virtuelle 4.Staffel

GeschichteAbenteuer / P12
"Original Cindy" Cynthia McEachin Alec Jondy Logan Cale Max Guevara Zack
04.01.2007
15.02.2007
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Zuerst muss ich sagen, dass ich diese Story nicht geschrieben habe, aber dafür voller Begeisterung gelesen!!!
Sie knüpft direkt an die virtuelle dritte Staffel an, auch wenn sie von jemand anderem geschrieben wurde!
Und nun....viel Vergnügen!



1.Kapitel: Alte Bekannte


ALTE BEKANNTE




Das Penthaus - 28. Februar 2022, 9:00 Uhr


Zärtlich schmiegte sich Max an die Brust, des immer noch schlafenden Logan. Schon seit Stunden lag sie wach neben ihm und genoss einfach nur den Moment. Immer wieder kamen in ihr Erinnerungen aus früheren Zeiten hervor.

Das erste Mal, als wir uns getroffen haben, hier in dieser Wohnung, da konnte ich es gar nicht erwarten zu verschwinden und diesen verwöhnten, gelangweilten, reichen Jungen endlich hinter mir zu lassen. So ändern sich die Dinge. Alles bewegt sich, nichts steht still. Schon bei unserer zweiten Begegnung begeisterte mich, auch wenn ich es nie zugegeben hätte, seine Zielstrebigkeit. Er wusste immer was er will und wie er es erreichen kann. Zumindest als Eyes Only. Seine Maske, die er sich nur allzu gerne aufsetzte. Auch vor mir. Um weder an seine Beine denken zu müssen, noch an uns… Ich meine, die unzähligen Male, bei denen wir drauf und dran waren uns zu küssen, uns unsere Gefühle einzugestehen, die Maske abzunehmen und uns verwundbar zu machen. Ein ganzes Jahr lang kam nie der richtige Augenblick … ach was, zu feig waren wir, belogen uns selbst, das wir nur eine tolle Freundschaft gefährden würden. Alle merkten es! Original Cindy, Bling, Zack ja sogar Lydecker, nur wir nicht. Und dann als wir endlich über unseren Schatten sprangen wurde es erst richtig problematisch. Das Virus … wenn man die Person die man liebt nicht anfassen darf, weil man sie sonst umbringen würde, dass ist wohl an Grausamkeit nicht mehr zu übertreffen. Typisch Manticore! Und dennoch, entgegen aller Wahrscheinlichkeiten haben wir es geschafft zusammen zu sein und noch viel, viel mehr.

Plötzlich wurde Max durch den erwachenden Logan aus ihren Gedanken gerissen. „Auch schon munter, du Langschläfer?“, neckte sie ihn.

„Es kann ja nicht jeder, wie du, ohne Schlaf auskommen“, entgegnete er, noch etwas im Traum versunken.

Na ja, ganz ohne geht’s bei mir auch nicht.

Logan wand den Blick und sah tief in ihre Augen. „Wie lange bist du denn schon wach?“

„Seit ein paar Stunden“, sie entgegnete seinen Blick. „Hab es einfach genossen, den Moment“.

„Du liegst ein paar Stunden neben mir und beobachtest wie ich schlafe?“, Logan spielte Überraschtheit vor. „Du weist wohl wirklich nichts mit deiner Zeit anzufangen“, neckte er.

„Im Moment weiß ich etwas Besseres anzufangen. Etwas viel Besseres.“ Max begab sich mit ihrem Körper über ihn. Kurz bevor sich ihre Lippen trafen fügt sie eilig hinzu. „Essen. Ich glaube von gestern ist noch was übrig.“

Als sie aufstehen wollte, packte er sie sanft am Arm und hielt sie fest. „Wag das jetzt ja nicht!“ Er versuchte seine Stimme so bedrohlich wie möglich klingen zu lassen und die Ironie so gut wie möglich zu verbergen, aber schließlich konnte er sich ein schelmisches Lächeln nicht verkneifen. „Willst du nicht vielleicht lieber ein Bisschen naschen, oder vielleicht vernaschen? Ich persönlich wäre dem nicht abgeneigt“, fügte er hinzu.

„Klingt interessant! Steh ich drauf! Aber ich muss jetzt gehen. Ich muss zur Arbeit. Bin jetzt eh schon zu spät dran.“, Max setzte sich an den Bettrand und zog ihre Kleidung an.

„Hey, warte doch. Seit wann kümmert es dich, ob du zur spät zur Arbeit kommst?“

„Du wirst es kaum glauben, aber einmal im Jahr überkommt mich so ein Pflichtgefühl gegenüber meiner Arbeit. Du weißt ja was Normal immer sagt. Früher einmal haben sich die Leute, mit dem was sie taten, identifiziert.“

Logan setzte sich ebenfalls auf, fasste Max von hinten auf die Schulter und sagte: „Identifiziere dich doch ein anderes Mal.“ Als sie nicht antwortete, fügte er noch hinzu: „Du wirst mich doch nicht so zurücklassen?“

„Betrachte das als kleine Rache, für die unzähligen Male, bei denen du mich aufgrund deines Eyes Only Engagements so zurückgelassen hast.“, die Ironie in ihrer Stimme war nicht zu überhören. „Bronk und so. Sagt dir das noch was?“

Max stand auf, küsste Logan zum Abschied noch einmal innig, drehte sich dann aber blitzschnell um und verschwand aus dem Zimmer und lies einen gleichermaßen überraschten wie amüsierten Logan zurück.

Als Logan die Eingangstür zum Penthaus zufliegen hörte, lies er einen lauten Seufzer aus seinem Mund gleiten und legt sich wieder ins Bett.


Eine Straße in Sektor 9


Wenn man sich die Straße und die Menschenmenge, die hier entlanggeht, ansieht ist es kaum zu glauben, dass sich in den letzten Tagen alles so dramatisch geändert hat. Jeder war betroffen. Eine Sezessionsbewegung in einem Polizeistaat. Und dann die Ankündigung des Präsidenten, dass alle in Zukunft wieder frei sein werden. Schöne Worte. Hoffentlich nicht leere. Logan hat sich so viel Mühe gegeben, seine gute alte Zeit wieder so hinzukriegen, wie es einmal war, aber es sieht momentan noch nicht so aus, als ob sich viel geändert hätte. Nun ja, das geht wahrscheinlich auch nicht von einem Tag auf den anderen.


Jam Pony


„… Pakete auszuliefern. Hier. Hopp, hopp, hopp! Geht mir aus den Augen ihr Faulpelze! … Wo ist übrigens Max?“, hörte Max Normals aufgeregte Stimme als sie Jam Pony betrat.

Als Sketchy Normal gerade wieder einmal eine seiner ausgefallenen Ausreden auftischen wollte, konnte er Max hören. „Nur keine Aufregung! Bin schon da!“

„Was soll das heißen? Schon da!“, Normal wandte sich an Max und tippte mit dem Zeigefinger auf seine Uhr. „Es ist schon 9 Uhr 20. Schläfst nie und kannst trotzdem nicht pünktlich zur Arbeit erscheinen!“ Er sah sich um und deutete anschließend auf ein Päckchen. „Schnapp dir das Päckchen da. Die sollten schon längst ausgeliefert sein! An die Arbeit! Auf die Räder! Hopp, hopp!“

Max und Sketchy nahmen beide ein paar Päckchen und machten sich auf den Weg.


Joshuas Haus


„Hallo, jemand zu Hause?“, fragte Max als sie durch die Tür schritt.

„Hallo, kleine“, antwortete ein sichtlich erfreuter Joshua. „Was machst du hier?“

„Freut mich dich zu sehen, Großer.“ Max trat in den Raum und sah sich genau um bevor sie fort fuhr. „Hab ne Fahrt hier in die Nähe gehabt und mir gedacht ich schau mal vorbei. Bist du allein? Wo ist Gem?“

„Gem ist bei der Arbeit. Elfi auch. Im Sublime P.I. Bei Alec.“

„Und warum bist du eigentlich nicht arbeiten?“, fragte Max, der erst jetzt einfiel, das Joshua doch meist im Gemeindezentrum mithilft.

Sichtlich bedrückt antwortete Joshua. „Heute nicht, vielleicht morgen auch nicht. Leute schreien wieder. Haben Angst vor dem, was sie nicht verstehen.“

„Wie meinst du das. Was ist passiert?“

„Eltern … Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder zusammen sind, mit einem Freak. Sie haben gesagt, solange ich dort bin, lassen sie ihre Kinder nicht mehr hin. Jetzt will der Leiter des Zentrums mit ihnen reden. Aber so lange das nicht geklärt ist, darf Joshua nicht mehr hin.“ Er setzte sich auf die Couch. „Wir sind jetzt frei, wir sind etwas wert und trotzdem muss Joshua sich ruhig verhalten, hier im Dunkeln.“, Joshuas Stimme war von Traurigkeit und Verzweiflung geprägt.

Max setzte sich neben Joshua und schlang ihren Arm um ihn. „Das wird sich schon wieder einrenken! Da bin ich sicher! In ein paar Tagen darfst du bestimmt wieder hin!“ Sie sah Joshua durchdringend an und fuhr dann fort. „Es braucht alles seine Zeit. Die Welt ist momentan völlig im Aufbruch, alles verändert sich. Es wird noch einige Zeit brauchen, bis der Polizeistaat abgeschafft ist, länger wird es dauern bis die Menschen frei sind und noch länger wird es dauern, bis auch schlussendlich alle Transgenetischen wirklich frei sind. Aber es wird so sein! Du musst immer daran glauben.“ Als Max bemerkte, dass ihre Worte bei Joshua anscheinend die erhoffte Wirkung erzielt hatten, nahm sie ihre Hand von seiner Schulter und stand auf. „So ich muss jetzt weiter. Brauchst du noch was?“ Da Joshua den Kopf schüttelte, verabschiedete sich Max kurz und ging dann durch die Tür zurück zur Straße.


Das Penthaus


Logan saß gerade an seinem Schreibtisch und führte ein Gespräch mit einer Quelle des Informanten Netzwerks. „… und da sind sie sich vollkommen sicher?“, fragte Logan und lauschte anschließend der Antwort des Mannes, am anderen Ende der Leitung. „Gut. Ich werde die Informationen sofort an Eyes Only weiterleiten. Ich bin mir sicher, dass er sich sofort darum kümmern wird.“ Nachdem er den Satz beendet hatte, legte Logan schnell auf und wählte eine Handynummer. Nach nur einem Klingeln nahm der Besitzer ab.

„Ja?“, meldete sich Alec mit einem überraschten Ton.

Alec? Hier ist Logan.“

„Logan, Kumpel! Schön von dir zu hören! Du glaubst es vielleicht gar nicht, aber du rettest mich aus meiner momentan wohl unübertreffbaren Langeweile.“

„Läuft das Geschäft nicht gut? Wo bist du überhaupt?“, fragte Logan, doch man konnte eindeutig erkennen, dass er die Frage nur stellte, um Alecs Redeschwall zu unterbrechen.

„Erstens: Nein! Sublime P.I. ist zwar ein Geheimdienst, aber unsere Aufträge sind anscheinend so geheim, dass ich sie nicht einmal kenne. Und Zweitens: Im Sublime P.I. Aber kein Spur von Kundschaft. Das einzige was ein bisschen Abwechslung ins Leben bringt, ist das Baby, was jede Stunde mal zu heulen beginnt.“, entgegnete Alec in seiner gewohnt lässigen Art.

„Dann hast du wohl Zeit einmal bei mir vorbeizuschauen. Noch dazu glaube ich, dass ich dir einen Auftrag erteilen könnte, um dich von deiner Langeweile zu befreien und gleichzeitig Eyes Only zu helfen. Einen bezahlten natürlich.“

„Du bist mein Retter! Ehrlich! Bin sofort bei dir!“

Nachdem Logan abgelegt hatte, begann das Faxgerät zu Arbeiten und druckte ihm ein paar Fotos aus, die ihm sein Informant gefaxt hatte. Logan begutachtete sie ernst, kam aber kurz darauf um ein Schmunzeln nicht herum. Dann legte er sie beiseite, lehnte sich in seinem Stuhl zurück und entschloss sich, solange er auf Alec wartete, sich kurz zu entspannen.


Sublime P.I.


Alec schnappte sich die Schlüssel für sein Bike und wollte gerade das Gebäude durch den Waschsaloon verlassen, als er Gems überraschte Stimme hinter sich hörte. „Wo willst du hin? Wer war das?“

„Das war Logan. Ich soll zu ihm rüberkommen. Anscheinend hat er einen Auftrag für uns.“, entgegnete Alec hastig.

„Sehr gut. Wenigstens ein Kunde. Sag ihm schöne Grüße von mir und Elfie.“

„Werd ich.“ Mit diesen Worten und schnellen Schritten verließ Alec das Detektivbüro und ließ Gem und das Baby, das gerade wieder zu schreien begonnen hatte, zurück.


Das Penthaus


„Hallo.“ Alec war überrascht, Logan so entspannt, im Sessel zurückgelehnt, vor seinem Bildschirm, zu finden.

„Aah. Hallo Alec.“, antwortete, ein aus seinen Gedanken gerissener, Logan. „Hab dich nicht reinkommen hören.“

Nach einer kurzen Pause fuhr Alec fort. „Geht’s dir nicht gut? … Ich meine helllichter Tag, es gibt sicher Eyes Only Kram zu erledigen und du relaxt hier. Ein Logan Cale. Retter der Unschuldigen, Beschützer der Schwachen.“, der Sarkasmus in Alecs Stimme war nicht zu überhören.

Logan ignorierte das Ende von Alecs Aussage und antwortete nur, „Doch. Geht so. Ich bin nur in letzter Zeit öfters, ziemlich Müde.“

„Wieso denn das? Man sollte doch denken, dass die Eyes Only Arbeit jetzt ein bisschen weniger werden sollte.“

Logan zögerte kurz, dann antwortete er dennoch. „Das ist es nicht. Es … es ist Max! Sie kann ziemlich anstrengend sein.“, beim letzten Teil verzog sich Logans Gesicht zu einem breiten Grinsen.

„Also, wenn ich das jetzt nicht falsch verstehe, wo liegt dann das Problem?“, fragte ein sichtlich gleichermaßen erstaunter wie erheiterter Alec.

„Problem gibt’s eigentlich keins. Stell dir aber mal vor, das Asha keinen Schlaf benötigt und sie zehnmal stärker ist als du!“

Alec verstand die Anspielung. „Aha, das ist’s! Du arbeitest ganz normal am Tag und in der Nacht kommst du auch nicht zum Schlafen.“ ,nach einer kurzen Pause fuhr er fort, „Hey, aber gebrochen hat sie dir noch nichts, oder?“

„Nein, meine Rippen sind noch ganz. Vielleicht etwas verbogen aber sonst ist alles in Ordnung.“, witzelte Logan. Dann fügte er hinzu, „Mach dir keine Sorgen, ich muss mich zwischendurch nur etwas entspannen, das ist alles.“

Logan rollte zu seinem Tisch und hob ein paar Bilder auf und reichte sie Alec.

Nachdem dieser sie begutachtet hatte, verzog sich sein Gesicht zu einem schelmisches Lächeln und er fragte, „Seid wann sind den ‚Freudenhäuser’ eine Eyes Only Angelegenheit?“

„Die Person … die männliche Person, die da zu sehen ist, das ist der oberste Richter Seattles, Richter Johnson.“ Logans Gesicht wurde äußerst ernst, dann fuhr er fort. „Diese Aufnahmen wurden vom ehemaligen Bürgermeister Seattles, Tweed, dazu verwendet den Richter zu zwingen, den Prozess gegen ihn einzustellen.“

„Tweed? War das nicht der, der damals die verseuchten Himbeeren importiert hat und uns Transgenetischen, die Epidemie in die Schuhe schieben wollte?“, fragte Alec, der sich nur vage an die damaligen Gegebenheiten erinnerte.

„Yap, ähm. So ähnlich. Er war, ist der Eigentümer der Emporium Import Gesellschaft. Damals importierte sie mit voller Kenntnis Himbeeren, die mit den Cyclospora Parasiten verseucht waren. Und das wurde euch dann tatsächlich in die Schuhe geschoben. Wieder einmal. Nachdem sich Eyes Only um das Problem gekümmert hatte, wurde Emporium die Handelserlaubnis kurzfristig entzogen und der Bürgermeister wurde abgesetzt. Aber damit war es natürlich noch nicht zu Ende. Gegen ihn wurde ein Verfahren gestartet und wenn er verurteilt worden wäre, würden ihm wahrscheinlich zwischen 5 und 20 Jahren Gefängnis drohen. Dieser Prozess hat sich in den letzten gut 4 Monaten zwar schleichend, aber ständig weiterentwickelt. Bis Tweed diese Fotos in seine Hände bekam. Den Rest kannst du dir ja denken.“

Alec, der gespannt Logans Ausführungen zugehört hatte, setzte fort. „Tweed zwingt den Richter den Prozess einzustellen, damit er die Fotos nicht publik macht. Richtig?“

„Der erste Teil schon, der zweite nicht ganz. Unser lieber Richter Johnson will es wohl verhindern, dass seine liebe Frau Gemahlin von seinen Entgleisungen, sexueller Art, erfährt.“, erklärte Logan völlig trocken.

„Aha! … Also ist der Prozess jetzt eingestellt?“

„Ja. Und Tweed und seine Importgesellschaft setzen ihre Machenschaften fort. Nicht nur, dass er für seine Taten bestraft gehört, das Hauptproblem aus meiner Sicht ist vor allem, das er es wieder tun könnte.“, Logans Stimme war von tiefer Besorgnis geprägt.

Alec nahm sich einen Stuhl und setzte sich neben Logan. „Okay, und wo genau kommen wir ins Spiel?“

„Nicht so ungeduldig. Unser Ziel ist natürlich, dass der Prozess wieder aufgenommen wird und Tweed verurteilt wird. Wir haben zwei Probleme. Erstens muss es einen Grund geben, dass ein geschlossener Prozess wieder aufgenommen wird und Zweitens darf unser hoch verehrter Richter Johnson nicht wieder erpresst werden. Um das zweite Problem kümmere ich mich.“, erklärte Logan trocken, doch aus seinen Augen konnte man erkennen, dass er selbst von seinem Plan nicht allzu begeistert war.

„Du willst die Fotos doch nicht veröffentlichen?“, wand Alec ein.

„Hast du einen besseren Plan?“, fragte Logan rhetorisch. Als Alec schwieg fuhr er fort. „Ich werde mit den Fotos auf Sendung gehen und gleichzeitig darauf hinweisen, dass der Prozess aus diesen Gründen eingestellt wurde.“

„Und wofür brauchst du uns? Scheint als hättest du alles bestens im Griff!“

„Das wird nicht reichen. Der Prozess kann und wird ohne neue Beweise oder Anschuldigungen nicht wieder aufgenommen werden. Und da kommt ihr ins Spiel. Der Auftrag, solltet ihr annehmen, lautet Bakterien, die ich euch besorgen werde, in das Hauptgebäude der Emporium Import Gesellschaft zu schleusen und damit einige, aus exotischen Ländern importierte Lebensmittel zu infizieren. Danach werde ich für einen anonymen Hinweis bei der Polizei sorgen. Es kommt zu einer Kontrolle und Tweed hätte beinahe wieder eine Seuche verursacht. Was sagst du dazu?“. Damit beendete Logan seinen Monolog.

„Tolle Intrige! Ehrlich! Hätte kein Krimiautor spannender schreiben können. Mit Detektivarbeit hat es zwar nichts zu tun, aber einen bezahlten Job, werde ich sicher nicht ablehnen.“

„Sehr gut. Dann bereite ich jetzt mal die Sendung vor. Den Virus allerdings, werde ich nicht vor morgen früh erhalten. Das bedeutet für dich, die Action beginnt erst morgen.“

Alec erhob sich von seinem Stuhl. „Also, wenn das alles ist, dann bis morgen.“

„Ja, ich melde mich dann, wenn ich die Bakterien habe.“ Logan wandte sich wieder seinem Bildschirm zu und bemerkte kaum, das die Tür leise hinter Alec zufiel.


Jam Pony


Original Cindy und Sky saßen in der Fernsehecke und sahen sich die aktuellen Nachrichten auf Kanal 3 an, als Max gerade von ihrer letzten Tour zurückkam. „Hey OC!“ Max Stimme war erfreut ihre beste Freundin, die sie in den letzten paar Tagen kaum zu Gesicht bekommen hatte, zu sehen.

„Hallo Süße! Original Cindy ist verdammt froh, dich mal wieder zu sehen! Haben schon einige Zeit nicht mehr so richtig gequatscht.“

Max begab sich zu ihren beiden, in der Ecke sitzenden, Freunden und setzte sich neben sie. „Das stimmt, aber wir hatten wohl beide nicht so richtig viel Zeit, in den letzten Tagen. Du und Ginger. Ich und Logan. Da kommen Freunde oftmals ein Bisschen zu kurz. Du weißt ja.“, Max Stimme war gleichmäßig trocken, wie entschuldigend.

„Hey, kein Grund zum traurig sein! Ginger und ich kommen heute Abend ins Crash. Kommt doch auch! Du und Logan.“, schlug Cindy vor.

Max verzog ihr Gesicht. „Glaub mir, ich möchte wirklich gerne, aber Logan und ich … ich meine ich weiß nicht so genau, aber vielleicht hat er einen romantischen Abend geplant … kocht was … Wein. Du weißt ja.“

Original Cindy unterbrach Max, die angestrengt versuchte ihre Freundin nicht zu enttäuschen. „Hey Max! Du hast keinen Grund dich zu entschuldigen und dich vor mir zu rechtfertigen, wenn du und Logan etwas Besseres vorhabt. Ich kann das gut verstehen. Ich meine, dass man soviel Zeit wie möglich mit seiner Liebe verbringen will und bei Logan und seinem Kochtalent und seinem Sinn für Romantik, kann ich das wirklich gut verstehen.“ Verständnis, aber dennoch auch ein bisschen Enttäuschung, prägten Original Cindys Stimme.

„OC, ich weiß nicht, was und ob Logan was vorhat. Wenn nicht, werden wir sicher vorbeischauen.“

Sky mischte sich in die Unterhaltung der beiden Freundinnen. „Würde mich auch freuen, dich wieder einmal im Crash zu sehen. Du würdest sicher was verpassen, wenn du nicht kommst. Alle werden da sein. OC, Sketchy, ich und viele andere. Alec, Zack, Krit, Syl, Jondy und sicher auch noch ein paar andere Transgenetische.“

„Die gesamte Armee im Crash! Na das kann ja heiter werden!“ Max Gesicht weitete sich zu einem kurzen Grinsen. Die Unterhaltung verstummte Augenblicklich, als sich die Nachrichten auf dem Bildschirm, mit einem statischen Knacken, in einen rot-weiß-blauen Banner wandelten.

Dies ist keine Störung in ihrem Gerät. Sie sehen ein Streaming Freedom Video. Dieser Einbruch ins Kabelnetz wird genau 60 Sekunden dauern. Er kann nicht zurückverfolgt, er kann nicht gestoppt werden und ist die letzte freie Stimme die es in dieser Stadt noch gibt. Es geht bergauf in unserem Land. Aber dennoch sind Verbrechen und Korruption weiterhin allgegenwärtig in unserem täglichen Leben. Ein gutes Beispiel dafür ist unser ehemaliger Bürgermeister von Seattle, Bürgermeister Tweed. Vor weniger als einem halben Jahr, war er für den Tod mehrerer Menschen verantwortlich, die aufgrund seiner Raffgier und seinem gewissenlosen Handeln, durch die Einfuhr von mit Cyclospora Bakterien verseuchten Lebensmitteln, gestorben sind. Als dies bekannt wurde, wurde er abgesetzt und angeklagt. Nun wurde das Verfahren aber von vom obersten Richter Seattles, Richter Johnson, angeblich wegen einem Mangel an Beweisen, eingestellt. In Wirklichkeit wurde der Richter aber von Tweed mit diesen Fotos erpresst. Tweed, sie werden sich nicht länger der Verantwortung ihrer Taten entziehen können. Niemand wird sie vor ihrer gerechten Strafe schützen. Dies war ein Streaming Freedom Video Bericht über das Eyes Only Informantennetz. Peace. Ende.

Als der Eyes Only Bericht vorbei war, konnte Max erkennen, dass sie nicht mehr die einzigen waren, die wie gebannt auf den Fernseher starrten. Eine Menschentraube, aus zirka 15 Leuten, hatte sich um den Fernseher gebildet. Noch bevor irgendjemand einen Kommentar zum neusten Hack Eyes Onlys abgeben konnte, war schon wieder Normals aufgeregte Stimme zu hören. „Seht euch das in eurer Freizeit an! Ihr werdet bezahlt um Päckchen auszuliefern und nicht ständig vor der Glotze rumzuhängen! Hopp, hopp, hopp! An die Arbeit!“ Normals Geschrei wurde, wie eigentlich immer, vom Großteil der Kuriere ignoriert.

„Der wird sich wohl nie ändern. Behandelt uns als wären wir irgendwelche dahergelaufenen Idioten.“, bemerkte Sky.

„Hey, vergiss es! Er kann einfach nicht aus seiner Haut.“, entgegnete OC trocken.

Max stand auf, schnappte sich ein Päckchen und wollte gerade gehen, drehte sich dann aber noch einmal zu Original Cindy um. „Das ist meine letzte Fahrt für heute. Ich gehe dann zu Logan und bespreche mit ihm, was wir dann heute Abend machen. Vielleicht sehen wir uns dann ja noch.“

„Ja vielleicht. Im Crash!“

„Im Crash!“, wiederholte Max, fuhr auf die Rampe und verließ anschließend das Gebäude durch den Vordereingang.


Das Penthaus


Logan schaltete die Kamera aus und nahm sein Headset vom Kopf. Er fuhr sich einmal mit seiner Hand durch die Haare und atmete tief durch. Dann lehnte er sich in seinem Stuhl zurück und ruhte sich, wie öfters in letzter Zeit, aus als plötzlich das Telefon läutete. Er nahm den Hörer ab. „Ja?“

„Logan, hier spricht Sebastian“, klang die monotone, mechanische Stimme am anderen Ende des Apparats.

„Hallo Sebastian!“ Obwohl er Logans Ruhe störte, war dieser über seinen Anruf erfreut. „Konntest du die Bakterien auftreiben?“

„Ja. Es war zwar nicht wirklich einfach, aber ich habe einen Freund beim lokalen Seuchenkontrollamt und der hat sie mir ohne viel Fragen überlassen. Mit seiner Hilfe habe ich es ebenfalls geschafft, dass es morgen Nachmittag zu einer Kontrolle der Emporium Import Gesellschaft kommen wird.“

„Danke, dass du das für Eyes Only machst.“

„Für einen Freund. Und außerdem habe ich natürlich auch ein gewisses Interesse daran, dass dieser Verbrecher zur Rechenschaft gezogen wird.“

„Ich schicke morgen früh jemanden vorbei, der die Bakterien abholt.“

„Gut, dann hör ich von dir morgen wieder.“

„Ja. Danke noch mal. Du warst eine wirklich große Hilfe.“ Damit beendete Logan das Gespräch. Er war sichtlich sehr zufrieden. Dann lehnte er sich erneut in seinem Sessel zurück und schloss sogar für kurze Zeit die Augen.


Das Penthaus, 16:30 Uhr


Logan stand in der Küche und kochte Pasta. Nachdem er das Wasser aufgesetzt und die Nudeln in den Topf befördert hatte, bereitete er die Soße vor. Er verwendete eine Tomatensoße und würzte diese mit etwas Zwiebel und einer Menge anderer Gewürze. Gerade als er einen Rotwein, den er bereits zuvor gut überlegt ausgewählt hatte, aus dem Schrank nahm, konnte er die Eingangstüre auffliegen hören und Max betrat das Penthaus. „Hey!“, rief sie, als sie Logan in der Küche erblickte.

„Selber hey! Du bist früher dran, als ich gedacht hatte. Ich bin noch nicht mal mit dem Essen fertig.“

Max sah in den Topf. „Was gibt’s denn?“, fragte sie, obwohl auch sie, die nicht die geringste Ahnung vom Kochen hatte, genau wusste, dass es Pasta gab.

„Nichts Besonderes. Nur eines meiner ganz gewöhnlich spontanen und immer wieder unglaublich verführerischen, kulinarischen Wunder.“, antwortete Logan, mit einem breiten Grinsen und der totalen Überzeugung seiner Kochkunst.

Max konnte sich ebenfalls ein Lächeln nicht verkneifen und als sie den Wein erblickte, wand sie sich erneut an Logan. „Rotwein! Sehr gut.“

„Yap. Diese spezielle Sorte passt hervorragend zu Pastagerichten. Vor allem, wenn man sie mit Tomatensoße zubereitet.“

„Pasta mit Tomatensoße. Klingt kompliziert.“

Logan sah überrascht vom Kochtopf zu ihr auf. „Kompliziert? Nicht wirklich! … Ehrlich! Das bekommt jeder Kochanfänger hin. Ein ganz einfaches, dennoch köstliches Rezept.“

Max sah Logan tief in die Augen. „Mist! Vielleicht sollte ich doch etwas Kochen lernen.“

„Ja klar. Und ich springe dafür ab jetzt über fünf Meter hohe Zäune und kämpfe Mann gegen Mann mit den Soldaten der Roten Serie.“, neckte Logan sie.

Max sah Logan enttäuscht an. „Ist es wirklich so abwegig, dass ich kochen lerne?“, fragte sie ihn.

Er packte Max kumpelhaft an der Schulter und sagte „Hey, es ist schon eine enorme Leistung für dich Wasser aufzusetzen.“ Da er merkte, dass Max ein bisschen beleidigt schien, fügte er schließlich hinzu. „Überlass das Kochen mir … Ich koche und du reparierst mein Auto, dein Motorrad usw. So was nennt man Arbeitsteilung“. Logan lächelte sanft und nach einigen kurzen Augenblicken tat Max dasselbe.

Nach einigen Sekunden des Schweigens wechselte Max kurzerhand das Thema. „Original Cindy ist heute Abend im Crash. Viele andere meiner, äh unserer Freunde ebenfalls. Was hältst du davon, wenn wir nach dem Essen hingehen.“, fragte Max, unsicher wie sie ihre Frage formulieren sollte, angesichts dessen, was Logan offensichtlich für sie beide organisiert und geplant hatte.

Logan war erstaunt und etwas verunsichert zugleich. „Ich hatte eigentlich was ganz anderes für heute Abend geplant, … aber wenn du lieber ins Crash möchtest dann…“

„Nein“, unterbrach ihn Max, die schon allein wegen der Frage ein schlechtes Gewissen hatte. „Nein. Ich meinte nur, dass OC uns gerne wieder einmal im Crash treffen würde… Nur so rumhängen, du weißt schon.“, versuchte Max zu erklären.

„Tut mir leid. Ich habe dich in letzter Zeit jede freie Minute in Anspruch genommen. Ich hatte komplett vergessen, dass du und deine Freunde … ich meine…“

„Sscht“, unterbrach ihn Max. „Wir machen uns heute einen schönen, romantischen Abend. Wir können ein andermal ins Crash gehen und Party machen.“

„Bist du sicher?“, fragte Logan sanft. Man konnte aber dennoch deutlich erkennen, dass er hoffte, dass sie ja sagen würde.

„Natürlich! Du bist für mich das Wichtigste auf der Welt. Wichtiger als alles andere. Wichtiger als meine Freunde, wichtiger als mein Motorrad“. Nachdem Max den Satz beendet hatte, brachen beide in lautes Gelächter aus.

„Das ist eine große Ehre für mich. Wichtiger für dich zu sein, als deine Ninja. Vor drei Jahren hätte es so was wohl noch nicht gegeben.“, witzelte Logan.

Nach wenigen Momenten der Stille wurde Max wieder ernst. „Du musst nur eins verstehen. Ich möchte trotzdem weiter Zeit mit meinen Freunden verbringen. Zwischendurch mal.“

„Natürlich verstehe ich das. Tut mir Leid. Was hältst du von morgen?“

„Klingt gut! Ich werde OC anrufen und sie wegen morgen Abend fragen. Vielleicht hat sie ja Zeit. Ich meine, wenn nicht sie morgen einen romantischen Abend geplant hat.“ Mit diesen Worten verließ Max Logan und ging zum Telefon.


Original Cindys Apartment


Ginger nahm die Feile aus ihrer Tasche und setzte sich auf die Couch. Gerade als sie anfangen wollte, ihre Nägel zu pflegen, läutete das Telefon. Sie stand auf und nahm ab. „Hallo?.“

„Ginger?“, fragte Max, die sich nicht sicher war, wem die Stimme am anderen Ende der Leitung gehörte.

„Ja.“

„Hier spricht Max. Ist OC da?“

„Nein! Sie ist noch nicht von der Arbeit zurück. Rufst du später noch mal an, oder soll ich ihr was ausrichten?“

„Ääh, ja. Sag ihr bitte, dass ich heute Abend nicht ins Crash kommen kann. Ich…“

„Du kommst nicht? Schade, sie hat sich sehr auf heute Abend gefreut.“, unterbrach sie Max.

„Ja. Es tut mir wirklich sehr leid. Logan hat ein romantisches Abendessen vorbereitet und … es tut mir Leid. Ich kann wirklich nicht.“ Man konnte eindeutig das schlechte Gewissen in ihrer Stimme erkennen.

„Okay. Ich sag’s ihr. Vielleicht ein anderes Mal.“

„Ja. Ein anderes Mal.“

Mit diesen Worten beendete Ginger das Gespräch und wandte sich wieder ihrer Nagelpflege zu.


Das Penthaus


Als Logan Max beobachtete, als sie wieder die Küche betrat, konnte er erkennen, wie unwohl sie sich dabei fühlte Original Cindy so im Stich zu lassen und er bekam ebenfalls ein schlechtes Gewissen. „Hast du sie erreicht?“, fragte er, um die bedrückende Stille zu brechen, die sich im Raum breit gemacht hatte.

„Nein.“ Max wirkte geistesabwesendend. Als sie nach wenigen Momenten wieder zu sich kam, fuhr sie fort. „Aber ich habe Ginger gesagt, dass sie Original Cindy sagen soll, dass ich nicht komme.“ An ihrem Gesicht konnte man deutlich erkennen, wie unwohl sie sich dabei fühlte, ihre beste Freundin so zu enttäuschen. Nach einigen Sekunden der Stille wechselte sie schnell das Thema um der bedrückenden Stille, die erneut herrschte, zu entgehen. „Was ist da bei der neusten Eyes Only Sache denn eigentlich los. Ich habe deine Sendung gesehen. Ich dachte Tweed wäre erledigt. Aber … und was sind das für Fotos? Ich meine, war es wirklich nötig damit auf Sendung zu gehen?“

„Ja das war es! Jetzt hat Tweed, Johnson nicht mehr auf der Gehaltsliste. Nur so kann der Plan funktionieren.“, antwortete Logan trocken.

„Der Plan?“

„Wir wollen Tweed ins Gefängnis bringen. Damit ein abgebrochener Prozess wieder aufgenommen werden kann, muss ein Verfahrensfehler nachgewiesen werden, oder es müssen neue entscheidende Beweise auftauchen.“, erklärte Logan. Er nahm eine Nudel aus dem kochenden Wasser und kostete sie. „Noch ein bis zwei Minuten, dann sind sie perfekt.“ Nach einer kurzen Pause fuhr er fort. „Also, … Alec wird morgen in das Lagerhaus der Emporium Import Gesellschaft einbrechen und Lebensmittel mit Bakterien infizieren. Es wird eine Kontrolle folgen, den Rest kannst du dir ja denken.“

„Ja, … aber warum Alec? Das könnte ich doch genauso gut machen.“ Max war äußerst erstaunt darüber, dass er sich an Alec wandte und nicht an sie.

„Sogar noch weitaus besser.“, neckte Logan. „Aber er brauchte dringend etwas Arbeit. Das Sublime P.I. scheint noch nicht wie gewünscht zu laufen.“

„Ob das wohl darin liegt das die Menschen sie nicht akzeptieren, weil sie … weil wir anders sind. Weil wir im Labor erschaffen wurden. Weil wir transgenetisch sind.“

Logan konnte deutlich erkennen das Max irgendetwas beschäftigte. „Was ist los?“

„Äh … es ist Joshua. Die Leute machen Probleme, weil sie nicht wollen, dass ihre Kinder in der Nähe eines Transgenetischen ihre Zeit verbringen. Bis das ausgestanden ist, darf er nicht mehr ins Gemeindezentrum. Und dabei war er so glücklich in der letzten Zeit. Glücklich aus dem Dunkeln zu entkommen und rauf ans Licht zu gelangen.“

„Das war von Anfang an klar. Es ist schon schwer, als gleichwertiges Wesen akzeptiert zu werden, wenn man anders ist, aber zumindest wie ein Mensch aussieht. Aber für einen Hundemenschen…“ Logan kostete erneut eine Nudel. „Perfekt! Ich mache das jetzt schnell fertig und richte an.“

„Gut, dann richte ich das Besteck und die Teller her.“

Als sie sich umdrehen und gehen wollte, packte sie Logan sanft am Arm und sagte „Das wird schon. Das mit Joshua meine ich. Er schafft das. Versuch den heutigen Abend zu genießen.“

„Ich hoffe du hast Recht.“, sagte sie. Dann nahm sie zwei Teller und das Besteck aus dem Kasten und deckte damit den Tisch. Nachdem Logan das Essen serviert hatte, begannen beide genüsslich mit dem Essen.


Das Penthaus, 17:30 Uhr


Max und Logan saßen am Küchentisch, tranken Rotwein und genossen sichtlich jede Sekunde. „Und?“, fragte Logan.

„Und was?“ Max verzog bei der Frage, vor Erstaunen, das Gesicht.

„Bereust du es, heute hier geblieben zu sein?“

„Natürlich. Du weißt doch, dass ich heute einen Riesenspaß hätte haben können. Und jetzt sitze ich hier mit dir und langweile mich zu Tode. Du weißt doch, dass ich für dieses romantische Zeug nichts übrig habe.“, sagte sie mit einer Stimme, mit der sie die sichtliche Ironie nicht im Geringsten verbergen konnte. Nach einer kurzen Pause setzte sie sogar noch fort. „Das stört mich an euch Kerlen. Ihr könnt nicht einmal handeln und einfach Spaß haben, ihr müsst immerfort aufhören und reden und hören wie gut, witzig und umwerfend ihr seit.“

„Wenn das so ist…“ Logan stellte sein Glas ab, nahm das aus Max’s Hand, lehnte sich zu ihr über die Ecke des Tisches und küsste sie innig. „Wenn das so ist, werde ich nicht länger den Gentleman spielen und gleich zur Sache kommen.“ Seine Stimme war intensiv und man konnte deutlich erkennen, dass er meinte, was er sagte.

„Wenn das so ist, muss ich mich wohl ergeben. Gibt wohl keine Chance zu entkommen.“ Sie stand auf, nahm Logan bei der Hand und zog ihn ins Schlafzimmer.


Das Crash, abends


Das Crash war wie immer, in letzter Zeit, sehr gut besetzt. In jeder Ecke wurde gefeiert und die meisten Anwesenden amüsierten sich blendend. An einem kleinen Tisch, für maximal vier Personen, saßen Sketchy, Ginger und Original Cindy, die sichtlich nicht allzu viel Lust zum Feiern hatte. „Hey, versuch doch wenigstens ein Bisschen den Abend zu genießen. Es sind so viele da. Ginger, ich … Alec“, versuchte Sketchy seine Freundin zu trösten.

„Ich kann’s einfach nicht glauben. Sie lässt uns einfach so im Stich.“ Original Cindys Stimme hörte sich äußerst traurig und enttäuscht an.

„Du musst sie verstehen. Sie hatte keine Zeit. Ich meine, Logan hatte schon etwas vor und sie klang wirklich sehr …“, Ginger brach mitten im Satz ab und nachdem sie überlegt hatte, was sie eigentlich sagen wollte, setzte sie fort. „ihre Stimme klang schuldbewusst. Sie hatte ein sehr schlechtes Gewissen.“

„Ich weiß. Aber ich will gar nicht, dass sie ein schlechtes Gewissen hat. Ich will nur etwas Zeit mit meiner besten Freundin verbringen. Ist das zuviel verlangt?“, fragte OC.

„Nein. Sicher nicht. Vielleicht ein anderes Mal. Willst du heimgehen?“, antwortete Ginger.

„Nein. Sketch hat Recht. Es sind so viele Freunde da. Freunde von uns. Freunde von mir. Wird Zeit, dass ich endlich aufhöre, über Dinge nachzudenken, die ich sowieso nicht ändern kann.“

„Toll. So seh dich gerne. Kommt mit ihr Beide. Setzen wir uns zu den anderen.“, schlug Sketchy vor. Sie standen auf und gingen zu einem großen Tisch, einem der aus mehreren zusammen geschobenen Tischen bestand. „Sie die Plätze noch frei?“, fragte er Krit, der an der einen Ecke saß. Dieser nickte und die drei nahmen Platz. Es war gerade eine intensive Unterhaltung zwischen den Anwesenden im Gange.

„Also wirklich großer Bruder. Du hast wirklich nicht die geringste Ahnung von guter Science-Fiction. Bist jetzt schon 13 Jahre hier draußen, in der realen Welt, und kennst nicht den Unterschied zwischen Captain Kirk und Meister Yoda.“, sagte Krit zu Zack. Als dieser nicht antwortete fuhr Krit fort. „Ich glaube es gibt hier am Tisch nicht einige einzige Person, die noch weniger Ahnung von solchen Klassikern hat als du. Selbst Alec kennt sich da besser aus und der ist erst frei, seitdem Manticore in Flammen aufgegangen ist.“

„Da muss ich dich aber leider enttäuschen“, unterbrach ihn Alec. „Ich war bis heute fest der Meinung, dass Captain Kirk bei Star Wars mitgespielt hat.“

Krit sah Alec erstaunt an. Dann wandte er seinen Blick zurück zu Zack. „Also wisst ihr, ihr habt noch viel zu lernen, meine noch sehr jungen Padawane.“

Zack sah Krit äußerst kritisch an. „Padawane? Was soll das denn jetzt wieder sein. Du glaubst es vielleicht nicht, aber es gibt auf der Welt Wichtigeres, als über jeden Film, der je geschrieben worden ist, Bescheid zu wissen.“ Zacks Stimme wurde lauter und sie klang beinahe wütend.

„Stopp. Die Filmkunde verschieben wir auf ein Andermal, bevor das hier in einer Keilerei endet.“, unterbrach Syl.

„Wieso bist du heute so schlecht gelaunt?“, fragte Krit seinen großen Bruder.

„Wir sollten wirklich besser das Thema wechseln“, antwortete Zack. „Ich habe heute keine Lust zu diskutieren.“

Krit merkte, dass es Zack ernst war und wollte gerade das Thema wechseln, als Alec von seinem Platz aufstand und sagte „Ich gehe jetzt heim. Hab morgen einen harten Tag vor mir. Kommst du?“ Er sah zum Platz neben sich, an dem Asha saß. Sie nickte, stand auf und die Beiden verließen ohne ein weiteres Wort zu sagen die Bar.

„Wieso geht er eigentlich jetzt schon?“ Zane versuchte nicht einmal seine Überraschung zu verbergen.

„Hab gehört, dass er etwas für Logan erledigen muss.“, antwortete Jondy.

„Logan? … Wo ist er eigentlich? Und wo ist Max?“

Syl rollte mit den Augen. „Na wo wohl. Sie und der Wunderknabe, wie ihn Zack gerne nennt, geben sich wohl gerade innigen Liebenspielen hin.“

Jondy lächelte. „Scheint gut zwischen den Beiden zu laufen. Na ja, ich habe ja schon immer gesagt, dass die Beiden ein echtes Traumpaar sind.“ Nachdem niemand so richtig auf ihre Bemerkung reagierte, setzte sie fort. „Habe ich nicht Recht. Es ist echt so was wie ein Märchen, das wahr geworden ist. Gentechnisch aufgepepptes Mädchen trifft ihren Prinzen, sie bringt ihn fast mit einem Virus um, sie müssen sich trennen, aber schlussendlich sind sie zusammen. Man müsste so etwas als Buch schreiben oder sogar verfilmen. Könnte ein Bestseller werden.“

„Kling mir zu sehr nach Science-Fiction.“, sagte Zack mürrisch.

„Ist auch Science-Fiction. Liegt wohl daran, dass wir nicht bestreiten können, zu einem gewissen Teil selbst Science-Fiction zu sein. … Äh, ja aber du hast Recht. Ich bin auch froh, dass es so gut zwischen den Beiden läuft.“, setzte Krit schnell fort um wieder das Thema, das Zack heute nicht mehr leiden konnte, zu vermeiden.

„Ja, stimmt!“, fügte Jondy hinzu. „Auf Max und Logan!“

Alle erhoben gleichzeitig die Gläser und wiederholten. „Auf Max und Logan!“


Das Penthaus, am nächsten Morgen


Max und Logan lagen im Bett zart aneinandergeschmiegt und beobachteten sich gegenseitig. Erst nach einigen Minuten brach Logan das Schweigen. „An was denkst du gerade?“

„Ah nichts. Eigentlich nur, was für ein ungeheures Glück ich habe … ich meine, dass nicht jeder Abend in Zukunft so langweilig sein wird, wie gestern.“, neckte sie Logan und setzte dabei ein breites Grinsen auf.

Logan stieg auf ihr Spiel ein und fuhr mit einem schelmischen Lächeln fort. „Wenn das so ist, sollten wir uns doch besser trennen. Sieh uns doch an. Hoffnungslos.“

„Völlig.“, setzte sie fort.

„Erinnert dich das nicht auch ein bisschen an die Situation, damals an unserem ersten Jahrestag, hier im Penthaus.“, fragte er und die Erinnerungen an damals, schossen ihm gleichzeitig durch den Kopf.

„Es gibt nichts was ihnen Leid tun müsste, wofür sie sich schämen müssten. Es ging nie darum ob sie laufen können … nicht für mich.“, sagte Max liebevoll.

„Schauen sie uns nur an.“

„Erbärmlich.“

„Hoffnungslos.“ Doch an seinem Gesichtsausdruck konnte man das Gegenteil erkennen. „Frohen Jahrestag.“

„Wir haben wohl Glück.“

Logan lehnte sich vor und küsste Max sanft auf die Wange. Sie sahen sich kurz an und setzten den Kuss fort und intensivierten ihn. „Vielleicht ah, vielleicht sollten wir warten. Du weißt, bis du wieder du selbst bist.“ Logan sah Max begehrend an.

Max lächelte sanft und antwortete. „Das ist nicht Manticore. Das bin ich.“

„Und kannst du dich noch erinnern, was gleich danach geschah.“, fragte Max.

„Das werde ich nie vergessen. Plötzlich stand Zack im Raum und fragte in einem äußerst verärgerten Ton: Ich weiß wo Tinga ist. Wir müssen sie befreien. Oder hast du was Besseres zu tun?“

Max lächelte. „Ja, das war nicht unbedingt sein bester Moment.“

„Ja, meiner auch nicht. Damals dachte ich, dass wohl niemand mehr Pech hatte, sich unwohler fühlte als ich, in diesem Moment. Aber jetzt, jetzt weiß ich, dass sich Zack wohl noch schlechter Gefühlt haben muss, als er uns da so zusammen gesehen hat.“

„Ja, dass war damals sicher ein äußerst schmerzhafter Moment für ihn… Aber er hat es vorher schon gewusst. Zumindest geahnt.“

„Ja, aber bis zu diesem Moment konnte er wenigstens hoffen, dass du ihn lieben würdest … IHN und nicht mich.“, sagte er und man konnte deutlich erkennen, dass er aus Erfahrung sprach.

„Da hast du wohl Recht.“ Nachdem sie den Satz beendet hatte, kuschelte sie sich dichter an Logan, der ihre Zärtlichkeit sichtlich genoss. „Wie spät ist es eigentlich?“

Logan sah auf seine Armbanduhr, die er gestern gar nicht mehr abgenommen hatte, als Max ihn zu Bett zerrte. „Es ist 8 Uhr 45. Wieso?“

„Ich muss zur Arbeit. Ich will heute früh dort sein um mich bei OC für gestern Abend zu entschuldigen.“ Als sie den Satz beendet hatte, setzte sie sich langsam im Bett auf. Logan tat dasselbe. „Versuch nicht mich abzuhalten, ich werde jetzt gehen.“

„Versuche ich ja gar nicht. Ich habe selbst noch was zu erledigen, bevor Alec kommt.“ Er küsste Max und stand anschließend mithilfe des Exos, welches er gestern nicht ausgezogen hatte, auf. Max folgte ihm. Beide gingen zum Kleiderschrank und zogen sich an. Nachdem sie fertig waren, sah sich Logan im Raum um, was ihm zum Lächeln brachte. Im ganzen Raum lagen Kleidungsstücke, vom Abend zuvor, verstreut.

Als Max bemerkte, was Logan zum Lächeln brachte, konnte sie sich selbst keines verkneifen. „Sieht so aus, als ob da wirklich noch Arbeit auf dich wartet, bevor Alec hier auftaucht.“

„Ja, sieht so aus.“

„Bis heute Abend. Und möchtest du heute ins Crash gehen?“, fragte Max zaghaft.

„Es gibt nichts, was ich lieber täte.“, antwortete Logan mit einem kurzen Lächeln.

„Danke. Bis dann.“

„Bis dann.“ Er sah Max zu, wie sie die Wohnung verließ. Nachdem sie durch die Eingangstüre verschwunden war, begann Logan mit den Aufräumarbeiten. Als er Max’s Slip fand, entkam ihm ein kurzes Schmunzeln, doch er fuhr sofort mit dem Aufräumen fort.


Jam Pony


Als Max, zusammen mit ihrem Bike, das Jam Pony Gebäude betrat, war Normal gerade wieder dabei, einigen seiner Kuriere einen Vortrag über Pflichtbewusstsein zu halten. „Wie oft habe ich euch eigentlich schon gesagt, dass ich keine Fahrten bezahle, wenn ihr mir nicht die Unterschrift bringt.“ Max ignorierte Normals aufgeregtes Geschrei und ging an ihm vorbei zu den Spinden. Als sie dort ankam, erblickte sie Original Cindy, die allein auf einer Bank zwischen den Spinden saß.

„Hey“, sagte Max, mit einem ebenso gekünstelten wie verlegenen Lächeln. Als sie keine Antwort bekam, fuhr sie fort. „Das wegen gestern … es tut mir Leid. Ehrlich.“ In Max Stimme konnte man deutlich erkennen, dass sie es auch wirklich so meinte, wie sie es sagte.

Original Cindy sah zu ihr auf. „Ich weiß, dass es dir Leid tut. Und ich kann dich auch wirklich gut verstehen, aber ich habe mich halt sehr auf gestern Abend gefreut.“ OCs Stimme war von Enttäuschung geprägt.

Max setzte sich neben Original Cindy auf die Bank und nahm ihre linke Hand in die ihre. „Ich bin eine tolle beste Freundin! Bringe dich dutzende Male in Lebensgefahr, hast mir schon so oft aus der Patsche geholfen und ich bin unfähig, ein bisschen Zeit mit dir zu verbringen.“

„Jetzt hör aber auf! Du bist die beste Freundin, die man sich wünschen kann! Sicher, dein Leben ist kompliziert und das wirkt sich auch auf die Personen, die dich umgeben, aus. Und was auch immer passierte, war es noch so unvorhersehbar, hat es unser Leben noch so sehr verändert, wir sind trotzdem immer Freunde geblieben. Auch wenn wir jetzt nicht mehr zusammen wohnen und uns nicht mehr so oft sehen wie früher, wir werden immer Freunde bleiben, Süße.“ Original Cindys Stimme klang wieder kraftvoll und überzeugend, so wie immer.

Max musste lächeln. „Die Besten!“, bestätigte sie.

„Ja, die Besten!“, wiederholte OC.

Max und Original Cindy umarmten sich. Als sie fertig waren, fuhr Max fort. „Hey, was hältst du davon, wenn wir heute Abend im Crash abhängen, so wie früher, und richtig Party machen?“

„Und was ist mit Logan?“

„Ist mit ihm abgesprochen. Er wird auch mitkommen … wenn er Zeit hat.“

„Muss dein Sugar Daddy wieder einmal die Welt retten?“, neckte OC ihre Freundin.

„So was ähnliches. Muss dafür sorgen, dass unser Ex-Bürgermeister, der gute alte Tweed, hinter Schloss und Riegeln verschwindet. Weißt du, der war damals verantwortlich für diesen Ausbruch der…“

Max wurde von Original Cindy unterbrochen. „…Cyclospora Parasiten. Wie könnte ich das jemals vergessen? Daran wäre ich beinahe gestorben.“ Nach wenigen Sekunden der Stille, fuhr sie fort. „Na ja. Wir werden ja sehen, ob er mit seiner Aktion, rette die Welt, bis zum Abend fertig ist.“

„Heißt das, dass du kommst?“

„Na logo Süße! So eine Gelegenheit lasse ich mir doch nicht entgehen.“

Sie wurden in ihrer Unterhaltung von Normals aufgeregtem Geschrei unterbrochen. „Hopp, hopp, hopp ihr Faulpelze! Auf die Räder! Ich bezahle euch hier nicht fürs Nichtstun!“ Er warf Max und OC jeweils zwei Päckchen zu und drehte sich dann anderen Kurieren zu, um an sie weitere Päckchen auszuteilen.

Max und Original Cindy standen von der Bank auf und verließen Jam Pony.


Das Penthaus, 9:15 Uhr


Logan saß in seinem Rollstuhl, neben seinen Computern, und schraubte an seinem Exo herum. Nach nur wenigen Handgriffen legte er den Schraubenzieher weg und stand auf. Er machte ein paar Kniebeugen, um sicher zu gehen, dass es fest saß und auch problemlos funktionierte. Anschließend setzte er sich wieder und rollte hinüber zum Telefon. Er nahm den Hörer ab und wählte Alecs Handynummer. Nach wenigen Sekunden nahm dieser ab.

„Ja?“

„Hey Alec.“

„Logan!“ Nach wenigen Momenten fügte er hinzu. „Also was gibt’s?“

„Schau kurz mal bei mir vorbei, damit ich dir deine Aufgabe genau erklären kann.“

„Bin schon unterwegs!“ Mit diesen Worten beendete Alec das kurze Gespräch.

Logan legte den Hörer zurück an seinen Platz und wandte sich dem Bildschirm zu.


Das Penthaus, 9:30 Uhr


Logan konnte es hören, als sich die Türe zum Penthaus öffnete und Alec eintrat.

Als Alec das Zimmer betrat, begann er. „Da bin ich! Was war den so geheimnisvoll, dass du es mir nicht am Telefon sagen konntest?“, fragte Alec.

Logan wandte sich zu Alec und sah ihn etwas verwirrt an. „Nichts, aber ich wollte dir deinen Auftrag persönlich mitteilen.“ Nach wenigen Augenblicken fuhr er fort. „OK. Du weißt, dass du zur Emporium Import Gesellschaft musst, allerdings musst du vorher noch bei dieser Adresse vorbeischauen.“ Logan nahm ein kleines Blatt Papier, auf dem die Adresse stand, vom Tisch und gab es Alec. „Dort wirst du die Bakterien bekommen. Du musst nur sagen, dass dich Logan Cale schickt. Noch Fragen?“

„Ja, eigentlich schon. Sogar zwei.“, antwortete Alec. „Erstens: Warum breche ich nicht bei Nacht ein und erledige das, sondern jetzt, mitten am helllichten Tag? Und zweitens: Wer ist dieser Typ, der für dich so einfach gefährliche Bakterien besorgt?“

„Tweed ist ein ziemlicher Sicherheitsfanatiker. Er verfügt in seiner Lagerhalle über sehr gute Sicherheitsvorkehrungen, die man nachts erst ausschalten müsste. Und ich habe die Codes nicht. Tagsüber besteht das Problem nicht, da die Sicherheitssysteme in den meisten Bereichen ausgeschaltet sind, da sie ja sonst ständig von den Arbeitern ausgelöst werden würden.“ Logan sah Alec an, der seiner Erklärung sehr genau folgte und jetzt natürlich den Grund verstand. „Und zu deiner zweiten Frage: Er ist ein guter Freund, der mir ab und zu hilft … der Eyes Only ab und zu hilft.“, fügte Logan erklärend hinzu.

„Aha.“ An seiner Stimme und seiner Gestik konnte man zwar deutlich erkennen, dass ihm die zweite Antwort eigentlich nicht genügte, aber trotzdem gab er sich damit zu frieden. „Sollte ein Kinderspiel werden.“, fügte Alec mit einem Lächeln hinzu.

„Hoffentlich.“

„Nicht so nachdenklich, Kumpel! Du kannst dich auf mich verlassen! Ehrlich!“ Mit diesen Worten verschwand Alec aus der Tür.


Ein unbekanntes Haus


Alec blieb mit seinem Bike vor einem großen, ziemlich wohlhabend aussehenden Haus stehen. Er sah noch einmal kurz auf den Zettel, den ihm Logan zuvor gegeben hatte, um sicher zu gehen, dass er sich nicht an der Adresse geirrt hatte. Als er sicher war, an der richtigen Adresse angekommen zu sein, suchte er die Klingel. Nachdem er sie rechts von der pompösen Holztüre, wahrscheinlich Mahagoni, gefunden hatte, klingelte er zweimal kurz und wartete ab, ob jemand die Tür öffnet. Nach wenigen Sekunden ertönte eine mechanische Stimme über die Sprechanlage.

„Was wollen Sie?“, fragte die Stimme, die für Alec wie die eines Computers oder Roboters klang.

„Ähm.“, antwortete er überrascht. „Logan Cale schickt mich.“ Nach einigen Augenblicken der Stille fuhr er fort. „Ich soll hier etwas für ihn abholen.“

Als sich die Türe, scheinbar automatisch öffnete, trat er ein. Er sah sich in dem Raum, den er gerade betrete hatte, genau um. Der Raum erfüllte alle Erwartungen, die man bekam, wenn man das Haus von außen sah. Er war groß und luxuriös eingerichtet. Was besonders auffiel war die Ecke, in der eine Menge Computer und anderer Maschinen, deren Funktion Alec nicht bei allen abschätzen konnte, standen. Als er plötzlich wieder die mechanische Stimme hörte, erschrak er.

„Die Bakterien, die sie benötigen, befinden sich in dem Gefäß auf dem Tisch hier drüben.“

Erst jetzt sah Alec den Mann mit der seltsamen Stimme, der in dem Stuhl in der Ecke wo sich auch die Computer befanden, saß. Nachdem er seine plötzliche Überraschung abgelegt hatte, antwortete er. „Danke.“ Er ging zum Tisch und nahm den Behälter. Er sah ihn sichtlich überrascht an.

„In dem Behälter befindet sich eine Bakterienkultur, die in der Luft ungefährlich und auch bei verzehr nicht tödlich ist, sondern nur zu hohen Fieber und Erbrechen führt.“, erklärte Sebastian. Dann fuhr er fort. „Sie müssen also nicht besorgt sein, dass sie sich anstecken.“

„Äh, danke.“ Alec wusste nicht genau, wie er sonst hätte reagieren sollen, also verabschiedete er sich schnell, steckte den Behälter mit den Bakterien in seine Jackentasche und verließ das Haus. Als er draußen war, ließ er einen lauten Seufzer los und sagte zu sich selbst. „Komische Freunde, dieser Logan.“


Emporium Import Gesellschaft, vor dem Grundstück


Alec kam zu Fuß, schleichend, an der Umzäunung zum Grundstück des Lagerhauses an, da er sein Motorrad einige hundert Meter zuvor, aus Sicherheitsgründen, stehen ließ. Er benutzte seine verbesserte Sicht, um das Grundstück nach Wachen abzusuchen. Er konnte lediglich zwei leicht bewaffnete Personen sehen, die auf dem Grundstück, rund um das Lagerhaus, patrouillierten. Die restlichen Männer, in Alecs Blickfeld, schienen ganz gewöhnliche Arbeiter zu sein. „OK. Das wird wirklich ein Kinderspiel.“, sagte er selbstsicher und leise zu sich selbst. Allerdings musste er sich gleichzeitig eingestehen, dass es so viele Anwesende Arbeiter gab, dass es ziemlich unwahrscheinlich war, ungesehen ins Gebäude zu kommen. Selbst für einen X-5. Nachdem er das Gelände zum erneuten Male abgesucht hatte, entdeckte er eine Möglichkeit. Es gab einen Kanaldeckel, ganz in der Nähe einer Nebeneingangstüre des Gebäudes. Alec hob den Deckel des Kanals, neben dem er sich gerade befand, ab und kletterte hinunter.

Er ging etwa 20 Meter entlang eines Ganges und drehte sich bei der ersten Abzweigung nach links. Dann folgte er dem nächsten Gang weitere 50 Meter, bis er direkt unter dem Ziel befand. Er kletterte die Stufen hinauf, hob den Deckel kurz an und spähte hinaus. Als er keine Probleme sah, kletterte er hinaus, schloss den Kanaldeckel wieder und verschwand daraufhin schnell durch die Tür ins Lagerhaus.

Das Gebäude war groß und auf der unteren Etage herrschte reges Treiben, sodass Alec nicht wirklich befürchten musste aufzufallen. Er hielt nach Treppen Ausschau. Laut Logan musste er zwei Stockwerke nach oben gelangen, da dort eine Menge Exotischer Lebensmittel gelagert werden, sich aber kaum Arbeitskräfte auf derselben Etage befinden. Nachdem er eine Treppe entdeckt hatte, ging er sie schnell, aber ruhig genug um keine Aufmerksamkeit zu erregen, hinauf. Als er oben ankam hatte er Glück. Er fand Himbeeren vor, die aus einem Land irgendwo in Südamerika importiert waren. Da er niemanden sehen konnte, nahm er schnell den Behälter aus seiner Jackentasche und infizierte die Früchte damit. „Was habe ich dir gesagt Logan, ein Kinderspiel.“, gab Alec leise und selbstsicher von sich. Im selben Moment betrat ein glatzköpfiger, in einem normalen Arbeitergewand gekleideter, Mann den Raum.

„Was machen sie hier? Ich habe sie noch nie gesehen! Sie haben hier keinen Zutritt! Wer sind sie überhaupt?“, sprudelte es aus einem äußerst verwirrten Glatzkopf.

„Ich wurde erst heute hier eingestellt und habe mich auf dem Weg zu Toilette verlaufen.“, versuchte sich Alec, ohne den Gebrauch von Gewalt, aus dieser verzwickten Situation zu befreien.

„Sie bleiben schön hier!“ Der Arbeiter drückte den Alarmknopf, der sich an der Wand direkt neben ihm befand, und fuhr fort. „Die Sicherheit wird gleich hier sein. Den Mist können sie denen erzählen. Die sollen entscheiden, was zu tun ist.“

Gerade als der Mann den Satz beendet hatte, stürmte Alec auf ihn los und verpasste ihm mit der Faust einen Aufwärtshaken und der glatzköpfige Arbeiter ging zu Boden. Gerade als sich Alec zurück zur Treppe begeben wollte, bemerkte er, dass der Wachtrupp gerade über dieselbe zu ihm unterwegs war. Er sah sich schnell nach anderen Fluchtmöglichkeiten wie zum Beispiel Fenster um, doch er musste zu seinem großen Entsetzen feststellen, dass das Licht, das den Raum erhellte, ausschließlich künstlicher Natur war, da es keine Fenster in diesem Stockwerk gab.

„Hände in die Höhe und umdrehen!“, befahl eine autoritäre Stimme, die Alec ein bisschen an alte Manticore Zeiten erinnerte.

Als er dem Befehl folgte und sich langsam umdrehte, konnte er die zwei Wachleute erkennen, die er bereits vor dem Grundstück gesehen hatte. Alecs versteinerte, finstere Mine erhellte sich langsam zu einem breiten und selbstsicheren Lächeln. „Also wirklich euer Boss, der soviel von Sicherheit hält, hält scheinbar umso weniger von Menschlichen Wachkräften.“

„Wir werden hier schön auf Mr. Tweed warten. Er ist bereits verständigt und er soll entscheiden was…“

Die Wache konnte den Satz, den sie begonnen hatte, nicht mehr zu Ende führen, da Alec sie mit einem geschickten Drehkick zu Boden schickte. Die zweite folgte nur Sekunden später. „…kein Wunder bei solchen Flaschen“, fügte er, zu seinem letzten Satz, hinzu. Daraufhin rannte er die Treppen hinunter ins Erdgeschoß und versuchte, vor den Augen staunender Arbeiter, das Lagerhaus zu verlassen. Gerade in dem Moment, als er die Türe öffnete, erblickte er mindestens ein Dutzend bewaffneter Männer und einen gut gekleideten Mann, der den Befehl zum Feuern gab. Alec konnte gerade noch umdrehen und ins Lagerhaus zurückkehren, bevor ihn die Kugeln treffen konnten. Stattdessen schlugen sie in die geschlossene Vordertüre des Lagerhauses ein. Alecs Blick fiel auf die Nebeneingangstür, durch die er gekommen war, doch im selben Moment öffnete sich diese und es traten weitere bewaffnete Männer ein. „Ich Idiot. Von wegen wenig Sicherheitspersonal.“, fluchte er zu sich selbst. Als die Wachen ihre Waffen zogen, blieb Alec nur mehr die Flucht zurück in die oberen Stockwerke. Er floh in den ersten Stock und als er bemerkte, dass ihn niemand sehen konnte, kletterte er durch ein Rohr in einen großen Lagerbehälter. Er sah sich erstaunt um. Was hier wohl gelagert wird. Früchte? Sicher nicht. Säfte? Möglich. Sicher was flüssiges! Egal, wenigstens finden sie mich hier nicht so leicht. Er nahm sein Handy heraus und wählte die Nummer von Max Pieper. „Melde dich bitte, schnell!“, flehte er zu sich selbst.


Jam Pony


Max, Original Cindy, Sketchy und Sky saßen gerade in der Fernsehecke zusammen und unterhielten sich, als Max Pager zu piepen anfing.

„Hey Süße. Dein Logan hält es wohl nicht mal den Vormittag, ohne deine süße Stimme zu hören, aus.“, witzelte Cindy.

Max runzelte die Stirn, als sie auf Ihren Pieper sah und die Nummer erkannte. „Das ist nicht Logan. Das ist Alec.“ Sie stand auf. „Bin gleich wieder da. Wird nicht lang dauern. Dem ist wahrscheinlich nur langweilig und liebt es andere, mit sinnlosen Anrufen, zu ärgern.“ Als sie den Satz beendet hatte, ging sie rüber zu Normal, der gerade mit ein paar Paketen beschäftigt war. „Normal, kann ich kurz das Telefon benutzen?“

„Mädchen, du kennst die Vorschriften. Privatgespräche nur in der Freizeit.“, entgegnete dieser trocken.

„Ich habe jetzt Pause! Dauert bestimmt nicht lange.“

„Meinetwegen, aber mach schnell. Das ist ein Geschäftstelefon.“, drängte Normal.

Max nahm den Hörer ab und wählte Alecs Handynummer. Als er abhob, konnte sie ein deutliches na endlich hören. „Was heißt hier na endlich? Also, was ist so wichtig, dass du mich schon vor Mittag nervst.“, fragte sie mit demselben aggressiven Ton, den sie ihm gegenüber sooft gebrauchte. Nachdem sie sich seine Ausführung der Dinge angehört hatte, sagte sie. „Und ich soll jetzt wieder mal deinen Arsch retten? Das ist das letzte Mal, das schwör ich dir!“ Sie legte den Hörer auf und ging einen Schritt auf Normal zu. „Ich muss mir den Nachmittag frei nehmen!“

„Was ganz was neues. Was ist heute die Ausrede?“, fragte Normal sarkastisch.

„Muss mal kurz weg und meinen inkompetenten Bruder, der alles vermasselt, aus den Fängen eines Wahnsinnigen befreien, der droht ihm eine, oder mehrere Kugeln in den Kopf zu knallen!“, führte Max trocken aus.

„Ist da vielleicht von meinem Goldjungen die Rede?“, fragte Normal, plötzlich interessiert.

„Ja, es geht um Alec!“

„Na worauf wartest du denn noch. Na los. Geh und hilf ihm! … Hier nimm das! Vielleicht braucht ihr es.“ fügte er hinzu und gab ihr ein Handy.

Sie nahm es und verließ verwirrt, ohne weitere Worte zu verlieren, das Jam Pony Gebäude.


Emporium Import Gesellschaft, vor dem Grundstück


Max nahm das Handy, das ihr Normal gegeben hatte, aus der Tasche und wählte Alecs Nummer. „Ja. Ich bin vor dem Grundstück.“ Sie machte eine kurze Pause, setzte dann aber fort. „Verdammt, was hast du da angestellt! Sieht schon fast nach einer Staatsaktion aus! Hier laufen mehr bewaffnete Wachen rum als im Gefängnis… Wo bist du?“ Nachdem sie sich seine Antwort angehört hatte, fuhr sie fort. „Na toll! Und wie soll ich dich da jetzt rauskriegen?“ Nur die Ruhe, hörte sie von der anderen Seite der Leitung, ich habe bereits einen Ausgang gefunden. Der Tank in dem ich stecke, da lässt sich unten ein Abfluss öffnen. Er machte eine kurze Pause um die Spannung zu erhöhen und fuhr dann fort. Ich bin durchgekrochen und befinde mich jetzt in einer Ecke, direkt vor einem Fenster im Ersten Stock. Ich könnte ja durchspringen, doch ich würde wahrscheinlich nicht einmal fünf Meter, ohne Kugel in meinem Schädel, kommen. Ich könnte also ein bisschen Hilfe gebrauchen.

„OK. Warte bis ich da bin und dann spring!“ Mit diesen Worten beendete sie das Gespräch. Sie schnappte ihre Ninja, die sie zuvor schnell aus der Tiefgarage der Fogle Towers geholt hatte, startete den Motor und fuhr, ohne weitere Zeit zu verlieren, los. Sie beschleunigte voll und raste durch das offene Eingangstor auf das Grundstück des Lagerhauses. Als Alec aus dem Fenster sprang und sich hinter Max auf das Motorrad setzte, blieb den Wachen die Spucke weg und sie versuchten vor Erstaunen nicht einmal auf die Beiden zu feuern. Max gab wieder gas und das Motorrad verschwand so schnell, wie es gekommen war.

Als sie bei Alecs Bike angekommen waren, blieb Max stehen. „Danke für die Hilfe.“, sagte Alec, als er von ihrem Motorrad abstieg. „Ich meine das ehrlich! Wirklich!“ Alec verstand Max’ düsteren Blick, den sie in seine Richtung warf, nicht.

„Ich weiß. Das war das letzte Mal, dass ich dir deinen hübschen Arsch gerettet habe. Das meine ich ehrlich! Versuch mal, dein Leben nicht von Anderen abhängig zu machen!“ sagte Max auf ihre gewohnt raue Art, die sie Alec gegenüber öfters anschlug. Als sie sein Erstaunten und seinen sichtlich verletzten Gesichtsausdruck sah, änderte sich ihre Gestik und sie fuhr fort. „Mann Alec, ich mache mir Sorgen um dich. Glaub’s mir, oder glaub’s mir nicht, aber ich liebe dich wie einen Bruder. Auch wenn ich’s dir gegenüber nicht immer zeige, wegen Ben und …“, sie machte eine kurze Pause. „und du erinnerst mich zu sehr an mich selbst. Ich meine wie ich früher war. Als mir noch alles egal war. Wie ich nie wieder sein möchte.“ Ihre Stimme war äußerst sanft geworden und man konnte erkennen, dass sie jedes einzelne Wort 100%ig ehrlich meinte.

„Max … es tut mir leid. Das wusste ich nicht.“ Nach einer kurzen Pause fuhr er fort. „Du hast Recht! Ich sollte wirklich versuchen, mich nicht in Situationen zu bringen, oder bringen zu lassen, mit denen ich nicht selbst fertig werde… Danke noch mal … für heute.“

„OK. Dann hätte wir das ja geklärt.“ Ihr Ton wurde wieder trocken und sachlich.

„Denke schon.“ Gerade als Max losfahren wollte, hielt er sie zurück. „Weißt du was! Wenn du deine Schutzmaske einmal fallen lässt und einem unter die rohe Schale blicken lässt, kann man tatsächlich einen weichen Kern Menschlichkeit erkennen. Dann bist du gar nicht mehr so unausstehlich!“, witzelte Alec.

„Verlass dich nicht drauf, dass das in Zukunft immer so ist! Klar?“, fragte sie.

„Ja Ma’am.“ Alec salutierte in höhnischer Art und Max brauste daraufhin auf ihrer Ninja davon.


Das Penthaus, 18:00 Uhr


Max und Logan saßen gemeinsam vor dem Fernseher, auf dem Kanal 3 lief, und warteten auf die Nachrichten. Logan tippte, vor Nervosität, ständig mit den Fingern auf seinen Oberschenkel. „So lange kann das ja gar nicht dauern! Schon vor zirka einer Stunde ist der neue Seuchenfall bekannt geworden. Wird langsam Zeit, dass jemand Stellung dazu nimmt und sagt was getan wird.“

„Befürchtest du, dass die Beweise für Bestechung, die du aufgedeckt hast und die Verschwörung die du inszeniert hast, nicht ausreichen werden?“, fragte Max, die nicht wusste was sie sonst sagen sollte.

Bevor Logan auf ihre Frage antworten konnte, wurde eine Live-Stellungnahme von Richter Johnson angekündigt. Nach wenigen Sekunden erschien der oberste Richter Seattles vor den Kameras. Er wurde umringt von einer Unzahl an Reportern, die nur darauf warteten, ihm anschließend vielleicht ein paar Fragen stellen zu können.

Die letzten zwei Tage waren sehr ereignisreich. Ich möchte nicht alles, was geschehen ist, kommentieren und deshalb fasse ich mich kurz. Es wurden, wie bereits vor zirka 1 Stunde bekannt gegeben wurde, erneut mit Bakterien infizierte Himbeeren bei der Emporium Import Gesellschaft entdeckt. Aufgrund dieses Vorfalls wird das Unternehmen vorübergehend geschlossen und der Prozess gegen unseren ehemaligen Bürgermeister und Besitzer der Emporium Import Gesellschaft, Mr. Tweed, wird wieder aufgenommen. Danke, das war’s. Keine weiteren Fragen.

Max lächelte in Richtung Logan. „Da hat der gute Eyes Only der Gerechtigkeit wieder einmal zum Sieg verholfen. Auch wenn er diesmal eine Verschwörung inszenieren musste und den bösen Jungs was angehängt hat, für das sie gar nicht verantwortlich waren.“, neckte Max Logan.

„Ja. Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen.“, antwortete Logan.

„Aha. Der Zweck heiligt also die Mittel.“

„Manchmal!“ Er packte Max an der Schulter, zog sie zu sich und küsste sie. „Danke, dass du Alec da raus geholt hast.“

„Schon in Ordnung, aber weißt du …“, Max überlegte genau, wie sie ihre weiteren Worte formulieren sollte, „auch wenn wir jetzt zusammenleben und so, … ich würde noch immer gerne den hauseigenen Klettermaxe für dich spielen.“

„Soll das heißen, ich soll in Zukunft Alec aus dem Spiel lassen und mich direkt an dich wenden?“, fragte Logan rhetorisch.

„Ja, weißt du. Besser wär’s. Weil wenn du ihm die Aufträge erteilst wie heute, dann siehst du ja was passiert. Ich muss trotzdem eingreifen und ihm den Arsch retten. Und das versaut einem echt die Stimmung.“

„In Ordnung. Ich hoffe nur, dass dir nicht einmal wer deinen süßen Arsch retten muss.“, sagte er etwas besorgt.

„Logan, Logan. Du kennst mich doch! Mein süßer Arsch ist flink!“, witzelte sie. Daraufhin verschwanden beide Stimmen für kurze Zeit in einem tiefen und innigen Kuss.

„Wann treffen wir uns mit OC und den Anderen im Crash?“, fragte Logan und versuchte sich kurz aus dem Kuss zu lösen.

„8 Uhr. 9 Uhr. Ist nicht so genau.“, antwortete Max.

„Weißt du, was wir bis dahin machen können, um uns die Zeit zu vertreiben?“, fragte Logan rhetorisch.

„Mir kommt da so eine Idee!“, antwortete Max mit einem gierigen Blick und stand auf.

Logan tat dasselbe und fuhr gleichzeitig fort. „Hoffentlich nicht wieder essen. Hatten wir schon, erinnerst du dich?“

„Ja. Aber momentan ist mir mehr nach Dessert.“ Mit diesen Worten verschwand sie, dicht von Logan gefolgt, im Schlafzimmer.


Das Crash, 21:00 Uhr Abends


Max, Logan, Original Cindy, Ginger, Sketchy, Alec, Asha und einige andere Menschen und Transgenetische Freunde saßen am großen Tisch beisammen.

Original Cindy wandte sich an Max. „Ich freue mich, dass du endlich Zeit gefunden hast, hier mit Logan vorbeizuschauen und ein bisschen Zeit mit deinen Freunden zu verbringen.“

„Ja. Ich mich auch.“, antwortete Max.

„Nach alldem was passiert ist, was sich verändert hat, bin ich froh, dass wir alle noch zusammensitzen und einen schönen, gemütlichen Abend genießen können. Wenn man sich hier so umsieht, könnte man fast meinen, dass es so wie früher ist.“

„Ja, bis auf die Transgenetischen, die mit am Tisch sitzen. Mich eingeschlossen.“, antwortete Max mit einem breiten Grinsen.

Ihre Unterhaltung wurde von Alec unterbrochen, der mit einem Trinkspruch begann. „Auf viele weitere schöne Abende und Tage, die wir miteinander verbringen werden. Und vor allem auf all unsere Freunde!“, Alec blickte dabei in Max Richtung.

„Auf unsere Freunde!“, wiederholte die Menge und stieß mit den Gläsern Bier an. „Auf unsere Freunde!“



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