A Christmas Story - Living Without You

von Firestar
GeschichteAllgemein / P12
Clark Kent
29.11.2006
20.12.2006
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A Christmas Story
Living without you

Eine Schneeflocke fiel aus einer Wolke über Smallville und segelte, fröhlich tanzend im Wind, hinab auf das kleine Städtchen, um es mit seiner Pracht zu erfreuen.
Die vereinzelten Sonnenstrahlen trafen die kleine Flocke und  das Licht brach sich in wundervollen Farben in ihm.

Ihr Weg führt das Flöckchen an den Girlanden und Lichterketten vorbei, die hier um die Wette strahlten.
Die Bewohner hatten sich bei der Dekoration nicht lumpen lassen und hatten die Girlanden quer über die Straßen gespannt und mit glitzernden Kugeln und Schleifen versehen. Die Lichterketten waren um die Girlanden geschlungen und teilten ihr Licht gerecht auf, so dass auch jede Kugel etwas zu Spiegeln hatte. Das Flöckchen bewunderte die Pracht und freute sich, dass es zur kalten Zeit seinen Weg zur Erde finden durfte. Denn nur in gefrorener Form, wurde es geliebt und ersehnt.

Sanft legte sich das Schneeflöckchen zu seinen Brüdern und Schwestern und bedeckte die Stadt mit Ruhe und Zuversicht. Dankbar für die Zeit auf Erden, die ihnen durch die Kälte geschenkt wurde. Sie würden die Menschen kennen lernen, bevor sie im Boden versickern würden.
Aus der Ferne hörten sie die lieblichen Stimmen von Kindern, die ein Lied nur für sie anstimmten:

Kling Glöckchen klingelingeling,
kling Glöckchen kling!
Macht mir auf ihr Kinder,
ist so kalt der Winter!
Öffnet mir die Türen,
lasst mich nicht erfrieren!
Kling Glöckchen klingelingeling,
kling Glöckchen kling!

Heute war Weihnachten und die Menschen erfreuten sich einer ausgelassenen und fröhlichen Stimmung.
Diese Zeit des Jahres duldete einfach keine Gemeinheiten oder böse Worte.
Die Einwohner hatten ihre Häuser geschmückt und mit unzähligen Lichten versehen, die ihr eigenes Spiel zu spielen schienen.
Denn wenn man durch die Straßen ging, dann funkelte es nie gleich, sondern alle Lichter wechselten sich ab. Entwickelten sie zur Weihnachtszeit etwa ein Eigenleben?
Mit einer besinnlichen Ruhe schlenderten die Menschen umher und freuten sich des Schneefalls und der süßen Weihnachtsklänge, die aus den Häusern und Geschäften ertönten.

Rudolf stand im Vorgarten der Konfiserie, in der Martha Kent gerade die süßen Leckereien für den Nachtisch kaufte.
Heute Abend sollte es ein Festmahl geben, bei dem alle Freunde eingeladen waren.
Es sollte ein besinnlicher Abend, mit Gesang und Eierpunsch, mit Lachen und Geschenken werden. Oh ja, sie hatte sich das alles schon so lange Zeit ausgemalt und freute sich auf diesen Abend, an dem sie alle ihre Lieben um sich scharen konnte.
Ein seliges Lächeln legte sich auf ihre Lippen und ihre Augen strahlten.

Wäre da nicht der kleine Wehrmutstropfen gewesen, hätte sie sich vollends freuen können.
Doch man konnte die Zeit nun mal nicht zurückdrehen. Und so konnten sie alle auch nicht den Tod von Mary rückgängig machen.
Die junge Frau war mit Clark in die Grundschule gegangen und sie hatte immer gerne zusammen gespielt.

Sie schüttelte diesen Gedanken schnell von sich ab und lächelte der Verkäuferin zu, als diese ihr die Tasche mit den Kalorienbomben überreichte.
„Fröhliche Weihnachten!“, sagte Martha freundlich und strahlte noch eine Ecke mehr.
Die Verkäuferin ihrerseits lächelte zurück und wünschte auch Mrs. Kent und ihrer Familie ein gesegnetes Fest und alles Gute.

Als Martha das Geschäft verließ und sich nach rechts und links umsah, gingen gerade die Laternen an und der fallende Schnee wurde zu einem wundervollen Vorhang.
Beschwingt schritt sie durch das Schneegestöber zu ihrem Wagen und verstaute die Einkäufe.
Sie musste noch an einem weiteren Geschäft vorbei, um Jonathans Geschenk abzuholen.
So schlenderte sie im Schein der Laternen und der Weihnachtsbeleuchtung durch die Straßen und grüßte die Leute, wie diese auch sie.

Am Laden des Uhrmachers angekommen, ging sie hinein und schaute sich bewundernd um. Welch schöne Sachen hier standen. Alt und eigentlich zerbrechlich. Doch noch immer mit so viel Ausstrahlung und Faszination.
Der alte Uhrmacher kam aus seinem Hinterzimmer und betrachtete Martha, wie sie die Spieluhren bewunderte.
Nach all seinen Jahren in diesem Beruf, war es diese Bewunderung, die ihm der größte Lohn war.

„Mrs. Kent! Ich habe schon auf sie gewartet.“, begrüßte er sie und holte eine Tüte unter seiner Theke hervor. Vorsichtig packte er eine Schachtel aus und öffnete sie.
Martha trat zur Theke und sah mit leuchtenden Augen auf den wundervollen Inhalt.
„Oh… das ist noch wundervoller, als ich es mir ausgemalt hatte“, sagte sie und fasste die Uhr mit nur einem Finger an, als könnte sie sie sonst zerstören.
Der Uhrmacher strahlte und schloss die Schatulle wider ganz vorsichtig.
„Ich hoffe, ihr Mann wird sich darüber freuen“, sprach er als er den Preis in die 50 Jahre alte Registrierkasse eintippte. Diese klapperte laut, als wolle sie protestieren an Weihnachten zu arbeiten.

„Ich bin mir sicher, dass er sich freuen wird“, sagte Martha, deren Herz schon jetzt vor Vorfreude laut schlug. Sie bezahlte ihre Schuld und verabschiedete sich von dem Uhrmacher.
Dieser sah ihr durch sein Schaufenster noch nach, als sie in ihr Auto stieg und nach Hause zu ihren Lieben fuhr.

Für dieses Weihnachten war seine gute Tat vollbracht und so ging er hoch in seine Wohnung, setzte sich vor seinen Weihnachtsbaum und kraulte seinem alten Hund, während er zu den Klängen von Bing Crosby schwelgte. Der Schnee rieselte vor seinem Fenster zu Boden und der Uhrmacher wusste, dass dieses Weihnachten ein Gutes sein würde.

Martha fuhr in ihrem Wagen zurück zur Farm, wo sie sich an die Vorbereitungen für das Essen machen wollte.
Im Radio lief gerade der „Jingle Bells Rock“ und die Farmerin sang laut und fröhlich mit:
Jingle bell, jingle bell, jingle bell rock!
Jingle bells swing and jingle bells ring!
Snowing and blowing up bushels of fun.
Now the jingle hop has begun
.

Sobald sie zu Hause war, musste sie die Gans in den Ofen schieben. Die Füllung war schon fertig und sie musste sich dann nur noch um die Beilagen und die Vorspeise kümmern.

*****


„Um Himmels willen, Lois! Wir müssen los!“, rief Chloe durch ihre Wohnung, während Lana daneben stand und grinsen musste. Sie und Chloe warteten nun schon eine halbe Stunde auf Lois, die sich einfach nicht entscheiden konnte, was sie anziehen sollte.
Warum musste sie sich auch ausgerechnet bei Chloe umziehen?

„Ich komme ja gleich!“, rief Lois aus dem Schlafzimmer nach draußen und kam tatsächlich ein paar Minuten später raus.
„Na, wie findet ihr das?“, forderte sie die Meinung der Freundinnen.
Diese hätten ihr auch Schönheit in einem Kartoffelsack bestätigt, nur um endlich los zu kommen. Sie mussten dringend noch nach Geschenken schauen und wollten danach auch noch Martha bei den Vorbereitungen helfen.

„Du siehst toll aus, wie in den anderen  Kleidern auch!“, gab Chloe leicht genervt von sich.
Lois trug nun ein knallrotes, knielanges Kleid mit einem U-Boot-Ausschnitt und langen Armen. Noch eine Kappe auf und sie hätte Santas Lieblingselfe sein können.
Lois zog schon wieder den Mund als Schnute und Lana bekam Angst, dass die Freundin sich noch einmal umziehen würde.

Lana zwickte Chloe in die Seite und lächelte Lois an.
„Du siehst wirklich toll aus!“, betätigte sie und wirkte dabei ehrlich.
Lois legte den Kopf schief und sah noch einmal an sich herunter. Dann nickte sie zufrieden und lächelte.
„Dann los!“, lachte sie und harkte sich bei Chloe und Lana unter.
„Sag mal, seid wann bist du so verrückt auf Weihnachten?“, bohrte die Blondine nach.
„Seit ich bei den Kents wohne! Hast du mal versucht, dich dort dem Weihnachtstrubel zu entziehen?“, grinste Lois.

Ja, bei den Kents kam schnell weihnachtliche Stimmung auf. Vor allem, wenn Mrs. Kent anfing, das Haus zu dekorieren und Plätzchen zu backen. Und nachdem Lois hatte dürfen die Teigschüsseln auslecken, hatte auch sie das Weihnachtsfieber gepackt.
Sie hatte sich schon vor einer Woche überlegt, was sie heute Abend zum Weihnachtsdinner tragen sollte. Es sollte festlich sein und dazu passen.
So hatte sie sich ein grünes, ein goldenes und eben dieses rote Kleid herausgesucht und nun Lana und Chloe entscheiden lassen.

Lana kicherte.
„Ja, ich kenne das. Man kann sich Marthas Charme nur sehr schwer entziehen. Und bei Festen jeder Art läuft sie zu Hochtouren auf“, erläuterte die Brünette und dachte mit einem warmen Gefühl an diese wunderbare Familie, die sie so herzlich aufgenommen hatte und auch immer für sie da war.
Und diese Familie hatte auch einen wundervollen und einmaligen Sohn hervor gebracht, den sie über alles liebte. Und nun würde sie ihr erstes Weihnachtsfest mit ihm verbringen.
Glücklich und zufrieden lächelte Lana vor sich hin und achtete gar nicht auf die Kabbeleien, die noch zwischen den beiden Cousinen vorherrschten.

Zusammen fuhren die drei Damen noch zu einigen Geschäften.
Sie hatten sich zusammen getan und für die Kents einen Gutschein für ein Wellnesswochenende gekauft. Das würde den Farmern gut tun, meinte Lois. In dieser Zeit würden die Mädels dann Clark zur Seite stehen und ihm bei der Farmarbeit helfen.

Dann mussten sie noch am Weinladen vorbei, und den bestellten Wein abholen.
Danach ging es zur Kent Farm, um bei den weiteren Vorbereitungen zu helfen.
„Kinners, ich freu mich so auf diesen Abend. Es ist doch schön, wenn man mit den Menschen, die man liebt und die einem am Herzen liegen, einen wundervollen und besinnlichen Anlass feiern kann“, sagte Lois noch, während sie alle durch den Schneefall zum Auto gingen und einstiegen.

*****


Jonathan kämpfte mit der Lichterkette des Baumes.
Er hatte ihn mit seiner Frau vor einer Woche geschmückt und wirklich alle Lichter, der 3 Lichterketten überprüft. Doch trotzdem war gerade gestern Abend eine Birne kaputt gegangen und folglich die ganze Lichterkette ausgefallen.
Wäre es die, mit dem kleinen Lichtchen gewesen, hätte er getan, als wäre es ihm gar nicht aufgefallen. Doch es musste ja die Kerzenkette sein…
So hatte er sich, nachdem die Tiere versorgt worden waren, daran gemacht, jedes der Birnchen zu überprüfen.

Und das war wirklich eine nervenaufreibende Sache… Der Schweiß stand ihm auf der Stirn und er war froh, dass nur Shelby im Haus war und ihm beim Fluchen zuhörte.
Dieser lag ausgestreckt vor der Couch und blickte ab und an hoch. Jetzt gerade hatte er sich wie eine Flunder auf den Boden geräkelt und träumte leise vor sich hin. Ab und zu zuckte eine Pfote und er gab quietschende Laute von sich.
„Dein Leben hätte ich gerne!“, lachte Jonathan, als er das schlafende Tier betrachtete. Und er musste hier schuften…

Doch nun endlich hatte er es geschafft und stieg von der Leiter.
Zuerst einmal streckte er sich ausgiebig, dann steckte er die Stecker wieder in die Steckdose und betrachtete sein Werk. Wunderbar!
Alles leuchtete und schon war der Stress und Ärger vergessen.

Ein Blick auf die Uhr warf nun doch die Frage auf, wo Clark so lange blieb.
Er hatte sich am Morgen verabschiedet, doch bis jetzt hatte er sich nicht wieder blicken lassen. Vermutlich hatte er ein Geschenk vergessen. Wahrscheinlich auch das von Lois…
Jonathan musste lächeln. Sein Sohn war wirklich manchmal sehr wirr.

Er hoffte nur, dass er rechtzeitig für die Vorbereitungen oder zumindest die Gäste kam.
Aber er würde Lana wohl kaum sitzen lassen, wo es doch ihr erstes Weihnachten zusammen war. Er lächelte bei dem Gedanken, seinen Sohn wieder glücklich zu sehen.
Auch wenn das Ereignis vor einigen Monaten mit Mary ihm wieder ein wenig zugesetzt hatte.
Es war schwer, zu sagen, wie es in Clark aussah. Er war verschlossener geworden. Doch nach Außen wirkte er gelassen.

John stand am Fenster und blickte durch das Schneegestöber, als er gerade seine Frau ankommen sah.
Sein Herz machte nach all diesen Jahren der Ehe, noch immer einen Sprung, wenn er seine Frau sah. Noch immer liebte er sie, wie am ersten Tag.

Schnell ging er zur Tür und zog seine anderen Schuhe an, bevor er in das Schneegestöber stürmte, um ihr beim Entladen zu helfen.
„Schatz, schön dass du kommst. Ich habe das mit der Beleuchtung gerade hinbekommen“, begrüßte Jonathan seine Liebste.

Diese drückte ihm die Einkaufstüten aus dem Supermarkt in die Hand und lächelte ihn liebevoll an.
„Das ist ja wundervoll! Dann steht ja nun wirklich nichts mehr im Weg eines perfekten Abends“, sagte sie und schickte ihren Göttergatten hinein, damit sie die Tüte mit seinem Geschenk unauffällig verstauen konnte.
Danach folgte sie ihm nach drinnen.
„Puh, es ist wirklich kalt geworden…“, sagte Martha, als sie die Tür mit einem leichten Fußtritt zu machte. Sie schüttelte leicht ihr Haar, damit die noch nicht geschmolzenen Schneeflocken hinunter fielen.

„Ja, deswegen habe ich auch dir Tiere schon früher hereingeholt“, stimmt Jonatahn mit ein und stellte die Tüten auf de Küchentisch ab.
„Hat dir wirklich noch so viel gefehlt?“, wunderte sich der Farmer und betrachtete kopfschüttelnd die prallen Tüten.

‚Männer!’ Schoss es Martha durch den Kopf.
„Aber Schatz, was wenn jemand unvorbereitet vorbei kommt? Oder  etwas von dem Essen misslingt? Dann hätte ich ja nichts da, um den Abend noch zu retten“, erklärte sie mit einer Engelsgeduld, was jede gute Hausfrau natürlich wusste und beachtete.
„Ist ja gut, mein Engel!“, lenkte ihr Mann ein und legte sein typisches‚ „ich hab doch gar nichts gesagt“-Gesicht auf.
„Weißt du was? Ich werde uns einen Becher Eierpunsch holen und dann genießen wir die letzten ruhigen Minuten, bis der Ansturm losgeht“, warf er ein und küsste sie auf die Wange.
Martha nickte und machte sich derweil schon daran, die Einkäufe zu verstauen.

Sobald ihr Mann außer Sicht war, schnappte sie sich die Tasche und nahm die Schatulle, die der Uhrenmacher, ohne dass sie es bemerkt hatte, auch noch verpackt hatte, und brachte sie unauffällig ins Wohnzimmer, wo sie unter dem Baum verschwand.
Ihr Gatte stand an der Anrichte und schenkte in zwei Gläser Punsch ein.
Schnell huschte Martha wieder zurück und fuhr mit dem Auspacken fort.

Der Farmer kam mit zwei Punschgläsern zurück, die gut gefüllt waren. Eines davon reichte er seiner Frau, während er an dem Anderen trank.
„Auf diesen Abend!“, sprach er einen Toast aus und stieß mit seiner Frau an.

*****



Clark stand an den Bahngleisen von Smallville. Wieder fragte er sich, wie das alles hatte nur geschehen können. Was hatte er nur falsch gemacht? Warum hatte er so schrecklich versagt?
Die Selbstzweifel nahmen schon länger kein Ende mehr. Er fühlte sich so mies, seit jenem verhängnisvollen Tag, als er zu spät kam. Zu spät kam, um einem Menschen zu helfen, den er doch mochte.

Er erinnerte sich noch ganz genau daran, als Mary vor der Tür der Kent Farm gestanden hatte und ihn angegrinst hatte, wie ein Honigkuchenpferd.
Stürmisch war die junge Frau ihm um den Hals gefallen, als würden sie sich seit Jahren kennen.
Und das taten sie ja auch.

Mary war seine Kinderfreundin.
Sie und ihre Eltern hatte die Nachbarfarm bewohnt und so hatten sie und Clark immer miteinander gespielt. Bis zu dem Tag, an dem ihre Eltern die Farm aufgaben, weil ihr Vater einen besseren Job in der Stadt bekommen hatte.
So hatten sich die Wege der Kinder getrennt… Doch vergessen hatten sie einander nie.

Mary hatte sich dazu entschlossen, Clark einen Besuch abzustatten, als sie wegen einer Tagung in Metropolis gewesen war. Und so weit war Smallville ja nicht entfernt.
So hatte sie sich kurzerhand in ihren Wagen geschmissen und war zu den Kents gefahren.
Als die Tür sich öffnete, erkannte Mary sofort Clark wieder und fiel ihm um den Hals.

Doch Clark hatte mehr als nur einen kleinen Moment gebraucht, um herauszufinden, wer sie war. Erst nachdem er sie ein wenig von sich geschoben hatte und sie gefragt hatte, was sie denke, was sie da tue, hatte Mary ihn aufgeklärt.

Was hatten die Beiden gelacht und sich miteinander gefreut.
Clarks Mutter hatte sofort aus dem Stehgreif einen Kuchen gebacken und so einen netten Rahmen für ein sehr langes Gespräch geschaffen.
Denn nach so vielen Jahren hatten sie die Menschen auch einiges zu erzählen. Das war bei Clark und Mary nicht anders.


Sie hatten immer so viel gemeinsam gehabt und hatten eine solch schöne Zeit gehabt.
Als sie die Kühe angemalt hatten, weil sie so langweilig ausgesehen hatten…
Also sie Martha den Apfelkuchen geklaut hatten, um ihn ganz alleine zu essen.
Oh, was hatten sie Sachen angestellt und dafür mit gesenkten Köpfen die Standpauken hingenommen, um danach nur noch mehr Unfug anzustellen.

Doch nun saß kein kleines Mädchen auf der Couch, sondern eine junge Frau, die mitten im Leben stand.
Wie Clark erfuhr, war sie verheiratet und hatte gerade eine Tochter zur Welt gebracht, die sie Isabelle getauft hatte. Sie war glücklich.

Clark sah, dass es Mary wirklich gut ging und sie zufrieden war. Auch seine Eltern sahen das.
Sie waren genau so froh, Mary einmal wieder zu sehen. Sie löcherten die junge Frau mit Fragen über ihre Eltern und wie es ihnen ging. Letztendlich ließen sie sich die Telefonnummer und die Adresse geben, um mit ihnen wieder in Kontakt zu treten.

Nach Stunden des Redens, des Alberns und der Austauschens war dann der Abschied auch leider schon wieder gekommen und Mary stand mit feuchten Augen an der Tür.
„Wein doch nicht! Wir sehen uns bald wieder!“, hatte Clark gesagt und sie in den Arm genommen.
„Ich werde dich bald besuchen!“, hatte er versucht, sie zu beruhigen.
Und so hatte er noch ein paar Minuten auf sie eingeredet und sie noch ein wenig länger aufgehalten und auch aufgeheitert. Eigentlich wollte Mary schon seit einer Stunde unterwegs sein, doch so war es ihr lieber gewesen.
Sie hatte gelächelt, als sie das Haus verlassen hatte. Auch wenn sie nicht wirklich glücklich aussah. Aber man schob das einfach auf die Situation und die vielen verschiedenen Gefühle, die auf sie alle eingeprasselt waren.

Mary hatte sich in ihren Wagen gesetzt und war losgefahren.
Clark war nach draußen zu den Kühen gegangen und wollte seinem Vater dabei helfen, die Tiere zu versorgen.
Irgendwie hatte er ein komisches Gefühl…
Plötzlich klingelte sein Handy und er ging ran. Es war Mary, die ihn aus lauter Spaß noch einmal anrufen wollte. Sie war gerade an den Gleisen angekommen und sagte, sie müsse vor der Schranke warten.
Dann hörte Clark sie fluchen und letztendlich schreien. Auch hörte er Blech bersten und lautes Gepolter.
Ohne zu fragen, was Sache war, rannte er mit Superspeed los, zu dem Punkt, wo Mary war. Das Handy hatte er noch immer an sein Ohr gepresst. So hörte er, wie Mary schrie und auch weinte. Und er hörte auch, wie der herannahende Zug zu bremsen begann.
Er versuchte alles aus seinem Körper herauszuholen.

Doch so sehr er sich auch anstrengte, er schaffte es nicht mehr.
Der Zug erfasste den auf der Seite liegenden Wagen und schleppte ihn ein Stück mit sich, bevor er zum Stehen kam.
Clark wusste, dass Mary das nicht überlebt haben konnte. So blickte er nur geschockt und unbeweglich auf das Wrack, während ihm die Tränen über die Wangen liefen.
All seine Superkräfte hatten ihm nicht geholfen. Er hatte versagt und hatte Mary nicht retten können.

Für was war er also gut?
Brachte er doch keinem Glück, der mit ihm zu tun hatte.
Wie oft hatte er seine Freunde in Gefahr gebracht? Wie Gott verdammt oft?
Und überhaupt, wenn er nicht existieren würde, dann würde es allen hier besser gehen! Es gäbe keine Freaks, keinen Ärger. Alle würden glücklich und zufrieden leben!
Warum gab es ihn?!?
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