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Wenn Wünsche wahr werden

GeschichteDrama / P18 / Gen
OC (Own Character) Wolverine / James "Logan" Howlett
12.12.2006
18.04.2021
37
200.072
3
Alle Kapitel
129 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
12.12.2006 5.530
 
Soooo... Weil es das letzte Mal so schön war und ich genau heute vor einer Woche den Wolverine Film gesehen habe (und das zwei Tage später gleich nochmal @_@ *schwärm*) habe ich mir gedacht, dass es an der Zeit ist, das ganz frisch fertige, neue Kapitel zu posten.
...
Okay, und ich muss es jetzt nochmal sagen: Ich habe den Wolverine Film 2MAL gesehen! Und er war spitze! Und Wolverine Fans, die ihn bis jetzt noch nicht gesehen haben: Schämt euch! Xp

*räusper*
Ich muss auch noch sagen, dass ich mich natürlich sehr über die Reviews gefreut habe und ich würde mich natürlich freuen, wenn ihr auch weiterhin brav Reviews schreiben würdet ... n_n

@ Kamikaze Miri: Hi! Freut mich, mal wieder von dir zu hören und es freut mich, dass das Kapitel dir gut gefallen hat. Und ja, du hast Recht, es gibt noch unglaublich viele Dinge, die aufgedeckt werden müssen. *g* Ich gebe mir auch Mühe damit, versprochen.

@ namalien: Zu deiner Frage wegen der Länge des Kapitels: Es war genau meine Durchschnittslänge, aber etwas kürzer als das Kapitel davor, also vielleicht ist es dir deswegen allgemein kürzer vorgekommen. Ich schreibe immer mindestens 8 Seiten und bei diesem Kapitel hab ich's genau auf die Länge geschafft, glaub ich.
Wegen Logan: Ja, er darf ruhig Schuldgefühle haben ... Immerhin hat er Cathy ja im Bett liegen lassen und ist ohne ein weiteres Wort zu ihr weggegangen... Aber egal.
Zu Scott: Also, ich muss gestehen, dass ich ihn in den Filmen ganz gern mag, auch wenn viele sicher nicht meine Meinung teilen werden, allerdings geht er mir im Moment in den Comics ziemlich auf die Nerven. Aber es freut mich natürlich, dass du ihn in dieser Geschichte gut leiden kannst. n_n

@ sifu-chan: Hi! *umarm* Vielen Dank für deinen Review! Ich meine, ich hab ja deine Seitenlangen Kommentare in Word, aber es ist echt super, dass du mir auch einen Review geschrieben hast. Ja, ich kenn deine Ausraster *an gestern Nachmittag denk und fies grins*. Hach, ich find es super, wie du dich da reinsteigern kannst und ich bin natürlich super glücklich, dass dir die Figuren so nahe gehen, dass du dich darüber so aufregen kannst. n_n

@ Silbermond: Hi! Vielen Dank für deinen Review und für den Lob! Ich hab mir echt gedacht "Wow ... zum 3ten Mal?". Ich finde das echt faszinierend. Es freut mich, dass dir mein Schreibstil gefällt, auch wenn ich gestehen muss, dass ich manchmal echt Phasen hab, wo ich mir denke: "Na super, wie soll ich das jetzt wieder schreiben?"
Es freut mich natürlich auch total, dass die Liebesszenen dir gefallen haben, weil das genau die Szenen sind, wo ich mir immer am unsichersten bin und bestimmt mit hochrotem Gesicht da sitze und mich frage, ob das nicht total blöd rüberkommt, wenn ich versuche, das, was in meinem Kopf herumgeistert, auf Papier zu bringen. (okay, der Satz war jetzt aber echt lang...)
Zum Punkt Buch und auf den Markt bringen: *rot werd* Danke für das Kompliment. Ich habe viele Ideen, einige hängen mit dieser Fanfiktion und zwei geplanten Fortsetzungen zusammen, ein paar habe ich auch für eigene Geschichten. Mal sehen, ob jemals was daraus wird... >////<
Wegen dem Weiterschreiben: Keine Sorge, ich schreibe weiter, ich habe nicht vor, die Geschichte unvollendet zu lassen, immerhin arbeite ich alleine an dieser neuen Fassung seit jetzt schon einandhalb Jahren... Und für die Originalversion hab ich bestimmt auch so an die ... 7 Jahre(?) gebraucht... Neiiiiin, so schnell gebe ich nicht auf, auch wenn mich Logan und Cathy manchmal in die Verzweiflung treiben...

@ anonym/ "Mystique666": Hi! Vielen Dank für deinen Review! Ich hätte allerdings eine Bitte: Der Username, den man beim Review- schreiben in dieser dafür gedachten Zeile einfügen muss, ist der eigene und nicht der/s Autors/Autorin. Es ist echt verwirrend, wenn man nicht weiß, wie man den Reviewer ansprechen soll...

@ shinyu: Halloooo! n_n Vielen Dank für das schnelle Durchlesen! Aber hey, wegen dem langen Warten darfst du mich ja wohl nicht tadeln, immerhin hab ich mindestens genau so lange darauf warten müssen, bei dir weiterlesen zu können! *schmoll* Aber ich freu mich total, dass dir das letzte Kapitel so gut gefallen hat. >////<


Sooo, meine Lieben, und nun geht es weiter! Ich wünsche euch allen viel Spaß beim Weiterlesen!


Kapitel 20: Sooner or Later

Etwas stimmte nicht.
Erik blickte sich in seiner Zelle flüchtig um, bevor er sich wieder dem einzigen Buch widmete, das sich momentan in seinem Besitz befand. Charles hatte es ihm bei seinem letzten Besuch mitgebracht, so wie auch schon die Bücher davor.
Erik verstand immer noch nicht, wieso man ihm nicht gestattete, mehr als ein Buch auf einmal in der Zelle zu haben, aber scheinbar dachten die Wärter wohl, dass er nach einiger Zeit die Fähigkeit entwickeln würde, Papier zu kontrollieren, wenn er genug davon um sich hatte und sich nur stark genug darauf konzentrierte.
Ein kleines Lächeln schlich sich bei dem Gedanken auf seine Lippen, doch es verging so schnell wie es gekommen war.
Etwas stimmte nicht.
Er konnte sich nicht konzentrieren, wie so oft in letzter Zeit. Die Zeilen verschwammen vor seinen Augen und er erwischte sich dabei, wie er immer und immer wieder dieselbe Zeile überflog.
Etwas lag in der Luft.
Er konnte nicht genau sagen, was es war, aber es gab ihm das Gefühl, dass etwas Entscheidendes passieren würde.

****


Etwas stimmte nicht.
Scott blinzelte ein, zwei Mal und runzelte die Stirn, ehe er die Bewegung zu Ende führte und sich eine großzügige Portion Kaffee einschenkte.
Da war etwas am Rande seines Bewusstseins, das ihm einfach keine Ruhe ließ, doch jedes Mal wenn er versuchte, sich darauf zu konzentrieren, entglitt es ihm wieder. Er hatte das Gefühl, etwas Wichtiges vergessen zu haben, aber es wollte ihm einfach nicht einfallen, was es war.
Scott seufzte leise, während er das Gefühl der heißen Tasse in seinen Händen genoss, bevor er sich zusammen mit dem Kaffee auf den Weg zurück ins Lehrerzimmer machte.
Es war normaler Weise nicht üblich, dass er so bald nach dem Frühstück eine zweite Tasse Kaffee trank, aber er hatte in den vergangenen Nächten einfach nicht gut geschlafen. Dieses Etwas, das an ihm nagte, hatte ihn auch in den Schlaf hinein verfolgt und hatte ihn einfach nicht ruhen lassen.
Dementsprechend fühlte er sich, nach der fünften Nacht in Folge, total gerädert und wenn er die Tests der Schüler wie geplant an diesem Wochenende kontrollieren und bewerten wollte, dann würde er wohl mehr als zwei Tassen Kaffee brauchen...
Scott zuckte zusammen, als sein roter Marker seinen Fingern entglitt und zu Boden fiel. Er blinzelte verwirrt und schüttelte den Kopf, ehe er sich nach dem Stift bückte, um sich dann wieder den Testbögen zu widmen. Der Stapel war bereits viel kleiner und...
Scott hielt kurz inne und starrte eine ganze Weile lang auf die korrigierten Tests, die gleich neben seiner leeren Kaffeetasse platziert waren. Ein ganz feines Zittern ergriff von ihm Besitz, als ihm bewusst wurde, dass er sich nicht wirklich daran erinnern konnte, den Kaffee getrunken zu haben.
Oder wieder ins Lehrerzimmer gekommen zu sein.

****


Das Blatt Papier riss fast bei der heftigen Bewegung, mit der Mickey es zur Seite fegte, um Platz für das nächste zu haben. Seine schmerzenden Finger flogen regelrecht über das Papier, während sich die Linien unter seiner wunden Haut bildeten und ergänzten.
Seine unfokussierten Augen brannten, doch er konnte sich nicht dazu bringen, zu blinzeln.
Dieses Bild...
Er musste dieses Bild loswerden.
Immer und immer und immer wieder.
Es wurde immer detaillierter, größer und anstrengender. Aber es ließ ihn nicht los.
Diese blauen Augen...
Er wusste nicht, wann sie aufgetaucht waren. Er wusste nicht, wann sich der Schatten auf die Lichtung geschlichen hatte. Er war einfach auf einmal da gewesen.
Und diese Augen...
Er konnte ihre Blicke spüren, wie eine Berührung. Es ließ seinen Atem stocken und jagte ihm jedes Mal einen eisigen Schauer über den Rücken, doch egal wie sehr er es auch versuchte, er konnte ihnen dennoch nicht entgehen.
Tränen bildeten sich und liefen seine Wangen hinunter, als er nach einer Ewigkeit, wie es ihm schien, endlich wieder blinzelte.
Doch es half nicht.
Das Bild war immer noch da.

****


Irgendetwas stimmte nicht.
Charles runzelte die Stirn und rieb sich nachdenklich über das Kinn, während er versuchte das Gefühl abzuschütteln, aber es ging nicht. Ganz kurz hatte er den Eindruck, wieder dieses ferne Rauschen zu vernehmen, doch es verging genau so schnell wieder, wie es gekommen war.
Sein Stirnrunzeln wurde für einen kurzen Moment tiefer, doch schon bald wurde seine Aufmerksamkeit wieder auf die Bücherregale gelenkt, die sein Büro zierten und über die er seinen Blick wandern ließ.
Es war seine eigene, private Sammlung und auch wenn er wusste, dass Erik wahrscheinlich die meisten Bücher davon bereits kannte, so bevorzugte er es dennoch jedes Mal eines dieser für seinen alten Freund mitzunehmen.
Vielleicht lag es einfach daran, dass viele dieser Bücher so alt waren wie ihre Freundschaft.
Ein kleines Lächeln schlich sich auf Charles Lippen, bevor er leicht den Kopf schüttelte. Vielleicht war er auch einfach nur sentimental...
Es dauerte noch einen weiteren Moment, bis er sich für „King Lear“ von Shakespeare entschied und diesen vom Regal herunter nahm. Bestimmt hatte Erik das andere Buch bereits zu Ende gelesen, immerhin hatte der andere Mann nichts anderes zu tun.
Charles gab sich zwar Mühe, Erik alle paar Wochen zu besuchen, aber zu häufiger Besuch war in diesem Spezialgefängnis nicht gestattet und Charles hatte auch nicht immer so viel Zeit, wie er gern gehabt hätte. Vor allem auch wegen der neuen Schüler die von Zeit zu Zeit zu seiner Schule fanden und Hilfe brauchten. Und auch jungen Mutanten, die nichts von dieser Einrichtung wussten, musste geholfen werden.
Charles wusste, wie es war mit einer Fähigkeit aufzuwachsen, die man sich nicht erklären und die man nur mühsam kontrollieren konnte. Es hatte Jahre gedauert bis er verstanden hatte, dass er seine Fähigkeiten nicht einfach nur zu seinen Gunsten ausnutzen durfte...
Es war wichtig, dass die jungen Mutanten verstanden, dass mit ihrer Gabe auch eine gewisse Verantwortung zusammenhing. Bei diesem Punkt waren Erik und er sich immer einig gewesen, auch wenn Erik irgendwann einmal die fixe Idee entwickelt hatte, dass diese Gabe dazu genutzt werden musste, um die „normalen“ Menschen zu überwältigen.
Charles seufzte leise bei dem Gedanken und wandte sich von dem Bücherregal und den Erinnerungen an alte Zeiten ab.
Es war langsam Zeit, um aufzubrechen.
>Scott?<
Es dauerte nicht lange, bis er seinen Schüler gefunden hatte, der konzentriert arbeitete, von dem aber auch eine ganz leichte Verwirrung ausging, die er sich nicht erklären konnte.
>>Ja, Professor?<<
>Es ist gleich zwei Uhr. Kannst du den Blackbird vorbereiten? Wir brechen bald auf.<

****


Jean seufzte leise und rieb sich die Schläfen.
Etwas nagte an ihr, aber sie konnte beim besten Willen nicht sagen, was es war. Es lag nicht daran, dass Scott sie in den letzten paar Nächten mit seiner Schlaflosigkeit wach gehalten hatte. Es war irgendetwas anderes...
Doch sie wusste einfach nicht, was es war.
Es war...
Sie konnte es nicht wirklich bestimmen, aber es war wie ein ganz feines Rauschen, im Hintergrund. Es war nicht wirklich greifbar. Jedes Mal, wenn sie versuchte, sich genauer darauf zu konzentrieren, entglitt es ihr wieder, aber sie konnte ganz genau fühlen, dass es da war.
Und sie hatte das Gefühl, dass sie dieses Rauschen nicht zum ersten Mal vernahm. Es kam ihr schon beinahe vertraut vor, so als wäre es die ganze Zeit über da gewesen...
Jean schüttelte den Kopf und versuchte dieses Gefühl wieder von sich abzuwerfen, auch wenn es ihr nicht ganz gelingen wollte. Es war so, als würde es ihr etwas ganz Bestimmtes sagen wollen, als wollte es sie vor etwas bestimmten warnen...
Es war fast wie ein Flüstern, wie eine Warnung und einen ganz kurzen Moment lang konnte sie fühlen, dass die Unruhe, die es in ihr auslöste, irgendwie mit Scott zusammenhing, aber...
Sie bildete es sich bestimmt nur ein.
Jean hielt mitten im Schritt kurz inne und runzelte verwirrt die Stirn, bevor sie ihren Weg fortsetzte. Sie wusste nicht, was sie hatte stutzen lassen, aber so wichtig konnte es wohl nicht gewesen sein...
Ihre Aufmerksamkeit richtete sich stattdessen auf die Unterlagen in ihren Händen, die sie vor kurzem noch einmal durchgesehen hatte. Es waren die Ergebnisse von Michaels letzter Untersuchung und sie wusste nicht so recht, was sie von ihnen halten sollte.
Einerseits schien es dem Jungen in letzter Zeit besser zu gehen, auch was die Kontrolle seiner Kräfte anging, selbst wenn er noch lange nicht soweit war, dass er sich mit mehreren Personen in einem Raum aufhalten konnte.
Doch andererseits...
Sie konnte nicht sagen, was es ausgelöst hatte, doch im Vergleich zu den Untersuchungsergebnissen vom vergangenen Wochenende ging es Michael scheinbar schlechter und das nicht nur was seine Kräfte anging, sondern allgemein.
‚Vielleicht isst er wieder zu wenig...’
Als Michael von seinen Eltern zu der Schule gebracht worden war, hatte der Junge sich in einem abgeschotteten Zustand befunden. Er hatte sich aus Selbstschutz von der Außenwelt abgeschirmt, hatte sich in seinen eigenen Geist zurückgezogen und hatte auf Reize von außen gar nicht reagiert. Selbst als der Professor ihn endlich dazu gebracht hatte, sich nicht vollkommen zu verstecken, hatte es eine Weile gedauert, den Jungen so weit zu bringen, dass er wieder essen konnte.
Zum einen, weil der Junge wohl das Gefühl gehabt hatte, von seinen Eltern ausgesetzt worden zu sein, zum anderen, weil ihm scheinbar die vielen Bilder, die er nicht abwehren konnte, einfach den Appetit nahmen...
Aber Jean konnte sich nicht erklären, warum es Michael so plötzlich wieder schlechter ging, wo er doch schon einige Fortschritte gemacht hatte...
Sie musste mit ihm reden.

****


Etwas berührte ganz sacht seine Sinne.
Erik sah auf, als sich die Schleusentür zu seiner Zelle mit einem Zischen öffnete und Charles von einem der Wachmänner, die er fast täglich sah, in einem Plastikrollstuhl herein gebracht wurde. Für einen kurzen Moment konzentrierte sich alles in ihm auf den Wärter, der im Gegensatz zu sonst einen recht entspannten Eindruck machte. Erik konnte fühlen, dass etwas mit dem Mann nicht stimmte, doch seine Aufmerksamkeit wandte sich sehr rasch Charles zu, noch bevor Laurio die Zelle wieder verließ.
Charles in diesem Plastikrollstuhl zu sehen war nichts Neues, immerhin musste der andere bei jedem Besuch in diesen wechseln, dennoch hob Erik beim Anblick seines alten Freundes ein wenig verblüfft die Augenbrauen.
Er mochte sich irren, doch dem Datum auf der Zeitung zufolge, die Laurio ihm in der Früh gebracht hatte, war Charles etwa eine Woche zu früh dran mit seinem Besuch. Es war nicht etwa so, dass immer gleich viele Wochen vergingen, bis der andere Mann wieder zu ihm kam, aber wenn er in Betracht zog, dass der letzte Besuch gerade mal drei Wochen her war, dann war Charles auf jeden Fall viel zu früh wieder hier.
Und das ließ ihn stutzig werden.
„Charles.“ Erik nickte dem Anderen zu, der ihn eingehend betrachtete, bevor er einen letzten Blick auf die Seite des Buches warf und es dann zur Seite legte, um sich endgültig seinem alten Freund zuzuwenden.
„Erik.“, erwiderte der Angesprochene, ehe sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen schlich. „Ich war mir eigentlich sicher, dass du schon längst mit dem Buch fertig bist.“
„Hmmm...“, machte Erik und warf Charles einen leicht amüsierten Blick zu. „Bei der netten Gesellschaft, die ich hier habe, ist es schwer zum Lesen zu kommen.“
Er verschränkte die Arme vor der Brust und legte den Kopf ein wenig schief, während er Charles mit einem kleinen Stirnrunzeln musterte. Eine leise Stimme flüsterte ihm hartnäckig zu, dass etwas nicht stimmte.
Es war nicht einmal die Tatsache, dass er sich immer noch nicht erklären konnte, wieso der andere Mann immer und immer wieder hier auftauchte. Er war sich sicher, Charles in den vergangenen Monaten öfter gesehen zu haben, als in den ganzen letzten Jahren. Sie hatten bestimmt nicht so viel Kontakt zu einander gehabt seit...
Doch das war unwichtig, denn egal was er sich auch einreden wollte, egal wie sehr er Charles dafür verfluchte, dass er hier drinnen saß während es draußen einen Krieg zu führen galt, waren diese Besuche die wenigen Lichtblicke, die ihm vergönnt waren.
Es lag nicht einmal wirklich daran, dass Charles zu früh wieder da war. Das hatte ihn eigentlich nur darauf aufmerksam gemacht.
Nein, da war einfach etwas in Charles Haltung, in seinem Blick, das nicht ganz zu stimmen schien. Etwas an seiner Ausstrahlung war ... ein ganz klein wenig falsch.
Doch Erik konnte nicht wirklich sagen, was es war.
„Warum kommst du mich immer wieder besuchen, Charles? Was willst du hier?“, fragte er schließlich nach wenigen Momenten, in denen sie sich einfach nur gegenseitig betrachtet hatten.
„Wieso stellst du Fragen, auf die du die Antwort bereits kennst?“, antwortete Charles mit einem freundlichen Lächeln. „Ich bin gekommen, um eine Partie Schach mit einem alten Freund zu spielen.“
Eriks Stirnrunzeln wurde bei Charles Worten nur noch tiefer.
Es war niemals nur ein simples Schachspiel.
Charles Francis Xavier hatte nie so einfache Gründe für sein Handeln und so gerieten sie bei jedem seiner Besuche in heftige Diskussionen, bei denen Charles ihn immer wieder davon zu überzeugen versuchte, dass seine Wege irregeleitet waren.
„Hoffst du immer noch darauf, mich umstimmen zu können?“
Charles antwortete nicht, sondern lenkte den Rollstuhl zu dem kleinen Tisch, auf dem das Schachbrett mit den Figuren stand und wartete dann darauf, dass Erik sich zu ihm gesellte.
„Oder willst du mich einfach nur überwachen?“, fragte er, bevor er endlich aufstand und sich auf den Sessel Charles gegenüber setzte.
„Erik, erwartest du darauf wirklich eine Antwort?“ Charles sah ihn fragend an, bevor er sich seufzend in seinem Stuhl zurücklehnte. „Wenn ich dich überwachen wollte, müsste ich deswegen nicht extra herkommen.“
„Charles, du weißt genau so gut wie ich, dass es nicht ausschließlich mein Helm ist, der dich von hier fern hält.“, erwiderte Erik mit einem kleinen, zynischen Lächeln und zeigte auf seine Stirn.
Kurz kehrte Schweigen ein, während beide ihre Figuren anordneten, dann traf Eriks Blick wieder den seines Gegenübers.
„Aber sei unbesorgt. Wenn ich hier rauskomme, Charles – und das ist nur eine Frage der Zeit- sei gewiss, dass du der Erste sein wirst, der es erfährt. Dieses Plastikgefängnis kann mich nicht ewig halten.“
„Erik, bitte, fang nicht wieder damit an.“
Charles runzelte die Stirn und schüttelte missbilligend den Kopf, doch das ließ Eriks Lächeln nur breiter werden.
„Du weißt, dass das stimmt. Früher oder später komme ich hier raus. Der Krieg kommt, Charles. Er ist so nahe, aber du bist zu blind, um es zu sehen.“ Seine Worte nahmen einen leicht drohenden Klang an, doch, anders als sonst, reagierte Charles nicht darauf.
Für einen kurzen Augenblick hatte Erik sogar den Eindruck, als wären seine Worte einfach an Charles vorbei gegangen, ohne dass dieser sie bemerkt hätte, obwohl sein Blick die ganze Zeit über aufmerksam auf Eriks Gesicht ruhte.
Dann, nach einer weiteren Minute des Schweigens, griff Charles nach einem seiner Bauern und machte den ersten Zug. Erik schenkte dem jedoch keine Beachtung sondern musterte den anderen auch weiterhin eingehend.
„Stimmt etwas nicht, Erik?“
Charles sah ihn im ersten Moment nicht an, aber Eriks Lippen nahmen einen nachdenklichen Zug an, als sich ihre Blicke erneut trafen.
„Nein, alter Freund. Ich überlege nur, wie ich dich am Besten schlagen könnte.“ Er verschränkte die Hände vor seinem Gesicht und stützte die Ellbogen auf dem Tisch ab, bevor er sich ein wenig weiter nach vorn lehnte.
Ja, etwas stimmte nicht.
Das Gefühl war so stark, dass er es beinahe schon riechen konnte. Aber er würde schon noch herausfinden, was es war. Es war ja nicht etwa so, als hätte er viel anderes zu tun gehabt.
Er griff ebenfalls nach einem Bauern und machte seinen Zug.
‚Das Spiel beginnt.’

****


Scott konnte die Blicke, mit denen die Wachmänner ihn bedachten, nicht leiden.
Einer von ihnen versuchte zwar angestrengt, ihn nicht anzustarren, doch die anderen zwei betrachteten ihn offen feindselig und misstrauisch. Sie verfolgten jede seiner Bewegungen, so als würden sie von ihm erwarten, dass er jeden Moment angreifen würde. Es war ja nicht so, als wäre er es nicht bereits gewohnt gewesen, immerhin war es immer dasselbe, egal wie oft er den Professor auch hierher begleitete.
Einen kurzen Augenblick lang glaubte er fast, ein leises Flüstern zu hören, aber er musste es sich bestimmt eingebildet haben, denn als er einen erneuten, flüchtigen Blick durch den sterilen Raum warf, standen die zwei Wärter, die nicht beim Computer stationiert waren, in den gegenüberliegenden Ecken des Zimmers und sahen sich nicht einmal an.
Scott seufzte ganz leise und begann langsam unruhig in dem Vorraum auf und ab zu gehen. Er wusste nicht, wie lange der Professor diesmal vorhatte zu bleiben, auch wenn es normaler Weise auch von der Geduld der Wachmänner abhing. Er hoffte nur, dass es nicht allzu lange dauern würde, immerhin wartete noch jede Menge Arbeit auf ihn und er hatte auch ein klein wenig Zeit mit Jean verbringen wollen und...
Kurz blieb er an einem der Fenster stehen, durch die man auf die Plastikzelle blicken konnte. Er konnte sehen, wie der Professor und Lensherr beide konzentriert auf das Schachbrett starrten und dabei ab und zu ein paar Worte wechselten.
Von dem, was er beobachten konnte, lief es dieses Mal etwas ruhiger ab als bei den letzten Besuchen, auch wenn es eigentlich immer nur an der Körpersprache der beiden älteren Männer zu bemerken war, wenn zwischen ihnen dicke Luft herrschte...
Das Zischen der sich öffnenden Tür ließ Scott wieder in den Vorraum zurück blicken. Ein Wachmann, den er bis dahin noch nicht gesehen hatte, betrat in dem Moment den Raum und war mit wenigen Schritten bei DeSanto, wenn sich Scott richtig an den Namen erinnerte. Scott sah dem sichtbar jüngeren Mann mit den hellen Haaren dabei zu, wie er DeSanto etwas zuraunte und dann dessen Stelle einnahm, sobald dieser seinen Posten verlassen hatte.
Scheinbar war die Schicht des älteren der Beiden vorbei...
Scott wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Fenster zu und wartete darauf, dass der Professor und Lensherr endlich fertig wurden. Er hatte ein ungutes Gefühl im Magen und die Blicke der Wachmänner machten es auch nicht gerade besser.
Er wollte hier weg und das so bald wie möglich.

****


„Kommt dir eigentlich jemals der Gedanke, dass Kelly’s Gesetzesvorschlag verabschiedet werden könnte?“
Eriks Turm schlug den Charles’, bevor sich Erik in seinem Sessel zurücklehnte und die Schachfigur eingehend studierte, ehe er seinen Gegenüber wieder ansah. Er wusste, dass sie diese Diskussion bereits geführt hatten, aber ihn persönlich hielt der Gedanke immer wieder wach.
„Erik, wenn ich mich recht erinnere, dann hatten wir das schon. Außerdem sehe ich im Moment keine Gefahr, immerhin hat Mystique als Kelly den Antrag zurückgezogen.“ Charles hob seinen Blick, um Erik wissend anzusehen. „Ja, natürlich weiß ich, dass Raven in Kelly’s Rolle geschlüpft ist. Immerhin ist Kelly in meinem Haus gestorben. ... Ich weiß bis heute nicht, wie du auf die Idee gekommen bist, dass du die Menschen auf diese Weise verändern könntest.“ Ein leiser, tadelnder Ton schwang in Charles Stimme mit, was Erik aber lediglich die Stirn runzeln ließ.
„Nun, ich dachte es wäre für alle das Beste, wenn die homo sapiens sich weiterentwickeln würden. Es war ein Risiko, das ich einzugehen bereit war. Immerhin ist das ja wohl immer noch besser, als das, was sie früher oder später mit uns tun werden.“
Charles hob eine Augenbraue.
„Kelly ist tot, Erik.“
„Du weißt genauso gut wie ich, was passieren wird, Charles.“, zischte Erik, doch Charles sah ihn lediglich mit diesem mitleidigen Blick an, den er nicht leiden konnte.
Wieder breitete sich zwischen ihnen Schweigen aus und es dauerte ein paar Augenblicke, bis Charles seine Aufmerksamkeit wieder auf das Spiel lenkte, mit seinem Bauern einen Zug nach vor machte.
„Es muss nicht so kommen.“, sagte Charles schließlich, ehe er Erik wieder ansah. „Aber du weißt bereits, wie ich dazu stehe.“
„Ja, alter Freund, das weiß ich nur zu gut. Aber ich frage mich immer wieder, ob du bereit dazu bist, deine wertvollen Kinder deiner Torheit zu opfern.“
Erik griff nach seinem Springer und schlug damit Charles’ Bauer.
„Es kann ganz schnell gehen, Charles, und ehe du dich versiehst hast du schon die ersten Bauern in diesem Spiel verloren. Eines Tages werden uns die Menschen einsperren. Sie werden uns jagen und sie werden bestimmt keinen Halt vor dir und deinen Schülern machen, nur weil ihr sie beschützt.“
„Ich glaube nicht, dass die Zukunft, die du kommen siehst, dadurch abzuwenden ist, dass du ihnen einen Grund lieferst uns erst recht zu hassen, Erik.“ Charles’ Bauer nahm den Platz von Eriks Springer ein und ein kleines Lächeln schlich sich auf Charles Lippen, während Eriks Stirnrunzeln noch tiefer wurde. „Du weißt, dass du nicht gewinnen kannst.“
Erik lehnte sich mit einem frustrierten Seufzen in seinem Sessel zurück und verschränkte die Arme vor der Brust, sein Blick hing aber immer noch am Schachbrett, in dem Versuch, doch noch einen Ausweg aus der scheinbar unvermeidlichen Niederlage zu finden.
Es ging nicht.
Er blickte wieder zu Charles, der kurz das Buch betrachtete, welches er ihm bei seinem letzten Besuch hier gelassen hatte. Erik war normaler Weise ein schneller Leser, doch er war in den letzten zwei Wochen einfach zu abgelenkt gewesen, um weiter als bis zur Hälfte zu kommen.
„Du kannst es gerne wieder mitnehmen.“
„Du bist noch nicht fertig damit.“, erwiderte Charles, bevor sich ihre Blicke trafen. „Ich lasse es gerne hier, allerdings frage ich mich, ob es bis zu meinem Besuch ausreichen wird...“
Erik wollte ihm sagen, dass er ihn nicht besuchen kommen musste, dass es wohl besser für sie Beide wäre, wenn Charles damit aufhören würde, ihn immer und immer wieder aufzusuchen, aber er brachte es nicht über die Lippen.
Er konnte nicht abstreiten, dass ihm diese unglaublich nervigen Besuche wichtig waren und dass sie ihm, auch wenn er jedes Mal mit Charles’ aufs Neue in Streit geriet, gut taten. Und sie waren eine Willkommene Abwechslung zu der Langeweile, die ihn hier zu erdrücken drohte.
Außerdem, verglichen mit dem restlichen Besuch, den er hier empfangen hatte...
„Ich habe dir übrigens ‚King Lear’ mitgebracht.“, setzte Charles mit einem kleinen Lächeln fort.
„’King Lear’? Willst du mir damit etwas Bestimmtes sagen, Charles?“
Sein Gegenüber sah zur Seite und schwieg einen Moment lang, so als würde er sich genau überlegen, was er sagen sollte.
„Wann hast du das letzte Mal etwas von den beiden gehört?“, fragte er schließlich.
Erik brauchte nicht lange, um die Frage zu verstehen, auch wenn er im ersten Moment Charles’ Gedankensprung nicht ganz folgen konnte.
„Du weißt, dass wir keinen Kontakt haben. Schon lange nicht mehr...“
Das Zischen der Schleusentür ließ ihn verstummen. Er schaute zum blonden Mann, der die Zelle betrat, um Charles hinaus zu begleiten und für einen kurzen Moment trafen blaue Augen auf violette, ehe der junge Mann ihm fast unmerklich zunickte und hinter Charles trat.
„Erik...“
Charles hatte dem Wachmann gedeutet, noch einmal kurz stehen zu bleiben, und lehnte sich zum Angesprochenen. Eine warme Hand legte sich fast beschwichtigend auf Eriks Unterarm und er blickte in Charles lächelnde Augen.
„Pietro und Wanda geht es gut.“
Eriks Hand ergriff wie von selbst diejenige, die auf seinem Arm ruhte und drückte sie sacht, wie zum Dank. Dann war Charles an ihm vorbei und er konnte hören, wie die Schleusentür erneut geöffnet wurde.
„Charles!“, hörte er sich plötzlich selbst dem Anderen hinterher rufen, ohne jedoch den anderen anzusehen. „In den letzten zwei Wochen hatte ich Besuch von William Stryker.“
Er war am Anfang nicht sicher gewesen, ob er Charles diese Information Preis geben sollte, doch jetzt...
„Er wollte Informationen über dich und die Schule.“
Kein weiteres Wort fiel zwischen den zwei Männern, doch Erik konnte fühlen wie Charles ganz flüchtig seinen Geist berührte, bevor er endgültig aus der Zelle hinaus geführt wurde.
Dass ihm bis vor kurzem noch etwas an Charles falsch erschienen war, entglitt Erik.

****

>Es ist Zeit.<
Scott zuckte kurz zusammen, als der junge Wachmann plötzlich an ihm vorbei an den Scanner heran trat und sich nicht einmal eine Minute später die Schleusentür zum Schlauchgang öffnete, der den Vorraum mit der Zelle verband.
Er warf einen flüchtigen Blick auf seine Uhr, nur um festzustellen, dass er wohl die letzte Viertelstunde mit den Gedanken abgeschweift war.
Er blinzelte ein, zwei Mal, um die Verwirrung, die ihn kurzzeitig ergriff, abzuschütteln, aber es wollte ihm nicht ganz gelingen. Er konnte sich an die letzten paar Minuten absolut nicht erinnern.
‚Ich bin zu müde.’, versuchte er sich einzureden, aber das ungute Gefühl, das ihn eigentlich schon die ganze Zeit über begleitet hatte, wollte ihn nicht wirklich loslassen.
Er seufzte leise und rieb sich kurz die Schläfen, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder dem Professor zuwandte, der soeben von dem jungen Wachmann den Gang entlang geführt wurde.
Scott trat ein paar Schritte von dem Fenster zurück und wartete darauf, dass der Professor in den Raum gebracht wurde. Er konnte sehen, dass sich ein ernster und äußerst nachdenklicher Ausdruck auf das Gesicht des Professors geschlichen hatte, was seine leise Vorahnung nur noch zu bestärken schien.
Etwas stimmte nicht.
Sein Blick traf den des Professors, kaum dass dieser in den Raum kam, es dauerte jedoch noch einen weiteren Moment, in dem Laurio an ihnen Beiden vorbei ging, um gescannt zu werden und auf den Gang hinaus zu treten. In der Hand hielt er das Buch, das der Professor mitgebracht hatte und...
„Scott. Es gibt schlechte Nachrichten...“
Aus den Augenwinkeln konnte Scott sehen, wie Laurio durch den Gang schritt, wie sich die Schleuse hinter ihm schloss und er dann die Zelle betrat. Er konnte sehen, wie sich nach einem sehr kurzen Augenblick ein wissendes Lächeln auf Lensherrs Züge schlich, während dieser ein paar Worte mit dem Wachmann wechselte.
Es dauerte einen Moment zu viel, bis er bemerkte, wie plötzlich der Professor verstummt war und noch einen weiteren, bis er die Spritze bemerkte, die der junge Wärter seinem Mentor in den Hals gerammt hatte.
Wie von selbst flogen seine Finger zu seiner Brille, doch noch bevor er etwas hätte tun können, traf ihn ein heftiger Schlag in die Nieren, der ihn keuchend auf die Knie fallen ließ.
Das letzte, was er sah, bevor ihm ein schlag in den Nacken das Bewusstsein raubte, waren die violetten Augen des jungen Wachmanns.

****


Erik sah Charles noch eine ganze Weile lang nach, bevor seine Aufmerksamkeit auf Laurio gelenkt wurde, der den Gang hinunter kam, mit einem Buch in der Hand, von dem Erik annahm, dass es ‚King Lear’ war, welches Charles erwähnt hatte.
„Und, nettes Spiel gehabt, Lensherr?“, fragte Laurio mit einem kleinen Schnauben, kaum dass er die Zelle betreten hatte.
Erik antwortete nicht, sondern sah Laurio nur dabei zu, wie er ungefragt das neue Buch auf den Tisch legte und dafür das Andere wegnahm. Das Gefühl, das er bereits davor gehabt hatte, verstärkte sich, auch wenn er es immer noch nicht ganz einordnen konnte. Laurio wandte sich bereits wieder zum Gehen, aber Erik wusste, dass er ihn nicht einfach so gehen lassen konnte.
„Irgendetwas ist heute an Ihnen anders, Mr. Laurio.“, murmelte er nach einem weiteren Moment, in dem er das, was dieses Gefühl in ihm auslöste, zu lokalisieren versuchte.
„Ja, ich hatte einen hervorragenden Tag.“ Laurio wandte sich wieder zu ihm um und sah ihn abfällig an.
Eriks Lächeln wurde breiter.
„Nein ... Nein, das ist es nicht.“ Er schüttelte ganz leicht den Kopf, bevor er langsam aufstand und einen Schritt auf den Wachmann zu machte.
„Setzen Sie sich.“, fauchte Laurio, aber Erik konnte die leise Unsicherheit hören, die in seiner Stimme mitschwang.
„Nein.“
„Setz dich gefälligst hin, Lensherr!“ Laurio griff nach seinem Schlagstock, das hielt aber Erik nicht davon ab, einen weiteren Schritt auf ihn zu zu machen.
„Was könnte es nur sein?“, fragte Erik leise, aber im Grunde wusste er es schon ganz genau. Er streckte die Hand aus und ergriff das, was er die ganze Zeit über auf einer gewissen Ebene hatte spüren können. Laurios Körper versteifte sich noch bevor er von dem Schlagstock hätte Gebrauch machen können.
„Uh...“, Laurio keuchte, bekam aber kein Wort raus, als er von einer unsichtbaren Kraft langsam in die Höhe gehoben wurde.
„Ah ... Da ist es ja.“ Das Lächeln auf Eriks Zügen wurde für einen kurzen Moment richtig bösartig. „Zu viel Eisen im Blut.“
Erik lenkte das Metall, das er in Laurios Körper gefunden hatte, durch dessen Körper, nur um ihm kurzerhand das Rückgrad zu brechen, ehe dem Eisen befahl durch die Haut des anderen Mannes hinaus zu treten und zu ihm zu kommen.
Erik summte zufrieden und konzentrierte sich darauf, drei kleine Eisenkugeln zu formen, während Laurio wieder zu Boden fiel und dort liegen blieb.
„Mr. Laurio, vertrauen Sie niemals einer schönen Frau. Besonders wenn sie sich für Sie interessiert.“
Erik lächelte den reglosen Wachmann an und ging dann an ihm vorbei in den Schlauchgang. Die Schleuse öffnete sich für ihn und er trat in den Vorraum, in dem Mystique und der junge Wachmann von vorhin bereits auf ihn warteten. Sein Blick fiel kurz auf Charles, der bewusstlos im Plastikrollstuhl zusammengesackt war und dann auf seinen ältesten Schüler, der auf dem Boden lag.
Erik blieb kurz neben seinem alten Freund stehen und klopfte ihm leicht spielerisch auf die Schulter.
„Nun, Charles, scheinbar doch etwas früher als später.“
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