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Wenn Wünsche wahr werden

GeschichteDrama / P18 / Gen
OC (Own Character) Wolverine / James "Logan" Howlett
12.12.2006
18.04.2021
37
200.072
3
Alle Kapitel
129 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
12.12.2006 5.426
 
Hiiiiiiiii!
Ich bin wieder daaaaaaa!
Ähem ... *räusper*
Also, wie ihr meiner wichtigen Notiz entnehmen konntet, habe ich im Moment leider wirklich nicht viel Zeit und/oder Inspiration, weswegen es jetzt nur selten zu Updates kommt (mir ist sehr wohl bewusst, dass das letzte Update schon ein halbes Jahr her ist ... TT_TT ... mei, wie die Zeit vergeht...).
Ich hab ewig am Anfang des neuen Kapitels geschrieben und bin immer nur ein paar wenige Sätze weiter gekommen, aber letzten Sonntag hat mich die Muse geküsst und ich bin ewig aufgeblieben und hatte dann ein ganzes Stück mehr fertig.
Und jetzt ... Jetzt präsentiere ich euch endlich das neue Kapitel!! *stolz grins*

Vielen, vielen Dank an die Leute, die trotz der ewigen Wartezeiten auch weiterhin an der Geschichte hängen und vielen Dank für eure Reviews! Ich freue mich echt über eure Kommentare!

@ Daughter of Joy: Hey, tut mir wirklich Leid, dass es so ewig gedauert hat, aber ich hoffe das neue Kapitel entschädigt dafür. Btw, ich schreibe meine Diplomarbeit neben einem Japanologiestudium und bin deswegen eigentlich voll ausgelastet.. Aber ich hoffe, dass ich bald fertig bin und dann mehr Zeit für's Schreiben hab.

@ Namalien: Vielen lieben Dank für deine Mails (du bekommst noch eine Antwort auf die letzte, keine Sorge). Und tja, ob du Recht hattest mit deiner Annahme oder nicht, wird sich in diesem neuen Kapitel herausstellen. n_n

@ BlackCat1987: Hi! Danke für das Kompliment und ich hoffe, dass die Story dir auch weiterhin so gut gefällt.

@ unbekannt: Äh ... du hast den Review mit meinem Nick geschrieben, also weiß ich nicht, wie ich dich ansprechen soll ... Aber es freut micht, dass die Geschichte dir gefällt.

@ Karana: Hi! Wow, also, ich weiß nicht, was ich sagen soll. n_n Es gibt ja ziemlich viele Geschichten hier und dass dir meine am meisten gefällt ... Ich fühl mich echt geehrt. @_@
Ich gebe mir immer große Mühe mit den Charakteren und ich weiß, dass Logan in meiner Geschichte als ziemlicher Arsch rüberkommt, aber ... ich kann Geschichten, in denen er total gefühlsdusselig wird auch nicht leiden. Ich meine ... kannst du dir Logan als jemanden vorstellen, der Liebesbriefe schreibt und so? (es tut mir wirklich, wirklich Leid, es gab hier mal so eine Geschichte und ich will den/die Autor/in nicht beleidigen, aber das war echt grausam).
Wegen den Wendungen und so--> tja, ich bin immer wieder glücklich darüber, wenn ich meine Leser überraschen kann. n_n
Und zu deiner Frage, wer da aufgetaucht ist: Ich weiß im Moment noch nicht, ob ich die Frage schon beantworten kann (in dem Sinn, dass ich die Antwort schon weiß, aber ich hab keine Ahnung, ob ich damit zu viel spoile oder nicht. Vielleicht das nächste Mal oder so)

@ sifu-chan: hey, vielen, vielen Dank für deine Mails, ich liege immer noch am Boden, wenn ich deine seitenlangen Kommentare lese, ne? Aber ... hehehe ... Jetzt da das neue Kapitel fertig ist, heißt das, dass du wieder ein Kapitel lesen kannst. *evil grin* Ich will das morgen live miterleben. Du kommst nicht drum herum.

@ shinyu: *umarm* Ich weiß, du musst mich immer unglaublich drängen und erpressen (aber ich sag dir, Hugh Jackman in einem von mir bis dahin noch nicht gesehenen Film zu sehen war ein Inspirationsschub pur...) und es tut mir auch schrecklich Leid, aber ich gebe mir Mühe. matta ne!

So. Ich wünsche euch allen viel Spaß beim Weiterlesen!

Kapitel 19: The Girl who wasn’t there

Henry McCoy war kein abergläubischer Mann.
Schon als Kind hatte er nicht an das Mysteriöse geglaubt. Da waren keine Monster in seinem Schrank oder unter seinem Bett gewesen, sondern lediglich die Geräusche eines alten Hauses, das ächzte und stöhnte, und die Schatten, die sich durch die vorbeifahrenden Autos bewegten.
Hank McCoy war ein Wissenschaftler.
Er hatte schon immer ein rationales Wesen gehabt, das ihn die Dinge kritisch betrachten ließ. Ein Wesen, das ihn in die Forschung, in die Naturwissenschaften getrieben hatte. Er war ein Mann, der Dinge untersuchte und logische Antworten auf schwierige Fragen fand.
Und dennoch...
Henry McCoy war kein abergläubischer Mann und doch konnte er nur daran denken, dass es wohl ein schlechtes Omen war, als die Phiole in seiner Hand, die Cathys Blutprobe enthielt, ohne ersichtlichen Grund zersprang.

****


„Und bitte vergesst nicht, euch das besprochene Kapitel bis Donnerstag noch einmal anzuschauen.“, wandte Xavier sich an seine Schüler, ehe diese ihre Sachen zusammenpackten und eilig sein Büro verließen.
Charles lächelte wissend, während er ihnen nachsah. Es war jedes Mal dasselbe. Die Schüler waren am unruhigsten, wenn die Mittagspause kurz bevor stand. Dann konnten sie den Unterricht nicht schnell genug verlassen.
Er schlug das Physikbuch zu und notierte sich noch ein paar Dinge in seinem Terminkalender, ehe auch er sich der Tür zuwandte, um sich auf den Weg zum Speisesaal zu machen. Aber noch bevor er den Schreibtisch umrundet hätte, hielt er wieder inne. Er blickte verwundert zur Tür, kurz bevor diese aufgestoßen wurde und Logan ungebeten das Büro betrat.
Charles musterte ihn schweigend und lehnte sich schließlich in seinem Stuhl zurück, darauf wartend, dass der andere Mann sein Anliegen kundtat. Doch Logan schwieg lediglich, während sich sein energischer, fast schon gehetzter Blick in Charles’ bohrte.
„Logan?“, unterbrach der Professor schließlich das Schweigen. Vielleicht wartete der andere einfach nur auf ein Zeichen, um anfangen zu können.
„Wir müssen reden.“ Da war ein feines, kaum hörbares Zittern in Logans Stimme, aber Charles beachtete es nicht weiter. Er musste noch nicht einmal seine Gedanken abtasten, um zu wissen, dass er etwas zu unterdrücken versuchte.
„Das habe ich mir schon gedacht. Wie war dein Vormittag mit Cathy?“
Logan wandte seinen Blick ab, so als würde er fürchten, dass Charles etwas in seinen Augen sehen könnte, das er nicht preisgeben wollte.
„Ruhig.“ Logan räusperte sich. „Aber es hat mir mit den Erinnerungen nicht geholfen.“
„Hmmm ... Ich war mir eigentlich sicher, dass es wenigstens ein bisschen was bringen würde. Was ist mit Cathy?“
Logan schloss kurz die Augen und runzelte die Stirn, bevor er sich mit einer frustrierten Bewegung durch die Haare fuhr. „Sie...“
„Ja?“
„Ich weiß es nicht. Ich glaube schon, dass sie sich an irgendwas erinnern kann, aber sie hat es abgestritten. Da ist aber noch etwas anderes.“
Logan sah ihn wieder an und von der kurzweiligen Unsicherheit war nichts mehr zu bemerken. Charles betrachtete ihn schweigend und nickte langsam, wie um Logan zu deuten, dass er fortfahren möge.
„Ich muss zwei Männer finden. Und ich will, dass Sie mir dabei helfen.“

****


„Scott.“
Der Angesprochene starrte auch weiterhin konzentriert auf das Essen, das er noch nicht angerührt hatte, so als hätte er nichts gehört.
„Scott?“
Er konnte die Entscheidungen des Professors in letzter Zeit einfach nicht verstehen.
Dass er Logan aufgetragen hatte Cathy hinterherzufahren, hatte er ja noch irgendwie einsehen können, immerhin hatte Professor Xavier damit erreichen wollen, dass die beiden die Möglichkeit hatten, ihre Differenzen zu beseitigen. Natürlich hatte er seine Zweifel gehabt, immerhin war es ja offensichtlich gewesen, dass Logan eben der Grund dafür gewesen war, dass Cathy von der Schule weggegangen war, doch er hatte sich beschwichtigen lassen.
Aber dass der Professor Logan mit Cathy in einem Raum alleine ließ, nur weil er der Meinung war, dass es den beiden mit ihren Erinnerungen helfen würde...
Er traute Logan einfach nicht.
Es war nicht einmal die Tatsache, dass der andere Mann bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Jean flirtete, selbst wenn er, Scott, anwesend war. Da war einfach etwas, das er nicht wirklich in Worte fassen konnte, seitdem Logan wieder da war.
Er hatte selbst in der Früh, als er kurz in der Bibliothek vorbeigeschaut hatte, die Spannung gefühlt, die zwischen Logan und Cathy geherrscht hatte. Die Aggressivität, die Logan am Abend zuvor zur Schau gestellt hatte, war keinesfalls aus seinen Bewegungen gewichen und er wollte sich nicht wirklich vorstellen, was geschehen könnte, wenn diese paar Stunden, die Logan mit Cathy verbringen sollte, nicht das gewünschte Ergebnis brachten.
Da lag einfach etwas Unbestimmtes in der Luft, jedes Mal wenn sich Logan und Cathy in einem Raum befanden und es war stark genug, dass sich Scotts Nackenhaare allein bei dem Gedanken daran aufstellten.
Scott runzelte die Stirn und rieb sich nachdenklich über das Kinn, bevor er seinen Teller von sich schob, ohne einen weiteren Gedanken an das Essen zu verschwenden.
Er sollte nach Cathy sehen.
Sie war noch nicht im Speisesaal aufgetaucht und auch Logan hatte sich bisher nicht blicken lassen. Aber vielleicht saßen die beiden einfach nur immer noch in der Bibliothek und warteten darauf, dass etwas geschah...
Scott seufzte unentschieden.
„Scott!“
Ororos Stimme schnitt durch seine Gedanken und ließ ihn ruckartig aufsehen. Die weißhaarige Frau, die ihm gegenüber saß, sah ihn ein wenig frustriert an, was ihn entschuldigend lächeln ließ.
„Tut mir Leid, ich war in Gedanken. Hast du was gesagt?“
„Ja, Scott. Ich habe gefragt, ob du schon die Prüfungsbögen für Mathe fertig hast.“
Scott nickte zustimmend, während seine Gedanken erneut abschweiften.
Er konnte einfach nicht das beunruhigende Gefühl abschütteln, das ihn ergriffen hatte.

****


Xavier neigte den Kopf ein wenig zur Seite und sah Logan neugierig an, doch es dauerte einen Moment, bis Logan weiter sprach.
„Cathy ... Cathy scheint sich doch an etwas aus dieser Zeit erinnern zu können.“
Logan wandte erneut seinen Blick ab und sah fast nachdenklich zum Fenster, während sich ein leicht verbitterter Ausdruck auf seine Züge schlich.
„Sie müssen mir helfen, William Stryker und Dr. Cornelius zu finden.“
Logans intensiver Blick, der keinen Widerspruch zu dulden schien, traf Charles leicht verblüfften, doch der Ausdruck in den Augen des Älteren wich bald einem Kalkulierendem.
„Dr. Abraham Cornelius?“, fragte Charles nach einem Moment des Schweigens und lehnte sich in seinem Stuhl vor, um die Ellbogen auf seinem Schreibtisch abzustützen und die Hände vor seinem Gesicht zu verschränken.
Logan sah ihn einfach nur mit hochgezogenen Augenbrauen an, so als wollte er sagen „Sagen Sie es mir., während er sich neben dem Fenster gegen die Wand lehnte.
„Nun, Dr. Abraham Cornelius war ein Immunologe, der sich auch im Bereich der Molekularbiologie beschäftigt hat. Sein Spezialgebiet war die biomedizinische Nanotechnologie. Ich habe über seine Forschungsarbeit gelesen, bevor er aus den akademischen Kreisen verschwunden ist... Cornelius war davon überzeugt, dass man mit programmierbaren, mikroskopisch kleinen Geräten, die man in den menschlichen Körper injiziert, gegen Infektionen kämpfen und bösartiges Gewebe zerstören könnte, ohne dabei die gesunden Zellen zu beschädigen...“
Logan runzelte die Stirn und schloss für einen kurzen Moment die Augen. Einen Augenblick lang hatte er das Gefühl, einen tiefen Stich zu spüren, der sein Herz aussetzen ließ...
...
„Auf die Injektion der Nanochips vorbereiten.“
Die Stimme drang verzerrt durch den Nebel zu ihm durch und ... er konnte die Blicke spüren, die ihn durchdrangen, ehe ein Schmerz sein Herz zerriss und wie Feuer durch seine Adern raste...
...
„Logan?“
Der Angesprochene schüttelte kurz den Kopf, doch die Benommenheit ließ erst nach einem weiteren Augenblick von ihm ab.
„Es ist nichts, reden Sie weiter...“
„Dr. Cornelius ist vor einigen Jahren gestorben Logan.“
Logan blinzelte ein, zwei Mal und fuhr sich mit der Hand über die Augen, ehe er sich wieder auf den Professor konzentrieren konnte.
„Gestoben?“
„Ja, aber darüber weiß ich nichts Genaueres. Er musste Jahre vor seinem Tod untertauchen, aufgrund von Schwierigkeiten mit der Justiz, die auf einige seiner Experimente zurückzuführen waren.“
Xavier hielt kurz inne, um Logan eingehend zu betrachten, ehe er in einem fast vorsichtigen Ton fortfuhr. „Seine Nanotechnologie dürfte etwas mit dem zu tun haben, was dir angetan wurde, Logan, und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er selbst auch daran beteiligt war.“
Logan wandte seinen Blick ab und atmete tief durch, ehe er langsam nickte.
„Was ist mit Stryker?“
Xavier runzelte nachdenklich die Stirn.
„Stryker ... Sein Sohn, Jason, war eine Zeit lang mein Schüler, aber ich konnte ihm nicht helfen, jedenfalls nicht so, wie es sein Vater wollte. William Stryker wollte, dass ich seinen Sohn von seiner Mutation heile.“
„Und weiter?“
„Logan, mehr kann ich dir zu Stryker nicht sagen. Ich weiß, dass er damals für die Regierung gearbeitet hat, aber seit er seinen Sohn wieder mit nach Hause genommen hat, habe ich nichts mehr über ihn gehört.“
Wieder kehrte Schweigen ein und es dauerte noch eine ganze Weile, bis Logan den Professor wieder ansah. Er wusste nicht warum, aber einen kleinen Moment lang hatte er wieder das Gefühl, als würde sich etwas um seinen Hals legen und langsam enger werden, so als wollte es ihm die Luft abschnüren.
Doch der Augenblick verging so schnell, wie er gekommen war und Logan verdrängte jeglichen Gedanken daran.
Es gab Wichtigeres.
Er musste diesen Stryker ausfindig machen. Wenn Cathy ihm schon diesen Namen gegeben hatte, dann musste dieser Mann wohl etwas mit dem zu tun haben, was ihnen beiden angetan worden war. Es musste einfach eine Verbindung geben und wenn sie vielleicht noch so klein war.
Er musste es einfach herausfinden.
„Ich möchte, dass Sie ihn für mich finden.“

****


Mickeys Hände zitterten.
Der Junge hielt für einen kleinen Moment inne und schloss die Augen, um das Gefühl zu verdrängen, aber es half nicht. Ein kalter Schauer jagte seinen Rücken hinunter und ließ ihn frösteln.
Er atmete tief durch und öffnete die Augen wieder, um auf die dunklen Linien hinunter zu sehen, die sich unter seinen Fingern gebildet hatten. Das Bild war noch nicht fertig, das wusste er, aber sollte er es wirklich fertig machen?
Er konnte nicht sagen warum, aber jedes Mal, wenn dieses Motiv auftauchte, wurde das ungute Gefühl, das ihn ergriff, stärker. Es lag nicht einmal an der dunklen Farbe der Bäume, welche die Lichtung umgaben.
Es lag auch nicht an den nachtschwarzen Ranken, deren weiße Blüten sich vermehrt hatten. Auf ihre eigene, seltsame Art waren sie ja schön... Vor allem die weißen Blüten, die manchmal so aussahen, als würden sie aus Federn bestehen.
Mickey schüttelte den Kopf und fuhr mit den Fingern weiter über das Blatt Papier, so dass sich Linien ergänzten und Flächen füllten.
Nein. Es lag eher daran, dass er jedes Mal das Gefühl hatte, beobachtet zu werden, wenn er dieses Motiv auf Papier brannte.

****


Jean sah ruckartig auf, als etwas ihr Bewusstsein streifte.
Ihr Blick hetzte nervös durch den Raum, während sie vorsichtig die Dokumente sinken ließ, die sie eben noch eingehend studiert hatte. Ihre Finger fingen an zu zittern und ein kalter Schauer jagte ihren Rücken hinunter, auch wenn sie sich das ungute Gefühl nicht wirklich erklären konnte.
Sie war nur ganz flüchtig gewesen, diese Berührung und doch...
Jean schüttelte den Kopf und fuhr sich mit einer leicht fahrigen Bewegung durch die Haare, nur um sich dann eine Strähne hinter das Ohr zu streichen.
Sie konnte nicht genau sagen, was es gewesen war. Es war beinahe ... beinahe wie ein Flüstern gewesen, ganz nahe und doch zu weit entfernt, um es verstehen zu können. Es hatte sich wie ein Rauschen angefühlt, das für einen winzigen Moment ihre Sinne verzerrt hatte und...
Sie musste es sich wohl eingebildet haben.
Jean schloss für einen kleinen Augenblick die Augen und atmete tief durch, bevor ihr ein kleines, fast nervöses Lachen entkam.
Sie war wohl zu müde...
Vermutlich mochte es daran liegen, dass sie nicht besonders viel oder gut geschlafen hatte, in letzter Zeit. Aber Henrys Forschungsergebnisse waren einfach viel zu faszinierend, um sie einfach bei Seite legen zu können. Natürlich, eines seiner Experimente war schief gelaufen, doch die Komponenten, die er untersucht hatte...
Und natürlich waren da auch diese Träume, die sie immer viel zu früh aus dem Schlaf hochschrecken ließen. Sie konnte danach nie sagen, was diese Träume beinhaltet hatten, aber es war bereits mehr als einmal vorgekommen, dass sie ihre Kräfte hatten außer Kontrolle geraten lassen.
Jean schüttelte erneut den Kopf und runzelte ganz leicht die Stirn, als ihr Blick auf die Uhr fiel, die unweit der Tür an der Wand hing. Das Mittagessen hatte bereits begonnen und eigentlich hatte sie vorgehabt, wenigstens die Pause mit Scott zu verbringen.
Sie wusste, dass sie in letzter Zeit viel zu abgelenkt war, um genug Zeit mit ihrem Verlobten verbringen zu können und selbst wenn sie einmal dazu kamen, ein wenig unter sich zu sein, schien immer etwas dazwischen zu kommen.
Und dann noch die ganze Sache mit Logan und Cathy...
Jeans Augen kehrten plötzlich wie von selbst zu den Forschungsunterlagen zurück, die sie neulich mit Hank diskutiert hatte. Vielleicht sollte sie sich diesen einen Abschnitt noch einmal anschauen, bevor sie die Prüfungsbögen für die Schüler fertig stellte...

****


„Zwei Namen.“, wiederholte sie. „William Stryker und Dr. Cornelius.“
Logan hielt mitten im Schritt kurz inne, nur um dann den Kopf zu schütteln und umso schneller zum Motorrad zurückzukehren.
Er musste weiter.
Der Professor hatte ihm gesagt, dass sich Stryker vermutlich in Washington D.C. aufhielt, aber er hatte ihm nichts Genaues sagen können. Natürlich war Logan stutzig geworden, immerhin konnte Xavier ja wohl jeden finden, wenn er es nur wollte, aber der ältere Mann hatte gemeint, dass Stryker wohl einen Weg gefunden hatte, um seine Gedanken vor oberflächlichen telepathischen Zugriffen zu schützen.
Dennoch... Auch wenn er das Gefühl nicht loswurde, dass der Ältere ihm nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte, so war es dennoch eine Spur, die er verfolgen konnte.
Ein Weg, den er gehen musste.
„Zwei Namen.“
Ein leises Knurren entkam seinen Lippen und er versuchte die Erinnerungen daran zu verdrängen, doch es ging nicht. Er konnte ihren Atem auf seiner Haut spüren, als ihre Lippen die Worte hauchten, konnte ihre nassen Finger in seinem Nacken spüren und...
Es ließ ihn einfach nicht los.
Cathy konnte sich erinnern.
Sie hatte sich wahrscheinlich die ganze Zeit über erinnern können und doch hatte sie ihm diese Namen vorenthalten.
Er hatte Recht gehabt mit seinen Anschuldigungen. Recht mit seinen Vermutungen.
Bei ihr nach Antworten zu suchen war berechtigt gewesen, selbst wenn er dabei aufdringlich geworden war. Selbst wenn er ihr dabei wehgetan hatte...
Aber wieso?
Wenn sie sich doch erinnern konnte, wieso war sie selbst dann nicht dieser Spur gefolgt? Wieso trug sie dieses Wissen mit sich herum, ohne etwas zu unternehmen? Wenn doch einer der Männer, der etwas mit dem zu tun hatte, was ihnen beiden angetan wurde, noch frei herum lief, wieso suchte nicht auch sie nach dem Warum? Wieso sinnte sie nicht auf Rache?
„Ich war zehn, als du mich gefunden hast. ... Steven und Helen haben mich bei sich aufgenommen...“
Logan erstarrte für einen kurzen Moment und hatte einen kleinen Augenblick lang Schwierigkeiten damit, richtig zu atmen, aber es verging so schnell wie es gekommen war, auch wenn es dabei einen fahlen Geschmack auf seiner Zunge hinterließ.
Er wusste nicht, wo die Worte auf einmal herkamen und wieso sie ihm so vertraut waren, obwohl er zu wissen glaubte, sie noch nie gehört zu haben. Aber vielleicht ... Konnte es sein, dass...
„Manchmal ist es ein Segen, sich nicht erinnern zu können.“, flüsterte sie.
Logan schloss die Augen und drückte mit den Handballen so lange dagegen, bis es wehtat. Er wollte jetzt nicht an sie denken.
Er musste weiter.

****


„Moah ... Ich kann nicht mehr.“
Rogue ließ den Kopf mit einem erschöpften Seufzer auf das aufgeschlagene Buch fallen und schloss die Augen, nur um sich kurz darauf wieder gerade aufzusetzen, als sie Kittys Kichern vernahm.
„Das ist nicht witzig. Ich werde durchfallen.“, maulte sie und rieb sich müde die Augen.
„Hey, du kannst den Stoff sowieso. Ich weiß echt nicht warum du dir deswegen so einen Kopf machst, ehrlich. Du machst es eh ganz gut.“
„Ja, weil ich diese paar Beispiele mit Cathy noch mal durchgemacht habe.“
Rogue lehnte sich in ihrem Sessel zurück und seufzte erneut, bevor ihr Blick auf das offene Fenster fiel, durch welches warme Sonnenstrahlen in das Zimmer drangen.
„Eigentlich wollte sie mir ja auch den Rest erklären, aber...“
„Hmmm ... Weißt du eigentlich, ob Dr. McCoy sie schon aus der Krankenstation entlassen hat? Ich hab gehört, dass Mr. Summers und er sie gestern bewusstlos zurückgebracht haben und so. Warum ist sie überhaupt weggelaufen?“
Kitty rückte ein wenig näher und sah Rogue mit großen, neugierigen Augen an, immerhin teilte Rogue sich ja ein Zimmer mit dem anderen Mädchen.
„Keine Ahnung...“
Kitty zog die Augenbrauen in die Höhe, was den ungläubigen Ausdruck in ihren Augen noch intensiver erscheinen ließ.
„Ich weiß es echt nicht! Am Donnerstag haben wir noch zusammen gelernt, für den Test bei Dr. McCoy und dann, nach dem Abendessen, war sie einfach verschwunden.“
„Aber wieso hat Professor X nicht gleich Mr. Summers geschickt, um nach ihr zu suchen?“
Rogue sah das andere Mädchen ein wenig verblüfft an, doch dieses antwortete im ersten Moment nur mit einem breiten Grinsen.
„Solche Sachen sprechen sich SEHR schnell herum.“
„Ja, das kann ich mir gut vorstellen.“
Einen kurzen Moment lang breitete sich zwischen den beiden ein fast nachdenkliches Schweigen aus, doch gerade als Rogue dazu ansetzte, wieder etwas zu sagen, runzelte Kitty die Stirn und rückte noch näher, während sich ein fast verschwörerischer Ausdruck in ihren Blick mischte.
„Ach ja, hast du schon gehört...“

****


„Hey.“
Jean sah auf, als sich die Tür zum Labor von selbst öffnete und Scott den Raum betrat. Ihr Verlobter balancierte ein Tablett mit Essen auf einer Hand, während er in der anderen Mineralwasserflasche hielt.
Sie betrachtete ihn einen kurzen Moment lang perplex, bevor sich ihre Lippen zu einem breiten Lächeln verzogen und sie schnell aufstand, um ihm etwas von seiner Last abzunehmen.
„Du hast das Mittagessen verpasst. Deswegen hab ich mir gedacht, ich bring dir was, bevor ich nach Cathy und Logan sehe.“, erklärte Scott, ohne dass sie hätte fragen müssen, und ein flüchtiger Blick auf die Uhr sagte ihr, dass er Recht hatte. Komisch ... Sie hatte das Gefühl, erst vor kurzem die Zeit geprüft zu haben. Hatte sie nicht vorgehabt, Scott beim Mittagessen Gesellschaft zu leisten?
„Tut mir Leid. Ich habe die Zeit total vergessen...“
„Hanks Forschungsunterlagen?“
Jean konnte seinen wissenden Blick auf sich spüren, während sie ein paar Sachen auf ihrem Schreibtisch zur Seite schob, um Platz für das Tablett zu haben, und nickte bestätigend, ehe sie sich ihm wieder zuwandte.
„Es tut mir wirklich Leid, Scott.“
Er lächelte sie an und ergriff ihre Hände, nur um sie ein wenig näher zu ziehen.
„Schwamm drüber. Aber du solltest mehr auf dich achten...“
Er küsste ihre Stirn und strich mit den Fingerspitzen über ihre Wange, so dass es kaum mehr als ein Hauch einer Berührung war. Doch es war genug, um ihr einen Schauer über den Rücken zu jagen. Sie schloss ihre Augen und leises Seufzen entkam ihren Lippen.
Sie verbrachten viel zu wenig Zeit mit einander, das war ihnen beiden klar. Immer kam etwas dazwischen, immer gab es etwas Wichtigeres, um das sie sich kümmern mussten. Und selbst wenn die Welt sie einmal für einen kurzen Moment in Ruhe ließ...
Scott rückte näher.
Seine Nase kitzelte ihre Haut, während seine Lippen langsam weiter wanderten und nach und nach die Konturen ihres Gesichtes nachzeichneten, so als würden sie es das allererste Mal erkunden. Sie berührten sanft ihre Augenlider, fuhren über ihre Wange, nur um flüchtig über ihre Nase zu streichen, ehe sie endlich auf die ihren trafen.
Der Kuss war zart, fast vorsichtig und wurde nur langsam mutiger.
Jean seufzte leise in den Kuss hinein, als Scotts Arme sich um sie schlangen und sich seine rechte Hand in ihrem Haar vergrub, bevor er den Kuss endlich vertiefte.
Nur einen kurzen Moment lang wünschte sie sich, dass er sie nicht immer mit dieser Vorsicht behandelte, dass er sich einmal einfach gehen ließ, doch dieser Gedanke verflüchtigte sich, als seine Zunge tief in ihren Mund drang und fast fordernd über die ihre strich.
Der Moment schien ewig zu dauern und sie gab einen fast bedauernden Ton von sich, als der Augenblick verging und Scotts Lippen wieder von den ihren abließen, um zu ihrem Hals weiter zu wandern.
Sein Griff wurde kurz etwas fester, als ihre Finger durch sein Haar fuhren und er sie langsam zurück gegen ihren Schreibtisch drängte. Sie griff nach den Knöpfen seines Hemdes, nur um dann wieder von ihnen abzulassen und sich stattdessen seiner Jeans zu widmen, während seine Hände über ihre Seiten fuhren und...
Jeans Magen knurrte.
Beide erstarrten mitten in der Bewegung, ehe Scott seinen Kopf kurz gegen ihre Schulter sinken ließ. Er atmete tief durch, bevor er sie wieder ansah und sie breit angrinste. Schon nach einem kurzen Augenblick wurde das Grinsen zu einem leisen Lachen, welches sie schmunzeln ließ.
„Du solltest essen.“, sagte Scott, immer noch lächelnd, bevor er sie noch einmal küsste und dann von ihr abließ.
Sie nickte und sah dabei zu, wie er sich zum Gehen wandte, hielt ihn dann aber doch noch einmal zurück. Sie ergriff seine Hand und brachte ihn dazu, sie anzusehen, ehe sie näher trat und ihn innig küsste.
Dann erst ließ sie ihn gehen, auch wenn ein Teil von ihr lieber dort weitergemacht hätte, wo sie aufgehört hatten. Doch jetzt, wo er weg war, drangen die Dinge, die sie noch erledigen musste, wieder in ihr Bewusstsein. Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und knabberte fast unbewusst an dem Sandwich, das Scott ihr gemacht hatte, während sie sich wieder den Dokumenten widmete, die auf ihrem Schreibtisch auf sie warteten.
Draußen auf dem Gang blieb Scott einen kurzen Moment lang stehen und rieb sich seufzend die Schläfen. Sein Herz raste immer noch und ließ die Kopfschmerzen, die ihn seit dem Mittagessen plagten, kurz stärker werden.
Er atmete tief durch und versuchte sich ein wenig zu beruhigen, ehe er seinen Weg fortsetzte und das Untergeschoss mit dem Aufzug verließ. Erst als ihm bewusst wurde, dass seine Füße ihn in Richtung des Lehrerzimmers lenkten, hielt er kurz inne.
Hatte er nicht noch etwas machen wollen, bevor er sich wieder seinen schulischen Pflichten nachging?

****


„Hier, bitte.“
Ororo lächelte Hank dankbar an, bevor sie den Tee entgegen nahm, den dieser ihr reichte. Sie nahm einen vorsichtigen Schluck von dem heißen Getränk, ehe sie sich seufzend zurücklehnte.
„Danke.“ Sie stellte die Tasse auf den Tisch und lehnte sich in ihrem Sessel zurück. „Das tut wirklich gut.“
„Gern geschehen.“
Hank gesellte sich mit seiner eigenen Tasse Tee zu ihr an den kleinen Esstisch, nur um dann einen fast nachdenklichen Blick zum Fenster zu werfen, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder ihr widmete.
„Viel zu tun?“, fragte er nach einem kurzen Moment des Schweigens und nickte in Richtung der Aufsätze, die auf dem Esstisch lagen. Hank hatte ja eigentlich erwartet, Ororo im Lehrerzimmer anzutreffen, doch als er auf dem Weg dorthin an der Küche vorbei gekommen war, hatte er zu seinem Erstaunen seine Kollegin hier vorgefunden.
„Ja. Es gibt noch ein paar Hausübungen, die ich korrigieren muss...“
„Hmmm...“ Hank sah sie mit einem kleinen Lächeln und hochgezogenen Augenbrauen an, bevor er seinen Blick viel sagend durch den Raum schweifen ließ.
Ororo seufzte und zuckte mit den Schultern, ehe sie wieder an ihrem Tee nippte.
„Ich konnte nicht mehr im Lehrerzimmer sitzen...“, erklärte sie.
„Ja, das kann ich verstehen. Ich war den ganzen Vormittag in der Krankenstation und dann im Labor...“
Er schweifte ab und blickte fast nachdenklich in seinen Tee. Ororo betrachtete ihn eine Weile lang schweigend, nur um die Stille dann mit einem leisen Räuspern zu durchbrechen.
„Wie geht es Cathy?“, fragte sie schließlich, nach einem weiteren Moment des Zögerns.
„Seit sie gestern wieder zu sich gekommen ist, sind Puls und Atmung normal, aber ... Ich weiß auch nicht. Ich habe noch eine Blutuntersuchung gemacht und irgendetwas ... Ich komme einfach nicht drauf, was es war, aber da war etwas mit ihrem Blut...“
Ororo runzelte die Stirn und blickte kurz zur Seite, ehe sie ihn wieder ansah.
„Scott macht sich ziemliche Sorgen ... Er hat heute auch ziemlich abgelenkt gewirkt, deswegen...“ Sie stockte kurz, bevor sie fortfuhr. „Hmmm ... Vielleicht sollte ich ihn noch einmal daran erinnern, dass er mir die Prüfungsbögen geben soll.“
„Wozu brauchst du sie?“
„Na ja, ich brauche Kopien für das Archiv ... Ach ja, von deinen Biologietests bräuchte ich auch welche, Henry.“
Hank nickte und ließ seinen Blick wieder zum Fenster wandern, durch welches das warme, helle Licht der Nachmittagssonne drang, um dem Raum einen fast unwirklichen Schein zu verleihen.

****


Da war es wieder.
Dieses Rauschen.
Charles schüttelte den Kopf und schloss für einen kurzen Moment die Augen, nur um sich dann die Schläfen zu reiben. Da war etwas, am Rande seines Bewusstseins, etwas, das ihm keine Ruhe ließ, aber es wollte ihm einfach nicht einfallen, was es war.
Er taste mit seinem Geist die Umgebung ab, ging in Gedanken den Tag durch, überdachte noch einmal das Gespräch mit Logan, doch er kam nicht dahinter, was an ihm nagte.
Er hatte das Gefühl, etwas vergessen zu haben und er mochte dieses Gefühl nicht.
Er mochte es ganz und gar nicht.
Charles öffnete die Augen wieder, nur um dann nachdenklich die Stirn zu runzeln.
Er konnte nichts Ungewöhnliches fühlen. Die Umgebung war ruhig, die Schüler waren mit dem Unterricht und Lernen beschäftigt und er konnte spüren, wie Logans Gedanken leiser wurden, je weiter sich der andere Mann von der Schule entfernte...
Er wusste nicht, ob es der beste Zug gewesen war, Logan auf diesen Pfad zu schicken, immerhin hatte er ihm keine falschen Hoffnungen machen wollen, aber ihm war keine andere Möglichkeit geblieben, wo doch der andere mit Strykers Namen zu ihm gekommen war und ihn um Hilfe gebeten hatte.
Dr. Cornelius und William Stryker...
Er verstand immer noch nicht, wie Cathy zu dem Namen des bereits verstorbenen Wissenschaftlers gekommen war. Cornelius war bereits vor etwas mehr als fünfzehn Jahren gestorben und Cathy war einfach nicht alt genug, um zur selben Zeit etwas mit ihm zu tun gehabt zu haben, wie Logan.
Und Stryker...
Bereits der Gedanke an den Colonel löste ein ungutes Gefühl bei Charles aus.
Natürlich konnte er nicht mit Sicherheit sagen, dass Stryker jemals etwas mit Logans Vergangenheit zu tun hatte, aber die Wahrscheinlichkeit war groß. Außerdem ... Bei seiner Suche nach ihm, hatte Charles kurz eine leise Vorahnung beschlichen, die er jedoch nicht wirklich festmachen konnte.
Es war einfach etwas an der Aura des Mannes, dass ihn beunruhigte.
Charles seufzte leise und rieb sich erneut die Schläfen.
Vielleicht sollte er der Sache nachgehen...
Doch da war es wieder.
Dieses Rauschen.

****


Klirren.
Er wand sich in dem kalten Nass, das ihn umgab, doch es half nichts. Es gab kein Entkommen aus diesem Gefängnis aus lauernder Dunkelheit, keine Erlösung von dem Schmerz, der ihn zerfraß.
Feuer verzehrte sein Inneres, raste durch seine Adern um alles zu vernichten, was ihn ausmachte. Um das letzte bisschen zu nehmen, was noch von ihm geblieben war.
Klirren.
„All die furchtbaren Dinge in deinem Leben...“
Da war sie wieder, diese Stimme.
Er kannte sie, verfluchte sie und doch lockten ihre Worte ihn immer noch. So wie sie ihn in sein Verderben gezerrt hatte. Sie kam um ihn zu necken, ihn zu verspotten. Immer und immer wieder raunte sie dieselben Worte. Worte die Bilder mit sich brachten und seinen Körper unter dem Schmerz zucken ließen.
Klirren.
„All die furchtbaren Dinge in deinem Leben ... Ich kann dich all das vergessen lassen.“
...
Logan riss mit einem halb erstickten Schrei die Augen auf, als er zu sich kam und es dauerte eine ganze Weile nachdem er sich aufgesetzt hatte, bis ihm wieder bewusst wurde, wo er sich befand.
Sein Herz raste, während sein Blick durch das Motelzimmer irrte, welches er für diese eine Nacht genommen hatte. Natürlich war er allein und doch versetzte ihm der Gedanke für einen winzigen Moment einen kleinen Stich.
Er atmete tief durch und rieb sich mit der Hand über das Gesicht, bevor er die Beine vom Bett schwang und aufstand. Er wusste nicht mehr, wann er schlafen gegangen war. Er konnte sich nicht einmal mehr wirklich daran erinnern, das Zimmer bezogen zu haben, nur eben dass er es getan hatte.
Logan warf einen flüchtigen Blick zum Fenster, nur um festzustellen, dass es draußen noch immer dunkel war und auch die digitale Uhr neben dem Bett bestätigte seine Vermutung, dass er bei weitem nicht lange genug geschlafen hatte und es noch viel zu früh war, um weiter zu fahren.
Und doch ... An Schlafen war nicht mehr zu denken.
Nicht nachdem...
Logan schüttelte den Kopf und versuchte den letzten Rest des Traumes zu verdrängen, auch wenn es ihm nicht besonders leicht fiel. Er spürte immer noch die Angst, die ihn im Traum begleitet hatte und selbst der Schmerz schien in seinem Körper widerzuhallen.
„Manchmal ist es ein Segen, sich nicht erinnern zu können.“, flüsterte sie.
„Sei still.“, knurrte er leise in das Zimmer hinein, ehe er seine Sachen packte. Er wusste nicht warum, aber jeglicher Gedanke daran, sich vielleicht doch noch für ein, zwei Stunden wieder hinzulegen, waren mit einem mal vergangen. Der Raum wirkte plötzlich beengend und er hatte für einen ganz kurzen Moment das Gefühl, beobachtet zu werden.
Aber das war absurd.
Natürlich war er allein und das war auch gut so.
Er hatte einen Weg zu gehen.
Er musste weiter.
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