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Jagd auf den Dolch von Xian 2

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Lara Croft
30.12.2006
29.12.2007
9
11.325
 
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30.12.2006 1.744
 
Jetzt habe ich ein paar Tage Urlaub verdient, dacht Lara Croft an diesem kaltem, nassen Dezembermorgen. Draußen hatte Schneeregen eingesetzt und ein kalter, scharfer Wind hatte das Kommando übernommen. Lara lag noch im Bett in ihrem Schlafzimmer in dem riesigen Herrenhaus, was sie ihr eigen nennen durfte. Ihr Butler Winston rumorte schon unten im Haus herum. Das tat er schon seit halb sieben. Vielleicht verbringe ich Weihnachten in der Karibik.

Seufzend erhob sie sich eine viertel Stunde später und huschte ins warme Badezimmer. Unter der Dusche überlegte sie weiter wo sie Weihnachten verbringen konnte. Vielleicht Südamerika, dort war ich schon lange nicht mehr.

Vor ein paar Wochen war sie in Tibet und China gewesen, auf der Suche nach dem Dolch von Xian. Ein sagenumwobener Dolch, der demjenigen die Macht des Drachen verleiht, der sich den Dolch in Herz stößt. Und zwar Wortwörtlich.
Marco Bartoli war es gewesen, der den Dolch und somit auch die Macht gewonnen hatte. Doch Lara konnte den Drachen besiegen und ihm den Dolch entreißen. Marco Bartoli wurde getötet und die Gruppe, dessen Anführer er war, wurde mit dem Tod des Drachen zerschlagen.
Lara hatte durch Zufall von dem Dolch erfahren und im Laufe ihrer Reise musste sie feststellen, dass sie nicht die einzige war, die Interesse an dem Dolch hat. Schließlich war ihr eigentliches Ziel zu Verhindern, dass diese Gruppe mehr Macht erlangte, als sie bewältigen konnte.

Mittlerweile hatte sich Lara angezogen und war nun auf dem Weg nach unten in die Küche, wo ihr Butler Winston Weihnachtsplätzchen buk.

„Guten Morgen Winston.“

„Guten Morgen Lara. Was wollen sie Frühstücken?“

„Nur Kaffee bitte.“

Sie setzte sich auf einen Barhocker an die Kücheninsel.

„Ist die Post schon da?“

„Weihnachtsgrüße von ihrer Familie,“ antwortete Winston
und stellte ihr den Kaffee hin. Lara schenkte ihm nur einen bösen Blick.

Ihre Familie hatte sie verstoßen, weil sie sich mit dem Studium alter Kulturen beschäftigte, anstatt zu Heiraten und das Leben einer jungen Aristokratin zu führen. Doch nachdem sie Erfolg hatte, kamen sie alle wieder Angekrochen, in der Hoffnung etwas von ihrem Ruhm abzubekommen. Einzig und allein ihr Vater hatte sie von Anfang an unterstützt und finanziell nachgeholfen, wenn es mal wieder einen Engpass auf Laras Konto gab.
Lara hatte angefangen Reise- und Archäologische Bücher zu schreiben, trotzdem reichte das Geld nicht immer. Nach dem Tod ihres Vaters, hatte er ihr das ganze Geld, das Anwesen und zwei weitere Anwesen vermacht.

„Ich habe alle Karten und Briefe ins Feuer geworfen,“ fügte Winston hinzu.

Jetzt schenkte sie ihm ein Lächeln. Sie erhob sich.

„Ich werde den Vormittag in meinem Büro verbringen und es sehr begrüßen ungestört zu bleiben.“

„Wie sie wünschen!“

Der Kursor blinkte auf dem Monitor ihres Laptops. Lara hatte die Finger auf die Tastatur gelegt, schrieb aber nichts. Ihre Kaffeetasse stand neben ihrer linken Hand und leichter Dampf stieg von ihr auf. Rechts von ihr stand ein PC und summte vor sich hin.
Auf dem Monitor war ein Internet- Forum geöffnet, aber Lara war nicht eingeloggt. Sie wollte nur etwas nachlesen, denn die Entdeckung des Dolches war nicht an den Medien vorbeigegangen. Sämtliche Sammler, und diejenigen die Vorgaben welche zu sein, hatten sich zu diesem Thema geäußert.
Zusätzlich rankten kuriose Gerüchte über die Entdeckung diese Artefaktes, die Lara beim durchlesen regelmäßig eine Lächeln entlockten.

Jetzt wollte sie Anfangen einen Bericht zu schreiben, damit ihr Verlag daraus ein Buch machen konnte, doch ihr Gehirn schien wie leergefegt. Mehrmals hatte sie den Text wieder gelöscht und von vorne Angefangen. Sie war im Zimmer auf und abgelaufen und hatte schon fast verzweifelt Versucht, ihre Gedanken zu sammeln.

Winston brachte ihr noch zweimal Kaffee und berichtete ihr, dass schon mehrere Fernsehsender und Zeitungen versucht hatten sie anzurufen, um einen ausführlichen Bericht zu bekommen. Winston hatte sie abwimmeln können, aber spätestens heute Nachmittag würden diese Leute persönlich vor der Türe stehen.
Lara nahm sich vor ihr Presseteam anzurufen und das Regeln zu lassen.

Die kalte Luft brannte in ihren Lungen, trotzdem zwang sie sich weiterzulaufen. Runde um Runde um ihr Anwesen.
Wie lange und wie viel sie schon gelaufen war, konnte sie nicht sagen. Der kalte Wind fegte um ihre Nase, aber Lara fror nicht.
Schneeflocken klebten in ihrem Haar. Ihre Armeestiefel stampften auf den Boden, ihre Arme bewegten sich vor und zurück, wie Kolben einer Eisenbahn.
Ihr Atem ging stoßweise, aber Regelmäßig.

Sie verlangsamte ihr Tempo etwas, als sie in die Nähe der Eingangstür kam, drehte noch eine kleinere Runde im Vorgarten und lief schließlich langsam ins Haus zurück.
Sie wollte sich schnell umziehen, damit ihre Muskeln nicht auskühlten und sich dann in den Pool zurückziehen und ein paar ordentliche Schwimmzüge tun. Ihr war alles Recht um ihren Kopf frei zu bekommen und Sport half am besten.

Ruhig stand Lara auf dem Sprungbrett, breitete die Arme aus, stand eine Weile, beruhigend Atmend still und setzte schließlich zum Sprung an. Ein Salto und eine Schraube später tauchte Lara sanft und ohne viel Spritzer in das erfrischende Nass.

Sie streckte den Kopf und tat eine großen Zug. Langsam ließ sie die Luft aus ihren Lungen weichen und beobachtet die Luftblasen, bevor sie ihnen hinterher schwamm und ihren Kopf aus dem Wasser streckte.

Ein Klatschen ließ sie herumfahren.

„Bravo Mädchen! Du bist und bleibst die beste.“

Die Stimme kam ihr bekannt vor, doch sie konnte niemanden sehen. Sie spannte jeden Muskel in ihrem Körper an. Mit ein paar Seitwärtszügen schwamm sie an den Rand und zog sich aus dem Wasser. Schnell entfernte sie sich von dem Becken und trat hinter einer Säule hervor, dem Lachen folgend, dass noch immer im Raum hallte. Als sie den dunkelblonden, gutgebauten Mann sah, machte ihr Magen einen kleinen Hüpfer und ein Lachen breitete sich über ihr Gesicht aus.

„Brian. Brian McFadden?“

“Der bin ich!”

Brian McFadden war ein guter Freund gewesen.
Er hatte Lara einmal aus einer unangenehmen Situation gerettet, der Lara tatsächlich nicht gewachsen war.

Es war auf einer Dinner- Party ihrer Tante gewesen. Lara war damals Neunzehn Jahre alt und wurde von den Freundinnen ihrer Tante regelrecht ausgequetscht:
Was die „junge Lady“ denn mit ihrer Zukunft anfangen würde?
Ob sie schon Heiratspläne hätte?
Und so weiter. Lara wusste nicht, was sie Antworten sollte und stand ziemlich Hilflos da.

Brian war der Sohn einer Freundin ihrer Tante und nur ein Jahr älter. Durch Zufall hatte er mitbekommen, wie die Frauen Lara in die Mangel genommen hatten. Also hatte er sich als rettender Engel dazwischen geworfen und behauptet, dass es unfair wäre, wenn man eine so bezaubernde Lady den ganzen Abend in Beschlag nehmen würde.

Den restlichen Abend hatten die beiden sich zurückgezogen und geredet. Lara hatte in ihm einen Verbündeten gefunden, da er diese Partys genauso hasste wie sie. Seitdem hatte sie ein starkes Band miteinander verbunden, doch in den letzten Jahren hatten sie sich aus den Augen verloren. Lara wusste nur das Brian in der Zwischenzeit geheiratet hatte. Sie hatte seine Frau bei einem Essen kennen gelernt, fand aber, dass sie genauso schlimm war, wie die Freundinnen ihrer Tante.
Es war das letzte mal das sie Brian gesehen hatte.

„Was machst du hier?“, fragte Lara, immer noch perplex, während sie sich in ihr Handtuch einwickelte.

„Ich war gerade in der Nähe und wollte dich Besuchen. Ich störe doch nicht?“

„Ich habe Urlaub.“

„Für wen Arbeitest du denn?“

„Für mich und ich habe mir Urlaub gegeben,“ lachte sie.

„Wenn das so ist.“

Er folgte Lara durch den Ballsaal, der Teilweise als Trainingsraum umgestaltet worden war.
Dicke Plexiglasscheiben sollten den Rest des Raumes vor den Patronen schützen, die Lara gerne mal durch die Gegend feuerte. Brian erkannte eine Ägyptische Grabkammer.
Er lächelte. Genauso Mysteriös wie der Rest von Lara, dachte er.
Sie führte Brian zu der Sitzecke in der Eingangshalle und bat ihn kurz zu warten, damit sie sich Anziehen konnte.

Als Lara wieder zurück kam hatte Winston schon Tee und Kekse bereitgestellt und Brian stand vor dem Kamin und träumte vor sich hin.

„Wir haben uns seit sechs Jahren nicht mehr gesehen oder gesprochen,“ durchbrach Lara die Stille.

Überrascht drehte sich Brian um, er hatte nicht mitbekommen das sie zurückgekommen war.

„Stimmt und ich hoffe du verstehst das Telefongespräche aus Frankreich sehr teuer sein können.“

„Es gibt E- Mail.“

„Messerscharf bemerkt.“

„Ich meine, wenn du dich hättest melden wollen, dann hättest du es irgendwie geschafft.“

Sie verbarg ihre Enttäuschung nicht länger. Plötzlich und ohne jede Vorwarnung war er damals verschwunden, hatte sich seitdem nicht mehr gemeldet. Keiner seiner Freunde oder seiner Familie wusste wo er war.

„Du hast mich durchschaut,“ er setzte sich seufzend, stellte seine Tasse ab.

„Weißt du Lynn, meine Frau...“

„Ich kenne sie, schon vergessen?“

„Natürlich nicht. Aber na gut, du mochtest sie nicht.“

„In der Tat! Komm zum Punkt.“

„Sie wollte nicht länger hier Leben, in deiner Nähe um genau zu sein.“

„In meiner Nähe? Ich war doch sehr nett zu ihr.“

„Bis du ihr das Glas Wasser über den Kopf geschüttet hast.“

„Ihre Haare haben gebrannt,“ grinste Lara.

„Natürlich. Auf jeden Fall war sie Eifersüchtig. Sie hat mir Verboten mit dir zu reden.“

„Und du hast es getan?“

„Ich war unsterblich Verliebt!“

„Warst?“

„Wir sind geschieden.“

„Ich müsste Lügen, wenn ich sagen würde, dass es mir leid täte.“

Brian schnaubte. „Immerhin bist du ehrlich.“

„Und jetzt denkst du, du könntest einfach so hier reinspazieren und so tun als ob nichts gewesen wäre?“

„Ich bin hier, weil ich deine Hilfe brauche!“

„Dafür bin ich gut genug?“ Lara stand auf.
Eine kurze Pause entstand.

„Es tut mir leid das ich her gekommen bin und deine Zeit in Anspruch genommen habe. Vergiss es einfach!“Zerschnitt Brians Stimme schließlich die Stille.

Lara drehte sich zu ihm um. Eine Augenbraue war nach oben gewandert. Einen Augenblick zögerte Brian, er wartete, ob sie etwas sagen würde, aber als sie schwieg, drehte er sich um, nahm seine Jacke und stürmte hinaus.
Jetzt war es Lara die einen Augenblick zögerte, dann hechtete sie hinterher.

„Brian! Brian! Verdammt, warte!“

Eine Hand an der Türklinke, drehte er sich um.

„Was? Willst du mir noch mehr Vorwürfe machen?“

„Worum geht’s?“

Seine Gesichtszüge wurden etwas weicher. „Du weißt doch das ich bei der Polizei arbeite?“

„Natürlich. Du warst immer ein Musterknabe.“

„Wir haben einen neuen Fall reinbekommen.“

„Und?“

Er sah sich um, als ob er befürchtete das jemand mithören könnte. „Es geht um Diebstahl,“ flüsterte er.

„Deswegen brauchst du meine Hilfe?“

Er schwieg kurz und sah sich erneut um, dann wanderten seine grünen Augen zurück zu Lara. Großes Unbehagen lag in seinem Blick.

„Es geht um den Dolch von Xian!“
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