Der Liebeslehrer

von Blackball
GeschichteRomanze / P18 Slash
Kai Sagano Masanori Araki
03.01.2007
16.02.2007
6
13.725
 
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
03.01.2007 2.078
 
Sooooooo hier ist mal wieder eine meiner etwas absolut verrückten FFs...Gleich eine Warnung....die FF ist OOC...aber dennoch süß *g* Mal sehen vielleicht gefällt sie euch ja. Sind insgesamt 6 Kapitel ;)

Über Kommis würde ich mich wie immer tierisch freuen ;)

Greez Blacky


Kapitel 1

Kai saß auf der schwarzen matten Ledercouch im Wohnzimmer der Residenz und blickte aus der großen Fensterfront hinaus in den Garten. Es war Nachmittag und dennoch war es trübe draußen.
Die dicken Schneewolken hatten sich schon vor Stunden vor die Sonne gedrängt.

Wie gebannt starrte Kai hinaus und sah den kleinen Flocken beim fallen zu. Ein leises schweres seufzten kam über seine Lippen und er richtete sich ein wenig auf um nach seiner Tasse gefüllt mit Tee zu greifen. Gedankenverloren trank er einen kleinen Schluck, stellte die Tasse wieder zurück und lehnte sich wieder nach hinten. Er zog die Decke ein wenig enger an sich ran und dachte über den gestrigen Tag nach.

Wie konnte er so dumm sein und glauben, dass sein Liebesgeständnis Wirkung zeigen würde. Was hatte er erwartet? Vieles, aber nicht das. Wie oft hatten Kais Kollegen ihn vorgewarnt, dass es so ausgehen würde, hätte Kai ihnen geglaubt, dann würde er jetzt nicht in dieser misslichen Lage stecken. HA, ich bin ja selbst schuld, dachte er und schloss die Augen.

Seit gut einem halben Jahr arbeitet Kai nun für eine kleine aber dennoch sehr hoch angesehene Programmierer Firma in Osaka. Nachdem sein Vater gestorben war und Masa nun dessen Posten eingenommen hatte, wagte er es zurück nach Osaka zu kommen. Kai hatte sich schon am dritten Tag in seinen Boss verschossen. Eine Woche später dann, bekam es einer seiner neuen Freunde, welcher dort auch arbeiten mit. Dieser warnte ihn ausdrücklich vor Rino, Kais Boss. Er erzählte Kai nach welchen Schemen Rino sich seine Liebhaber aussuchte.

Kai schmunzelte bei dem Gedanken daran wie sehr er sich damals gefreut hatte zu hören das Rino Schwul war. Durch die Freude jedoch gingen die Worte seines Kollegen und Freundes ins eine Ohr rein und durchs andere wieder raus. Und nun…

„So was passiert auch nur mir…“, fluchte Kai leise vor sich hin, griff erneut nach der Tasse und trank diese leer.
„Was passiert nur dir?“ Masa betrat das Wohnzimmer und ließ sich neben ihm nieder. „Ach nichts!“ Kai seufzte und sah wieder aus dem großen Fenster.

Kritisch musterte Masa den Blonden einen kurzen Augenblick, bevor er sich leise räusperte und meinte „Für nichts, bist du aber ganz schön schlecht gelaunt!“. Entweder, brach jetzt ein Donnerwetter los, oder Kai würde diese Aussage ignorieren. So dachte Masa zumindest.
Falsch gedacht. Kai machte nichts von beiden. „Ich bin nicht schlecht gelaunt ich bin deprimiert!“ erklärte er dem Älteren und sah in nun an.

„Und weswegen“, wollte Masa wissen und machte es sich etwas gemütlicher auf der Couch. „Ach…unwichtig!“ Kai winkte ab und versuchte zu lächeln.  „Manchmal hilft es wenn man drüber redet Kai….vielleicht kann ich dir helfen!“ Deutlich konnte man Masas Besorgnis sehen. Der Blonde verdrehte die Augen. „Du würdest dich entweder tot lachen, oder mich für wahnsinnig erklären…“, Kai winkte ab, schlug die Decke bei Seite, stand auf und wollte das Wohnzimmer verlassen. Doch Masa griff nach seinem Arm und zog ihn zurück auf die Couch. „Ich werde weder lachen noch sonst was…“, versuchte er den jüngeren zu beruhigen. „Ach und das weißt du jetzt schon!“ Kai seufzte schwer und deckte sich wieder zu. „Ja, denn ich sehe wie sehr es dich beschäftigt…glaubst du dann würde ich dich auslachen!“

Nein, dass glaubte Kai nicht. Aber ihm war das alles nun doch ein wenig peinlich. Einige Zeit schwiegen beide sich an, bis Kai allen Mut zusammen gesammelt hatte. „Weißt du… ich hab dir doch schon öfters von meinem Boss erzählt!“ Begann Kai und räusperte sich leise. „Rino?“ Hakte Masa nach und Kai nickte. „Naja…er ist überaus nett und auch sehr hilfsbereit…und irgendwie mag ich ihn von Tag zu Tag mehr…viel mehr als ich vielleicht sollte…“, Masa wollte gerade etwas sagen als Kai ihm mit einem Blick klar machte, dass er still sein sollte, also schwieg der Yakuza.
„Kazumi, also mein Kollege mit dem ich immer zusammen arbeite, hat das wohl auch gemerkt und durch ihn habe ich auch erfahren das Rino auf Männer steht…naja das hat meiner ich nenn es mal –Vernarrtheit- nicht gerade etwas entgegengesetzt. Im Gegenteil! Aber er warnte mich auch vor ihm und seinen etwas abnormalen Auswahlverfahren nach dem Mann seiner Träume…“, Kai verdrehte die Augen.

„Was für ein Auswahlverfahren?“ Fragte der Schwarzhaarige und sah Kai mit einer Mischung aus Besorgnis und Neugier an. „Naja…Rino sucht sich seinen festen Lover wohl nach dem können im Bett aus…“, erklärte Kai kurz und irgendwie leicht beschämt. Masa gluckste leise und verkniff sich bei Kais strengen Blick ein grinsen. „Keinen Ton will ich von dir hören!“ Drohte der Blonde und erzählte dann weiter. „Naja diese Warnung habe ich nicht für so ganz reell gehalten…aber…“, Kai brach ab. „Aber?“ Masa musste zugeben, jetzt war er doch überaus neugierig. „Naja…aber…jetzt weiß ich das er es ernst meinte…!“.

Einen Moment trat stille ein. „Du hast also mit deinem Boss geschlafen in der Hoffnung dass du nun mit ihm zusammen kommst, aber für ihn war es nur eine Nacht!“ Schlussfolgerte Masa bei Kais mieser Laune. Kai schüttelte schnell den Kopf. „Was?! Schwachsinn…! Das nicht…aber…“, erneut brach Kai ab und Masa verdrehte kurz die Augen. „Kai, willst du das ich an einem Herzinfarkt sterbe…sag schon was los ist!“ Bat Masa ihn und lächelte sanft. „Och, dass wird dir schon nicht passieren…“, Kai grinste. „…nun ja…ich hab Rino die letzten Wochen beobachtet, ein Paar mal mit ihm geredet und wir waren ja auch zwei, dreimal weg was trinken…und ich hab mich wirklich in ihn verliebt…seine Art die ist einfach…ach ich weiß nicht, dass kann ich nicht beschreiben…“, „Du magst ihn eben!“ Mit diesen Worten gab Masa Kai zu verstehen, dass er nicht die passenden Worte für seine Gefühle suchen musste. Kai nickte kurz. „Ja und gestern… hab ich ihm das auch gesagt“.
Ohoh, dachte Masa und seufzte.  „Wie hat er reagiert?“. Kai lachte höhnisch auf. „Er fragte mich ob ich wüsste, nach was er seinen Geliebten aussuchen würde… ich hab darauf nur genickt und er grinste breit, zog mich in seinen Arm und sah mir tief in die Augen…oh man…seine Augen …hach jaa…“, Kai dachte an diese wunderschönen blauen Augen die ihn einladend ansahen. „…Tja…und dann sagte er – Beweis mir dein können und versüß mir den Weihnachtsabend im Hotel!“

Kai zog die Beine an, verschränkte die Arme über seinen Knien und legte den Kopf drauf. Ziemlich verzweifelt sah er zu Masa, der ihn doch leicht amüsiert ansah. Als Masa Kais Blick bemerkte, riss  sich zusammen. „Also, mal abgesehen davon, dass ich es ziemlich arrogant finde, sich nach solch einem Schema einen Partner fürs Leben auszusuchen…frage ich mich…wo das Problem liegt…also wenn du ihn magst…nun ja…“, ich bin lieber Still, dachte Masa und sah nun kurz aus dem Fenster.

„Ach die Art wie er das macht ist mir schon fast egal…“, sagte Kai leise. Denn es war ihm wirklich egal, solange er auf diese Art und weise bei Rino landen konnte. „Aber?“ hakte der Yakuza nach und richtete sich auf. „Tja…viel kann ich ihm nicht bieten…ich hab keinerlei Erfahrung, also kann ich mir das abschminken…aus und vorbei…wieder ein Fall von –Kai verträumt sich seine Zukunft-…ach Mensch und ich Idiot hab von meinen Gefühlen verblende, großkotzig gesagt, dass er sich für die Nacht schon mal gut ausruhen soll…!“

Der Schwarzhaarige drehte sich wieder zu dem Blondschopf um und musterte ihn kritisch. „Du hast was gesagt?“ Wollte er wissen. „Du hasst mich schon verstanden…und jetzt kann ich sehen wie ich aus der Lage wieder raus komme…so oder so ist klar… den Mann kann ich abschreiben…und wahrscheinlich auch alle anderen die mir gefallen…es soll eben nicht sein…!“ Missmutig stand Kai auf, öffnete die Tür zur Terrasse und trat hinaus. Er schloss die Augen, legte die Hände auf das Geländer und atmete tief durch.

Nach einem kurzen Moment trat auch Masa auf die Terrasse und stellte sich neben ihn. Ein Paar kleine Schneeflocken hatten sich in Kais blonden Haaren verirrt und schmelzten langsam vor sich hin. „Masa?“ Kai öffnete sein Augen wieder und blickte sich im Garten um. „Hm?“
„Du kennst dich doch aus mit so was… ich meine es ist ja kein Geheimnis das du des öfteren mit Männern schläfst… kannst du mir nicht sagen wie das alles…naja funktioniert!“. Ein leichter Rothauch bildete sich auf Kais Wange, noch ein Grund mehr, den Blick weiter über den Garten streifen zu lassen und nicht Masa an zu sehen. „Kai so was kann man nicht erklären…“, versuchte Masa ihm schonend bei zu bringen. „Dann zeig es mir! Zeig mir was man als Gut ihm Bett bezeichnet!“ Fiel Kai ihm ins Wort und sah in nun doch hoffnungsvoll an.

Der Yakuza starrte ihn Perplex an. Was hatte der Blonde da gerade verlangt. Er sollte ihm ZEIGEN wie das funktioniert?! „Kai…das –gut im Bett- hat für jeden Menschen einen andere Bedeutung. Du kannst nicht…“, „Vergiss es“, fiel Kai ihm erneut ins Wort. Masas Aussage hatte ihm schon gereicht. „…wie dumm von mir zu glauben das du mir helfen könntest!“ Nach diesen Worten verließ Kai die Terrasse und kurz darauf auch das Wohnzimmer.
Masa sah ihm nach, schüttelte den Kopf und seufzte schwer.


~*~

Es wurde langsam dunkel draußen. Masa saß in seinem Büro und blickte auf den Stapel Akten die sich über den Tag bei ihm angesammelt hatten. Doch wenn er ehrlich war, hatte er keine Lust diese heute noch zu bearbeiten. Nicht nach diesem Gespräch mit Kai. Noch immer dachte er darüber nach.

Einerseits fand er das alles doch ziemlich lachhaft. Da macht so ein dahergelaufener möchte gern Macho, angeblich den Partner seines Lebens nach dem Sex aus. So ein Schwachsinn. So jemand müsste eigentlich in einem Sack gesteckt werden und in der Antarktis wieder hinaus gelassen werden. Zumindest wenn es nach Masa gehen würde.
Aber andererseits, hatte er heute deutlich gesehen, wie ernst es Kai bei dem ganzen war. Das Kai sich verliebte, kam nicht gerade selten vor, aber das er so hartnäckig an jemanden dran blieb schon.  

Es ist ihm ernst, dachte Masa! Er zog seine Brille aus und rieb sich die Augen. Was sollte er denn jetzt mache. Kai hatte ihn darum gebeten, mit ihm zu schlafen, ihm alles zu zeigen was nötig war um – gut im Bett – zu sein. Verdammt was für eine beschissene Lage! Es war ja nicht so das der Yakuza abgeneigt wäre, im Gegenteil, er fand den blonden jungen Mann schon immer sehr attraktiv und nicht all zu selten kam dieser in seinen Träumen vor. Aber mit ihm schlafen, damit er Erfahrung sammeln konnte um einem 0 8 15 Deppen zu gefallen.  Masa schüttelte leicht den Kopf und stand auf. Mit wenigen schritten stand er vor der kleinen Mini-Bar in seinem Büro und füllte ein Glas zur hälfte mit Sake. Er trank einen großen Schluck und ging hinüber zum Fenster.

Was hatte er denn jetzt schon für eine Wahl, entweder er ging auf Kais bitte ein, und führte in die Kunst der Liebe ein, auch auf die Gefahr hin, dass er selbst, seine Gefühle darunter leiden würden. Oder er beließ es wie es war, machte nichts und riskierte somit, einen dauerdeprimierten Kai der womöglich kein Wort mehr mit ihm sprach.

Masa wiegte das Pro und Kontra zu dieser Sache schon einige Zeit ab. Zugegeben, es war mehr Pro als Kontra, aber dafür stand das Kontra für seine Gefühle. Er trank das Glas aus und schüttete nach, dieses mal aber voll.

Alles was er sich jemals gewünscht hatte, war mit Kai zusammen sein zu können. Als er die Chance dazu hatte, wagte er es nicht sie zu ergreifen. Und jetzt wo die Chance weg war…sehnte er sich danach. Den einzigen Mann den Masa wirklich wollte war der blonde Wirbelwind. Leider war dieser mittlerweile auch der einzige Mann den er nicht bekommen konnte.

Außer ich lasse mich darauf ein, dachte Masa und trank erneut das Glas leer. Er war sich im klaren das es nur von kurzer Zeit war. Aber wenn er ihn schon nicht ganz für sich haben konnte, so konnte er dann immerhin wenige genüsslich Stunden mit ihm teilen.
Review schreiben