The Best Side Of Life

von Silvana
GeschichteRomanze / P18 Slash
03.01.2007
08.01.2007
8
10629
2
Alle
45 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
 
Disclaimer: Weder Timo Hildebrand noch Philipp Lahm oder sonstige erwähnte Personen gehören mir, ebenso wenig wie die Rechte an den Liedern, die in meiner Geschichte vorkommen (“Last Christmas”, “The best side of life”). Alles ist frei erfunden, es soll mit der Story keinem geschadet werden und ich verdiene auch kein Geld damit.

Warnung: Dies ist eine Slash-Fanfiction! Wer so etwas nicht mag, der sollte die Finger davon lassen! Ich hab euch gewarnt, also bitte nicht hinterher beschweren...

So, das ist nun die erste Fanfiction, die ich veröffentliche, deshalb bin ich ganz besonders gespannt auf eure Meinungen und würde mich sehr freuen, wenn ihr mir ein paar Reviews da lasst! Danke schon mal im Voraus!

Hinweis: Der Hintergrund der Geschichte stimmt nicht ganz mit der reellen aktuellen Situation überein. Ich gehe in der Story einfach davon aus, dass Timo seinen Vertrag bei Stuttgart verlängert hat und dass er nicht, wie in Wirklichkeit, über Weihnachten in Urlaub geflogen ist...

Nun aber viel Spaß beim Lesen des 1. Kapitels!


--------------------------------------------------------------------------------
1. Kapitel: Enttäuschung


“Last Christmas, I gave you my heart,
But the very next day, you gave it away
This year, to save me from tears
I’ll give it to someone special…”

Zum etwa fünften Mal lief dieses Lied heute Morgen im Radio, kein Wunder, schließlich war Heiligabend und fast jeder Hörer wünschte sich den schönen Weihnachtssong... Nur einer war dazu überhaupt nicht in Stimmung... Philipp saß traurig in der Küche. Den Kopf auf die Arme gestützt schaute er gedankenverloren aus dem Fenster. Es hatte geschneit. Die ganze Zeit war keine einzige Schneeflocke gefallen, doch ausgerechnet in der Nacht auf Heiligabend fiel so viel Schnee, dass man meinen konnte, ganz München wäre mit einem Zuckerguss bedeckt.

Es war ein wundervoller Anblick und doch machte er Philipp nur noch trauriger. Normalerweise genoss er die Weihnachtszeit mit allem was dazu gehört – leuchtende Dekoration, geschmückter Weihnachtsbaum, romantische Stimmung, Geschenke, besinnliche Zeit mit der Familie. Doch dieses Jahr würde es das alles nicht geben, denn er musste die Festtage alleine verbringen.

Müde schaute der Abwehrspieler auf den kleinen, künstlichen Weihnachtsbaum, der neben ihm stand. Er leuchtete in den verschiedensten Farben und Phil dachte darüber nach, wie lange er diesen Baum eigentlich schon hat. 8 Jahre? Mindestens! Natürlich ging nichts über eine echte geschmückte Tanne, doch dieses kleine Bäumchen, das ihm seine Schwester geschenkt hatte, hatte er so sehr ins Herz geschlossen, dass er es jedes Jahr aufs Neue aufstellte. Das bunte Farbenspiel stellte wahrlich einen schönen Anblick dar und für einen Moment träumte Philipp einfach vor sich hin... Das Fest der Liebe... Mhhhh...

Was sollte er denn nun machen? Er konnte wohl kaum den ganzen Tag hier auf dem Tisch lehnen und warten, dass Weihnachten vorbei geht, doch im Moment stand ihm der Sinn nach nichts anderem. Dass seine Eltern nicht hier sein würden, wusste er schon länger, denn die beiden hatten über die Weihnachtszeit eine Reise nach Hawaii geschenkt bekommen und damit erfüllten sie sich einen lang ersehnten Traum. Philipp gönnte es ihnen von Herzen und es machte ihm nichts aus, Weihnachten mit seiner Schwester Melanie alleine zu feiern. Ihr Urlaub war bereits genehmigt und so stand den schönen Abenden voller Kindheitserinnerungen und Geschichten nichts mehr im Wege.

Dachten die zwei zumindest... Doch am 22.12. kam etwas dazwischen, das diese Pläne zunichte machte. Seine Schwester bekam morgens einen Anruf von dem Pflegedienst, bei dem sie arbeitet. Der Urlaub ist gestrichen, zwei Kolleginnen sind krank geworden und sie solle doch bitte die Vertretung übernehmen. Sie musste einspringen und Weihnachten hatte sich somit erledigt. Philipp versuchte seine Enttäuschung zu verbergen, denn er wusste, es ging nicht anders, doch tief in ihm brach eine kleine Welt zusammen... Nun gab es nur noch eine Möglichkeit, der Einsamkeit zu entfliehen...

Timo! Phil überlegte lange, ob er ihn wirklich anrufen soll und ihm gefiel der Gedanke nicht so recht, Timo an Weihnachten von seiner Familie, mit der er sicher sehr gern feiern möchte, wegzureißen. Doch andererseits hätte Phil seinen besten Freund wahnsinnig gern bei sich gehabt und so rief er ihn schließlich doch an. Einen Versuch war es zumindest wert. Timo schien sich auch tatsächlich sehr über die Einladung zu freuen. Er dachte nur einen Moment nach und sagte dann direkt zu.

Phil jubelte regelrecht am Telefon, doch leider sollte diese Freude nicht lange währen... Ausgerechnet der viele wunderschöne Neuschnee war es, der Philipp das Weihnachtsfest ruinierte. Überall auf den Straßen herrschte Chaos, im Radio hörte er, wie viele Unfälle es in der Nacht gegeben hatte und so rief Timo ihn am Morgen in aller Frühe an um das Treffen abzusagen. So hatte es keinen Sinn... Die Glätte auf den Straßen war zu gefährlich für eine so lange Autofahrt. Es gab viel Stau, überall waren Krankenwagen im Einsatz und wahrscheinlich wäre Timo ohnehin erst sehr spät angekommen. Nein, das musste er sich an Heiligabend nicht antun und Phil konnte seinen Freund nur zu gut verstehen.

Schweren Herzens musste er sich also damit abfinden, die nächsten Tage weitestgehend alleine zu sein. Natürlich könnte er einfach weggehen, sich ins Partygetümmel stürzen und richtig feiern, doch danach war ihm nun wirklich nicht zumute. Nicht an Weihnachten! Zu Freunden gehen wollte er auch nicht, denn da hätte er sich wahrscheinlich nur wie das fünfte Rad am Wagen gefühlt, zumal so ziemlich jeder, den er kannte, mit seiner Freundin feierte...

Das hätte er auch gern getan... Zwei Monate ist es nun her, seit sich Nicola von ihm getrennt hat und dann geschah es auch noch auf so schäbige Art und Weise. Betrogen hat sie ihn und zwar nicht mit irgendwem, sondern ausgerechnet mit Andreas Ottl – dem Mann, den Philipp lange Zeit einen sehr guten Freund genannt hat. Wie konnte es nur soweit kommen? Oft hat sich Phil diese Frage gestellt, doch er fand keine Antwort darauf und Nicola war auch nicht bereit, ihm eine zu geben. Am Telefon hatte sie damals Schluss gemacht und noch am selben Abend holte sie schon ihre Sachen aus seiner Wohnung. Sie war so kühl, teilte Philipp eiskalt mit, dass sie seit längerem eine Affäre mit Andi hat, dass sie ihn liebt und sogar zu ihm ziehen will, denn er gibt ihr alles, wonach sie sich sehnt! Dann ließ sie Phil einfach mit gebrochenem Herzen stehen. Was war nur in sie gefahren? Warum warf sie die schönen gemeinsamen Jahre einfach weg? Für eine Affäre?! Und warum redete sie nicht einmal mit ihm? War er ihr so völlig egal geworden?

Phil konnte es nicht glauben, der Schock saß tief. Er hatte gespürt, dass sich Nicola seit der WM langsam von ihm entfremdete, doch er wusste nicht, woran das liegt, kämpfte um sie und versuchte, sie glücklich zu machen. Warum warf sie ihn nun einfach weg und ersetzte ihn Knall auf Fall? Warum durchbohrte sie sein Herz mit Eispfeilen? Warum??? Er erfuhr es bis heute nicht, denn jedes Mal, wenn er um Erklärung bat, hielt sie es nicht für nötig, überhaupt mit ihm zu sprechen. Und Andi war auch noch stolz, Nicola erobert zu haben, er hatte offenbar kein Problem damit, Philipp so sehr zu verletzen und zu hintergehen. Warum taten die beiden das? Phil verstand es nicht. Wie auch?

Diese Trennung tat einfach nur furchtbar weh. Als Nicola aus der Wohnung verschwunden war, weinte er bittere Tränen. Er war so enttäuscht, lehnte lange Zeit apathisch an der Wand neben der Eingangstür und starrte mit leeren Augen den Boden an. Als er sich ein wenig beruhigt hatte, griff er zum Telefon und rief Timo an, um ihm alles zu erzählen. Dieser machte sich sofort auf den Weg nach München, um seinen Freund zu trösten und ihm beizustehen...

Ja, Timo war der beste Freund, den man nur haben konnte. Er war immer da um zu helfen oder um einfach zuzuhören und gerade in dieser schweren Zeit war Phil besonders froh, einen solchen Freund zu haben. Ohne Timo wäre es ihm bedeutend schwerer gefallen, die Trennung zu verkraften. So ging es wenigstens einigermaßen, da er das Gefühl hatte, nicht alleine zu sein. Als er später seiner Schwester erzählte, wie Nicola sich verhalten hatte, war diese außer sich und hatte fest versprochen „mit der blöden Kuh kein Wort mehr zu wechseln“. Melanie schimpfte auf sich selbst, wie sie sich so sehr in Nicola täuschen konnte.

Phil musste grinsen, als er an den damaligen Wutausbruch von seinem lieben Schwesterherz zurückdachte. Heute ist er über den Liebeskummer ganz gut hinweg, doch natürlich holen einen solche Gedanken zur Weihnachtszeit immer besonders gern ein, erst recht wenn man alleine ist und eigentlich viel zu viel Zeit hat, um nachzudenken. Es ist immerhin das Fest der Liebe und Philipp war schon immer ein kleiner Romantiker...

Er stand auf, ging zum Fenster und stöhnte leise. Der Ausblick auf die verschneite Landschaft glich einem Gemälde. Der kleine Münchner schaute zum Nachbarhaus hinüber, wo zwei Kinder einen Schneemann bauten. Träumend beobachtete er die beiden und dachte an seine eigene Kindheit zurück. Als kleiner Junge hatte er oft mit seinem Vater Schneemänner gebaut und am liebsten wäre er jetzt hinausgelaufen und hätte den beiden Kindern geholfen. Doch dazu fühlte er sich einfach zu mies. „Fröhliche Weihnachten, Philipp Lahm!“, sagte er leise zu sich selbst und öffnete kurz das Fenster, um den kalten Schnee auf seinen warmen Händen zu spüren.

Philipp war so sehr in Gedanken versunken, dass er beinahe das Klingeln an der Haustür überhört hätte. 14:00 Uhr?! Wer konnte denn das jetzt sein? Da hatte scheinbar jemand richtig Spaß, denn es war ein regelrechtes Sturmklingeln. Wahrscheinlich wollte sich irgendwer einen Scherz erlauben...

Unmotiviert schlich Phil zur Tür und öffnete diese. „Ja?!“, fragte er, noch ehe er gesehen hat, wer da vor ihm stand.

--------------------------------------------------------------------------------
..... Fortsetzung folgt ...... :)