Große Schwester

von Kaleydra
GeschichteDrama / P6
16.12.2006
16.12.2006
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16.12.2006 1.049
 
Eine Story die ich vor Ewigkeiten mal geschrieben hab. Die Geschichte ist enstanden, bevor ich den Nickname Kaleydra gewählt hab, der Name hat mir nur so gut gefallen. Das ganze hatte damals nicht wirklich was mit mir zu tun oder es war mir zumindest nicht bewusst.
Heute kann ich vlt. eine Menge reininterpretieren, aber im Prinzip ist es blos eine kurze Geschichte, die ich geschrieben hab als ich noch jünger war:

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"Der Mond ist hell. Zu hell."  
Sie sah zum Himmel auf. Keine Wolken zu sehen.
"Und? Was soll's, dann lassen wir's eben. Du solltest das so wie so nicht tun."
"Ach was, es wird auch so gehen."
"Aber es ist gefährlich"
"Sei still, das einzig Gefährliche war es, dass ich dich mitgenommen hab. Komm schon kleiner Bruder oder hast du Angst? "
Er hasste es, wenn sie ihn kleiner Bruder nannte. Sie war blos sieben Minuten älter als er und dennoch war er der erwachsenere von beiden. Seltsam, die Zahl Sieben hatte ihm bis jetzt nur Pech gebracht, wenn er so überlegte.....
"Valon....., Valon!"
"Was?!"
Das hatte er lauter gesagt, als er es vorgehabt hatte.
"Still! Bist du wahnsinnig, die Wachen hören dich noch."
Schon wieder tat sie so, als wäre sie viel vernünftiger als er. Dabei war es ganz und gar nicht vernünftig, was sie hier taten. Stehlen, so was war doch verboten. Warum tat er das blos?
Warum?
Etwas zog seine Aufmerksamkeit auf sich. In der Ferne hörte er ein Geräusch, das Geräusch von Pferdehufen, die auf dem feuchten Waldboden galoppierten.
"Kaleydra, sie öffnen das Tor."
Doch sie war schon weg.
Plötzlich fühlte er sich allein, allein im Schatten der Bäume. Nicht weit entfernt konnte er die Wachen vor dem Tor der Festung sehen. War der Schatten des Waldes überhaupt vorteilhaft? Oder würde er ihm zum Verhängnis werden?
Er warf einen ängstlichen Blick über seine Schulter.
Dunkelheit! Alles war genau geplant. Doch was, wenn etwas Unerwartetes passieren würde? Wenn die Reiter einen anderen Weg durch den Wald nehmen würden und ihn und Kaleydra bemerken würden.
Die Wachen, sie würden es merken. Sie würden es doch merken, wenn anstatt fünf Reitern, sieben durch das große, eiserne Tor reiten würden. Auf einmal wünschte er sich, sie würden
es merken, dann wäre alles vorbei. Vielleicht kämen sie ohne harte Strafe davon und Kaleydra würde
sehen, dass es nichts brachte, dass es schlecht war und dass sie besser auf ihn, ihren kleinen Bruder
gehört hätte.
"Valon! Los steig auf!"
Er zuckte zusammen. Nicht etwa, weil sie ihn erschreckt hatte, sondern weil ihm bewusst geworden
war, was er da dachte. Sie würden es schaffen. Sie würden einfach alles wie geplant durchziehen,
das verdammte Ding da rausholen und alles wäre wieder normal. Ja, alles wieder normal. Er stieg auf
eines der Pferde, die seine Schwester am Zügel hielt. Keine Sekunde zu früh, denn schon bald
tauchten sie am Waldrand auf. Die fünf Reiter. Sie hatten einen langen Ritt hinte sich, fast
im Halbschlaf bemerkte keiner von ihnen die zwei Gestalten, die beinahe direkt hinter ihnen ritten
und auch die Wachen am Tor sahen nichts, denn mittlerweile war der Mond von Wolken verdeckt
und außerdem waren sie viel zu müde um darauf zu achten, ob zwei Diebe sich in die Festung
einschleichen wollten.
Endlich drin! Die Pferde hatten sie einfach in den Stallungen gelassen. Es war ganz leicht sich in einen der Schlafräume zu schleichen und sich einen Umhang überzuziehen, in dem sie aussehen würden, wie zwei ganz normale Wachen.
Seltsam, er hatte erwartet, dass hier alles gut bewacht sei.
So wichtig schien dieses verdammte Schwert dann doch nicht zu sein, aber dennoch wollte sie es
unbedingt haben. Das lag ihr im Blut. Egal was es war, sie musste es haben. Hauptsache es war
aufwendig genug es in ihren Besitz zu bringen. Und er ließ sich immer dazu überreden, ihr zu helfen.
Dass musste wohl in seinem Blut liegen. Er war einfach zu nett.
Was sollte das? Er dachte zu viel nach. In seinen Adern floss das gleiche Blut wie in ihren.
Von außen schien das Gebäude viel größer zu sein, als es wirklich war, aber von außen betrachtet war wohl alles anders.
Nach ein paar Minuten war die Tür gefunden. Für sie war es kein Problem sie ohnen Schlüssel zu öffnen. Ein langer, dunkler Gang. So nah an ihrem Ziel und doch so weit von dem seinen entfernt. Die letzte Tür lag direkt vor ihnen. Er war erleichtert, dass es nun so weit war.
Sie, gespannt was hinter der Tür lag, er, einfach erleichtert, dass es jetzt vorbei sein würde.
Ein kleiner Raum.
In der Mitte lag es, das Schwert, weswegen sie hier waren. Es war nicht besonders wertvoll und
dennoch etwas Besonderes für sie. Sie wollte es an sich nehmen, doch er kam ihr zuvor, drehte sich um. Sie erwartete, dass er es ihr geben würde. Entsetzt starrte sie auf die blutverschmierte Klinge. Sie
presste ihre Hände fest an den Bauch. Alles rot! Auf ihrer Kleidung hatte sich ein großer, roter Fleck
gebildet, als sie wimmernd zusammenbrach. Er ließ das Schwert auf den kalten Steinboden fallen. Ein
lautes Geräusch. Zu laut. Seine Knie gaben nach. Neben dem toten Körper seiner Schwester sank er zusammen.
Bald würden sie kommen.
Sein Schicksal war besiegelt, tief in seinem Inneren hatte er es gewusst. Er hatte es gespürt. Die schmerzhaften Worte, die sich immer wieder in seine Seele brannten, hatten es ihn spüren lassen:
"Kleiner Bruder."
Er wusste nicht wann oder wie, aber dennoch hatte er es gewusst. Er hörte sie kommen. Die Wachen. Sie standen hinter ihm. Sieben Wachen. Sie sahen einen Dieb unde seine tote Schwester, nichts als nutzloses Gesindel. Doch sie sahen nicht, wen sie bald töten würden. Einen Mörder. Sie sahen nicht für welche
Tat sie ihn bestrafen würden. Von außen betrachtet waren sie gute Beobachter, doch innerlich waren sie blind. Er wusste, würde er weiterleben, müsste er es jemandem erzählen.
Er würde ein schlechtes Gewissen haben, denn schließlich war er doch ein guter Mensch!

.......BIS BALD GROßE SCHWESTER.
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So, das wars auch schon. Es ist nicht sehr lang, aber ihr könnt mir ja trozdem erzählen, was ihr so davon haltet. Würde mich sehr freuen.