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Wenn Wünsche wahr werden

GeschichteDrama / P18 / Gen
OC (Own Character) Wolverine / James "Logan" Howlett
12.12.2006
18.04.2021
37
200.072
3
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noch keine Reviews
 
01.11.2017 5.123
 
Wow, da bin ich also wieder...
Ich weiß, dass ich schon ewige Zeiten kein Update mehr gemacht habe und das tut mir auch leid. Wie aber bereits wiederholt bei meinen Antworten auf eure Reviews erwähnt: Die Story ist nicht tot, nur ein bisschen vernachlässigt.
Ich arbeite aber nach wie vor an ihr und werde versuchen, wieder regelmäßiger Updates zu machen. Ich werde mir große Mühe geben, zumindest ein Mal im Monat etwas zu posten, das hängt aber auch davon ab, wie schnell meine Beta mit dem Korrekturlesen nachkommt.

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an shinyu!! :)

Ich möchte an dieser Stelle auch erwähnen, dass ich gerade vorhin Kapitel 24 neu hochgeladen habe, da ich ein paar Kleinigkeiten verändern musste. Ich war in der Zwischenzeit in New York, beim Rockefeller Center und tatsächlich auch oben beim Top of the Rock, entsprechend wollte ich das Kapitel entsprechend anpassen.
Wenn es euch also nicht zu blöd ist, würde ich euch ans Herz legen, das Kapitel vielleicht noch einmal zu lesenn. n_n

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Kapitel 26: That Thing about Love

Es hatte mit den Kopfschmerzen angefangen.
Er konnte nicht mehr sagen, wann aus diesem nervigen Pochen dieser unerträgliche Druck hinter seiner Stirn geworden war, der ihn Tage, Wochen lang gequält hatte. Es hatte einfach ganz plötzlich umgeschlagen, ohne dass er etwas dagegen hätte tun können.
Natürlich hatte er es probiert, doch die Schmerztabletten hatten lediglich für viel zu kurze Zeitspannen Erleichterung gebracht.
Er hatte wirklich versucht, es sich zu Hause nicht anmerken zu lassen, immerhin hatte seine Pflegemutter mit zwei Teenagern und einem Kleinkind genug zu tun. Doch an manchen Tagen war es dann doch so schlimm geworden, dass er die Kopfschmerzen nicht mehr hatte überspielen können.
Der Arzt, zu dem ihn seine Pflegemutter mitgeschleppt hatte, hatte ihm nicht offen sagen können, was ihm fehlen könnte. Doch er war nicht naiv.
Natürlich hatte er bemerkt, wie der Arzt seine Mutter zur Seite genommen hatte und er hatte auch das eine oder andere Wort aufgeschnappt, das den besorgten Ausdruck in ihren Augen nur stärker hatte werden lassen.
Aber die teuren Untersuchungen hätten sie sich nicht leisten können.
So waren sie schweigend nach Hause zurückgekehrt und hatten kein Wort mehr darüber verloren. Und er hatte sich gehütet, das Brennen hinter seinen oftmals blutunterlaufenen Augen zu erwähnen, welches sich mit der Zeit zu den Kopfschmerzen gesellt hatte und von Tag zu Tag stärker wurde.
Und dann...
Eigentlich hatte er sich wirklich auf den Schulball gefreut.
Der Abend hätte wirklich schön werden können. Selbst die Kopfschmerzen hatten sich an diesem Tag auf ein Minimum reduziert und Emily hatte ihm einen Tanz versprochen, auch wenn sie nicht ihn zum Ball begleitet hatte.
„Hey, Summers.“
Nur dass sie das leider nicht mit Bill besprochen hatte.
Dabei hätte das vielleicht an dem ganzen Schlamassel etwas geändert...
„Wer hat gesagt, dass du mit meinem Date tanzen darfst?“
Es war nicht etwa so gewesen, dass sich Bill während des Tanzes daran gestört hatte. Erst später, auf der Toilette, hatte er gemeint sich vor seinen Freunden wichtig und stark machen zu müssen.
Vielleicht war es ein Fehler gewesen, dass er nicht darauf reagiert und sich nicht gleich entschuldigt hatte, um den anderen zu besänftigen. Doch hinter den wieder stärker werdenden Kopfschmerzen hatte Bills Gerede lediglich wie ein fernes, unwichtiges Gemurmel gewirkt. Also hatte er einmal mehr seine bereits kalten Hände unter den eisigen Wasserstrahl gehalten, um dann seine Augen und Stirn zu kühlen.
„He, ich rede mit dir, Summers.“
Er hatte sich nicht auf Bill konzentrieren können, selbst als dieser ihn gepackt und mit erstaunlicher Kraft gegen die Wand gestoßen hatte.
Vielleicht wäre das alles nicht passiert, wenn er Emily früher gefragt hätte, ob sie mit ihm zum Ball gehen wollte. Oder wenn sie Bill von Anfang an gesagt hätte, dass sie trotzdem ein Mal mit ihm tanzen würde.
Oder wenn er sich erst gar nicht darauf eingelassen hätte.
Vielleicht hätte sich irgendetwas geändert.
Vielleicht aber auch nicht.
Das Einzige, was er mit Sicherheit sagen konnte war, dass der Schmerz, der in seinem Hinterkopf explodierte als er gegen die Wand prallte, genügte, um die Energie, die sich über die Wochen hinter seinen Augen aufgestaut hatte, ausbrechen zu lassen.
Die Welt wurde rot.

****


„Ich habe Scotts Spur.“
Im ersten Moment wagte sie es gar nicht, ihren Ohren zu trauen, doch dann wandte sich Logan ihr zu, mit diesem ruhigen, sicheren Blick in den Augen und deutete in die Richtung der Rolltreppe, die nach oben ins nächste Stockwerk führte.
„Vielleicht war das wirklich Scotts Optischer Strahl, den wir vorhin gesehen haben...?“, meinte Ororo leise. Jean konnte ihr nur zustimmen, auch wenn sie sich nicht vorstellen wollte, was das wohl bedeutete. Sie verdrängte die Sorgen, die wieder an die Oberfläche dringen wollten, und machte einen Schritt in die Richtung, die Logan angedeutet hatte.
Der Schrei, welcher die Stille um sie herum zerriss, ließ sie für einen kurzen Moment erstarren, aber es verging fast keine Sekunde bis Logan umkehrte und ohne ein weiteres Wort hinter Wand aus Dunkelheit verschwand. Er warf nicht einmal einen Blick zurück.
„Logan...!“
Der Ruf erstarb auf Jeans Lippen, noch ehe er ganz ertönt war und für ein paar quälende Momente kehrte auch die unheimliche Stille wieder ein, die diesen Ort zu beherrschen schien. Einzig der Lichtkreis, in dem sie zusammen mit Ororo und Hank immer noch stand, hielt die Angst im Zaum, die mit eisigen Fingern nach ihr zu greifen drohte.
Jean schluckte schwer und verdrängte das Gefühl in die tiefsten Ecken ihres Bewusstseins, damit sie sich auf das konzentrieren konnte, was vor ihnen lag. Einen kurzen Augenblick lang war sie zwar versucht, Logan in die Dunkelheit zu folgen, doch sie wusste, dass er die Quelle des angsterfülltes Schreies alleine wohl besser finden konnte.
Hank, Ororo und sie hingegen...
Sie mussten zu Scott.
„Gehen wir.“, sagte Jean leise und wandte sich mit einer letzten, kleinen Überwindung den Schatten zu, die hinter dem kleinen Lichtkreis lauerten.

****


„Jeannie?“
Sie konnte das Rufen ihrer Mutter kaum hören, so weit wie es von ihr entfernt zu sein schien. Aber selbst wenn es anders gewesen wäre hätte sie nicht reagieren können.
Annie lag seltsam verrenkt vor ihr, der längst vergessene Frisbee nur ein paar Schritte von ihr entfernt. Ihr Blick haftete an den leeren Augen ihrer besten Freundin, während etwas in ihr verzweifelt nach etwas in dem Mädchen vor ihr suchte, das vor wenigen Momenten noch da gewesen war.
Doch da war nichts mehr.
Es war weg.
Vor ihr tat sich eine gähnende Leere auf, dort wo Annie gewesen war.
„Jean? Was...?“
Sie musste das erschrockene Keuchen hinter sich nicht hören, um zu wissen, dass ihr Vater neben sie getreten war. Auf eine merkwürdige Art und Weise konnte sie es fühlen. Sie konnte ihn fühlen, genauso wie ihre Mutter, die sich mit immer schnelleren Schritten näherte und ihre Schwester, die in ihrem Zimmer über ihrem Tagebuch saß und...
Ein Wimmern entkam ihren Lippen, bevor auch dieses in dem Abgrund verschwand, welches Annie ersetzt hatte.
Sie konnte alles um sich herum fühlen.
Alles, bis auf ihre beste Freundin.
Ihre beste Freundin, die still und ruhig vor ihr lag, im Gegensatz zu den Stimmen, die immer lauter um sie herum wurden.
Ein weiterer Atemzug, ein weiterer Versuch doch etwas in Annies Schweigen zu hören.
Doch da war nichts.
Nur ein riesiger, dunkler Abgrund, dort, wo einmal Annie gewesen war.

****


Sie hätten wohl Taschenlampen mitbringen sollen.
Jean schloss für einen kurzen Moment die Augen, nur um sie kurz darauf wieder zu öffnen, in der Hoffnung etwas besser in der Dunkelheit sehen zu können. Doch es half ihr nicht wirklich weiter, die Schatten blieben auch weiterhin undurchdringbar, obwohl wenigstens aus der Richtung der Aussichtsterrasse doch etwas Licht zu ihnen hätte durchdringen müssen...
Jean schluckte schwer und tastete sich weiter die Rolltreppe hinauf, immer darauf bedacht, dass sie sich nicht zu schnell weiterbewegte, damit sie die anderen nicht zurückließ.
Natürlich brannte die Ungeduld in ihr, doch sie unterdrückte sie auch weiterhin. Es brachte nichts, wenn sie jetzt dem Drang nachgab und sich orientierungslos in der Dunkelheit verlor, auf der Suche nach ihrem Verlobten...
Eisiger, ohrenbetäubender Wind schlug Jean entgegen, als sie endlich die letzte Stufe überwand und ins Freie trat. Die dunklen, schweren Wolken hingen tief und bedrohlich über ihnen und die Luft roch nach Regen, obwohl scheinbar noch kein Tropfen gefallen war.
Doch das war es nicht wirklich, was sie für einen kurzen Moment innehalten ließ.
Die Aussichtsplattform war in Rot getaucht.
Jean merkte kaum, dass die Anderen zu ihr aufschlossen, bevor sie sich hektisch nach rechts wandte, aber die Lichtquelle befand sich offensichtlich nicht auf dieser Seite der Terrasse. Ihr Blick ging augenblicklich nach oben und da war tatsächlich der rote Energie-Strahl, der scheinbar immer noch den Himmel zu teilen versuchte.
Sie warf alle Vorsätze bei Seite und lief los, ohne auf die anderen zu warten.
Scott war eindeutig entweder auf der anderen Seite dieser Ebene oder ein Stockwerk höher und es musste einen Grund geben, wieso sein optischer Strahl noch nicht versiegt war.
Er brauchte ihre Hilfe!
Sie durchquerte den Souvenir-Shop, der sich gleich neben der Rolltreppe befand, um zur anderen Seite zu gelangen, und rannte weiter in Richtung der Treppe, die sie nach oben führen würde, als sie bemerkte, dass sich Scott tatsächlich nicht auf dieser Ebene befand.
Sie achtete nicht wirklich darauf, dass hier außer ihr offensichtlich niemand zu sein schien. Es war einfach nur dunkel, die Schatten bauten sich wie eine Wand vor ihr auf und sie konnte kaum sehen, wohin sie eigentlich lief. Selbst das rote Licht des Energie-Strahls schaffte es hier scheinbar nicht die Dunkelheit zumindest ein wenig zu durchdringen.
Ein, zwei Mal stieß sie gegen Bänke, sodass sie ihr Tempo etwas zügeln musste, aber sie war fest entschlossen, so schnell wie nur möglich zu Scott zu gelangen und...
Irgendetwas ließ sie stolpern.
Jean schlug schmerzhaft auf dem Boden auf und für einen kurzen Moment blieb ihr die Luft weg. Ihr Herz raste und sie brauchte länger um wieder auf die Beine zu kommen, als ihr eigentlich lieb war.
Sie wollte ihren Weg fortsetzen, doch genau dann schnitt ein Blitz durch die Dunkelheit und lenkte ihre Aufmerksamkeit ruckartig auf das, was sie hatte stolpern lassen und nun in dem plötzlichen Licht rot glänzte.
Es war Scotts Visier.

****


Seine Augen brannten.
Es war kein richtiger Schmerz an sich, nicht so wie in den langen Wochen vor … vor dem Abschlussball. Aber sie brannten, als würden sie unter einem inneren Feuer glühen.
Und natürlich wusste er, dass er sich das nicht einbildete. Zu frisch war die Erinnerung daran, was auf der Schultoilette geschehen war. Zu deutlich der gepeinigte Schrei, als der rote Strahl, der ein riesiges Loch in das Schulgebäude geschlagen hatte, Bills Schulter gestreift hatte.
Er konnte nur von Glück reden, dass der andere Junge mit einer verletzten Schulter davon gekommen war.
Seine Augen brannten.
Er wusste nicht, wie lange er schon in diesem Bett lag und er konnte auch nicht sagen, wo sich dieses Bett befand. Aber es musste sich wohl um ein Krankenhauszimmer handeln. So genau konnte er das nicht sagen, immerhin hatte er seit er hierher gebracht worden war, kein einziges Mal die Augen geöffnet.
Das letzte Mal, als er es versucht hatte, hatte der Strahl dem Krankenwagen ein offenes Verdeckt verpasst.
Seine Augen brannten und er hatte Angst.
Er konnte die Energie hinter seinen Augenlidern fühlen, hörte sie fast schon in seinem Kopf summen. Das Gefühl wurde jedes Mal stärker, wenn er das warme Sonnenlicht auf seiner Haut fühlen konnte.
Was, wenn er die Augen nie wieder würde öffnen können?
Was, wenn jedes Mal dieser Strahl aus seinen Augen brach, wenn er sie öffnete?
Wenn Bill nur ein paar Schritte näher gestanden hätte, dann...
Er drückte die Augenlider noch stärker aufeinander, wobei sich der Verband auf ihnen ein wenig verzog, und vergrub das Gesicht in dem kratzigen Kopfkissen.
Er hatte Angst.

****


Stille.
Jeans Herz setzte für einen ganz kurzen Moment aus, bevor sie ihre zitternden Finger um das Visier schloss. Sie tastete es vorsichtig ab, in dem Versuch festzustellen, ob sie es beschädigt hatte, aber es schien noch in Ordnung zu sein.
Wenigstens wusste sie jetzt, wieso Scott seinen optischen Strahl nicht kontrollieren konnte, auch wenn es immer noch nicht erklärte, wieso er seine Augen nicht einfach schloss...
Jean schluckte schwer und wandte sich kurz in die Richtung, aus der sie gekommen war, einfach um zu sehen, ob ihr Hank und Ororo gefolgt waren.
Ihre Augen weiteten sich vor Unglauben, als sie ihre Finger ausstreckte und die Glaswand berührte, von der sie einfach wusste, dass sie gerade eben noch nicht da gewesen war. Immerhin musste sie sich ja zumindest schon in der Mitte der Aussichtsplattform befinden.
Einen kurzen Moment lang hatte sie das Gefühl, als würde ein kleiner Ruck durch die Wirklichkeit gehen, als sie über die kalte Fläche strich, doch sie schob den Gedanken für den Augenblick zur Seite und konzentrierte stattdessen alle ihre Sinne auf ihre Umgebung, auf der Suche nach ihren Freunden, die sie inzwischen eigentlich hätten einholen müssen.
Doch da war nichts.
Jean schloss die Augen und rang ganz kurz mit der Panik, die in ihr aufwallen wollte, ließ es aber nicht zu, dass diese sie überwältigte.
Sie hatte keine Zeit für Angst und Panik.
Sie musste weiter.

****


„Hallo Jean.“
Die Welt war weiß. Egal wohin ihr Blick auch fiel, die Welt, die sich vor ihrem Fenster erstreckte war weiß von dem winterlichen Schnee. Doch es berührte sie nicht.
Egal wie viel Schnee da auch lag, es vermochte nicht den dunklen Abgrund zu verbergen, der sich auf der Straße vor dem Haus auftat und sich in ihre Seele gefressen hatte.
„Ich heiße Charles Xavier.“
Da war eine Stimme, ganz weit entfernt am Rande ihrer Wahrnehmung, doch sie konnte und wollte sie nicht wirklich hören. Da waren Personen hinter ihr und die neue Stimme ging in den vielen, die um sie herum schwirrten, unter.
Doch das war nicht wirklich wichtig.
Annie war fort und die Welt war dunkel.
„Bitte verzeih mein Eindringen. Deine Eltern haben mir freundlicherweise erlaubt, dich zu besuchen.“
Die Stimmen um sie herum wurden wieder lauter, schwirrten um sie und versuchten ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken... Aber war es nicht viel besser, sich auf das Loch zu konzentrieren, das Annie hinterlassen hatte? Auf den dunklen, tiefen Abgrund der Stille?
Sie wusste, dass der Lärm um sie herum sie davon abzuhalten versuchte. In diesem Lärm waren auch irgendwo ihre Eltern, aber sie gingen in der Vielzahl all der anderen Geräusche unter. Irgendwo in dem Wirbelsturm von Stimmen war Sorge, war Liebe, aber es war einfach … Es war zu laut...
Viel zu laut...
„Ich wollte dich gerne treffen, weil ich weiß, wie es ist, anders zu sein. Sich anders zu fühlen. Und ich weiß um die Notwendigkeit, das zu kontrollieren, was uns anders macht.“
Der Abgrund rückte näher und sie konnte fühlen, wie die Dunkelheit erneut anfing, an ihren Sinnen zu nagen.
„Jean...“
Der Abgrund rückte näher und das Einzige, was sie wirklich, wirklich tun wollte, war sich ihm einfach hinzugeben und in der kühlen Stille zu versinken.
>...ich möchte dir helfen.<
Die starke, alles übertönende Stimme schnitt durch das Chaos an Geräuschen um sie herum, verdrängte kurz den Lärm, der in ihrem Kopf herrschte, und ließ sie verblüfft zu dem alten Mann im Rollstuhl sehen, der ihren Blick ruhig erwiderte. Einen kurzen Moment lang war es so, als würde er die Stimmen, die sie auch Nachts nicht ruhen ließen, hören und verstehen, was sie ihren Eltern nicht erklären konnte.
Doch der Moment verging und die Stimmen kehrten zurück.
Sie wandte ihre Aufmerksamkeit erneut dem Abgrund zu, der ihr die Stille versprach, nach der sie sich seit zwei Jahren sehnte.

****


Es wurde kälter.
Jean schüttelte den Kopf und redete sich ein, dass es einfach nur an dem Wind lag, gegen den sie sich immer stärker stemmen musste. Doch der Gedanke vermochte es dennoch nicht das Gefühl zu verdrängen. Es wurde einfach mit jedem Schritt, den sie tat, immer kälter und, wenn überhaupt möglich, noch dunkler. Sie konnte gar nicht mehr sagen wo die Aussichtsplattform anfing und wo sich die Treppe, zu der sie musste, sich ungefähr befinden mochte.
Einen kurzen Moment lang bildete sie sich ein, Schnee unter ihren Schuhen knirschen zu hören, doch sie verdrängte den Eindruck und konzentrierte sich stattdessen darauf, nicht wieder gegen irgendwelche Hindernisse zu laufen.
Eine plötzliche Bewegung in den Schatten ließ sie herumfahren und angestrengt in die Schatten starren, doch sie musste sich wohl geirrt haben, denn es rührte sich nichts, egal wie sehr sie sich auf ihre Umgebung konzentrierte. Es führte lediglich dazu, dass sich die Schatten zu Silhouetten zusammenzuziehen schienen, je länger sie diese anstarrte.
Der Schnee knirschte unter ihren Stiefeln und der kalte Wind wehte ihr ein paar Strähnen ins Gesicht, ehe ihr Blick auf den vergessenen Frisbee fiel, der auf der verschneiten Straße lag.
Eine eisige Hand schien sich um ihr Herz zu schließen und zuzudrücken, während ihr Atem stockte und sie sich zu sagen versuchte, dass der Anblick, der sich ihr bot, einfach nicht real sein konnte.
Und doch.
Der Schnee knirschte unter ihren Stiefeln und der Wind wehte durch ihr Haar.
Und nur ein paar Schritte von ihr entfernt lag Annie seltsam verrenkt auf der verschneiten Straße und starrte sie aus vorwurfsvollen, toten Augen an.

****


Er fühlte sich beobachtet.
Ein kurzer Blick durch den Klassenraum, ehe er erneut versuchte sich auf den Unterricht zu konzentrieren, doch seine Gedanken schweiften immer wieder ab und machten es ihm schwer, den Erklärungen seiner Spanisch-Lehrerin zu folgen.
Es war nicht wirklich einfach, Tag für Tag hierher an die Schule zu kommen und die Blicke zu ertragen, die ihm überall hin folgten. Die Blicke verängstigter, misstrauischer Teenager, die jeden seiner Schritte beobachteten so als würden sie erwarten, dass sich jeden Moment dasselbe ereignen würde wie auch auf der Männertoilette auf dem Schulball.
Aber er konnte nicht wirklich behaupten, dass es zu Hause unbedingt besser war.
In den ersten Tagen hatte er daran gedacht, einfach zu Hause zu bleiben, hatte verschiedene Ausreden erfunden um nicht hierher zurück kommen zu müssen. Doch zu Hause hatte er das Gefühl zu ersticken.
Und die Blicke seiner Pflegemutter waren nicht weniger schmerzhaft als die seiner Mitschüler.
Sie alle hatten Angst.
Vor ihm.
Er konnte es ihnen nicht einmal wirklich verdenken. Jede Nacht sah er in seinen Träumen aufs Neue wie das rote Licht durch die Wand der Schultoilette brach. Jede Nacht hörte er die verängstigten Schreie der anderen Jungen und die entsetzten Rufe der Sanitäter im Rettungswagen.
Es hatte auch mehr als eine Woche gedauert, bis er sich wieder getraut hatte, die Augen zu öffnen, selbst nachdem der Unbekannte ihm im Krankenhaus diese Sonnenbrille in die Hand gedrückt und ihm zugeflüstert hatte, dass sie ihm helfen würde.
Er konnte es niemandem verdenken, dass sie ihm aus dem Weg gingen und hinter seinem Rücken tuschelten. Eigentlich wartete er nur darauf, dass irgendjemand kam und ihn holte.
Das, was passiert war, musste doch wohl irgendwelche Konsequenzen haben...
Doch bis jetzt war noch nichts geschehen.
Niemand war gekommen.
Es lief alles weiter wie bisher.
Alles, bis auf diese Blicke.
Er schluckte schwer und wandte unauffällig seinen Kopf ein klein wenig zur Seite, um die Klassenfenster beobachten zu können. Es dauerte einen kleinen Moment lang, bis seine Augen wieder fokussierten und ganz kurz hatte er den Eindruck, als würde sich draußen ein Schatten zurückziehen.
Doch durch das Rot der Sonnenbrille verschwammen die Umrisse und Kontraste öfters vor seinen Augen, sodass er sich nicht wirklich sicher sein konnte, ob da auch tatsächlich etwas gewesen war.
Dennoch.
Er fühlte sich beobachtet und die Augen, die er auf sich fühlen konnte, gehörten weder zu seiner Spanisch-Lehrerin noch zu seinen misstrauischen Mitschülern.

****


„Das … das ist nicht möglich...“
Jeans Herz drohte bei dem Anblick, der sich ihr bot, auszusetzen und sie wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Doch das änderte nichts an der Tatsache, dass sie sich in der Nachbarschaft befand, in der das Haus ihrer Eltern stand.
Und dass Annie vor ihr auf der Straße lag, so wie vor Jahren, als sie zusammen gespielt hatten und das andere Mädchen nicht darauf geachtet hatte, wo es hin lief und...
Jean schloss für einen kurzen Moment die Augen und versuchte die Panik abzuschütteln, die von ihr Besitz ergreifen wollte. Ein feines Zittern breitete sich in ihren Gliedern aus, als die Kälte um sie herum immer stärker wurde und mit feinen Fingern nach ihr griff.
Es wurde immer schwieriger sich zu konzentrieren.
„Jeannie...“, flüsterte der Wind.
Jean versuchte es zu ignorieren, doch sie konnte immer noch Annies vorwurfsvollen Blick auf sich fühlen. Ein eisiger Schauer jagte ihren Rücken hinunter, als sie die Augen erneut öffnete und zu ihrer Freundin hinunter blickte, die noch immer da lag, egal wie sehr sie sich auch einredete, dass es einfach unmöglich war.
„Jeannie...“, krächzte Annie, während sie sich allmählich zu rühren begann und ihre Hand quälend langsam nach Jean ausstreckte. Ihr vorwurfsvoller Blick wurde intensiver, während Jean unwillkürlich vor ihr zurückwich. „Du bist Schuld.“
Sie hatte das Gefühl, als würde sich eine Hand eiskalt um ihr Herz schließen, als sich Annie aufrichtete und sich in ihre Richtung wandte. Das Zittern wurde stärker und sie konnte auch nichts dagegen tun, dass sich Tränen in ihren Augen sammelten.
„Das … das ist nicht...“ Annies kalte Finger schlossen sich um ihr Fußgelenk und Jean konnte nur mit aller Mühe einen kleinen Aufschrei verhindern. Kalter Schweiß bildete sich auf ihrer Stirn und ihr Herz fing an zu rasen.
Das alles war nicht real.
Es konnte nicht real sein, aber … Annies Finger fühlten sich unglaublich real an und…
Es war zu viel.
Es war einfach zu viel und sie konnte fühlen, wie die Barrieren um ihren Geist langsam nachzulassen begannen. Stimmen fingen an nach ihr zu greifen, kleine, flüsternde Eindringlinge, die an ihren Schilden zerrten und sie zurückzudrängen drohten, während ihr Blick auf Annies blaue Augen traf und alles um sie herum zu verschwimmen begann.
Jean erstarrte für einen kleinen Moment, ehe die Panik endlich von ihr abließ und sie ihre tote Freundin richtig ansah. Die Furcht, die sie bis gerade eben noch gespürt hatte, wurde von einer Wut verdrängt, die ihre Barrieren wieder stärkte und die flüsternden Stimmen endgültig verdrängten.
Annie hatte dunkelbraune Augen gehabt, niemals blaue.
Und Jean war auch kein kleines, hilfloses Mädchen mehr, das sich vor Schreck über den Tod ihrer besten Freundin in sich selbst zurückzog.
Der Schnee löste sich auf und die Nachbarschaft ihrer Kindheit verblasste, als sie sich endlich konzentrierte und durch die Illusion brach, die sie umgeben hatte. Einzig Annie blieb noch für einen weiteren Moment vor ihr, den sie brauchte, um endgültig aufzustehen und sie am Kragen zu packen.
„Du bist nicht real.“, sagte Jean mit ruhiger Stimme, ehe sie Annies Finger von ihrer Uniform löste und einen Schritt zurücktrat. „Ich weiß nicht was du damit erreichen wolltest, aber glaub nicht, dass mich das davon abhält, zu Scott zu gehen.“
Annie antwortete nicht, ihre Lippen verzogen sich lediglich zu einem hämischen Grinsen, ehe auch sie sich mit einem kurzen Flackern auflöste.
Ein kurzer Augenblick und Jean war wieder auf der Aussichtsterrasse, ein paar Schritte von der Rolltreppe entfernt.

****


Natürlich war es nicht Liebe auf den ersten Blick gewesen.
Zumindest nicht für sie.
Das aller erste Mal, als sie Scott Summers gesehen hatte, hatte sie weitaus Besseres zu tun gehabt, als überhaupt in diese Richtung zu denken. Er war einfach nur ein netter Junge gewesen, etwas jünger als sie selbst, den der Professor ihr zusammen mit ihren anderen neuen Mitschülern vorgestellt hatte.
Schweigsam, ein klein wenig schüchtern wirkend, hatte er ihren neugierigen Blick gemieden und ihr einfach nur mit einem leichten Nicken die Hand gereicht, als der Professor sie miteinander bekannt gemacht hatte.
Es war alles neu und aufregend gewesen, in diesen ersten Tagen und Monaten. Ein neues Zuhause, weit weg von ihren Eltern, neue Freunde und … ein neues Leben.
Ein Leben mit anderen jungen Leuten, die so waren wie sie.
Es war einfach kein Platz für solche Gefühle gewesen, nicht neben dem Unterricht und dem Training. Vor allem in der ersten Zeit war sie unentwegt mit der Verantwortung beschäftigt gewesen, die ihre Kräfte mit sich brachten.
Doch nach und nach...
Sie wusste nicht einmal, wann sie wirklich angefangen hatte Scott auf andere Art und Weise zu betrachten als etwa Hank oder Sean. Doch irgendwann war einfach aus dem anfangs schweigsamen Teenager ein vertrauter junger Mann geworden. Ein Mann, der gelernt hatte Führung und Verantwortung zu übernehmen und dem seine neue Familie mehr bedeutete, als alles andere auf der Welt.
Ein Mann, bei dem sie sich in jedem Moment, den sie zusammen verbrachten, gleichzeitig verstanden und geborgen fühlte...
Irgendwann, in den Jahren des Zusammenlebens, des gemeinsamen Lernens und Kämpfens, war schließlich aus dem Gefühl der Freundschaft einfach Liebe geworden.
„Jean...“
Er küsste sacht ihre Lippen, als sie ihren Blick von der glitzernden Oberfläche des Teichs ab- und ihm zuwandte, bevor er ihre Hand ergriff und sie ernst anblickte. Sie konnte sehen, wie er seine Stirn ein wenig unsicher runzelte und kurz inne hielt, ehe er ihre Hand näher zog und auch ihrem Handrücken einen Kuss aufdrückte.
„Ich weiß wirklich nicht, ob jetzt der richtige Augenblick dafür ist, immerhin ist das jetzt ein stinknormaler Sonntagnachmittag und ich sollte vielleicht warten, bis wir in einem schönen Restaurant essen gehen, aber…“
Er hielt kurz inne und wandte seinen Blick ein wenig zur Seite, scheinbar nach den richtigen Worten suchend.
„...Wir kennen uns jetzt schon so lange und haben so viel zusammen erlebt, so viel Außergewöhnliches, dass ich mir gedacht habe, dass normal und gewöhnlich vielleicht ganz gut ist...“
Er betrachtete ihre Hand und atmete tief durch, bevor er in seine Jeanstasche griff und einen Ring herausholte, der im Licht der Mittagssonne glänzte.
„Willst du mich heiraten?“

****


„Jean!“
Hanks Ruf drang kaum an ihre Ohren, so stark wie der Wind war, doch er ergriff ihren Arm, bevor sie einen weiteren Schritt tun konnte. Jean blinzelte ihn einen kurzen Moment lang verwirrt an. Sie brauchte einen Augenblick, um sich ganz der Tatsache bewusst zu werden, dass in Wirklichkeit nur wenige Sekunden vergangen waren, seit sie hier oben angekommen waren.
Ganz kurz griff sie noch mit ihrem Geist um sich, auf der Suche nach dem Eindringling, der ihr die vergangenen Minuten vorgegaukelt hatte, doch sie suchte vergebens. Es war keine einzige Spur geblieben, die andere Präsenz war gänzlich verschwunden.
Zumindest wusste sie jetzt aber, dass sie sich vor einem anderen Telepathen schützen musste. Jean knüpfte ihre geistigen Schilde etwas enger und zog ihr Barrieren ganz dicht um sich, bevor sie sich wieder auf Hank konzentrierte, der sie besorgt musterte.
>Mir geht es gut, Hank. Hier ist aber irgendwo noch ein Telepath, der mich in die Irre führen wollte.<
Hank runzelte die Stirn, deutete nach einem weiteren Moment jedoch auf den Boden, wo nur wenige Schritte entfernt Scotts Visier lag, wie sie in dem gespenstischen, rötlichen Licht des optischen Strahls erkennen konnte. Sie nahm es an sich und deutete dann ihren Freunden, ihr durch den Souvenir-Shop auf die andere Seite zu folgen.
Es schien tatsächlich so zu sein, dass sich Scott erst auf der nächsten Ebene befand, aber im Gegensatz zu der Illusion, in der sie gefangen gewesen war, dauerte es nun nur wenige Augenblicke, bis sie die Treppe erreicht und erklommen hatten. Scott war immer noch nicht zu sehen, aber hier oben war das Licht des optischen Strahls so intensiv, dass es Jean unwillkürlich Tränen in die Augen trieb.
„Scott?!“ Jean stemmte sich gegen den Wind und versuchte sich an der Wand entlang zu bewegen, aber es war kaum möglich, sich mehr als nur ein paar wenige Schritte von der Treppe zu entfernen. War der Wind bereits eine Ebene weiter unten extrem stark gewesen, so drohte er hier oben beinahe sie um zuschmeißen.
Jean strauchelte, wurde jedoch von Hank gestützt, bevor sie hätte stürzen können. Sie warf ihm ein dankbares Lächeln zu, konzentrierte sich dann aber wieder auf ihre Umgebung und errichtete eine Barriere um sich und die Anderen, um wenigstens vor dem geschützt zu sein, was der Sturm mit sich reißen mochte, während Ororo versuchte, diesen unter ihre Kontrolle zu bringen.
Doch selbst dann kamen sie nur extrem langsam voran. Dieses Gewitter, das so urplötzlich aufgezogen war, schien sich Storms Kräften zu entziehen.
Es kam Jean wie eine Ewigkeit vor, bis sie den schmalen Weg, der zu der eigentlichen Aussichtsplattform führte, überwunden hatten und der Blick auf die Terrasse endlich frei wurde, doch Jean schaffte es dennoch kaum, direkt hin zu sehen.
Scott war fast nur als Schemen zu erkennen, unter dem Energie-Strahl, der unkontrolliert aus seinen Augen zum Himmel hinaufschoss. Sein Mund war zu einem Schrei aufgerissen, aber der Wind riss jeglichen Ton hinfort.
Jean versuchte näher heran zu gehen, doch es ging nicht, der Wind stieß sie zurück. Scott befand sich scheinbar genau im Auge des Sturms, es schien unmöglich, an ihn heran zu kommen. Aus irgendeinem Grund konnte sie ihn nicht einmal mit ihrer Telekinese erfassen...
Jean sah zu Ororo, deren Blick an den dunklen Wolken hing, welche den Himmel verschlungen hatten. Das Gewitter war weiterhin unverändert stark, der eisige Wind peitschte um das Gebäude und hin und wieder zerriss ein Blitz die Dunkelheit.
>Ororo?<
>>Ich arbeite daran.<<
Ihre Augen waren milchig weiß, so wie immer, wenn sie ihre Kräfte einsetzte und sich auf das Wetter konzentrierte.
Zuerst schien es weiterhin so, als würde sie nichts ausrichten können. Im Gegenteil, kurz hatte Jean sogar das Gefühl, als würde der Sturm noch stärker werden, anstatt an Kraft zu verlieren. Ororo runzelte die Stirn und trotz der eisigen Temperatur hier oben, trat Schweiß auf ihre Stirn, ohne dass sich großartig etwas veränderte.
Doch dann, beinahe schon unerwartet, ließ der Wind plötzlich nach.
Die folgende Stille war so laut in Jeans Ohren, dass das laute, knisternde Rauschen des optischen Strahls und Scotts hektisches Keuchen erst nach und nach an ihr Gehör drang. Jetzt, da ihr der Wind keine Tränen mehr in die Augen trieb, konnte sie sehen, dass ihr Verlobter, von tiefen Schatten umgeben, nur wenige Meter von ihnen entfernt auf dem Boden kniete und nach Atem rang. Seine Finger waren in seine Haare gekrallt, so als müsste er sich an etwas festhalten, während sein Blick immer noch starr nach oben gerichtet war und blutige Tränen an seinen Wangen hinunterliefen.
„Scott!“
Jean merkte gar nicht, wie sie die wenigen Schritte zu ihm überwand. Bevor sie ihn aber hätte berühren können, wurde sie plötzlich von Hank zurück gerissen.
„Was...?“
Ihr blieb keine Zeit, um ihren Teamkollegen zu fragen, wieso er sie aufgehalten hatte.
Im ersten Moment glaubte sie sich die Bewegung nur einzubilden, doch dann rührte sich die Dunkelheit hinter Scott tatsächlich und die Finger des Schattens, der auf einmal nur allzu real wirkte, drangen tiefer in Scotts Schläfen hinein.
Scott schrie.
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