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Dunkle Vergangenheit

von Rhaun
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P16 / Gen
04.01.2007
05.01.2007
2
1.938
 
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04.01.2007 1.298
 
Prolog

Kalt strich der Wind durch die in Dunkelheit getauchten Wälder Ashenvales. Der Mond stand schon hoch am Himmel. Hinter vereinzelte Wolken hervor, spähte er mit blassem Antlitz auf die Welt hinab, tauchte das Wasser der Seen in silbernes Licht, erhellte die Baumkronen der mächtigen Bäume die hoch in den Himmel ragten. Frieden, so schien es, lag über dem Wald. Doch der Schein trog.

Keuchend stolperte eine Gestalt durch den Wald; fest an sich gepresst ein in Blut getränktes Bündel. Weißes Haar, ebenfalls blutig, fiel ihr über die Schulter.  An ihren langen, spitzen Ohren war zu erkennen dass sie eine Elfe war. Panisch rannte sie zwischen den Bäumen hindurch, Äste und Dornen zerrissen ihren schwarzen Umhang, zerfetzten die bleiche Haut. Ein leises Klirren hinter ihr ließ sie noch schneller laufen, obwohl ihre Beine schmerzten und die Lunge zu bersten drohte. Näher und näher kam das Klirren, bis es direkt hinter ihr war. Naveh wich einem herabhängendem Ast aus, übersah dabei aber eine Wurzel und stolperte dann mit einem Aufschrei zu Boden. Der metallische Geschmack ihres Blutes sammelte sich in ihrem Mund während sie sich hustend auf zu rappeln versuchte. Nicht unweit von ihr lag das blutgetränkte Bündel im Gras. Schmerzen durchzuckten die Priesterin als sie die Hand ausstreckte in dem versuch das Bündel zu sich zu ziehen. Röchelnd spuckte sie das Blut aus, biss die Zähne zusammen und robbte ein kurzes Stück gen Leinenbündel. Raschelnd trat hinter ihr eine grosse, schwarze Gestalt aus dem Gebüsch. Die gelb leuchtenden Augen fixierten die Priesterin, die sich verzweifelt abmühte auf die Beine zu kommen. Die spitzen Ohren des Elfen zuckten als er mit grossen Schritten auf sie zutrat und die Elfe an den Haaren auf die Beine riss. Qualvoll stöhnte die Elfe auf, die Augen vor schmerzen verdreht. Die mächtige Rüstung des Kriegers schimmerte matt im Licht des Mondes, an seiner Hüfte baumelten zwei elegante Krummschwerter die immer wieder gegen seine Rüstung klirrten. Er liess Naveh los, die torkelnd ihr Gleichgewicht zu halten versuchte und schlussendlich an einem Baum gelehnt halt fand. Kraftlos hob die weisshaarige den Kopf."Wieso?" kamen ihr die stummen Worte über die Lippen. Der grosse Elf machte einen Schritt auf sie zu, Wahnsinn funkelte in seinen Augen auf. "Nasharon...!" Tränen traten ihr in die Augen als er auf sie zu schritt. Wenig vor ihr blieb er stehen, musterte sie lange Zeit schweigend, bevor er dann langsam seine beiden Krummschwerter aus ihren Halterungen zog. Nasharon's Augen verengten sich ein wenig als er der Elfe die schlanke Klinge an ihren Hals legte. Blut quoll aus dem Schnitt hervor, den die geschärfte Klinge hinterliess. Wie erstarrt sah Naveh dem Krieger in die Augen während er die Spitze seiner Klinge über ihr Schlüsselbein ritzte, dann weiter hinab um ihre Robe zwischen ihren Brüsten zu teilen. Etwas flackerte in seinen Augen auf. Naveh schluchzte leise auf als sich die Züge des Kriegers kurz entspannten und er sie fast liebevoll ansah. Hart packte er sie am Kinn und zog sie zu sich, seine Lippen berührten verlangend die Ihren, liessen ihr kaum die Möglichkeit zu atmen. Der Krieger drückte Naveh an den Baum, küsste sie Leidenschaftlich während ihm eine einzelne Träne über die Wange rollte. "Verzeih mir...." flüsterte Nasharon bevor er der Priesterin den Säbel in die Seite rammte. Blut durchtränkte ihre schwarze Robe als der Krieger die Waffe wieder aus dem Fleisch zog. Er trat einen Schritt zurück und liess die Elfe zu Boden gehen. Der Wahnsinn war in seine Augen zurück gekehrt als Nasharon die Elfe betrachtete die in einer immer grösser werdenden Blutlache lag. Sein Blick schweifte langsam zu dem Bündel, das noch immer regungslos im Gras lag. Mit langsamen Schritten näherte er sich, blieb dann stehen und sah auf es hinab. "Dein Sohn....!" röchelte Naveh. "Unser Kind..." Ihre Stimme erstarb. Stille lag über dem Wald, nur das rascheln der Baumkronen die sich im Wind wiegten war zu hören. Langsam drehte sich der Elf gen Naveh um, liess seinen Blick lange auf ihr ruhen, seine Hände lagen an den Krummschwertern. Nasharon zog mit einer fliessenden Bewegung die Klingen aus ihren Halterungen, drehte sich gleichzeitig um und stiess sie in den Körper des Kindes. "Nein!" schrie die Elfe verzweifelt auf."Nein!" flüsterte sie bevor die Welt schwarz wurde.

Dunkle Gewitterwolken zogen auf, verdeckten den Mond und tauchten den Wald in Dunkelheit. Blitze zuckten herab, Donner grollte, liess die Erde erzittern. Langsam aber stetig prasselten Regentropfen auf Ashenvale hinab, verwandelten Bäche in reissende Flüsse. Naveh zuckte zusammen als der Regen auf ihr Gesicht tropfte. Stöhnend regte sie sich, hielt jedoch inne als ein stechender Schmerz durch ihren Körper fuhr. Sie drehte den Kopf und nahm eine verschwommene Gestalt wahr. "Nasharon?" flüsterte sie kraftlos. Der Schemen regte sich:"Du lebst noch." stellte er mit seiner heiseren Stimme fest. Geschmeidig kam er auf die Beine und auf Naveh zu. Er stellte sich über die Priesterin, duckte sich dann hinab und krallte seine linke Hand in ihr Haar. Ruckartig riss er ihren Kopf nach hinten um die Kehle frei zu legen, drückte mit der Spitze eines Dolches, den er aus seinem Stiefel gezogen hatte, gegen ihre Haut. Ein kleiner tropfen Blut rann den Hals hinab und vermischte sich mit dem Regen. Naveh schloss kurz die Augen, tränen mischten sich mit dem Regen als sie ihre Hand hob und sie dem Elfen auf die Schulter legte. "Lebe wohl Nasharon... lebe wohl Geliebter." Ruckartig presste sie ihre Hand an seinen Hals. Der Elf keuchte schmerzerfüllt auf, torkelte zurück, legte verwundert seine Hand an den Hals. "Du..." brachte er hervor, bevor er tot zusammen brach.
Der Himmel öffnete seine Schleusen, Blitze erhellten die Dunkelheit, gefolgt von einem tiefen Donnergrollen das die Erde erzittern liess. Naveh lag auf dem Rücken, weinend hatte sie die Augen geschlossen. Fühlte den Regen der auf sie hernieder prasselte, den Boden unter ihr völlig aufweichte. Blut floss ihr aus Nase, Mund und ihrer seitlichen Verletzung, vermischte sich mit dem Regenwasser, dass um sie herum eine blutige Pfütze bildete. Krampfhaft krallte sie ihre Hand in die weiche Erde, ihr Körper bäumte sich auf und ein Schrei völliger Verzweiflung brach aus ihrer Kehle. Dann kam abermals die Dunkelheit.

Stunden scheinen vergangen zu sein. Naveh erwachte zitternd und wusste instinktiv das sie nicht alleine war. Erschöpft durch den Blutverlust blieb sie regungslos liegen. Der Himmel war noch immer Dunkel und nichts liess darauf hindeuten, dass der Tag nahte. Ein leises Flüstern ging durch den Wald, die Bäume wiegten sich leise raschelnd, doch schien es nicht der Wind zu sein. "Naveh!" hauchte etwas neben ihrem Ohr. Die Priesterin zuckte zusammen, fühlte wie sich etwas kalt über sie legte. "Sei mein.... sei mein!" flüsterte die Stimme abermals. "Wer bist du...?" formten ihr Lippen wortlos. Die unbekannte Stimme lachte leise:"Ich will dir helfen." Stöhnend drehte die Elfe den Kopf erst nach links, dann nach rechts. "Zeig dich!" forderte sie die Stimme heraus. Lange Zeit lag schweigen in der Luft bevor das Flüstern abermals antwortete:"Du siehst mich nicht und wirst mich niemals sehen...." Abermals legte es eine Pause ein."Sei mein Naveh.... und du wirst mächtiger sein als alles was du dir vorstellen kannst." begann die Stimme zu schmeicheln. "Sterben...."hauchte die Priesterin. "Nein... Du gehörst mir." Zischend zog Naveh die Luft zwischen den Zähnen ein als sich Eiseskälte in ihr Ausbreitete. "Nein!" brüllte sie mit aller Kraft! "Und noch etwas...." spottete die Stimme;"Man nennt mich Rakashal!" hallte es in ihrem Kopf. Navehs schrei schallte durch den Wald, Hoffnungslosigkeit lag in der Stimme und sie wusste das sie verloren hatte.
 
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