Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Böses Erwachen

von MikaTuk
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
05.01.2007
23.01.2007
36
51.723
1
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
05.01.2007 953
 
Hallo!
Ja.. das haben wir nach dem Schurkenlied veröffentlicht. Es ist ein bisschen dunkler und böser, auch brutaler - also wer etwas wie das Schurkenlied erwartet, wartet lieber bis wir hier den zweiten Teil unserer ersten Geschichte posten!
Trotzdem wünschen wir viel Spaß beim Lesen.
~Tinwe

Kapitel 1: Das Massengrab

Es roch alt und nach Verwesung, als Kaleya aufwachte. Sie konnte ihre Augen nicht sofort aufma-chen, doch sie fühlte ein bisschen etwas, zumindest an einigen ihrer Finger. Kaleya tastete um sich. Irrte sie sich.. oder fühlte sie um sich nur kalte und starre Körperteile? Es schauderte sie und Panik machte sich in ihrem Körper breit. Sie wollte hier raus, aus diesem engen Raum entkommen. Als Kaleya gegen die Decke über ihr klopfte, staubte es und Erdbrocken bröselten auf sie herunter. Doch das nährte ihre Panik nur. Plötzlich hörte sie Schritte. „Hier bewegt sich noch etwas!“, sagte eine kratzige Stimme und Kaleya konnte das Geräusch von Schaufeln hören. Nach und nach wurde die Decke über ihr lichtdurchlässiger. Und plötzlich knallte ihr helles Licht ins Gesicht. Erschro-cken presste sie die Hände auf die Augen. „Schaut nicht so erschrocken. Hier, ich helfe Euch raus.“ Kaleya ließ ihre Arme wieder sinken. Ihre Augen gewöhnten sich langsam an das ungewohnte Licht. Über ihr stand ein Untoter, der ihr seine Hand entgegenstreckte. Ein Zweiter neben ihm grub noch. Kaleya griff zögernd nach der Hand und ließ sich von  ihm herausziehen. Doch plötzlich schreckte sie zurück. Ihr fiel alles wieder ein. Die Seuchen, der Lich-König.. sollte sie etwa wieder versklavt werden? „Habt keine Angst, wir werden Euch nichts tun. Ihr seid frei und nicht länger eine Sklavin des Lich-Königs. Ihr könnt tun und lassen, was Ihr wollt.“, erklärte er ihr. Einer seiner Arme war fast vollständig zerfressen und die blanken Knochen ragten raus. Nur an seiner Hand war ein bisschen Fleisch, das aber auch nicht sehr frisch aussah. Kaleya sah sich selbst an. Auch ihre Hände waren zum Teil nur noch Knochen. Kein Wunder, dass sie an nicht allen Fingern etwas füh-len konnte. Wo keine Haut war, konnte sie einfach nichts spüren. Warum sie sich dennoch so frei bewegen konnte, war ihr unerklärlich. Sie tastete über ihr Gesicht. Die Haut bei ihrem Unterkiefer fehlte großteils, ihre Lippen waren noch erhalten. Sehen konnte sie auch  nicht sehr viel besser als zu Lebzeiten.. Sie hatte schon immer ziemliche Probleme mit dem Sehen gehabt und sich deshalb im Kampf mehr auf ihr Gefühl verlassen als auf ihre leicht beeinflussbaren Augen. Kaleya war aus-gebildete Kriegerin stammend aus Stormwind. Sie war im Krieg gegen die Horde gefallen und dann als Sklavin des Lich-Königs wieder erweckt worden. Ihr Körper war versklavt, doch ihr Geist war immer bei vollem Bewusstsein. Ein Zeichen konnte sie dennoch nicht hinterlassen und musste hilf-los zusehen, wie sie sich durch die Massen der Kämpfenden schnetzelte. Nun wieder Kontrolle über ihren Körper zu haben, war ein herrliches Gefühl. „Wisst Ihr, ob mit Euch noch andere in dem Mas-sengrab erwachten?“ Kaleya schaute noch einmal auf das Loch, aus dem man sie befreit hatte. „Ich weiß es nicht.“, meinte sie schulterzuckend. Gespürt hatte sie niemanden. „Eigenartig.. bei den an-deren Massengräbern fangen wir immer mehrere Verlassene auf einmal..“, sagte ihr Ausgräber. „Verlassene?“ Kaleya zog die Augenbrauen hoch. „Wir nennen uns Verlassene, da wir von allen aufgegeben wurden.“, erklärte er. „Doch andere können Euch darüber sicher mehr erzählen. Geht den Weg entlang Richtung Norden, bis ihr zu einem Holzwall kommt. Dort wird man Euch den weiteren Weg nach Brill erklären, wo Ihr sicher mehr erfahren werdet.“ Kaleya verbeugte sich vor ihm und ging  los. Dass sie eine ausgebildete Kriegerin war, erkannte man unschwer an ihrer schweren Rüstung. Doch die Rüstung war alt und gammelig, sodass es ihr ein bisschen schwer fiel, sich zu bewegen. Mit der Zeit gewöhnte sie sich jedoch daran. Eine Schulterplatte war zur Hälfte abgebrochen, die andere hing etwas schief. Über ihren Brüsten trug sie eine Plattenrüstung, die den Brustkorb mit den lebenswichtigen Organen schützen sollte. Doch die Platte wies einige Rostlöcher auf. Ihre sonstige Rüstung bestand aus Metallschuppen oder Ketten, um ihr eine gewissen Beweg-lichkeit zu ermöglichen. Eine Waffe trug sie nicht bei sich. Kaleya hatte eine Vorliebe für Schwer-ter, sodass sie entweder mit Schwert und Schild oder mit Zweihandschwert kämpfte. Ohne Waffe fühlte sie sich richtig nackt. Kaleya ging durch einen Ort mit verrotteten Häusern, in denen Zombies hausten. War sie etwas anderes? Ja, denn Zombies hatten keinen eigenen Willen und den besaß sie zweifelsfrei. Eine verfallene Ortstafel meinte, dass hier Deathknell wäre. Welch passender Name für einen Ort, an dem der Tod herrschte.. „Wartet noch!“, hörte sie plötzlich jemanden hinter sich rufen und sie drehte sich um. Der Untote, der sie ausgegraben hatte, kam auf sie zugelaufen. „Ich denke, diese Waffe gehört Euch..“, sagte er und hielt ihr ein Zweihänderschwert entgegen. Kaleya sah die Waffe erstaunt an. Es war in der Tat ihre Waffe, doch woher wusste er das? Sie konnte wohl kaum die einzige Kriegerin in dem Massengrab gewesen sein. „Woher wisst Ihr, dass dieses Schwert das meinige ist?“, fragte sie mit leicht  misstrauischem Unterton. „Das Muster hier beim Griff, wo er in die Klinge übergeht.. es gleicht dem verwitterten auf Eurem Brustpanzer.“, erklärte er. Die Kriegerin sah ihn erstaunt an. Ob er immer so aufmerksam war? Sie verbeugte sich vor ihm und nahm ihr Schwert wieder an sich. Wenngleich es verrostet und sicherlich stumpf war, so fühlte sie sich nun etwas wohler. „Ich danke Euch.“, sagte sie und lächelte. Er nickte ihr zu. „Viel Glück auf Eurem weiteren Weg.“ – „Ich wünsche Euch viel Glück beim Suchen nach weiteren wieder Erwachten.“ Sie hob die Hand zum Abschied, hängte das Schwert um und ging weiter.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast