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Vivien de Winter

GeschichteDrama / P18 / Gen
Athos Herzog von Buckingham Kardinal Richelieu Milady de Winter OC (Own Character) Rochefort
07.12.2006
22.11.2019
36
41.795
2
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07.12.2006 803
 
Eine so harte Zeit lag hinter mir. Ich schritt mit bedenklichen Schritten auf das Karmeliter Kloster zu. Dies war der Weg den ich vor sechs Jahren schon einmal gegangen war.

Ich lernte bei einem Bruder der Klostergemeinde. Er brachte mir vieles über Heilpflanzen bei und zeigte mir welches die richtigen Kräuter für eine heilende Salbe waren oder welche Kräuter man auf keinen Fall auch nur anfassen sollte. Meine Mutter war nicht sehr reich und hatte gerade mal soviel dass sie überleben konnte. Mein Vater hat sie verlassen als ich zehn Jahre alt gewesen war, er schaute jedoch öfters wieder vorbei, da er mein Vater war und somit das Recht hatte mich zu sehen.

Er schlug meine Mutter sehr häufig. Ständig kam er erst recht spät nach Hause und war besoffen. Er gab das ganze Geld was sich meine Mutter mühevoll durch das Weben von Stoffen erarbeitete für sämtliche Bierhumpen aus oder verprasste es. Ich habe ihn dafür gehasst, dass er meine Mutter geschlagen hat. Mich schlug er ebenfalls wenn ich etwas falsch gemacht hatte und das kam in seinen Augen nicht selten vor. Als meine Mutter ihm dann sagte, das er nicht so streng mit mir sein solle wurde er böse und meinte zu ihr, das sie nur das zutun hatte, was er ihr sage.
Als sich zwischen meinem zwölften und dreizehnten Lebensjahr mein Körper veränderte und mein Vater kam und mich besuchte, sah er mich mit einem komischen Blick an. Früher hatte ich nicht verstanden wieso. Meine Mutter hatte große Angst um mich und schickte mich ins Karmeliter Kloster. Ich blieb im Kloster da meine Mutter meinte, dass ich dort besser aufgehoben sei und das ich dort den schweren Lebensabschnitt den mir mein Vater beschert hatte besser vergessen könne.

Es hatte sich nicht viel verändert. Der tote Baum stand immer noch fast direkt vor dem Eingang des Kellers. Er war vermodert und gab einen unangenehmen Geruch von sich. Sein Stamm war in der Mitte durchgebrochen und lag im Grass. Er wurde so langsam eins mit dieser Erde. Wilder Mohn wucherte auf der Wiese des Klosters und verleite der sonst sehr trostlosen Landschaft einen Ausdruck schwachen Lebens.

Es war jetzt ungefähr sechs Jahre her, als ich diesen Ort das letzte Mal betrat. Sechs Jahre waren vergangen und doch hatte ich nie vergessen, was sich hier zugetragen hatte.
Ich ballte meine Hände zur Faust!
Ich wollte diesen Schritt gehen, so schwer er mir auch fallen würde. Der Saum meines Mantels schmiegte sich an meine Beine. Es war kalt. Eine sternenklare Nacht. Die Sterne waren wie das, was ich immer wieder habe finde wollen: So unendlich weit weg und wenn ich danach greifen wollte, so verschlang sie doch immer wieder die endlose Schwärze der Nacht.

Ich raffte meinen Mantel etwas nach oben und trat vorsichtig mit dem Fuß auf die erste Stufe der Treppe die in die Kellergewölbe des Klosters führten. Trotz der hohen Absätze fand ich Halt. Der Mond schien hell und somit war der Abgang von dem fahlen Mondlicht beleuchtet. Meine Augen waren die Dunkelheit schon längst gewöhnt. Wenn die Dunkelheit anbrach begann für mich der Tag.
Vorsichtig stieg ich die Treppen hinab. Die Kälte des eisernen Geländers stach in meine Hand.

Ich schloss die Augen. Sah mich selbst, jung und unschuldig, wie ich mich an dieses Geländer klammerte und mich bemühte es nicht loszulassen. Ich spürte den starken Arm der versuchte mich von dem Geländer wegzureißen. Meine Finger klammerten sich dennoch an dem Geländer fest. Ich trat um mich und versuchte mich zu befreien. Kurz darauf hörte ich das entsetzliche Knacken eines zerbrochenen Holzes und spürte kurz danach wie ein entsetzlicher Schmerz durch meine Finger fuhr. Sie lösten sich von dem Geländer und ich wurde in die Dunkelheit gezogen.

Ich öffnete die Augen und umklammerte mit meinen Fingern das Geländer, so stark, dass meine Knöchel weiß hervortraten, langsam drehte ich meinen Blick nach rechts und sah das klaffende längliche Loch.
Ich beschleunigte meine Schritte und war binnen kurzer Zeit am Ende der Treppe angelangt. Mein Blick zurück bestätigte mir, dass ich wirklich sehr schnell hinab geglitten war. Mindestens einhundertdreißig Stufen erhoben sich vor mir. Doch nein, ich würde nicht umkehren und diese wieder hinauflaufen. Mein Blick richtete sich wieder nach vorne. Vor mir breitete sich ein langer dunkler Gang aus. Alle fünf Meter verengte sich der Gang an einer Stelle da dort die Stützpfeiler des unterirdischen Ganges den eigentlichen Gang etwas einengten.

Wieder sah ich mich als kleines fünfzehn jähriges Mädchen welches verzweifelt an diesen Pfeilern versuchte sich festhalten aber immer wieder abrutschte, da die Wand für die Finger keinerlei Halt bot.
Ich ging den Weg weiter und hielt nach ein paar Metern abrupt inne. War dahinten ein Licht zu sehen? Das konnte doch gar nicht sein! Das bildete ich mir sicherlich nur ein…Das Kloster musste seit Jahren unbewohnt sein…
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