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von Rejah
GeschichteDrama / P16 Slash
Blaise Zabini Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Remus "Moony" Lupin Ronald "Ron" Weasley
17.01.2007
01.11.2008
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Kapitel III : Hölle oder Hogwarts?

Ich musste wohl eingeschlafen sein, denn ich hatte das Gefühl, das die Fahrt nach Hogwarts nur wenige Minuten gedauert hatte, als sich eine Hand auf meine Schulter legte und an dieser sanft rüttelte.

„Harry, wir sind da.“ sagte Ron und übergab mir meinen Umhang, auf dem das Emblem von Gryffindor, ein goldener Löwe auf rotem Grund, gestickt war. Habe ich das überhaupt noch verdient?

Doch dann fiel mir ein, dass Remus auch in Gryffindor gewesen war. Zusammen mit Hermine und Ron stieg ich aus und ging auf eine der Kutschen zu. Kurz blieb mein Blick an den Thestralen hängen, die teilnahmslos mit den Hufen scharrten und darauf warteten, dass alle Schüler eingestiegen waren. Das matte Mondlicht schimmerte weiß auf ihren elfenbeinfarbenen Knochen und mir wurde bewusst, dass die Zeit bis Vollmond nur noch knapp war.

„Harry? Kommst du?“ Hermine lugte aus der Kutsche heraus.

„Ja … i-ich komme gleich.“

Ich musterte die Thestrale noch einige Sekunden, ehe ich mich schnell umdrehte und in die Kutsche stieg. Einen Moment später schlug deren Tür auch schon von alleine zu und die geflügelten Wesen setzten sich samt ihrer Last in Bewegung.

~~~~~*~~~~~

„Ich heiße euch alle herzlich willkommen zu einem neuen Jahr in Hogwarts.“ begann Professor McGonagall.

Ich musste mich stark zusammenreißen, um nicht zu weinen. Dumbledore war vorige Ferien gestorben, nein, getötet worden. Von unserem Zaubertränkelehrer, Snape. Natürlich war es Unsinn, doch mein Blick suchte hastig den Lehrertisch ab, auf der Suche nach seinen kalten schwarzen Augen, die mich höhnisch anblickten.

„Das Zaubereiministerium hat mit einer großen Mehrheit abgestimmt, dass ich an der Stelle von“, ich sah, wie auch meine Hauslehrerin mühsam schluckte, „von Albus Dumbledore die neue Direktorin von Hogwarts werden soll. Ich möchte euch unseren … neuen Lehrer für Zaubertränke vorstellen: Mr Grey.“ Knapper Applaus ertönte und der unauffällige groß gewachsene Mann namens Grey lächelte den Schülern kurz zu, dann fuhr McGonagall fort. „Es ist … damit meine Pflicht, euch mitzuteilen, dass der Verbotene Wald für alle Schüler unzugänglich u-und Zauberei zwischen den Unterrichtsstunden verboten ist. Mr. Filch hat im Übrigen an seiner Bürotür eine Liste hängen, an der weitere unerlaubte Dinge genannt sind. – Ich wünsche euch … einen guten Appetit.“ Damit setzte sie sich wieder auf ihren Platz. Ich sah, dass ihr Gesicht kalkweiß war.

Obwohl sich Ron wie immer hungrig über das Essen hermachte und auch alle anderen mit dem Festmahl begannen, brachte ich keinen Bissen hinunter und starrte auf meinen leeren Teller. Haben sie Dumbledore schon vergessen? Ich fragte mich, ob sie die Tatsache, dass er tot war, einfach nur verdrängten oder ob es ihnen nur egal war. Würden sie auch über meinen Tod so schnell hinwegkommen? Würde es überhaupt jemand bemerken? Niemand interessiert sich für das Schicksal anderer …

~~~~~*~~~~~

Die nächsten wenigen Tage vergingen quälend langsam für mich. Ich zählte die Stunden bis zu meiner ersten Verwandlung und versank nachmittags nach dem Unterricht in den verschiedensten Büchern über Werwölfe. Besonders Hermine versorgte mich mit diesen. Mir war klar, dass sie mein Verhalten sonderbar fand, doch ich glaubte kaum, dass sie hinter die Wahrheit käme. Wieso sollte sie so etwas auch annehmen?

Nur vier Tage nach unserer Ankunft in Hogwarts war es dann soweit: Vollmond. Mit einem unguten Gefühl in der Magengegend schlich ich zum Büro von McGonagall. In dem Brief, den sie mir während der Ferien geschrieben hatte, stand, dass ich mich innerhalb des Schlosses verwandeln sollte, nicht so wie Remus damals in der Heulenden Hütte.

McGonagall hatte mich schon erwartet und fasste mich vorsichtig am Arm.
„Harry, kommen Sie mit.“ sprach sie mich mit meinem Vornamen an, so, wie es Dumbledore immer getan hatte.

Gleichzeitig darauf bedacht, mit ihr Schritt zu halten und nach allen Seiten nach möglichen Schülern, die um diese Zeit durchaus noch in den Gängen lungern konnten, Ausschau zu halten, ging ich mit ihr in die Kerker. Rasch schloss sie eine schwer aussehende Tür auf. Dahinter war ein kleiner Raum. Die Wände waren, wie in einem Kerker zu erwarten, aus kaltem Stein. Außer ein paar alten Tischen und Stühlen stand nichts in dem Verlies.

Als sich eine Hand auf meine Schulter legte, blickte ich auf. McGonagall sah mich beinahe aufmunternd an.

„Ich werde Sie jetzt alleine lassen.“

Traurig nickte ich ihr zu. Sie trat hinaus auf den leeren Gang und zog die Tür hinter sich zu. Ängstlich nahm ich wahr, wie sich der eiserne Schlüssel in dem Schloss umdrehte und schließlich herausgezogen wurde.

Ich war allein.

Mit zitternden Knien ließ ich mich auf den Boden sinken. Minutenlang saß ich da, starrte auf die eingestaubten Steine, auf denen ich saß. Die Angst machte mich halb wahnsinnig.

Schließlich stand ich auf und fing an, mich mit meiner Umgebung vertraut zu machen. Der Raum hatte nur ein einziges Fenster, durch das im Moment aber kein einziger Lichtstrahl drang, was nicht weiter verwunderlich war, denn die Sonne war vor kurzem untergegangen. Der Mond ließ offensichtlich noch auf sich warten, ganz so, als würde er sich einen Spaß aus meinem Leiden machen. Wie lange dauert es denn noch?

Als hätte irgendjemand von da oben mich erhört, spürte ich die Veränderung. Es war seltsam. Es war Schmerz, doch er machte mir nichts aus, es war, als ob ich mir mein ganzes Leben nichts sehnlicher gewünscht hätte, als diesen Schmerz zu spüren, diese feinen Nadelstiche, die sich glühend heiß unter jeden Zentimeter meiner Haut bohrten. Ich schrie auf, fiel auf die Knie und stützte meine Hände auf den kalten Steinboden.

Und erschrak.

Meine Hände waren keine Hände mehr, vielmehr waren es Klauen. Meine Fingernägel wuchsen mit einer Geschwindigkeit, wie ich es noch nie gesehen hatte, durch meine Haut stachen dunkle borstige Haare, die sich rasch zu einem Fell verdichteten. Ich spürte, dass dieselbe Veränderung auch an meinem restlichen Körper stattfand.

Nein!

Meine Schreie wurden zu einem unheimlichen Heulen.

Nein …

Dies war mein letzter klarer Gedanke.

~~~~~*~~~~~
Ich liebe es, solche Szenen zu schreiben! *-*
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