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Wenn Wünsche wahr werden

GeschichteDrama / P18 / Gen
OC (Own Character) Wolverine / James "Logan" Howlett
12.12.2006
18.04.2021
37
200.072
3
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129 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
12.12.2006 4.924
 
Hey, da bin ich wieder, fast genau einen Monat nach dem letzten Update.
Hätt echt nicht gedacht, dass ich diesmal so schnell ferstig werde...

Jedenfalls möchte ich mich an dieser Stelle herzlich für alle Reviews bedanken.

@ StormxPadme: Dir hab ich schon direkt geantwortet, aber dennoch nochmals danke für den Kommentar.

@ BloodyFreaky & plesant: Freut mich dass die Geschichte euch gefällt. n_n

@ Kamikaze Miri: n_n Ich bin mir selbst noch immer nicht ganz sicher, wie die X-Men Cathy finden sollen, aber mal sehen was sich so ergibt. Das mit der Woche hast du schon ganz richtig mitbekommen, genaugenommen ist's jetzt schon Samstag und Cathy ist bereits seit Montag weg... Tja ... wieso sie nichts mitbekommen haben bleibt noch ein Geheimnis, aber vielleicht entdeckst du ja in diesem Kapitel eine Antwort.

@ namalien: Du hast am 17.10. Geburtstag? nein, das hab ich nicht gewusst, aber dennoch Glückwunsch im Nachhinein. n_n Tja, im Grunde kann man sich den Verlauf der weiteren Handlich wirklich schon denken ... oder doch nicht? ;-p
Dass erst mal nach Scott und Cathy gesucht werden muss ist ziemlich offensichtlich, aber mal sehen, was daraus genau wird. *böse grins*


So, und nun viel Spaß beim Weiterlesen!

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Kapitel 22: Ruhe vor dem Sturm

Ein leichter Ruck ging durch ihren Körper, als sie mit einem Stirnrunzeln langsam wieder zu sich kam. Hinter ihrer Stirn pochte es und weit entfernt glaubte sie eine Stimme flüstern zu hören, auch wenn es sich anfühlte, als würde dabei warmer Atem gegen ihr Ohr streichen.  
Aber vermutlich bildete sie es sich nur ein...
Cathy stöhnte leise und setzte sich auf, während sie versuchte den letzten Rest des Nebels aus ihrem Kopf zu verdrängen. Sie wusste nicht, was geschehen war und wieso sie sich so gerädert fühlte, aber bestimmt würde es dafür eine vernünftige Erklärung geben.
Sie musste nur hochkommen und einen klaren Kopf bekommen.
Es vergingen noch ein, zwei Momente, bis sie sich absolut sicher war, dass sie nicht wieder umkippen würde und erst als das letzte bisschen Schwindelgefühl abgeklungen war, wagte sie es endlich die Augen zu öffnen.
Warmes Sonnenlicht drang durch das offene Fenster in das kleine Schlafzimmer und sie musste ein, zwei Mal blinzeln, um wieder klar sehen zu können, als die plötzliche Helligkeit ihr Tränen in die Augen trieb.
Sie rieb sich mit einer etwas fahrigen Bewegung über die schmerzenden Augen, ehe sie die Decke zurückschlug und die Beine vom Bett schwang.
Es dauerte einen Moment, ehe sie bemerkte, dass sie nichts anhatte.
Ihr Stirnrunzeln wurde etwas tiefer, während sie sich zu erklären versuchte, wieso sie nackt in einem fremden Bett gelegen hatte, aber es ging nicht. Egal wie sehr sie es auch versuchte, sie wusste einfach nicht, was dazu geführt haben könnte...
Cathy atmete einmal tief durch, bevor sie das komische Gefühl, das sie langsam aber sicher beschlich, verdrängte und schließlich aufstand, um sich flüchtig in dem Zimmer umzusehen.
Das Schlafzimmer war spärlich eingerichtet. Bis auf das Bett, dem Fenster und einen Schrank, der sich direkt ihr gegenüber befand, gab es wirklich nicht viel zu entdecken. Kurz musterte sie ihr Reflektion in dem Spiegel, der an der Schranktür angebracht war, ehe sie an den Schrank herantrat und ihn öffnete, auf der Suche nach etwas, was sie anziehen könnte.
Sie musste nicht lange suchen.
Da, neben einigen Sachen, die eindeutig einem Mann gehörten und ein paar wenigen Kleiderstücken, die so aussahen, als könnten sie ihr passen, hingen auch das Shirt, die Hose und Logans Hemd, das sie angehabt hatte, als...
Ein leises Stöhnen entkam ihren Lippen, als ein stechender Schmerz durch ihre Gedanken fuhr und sie dazu zwang, sich zuerst einmal auf das Anziehen zu konzentrieren. Sie konnte auch später darüber nachdenken, was geschehen war, wenn sie erst einmal herausgefunden hatte, wo sie sich überhaupt befand...
Mit hastigen Bewegungen zog sie ihre Sachen an, bevor sie mit wenigen Schritten bei der Zimmertür war und kurz den Atem anhielt, um angestrengt zu lauschen.
Es war im ersten Moment nicht einfach, da sie zunächst nur das Blut in ihren Ohren rauschen hörte. Nach den ersten Schwierigkeiten sich zu beruhigen, überkam sie jedoch eine plötzliche, kalte Ruhe, die sie sich nicht erklären konnte, für die sie aber dankbar war, da sie ihr erlaubte, klarer zu denken.
Dennoch, die Unruhe wollte nicht ganz von ihr ablassen, als sie schließlich nach der Türklinke griff und sie vorsichtig hinunter drückte.
Das leise Knarren der Tür erschien ihr viel zu laut, als sie diese öffnete, doch sie redete sich ein, dass es nur Einbildung war. Bestimmt hatte es außer ihr keiner gehört, selbst wenn sich im angrenzenden Raum jemand befinden sollte...
„Guten Morgen, Sonnenschein.“
Da war er ganz plötzlich, der blonde junge Mann, direkt vor ihr und grinste sie auf eine wissende Art und Weise an, die ihr einen kalten Schauer über den Rücken jagte.
Da war etwas mit seinen Augen...

****


Stille.
Einen kurzen Moment lang schien die Zeit stehen zu bleiben.
Ein Moment, in dem die anderen ihn lediglich anstarrten, als hätten sie seine Frage nicht verstanden.
Der verwirrte Blick, mit dem der Professor ihn bedachte, jagte ihm einen kleinen Schauer über den Rücken. Da war einfach kein Erkennen in den Augen des Älteren, was darauf hätte schließen lassen können, dass der Name ihm etwas sagte.
Bei den anderen war es nicht anders, auch wenn Ororo leicht die Stirn runzelte, so als würde sie ernsthaft über seine Frage nachdenken, aber auf kein Ergebnis kommen.
Dann war der Moment vorbei und der Professor schüttelte mit einem leicht verwirrten Ausdruck im Gesicht den Kopf, ehe er Logan mit einem sehr ernsten Blick fixierte.
„Logan, setz dich bitte. Wie ich den anderen bereits erklärt habe, ist Magneto vor etwas mehr als zwei Stunden aus seinem Gefängnis ausgebrochen und...“
„Wo ist Cathy?“, unterbrach Logan den Professor etwas energischer, während er näher an den Tisch trat, an dem die anderen saßen. Er fragte sich kurz, wieso der Ältere seine Frage einfach übergangen hatte und wieso auch die anderen so taten, als wüssten sie nicht, wovon er sprach, verdrängte allerdings das Gefühl, als seine erneute Frage durch die angespannte Atmosphäre im Raum zu schneiden schien.
Und dann...
Ganz kurz konnte er sehen, wie sich der Blick des Professors erneut verschleierte und in dem Moment dachte er, dass der andere wieder ausweichen würde.
Und dann...
Ein Ruck schien durch die Wirklichkeit zu gehen und Logan hatte plötzlich das Gefühl, als würde sich Etwas von den anderen lösen und den Raum verlassen.
Auf einmal war es einfacher zu atmen.
Plötzlich...
Logan schüttelte den Kopf und verdrängte die Gedanken, als Jean mit einem kaum hörbaren Keuchen leicht nach vorn sackte und selbst dem Professor ein leicht schmerzerfüllter Ausdruck über das Gesicht huschte.
Er beobachtete den Professor dabei, wie er mit einem Stirnrunzeln die Augen schloss, nur um ihn dann mit tiefer Verwirrung in den Augen erneut anzusehen.
„Cathy ist nicht an der Schule.“
„Was...? Ist sie ausgegangen...?“
„Nein, du verstehst nicht.“ Logan sah Jean an, die leicht ihre Schläfen massierte und deren Stimme leicht strapaziert klang.
„Logan, ich glaube ich kann mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass keiner von uns sie seit Montag in der Früh gesehen hat.“

****


Die Bücher entglitten ihren Fingern, als Rogue mitten im Schritt stolperte.
Wie aus weiter Ferne bekam sie noch mit, wie Bobby sie stützte, damit sie nicht fiel, aber sie konnte nicht wirklich darauf reagieren.
„Hey, ist alles in O...“
Sie schüttelte den Kopf, auch wenn es weniger seinen Worten galt, sondern viel mehr dazu diente, die Verwirrung abzuschütteln, die ihr ins Gesicht geschrieben stand.
Die Verwirrung, ausgelöst durch die Tatsache, dass ihr mit einer plötzlich erschreckenden Klarheit bewusst wurde, was sie die ganze Wochen lang so unglaublich irritiert hatte.
Cathy war nicht da.
Ihre Mitbewohnerin war kein einziges Mal da gewesen, wenn sie sich schlafen gelegt hatte. Selbst wenn das andere Mädchen öfters mal später als sie selbst schlafen ging und früher aufstand, war die Tatsache, dass sie es in der vergangenen Woche nirgends gesehen hatte, dennoch beunruhigend.
„Rogue?“
Sie blinzelte ein, zwei Mal ehe sie Bobby, der sie mit einem unglaublich besorgten Ausdruck in den Augen bedachte, richtig wahrnehmen konnte.
„Ich...“
Sie schluckte schwer und strich sich in einer unsicheren Geste eine Strähne aus dem Gesicht, ehe sie ihren Blick wieder abwandte.
„Etwas stimmt nicht.“

****


Stille.
Logan blieb mitten im Schritt stehen, um Jean einen ganzen Moment lang anzustarren, ehe er fortfuhr, ungeduldig vor Cerebro auf und ab zu gehen.
Aus den Augenwinkeln konnte er sehen, dass Ororo dazu ansetzte, etwas zu sagen, kaum dass er an ihr vorbei gegangen war, doch ein Blick genügte, um sie davon abzuhalten.
Er konnte, wollte Jeans Worten nicht glauben.
Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Schülerin eine ganze Woche lang unbemerkt verschwunden bleiben konnte.
Er konnte nicht verstehen, wie es bis jetzt der Aufmerksamkeit des Professors hatte entgehen können, dass Cathy nicht mehr da war.
Logan schüttelte den Kopf, um die Wut, die bei dem Gedanken in ihm hochstieg, zu vertreiben. Es nutzte nichts, jetzt erneut die Beherrschung zu verlieren, so wie vor einer halben Stunde, als er ungläubig aus dem Besprechungsraum gestürmt war, um Cathy zu suchen.
Er hatte sie nicht gefunden.
Die Spur, die er noch hatte verfolgen können und die von seinem Zimmer ausgegangen war, endete genau dort, wo er sie auch schon bei seiner Ankunft gefunden hatte. Sie hörte unweit des Hinterausganges auf und ließ sich nicht weiter verfolgen, so als hätte der Boden sich vor dem Mädchen aufgetan und es verschluckt.
Logan blieb erneut stehen und fuhr sich in einer frustrierten Geste über das Gesicht.
Egal wie sehr er sich auch bemüht hatte, die Spur ging nicht weiter, selbst wenn das nun wirklich gar keinen Sinn machte. Die Spur musste einfach weitergehen, wenn Cathy die Schule in die Richtung verlassen hatte.
Sie tat es nur nicht.
Logan schlug mit einem Knurren die Faust gegen die Wand, als die Wut kurz aus ihm ausbrach.
„Wie lang dauert das?“, grollte er in keine bestimmte Richtung.
Er hätte Jean direkt fragen können, aber mit der Nachricht, dass nicht nur Cathy nicht da war, sondern mit Magnetos Ausbruch aus dem Gefängnis auch noch Scott verschwunden war, wusste er, dass die Rothaarige im Moment etwas abgelenkt war.
Sie reagierte auch nicht gleich darauf, sondern starrte einen weiteren Moment lang konzentriert die Wand an, ehe sie etwas erschöpft blinzelte und dann ihre Aufmerksamkeit auf ihn lenkte.
„Ich weiß es nicht, Logan. Normaler Weise braucht der Professor nicht so lange, bis er jemanden findet, aber da ich Scott nicht einmal durch unsere Verbindung spüren kann...“, sie bracht ab und wandte ihren Blick erneut ab.
Logan musterte sie einen weiteren Moment lang, bevor er damit fortfuhr, ungeduldig auf und ab zu gehen.
„Wieso konzentriert er sich dann nicht stärker?“, zischte er, als er an Jean vorbei trat.
„Weil ich Scott dann vermutlich töten wurde, Logan. Das heißt, wenn ich ihn finden könnte.“
Logan blieb mitten im Schritt stehen und drehte sich etwas ruckartig zum Professor um, hinter dem sich Cerebros Zugang leise zischend wieder schloss. Er wollte etwas sagen, brachte als Antwort auf das tiefe Stirnrunzeln des Professors jedoch nur ein wortloses Knurren zustande.
„Jean,“ der Professor blieb neben seiner Schülerin stehen und ergriff ihre Hand, um diese sacht zu drücken, „ich möchte, dass wir es nachher zusammen noch einmal versuchen. Jetzt sollten wir uns aber zuerst einmal ansehen, was Hank auf den Überwachungsvideos gefunden hat.“
Bis auf das Zittern der Hand, die der Professor ergriffen hatte, und das nachdenkliche Stirnrunzeln, war Jean nicht sofort anzusehen, wie tief die Nachricht sie traf. Beim näheren Hinsehen konnte Logan aber den fast panischen Ausdruck in ihren Augen erkennen und auch ihr viel zu schneller Herzschlag verriet sie.
Logan wusste, dass Jean Angst hatte.
Angst um Scott, um ihren Verlobten, um den Mann, den sie liebte.
Das Wissen um diese Angst berührte etwas in ihm, auch wenn er nicht wirklich sagen konnte, wieso dieses Gefühl ihn so dermaßen verwirrte. Er verdrängte es gleich wieder und konzentrierte sich lieber darauf, Jean kurz zurück zu halten, ehe sie dem Professor und Ororo zurück in den Besprechungsraum folgte, wo Hank vermutlich wartete.
In die Panik in ihrem Blick mischte sich kurz Verwirrung, als er ihr in die Augen sah und dann den Arm um sie legte, um sie in einer beschwichtigenden Umarmung kurz an sich zu drücken.
„Keine Sorge,“ flüsterte er fast tonlos an ihr Ohr. „Wir werden die beiden finden.“
Ob er es tatsächlich sagte, um sie zu beschwichtigen oder doch eher sich selbst, konnte er im Nachhinein nicht so genau sagen.

****


„Stopp.“
Charles stützte die Ellbogen auf dem Tisch ab und lehnte sich weiter nach vorn, um das Bild, das Hank angehalten hatte, besser betrachten zu können. Es war etwas verschwommen und im ersten Moment konnten die anderen auch nicht wirklich erkennen, wieso er das Video hatte anhalten lassen, doch dann folgte Logan seinem Beispiel und wies schließlich auf einen Schatten, ganz am Rand.
„Haben wir das auch aus einem anderen Winkel, Hank?“
Der blaue Hüne nickte und rief eine andere Datei auf, die er auch sogleich abspielte.
Auf dieser Aufnahme konnte man besser erkennen, was auf dem Bild davor nur wie ein unscheinbarer Schatten ausgesehen hatte. Es war zwar immer noch nicht ganz scharf, aber man konnte eindeutig erkennen, dass da eine Person war, die eine scheinbar bewusstlose Figur über die Schulter geworfen davon trug.
„Können wir das vergrößern?“, fragte Charles mit einem kurzen Blick an Hank gewandt, ehe er sich wieder dem Band widmete.
Der andere nickte und gab ein paar Befehle in den Computer ein, woraufhin das Bild für einen kurzen Augenblick verschwand, nur detaillierter wieder projiziert zu werden.
„Ja, das ist Cathy.“, murmelte Logan leise, wandte aber nach einem weiteren Moment den Blick wieder ab. „Ich hab aber keine Ahnung, wer der Typ ist.“
Charles nickte und beobachtete seine Schüler dabei, wie sie weiterhin konzentriert auf das Bild starrten, bevor er sich den blonden jungen Mann, der Cathy offensichtlich entführt hatte, noch einmal genauer ansah.
Er musste seine Augen allerdings nicht sehen, um zu erkennen, um wen es sich handelte. Er hatte sich die Überwachungsvideos im Gefängnis sehr genau angesehen, ehe er zur Schule zurückgekehrt war.  
„Es ist derselbe Mann, der bei Eriks Ausbruch mitgeholfen hat.“
Er ließ Hank den Projektor wieder ausschalten, ehe er fortfuhr.
„Es ist der Wärter, der mich aus Eriks Zelle weggebracht hat, bevor ich das Bewusstsein verloren habe. Er ist hinter mir gestanden, deswegen habe ich ihn erst auf dem Video gesehen, aber ich habe seinen Namen aufgeschnappt. Er heißt James...“
„Und weiter?“, kam es aus Logans Richtung, Charles konnte aber nur ratlos den Kopf schütteln. „Er bezeichnet sich selbst manchmal als ‚Hypno’, das ist alles, was ich weiß.“
„Wieso sollte Magneto Cathy entführen lassen, noch bevor er aus dem Gefängnis ausbricht?“, warf Ororo nach einem kurzen Moment des betretenen Schweigens ein, womit sie aussprach, was sich wohl alle fragten.
„Und warum sollte er Scott mitnehmen?“, fügte Jean nach einem weiteren Augenblick hinzu.
„Das mit Scott ... Nun, ich denke Erik will damit etwas unterstreichen, was er in unserem Gespräch erwähnt hat, also denke ich nicht wirklich, dass Scott in großer Gefahr schwebt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Erik ihm ernsthaft etwas antun würde, nur um seinen Standpunkt klar zu machen. Was jedoch Cathy angeht...“
Charles schüttelte den Kopf und schloss für einen kurzen Moment die Augen.
Er konnte es sich einfach nicht erklären. Was konnte sein alter Freund nur mit dem Mädchen wollen? Charles hatte Cathy Erik gegenüber kein einziges Mal erwähnt ... Doch selbst wenn er es getan hätte, was konnte das Mädchen ihm nutzen? Es war nicht etwa so, dass sie eine Fähigkeit hatte, die Erik ausnutzen konnte, so wie damals bei Rogue...
Dennoch, es konnte nicht einfach nur ein Zufall sein, dass der junge Mann Cathy in derselben Woche, in der Erik aus seinem Gefängnis ausgebrochen war, mitgenommen hatte.
„Ich kann nicht sagen, was Cathy für eine Rolle spielt.“

****


Nichts.
Da war einfach nichts.
Logan schloss frustriert die Augen und atmete ein paar Mal tief durch, während er sich unbewusst leicht über den Hals rieb. Da war wieder dieser Druck, dieses Ziehen, von dem er eigentlich gedacht hatte, dass es aufhören würde, wenn er die Schule erst einmal erreicht hatte...
Er wusste einfach nicht, was er machen sollte.
Er konnte nicht sagen, wie viel Zeit vergangen war, seitdem die Lagebesprechung vom Professor beendet worden war, weil sie durch Reden allein einfach nicht weitergekommen waren.
Er konnte nicht sagen, wie viel Zeit vergangen war, seitdem der Professor Hank damit beauftragt hatte zu versuchen, anhand des Bildes vom Videoband und dem Spitznamen Informationen über den blonden Mutanten aufzutreiben.
Oder seit er Ororo mit der Bitte fortgeschickt hatte, nach den Schülern zu sehen und die Leitung zu übernehmen, solange er sich mit Jean in Cerebro zurückzog, um zu versuchen zumindest eine der vermissten Personen zu finden.
Auch wenn er dabei betont hatte, dass er sich keine großen Hoffnungen machte, was das Aufspüren von Magneto betraf, da dieser genau wusste, wie er sich und den Ort, an den er sich zurückzog, vor einem telepathischen Zugriff schützen musste. Und da sich vermutlich Scott und Cathy bei ihm befanden...
Logan schüttelte den Kopf und versuchte sich wieder zu konzentrieren, auch wenn er seine Aufgabe innerlich eigentlich schon aufgegeben hatte.
Da war einfach nichts, was ihn weiter leiten konnte.
Er hatte es wieder und wieder versucht.
Die Spur war schwach, aber er war ihr gefolgt. Er war ihr quer durchs Haus gefolgt, von einem der Nebenausgänge, durch den Cathy nach ihrer ... Auseinandersetzung im angrenzenden Wald das Haus betreten hatte, über ihr Zimmer bis zu seinem eigenen, wo er erst einmal einen Moment gebraucht hatte, um zu realisieren, dass das Bett gemacht und die Laken, an denen ihr Duft vermutlich noch am Stärksten vorhanden gewesen wären, gewechselt worden waren.
Einerseits hatte ihn die Tatsache irgendwie erleichtert, da ihn der Geruch nach Sex vielleicht in eine Richtung gelenkt hätten, die er im Moment nun wirklich nicht gebrauchen konnte, aber andererseits...
Dann hatte er ihren BH unter seinem Bett gefunden und hatte, nach einem kurzen Augenblick des Zögerns, etwas Zeit damit verbracht, sich auf den Duft zu konzentrieren, der ihm anhaftete.
Doch selbst das hatte nicht geholfen.
Cathys Spur endete nach wie vor unweit der Küche.
Es war einfach...
„Logan?“
Der Angesprochene zuckte leicht zusammen und riss die Augen auf, nur um sich dann, gezwungen langsam, zu Rogue umzudrehen, die ein wenig nervös wirkte und sich in einer leicht unsicheren Geste über den Arm strich.
„Hi.“ Er zwang ein Lächeln auf sein Gesicht und wandte seine volle Aufmerksamkeit auf das Mädchen, dessen weiße Strähnen daran erinnerten, dass es nicht einmal vor so langer Zeit von Magneto entführt worden war, um mit Hilfe ihrer Fähigkeit die Vertreter vieler Nationen in Mutanten zu verwandeln.
„Ich hab gar nicht gewusst, dass du wieder da bist.“ Rogue machte den Eindruck, als wollte sie noch etwas sagen, schien sich jedoch nicht sicher zu sein, wie sie es formulieren sollte.
„Ich bin erst seit kurzem zurück und hatte noch nicht einmal Zeit, meine Sachen auszupacken...“
Nicht dass er das tatsächlich vorhatte. Er würde weiter nach Stryker suchen, doch dazu musste er erst einmal das kleine Problem mit Cathy lösen...
Rogue nickte leicht und strich sich eine Strähne hinters Ohr, ehe sie ihn wieder ansah.
„Eh ... Ich ... Ich weiß, dass sich das jetzt blöd anhört, aber hast du vielleicht Cathy gesehen? Ich wollte eigentlich Mr. Summers fragen, aber dann hab ich von Kitty gehört, dass er und der Professor weggegangen sind, um etwas zu erledigen und ich weiß noch nicht, ob sie wieder zurück sind...“
„Der Professor ist wieder da, aber er ist im Moment beschäftigt.“, warf Logan ein, worauf Rogue verstummte und ihren Blick kurz nachdenklich abwandte, bevor sie sich wieder auf ihn konzentrierte.
„Ich meine, vielleicht bilde ich mir das ja auch nur ein, aber ... Ich habe Cathy seit Montag nicht mehr gesehen und ich kann sie auch jetzt nicht finden.“
Logan starrte sie schweigend an.
„Dr. McCoy hätte doch etwas gesagt, wenn sie noch in der Krankenstation übernachten würde, oder?“ Ihre Stimme wurde unsicherer. „Und ... sie war auch nicht im Unterricht, oder beim Essen...“
„Marie, jemand hat Cathy am Montag von hier weggebracht und wir wissen noch nicht warum oder wohin. Aber ... wahrscheinlich hat Magneto etwas damit zu tun.“
Logan seufzte leise, als Rogue ihn zuerst einfach nur perplex ansah, bevor ihr die Bedeutung seiner Worte klar wurde.
„Aber ... wieso?“
Er schüttelte den Kopf und erwiderte ihren ratlosen Blick mit seinem eigenen, ehe ihre Schulter sacht drückte und sie von der Stelle weg führte, an der Cathys Spur endete.
Er konnte hier sowieso nichts mehr tun.
Da war einfach nichts.

****


Stille.
Bis auf das leise Rascheln der Listen, die sie wieder säuberlich wegräumte, war in dem Lehrerzimmer nicht wirklich etwas zu hören.
Ororo seufzte leise und sah sich noch einmal um, ehe sie von ihrem Platz aufstand und ans Fenster trat, um hinaus zu blicken.
Dunkle Wolken bedeckten den Abendhimmel und sie konnte fühlen, dass es in wenigen Minuten zu regnen anfangen würde. Natürlich war das kein Zufall, immerhin hatte sie den Sturm zu sich gerufen, um die Schüler, die sich nach dem Abendessen noch draußen aufgehalten hatten, zurück ins Haus zu holen.
Es war einfach leichter, die Übersicht zu behalten, wenn sich alle drinnen aufhielten.
Und sicherer war es auch.
Ororo glaubte zwar nicht, dass den Schülern wirklich Gefahr drohte, aber ... Man konnte nie wissen, was noch geschehen würde. Vor allem wenn man bedachte, dass nicht einmal der Professor sagen konnte, was genau Magneto von einer Schülerin wollte, mit deren Kräfte er nicht wirklich etwas anfangen konnte. Immerhin ... es war ja nicht etwa so, dass er wieder Rogue entführt hatte, um seine Kräfte auf sie zu übertragen.
Was konnte er nur mit einer Telepathin wollen, die ihre Kraft nicht einmal wirklich unter Kontrolle hatte? Und mit ihren Selbstheilungskräften konnte er ja wohl auch nichts anfangen...
Ororo schüttelte den Kopf und wandte sich vom Fenster ab, um nach einem weiteren Blick in die Runde, den Raum zu verlassen, um nach den Schülern zu sehen. Vermutlich würde sich ein Teil der Schüler noch im Aufenthaltsraum befinden, während sich die anderen schon  in ihre Zimmer zurückgezogen hatten.
Sie musste dennoch überprüfen, ob tatsächlich alle da waren...
Immerhin hatte der Professor sie darum gebeten, nach dem Rechten zu sehen, während er sich zusammen mit Jean auf die Suche nach Magneto, Scott und Cathy konzentrierte.
Ihr Magen knurrte leise, als sie das Licht im Lehrerzimmer ausschaltete und dann die Zimmertür schloss, als sie auf den breiten Flur trat, doch sie ignorierte es. Sie würde später eine Kleinigkeit essen, wenn alles andere erledigt war...
Sie zuckte ganz leicht zusammen, als sie sich umdrehte und direkt hinter sich Michael erblickte, der sie wortlos anstarrte ... und direkt durch sie hindurch zu sehen schien.
„Michael?“, fragte sie leicht zögernd, ehe sie näher trat und dem Jungen die Hand auf die Schulter legte. „Ist alles ... in Ordnung?“
Es dauerte einen ganzen Moment, in dem der Junge sie einfach nur weiterhin wortlos anstarrte, bevor er ganz leicht den Kopf schüttelte, doch selbst dann hing sein Blick starr an ihr.
Ja, er schien nicht einmal zu blinzeln.
„Eh ... Möchtest du zu Jean?“
Ein weiteres, langsames Kopfschütteln, ohne dass auch nur ein einziges Wort über die Lippen des Jungen kam, aber das war sie bereits gewöhnt. Was sie wiederum nicht gewöhnt war, war die fast schon unheimliche, eisige Atmosphäre, die den Achtjährigen zu umgeben schien.
„Scott ist im Moment aber nicht da ... Kann ich dir vielleicht helfen?“
Der Junge starrte sie nur einen weiteren Augenblick schweigend an, bevor er sich mit einer fast schon ruckartig wirkenden Bewegung umdrehte und sich langsamen Schrittes von ihr entfernte.
Ororo sah ihm verwirrt hinterher und konnte nicht verhindern, dass ihr ein erleichtertes Seufzen entkam.
Es mochte an der ganzen Situation liegen, aber irgendwie ... in diesen wenigen Momenten...
Sie konnte zwar nicht sagen was es war, aber irgendetwas an Michael hatte ihr einfach einen unglaublich kalten Schauer über den Rücken gejagt.

****


„Jean ... Lass gut sein.“
Die Angesprochene hatte einen Augenblick lang Schwierigkeiten damit, sich auf die Stimme des Professors zu konzentrieren, so vertieft wie sie in die Lichter, die sie umgaben, war. Doch dann konnte sie fühlen, wie der Professor sie mental ergriff und fast schon gewaltsam zurückholte.
Ein leises Keuchen entkam ihren Lippen, ehe sie die Augen öffnete und sich in der Gesellschaft ihres Mentors wieder fand, der sie besorgt musterte.
„Wieso ... Wieso hören wir auf?“, fragte sie nach einem kurzen Moment, den sie brauchte, um sich zu sammeln und sich auf den Älteren zu konzentrieren. In ihrem Kopf schwirrte es und das Blut rauschte viel zu laut in ihren Ohren.
„Jean, es ist spät und wir beide sind erschöpft. Lass uns für heute aufhören.“
Charles reichte ihr seine Hand, um ihr beim Aufstehen zu helfen und sie nickte ihm dankend zu, ehe sie sich aufrappelte und ihren Rock wieder glatt strich.
„Ich verstehe einfach nicht...“, murmelte sie leise, während sie neben dem Professor auf den grellen Gang trat, „wieso ich ihn nicht finden kann.“
„Vermutlich ist es das, was Erik aufgebaut hat, um mich abzuwehren. Allerdings muss ich gestehen, dass es sich ... ein wenig anders anfühlt als sonst.“
„Inwiefern?“ Jeans Blick bohrte sich in den seinen, doch er konnte nur ratlos den Kopf schütteln.
„Ich kann es nicht erklären. Es ist einfach ... anders.“

****


Ein zufriedenes Lächeln umspielte seine Lippen.
Erik lehnte sich mit einem leisen Seufzen in seinem Sessel zurück und schloss für einen kurzen Moment ein wenig erschöpft die Augen, um dem leisen Klicken seines Kugelpendels zu lauschen.
Um sich herum konnte er das Metall fühlen, das er selbst zu seinen Zwecken geformt hatte und es war dieses Gefühl, das er in dem Plastikgefängnis vermisst hatte. Er hatte das Gefühl, wieder er selbst zu sein und selbst das Atmen fiel ihm in dieser Umgebung wesentlich leichter.
Er war wieder Herr seiner Kräfte, Herr seines Selbst.
Das Lächeln wurde ein wenig breiter, ehe er die Augen wieder öffnete und zu Raven blickte, die in dem Moment den Raum betreten hatte und näher kam, um ihm mit einem Lächeln ein Tablett mit Essen auf den Tisch zu stellen.
„Danke, meine Liebe.“ Er ergriff ihre Hand und hauchte einen Kuss auf ihre blaue Haut, ehe er ihren Blick mit einem fragenden erwiderte. „Ich nehme an, dass du unseren Gast komfortabel untergebracht hast.“
„Natürlich.“
„Sehr gut. Dann können wir morgen gleich mit den Vorbereitungen anfangen.“

****


Logan träumte.
Es war still, doch er wusste genau, dass er nicht allein war.
In seinem Nacken konnte er die Blicke fühlen und warmer Atem geisterte über seine Haut.
Und doch...
Er konnte nichts sehen.
In der Ferne glaubte er Wind zu hören, auch wenn es sich eher wie ein unglaublich leises Flüstern anfühlte, doch er schüttelte den Gedanken ab.
Da war etwas ... jemand ... direkt hinter ihm.
Er wollte sich umdrehen und vielleicht tat er das auch, doch in dieser undurchdringlichen Dunkelheit konnte er nicht wirklich sagen, ob er sich tatsächlich bewegt hatte oder nicht.
Finger strichen über seinen Hals, doch die Berührung war vorbei bevor er reagieren konnte.
Finger streichelten durch sein Haar, während sich weiche Lippen an sein Ohr schmiegten und sich zu einem Lächeln verzogen.
Im Grunde wusste er ganz genau, wer da bei ihm war.
Aber gleichzeitig ... wusste er es nicht.
Da war etwas, ein nagendes Gefühl, das ihm etwas zu vermitteln versuchte, aber er verlor sich in den schmetterlingsgleichen Berührungen, mit denen die Schattenhände ihn quälten.
„Hilf mir.“, flüsterte ihre Stimme hinter ihm, ganz dicht an seinem Ohr, sodass ihr Atem ganz leicht seine Haut kitzelte.
„Ich tue was ich kann.“
Er wusste nicht, ob er das tatsächlich sagte, aber irgendwie hingen die Worte in der Luft.
„Hilf ... mir.“, wiederholte sie, während ihre Finger an seinem Hals kratzten und blutige Spuren hinterließen. Er versuchte ihre Hände zu erwischen, doch die Schatten waren weg, noch ehe er sie hätte greifen können.
„Ich vers...“
„Hilf mir?“, fragte ihre Stimme direkt vor ihm und einen kurzen Moment lang glaubte er fast sogar ihre Gestalt zu sehen. Da war ein Schatten, direkt vor ihm und wenn er sich genug konzentrierte, konnte er fast schon ihre Bewegungen sehen.
Sie war nahe.
Ganz, ganz nahe...
Er blinzelte, als direkt vor ihm ein kleines Licht zu glühen anfing. Es trieb Tränen in seine Augen, obwohl es nicht einmal besonders stark war.
Es spendete gerade mal so viel Licht, dass er sie erkennen konnte.
Das Licht berührte sanft ihr Gesicht und die Finger, die ihn berührt hatten, auch wenn es gleichzeitig tiefe Schatten auf alles andere warf und die Dunkelheit um sie herum noch dunkler erscheinen ließ, als es auch so schon war.
Sie hielt das winzige Licht in den Händen und betrachtete es fast schon nachdenklich, ehe sie ihn endlich ansah.
Es waren und es waren nicht die Augen, die ihn in der Finsternis beobachtet hatten.
Ein kleines Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, während sie noch näher kam, so dass sie sich fast schon berührten.
Sie hob das Licht näher an sein Gesicht, während ihr Lächeln ein wenig breiter wurde und sich ihr Blick wieder auf ihre Hände richtete.
„Ist es nicht wunderschön?“
Er fühlte die Frage mehr als er sie hörte. Sie verlor sich in dem Flüstern des Windes, das mit einem Mal lauter wurde. Es dauerte nur einen Moment bis er bemerkte, dass es tatsächlich ein wortloses Flüstern war, das direkt durch ihn hindurch zu gehen schien.
Ihre Blicke trafen sich und etwas mischte sich in ihr Lächeln, das er nicht wirklich einordnen konnte.
„Oh ... Sieh nur.“
Das Licht flackerte ganz kurz stärker auf, ehe es jäh wieder erlosch.
„Du darfst dir etwas wünschen.“
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