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Wenn Wünsche wahr werden

GeschichteDrama / P18 / Gen
OC (Own Character) Wolverine / James "Logan" Howlett
12.12.2006
18.04.2021
37
200.072
3
Alle Kapitel
129 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
12.12.2006 5.571
 
Update: 01.11.2017

Nach langer, langer, wirklich langer Zeit poste ich endlich wieder etwas. :)
Es ist zwar nur eine Überarbeitung eines Kapitels, aber ich musste ein paar Kleinigkeiten anpassen, als Vorbereitung für ein späteres Kapitel. Und da ich zwischen der Zeit, in der dieses Kapitel gepostet wurde und jetzt irgendwann einmal tatsächlich in New York, im Rockefeller Center, beim Top of the Rock war, habe ich mir gedacht, dass das Kapitel eine Überarbeitung braucht.

Also, für alle, die das Kapitel eventuell schon gelesen haben: Viel Spaß beim erneuten Lesen. :)
Für alle anderen, die vielleicht über diese Story gestolpert sind: Viel Spaß beim Lesen. n_n

Und als Erklärung für den letzten Abschnitt des Kapitels: da passieren zwei Szenen zeitgleich.

Kapitel 24: Anfang vom Ende

Es war nicht richtig.
Charles schloss die Augen und vertrieb den Gedanken, der ihn einfach nicht loslassen wollte, ehe er ihm nachgeben konnte und doch noch seine Schüler zurück rief.
Sie mussten aufbrechen, jetzt, wo sie endlich wussten, wo Cathy, und demnach wohl auch Scott, zu finden war. Sie sollten wirklich keine Zeit mehr verlieren.
Und doch...
Jetzt, wo die X-Men in den Blackbird stiegen, um nach New York zu fliegen, überkam ihn das Gefühl, dass es einfach nicht richtig war, seine Schüler in diese unbekannte Situation zu schicken. Sie wussten immer noch nicht, was Erik mit Scott und dem Mädchen vorhatte.
Sie wussten im Grunde gar nichts, nicht einmal, ob sie die beiden tatsächlich dort finden würden, wo Charles Cathy gespürt hatte. Es war auch unklar, wie viele Anhänger Erik diesmal um sich versammelt hatte – bis auf Raven und James.
Es war einfach nicht richtig.
Und doch...
Es blieb ihm einfach nichts anderes übrig.

****


Die Unruhe holte ihn ein, kaum dass sie gestartet waren.
Logan schluckte schwer und versuchte sich einzureden, dass es nur das übliche ungute Gefühl war, das ihn jedes Mal überkam, wenn er flog. Er sagte sich, dass es an dem sich ändernden Luftdruck lag und daran, dass er einfach keinen festen Boden unter den Füßen hatte.
Aber natürlich lag es nicht daran.
Ganz kurz nachdem der Professor Cathy über die Verbindung gefunden hatte, war das Ziehen, das Zerren, das ihm das Atmen erschwerte, vorübergehend schwächer geworden.
Ganz kurz hatte es sich angefühlt, als wäre sie gar nicht weg gewesen.
Einen kurzen Moment lang war er sich beobachtet vorgekommen, so als wäre sie direkt hinter ihm gestanden.
Und dann hatte das Ziehen wieder angefangen, mit einer Intensität, die beinahe Übelkeit in ihm ausgelöst hatte und die er nur mühsam hatte unterdrücken können.
Die Besprechung danach, so kurz sie auch gedauert hatte, war eine Qual gewesen.
Er hatte gerade mal mitbekommen, wohin sie mussten, wo sie landen und wie sie in das Gebäude gelangen würden, aber alles andere war verschwommen, während er sich einfach nur auf das ruhige Atmen konzentriert hatte.
Sonst konnte er nichts dagegen machen und es trieb ihn schier in den Wahnsinn.
Wie gut, dass es bald ein Ende finden würde.
Logan versuchte den Kragen der Uniform ein wenig zu lockern, während er sich erneut über den Hals rieb.
Er würde Cathy finden.
Und dann würde er sie dazu bringen, diese Verbindung zu lösen, koste es war es wolle.

****


Um Punkt zwölf Uhr Mittags brach die Dunkelheit herein.
Mit dem ersten Glockenschlag zogen dunkle, schwere Wolken auf, die einen furchtbaren Sturm prophezeiten. Sie kamen scheinbar aus dem Nichts und breiteten sich leise und doch unglaublich schnell aus, bis sie die ganze Welt verschlungen hatten.
Logan hielt inne und blickte verwirrt empor, ehe er einen fragenden Blick zu Storm warf, die ebenfalls stehen geblieben war und den Himmel eingehend studierte.
„Das bin nicht ich...“, erklärte sie nach einem weiteren Moment. „Ich kann den Sturm nicht einmal fühlen... Aber schau..!“
Ororo zeigte stirnrunzelnd in die Richtung des Rockefeller Centers, das nicht einmal mehr einen Block weit entfernt war und dessen Spitze sie bereits sehen konnten. Direkt über dem Gebäude durchbrach ein roter Strahl die dunkle Wolkendecke und ließ es aussehen, als würde sie unter einem inneren Feuer glühen.
„Ist das Scott...?“, hauchte Jean, schüttelte nach einem weiteren Moment aber den Kopf. „Wir müssen weiter.“ Sie wies in die Richtung, in die sie mussten und setzten nach einem weiteren Augenblick des Zögerns ihren Weg fort, was ihr die anderen gleich taten.
Logan stimmte ihr stumm zu.
Die Luft um sie herum fühlte sich einfach … falsch an.
Seine Schritte wurden unbewusst schneller und die Unruhe, die ihn schon in der Schule überfallen hatte, wurde fast schon greifbar.
Es gefiel ihm nicht.
Diese ganze Situation gefiel ihm einfach nicht.
Und dennoch mussten sie weiter.
Logan blickte auf und dann waren sie plötzlich an ihrem Ziel angelangt.
Das Rockefeller Center ragte stolz vor ihnen in die Höhe.
Der Anblick des Gebäudes ließ die Zeit um sie herum fast zum Stillstand kommen. Selbst die Geräusche schienen hier gedämpft, auch wenn die Menschen an ihnen vorbei hetzten, um sich vor dem kommenden Sturm in Sicherheit zu bringen.
Ein weiterer kurzer Blick und dann waren sie drinnen, auf dem Weg zu dem Aufzug, der sie hinauf bringen würde.
Hinauf zum 'Top of the Rock'.
Hinauf zu...
Die Drehtür hinter ihnen blieb mit einem Quietschen stehen, ehe die Lichter mit einem Flackern ausgingen.
Die Dunkelheit, die sie empfing, war vollkommen.

****


Stille.
Charles keuchte und riss die Augen auf, als die Verbindung zu seinen Schülern unterbrochen wurde. Er versuchte erneut nach seinen X-Men zu greifen, doch sein Suchen ging ins Leere.
Die Verbindung zu Jean war weg.
Es herrschte absolute Stille.
Charles erstickte die Stimme, die ihm vorwarf, dass er seine Schüler in diese unbekannte Situation entsandt hatte. Die meinte, er hätte ahnen sollen, dass er den Kontakt nicht würde halten können, wenn alle anderen Versuche an eben dieser Barriere gescheitert waren, die das Rockefeller Center zu umgeben schien.
Er konnte sich nicht erklären, wie Erik das ganze Gebäude abgeschirmt haben könnte, doch er traute es seinem alten Freund durchaus zu.
Er traute ihm alles zu und so allmählich war er sich nicht einmal so sicher, ob Scott in seinen Händen tatsächlich sicher war. Immerhin konnte er ja nicht wissen, ob Erik nicht doch etwas mit seinem Schüler vorhatte.
Was, wenn er Scotts optischen Strahl für etwas brauchte?
Was, wenn Erik wieder etwas hatte, das mit einer bestimmten Energie betrieben werden musste? Und Scott hatte nun wirklich genug Energie...
Doch wie passte dann Cathy ins Bild?
Charles schüttelte den Kopf in dem Versuch wieder etwas Klarheit in seine im Kreis laufenden Gedanken zu bringen, ehe er erneut versuchte, nach Jeans Geist zu greifen.
Er konnte sie kurz spüren, doch ehe er sie ganz in seinem Griff hatte, schob sich etwas dazwischen, egal wie oft er es versuchte oder wie sehr er sich konzentrierte.
Charles seufzte geschlagen, als wenige Minuten später auch der Versuch, seine Schüler durch die Funkverbindung zu erreichen, fehlschlug.
Es machte keinen Unterschied.
So kam er einfach nicht weiter.

****


„Was zum...“
Es dauerte mehr als nur einen kurzen Moment, bis er in der Dunkelheit, die sie umgab, endlich wieder etwas erkennen konnte. Obwohl trotz der dunklen Wolken draußen zumindest ein wenig Licht in die Eingangshalle hätte dringen müssen, war es auf einmal stockfinster. Erst langsam hoben sich Schemen hervor, erst nach und nach wurden die feinen Unterschiede in den Schatten deutlich.
Und selbst so war es schwer, überhaupt etwas zu erkennen.
„Logan?“
Da war Jean, direkt neben ihm, mit einem feinen Zittern in ihrer Stimme, welches von ihrer wachsenden Angst zeugte, auch wenn Logan erkennen konnte, dass sie sich größte Mühe gab, es zu unterdrücken.
„Ich bin hier.“ Er ergriff ihre Hand, während ihm sein Geruchssinn sagte, dass Ororo ein paar Stufen unter ihm stehen geblieben war, direkt neben Hank. „Kannst du das Licht wieder einschalten?“
Jean schwieg einen kurzen Moment lang, verneinte dann jedoch.
„Ich kann den Strom fühlen, aber die Lampen reagieren nicht … Es fühlt sich eher so an, als wären sie gar nicht ausgefallen...“
„Ist schon gut.“ Logan konzentrierte sich auf die Gerüche, die ihn umgaben, auf der Suche nach etwas, woran er sich orientieren konnte. Da waren nein paar Duftspuren, welche die Treppe, die in den ersten Stock ging, hinauf führten und vermutlich von Besuchern stammen. Irgendetwas an ihnen irritierte ihn ein wenig, auch wenn er nicht wirklich sagen konnte, was ihn störte.
Was ihn eher stutzen ließ, war die offensichtliche Abwesenheit anderer Menschen.
Logan runzelte die Stirn.
Außer ihnen schien überhaupt niemand hier in der Eingangshalle zu sein...
„Logan, kannst du etwas sehen?“, fragte Hank nach einem weiteren Moment, womit er durch Logans Konzentration schnitt.
„Wenig.“ Selbst wenn seine Sicht mit jedem Augenblick, den sie hier in der Dunkelheit verbrachten, ein wenig besser wurde... Es schien, als würde die Dunkelheit vor ihm sich ihm anpassen. Es reichte vielleicht gerade mal dazu, um nicht in die nächste Wand zu laufen, sobald sie die Stufen überwunden hatten.
„Aber es sollte reichen, um zum Aufzug zu finden.“
Logan schnüffelte noch einmal kurz, um sicher zu gehen.
„Ich kann die Leute riechen, die vor uns dorthin gegangen sind. Es sollte nicht weit sein.“
„Und wenn ich mich recht erinnere, dann befindet sich das Treppenhaus in der Nähe des Aufzugs.“, fügte Jean hinzu, auch wenn sich Logan fragte, wie sie, sollte es dazu kommen, gegen Magnetos Leute ankommen sollten, wenn sie vorher fast siebzig Stockwerke zu bewältigen hatten.
Er wusste ja von sich selbst, dass er sich schnell erholen konnte, aber die anderen...
„Gut, gehen wir.“
Logan konnte fühlen, wie Jeans Geist sanft nach seinen Sinnen griff, ehe sie sich in Bewegung setzten, vermutlich um die Informationen an die anderen beiden weiter zu leiten, damit sie sich in der Dunkelheit nicht verloren.
Schweigen breitete sich zwischen ihnen aus, doch auch sonst schien es so, als hätte die Dunkelheit jegliche Geräusche geschluckt. Um sie herum herrschte absolute Stille und Logan fragte sich erneut, wo die anderen Menschen waren, die sich mit ihnen hier hätten befinden sollen.
Sie konnten nicht allein sein.
Immerhin hatte er die Menschen gesehen, die vor ihnen in der Eingangshalle gewesen waren. Da waren Sicherheitsleute gewesen und im Stockwerk unter der Lobby war ja auch noch die Kassa, an der man die Tickets zum Aufzug kaufen konnte.
Aber mal davon abgesehen, dass Logan niemanden außer Jean, Hank, Ororo und denjenigen, die vor ihnen mit dem Lift hinauf gefahren waren, riechen konnte, zeugte kein einziges Geräusch von der Anwesenheit irgendwelcher anderer Leute.
Nicht ein einziger Angstlaut.
Keinerlei Panik.
Einfach gar nichts.
Als hätte die Dunkelheit nicht nur das Licht geschluckt und die Geräusche, sondern auch alles andere um sie herum...
Logan schüttelte den Kopf und verdrängte das lauernde Gefühl der Angst, das ihn zu beschleichen drohte und konzentrierte sich stattdessen lieber auf den Weg, der vor ihnen lag. Er führte die anderen die restlichen Treppen in den ersten Stock hinauf und dann in die Halle, in der es eine Ausstellung über das Rockefeller Center geben sollte. Schemenhaft konnte er eine Konstruktion in der Mitte des Raumes erkennen und seine Hand streifte eine Absperrung, als er nach links abbiegen wollte.
Logan schob sie zur Seite und tastete sich in die Richtung weiter, von der er wusste, dass sie zu einer Tür und dann zu einem Gang führen sollte, auf dem sie dann den Aufzug und somit auch das Treppenhaus finden sollten.
Es konnte nicht mehr sehr weit sein und...
Das Licht, das durch die sich gerade öffnenden Lifttüren drang, trieb Logan Tränen in die Augen und raubte ihm die Sicht. Er wandte mit einem leisen Zischen den Blick ab und konnte im ersten Moment nicht einmal sagen, wie es den anderen dabei ging.
In dem Augenblick war es ihm auch egal.
Logan drückte die Augenlider so fest aufeinander, bis es wehtat, ehe er es wagte, die Augen wieder zu öffnen und vorsichtig zum Aufzug zu blinzeln, der hell erleuchtet mit offenen, einladenden Türen auf sie zu waren schien.
Das konnte kein Zufall sein.
„Das sieht aus wie eine Falle.“, murmelte Ororo hinter ihm und Logan konnte ihr nur zustimmen.
Aber ehrlich gesagt hatte sie keine andere Wahl, wenn sie keine Zeit verlieren wollten.
Nach einem weiteren Blick, den die anderen nickend erwiderten, betraten sie den Aufzug, der sie nach oben bringen würde.
Natürlich musste es eine Falle sein.
Dennoch mussten sie hinauf, um Scott und Cathy zu finden.
Und um Magneto zu bekämpfen, wenn es sein musste.

****


Sie kam nur langsam zu sich.
Und selbst dann war sie sich nicht sicher, ob sie wach war oder schlief.
Um sie herum herrschte absolute Dunkelheit.
Es war, als hätte die Nacht selbst sie verschluckt.
Langsam und vorsichtig setzte sie sich, mit den Fingern ihre Umgebung abtastend, auf. Im ersten Moment konnte sie nicht wirklich sagen, wo sie war oder warum sie dort war.
In ihrem Kopf herrschte eine absolute Leere, so als hätte diese Dunkelheit ihre Erinnerungen genommen und verschlungen, so wie die Welt um sie herum.
Dabei...
Da war doch dieser eine Grund gewesen...
Der Grund weswegen sie hier war.
Etwas sagte ihr, dass es unglaublich wichtig war, sich zu erinnern.
Doch das Einzige, das vor ihrem inneren Auge aufblitzte, waren ... Augen.
Sie schüttelte den Kopf und versuchte den Nebel, der sich um ihre Gedanken gelegt hatte, zu klären.
Da waren Augen gewesen.
Die Augen des attraktiven blonden Mannes.
Die Augen die...
Sie stöhnte leise und vergrub das Gesicht in ihren Händen.
Diese violetten Augen hatten die Ihren gestreift, ehe sie das Bewusstsein verloren hatte, das wusste sie.
Aber wieso war sie ... hier?
Sie blinzelte und rieb sich die Augen in dem Versuch, in dieser Dunkelheit doch noch etwas zu erkennen, doch es war vergeblich.
Sie schluckte schwer, während sie versuchte, sich ein wenig zu beruhigen, doch die Panik, die in ihr hochsteigen wollte, wurde immer stärker.
Sie war an einem Ort, den sie nicht kannte, aus einem Grund, an den sie sich nicht erinnern konnte.
Sie konnte nichts sehen.
Sie konnte nichts hören...
Wie konnte sie überhaupt wissen, ob sie überhaupt noch...
Sie schüttelte den Gedanken ab und richtete sich, an der Wand hoch tastend, auf um sich ein paar Schritte weiter zu wagen. Vielleicht konnte sie dieser Dunkelheit entfliehen.
Vielleicht, wenn sie es nur genug versuchte, konnte sie einen Weg hinaus finden.
Sie musste sich nur bemühen, dann…
Sie zuckte zusammen, als ihre suchenden Finger, nach einer Ewigkeit, wie es ihr schien, kaltes Glas berührten, das sich scheinbar direkt vor ihr befand.
Sie blinzelte ein, zwei Mal und strengte ihre Augen an. Da, weiter oben, glaubte sie Bewegungen zu erkennen, so als würden sich dunkle Wolken an einander vorbei schieben.
War das die Erklärung?
Hatte ein Sturm den Strom hier ausfallen lassen?
War es deswegen so dunkel?
Ein erleichtertes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen und ließ sie ein wenig aufatmen.
Es erklärte aber immer noch nicht, wieso sie hier war, scheinbar ganz allein, in der Dunkelheit.
Sie schüttelte den Kopf und gab sich die größte Mühe, sich zu erinnern. Da war etwas, das am Rande ihres Bewusstseins lauerte, eine Ahnung, eine Erinnerung, auch wenn sie sich noch nicht ganz greifen ließ.
Aber etwas sagte ihr, dass unweit dieser Glaswand, sich ein Aufzug oder zumindest Treppen befinden mussten, die sie nach unten bringen würden. Sie konnte nicht sagen, woher sie wusste, dass sie sich irgendwo hoch oben befand. Das Wissen war einfach da.
Vorsichtig tastete sie sich weiter.
Sie konnte nicht einschätzen, wie viel Zeit verging, bis sie an das Ende des Fensters gelangt war, und im ersten Moment wusste sie auch nicht, wohin sie sich danach wenden sollte. Sie konnte der Wand folgen, die sie gleich im Anschluss an die Glasfront fühlen konnte, doch irgendetwas sagte ihr, dass das der falsche Weg war.
Es war, als würde ihr eine leise Stimme zuflüstern und…
Ein stummer Blitz schnitt durch ihre Konzentration und lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder zum Fenster.
Sie wartete auf den Donner, der folgen sollte, doch dieser kam nicht. Lediglich das Nachbild, das noch immer auf ihrer Netzhaut brannte, erinnerte daran, dass das grelle Licht überhaupt durch die Dunkelheit gebrochen war.
Sie rieb sich mit einem Stirnrunzeln die brennenden Augen, fest entschlossen, ihren Weg weiter zu verfolgen, doch ein weiterer Blitz lenkte ihren Blick erneut zum Fenster. Etwas weiter entfernt glaubte sie Schemen ausmachen zu können, weitere Wolkenkratzer, welche die schweren Wolken über ihnen fast zu berühren schienen.
Sie trat wieder näher an die Glasscheibe, immer noch an ihren juckenden und brennenden Augen reibend, wobei sie sehen konnte, dass sie für einen kurzen Moment ihren eigenen Schemen ganz leicht in der sich spiegelnden Fläche erkennen konnte.
Ein weiterer Blitz und sie konnte ihr Gesicht sehen und die etwas geröteten Augen.
Sie lehnte sich näher, in dem Versuch in dem gar zu schnell wieder schwindenden Licht zu erkennen, was ihre Augen so irritierte.
Es konnte nicht das Licht selbst sein, das sie nie direkt hineingesehen hatte.
Und doch tränten ihre Augen, so als ob sie nach dieser Dunkelheit direkt in das glühende Zucken gesehen hätte.
Ihr Schatten folgte ihrer Bewegung, nur um mit einem weiteren Blitz für einen kurzen Moment erneut zu ihrem Spiegelbild zu werden, das sie ebenso neugierig betrachtete, wie sie es. Sie zog an ihrem Augenlid, auf das nächste Zucken des Lichts wartend, doch selbst dann konnte sie nicht erkennen, was diesen Druck und das Brennen verursachte.
„Ich kann’s dir sagen.“, sagte ihr grotesk grinsendes Gesicht mit dem nächsten Blitz, ehe es das Augenlid noch weiter hinunter zog. „Du hast was im Auge.“
Mit diesen Worten drangen die Finger ihres Spiegelbildes mit einem feuchten Geräusch tief in seine Augenhöhle. Blut lief über seine Finger und tropfte auf seine Wange, während es das immer noch starrende Auge heraus zog.
„Siehst du?“
Ihr Kreischen durchbrach die Stille, während sie in ihrer Hast, vom Fenster zurück zu weichen, rücklings über etwas stolperte und sich den Kopf stieß.
Mit ihrem schwindenden Bewusstsein verging auch das Licht und Stille kehrte ein.

****


Es war, als würde die Dunkelheit das Licht verschlingen.
Mit dem Aufzug dauerte es nur wenige Minuten, um hinauf in das siebenundsechzigste Stockwerk des Gebäudes zu gelangen und das ließ Logan nicht viel Zeit, um darüber nachzudenken, was sie tun sollten, falls sie wirklich auf Widerstand treffen sollten.
Jean verband sie zwar alle telepathisch, was schon mal ganz gut war, zumal der Kontakt zum Professor scheinbar abgebrochen war seitdem sie das Gebäude betreten hatten. Sie hatten stumm kommuniziert, wie sie den Aufzug verlassen würden, um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, aber es blieb dennoch die Tatsache, dass sie mehr als offensichtlich in eine Falle laufen würden und nicht wirklich etwas dagegen tun konnten.
Logan schluckte schwer, während sich seine Muskeln wie zum Sprung bereit anspannten.
Noch ein Stock...
Er war draußen, kaum dass sich die Türen geöffnet hatten und ließ seine Krallen ausfahren, bereit jeden, der ihm in den Weg kam, zu bewältigen.
Doch da war nichts.
Sein Herz raste und er versuchte mit seinen Augen die Dunkelheit zu durchdringen, die sich hinter dem kleinen Lichtkreis, in dem er stand, aufbaute. Und mit jeder Sekunde, die verstrich, schienen sich die Schatten immer mehr in den auch so schon kleinen Lichtkreis zu fressen.
„Logan?“
„Einen Moment noch.“
Er versuchte, sich auf die Gerüche zu konzentrieren, aber im ersten Moment fiel es ihm unglaublich schwer. Da war ein Durcheinander, viel zu viele Düfte, alte und neue. Er schloss die Augen, auch um sich an die Dunkelheit, die ihn umgab, zu gewöhnen, und atmete tief durch.
Da waren wieder diese Gerüche, die ihn leicht irritierten, doch er ließ sie gehen, ebenso wie all die anderen. Er ließ sie verstreichen und suchte weiter bis...
Da.
„Ich habe Scotts Spur.“
Logan wandte sich halb zu Jean und den anderen um und deutete nach links, in die Dunkelheit hinein, wo sich eigentlich nach einer Drehtür die Rolltreppe befinden sollte, die auf die Aussichtsterrasse im nächsten Stockwerk führte.
„Vielleicht war das wirklich Scotts Optischer Strahl, den wir vorhin gesehen haben...?“, meinte Ororo leise. Jean nickte zustimmend und machte bereits einen Schritt in die entsprechende Richtung, doch Logan zögerte noch einen Moment.
Er konnte Cathy immer noch nicht riechen, aber vielleicht wurde ihr Geruch einfach nur von den anderen überlagert. Vermutlich sollten sie wirklich zuerst zur Aussichtsterrasse, er konnte es ja noch einmal versuchen, wenn sie Scott erst einmal gefunden hatten und Cathy tatsächlich nicht bei ihm sein sollte...
Ein Schrei zerriss die Stille, gerade als Logan Jean folgen wollte. Der kalte Schauer, den das panische Kreischen seinen Rücken hinunter jagte, ließ Logan mitten in der Bewegung inne halten.
Es kam genau aus der entgegengesetzten Richtung und ehe er sich versah, lief Logan auch schon los, der weiblichen Stimme folgend, die verstummte, kaum dass er in der Dunkelheit verschwunden war.

****


Er versuchte sich zu entspannen.
Charles seufze tief und lehnte sich zurück, doch die Spannung wollte nicht ganz aus seinen Schultern weichen. Hinter seiner Stirn brodelte es und alles in ihm sträubte sich gegen die Entscheidung, die er getroffen hatte.
Aber er hatte keine andere Wahl.
Er musste es tun, wenn er sicher gehen wollte, dass seinen Schülern nichts geschah.
Er musste es tun, wenn sie Erik aufhalten und wieder den Behörden übergeben wollten.
Charles schloss seine Augen, während er gezwungen langsam ausatmete und sich die größte Mühe gab, jegliche Anspannung ziehen zu lassen.
Es war nicht einfach, aber nach und nach beruhigte sich sein Herzschlag und auch seine kreisenden Gedanken kamen zum Stehen und machten einer Ruhe Platz, die es ihm ermöglichte, sich einfach fallen zu lassen und in sich zu gehen.
Tiefer und immer tiefer, bis er selbst das weite Meer seiner Gedankenwelt hinter sich gelassen hatte und sich in der kalten, dunklen Stille wieder fand, die hier, in der untersten Schicht seines Bewusstseins herrschte.
Er brauchte einen Moment, ehe er sich in der Dunkelheit orientieren konnte, bis die Schatten, die ihn lockten, durch seinen strengen Blick zurückgetrieben waren und den Weg, den er suchte, freigegeben hatten.
Es dauerte noch länger, bis er die versteckte Tür endlich, nach so langer Zeit der Vernachlässigung, entdeckte. Tief verborgen in den dunkelsten Schatten, wie um ihm zu zeigen, wie viele Jahrzehnte vergangen waren, seit er sie zuletzt aufgesucht hatte.
Er trat näher, fest entschlossen die Stille zu brechen.
Dennoch zögerte er noch einen kurzen Augenblick, ehe er die eiserne Türklinke der schweren Eichentür berührte, die ihn von seinem Weg trennte. Er wusste noch genau, wieso diese Tür verschlossen war, warum er die Verbindung unterbrochen hatte.
Aber er hatte keine Wahl.
Er musste es tun.
Charles unterdrückte ein tiefes Seufzen, ehe er den Türgriff langsam hinunter drückte und schließlich mit einigem Kraftaufwand die alte Tür öffnete, die ein tiefes, gequältes und knarrendes Geräusch von sich gab.
Es war vollbracht.
Die Tür stand offen und der Weg zu seinem Anker lag vor ihm.

****


Im ersten Moment konnte er nicht wirklich sehen, wohin er lief.
Der plötzliche Wechsel vom Licht in die Dunkelheit erschwerte es ihm, sich an die Schatten, die hier oben viel intensiver zu sein scheinen, als sie es in der Eingangshalle gewesen waren, zu gewöhnen.
Er wusste zwar ungefähr, wie es hier oben aussehen sollte, immerhin hatten sie sich die Grundrisse angeschaut, bevor sie hergekommen waren, doch mit seinem plötzlichen Aufbruch in diese Richtung konnte er nicht mehr wirklich sagen, wo er sich genau befand.
Die Stimme, die er verfolgt hatte, war auch bereits verstummt, auch wenn die Panik, die sie vermittelt hatte, in seinen Ohren immer noch nachhallte.
Logan blieb kurz stehen und schloss die Augen in dem Versuch, sich wieder an die Dunkelheit zu gewöhnen und sich auf die Gerüche, die sich ihm hier darboten, zu konzentrieren.
Die meisten wollten ihn scheinbar zurück zu der Rolltreppe leiten, die ins nächste Stockwerk und somit zu der Aussichtsplattform führten. Doch da waren auch diejenigen, die ihn weiter in die Richtung locken wollten, in die er gerade lief und die ihn zu den Aussichtsterrassen dieses Stocks führen sollte.
Logan runzelte die Stirn und konzentrierte sich ein wenig mehr, auf der Suche nach Cathys Duft. Doch trotz der Tatsache, dass ihn die Stimme hierher gelockt hatte, konnte er diese eine bestimmte Note einfach nicht finden.
'Sie muss hier irgendwo sein, verdammt!'
Aber war es wirklich Cathys Stimme gewesen?
Logan verdrängte die Unsicherheit, die langsam an ihm nagte und wandte den Kopf ein wenig in die andere Richtung, um weiter zu suchen.
Natürlich muss sie es gewesen sein.
Wer sonst hätte...
Sein Atem stockte und er riss die Augen auf, als er ihn endlich erwischte.
Den Duft, den er suchte.
Cathy.
Doch der Geruch entglitt ihm genau so schnell, wie er ihn gefunden hatte.
Ein leises, frustriertes Knurren brach aus seiner Kehle, ehe er ein paar Schritte weiter in die Dunkelheit hinein ging, in die Richtung, in der ihr Duft aufgetaucht war. Es mochte gut sein, dass es nur ein Überbleibsel war, immerhin hatte er in der kurzen Zeit nicht feststellen können, ob die Spur frisch gewesen war oder nicht.
Aber es musste es versuchen.
Vielleicht hatte er ja Glück und...

Tiefe Ruhe und Zufriedenheit.
Einen kurzen Moment lang verlor sich Charles in dem altbekannten Gefühl dieses Geistes, in dem keine Spur von Aufregung zu finden war. Die Ruhe überflutete seine Sinne und ließ ihn für einen ganz kleinen Augenblick vergessen, weswegen er überhaupt hier war.
Die Ruhe lockte Erinnerungen an die Oberfläche, Erinnerungen an eine Zeit, in der er ein stetiger Gast dieser Gedankenwelt gewesen war.
Eine lange, sehr lange zurück liegende Zeit, in der die Tür, die ihn hierher geführt hatte, noch nicht eisern verschlossen gewesen war.
Eine Zeit, in der er seinem Anker bedingungslos vertraut hatte.
Bis...
Charles seufzte tief und drängte die Erinnerungen zurück, die ihn ablenken wollten.
Er war nicht ohne Grund hier.

... Cathy verweilte immer noch dort, wo ihr Duft aufgeflackert war.
Er schob sich an den Schatten vorbei, wobei er einfach das Gefühl nicht los wurde, dass er dabei beobachtet wurde, tat aber sein Möglichstes, um es zu verdrängen. Er konnte hier weder jemanden atmen hören, noch waren die Gerüche um ihn herum frisch genug, als dass es bedeutet hätte, dass sich hier außer ihm jemand befand.
Kurz zuckte sein Blick zur Seite, als er etwas aus den Augenwinkeln wahrnahm, doch es war nur sein eigener Schatten, der sich in einer gläsernen Fläche spiegelte, der ihm Bewegung vorgegaukelt hatte.
Logan schüttelte den Kopf und zwang sich dazu, sich wieder auf das zu konzentrieren, was wichtig war. Es konnten nur noch ein paar Schritte sein...

Nein, er hatte hier zu tun.
Später, wenn das alles hinter ihnen lag, konnte er in Erinnerungen schwelgen.
Doch nicht jetzt.
>Erik?<
Die Ruhe endete und machte einer so heftigen Abwehrreaktion Platz, dass Charles im ersten Moment Mühe hatte, die Stellung zu halten. Doch er ließ es geduldig über sich ergehen, während er sich darauf konzentrierte, seine Wurzeln tiefer zu schlagen und wieder einen festeren Halt in diesem Geist zu bekommen.
Ein Bild blitzte vor seinen Augen auf, ein Gedanke, eine Idee.
Von einer neuen, verbesserten Maschine und...
Der Moment verging so schnell wie er gekommen war, doch es genügte, um Charles einen kalten Schauer über den Rücken zu jagen.
>>Charles.<<
Er konnte fühlen, dass da noch andere Worte waren, andere Emotionen als Willkommen. Doch Erik verstand es, sie hinter den Barrieren zu verstecken, die Charles zu errichten geholfen hatte, selbst als die Verbindung zwischen ihnen noch nicht geschlossen gewesen war.
Aber zumindest drang die Verwirrung und zum Teil auch Empörung durch, die der andere Mann bei dem Wissen empfand, Charles wieder in seinem Geist zu haben.
>Du musst damit aufhören, Erik.<
Kurz herrschte Stille, doch bei den nächsten Worten drang leichter Ärger durch.
>>Du kannst mich schwer dazu zwingen.<<
>Glaub nicht, dass...<
>>Ich kenne dich zu gut, Charles. Du würdest mir deinen Willen nicht aufzwingen, egal wie hoch der Preis. Du weißt was beim letzten Mal passiert ist.<<

...bis er die Stelle erreicht hatte, an der er Cathy gerochen hatte.
Die Fensterreihe, hinter der die anderen Wolkenkratzer lediglich als Schemen zu erkennen waren, endete in einer Glastür, die zur Aussichtsterrasse führte. Logan hielt erneut für einen Moment inne und blickte sich um, doch es war nach wie vor nicht wirklich etwas zu erkennen.
Irgendetwas in seinem Innern sträubte sich und ließ seine Nackenhaare sich aufstellen, als der Blick der Schatten, von dem er sicher war ihn sich nur einzubilden, intensiver wurde. Es war wie eine unsichtbare Berührung und für einen kurzen Augenblick hatte er sogar das Gefühl, als würden sie nach ihm greifen.
Natürlich war das absurd, doch sein Puls wurde mit einem Schlag schneller und kalter Schweiß trat auf seine Stirn, während das Rauschen des Blutes in seinen Ohren zu einem stetigen, wortlosen Flüstern wurde und...
Ein stummer Blitz zerriss die Dunkelheit und verjagte die Schatten für einen ganz kleinen Moment.
Ein kurzer Moment, in dem Logan die schleichende Angst, die er sich nicht erklären konnte, endgültig abschüttelte und sich wieder auf das konzentrierte, weswegen er hier war.
Ein kurzer Moment, in dem das leise und regelmäßige Atmen endlich an seine Ohren drang und ihn herumfahren ließ, nur um mit dem schwindenden Licht Cathy zu entdecken, die bewusstlos auf dem Boden neben den Sitzbänken lag...

Charles runzelte die Stirn und unterdrückte die Erinnerung und die Verbitterung, die bei Eriks Worten in ihm aufsteigen wollte. Er wusste, dass sein alter Freund sie mit Bedacht gewählt hatte, wohl um ihn abzulenken.
Doch Charles ließ es nicht zu.
>Tief in deinem Inneren weißt du, dass das, was du tust, falsch ist, Erik.<
Er grub sich tiefer in den Geist seines Freundes, erschlich sich einen Weg hinter dessen Barrieren, während er seinerseits den anderen abzulenken versuchte.
>>Nein, Charles. Im Gegensatz zu dir bin ich mir einfach bewusst, dass wir nur mit Reden bei den Menschen nichts erreichen werden. Sie werden von der Angst gelenkt und...<<
Er grub sich tiefer, verschaffte sich Zugang zu Eriks Sinnen, ohne dass dieser ihn bemerkte.
Es dauerte nur einen Augenblick, bis er den Raum um sich herum erkannte.

…Es verging kaum ein Atemzug, bis er an ihrer Seite war.
Seine Finger bewegten sich wie von selbst, als sie sich unter Cathy schoben und sie aufrichteten, um sie gegen eine Sitzbank zu lehnen und dann leicht ihre kalte Wange zu tätscheln.
„Hey, wach auf.“
Logan runzelte die Stirn, als sie nicht reagierte und rüttelte sie etwas weniger sanft an der Schulter, wobei ihr Kopf nach vorne sackte und die in dieser Dunkelheit fast schon schwarz wirkenden Haare ihr ins Gesicht fielen.
Ein zweiter Blitz tauchte Cathys Haut in eine fast schon gespenstische Blässe und ließ es für einen kurzen Moment so aussehen, als würden ihre Lippen allmählich blau anlaufen.
Aber das war nicht möglich.
Er konnte sie atmen hören und auch sehen, wie sich ihr Brustkorb mit jedem entspannten Atemzug, den sie tat, hob und senkte. Ihre Körperwärme war stark genug, dass sie durch den Stoff ihres Hemdes durchdrang und seine eigenen Finger wärmte.
„Cathy, wach auf.“
Ein dritter Blitz und Cathy Augenbrauen zuckten kurz, ehe...

Charles zog sich ohne ein weiteres Wort zurück.
Es war schmerzhaft die Verbindung einfach so ohne weiteres zu lösen und sich in seinem eigenen Körper wieder zu finden. Seine Glieder schmerzten und hinter seiner Stirn pochte es, aber er schenkte dem keine Beachtung, in seiner Eile nach dem Helm zu greifen und ihn aufzusetzen.
Es erschien ihm wie eine Ewigkeit, bis er Jeans Spur folgen konnte und erneut auf diese Wand traf, die ihn vom General Electric Building –und somit von seinen X-Men- trennte.
Doch er beachtete sie nicht.
Er musste durch, er musste die Information zu seinen Schülern bringen, ehe es zu spät war.
Charles konzentrierte sich, konzentrierte seine Kraft auf einen einzigen Punkt, sammelte all seinen Willen in dem einen Gedanken, den er durch diese Barriere bringen musste.
Im ersten Moment schien es ihm so, als würde er trotzdem nicht durchdringen, als würde die Wand ihn einfach wieder zurückschleudern.
Doch dann zerbrach sie.
Mit einem lachenden Scheppern gab die Wand unter seinen Bemühungen nach.
Komisch, dachte er sich, ehe er das Bewusstsein verlor.
Es war fast so, als hätte die Mauer sich freiwillig zurückgezogen.

Logan fuhr herum, als das Gefühl, das ihn schon zuvor befallen hatte, unerträglich wurde.
Er konnte regelrecht spüren, wie sich etwas durch die Schatten um ihn herum bewegte, konnte es fast schon hören, auch wenn er nicht genau sagen konnte, wo.
„Komm raus!“, zischte Logan, doch er erhielt keine Antwort. Der Blick der unsichtbaren Augen wurde lediglich noch intensiver, bis er ihn fast schon zu versengen drohte. „Ich weiß, dass du da bist.“
Doch der Schatten, der sich durch die Dunkelheit bewegte, ließ sich von seinem Knurren nicht beeindrucken.
Logans Blick zuckte zur Seite, aber da war keine Bewegung, kein Laut, kein Geruch.
Gar nichts.
Nur Dunkelheit.
Der Schmerz, der sich urplötzlich hinter seiner Stirn ausbreitete, übertönte für den Bruchteil einer Sekunde alles andere um ihn herum. Ganz kurz war es, als würde die Präsenz des Professors sein Wesen erfüllen und ihn verbrennen.
Der Wortlaut des Gedankens ließ seine Nase und seine Ohren bluten und die Welt um ihn herum sich drehen.
Dennoch kam die Warnung zu spät.
Die Welt blieb mit dem leisen, durch das Rauschen in seinen Ohren kaum zu hörenden Geräusch stehen, ehe ihm der schneidende Schmerz ein Keuchen entlockte und ihn an sich herunter sehen ließ.
Die Worte des Professors hallten in seinem Kopf nach, noch während ein weiterer Blitz durch die Dunkelheit brach und die Spitzen der drei Klingen, die aus seiner Brust ragten und ihn zu verspotten schienen, zum Glänzen brachte.
>Es ist nicht Erik!<
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