem Scheiss zu haben, das war das Tolle daran. Man konnte sich trotzdem manchmal, wie verrückte Kinder aufführen kann. Spass sollte schliesslich auch mal sein.
Vor allem aber, das sändige Lächeln und darauf zu achten, wem man begegnete, darauf zu achten, ja nicht zu fluchen. Ja, davon könnte man manchmal wirklich wahnsinnig werden. Dafür sah man wennschon, dass sich die Arbeit die man machte und die Mühe, die man sich gab, sich wirklich lohnte, wenn man die vielen Fans in den Shows sah und die Begeisterung dafür.
Manchmal würde ich einfach alles dafür geben, ein Stück weit mehr normaler zu sein und mehr Privatleben zu haben. Eine Freundin wäre schon ganz toll. Jemandem der einen so liebt, wie man war. Man brauchte sich nicht zu verstellen und wusste, was der andere brauchte. Jemand, für den man einfach da sein konnte. Aber das musste wohl der Preis sein, den ich dafür zahlen musste.
Ich lief weiterhin, deprimiert die Strassen hinunter. Ohne wirklich auf den Weg zu achten, und hing weiter meinen Gedanken nach. Ich begann tief zu seufzen. Mein Gedanke hing wieder an Jay fest. Ich hatte schon wieder Stress mit ihm, den ich in letzter Zeit schon zu genüge hatte. Er hatte in letzter Zeit ständig etwas an mir auszusetzen. Immer hiess es, tu dies, tu das. Manchmal dachte ich einfach, leck mich doch am Arsch. Vor allem aber, dass ich rauchte, ging ihm gegen den Strich.
Es war ja nicht so, dass ich ständig rauchte, bloss ab und zu mal. Es passte ihm aber trotzdem nicht. Er war mal wieder ausgetickt, wegen gar nix. Dabei wollte ich doch bloss alleine sein. Das dürfte doch wohl auch noch erlaubt sein. Es war ja nicht so, dass ich was Verbotenes tun würde oder so.
Betrübt sah ich wieder zu Boden, und kickte lustlos ein Steinchen vor mich hin, das kurz darauf in den Gully verschwand. Fuck, … ich fing wieder an zu seufzen und überquerte, ohne einmal nach Link oder rechts zu schauen, die Strasse und lief auf den Park zu, der vor mir lag. Das war der beste Ort, zu dieser Zeit. Da war meistens niemand. Ausser ein paar heimlose Idioten, oder Leute die einfach Luft brauchten, wie ich.
Vorsichtig holte ich das Zigarettenpäckchen hervor, das in meiner Jackentasche war. Ich sah mich noch einmal um, zur Sicherheit, dass niemand da war, doch ich konnte niemanden erkennen. Ich nahm eine Zigarette aus der Schachtel und zündete sie mir an. Tief sog ich den Rauch in mich ein, um ihn kurz darauf wieder auszuatmen.
Gedankenverloren lief ich durch den Park und zog hin und wieder an der Zigarette. Ich war so in Gedanken versunken, dass ich kaum etwas wahrnahm. Ich hatte nicht mal bemerkt, dass etwas im Gras lag und wäre an dem Häufchen Elend, fast vorbei gelaufen. Doch dann blieb ich neugierig stehen, und sah mir das, was da lag, genauer an. Es sah auf jeden Fall menschlich aus, das war sicher. Augenblicklich fragte ich mich, ob es da wohl bequem sein musste. Ob das sowas wie ein neuer Trend war? Bestimmt, bei diesem regen. Naja, wennschon hatte sie eine gratis Dusche, das war doch auch mal etwas. Aber es war auch nicht gerade die beste Zeit dazu, das gerade hier zu tun. Vorsichtig musterte ich diesen “Wesen“ auf dem Rasen, das sich dann auch noch als weiblich entpuppte. Sie hatte dunkles Haar, genau erkennen konnte man das ja nicht im Dunkel. Keine Ahnung ob sie schlief, oder was auch immer sie da tat. Normalweise sah man hier ja bloss Penner, und sonstige Strassenleute, aber eine Frau hatte ich hier nun wirklich nie gesehen. Zumindest nicht um diese Uhrzeit.
Ich sah mich ein wenig um. Mein Blick schweifte über den Rasen, wo eine leere Jägermeisterflasche ein mein Blickfeld drang. Das auch noch. Die säuft sich zu, und ich musste hier davon träumen, was meinen Frust für einen Moment lindern könnte. Tolle Sache sowas. Naja, wennschon hatte hier einer von uns beiden seinen Spass gehabt.
Ich beugte mich vorsichtig hinunter, um zu sehen, was da sonst noch war. Zu allem Übel fand ich auch noch eine leere Tequillaflasche. Gut. Den Spass hatte sie bestimmt, das war ganz klar. Den wird sie aber bestimmt auch morgen früh haben, wenn sie wieder aufwachte, das war ebenso sicher. Eine Tasche konnte ich auch noch sehen, doch an die ging ich gar nicht näher heran. Denn ein furchtbarer Gestank rank in meine Nasenhöhlen, der mich fast aus den Socken haute.
Wie ekelhaft sowas, na da freute sich wennschon Morgen einer beim Reinigen. Ein Lachen konnte ich mir bei dem Gedanken einfach nicht verkneifen.
Ich drehte mich zu dem Häufchen Elend um, das immer noch regungslos im Rasen lag. Vorsichtig beugte ich mich zu Ihr hinunter, um nachzusehen, ob es ihr denn gut ging. Ihre Kleidung war total durchnässt, aber das war auch kein Wunder, bei diesem Wetter. Sie war total kalt, und lag einfach nur da. Langsam und sachte tippte ich ihr auf die Schultern. „Hey?!“, sprach ich sie an, um damit zu versuchen, sie zu wecken. Doch der Versuch war vergebens. Ich hatte es nochmal versucht, doch es schien nichts zu helfen. Sie schliess fast wie ein Stein. Aber das hätte ich auch vorher wissen können, aber man musste besser vorsichtig, als nachsichtig sein. Man wusste nie, wann man von einer Frau angegriffen werden konnte. Und das wollte ich keinen falls. Das konnte immerhin sehr gefährlich werden.
Langsam drehte ich ihr Gesicht um, das dem Rasen zugewendet war. Der Blick in ihr Gesicht, schockte mich ein wenig. Sie war total blass, so, dass es schon fast nicht mehr normal für jemanden war. Das war das Zeichen, dass es ihr bestimmt nicht gut ging. Ich fragte mich, wie lange sie hier wohl schon lag? Genug lange zumindest, dass ihre Kleidung durchnässt war, sie sich auskotzen konnte, und ihr Gesicht so blass werden konnte, wie Milch.
Noch einmal versuchte ich sie zu wecken und rüttelte leicht an ihrem Arm. „Hallo?“, doch es war wieder vergebens. Sie rührte sich kein bisschen. „Nicht gerade der beste Zeitpunkt für ein schlafen, was?“, ich war etwas lauter geworden, doch das interessierte sie trotzdem nicht. Ein letztes mal schlug ich ihr ins Gesicht, jedoch nur leicht, ich wollte ihr nicht weh tun. Ich wollte sie ja nur wecken. Doch egal was ich tat, es war keine Spur von einer Regung an ihrem Körper, oder in ihrem Gesicht zu erkennen. Es war alles sinnlos.
Doch langsam kroch die Angst in mir hoch, ich begann, mir echt Sorgen zu machen. Sie sah erstens, gar nicht gut aus. Hatte zweitens, bestimmt viel gesoffen nach den Flaschen an und drittens, … gute Frage. Sie war eine Frau, und durchnässt. Sie würde sich hier bestimmt noch den tot holen.
Ich fragte mich, ob sie überhaupt noch lebte. Doch als ich mit meiner Hand, an ihren Arm griff, um ihren Puls zu fühlen, beruhigte es mich ein bisschen. Der Puls schlug noch etwas gleichmässig, also war sie noch am Leben, und noch nicht im Koma.
Ich warf noch einen Blick zurück, zu den Flaschen um sie mir nochmal anzusehen. Sie sahen nicht gerade gut aus. Das hiess, sie sahen ziemlich vergewaltigt aus. Also waren sie vielleicht auch gar nicht von heute? Aber trotzdem, das Gefühl in mir verschwand nicht, egal was ich dachte um mich zu beruhigen. Ich atmete tief ein und aus und setzte mich erstmal auf den Bank, um mir eine Zigarette anzuzünden. Die ersten Sekunden halfen und ich schloss die Augen, um tief durchzuatmen. Reichte es denn nicht, dass ich schon stress mit Jay hatte? Nun gut. Ich konnte einfach weiter gehen, und so tun, als ob nichts wäre. Einen Augenblick lang dachte ich wirklich daran, und blickte nochmal auf das Mädchen doch dann schüttelte ich für mich selbst den Kopf und zog wieder an der Zigarette.
Doch kaum hatteich mich wieder entspannt, konnte ich von weitem Schritte hören. Überrascht blickte ich hoch und sah mich um. Von weitem konnte ich jemanden kommen sehen. Mein Puls fing augenblicklich an zu rasen. Wenn es jemand war, der mich kannte, war ich wirklich am Arsch. Das würde noch mehr Ärger mit Jay geben. Doch ich beruhigte mich wieder, als ich sehen konnte. Das der, der da lief, ziemlich wankte. Hin und her, immer wieder. Durch den Schein einer Laterne, unter die er kurz trat, konnte ich dann sehen, dass es nur ein Penner war. Erleichtert atmete ich aus und widmete mich wieder meine Zigarette.  Ich war wieder in Gedanken versunken, als der Penner meine Aufmerksamkeit wieder auf sich zog. Ich hatte nicht bemerkt, wie nahe er schon war. Er hatte sich zu dem Mädchen gebeugt und fummelte an ihr herum.
Sofort konnte ich wieder den Hass spüren, den ich zuvor noch verdrängt hatte. Doch jetzt war es nicht wegen Jay sondern wegen diesem Idioten hier. Es fühlte sich an, als ob nun alle Sicherungen in mir, durchbrennen würden. Der ganze Ärger schien plötzlich hochzukommen, der sich in den letzten Tagen bei mir angestaut hatte. Und dann auch noch dieser Penner, der auch noch versuchte, sich an das unschuldig und auch noch bewusstlose, oder schlafende Mädchen heranzumachen. Ohne nachzudenken, warf ich die Zigarette auf den Boden und stand auf. „Hey! Lass diene dreckigen Finger von ihr, Bastard!“ Doch er schien mich gar nicht zu hören, er ignorierte mich einfach. Rasend vor Wut, ging ich auf ihn zu und packte ihn, an seiner Jacke, um ihn von ihr wegzuziehen. „ich sagte, lass deine verdammten Finger von der Lady da, du Arschloch!“, ich schrie ihn an und verpasste ihm einen rechten Kinnhaken, doch bevor er sich wehren konnte, gab ich ihm einen Tritt in seien Weichteile. Dadurch viel er zu Boden, und schien sich dann nicht mehr zu bewegen.
Immer noch konnte ich die Wut in mir spüren und mein Puls raste wie verrückt. Für einen kurzen Moment schloss ich wieder meine Augen und ballte meine Hände zu Fäusten. Einige Male atmete tief durch. Es brachte mich nicht gerade zu Besserung, doch wennschon hatte es mich etwas beruhigt. Ich ging auf das Mädchen zu, und prüfte nochmal, ob sie immer noch schlief. Doch ihr regelmäßiger Puls beruhigte mich. Ganz im Gegenteil ihr Aussehen. Sie sah immer noch fürchterlich aus. Es wäre wohl besser gewesen, wenn sie den Alk einfach sein lassen hätte. Doch der Blick in ihr Gesicht verriet mir, dass sie auch gar nicht von hier stammte. Ich war hier ja viel unterwegs, aber sie hatte ich hier noch nie gesehen. Ich liess meinen Blick an ihr heruntergleite. Ihre Kleider waren total verschmutzt, und an mehreren Stellen zerrissen. Sie trug nicht mal eine Jacke, nur einen leichtes Sweatshirt. Kein Wunder, lag sie hier wie eine Leiche, bei dem Outfit, Wetter und Alkohol, würde es mir wahrscheinlich genauso gehen. Wobei ich doch eher der härtere Typ war.
Ich machte mir Gedanken, was ich mit ihr tun sollte. Ich konnte sie doch schliesslich nicht einfach so hier lassen? Es konnte nochmal jemand vorbei kommen. Und dann wäre ich nicht da, um sie zu beschützen. Ausserdem, sie konnte ja auch hier sterben? Es regnete noch immer und das würde es bestimmt die ganze Nacht tun. Bis es Tag wurde, wäre sie schon längst erfroren. Das schlechte Gefühl machte sich in mir breit und ohne zu überlegen, nahm ich sie auf meine Arme. Ich angelte mir noch ihre Tasche, die ich vorsichtig trug, um damit nicht mich selbst zu beschmutzen. Den Gestank versuchte ich zu ignorieren, und lief mit ihr durch den Park in die Richtung, von der ich gekommen war.
Das war ja mal wieder eine gelungene Nacht. Eins war mir jetzt klar, nachts würde ich hier bestimmt nicht mehr hingehen. In Gedanken versunken rannte ich weiter durch den Park, bis ich den Augsang erreicht hatte, und die Strasse überquerte.
Ich hatte das Glück, dass sie nicht allzu schwer war, so machte sie es mir wennschon etwas leichter. Ich versuchte mich zu beeilen, was trotz allem nicht so einfach war. Der regen schlug mir ins Gesicht, und rennen, mit einem Mädchen auf dem Arm, war auch nicht gerade meine Stärke. Die Strasse war rutschig und einige Male hätte ich auch den Halt verloren. Doch ich konnte mich gerade noch so halten, dass ich nicht über meine eigenen Füsse stolperte.
Ab und zu kam das Mädchen zu Bewusstsein, doch nur um sich knapp über meine Arme hinweg zu übergeben. Den Rest schien sie gar nicht mitzubekommen. Denn danach hielt sie sich wieder zitternd an mir fest, und schien sofort wieder einzunicken. Dass sie sich übergab, war wennschon ein gutes Zeichen. Sie hatte ab und zu irgendwelche Worte gestammelt, die ich aber nicht so recht deuten konnte. Ich bog einige Male ab, bis ich endlich vor der Türe stehen blieb, die ich gesucht hatte. Eilig versuchte ich, den Schlüssel aus meiner Tasche zu kramen., den ich nach wenigen Sekunden auch endlich gefunden hatte. Ich steckte ihn ins Schloss und drehte ihn um, um gleich darauf die Tür aufzustossen und hineinzugehen. Mit einem Tritt schlug die Tür wieder ins Schloss und ich beeilte mich die Treppen hinaufzukommen. Da ich sie länger nicht mehr halten konnte. Ich war zwar trainiert, aber irgendwann musste jeder schlapp machen. Ohne nachzudenken stiess ich die Tür zur Wohnung auf und trat hinein. Doch kaum hatte ich sie betreten, kam mir auch schon Jay entgegen, der wohl die ganze Zeit auf der Couch gewartet hatte, um mal wieder Bandpapa zu spielen. „Was soll das? Wo warst du die ganze Zeit?“, seine Augen funkelten mich wütend an und er schien das Mädchen zuerst gar nicht zu achten. Ich schüttelte für mich selbst den Kopf. War das denn zu fassen? Er konnte es einfach nicht lassen. „Keine Zeit!“, entgegnete ich ihm schroff. „Hol mir lieber einen Eimer, oder willst du, dass sie sich auf dem wunderschönen Parkettboden auskotzt?“, gehässig starrte ich ihn an. Den Sarkasmus konnte ich mir leider nicht verkneifen. Auf eine Antwort wartete ich erst gar nicht, sondern ging direkt neben Jay vorbei ins Wohnzimmer, um das Mädel da aufs Sofa zu legen, und stellte die Tasche daneben. Sekunden später tauchte Jay wieder auf, der meinen Aufforderungen gefolgt war. Klar tat er es, denn er hatte genauso wenig Bock den Boden zu wischen, wie ich es hatte. Er konnte den Eimer gerade noch hinstellen, ehe sich das Mädchen wieder zum x-ten Male übergab.
„Wow, das war knapp. Sie sieht ziemlich übel aus.“, stellte Jay nun verblüffend fest. „Das würdest du, auch wenn du zu viel gesoffen hast! Wir sollten sie lieber aus den Sachen rausholen, bevor es noch schlimmer wird! Sie sind klitschnass!“, versuchte ich ihm nun hastig und ziemlich besorgt zu erklären. Ich konnte nicht verstehen, wie er so gelassen da stehen konnte.
„Na du übrigens auch!“, gab Jay bemerkend von sich und grinste sogar dabei. „Na der Regen ist ja auch bekanntlich nass, falls dir das entgangen ist!“, fauchte ich ihn an. Ich konnte nicht verstehen, wie er jetzt wieder grinsen konnte. Ich fand die ganze Sache gar nicht witzig. Doch bevor wir uns weiter in unseren Streit vertiefen konnten, kamen auch schon die restlich von der Band hergestürmt. „Whats up? Noch bisschen lauter bitte! Ich glaube das andere Ende von Berlin hat euch noch nicht gehört!“, Richie kam ins Wohnzimmer herein und stellte sich zwischen uns. Der Kleine hat ganz schön Mut, sich uns zu stellen. Aber es war vielleicht auch besser so. Wenn die anderen da waren konnte jemand Jay beruhigen, der sich nun wieder darüber aufregte, dass 1. der Parkett von Eingang her mal wieder aussah, als ob hier ein Freibad herrschte. Und 2. Naja was wohl. Er regte sich tierisch über mich auf, dass ich mal wieder fremden Besuch mitgebracht hatte. Was zum Teufel sollte dass den nun wieder heissen, mal wieder?! Es war nicht gerade so, dass ich jeden Tag ein Mädchen mit nach Hause brachte, dass auch noch meine Hilfe brauchte.
Richie und Mikel versuchten derweilen Jay wieder runterzubringen, während Chris sich kurzerhand einen Lappen holte, um sich um das Mädchen zu kümmern. Sie lag immer noch zitternd auf dem Sofa und überbrach sich immer mal wieder in den Eimer. Sie tat mir so furchtbar Leid. Ich konnte nicht verstehen, warum Jay so ein Tamtam drum machte.
„Wir sind hier kein verdammtes Hotel!“, schnauzte mich Jay wieder an. Langsam Platze mir echt mal der der Kragen.  Konnte er nicht mal seinen Mund halten? „Ja von dir aus hätte ich sie ja Lieber im Park verrecken lassen sollen und dem Penner überlassen, der sich an Ihr Vergehen wollte!!“, ich schrie zurück und war drauf und dran, ihm an die Gurgel zu springen.
Ohne zu überlegen, kam ein fauchendes: „Ja!“, von Jay zurück. Der völlig durchtickte, so hatte ich ihn noch nie gesehen. Vor allem aber hätte ich nicht so eine Antwort von ihm erwartet. Was mich zutiefst kränkte. Ich hoffte er würde Einsicht zeigen. Doch das tat er nicht. Wutentbrannt verliess er das Zimmer. Richie und Mikel ihm hinter her. Wohl fest mit dem Gedanken überzeugt, ihn beruhigen zu können. Da die beiden auch weniger begeistert davon waren, das Mädchen einfach wieder rauszuschmeissen. Wennschon war ich nicht allein mit der Meinung. Mit Chris Hilfe schaffte ich es, sie in mein Zimmer bringen. Chris stellte einen neuen Eimer neben das Bett, den er noch mitgebracht hatte. „Brauchst du noch Hilfe?“, fragend blickte er mich an, doch ich schüttelte den Kopf. „Nein, danke. Ich glaube den Rest krieg ich alleine hin.“, schüttelte ich dankend den Kopf. „Oke, dann noch viel Glück, und ruf einfach, wenn du was brauchst!“, er lächelte mich an und ich nickte dankend, ehe er sich umdrehte und kurz darauf ging er aus dem Zimmer. Ich konnte noch hören, wie er irgendwas murmelte von wegen, Parkettboden aufwischen, bevor er die Tür hinter sich zuschlug. Ich konnte mir ein kleines Lachen einfach nicht verkeifen. Wennschon wurde jetzt der Boden mal wieder richtig geschruppt und ich war nicht derjenige, der es tun musste. Armer Chris. Aber ich hatte hier schon zu tun, also fiel ich schon mal weg.
Ich blickte zu dem Mädchen, das nun friedlich auf dem Bett schlief. Sie machte den Anschein, als ob sie sich wieder erholt hätte. Ein Glück. So musste ich wennschon den Gestank der Kotze nicht mehr länger ertragen. Doch ich hatte noch ein anderes Problem. Sie hatte immer noch die klitschnassen Sachen an.
Ich holte mir kurzerhand eine Shorts und eine Trainingshose, die ein bisschen klein geraten waren. Ich legte das Zeug neben ihr aufs Bett und zog vorsichtig die Sachen aus, die sie Trug. Das Ganze war gar nicht so schwierig. Doch mehr Probleme hatte ich mit dem wieder anziehen. Doch mit ein wenig Müh und Not schaffte ich es dann doch noch. Doch das Oberteil liess ich kurzerhand weg. Diese Mühe wollte ich mir ersparen. Ich hatte ihr einfach das Sweatshirt ausgezogen und den BH. Aber ich wollte sie nicht wecken, also liess ich ein Shirt einfach aus. Und erwürgen wollte ich sie ja auch nicht, und das war auch ein Gedanke, der mich daran hinderte. Schliesslich war es nicht an meiner Tagesordnung, schlafende Personen aus, und wieder anzuziehen.
Ich hatte sie noch vorsichtig unter die Decke gebracht, und sie über ihren Körper gezogen, damit sie sich so, wieder aufwärmen konnte.
Erschöpft liess ich mich auf dem Bett nieder und betrachtete sie einige Sekunden lang. Hier, im Licht, sah sie schon wesentlich besser aus. Zwar war sie immer noch blass, doch nun konnte ich sehen, dass sie eigentlich ein hübsches Gesicht hatte. Ihr Haare hatten einen hellen Schimmer. Ich konnte es nicht genau sagen, aber es nach Hellbraun, oder Dunkelblond aus, so genau kannte ich mich mit den Farben auch nicht aus.
Ich atmete wieder tief ein und aus und holte mir dann frische Klamotten aus meiner Komode, da ich  mich dazu entschlossen hatte, Duschen zu gehen. Das würde mir vielleicht gut tun, und so konnte ich mich auch etwas vom ganzen Stress erholen. Bevor ich aus dem Zimmer ging, nahm ich mir noch ihre nassen Klamotten, machte ich die Nachttischlampe und losch das Licht, vor dem hinausgehen.
Ich lief geradewegs zum Badezimmer, das im selbst Stockwerk, nicht weit von meinem Zimmer entfernt, auf der Gegenseite war. Ich legte meine Sachen auf die Ablage, und nahm mir noch ein Handtuch hervor. Die Sachen von dem Mädchen legte ich einfach auf den Boden, die würde ich nachher noch in die Wäsche legen.
Voller Freude drehte ich das Wasser auf, ich machte es extra warm. Ich freute mich auf die Dusche und das warme Wasser, denn ich war selbst etwas unterkühlt. Ich hatte in der ganzen Zeit mich selbst vergessen, sogar meine Sorgen und Gedanken, die ich hatte. Doch jetzt wollte ich auch nicht mehr darüber nachdenken. Ich zog meine Kleidung aus und legte sie auf den Boden, um kurz darauf in die Dusche zu steigen.
Es war ein wundervolles Gefühl, wie das Wasser auf mich hinabprasselte. Es wärmte meinen Körper auf und nach wenigen Minuten fühlte ich mich tatsächlich besser. Auch wenn ich wohl noch länger unter der Dusche geblieben war, stieg ich nach wenigen Minuten wieder hinaus. Ich wollte das Mädchen nicht unnötig alleine lassen. Ansonsten würde sie noch einen Schock kriegen, wenn sie aufwachte, und sich in einem leeren Zimmer wieder fand. Und das auch noch ohne Top. Da musst eich einfach dabei sein, um sie wennschon ein wenig zu beruhigen.
Ich hatte noch schnell meine Trainerhose angezogen und mein T-Shirt übergestülpt, ehe ich mit den nassen Klamotten von dem Mädchen wieder aus dem Badezimmer ging. Ich brachte sie in die untere Etage, da sich dort ebenso ein Badezimmer befand, und auch die Wachmaschine. Dort packte ich ihre Klamotten hinein und machte sie an. Morgen konnte ich sie dann nur noch trocknen lassen und sie waren wieder sauber und wie neu. Naja, mehr oder weniger.
Ich beeilte mich danach, wieder ins Zimmer zu kommen und nahm gleich zwei Stufen auf einmal. Doch die Angst, die in mir war, war umsonst. Denn das Mädchen schlief immer noch. Sie schien nichts von der ganzen Sache mitbekommen zu haben. Ich schloss die Zimmertür hinter mir und legte mich aufs Bett. Einige Minuten betrachtete ich sie in dem Licht, dass die Lampe noch spendete, und machte mir einige Gedanken um sie. Ich fragte mich, was sie wohl dazu getrieben hatte, soviel zu trinken. Sie sah wundervoll aus, und doch schien sie etwas in den Abgrund getrieben zu haben. Ich war aber froh, wenn das Ganze endlich vorbei war. Ich fragte mich, ob die nächsten Tage wohl auch so werden würden. Aber darauf konnte ich verzichten. Wir hatten ja nun frei, und ich hoffte, die anderen Tage würden erholsamer werden.

„Das war dann auch der letzte Gedanke, bevor ich einschlief. Denke ich zumindest. Doch nach einiger Zeit wachte ich wieder auf. Ich konnte nicht ruhig schlafen, und vor allem konnte ich dich ja nicht unbeaufsichtigt lassen!“, ich lächelte sie an und zwinkerte ihr freundlich zu.
„Das tut mir alles Leid ich wollte hier keinen Ärger machen, wirklich nicht.“, kam es bedrückend von ihr, und sah leicht gequält auf die Decke, die auf ihr lag. „Ach schon ok, Jay legt sich wieder. Ausserdem war es ja hauptsächlich meine Schuld“, ich sah sie lächelnd an, und versuchte in einem ruhigen Ton mit ihr zu sprechen, damit sie sich wieder etwas beruhigte. Sie hat mir die ganze Zeit aufmerksam zugehört. Was ich ihr jedoch verschwiegen hatte, war die Sache mit dem seltsamen Penner. Das Ganze hatte ich einfach ausgelassen, da ich es ihr nicht zumuten wollte. Sie war sonst schon beunruhigt und schien sich nicht gerade wohl zu fühlen, da wollte ich es ihr einfach ersparen. Ich wollte sie nicht noch länger so leiden sehen und ihr noch mehr Sorgen und Gedanken machen, denn die würde sie sich bestimmt machen. Irgendwann würde ich es ihr sagen müssen, aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt dafür.


*Update Neu*21.09.07*