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Spuren im Schnee

von cyndi
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
24.11.2006
28.05.2007
10
8.071
 
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7 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
24.11.2006 828
 
Hallo ihr Lieben!
Das ist meine 1. WaT-Fanfic. Ich hoffe ihr mögt sie. Natürlich würde ich mich sehr über Reviews von euch freuen, damit ich weiß, was euch gefallen hat und was ich unbedingt noch verbessern muss.
Lg cyndi




Spuren im Schnee


1. Kapitel "Ein schrecklicher Tag"

Die Sonne versank golden schimmernd hinter den großen, nun schwarzen Häuserfassaden. Der Tag wurde still. Die Geräusche, die von der Straße kamen nahm sie kaum wahr.
Hier stand sie nun. Auf ihrer großen, mit wunderschönen Grünpflanzen bestückten Dachterrasse. Es war der einzige Ort an dem Judy nachdenken konnte. Der einzige Platz in dieser überfüllten Stadt, an dem sie nicht der Hektik ihres Alltags ausgesetzt war und mit Problemen konfrontiert wurde.
Sie ließ sich auf eine steinerne Bank fallen und der kühle Abendhauch umspielte sanft ihr Haar. Judy schloss die Augen, kniff sie so fest zu, dass lauter bunte Sterne in der Schwärze zu tanzen begannen. Sie atmete schwer ein und aus.
Doch dieses Mal war es ihr nicht möglich abzuschalten. Es war das erste Mal, dass sie die Sorgen nicht in der Wohnung hinter der verglasten Tür lassen konnte. Ihre Ängste hatten sie bis auf die Terrasse, ihre heilige, ruhige Oase, verfolgt.
Sie saß da, ohne sich zu rühren. So einen Tag hatte sie noch nie erlebt. Die Eindrücke die auf sie eingeströmt waren, konnte sie nicht verarbeiten. Judy fühlte sich wie ein Computer, dessen Speicherplatz vollkommen belegt ist, wie ein Buch ohne leere Seiten. Wohin mit ihren Gedanken und Gefühlen?
Sie erhob sich von ihrem Sitzplatz und schaute über die Brüstung hinunter auf die wenigen Menschen, die über den Bürgersteig hetzten. Von hier oben, konnte sie gut beobachten. Sonst hatte sie immer Neugier und Freude dabei empfunden. Doch heute nicht.
Ihr schwebte die ganze Zeit das Bild von Kathleen vor. Wie ihre Freundin regungslos in dem weißen Klinikbett gelegen hat, kaum zu erkennen. Blaue Flecken übersäten ihre Arme und ihr Gesicht und über der Braue klaffte eine tiefe Schnittwunde. Oh Kathleen!
Judy erinnerte sich an die beiden Männer in dunklen Anzügen, die plötzlich in das Krankenzimmer stürmten. Beide ungefähr so alt wie Judy, aber trotzdem wirkten sie wie starke Autoritätspersonen. Der Eine, ein Latino, stellte sich und seinen Partner als Agents Fitzgerald und Taylor vor. Sie wollten Kathleen einige Fragen stellen, doch die junge Frau war nicht ansprechbar. Sie lag im Koma.

Judy fuhr aus ihren Gedanken hoch, als sie bemerkte, dass eine kleine, salzige Träne über ihre schmale Wange kullerte. Sie wischte sich die Augen. Aber das Schluchzen war nicht zu unterdrücken.
Judy hatte heute schon einmal geweint. Der südländische Agent, hatte ihr erklärt, was Kathleen zugestoßen war. Außerdem hatte er an Judy auch einige Fragen. Als sie seinem Bericht lauschte, stiegen ihr die Bilder des Verbrechens wie ein Fotoroman in den Kopf. Sie sah Kathleen, alleine in ihrer Wohnung. Es klopfte an der Tür und Kathleen öffnete. Der Mann, als Handwerker verkleidet, schlug sie brutal nieder und verwüstete ihre Wohnung. Doch er war kein gewöhnlicher Einbrecher. Er nahm nichts mit. Er suchte etwas.

Judy konnte es nicht ertragen. Warum Kathleen? Wieso wurde ihr das angetan? Sie fand keine Antwort. Judy wusste nur, dass sie jetzt ruhig bleiben musste. Sie würde alle Kraft für Kathleen brauchen.
Die Nacht wurde zunehmend kühler. Judy entschied sich, in die warme Wohnung zu gehen. Sie setzte sich auf das Sofa und kuschelte sich in eine weiche Decke. Um ein wenig Zerstreuung zu finden, nahm sie ein Buch zur Hand. Doch die weißen, mit schwarzen Buchstaben verzierten Seiten, konnte keine Anziehungskraft auf Judy ausüben. Ihre Gedanken schweiften wieder ab. Sie dachte an Kathleen, an den Agent und das schreckliche Verbrechen.
Judy klappte das Buch zu und legte es auf dem Couchtisch, der vor ihr stand, ab. Dabei fiel ihr Blick auf eine Visitenkarte, welche sich ebenfalls auf dem niedrigen Glastisch befand. Automatisch griff sie nach ihr. Eine rechteckige Karte, aus festem, beigefarbenem Papier. Auf ihr stand die Nummer des FBI-Büros. Genauer gesagt, war es die Nummer der Spezialeinheit, die sich mit verschwundenen Menschen befasste. Agent Taylor hatte Judy das Kärtchen zum Abschied in die Hand gedrückt. „Melden Sie sich bitte, wenn Sie uns doch noch helfen können.“
Erst jetzt fiel Judy auf, dass alles keinen Sinn ergab. Vorhin im Krankenhaus hatte sie keinen klaren Gedanken fassen können. Aber nun, alleine in ihrer vertrauten Umgebung, wurden ihr die Ungereimtheiten deutlich.
Warum beschäftigten Agents, die in der Missing Person Unit waren, sich mit Kathleens Fall? Es war doch kein Mensch verschwunden. Oder doch? Hatten die Agents Judy nicht die Wahrheit gesagt?
Sie warf die Visitenkarte mit einem Anflug von Ärger auf den Tisch. Ihr Kopf schmerzte. Sie beschloss eine Schmerztablette zu nehmen und sich dann schlafen zu legen.
Ihre Nacht war geprägt von Alpträumen. Unzählige Male wachte sie schweißgebadet auf.
Am nächsten Morgen, fühlte sich Judy, wie von einem Lastwagen überrollt. Doch an Schlaf war nicht zu denken. Sie frühstückte schnell, zog sich ihren dünnen Mantel über und verließ ihre Wohnung.
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