Leerstelle aus Goethes Faust II

GeschichteMystery / P12
19.01.2007
19.01.2007
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Erst mal eine Kurzbeschreibung der Situation in Göthes Faust der Tragödie zweiter Teil:

Faust hatt den Auftrag eines Kaisers ihm Helena und Paris (griechische Mythologie vom Trojanischen Krieg) zu bringen. Mephisto Faust`s Teufel kann diese aber nicht beschaffen, deshalb muss sie Faust selbst beschwören. Dazu braucht er einen Dreifuß (ein Rituelles Räucherbecken zum Beschwören) diesen bekommt er nur aus dem Reich der Mütter, dieses würd nicht beschrieben. Mephistoo gibt Faust nur einen Schlüssel und sagt der wisse den weg. In der nächsten Szene hat Faust den Dreifuß bereits. d.h. Leerstelle Goethe beschreibt nicht wie Faust im Reich der Mütter ist (M;ütter übrigens im Sinne von allen einstmals irdischen Müttern die abbilder) Deshalb sollten wir eben diese Szene schreiben.    

Jetzt gehts los:

~ Im Reich der Mütter ~

Faust stand nun allein in der Finsteren Galerie.  Verwirrt und verunsichert ließ er sich die Worte Mephistos Worte noch einmal durch den Sinn gehen: „Der Schlüssel wird die Rechte Stelle wittern, Folge ihm hinab, er führt dich zu den Müttern.“

Wie sollte er mit diesem Schlüssel, dem wunderlichen Ding, den Eingang in ein anderes Reich finden?
Um irgendetwas zu tun ging er unter rätseln und zweifeln in das Heckenlabyrinth des Schlossgartens. Umherschlendernd und ohne auf den Weg zu achten, versuchte er hinter die Worte des Teufels zu kommen.

Ohne es bemerkt zu haben war Faust wohl in eine Sackgasse gelaufen. Als er dann plötzlich vor der ihn um einiges überragenden Heckenwand stand, verlor er völlig den Faden. Als er sich dann wieder im Gehen wandte, bemerkte er das ihm der Schlüssel wohl aus der Tasche geglitten war. Als er sich herunterbeugte um ihn zu fassen, begann dieser erneut zu leuchten und zu blitzen. Faust bemerkte einen kleinen Einschnitt in der Grasnarbe, unter ihm, dort fand er etwas wie ein Schloss und die Form erinnerte ihn an den fein verschnörkelten Bart des Schlüssels. Und ohne es zu beeinflussen, ja ohne es zu wollen führte seine Hand den Schlüssel hinein.
Sofort und ohne Warnung erklang ein unheimliches Dröhnen, Schlagen und Trommeln. Alles versank in Dunkelheit, nichts war da außer dem feurig glühenden Kleinod.
Dieses Licht war so pulsierend und mit dem Lärm so anstrengend das es Faust fast den Verstand raubte. So plötzlich wie es gekommen war, war die Erscheinung wieder verschwunden. Einen Moment hellte sich sein Blick doch dann fiel er. Er fiel in unendliches Nichts.

....
Er schlug die Augen auf, seine Sinne vibrierten aber sein Geist erwachte nur langsam.
Er brauchte etwas um zu begreifen wo er sich wohl befand und was mit ihm geschah. Es kam ihm vor als hätte er ein Leben lang da gelegen und doch fühlte er sich weder wach noch erschöpft, ganz ohne Gefühl für seinen Körper, setzte er sich langsam auf.    
Er blickte in eine sonderbare Welt, etwas was sich weder Gut noch Böse Vorstellen gehschweigenden Begreifen könne. Es wirkte traurig und trostlos, öd und fahl.
Kein Licht gab es aber dennoch war der alles umfassende Schatten schier greifbar und das einzige was das Auge wahrnahm.
Faust erhob sich, obwohl er nicht sah worauf er stand, es war einfach wie Schwarzer Nebel und doch glaubte er weit blicken zu können ohne wirklich etwas zu sehen. Nach nur wenigen, oder auch unzähligen Momenten besann er sich wieder seinem Vorhaben. Er beschloss also umherzugehen im Nichts und nach dem Dreifuß zu suchen.
Als er nun so wandelte bemerkte er die Stimmen. Stimmen welche flüsterten und wisperten.
Sie sprachen Worte in keiner irdischen Sprache. Ihr Klang war fremd, seltsam und doch beruhigend.

Nun glaubte Faust seinem Ziel näher zu kommen, denn die Stimmen schwollen an und die Schatten um ihn erst starr und unnatürlich begannen sich zu bewegen. Aus Schatten wurde Nebel, aus Nebel wurde Rauch und nun glaubte er Figuren zu erkennen. Die einen bekannt wie Verwandte Geister, menschenähnlich, die anderen wie Tiere sowohl gekannte als auch ungekannte.
Nun war er sich sicher einen wohlwollenden Ton aus ihrem Singsang zu hören, obwohl traurig war er zufrieden und schienen ihm den Weg zu weißen. Es kamen nun immer mehr Mütter, welche ihn umschwebten und erneut fühlte sich Faust wie von Dunkelheit umhüllt,
doch diese Angst verging rasch. Die Mütter lösten ihm den Schleier von den Augen und er erkannt vor sich die Feuerschale.

Erneut wurde er sich des Schlüssels bewusst und wieder wurde seine Hand wie von selbst geführt. In dem Moment als der Schlüssel den Dreifuß berührte, erstrahlte er erneut. Diesmal war alles in gleißendes Licht getaucht und als dieses Verlosch fand sich Faust im Garten der Kaiserlichen Pfalz wieder.

Mephisto stand vor ihm und lächelte. Faust betrachtete sein Mitbringsel und bemerkte das dieses Wichtige Ding hier im mondlicht, eher alt und rustikal wirkte, nicht erhaben oder magisch. Es war aus starkem guten Holz aber fast gänzlich ohne Zierde. Nur im Becken selbst sah er einen Drudenfuß eingeschnitzt. Auch der Schlüssel machte jetzt nur noch einen alten und nutzlosen Eindruck.
Nun war es ihm elend, diese Reise oder was es auch war hatte an ihm gezehrt, doch Mephisto grinste noch immer und ließ mit einer Verbeugung und einem Nicken den Schlüssel verschwinden.                
....