Alles wie immer

von Jean
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Broots Dr. Sydney Green Jarod Mr. Lyle Mr. Parker Ms. Parker
02.11.2006
02.11.2006
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“Miss Parker, Miss Parker“. Broots stürmte in das Büro seiner Vorgesetzten.
Mit voller Wucht stieß er die beiden Flügeltüren auf und merkte zu spät, dass Parker dahinter stand und gerade einen Schluck aus ihrer Kaffeetasse nehmen wollte.
Von der Wucht der Tür getroffen, verschüttete sie den heißen Inhalt der Tasse über ihre Versage Hose und über den vierzig Seiten umfassenden Centrebericht, den sie noch einmal überflogen hatte und ihrem Vater aushändigen wollte.
Er beinhaltete die Ereignisse der letzten Verfolgung von Jarod, die natürlich ohne Erfolg gekrönt blieb.
Parker hatte den Bericht bereits von ihrer Festplatte gelöscht. Nun erstreckten sich, über das ausgeduckte Exemplar, Rinnsale von Kaffee.

„Broots! Sie verdammter Vollidiot. Sie vertrottelter.....“ .
„Ich hab ihn!“
„Sie haben wen?“ Miss Parkers Stimme war schneidend scharf. Sie schenkte ihrem Mitarbeiter nur ihre halbe Aufmerksamkeit, während sie versuchte ihre Hose mit Papiertüchern trocken zu tupfen.
„Ich habe Jarod“, antwortete Broots und sein Grinsen zog sich von einem Ohr bis zum anderen.
Miss Parker, die immer noch dabei war das Chaos auf ihrer Hose zu begrenzen, schaute, als Broots Worte zu ihr durchgedrungen waren, ruckartig und fragend auf.
„Was sagten Sie Broots?“
„Ich habe Jarod.“ Sein Grinsen wurde noch breiter. „Als ich routinemäßig die Terminals des Centres und deren Verbindungen zu den Zentralrechnern der meisten Länder, mit denen das Centre geschäftliche Bindungen knüpft, überprüft habe, habe ich eine E-Mail gefunden.
Vor nicht mal zwei Stunden wurde sie aus Kalifornien in das Innenministerium für “Menschenrechte“ in Brooklyn geschickt. Sie war unterzeichnet von einem gewissen Jarod Flint. Ich habe den Namen durch die Datenbank gejagt und bin fündig geworden. Bei Jarod Flint, handelt es sich um unseren Jarod. Dieses Passfoto beweist es.“ Er hielt das ausgedruckt Bild hoch.
Miss Parkers Mine hellte sich auf. „Wissen Sie wo genau Jarod sich in Kalifornien aufhält?“
„Nein, nicht genau, aber es ist sehr wahrscheinlich das es sich nur um die Orte Apple Vally, und Victorville handeln kann.“
„Worauf warten Sie noch? Lassen Sie den Jet fertig machen, ich fliege nach Kalifornien. Soweit ich weiß, liegt der Flughafen ganz in der Nähe von diesen zwei Nestern.“
„Ja sofort, ähm Miss Parker, wegen ihrer Hose....“
„Vergessen Sie’s, sollte es wahr sein, dass Jarod sich noch in Kalifornien aufhält, werde ich darauf verzichten ihre Gehirnmassen an der Wand zu verteilen.“
Sie zwinkerte Broots zu und ging ins Badezimmer um sich um zu ziehen.
Wie gut, dass sie im Centre Kleidung zum wechseln aufbewahrte.

In einem kleinen Motel in Kalifornien, saß Jarod an seinem Laptop und schickte gerade eine E-Mail an das Innenministerium für Menschenrechte.
Zurzeit nannte er sich Jarod Flint und hatte gerade einen Anwalt hinter Gitter gebracht, der asiatische Arbeiter weiträumig in die USA schmuggelte und damit den größten Teil seiner Immobilien finanzierte.
Nun mussten sich die schönen Villen andere Besitzer suchen.
Die Mail enthielt seinen vollständigen Bericht.
Eigentlich hatte er vor gehabt, dieses verschlafene Nest nach getaner  Arbeit zu verlassen und sich irgendwo anders nützlich zumachen. Doch in keiner Zeitung hatte er eine Intrige oder ähnliches gefunden, wo auch nur annährend seine Hilfe gebraucht wurde.
Da fiel ihm ein, dass er noch nie Urlaub gehabt hatte. Also warum nicht heute damit anfangen? Und warum nicht hier, im sonnigen Kalifornien?
Wer vom Centre würde ihn schon in einem Kaff wie Apple Valley vermuten?

Als Miss Parker aus dem Bürobadezimmer trat, klingelte ihr Telefon.
„Was ist?“, meldete sie sich auf ihre üblich charmante Weise.
„Der Jet ist startklar Miss Parker“, antwortete eine leicht eingeschüchterte Männerstimme.
„Ich komme sofort“, sagte Miss Parker und legte auf.
Auf dem Weg zum Rollfeld lief sie in einem der unzähligen Centreflure ihrem Zwillingsbruder Lyle in die Arme.
Na toll, alle guten Dingen sind drei, wer weiß vielleicht stürzt der Jet noch ab, dachte sie missmutig und erinnerte sich an ihre Hose und an die Ströme von Kaffee.
“Miss Parker“, begrüßte Lyle, auf die förmlich distanzierte Weise, die zwischen den Geschwistern herrschte, seine Schwester.
„Ich habe gehört wir haben den derzeitigen Aufenthaltsort von Jarod lokalisiert.“
“ `Ich`, habe die kleine Laborratte aus ihrem Loch getrieben, `Sie` waren ja mit anderen Dingen beschäftigt.“ Mit einem Kopfnicken deutete sie auf die hübsche Sekretärin von Lyle die schüchtern neben ihrem Vorgesetzten stand.
„Wie Sie schon einmal sagten Schwesterchen, bei der Suche nach Jarod gibt es kein `Ich` sondern nur ein 'Wir'. Also worauf warten Sie noch, der Jet ist startklar und wenn wir jetzt nicht gehen, fliegt er ohne uns los“, war die sarkastische Reaktion von Lyle auf Miss Parkers schnippische Anspielung.
„Irrtum Lyle, ich fliege Sie bleiben hier. Der Jet wurde nur für eine Person hergerichtet“, sagte Miss Parker, wohl wissend, dass das kein Argument war. „Tut mir leid Lyle, aber für Sie ist  kein Platz mehr.“
Sie schenkte ihrem Bruder noch ein zuckersüßes Lächeln und wandte sich ab,
wurde aber von Lyle mit festem Griff am Oberarm zurückgezogen und gegen die Wand gepresst.
Wütend funkelte sie ihn an. Lyle lies sich von ihrem typischen “Ich bringe Sie um“ Blick nicht aus der Ruhe bringen.
Sein Blick wanderte an ihr herunter zu ihren Beinen, die durch den verboten kurzen Rock nicht besonders bedeckt waren. Dann wieder hinauf zu dem V-Ausschnitt ihrer hautengen Bluse und blieb in ihren vor Wut sprühenden Augen hängen.
„Sie sind wirklich bezaubernd wenn sie wütend sind“. Er lächelte sie lüstern an, ließ ihren Arm los und wandte sich dann in Richtung Mr. Parkers Büro ab.
Wütend blickte sie ihrem Bruder hinterher, dann setzte sie, sich den schmerzenden Arm reibend, ihren Weg zum Rollfeld fort.

Durch das “Kling“ das anzeigte, dass eine E-Mail eingetroffen ist, wachte Jarod auf.
In letzter Zeit litt er unter Schlafproblemen und wurde schon von den leisesten Geräuschen wach.
Die Mail enthielt die Bestätigung dass sein Bericht im Innenministerium angekommen ist.
Als er sich die Mail durchgelesen hatte, dachte er über das nach was er gerade geträumt hatte.
Dieser Traum verfolgte ihn schon seit Wochen, er hatte mit den Schlafproblemen begonnen.
Es war immer derselbe. In seinem Traum war er wieder ein Kind, was glücklich bei seinen Eltern aufwächst. Ganz plötzlich ist er erwachsen und blickt in das Gesicht seiner Mutter.
Ihre blauen Augen sprühen vor Lebenslust und sie lächelt ihn mit dem warmen Lächeln einer Mutter, die ihr Kind über alles liebt, an.
Gerade als er seine Mutter umarmen will, verändert sich ihr Gesicht und schließlich blickt er in die blauen  Augen von Miss Parker.
Sie lächelt ihn an. Nicht mit ihrem hämischen oder überlegenden Lächeln, sondern mit einem Lächeln was ein Gefühl der Geborgenheit in ihm auslöste. Er versucht sie zu berühren, doch sie entfernte sich langsam von ihm.
Er streckt seine Hand nach ihr aus um sie doch noch zu berühren und sie am gehen zu hindern, doch ohne Erfolg.
Jedes mal wachte er an dieser Stelle auf. Er konnte sich einfach nicht erklären was dieser Traum zu bedeuten hatte. Vielleicht sollte er den Beruf des Traumdeuters als nächsten Pretender Job in Erwägung ziehen. Wahrscheinlich würde er dann endlich verstehen können, warum er immer wieder von Miss Parker träumte.
In letzter Zeit dachte er sowieso oft an sie. Er könnte sie ja anrufen. Nein, doch besser nicht, wer weiß ob das Centre ihr Handy überwachen lässt. Vielleicht könnten sie ihn so orten. Doch eigentlich wusste er Telefonortungsversuche gut zu verhindern.
Nun, dann rief er eben nicht heute an, aber tun würde er es auf jeden Fall.
Seit längerem hatte er schon keine Hinweise mehr an das Centre geschickt und so gab es auch keine Verfolgung. Eigentlich sollte er froh sein, dass sie ihn so lange nicht gefunden haben und er so der Hetzjagd entkommen ist. Zu seinem größten Verwundern stellte er fest, dass er Parker vermisste.

Im Centre beschwerte sich Lyle bei seinem Vater über seine Schwester.
„Sie übergeht mich bei dem Pretender Projekt, ignoriert ständig meine Befehle und nimmt mich nicht für voll“, sagte Lyle wütend.
Mr. Parker tat die Beschwerde seines Sohnes mit einer abweisenden Handbewegung ab.
“Solange sie mit der Jagt nach Jarod beschäftigt ist, kannst du dein Projekt in Ruhe ausführen. Du weist ja was sie von Auftragsmorden hält“.
„Ja, aber es geht hier doch nicht darum, dass sie mich bei meinen Projekten stören könnte, sondern darum, dass sie mir schadet wann immer sie kann und dass sie meine Autorität nicht anerkennt. Meine Kollegen zerreißen sich schon das Maul darüber! Wenn das Triumvirat davon Wind bekommt, werden sie an meinem Durchsetzungsvermögen zweifeln. Dann stehe ich auf der Abschussliste“, entgegnete Lyle aufgebracht.
„Verdammt Lyle, sie ist deine Schwester, ich weiß über euer gespanntes Verhältnis bescheid aber es geht nicht nur von ihr aus. Du versuchst sie zu unterdrücken, da ist es doch kein Wunder, dass sich mein Engelchen auflehnt. Sie ist eine Parker, Parkers lassen sich nicht unterdrücken, das solltest du doch am besten wissen“, erwiderte Mr. Parker gereizt und deutete auf Lyles Hand, an der der Daumen fehlte.
„Ich würde mich wirklich freuen wenn ihr euch wenigstens ein bisschen zusammenreißen würdet“.

Im Centrejet auf dem Weg nach Kalifornien klingelte Miss Parkers Handy.
„Broots? Haben Sie das Verdammte Kaff gefunden in dem Jarod sich aufhält?"
„Hier ist Sydney und ja wir haben den Ort lokalisiert. Er ist zurzeit eindeutig in Apple Vally und noch was, der Anschluss des Computers den er benutzt ist momentan aktiv.“
„Das sind ja einmal gute Nachrichten, Sydney“, sagte Miss Parker hocherfreut.
„Sagen Sie Syd, haben Sie etwas von meinem  Bruder gehört? Er schien etwas eingeschnappt darüber zu sein, dass ich ihm keinen Bericht erstattet habe und auch diese Reise alleine durchführe“, fragte sie mit sarkastischem Unterton in ihrer Stimme.
„Nein Parker. Mister Lyle hatte eine Unterhaltung mit ihrem Vater und ist dann in seinem Büro verschwunden. Bis jetzt hat er es noch nicht verlassen.“
„Oh, ich kann mir schon denken was er dort treibt, aber das will ich mir lieber nicht vorstellen“, sagte sie leicht angewidert.
„Entschuldigung Miss Parker aber würden Sie bitte ihr Handy abschalten? Wir befinden uns bereits auf dem Landeanflug“, fragte einer der Personalleute höflich.
„Ich muss Schluss machen Syd, ich melde mich wieder wenn ich Jarod habe“, verabschiedete sich Parker und lies ihr Handy zuschnappen. Der Jet flog einen Bogen und steuerte den Kalifornischen Flughafen an.

Nachdem Jarod sich ein Fertigmenü  aufgewärmt hatte (die er zurzeit einfach klasse fand), schaltete er den Fernseher an.
Gerade liefen die NBC News. Die Kamera schwenkte gerade von der Reporterin auf das von Presseleuten umzingelte Gerichtsgebäude um. Dieses wurde gerade von einem Mann in einer Menschentraube verlassen, was die Aufmerksamkeit aller Reporter auf sich zog.
Aus dem Hintergrund konnte man die Stimme der Reporterin hören.
“Der Anwalt Joshua  Mc Kinkly  wurde heute Nachmittag auf grund eines Formfehlers  in der Verhandlung freigelassen. Eigentlich hätte er eine Freiheitsstrafe von 7 Jahren verbüßen müssen….“
Vor Schreck blieb Jarod das Stückchen Hähnchenmedaillon, welches er gerade genüsslich gekaut hatte, im Hals stecken.
Wie konnte das sein? Er hatte umfangreiche Beweise geliefert und das Gericht hatte ihm zugestimmt das sie Mc Kinkly schwer belasteten.
Also warum war er wieder auf freien Fuß gesetzt worden?
Hatte er den hiesigen Richter bestochen? Oder hatte irgendein hohes Tier in einer mächtigen Position ihm geholfen? Vielleicht sogar das Centre?
Wie auch immer, er musste diesen Mistkerl erneut in den Knast bringen. Er konnte nicht zu lassen, dass Mc Kinkly seine illegalen Machenschaften weiterführte.
Er würde ihn schon klein kriegen, schließlich war er ein Pretender und machte seine Sache gut.
Wenn doch nur Miss Parker endlich aus seinen Gedanken verschwinden würde.

Auf dem Flughafen von Kalifornien studierte Miss Parker eine Straßenkarte um den kürzesten Weg nach Apple Vally zu finden.
Sollte sich  Jarod wirklich noch in diesem Kaff aufhalten, würde sie ihn finden.
Ihr Vater würde hoch erfreut sein und Lyle würde endlich aus ihrem Leben verschwinden.
Was dachte sie da? Nicht nur Lyle würde Verschwinden, ihr Leben würde auch endlich nicht mehr vom Centre bestimmt werden.
Aha, wenn sie die Umgehungsstraßen, die nach Apple Vally führen, nehmen würde, könnte sie mindesten 25 Minuten sparen. Miss Parker setzte sich in den Leihwagen und fuhr Richtung Apple Vally.
Das Jagdfieber glänzte in ihren Augen.


In dem kleinen Motel war Jarod gerade im Begriff seinen Anzug anzuziehen und zum Gericht zu fahren, um eine erneute Anklage gegen Joshua Mc Kinkly zu bewirken, als die Tür mit voller Wucht aufgetreten wurde.
Fünf Männer mit maschinen Pistolen stürmten in die Wohnung und richteten ihre Waffen auf Jarod. Hinter ihnen trat ein Mann durch die nun in den Angeln hängende Tür. Sie fiel hinter ihm wieder zu.
“Sie dachten sie könnten mein Leben und meine Geschäft versauen in dem sie mich in den Knast bringen, wie? Tja, falsch gedacht. Jetzt werden sie für den Versuch bezahlen!“
Mc Kinkly befahl einem seiner Männer Jarod eine Kugel in den Kopf zu jagen.
In dem Moment wo dieser abdrücken wollte, wurde die Tür erneut aufgetreten.

“Verschwinden Sie“! brüllte Jarod. Miss Parker, die diesen Wink nicht verstand, lächelte amüsiert. “Das hätten sie wohl gerne, was?“
Mit einem Triumphierenden Lächeln nährte sie sich Jarod.
“Sie werden sie umbringen, “ versuchte es Jarod noch einmal. “Wer denn, Wunderknabe? Es ist doch niemand hier.“
“Dann drehen sie sich mal um Lady“, mischte sich nun auch Mc Kinkly ein.
Miss Parker drehte sich um und sah die vier bewaffneten Männer, die sich in der hinteren Nische des Wohnzimmers verborgen hatten.
Der fünfte trat gerade hinter der Wand hervor, die, die Küche von dem Wohnzimmer trennte und vor der Jarod immer noch kniete.
Mc Kinkly blickte Miss Parker mit einem kalten Lächeln in die Augen. “Waffe weg“, war seine knappe Anweisung.
Wiederwillig legte Miss Parker ihre Waffe auf den Boden und stieß sie mit dem Fuß zu einem von Mc Kinklys Handlangern.
„Sehr gut“, lobte Kinkly und nährte sich langsam Miss Parker.
Diese wich zurück, stieß aber schnell auf die Zimmerwand.
Als Mc Kinkly direkt vor ihr stand, stützte er sich mit einer Ruckartigen Bewegung an der Wand ab und hielt sie so zwischen dieser und seinen Armen gefangen.
Er fuhr ihr durch das dunkle Haar, über die Wange und blickte ihr schließlich in die Augen.
„Zu schade, dass Sie in diese kleine Außeranderssetzung hinein geplatzt sind“, sagte er mit einem Bedauern, das keines Falls gespielt war.
“Sie hat überhaupt nichts gesehen“, mischte sich nun auch Jarod ein und erntete dafür einen harten Schlag in den Rücken. “Lassen Sie, sie gehen! Ich bin es doch, den Sie wollen“, fuhr Jarod unter Keuchen, doch keineswegs eingeschüchtert fort.
Gerade als einer von Mc Kinklys Männern erneut zum Schlag ausholen wollte, hob dieser die Hand. „Trevor bitte.“ die Worte waren an den Mann gerichtet der Jarod festhielt.
“Jarod, ich bin Geschäftsmann, das müssten Sie doch wissen! Was bekomme ich dafür, wenn ich sie gehen lasse?“, fragte Mc Kinkly und trat einige Schritte von Miss Parker zurück.
„Ich wäre aber bereit, ein Abkommen mit dieser Lady hier zu treffen.“ Er musterte Miss Parker von oben bis unten. „Wäre doch schade, wenn ich sie erschießen müsste.“
Er bedachte Miss Parker mit einem lüsternen Lächeln, griff  nach ihr und zog sie an sich.
„Ich könnte eine hübsche Frau an meiner Seite gut gebrachen.“ Mit einer schnellen Handbewegung legte er ihr seine Hände auf den Po und presste sie gegen sein Geschlecht.
„Nicht mal in ihren Träumen“, sagte Miss Parker bebend vor Wut und stieß Mc Kinkly von sich.
„Pech für dich, Süße! Schaft die beiden raus und erledigt sie im Wald“, befahl Kinkly seinen Männern. „Wir wollen doch nicht noch mehr auffällige Spuren hinterlassen“, sagte Kinkly und deutete auf aus den Angeln gehobene Tür. Mittlerweile hatte es begonnen zu regnen.

Im Centre fragte Mr Parker Lyle, ob er etwas von seiner Schwester gehört habe.
“Bin ich ihr Babysitter?“, war die etwas ungehaltene Antwort von Lyle.
„Lyle bitte, ich mache mir Sorgen um deine Schwester. Sie wollte sich melden wenn sie in Apple Vally angekommen ist“.
„Sie wird sich schon melden, Dad. Entschuldige aber mein Sweeperteam ist eingetroffen, ich muss los! Die Aufträge erledigen sich nicht von alleine“.

Zwei von Kinklys Handlangern brachten Jarod und Miss Parker tief in den Wald.
Jarod befand sich immer noch in der Gewalt von Trevor, mit einem Tritt in die Kniekehlen schickte dieser Jarod zu Boden.
Miss Parker wurde von dem anderen Mann gegen einen Baum geschleudert.
„Wirklich schade“, sagte er, als er ihre eigene Waffe auf Parker richtete.
„Quatsch nicht, Matthew, drück endlich ab“, sagte Trevor.
Es Donnerte. Von der Lautstärke des Donners irritiert wurden die beiden Männer unvorsichtig.
Diesen Moment der Verwundbarkeit nutzte Jarod aus. Er schnellte hoch und rammte seinen Ellenbogen in das Gesicht seines Schafrichters und brach ihm damit das Nasenbein.
Matthew wurde von dem Schmerzerfüllten Aufschrei Trevors abgelenkt. Dieses nutzte wiederum Miss Parker, sie trat ihn zwischen die Beine.
Vor Schmerz sank Matthew auf den vom Regen aufgeweichten Boden und blieb liegen.
Jarod verpasste seinem Peiniger noch einen Faustschlag, dann blieb auch dieser regungslos liegen.
„Parker nehmen Sie die Handschellen und ketten Sie die Mistkerle zusammen“, wies er Miss Parker an und reichte ihr drei paar Handschellen, das erste paar löste er vom Gürtel seiner Hose. Er hatte es dort befestigt, als er zum Gericht aufbrechen wollte.
Das zweite und dritte Paar nahm er den beiden Männern ab.
Miss Parker tat was Jarod ihr gesagt hatte und sammelte, nachdem sie beiden Männern noch einen Tritt in den Unterleib verpasst hatte, ihre Waffe auf, die Matthew nach ihrem ersten Tritt hatte fallen lassen.

Der Regen hatte sich in einen heftigen Platzregen verwandelt. Blitze zuckten über den, von Pechschwarzen Wolken bevölkerten Himmel.
Miss Parker und Jarod standen immer noch an derselben Stelle.
Miss Parker schaute Jarod an. Das Regenwasser floss in Strömen über sein Gesicht.
„Was haben Sie jetzt vor?“, fragte dieser.
„Was wohl, ich schaff Sie zurück ins Centre“!
Ein Blitz schlug nicht mal 100 Meter neben den beiden ein. Er spalte den Baum, gegen den Miss Parker noch vor ein paar Minuten von Matthew geschleudert wurde, in zwei Hälften.
„Sie sollten ihr Vorhaben verschieben, wenn Sie nicht von einem Blitz erschlagen werden wollen“, sagte Jarod mit einer Arroganz die Parker fast dazu veranlasste ihm sein Gesicht zu zerkratzen.
„Kommen Sie, vor ein, zwei Tagen hab ich hier in der Nähe eine Kleine Blockhütte gesehen, wir könnten sie in ein paar Minuten erreichen“. Diesmal ließ Jarod die Arroganz weg.
Ein weiterer Blitz schlug ein, diesmal nicht mal 50 Meter von den Beiden Entfernt.
„Gut lassen Sie uns zu der Hütte gehen, aber glauben Sie nicht, dass ich mich von diesem kleinen Unwetter davon abhalten lasse, Sie zurück zu bringen“, sagte Miss Parker.

Die kleine Blockhütte kam in Sicht, mittlerweile hatte es begonnen zu hageln.
Jarod zog die Tür, die glücklicherweise nicht verschlossen war, auf und die Beiden stürmten in den Vorraum. Jarod sah sich um. Bei näherem Betrachten zeigte sich, dass der Vorraum der einzige Raum war den es in der Hütte gab. Ein Tisch mit vier Stühlen, ein großer Schrank und ein Bett stellten das einzige Mobiliar da, das es in dem Zimmer gab.
Jarods Blick schweifte über die spartanische Einrichtung und blieb dann an Miss Parker hängen. Sie zitterte vor Kälte, von den Haarstränen die ihr wirr ins Gesicht standen tropfte das Regenwasser. Nun sah auch Miss Parker Jarod an. Er wollte den Blick abwenden, konnte es aber nicht.
Er wusste selbst nicht was über ihn kam, aber in diesem Moment begehrte er sie mehr als alles andere.
Mehr noch als endlich wieder mit seiner Familie vereint zu sein.
Jarod kämpfte gegen dieses ungewohnte Gefühl an.
Diese Frau die im dort gegenüber stand, verfolgte ihn seit fast zwei Jahren. Schlimmer noch sie gehörte zum Centre, war die Tochter des Mannes der ihn dreißig Jahre eingesperrt und ausgebeutet hatte. Und doch begehrte er sie, wollte sie berühren, sie festhalten und nie wider loslassen.
Jarod rief sich immer wieder ins Gedächtnis, dass Miss Parker kalt und herzlos war, doch wusste er nur zu gut, dass das nicht stimmte. Dass das nur eine Maske war, die sie aufsetze um nicht enttäuscht oder verletzt zu werden. Doch so wie sie nun vor ihm stand, durchnässt und zitternd vor Kälte sah er nur eine verletzliche Frau, die einen fast unüberwindbaren Schutzwal aufgetürmt hatte. Doch dieser Schutzwall bekam jetzt Risse.
Der Drang, sie in den Arm zunehmen, sie festzuhalten und zu trösten, weswegen auch immer; wurde immer stärker.
Noch ehe er sich versah ging er auf Miss Parker zu, umfasste ihre Tallie, zog sie zu ich und küsste sie leidenschaftlich.
Er merkte dass sie sich versteifte. Als Jarod  gerade aufhören und sich entschuldigen wollte, stieß sie ihn unsanft von sich und richtet ihre Waffe auf ihn.

Miss Parker stand zitternd und vollkommen verblüfft vor Jarod. Er hatte es gewagt sie zu küssen. Jarod hatte sie einfach geküsst. Ihre Verwirrtheit und Hilflosigkeit, die sie gespürt hatte als sich ihre Lippen berührten, hatte sie längst abgelegt. Nun brodelte in ihr die kalte Wut. Sie hasste es die Kontrolle zu verlieren und Jarod schaffte es immer wieder, dass das passierte. Aber nun hatte er das Fass zum überlaufen gebracht. Seit dem Tod ihrer Mutter hatte sie sich nicht mehr so hilflos gefühlt wie in dem Moment, als er sie zu sich zog. Sie war einfach nicht in der Lage gewesen sich zu wehren und dafür hasste sie ihn.
Nein, das stimmte nicht. Sie wäre nie dazu in der Lage ihn zu hassen und das wusste sie genau. Jarod war der einzige der es verstand ihren Schutzwall zu durchrechen, der sie dazu brachte ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen und dafür dankte sie ihm.
Sie wünschte sich schon lange sich einfach nur fallen zu lassen, denn sie wusste das Jarod sie auffangen würde. Doch das konnte sie nicht, denn wenn sie es täte dann würde er ihre sanfte Seite entdecken. Die, die sie schon für immer verloren geglaubt hatte. Die aber immer noch da war und nur tief in ihr schlummerte. Aber kannte er diese Seite denn nicht schon?
Was würde es schon für einen Unterschied machen wenn sie sie ihm auch jetzt zeigte.
Ohne das er durch einen Pretend in sie hinein gelangte, sondern von sich aus.
Es würde einen großen Unterschied machen und das wusste sie genau. Wenn sie es täte, dann würde er sie immer unter Kontrolle haben und sie wäre nicht mehr in der Lage ihn zu jagen.
Aber sie brauchte ihn, er war ihre Freikarte aus dem Centre. Aber könnte sie nicht einfach mit ihm gehen? Nein, Niemals, das würde… Sie wusste nicht was sie tun sollte. Wenn Jarod sie doch nur nicht so ansehen würde.
Trotz des Zitterns das ihren ganzen Körper durchlief hielt sie ihre Waffe mit festem Griff auf Jarod gerichtet.

„Miss Parker...“, begann Jarod aber viel weiter kam er nicht. „Nein Jarod, ich will nichts hören“, schnitt sie ihm das Wort ab. Sie musste sich sehr zusammen nehmen um ihre Stimme unter Kontrolle zu halten. Denn am liebsten wollte sie einfach nur losheulen, sie konnte sich selbst nicht erklären wieso. Sie sah in seine Augen und was sie dort sah verwirrte sie. Sie spiegelten Trauer, Leid und  Schmerz wieder. Aber gleichzeitig konnte sie auch Wärme und Liebe in ihnen sehen.
Jarods Augen zeigten die Gefühle die in ihrem Inneren um Vorherrschaft kämpften und das verwirrte sie. Ohne es zu merken lies sie ihre Waffe sinken.
„Parker bitte… es tut mir Leid, ich wollte nicht… ich, “ versuchte Jarod wieder zu erklären, doch fielen im die richtigen Worte nicht ein. Zum ersten Mal in seinem Leben fand er nicht die richtigen Worte um seine Gefühle und Gedanken zu beschreiben. Zum ersten Mal, wusste er nicht, was er sagen sollte.
Er ließ einfach die Arme sinken und sah sie nur an. Auch jetzt noch begehrte er sie, noch mehr als vorher.

Miss Parker war viel zu aufgewühlt um noch etwas sagen zu können. Außerdem fürchtete sie, dass Ihre Stimme sie entgültig im Stich lassen würde wenn sie den Mund auf machte.
Sie blickte einfach nur wie gebannt in seine Augen.
Zu spät bemerkte sie, dass Jarod sich ihr nährte, zu spät registrierte sie seine Arme die sich wieder um ihre Tallie legten und sie sanft zu ihm zogen.
Sie wollte protestieren, doch nun schnitt Jarod ihr das Wort ab. Nicht mit irgendeiner Entschuldigung sondern mit einem weiteren leidenschaftlichen Kuss.
Sie versteifte sich wieder, doch dieses Mal ließ er sie nicht los, sondern presste sie fest an sich. Er küsste sie unaufhörlich, bis er merkte dass sie sich entspannte und seine Küsse erwiderte. Erst dann lockerte er seinen Griff.
Miss Parker wusste nicht wie ihr geschah, wusste nicht wieso sie ihm erlaubte sie so zu berühren, sie zu Küssen. Nur eines wusste sie, sie wollte nicht, dass er aufhörte.
Nun hatte sie sich entschieden, sie wollte sich fallen lassen. Schon früher hatte sie gespürt, dass eine Art Magische Verbindung zwischen ihnen herrschte. Nur hatte sie das immer auf ihre gemeinsamen Schicksale in ihrer Kindheit zurückgeführt. Nie aus anderen Gründen, schon gar nicht aus Liebe.
Sie ließ ihre Waffe fallen, als sie mit Jarod auf das Bett sank und sich von ihm die Bluse öffnen ließ.

Sie liebten sich die ganze Nacht hindurch und der einzige Zeuge war der Regen der unvermindert auf das Schieferdach trommelte.

Wärmende Sonnenstrahlen schienen auf ihre Haut und kitzelten sie aus dem Schlaf.
Langsam öffnete Miss Parker ihre Augen und blickte an die Zimmerdecke. Moment Mal, das war nicht ihre Zimmerdecke und ganz bestimmt war dieser kleine, schäbige Raum nicht ihr Schlafzimmer. Mit einem Ruck setzte sie sich auf. Wie war sie hier her gekommen?
Sie konnte sich nicht erklären warum sie hier in diesem Bett saß und vor allem konnte sie sich nicht erklären warum sie nackt war. Als sie eine Bewegung neben sich registrierte sah sie sich um und es blieb ihr fast das Herz stehen als ihr bewusst wurde was sie da sah.
Jarod war gerade aufgewacht und konnte sich genau wie Miss Parker nicht an die Ereignisse der letzten Nacht erinnern.
Er blickte in ihre Augen und sah den Schrecken der ihr in den Gliedern saß. Er wollte etwas sagen, wusste aber genau, dass er sie damit nur noch mehr verschrecken würde.
Also sah er sie einfach nur an.

Miss Parker konnte nichts sagen, konnte sich auch nicht bewegen. Sie musterte Jarod nur unentwegt. So langsam kamen die Erinnerungen wieder. Sie erinnerte sich an den Anwalt und den Befehl sie umzubringen, den er zweien seinen Männern gegeben hatte. An den Marsch durch den Wal und an Jarods Blick. Sie  rief  sich seinen Blick genau ins Gedächtnis zurück und den Kuss und… Oh Gott, hatte sie wirklich mit ihm geschlafen?! Die Gefühle die sie am Abend zuvor noch entfunden hatte waren ausgeschaltet. An ihrer Stell saßen nun die Verwirrtheit und der Schreck.
Nach noch ein paar Schreckenssekunden fand sie ihre Fassung wieder, umfasste das Betttuch, welches sie um ihren Körper geschlungen hatte, fester und stieg aus dem Bett. Unterbrach aber nicht den Augenkontakt zu Jarod.
Auch er richtete sich nun auf, auch er konnte seinen Blick nicht von Ihr abwenden.
Jarod fand als erster seine Stimme wieder. „Das war eine unglaubliche Nacht“.
„Irrtum, Jarod!“, sagte Parker, ihre Stimme war scharf und ihre Augen strahlten eine Kälte aus, die jeden Eisberg zum erfrieren bringen würde.
„Das hier hat nie statt gefunden“! Miss Parker wuselte durch den Raum und suchte ihre Waffe. Irgendwo musste dieses Mistding doch sein. „Was haben Sie jetzt vor“? fragte Jarod.
„Was schon, ich schaff sie zurück ins Centre, wo sie hingehören“!
„Das willst du wirklich tun? Obwohl wir die Nacht zusammen verbracht haben“?
Seine Stimme klang kein bisschen ängstlich, eher amüsiert.
Miss Parker wirbelte herum und funkelte ihn an. „Haben Sie nicht zugehört? Das hier ist niemals geschehen und es bedeutet mir nichts!!“ „Das klang gestern Nacht aber noch ganz anders!“ antwortete Jarod sichtlich amüsiert und auch ein bisschen arrogant.
Als er ihr in die Augen sah, bereute er diesen Satz gleich wieder. Sie sah aus als wollte sie ihm an die Gurgel springen und ihn in der Luft zerfetzen.
Miss Parker wollte irgendetwas Schnippisches erwidern, entschied sich dann aber doch lieber dafür ihre Kleider zu suchen. Ihre Waffe blieb weiterhin unauffindbar. „Willst du mich denn wirklich ins Centre zurück bringen?“, fragte Jarod wieder, diesmal etwas ernster.
„Was soll ich sagen, das ist mein Job!“, erwiderte Miss Parker.
Endlich hatte sie ihren Rock und die Bluse gefunden. Schnell zog sie sich an und wandte sich dann wieder Jarod zu. Gleich darauf bereute sie dieses getan zu haben wieder. Da stand er, splitterfasernackt und er nährte sich ihr. „Bleiben Sie dort stehen, oder…..“ „Oder was Parker“? fragte Jarod in einem lüsternen Ton. „Oder ich…“ in diesem Moment sah sie ihre Waffe unter dem Hemd von Jarod hervorschimmern und hob sie schnell auf, „oder ich knall sie auf der Stelle ab“.
„Das wird aber nicht klappen!“, sagte Jarod. „Ich hab den Schlagbolzen gestern Nacht entfernt.“ Er grinste breit. „Ach ja, dass Sie aufgestanden sind habe ich ja gar nicht mitbekommen“, zweifelte Miss Parker Jarods Aussage an.
„Wie auch, du warst ja gestern Nacht ziemlich erschöpft oder irre ich mich da“, lachte Jarod.
Wieder sprühten Miss Parkers Augen Blitze. „Ziehen Sie sich endlich an“, befahl sie.
Jarod lachte und griff dann nach seiner Hose. Miss Parker wendete den Blick ab. Als sie sich wieder umdrehen wollte war es schon zu spät. Jarod packte sie mit einer Ruckartigen Bewegung und warf sie auf das Bett. Noch ehe sie in die Kissen gesunken war  kniete er sich rittlings auf sie und kettete sie am Handgelenk an das Bett. Die Handschellen hatte er noch Matthew abgenommen als er gesehen hatte, dass er und sein Kollege auch mit zwei Paar Handschellen bestens versorgt waren. Er hatte gewuss,t dass er für sie noch einen guten Verwendungszweck finden würde.
„Was zum…?“ wollte Miss Parker wissen, doch war sie einfach zu überrascht um die Frage zu vervollständigen. „Da ich Sie nicht dazu bewegen kann mich laufen zu lassen und da ich auf keinen Fall freiwillig mitkommen werde, muss ich Sie eben so daran hindern ein Sweeperteam zu rufen das mich zurück bringen soll.“ Jarods Grinsen zog sich von einem Ohr zum anderen. „Keine Sorge ich bin ziemlich sicher, dass Sydney und Broots Sie suchen werden, wenn Sie sich nicht innerhalb dieses Tages melden. Ach, und falls Sie die Ruhe doch zu sehr schätzen, die nun, wo Sie weg sind im Centre herrscht und darüber vergessen Sie zu suchen, werde ich die beiden selbstverständlich darüber in Kenntnis setzen wo Sie sich aufhalten“, lachte er. „Den Schlüssel für die Handschellen lege ich hier auf den Tisch. „Wie wollen doch nicht, dass Sie dich mit dem ganzen Bett zurück ins Centre schaffen müssen, oder?“
Er gab ihr noch einen Kuss, nahm seine restlichen Kleidungsstücke, verließ den Raum und machte sich auf den Weg zurück zum Motel. Mit einem riesigen Lächeln lauschte er den wütenden Schreien von Miss Parker.


Im Centre waren Broots und Sydney in eine angeregte Unterhaltung vertieft. „Sie hat sich nun schon seit drei Tagen nicht mehr gemeldet“, sagte Sydney, „so langsam mache ich mir Sorgen um sie. Ich habe versucht sie über ihr Handy zu orten, aber es ist ausgeschaltet“, sagte Broots. „Ich hoffe ihr ist nichts passiert.“ Gerade als Sydney etwas darauf erwidern wollte, klingelte das Telefon. „Technik, Broots“, meldete sich Broots. „Guten Morgen Mr. Broots“.
Er erstarrte, das konnte doch nicht war sein. „Wer ist denn dran?“, fragte Sydney Broots.
„Es ist Jarod“ ,antwortete dieser und schaltete den Lautsprecher ein. „Grüß dich Sydney. Ich hab nicht viel Zeit. Ich wollte euch nur sagen wo ihr Miss Parker finden könnt“, seine Stimme klang sichtlich amüsiert. „Sie befindet sich in einer kleinen Blockhütte etwa drei bis vier Kilometer im Wald hinter dem Big Apple Motel in Apple Vally. Wundert euch nicht über die Position in der ihr sie findet, aber ich hatte leider keine andere Wahl“. Mit einem lauten Lachen und Prusten legte er auf. “Was hatte das denn zu bedeuten?“, fragte Broots. „Ich weiß es nicht“, antwortete Sydney. „Los, lassen sie den Jet aus dem Hangar holen, wir sollten auf die Suche nach Miss Parker machen“.

Seit fast zwei Stunden lag Miss Parker nun auf dem Bett und versuchte sich aus den Handschellen zu befreien. Jarod hatte sie so fest gemacht, dass ihre Handgelenke schmerzten.
Der Versuch wurde aber nicht mit Erfolg gekrönt. Sie verfluchte Jarod und war wütend auf sich selbst. Wie hatte sie bloß zulassen können, dass er mit ihr schlief. Als sie einen Wagen vorfahren hörte, riss sie das aus ihren Gedanken. Na toll, das fehlte gerade noch das ein paar Sweeper sie so sahen. „Miss Parker, Miss Parker“, hörte sie eine vertraute Stimme rufen.
„Broots, Broots ich bin hier drin.“ Die Tür der Blockhütte öffnete sich und Broots und Sydney traten in den einzigen Raum. Broots Blick traf sofort Miss Parker. „Was glotzen Sie denn so?“, fragte Miss Parker wirsch. „Los, machen Sie mich los!“, forderte sie.
Schüchtern nahm Broots den Schlüssel von dem Tisch und trat nervös an das Bett, wo Miss Parker immer noch an ihren Fesseln zehrte. „Jarod sagte uns schon, dass wir Sie in einer ungewöhnlichen Pose vorfinden würden, doch damit hatten wir nicht gerechnet“, sagte Sydney schmunzelnd. „Wieso hat Jarod Sie an das Bett gekettet?“, fragte Broots ebenfalls sehr amüsiert. Für die Frage erntete er einen scharfen Blick von Miss Parker. Er fühlte wie sich seine Nackenhaare aufrichten und wie es ihm kalt den Rücken herunter lief. Sie schaffte es immer wieder, dass er sich wie ein kleines, unwichtiges Licht fühlte. Aber genau das war er doch in ihren Augen auch, oder?
Er löste die Handschellen von ihren Handgelenken und reichte ihr die Hand um ihr aufzuhelfen, doch sie schlug sie weg. Miss Parker stürmte an Sydney und Broots vorbei, hob ihren Mantel auf und trat aus der Tür. „Worauf warten Sie denn noch“, rief sie den beiden ungehalten zu. „Ich will diesen Mistkerl schnappen.“ Sydney und Broots folgten Miss Parker wie zwei treue Hunde nach draußen. Diese wiederum, stieg – mit dem grinsenden Gesicht Jarods, als er sie an das Bett gefesselt hatte, vor Augen – missmutig in die schwarze Centrelimousine ein.

Jarod ließ währenddessen die  Ereignisse der letzten Nacht Revue passieren.
Er konnte nicht verstehen was da über ihn gekommen war, aber noch mehr als über sich selbst wunderte er sich über Miss Parker. Wieso hatte sie zugelassen, dass sie die Nacht miteinander verbrachten? Er wäre gerne noch bei ihr geblieben, aber wusste er nur zu gut, dass sie das niemals geduldet hätte. Sie hatte zwar die Nacht zu gelassen aber niemals noch ein Schwätzchen danach. Er bereute, dass er sie an das Bett gefesselt hatte, aber was für eine Wahl hatte er schon gehabt. In dem Jäger und Gejagter Geschäft, das die beiden führten, hieß es er oder sie, und logischer Weise entschied er sich meistes für sich. Aber er würde nie zu lassen, dass ihr etwas ernsteres passierte. Sollte das Triumvirat ihr Leben ernsthaft bedrohen würde er ohne zu zögern ins Centre zurückkehren. Wenn er im Ernstfall zwischen sich und ihr wählen müsste, würde er sich für ein Leben in Gefangenschaft entscheiden. Nichts wäre schlimmer, als Miss Parker zu verlieren. Das war doch verrückt, die Gedanken, die Träume, die Nacht, einfach alles. Aber die Gedanken um Miss Parker mussten jetzt erst mal zurückgestellt werden. Nun musste er sich erst mal um Joshua Mc Kinkly kümmern.

Wieder im Centre erhielt Miss Parker die Nachricht, dass Lyle sie sprechen wollte. Normalerweise hätte sie eine Anordnung ihres kleinen Bruders ignoriert, aber nach der letzten Nacht war sie so konfus, dass sie seiner Order sofort Folge leistete.
Gerade als sie die Tür zu Lyles Büro auf stoßen wollte, ließen sie merkwürdige Geräusche aus dem Inneren des Büros zögern.
Nach kurzer Überlegung ob sie die Tür öffnen oder doch lieber wieder gehen sollte, entschied sie sich die Tür zu öffnen, wie immer vergas sie zu klopfen.
Sie nährte sich mit schnellen Schritten Lyles Schreibtisch, ihr Bruder hatte ihr den Rücken zugewandt. Sie schaute über seine Schulter und was sie dort sah ließ sie sofort bereuen, dass sie nicht geklopft hatte.
Eine hübsche asiatische Frau kniete in einer eindeutigen Pose vor Lyle. Bei näherem Betrachten stellte sie fest, dass es die Frau von Matambo war. Mit einem angewidertem “Oh mein Gott“ verließ Miss Parker das Büro genau so schnell, wie sie es betreten hatte. Lyle stürmte hinter ihr her. Er baute sich vor ihr auf und drückte sie gegen die Wand. „Sollten Sie diese Sache nutzen um mir zu schaden, drehe ich Ihnen höchstpersönliche Ihren hübschen Hals um“, flüsterte er in einem drohenden Ton. Wie um seine Worte zu unterstreichen presste er sie noch fester gegen die Wand. „Was Sie für perversen Spielchen treiben interessiert mich nicht im geringsten, wenn Sie sich ihr Grab schaufeln wollen, bitte schön“, sagte Miss Parker wenig eingeschüchtert. „Lassen Sie mich los“, fauchte sie ihn an, bemüht den Schmerz, den Lyle ihr durch den festen Griff um ihre Oberarme zufügte, nicht allzu sehr zu offenbaren. Etwas Angst keimte in ihr auf aber sie war fest entschlossen sich das nicht anmerken zu lassen.
Er ließ sie los und schaute ihr kalt in Augen. „Wagen Sie es ja nicht mir zu schaden“, drohte er ihr erneut. Mit einem blitzeschleudernden Blick wandte sie sich ab und ging in ihr Büro.
Lyle sah ihr nach, es hatte Spaß gemacht sie zu bedrohen und sie gegen ihren Willen gefangen zuhalten. Wenn es auch nur zwischen der Wand und seinen Armen war und auch nur für kurze Zeit. Das kurze aufflackern von Angst in ihren Augen war ein zu tiefst befriedigendes Gefühl gewesen. Das sollte er öfters wiederholen. Wenn er seine Schwester unter Kontrolle bringt, hätte er wieder das vollste Vertrauen der Centreführung. Mit einem zufriedenen Lächeln ging er wieder zurück in sein nun leeres Büro.


Noch immer überlegte sich Jarod wie er Mc Kinkly das Handwerk legen könnte. Er musste ihn unbedingt wieder hinter Gitter bringen, sonst würden noch mehr Menschen leiden müssen.
Die Vorstellung wie diese Menschen ängstlich und zusammengepfercht in den Containerschiffen kauerten, erinnerte ihn an das Centre und an sein Leben dort. Er wusste nur zu genau wie sie sich fühlten. Nein, das durfte nicht so weiter gehen, das musste er um jeden Preis verhindern. Trotzdem Jarod ernsthaft versuchte sich auf den Anwalt zu konzentriere, schweiften seine Gedanken immer wieder zu Miss Parker. Er hatte das dringende Bedürfnis, sich bei ihr zu entschuldigen, doch bezweifelte er, dass sie ihm zuhören würde. Er musste sie anrufen, nein das war zu unpersönlich. Am besten war, er besuchte sie. Er hatte sie schon oft besucht. Nachts! Es war einfach den Code heraus zu finden mit dem man das Alarmsystem lahm legen konnte. Jedes Mal hatte er sich in ihr Schlafzimmer geschlichen und sie beim Schlafen beobachtet. Sie sah so friedlich aus im Schlaf. Oft hatte er sich zu ihr ans Bett gesetzt und ihr über die Wange gestrichen. Oder er hatte die Decke etwas höher gezogen, wenn er merkte das sie fror. Jedes Mal begleitete in die Angst dass sie aufwachen könnte. Was hätte er ihr sagen sollen, „Hi ich wollte nur mal sehen ob du auch gut schläfst“? Ein Lächeln huschte über seine Lippen, als er Miss Parkers erschrockenes Gesicht und sich selber vollkommen verlegen dastehend, vor sich sah. Jarod dachte an Miss Parkers weiche Haut. Schon als er sie das erste Mal gesehen hatte, hatte er gewusst das sie sehr zarte Haut hat, obwohl er sie überhabt nicht berührt hatte. Er vermisste sie, aber er konnte nicht einfach so zu ihr gehen.
Nicht nur weil sie ihn auf der Stelle erschießen würde, denn er hatte sie ja schließlich ziemlich gedemütigt, sondern es waren auch zwei Stunden nach Blue Cove. Schließlich hatte er nicht allzu viel Zeit, Kinkly zur Rechenschaft zu ziehen. Aber er musste sie sehen. Gott, er wusste nicht was er tun sollte.
Mit Mühe lenkte er seine Gedanken von Miss Parker wieder zu Joshua Mc Kinkly. Das fiel ihm ziemlich schwer, denn Parker wollte nicht aus seinem Kopf verschwinden. Doch langsam gelang es ihm seine Gedanken zu ordnen und sich wieder auf den Fall zu konzentrieren.
Wenn Mc Kinkly das Gericht bestochen hatte, konnte er eine erneute Verhandlung vergessen. Sie würden ihn aus dem Gerichtssaal schmeißen, bevor er auch nur ein Wort seiner Bitte vorgetragen hatte. Wenn das Centre Mc Kinkly unter die Arme gegriffen hat, haben sie bestimmt mehrere Verbündete im gesamten Gerichtsgebäude positioniert.
In diesem Falle wäre es einfach zu riskant dieses vorhaben, Mc Kinkly mit der üblichen Rechtssprechung zu Fall zu bringen, in die Tat umzusetzen. Nein das war alles zu riskant.
Also musste er eben wieder den Racheengel spielen und den Arbeitern zu ihrem Recht zu verhelfen.

Erschöpft schloss Miss Parker die Haustür auf und trat in ihr Wohnzimmer. Sie legte ihre Tasche auf den kleinen Beistelltisch und ließ sich selbst auf die Couch sinken. Sie war noch immer verwirrt und sie hasste es. Noch nie hatte sie jemand dazu gebracht, über eine Sache so lange nachzudenken und genau das tat sie nun schon den ganzen Tag. Im Centre war sie die ganze Zeit unkonzentriert gewesen. Unkonzentriertheit war im Centre höchst gefährlich.
Selbst Broots hatte mit bekommen wie abwesend sie war. Er hatte sie eine viertel Stunde lang ausgefragt. Sie hatte versucht ihn mit drohenden Blicken und Gesten zum schweigen zu bringen, jedoch ohne Erfolg. Erst als sie ihre Waffe auf ihn gerichtet hatte konnte sie seinen lästigen Fragen entgehen. Als dann auch noch Sydney wissen wollte was mit ihr los sei, gab sie auf und flüchtete aus dem Centre. Nun saß sie zu Hause und dachte schon wieder über die letzte Nacht nach. Kam aber doch nicht zu einem Schluss. Würde das denn nie aufhören? Sie hatte schon Kopfschmerzen. Mit Mühe unterdrückte sie ein Gähnen und merkte erst jetzt wie müde sie eigentlich war. Mit einem Glas Cognac ging sie hinauf in ihr Schlafzimmer und legte sich hin.
Sie befand sich bereits im tiefen Schlaf, als die Tür zu ihrem Schlafzimmer leise geöffnet wurde. Eine dunkle Gestalt schlich sich in das, in dunklem in indigoblau getauchten Zimmer.
Jarod setzte sich an das Bett zu Miss Parker und betrachtete sie. Er hatte sich schließlich dazu durchgerungen die nächste Linienmaschine nach Delaware zu nehmen und Miss Parker einen Besuch abzustatten. Im Flugzeug war er noch der festen Überzeugung gewesen, dass das eine gute Idee war, nun war er da nicht mehr so sicher. Sie sah so ruhig und entspannt aus, doch das würde sich schnell ändern wenn sie die Augen aufschlug und ihn erspänte. Dessen war er sich sicher. Aber was ist das Leben schon ohne gewisse Risiken.
Sein Blick ruhte auf Miss Parkers Lippen. Ohne zu überlegen beugte er sich vor und gab ihr einen leichten Kuss. Für einen kurzen Moment hätte er sich ohrfeigen können, denn er fürchtet sie damit aufgeweckt zu haben. Als er aber merkte dass sie weiterhin schlief und nur ihre Position ein wenig veränderte, entspannte er sich wieder. Sein Blick ruhte weiterhin auf ihr. Er beobachtete wie sich ihre Brust hob und senkte und das Mondlicht silbrig auf ihre Haut schien. Sie war so wunderschön. Er wollte sie berühren, zögerte aber kurz, bevor er die Hand ausstreckte um die Decke die einfach zu viel ihres schönen Körpers verdeckte, ein kleines Stück herunter zu ziehen. Jarod fragte sich langsam ob er das Richtige tat. Nachts in das Schlafzimmer von Miss Parker zu schleichen war eine Sache, ihr aber die Decke weg zuziehen und ihr Dekollete zu entblößen eine ganz andere. Durch das plötzliche frösteln das ihren Körper durchdrang, schreckte Miss Parker aus dem Schlaf.
Erschrocken richtete sie sich hastig auf und presste die Decke fest an ihren Körper. Vollkommen perplex sah sie Jarod an. Im ersten Moment dachte sie, sie würde träumen doch registrierte sie die Berührung von Jarods Hand, die auf ihrem Bein ruhte. Das machte ihr bewusst dass sie hell wach war. Dies wiederum löste in ihr Wut aus. „Was zum Teufel…?“ wollte Miss Parker fragen, doch ein Blick in Jarods Augen ließ sie schweigen.
Nun sah sie ihn einfach nur an. Plötzlich, sie konnte sich selbst nicht erklären warum, streckte sie ihre Hand nach Jarod aus und zog ihn zu sich. Jarod war von Miss Parkers Handlung sehr überrascht, doch es gefiel ihm. Er setzte sich nun ganz aufs Bett, umfasste ihre Taille mit beiden Händen und zog sie, ohne den Kuss zu unterbrechen an sich.
Miss Parker vergrub ihre Finger in seinem dichten, dunklen Haar und presst sich an ihn. Seine Küsse wurden immer fordernder, er wollte mehr von ihr. Er konnte sich nicht erklären warum Miss Parker ihn nicht zum Teufel gejagt hatte, als sie ihn in ihrem Schlafzimmer gesehen hatte. Doch vergaß er seine Bedecken als er spürte wie Sie seine Hose öffnete und mit ihrer Hand tiefer hinein glitt. Nun legte er sich ganz auf das Bett und zog Miss Parker auf sich.
Sie öffnete sein Hemd, Knopf für Knopf und fuhr mit ihrer Zunge über seine Brust bis zu seinem Bauchnabel. Jarod streifte ihr ihr Negligee über den Kopf und konnte den Blick von ihren wunderschönen Brüsten nicht abwenden. „Was ist nun, willst du mich nur anstarren oder…?“ Miss Parker konnte die Frage nicht beenden. Jarod hatte seine Lippen wieder auf die ihren gepresst und zog sie noch näher zu sich.
Wieder vergaßen sie, dass sie Jägerin und Gejagter waren und gaben sich ihrer Leidenschaft grenzenlos hin.

Kurz vor Sonnenaufgang erwachte Jarod aus einem traumlosen Schlaf. Er blickte neben sich und sah Miss Parker. Er lächelte liebevoll und sein Blick ruhte auf der Schlafenden. Er konnte nicht verstehen was sie dazu bewegt hatte ihn zu küssen, war aber froh, dass sie es getan hatte.
Er gab ihr einen Leichten Kuss und stieg aus dem Bett. Er musste gehen, immerhin hatte er noch eine Aufgabe zu erledigen. Außerdem würde Miss Parker sicher nicht mehr so friedlich aussehen wenn sie erwachte und ihn immer noch in ihrem Bett liegen sah. Er zog sich an und ging zu Tür. Er warf noch einen kurzen Blick auf die Schlafende und schlich dann wie ein Schatten die Treppe herunter. Im Wohnzimmer schweifte sein Blick über den Wohnzimmertisch und er erspähte einige Blätter Papier und Stifte. Das brachte ihn auf eine Idee.

Als Miss Parker am nächsten Morgen erwachte, war Jarod längst verschwunden. Mit einem raschen Blick auf die Digitalanzeige ihres Radioweckers wurde ihr bewusst, dass es Zeit zum Aufstehen war. Sie musste heute wohl oder übel ins Centre. Mit einem Gähnen setzte sie sich auf und ihr Blick fiel auf das benachbarte Kopfkissen auf dem ein Umschlag ruhte.
Mit skeptischem Blick musterte sie den Umschlag. Das ist garantiert wieder irgendeine Gemeinheit von Jarod, dachte sie bei sich. Nach kurzem Zögern entschied sie sich dafür den Umschlag zu öffnen. Neugierig fischte sie das Blatt Papier, welches der Umschlag enthielt, heraus und betrachtete es. Mit Erstaunen stellte sie fest, dass es eine Zeichnung war. Ihre Augen wurden immer größer und sie zog scharf die Luft ein. Das konnte doch nicht sein, was erlaubte sich dieser Mistkerl eigentlich? Was glaubt er wer er ist? Die Zeichnung zeigte Miss Parker halb nackt und schlafend. Mit zornfunkelnden Augen warf sie das Bild auf den Boden, nur um es sofort wieder aufzuheben und erneut zu betrachten. Irgendwie war das Bild ja auch wunderschön. ‚Vielleicht hatte Jarod ja diesmal keine Hintergedanken gehegt als er das Bild gemalt hatte?’, dachte sie. Mit hochgezogenen Augenbrauen überdachte sie ihren letzten Gedanken noch einmal. Wenn er dieses Mal wirklich keine Gemeinheit damit bezwecken wollte, was hatte er dann vor? Miss Parker überlegte fieberhaft was Jarod nun wieder vor hatte, kam aber doch nicht zu einem Schluss. Schließlich schüttelte sie ihren Kopf und entschloss sich erst mal eine Tasse Kaffee zu trinken und sich später wieder mit Jarod zu befassen.

Als Miss Parker aus dem Centre Fahrstuhl stieg, kam ihr Sam entgegen und teilte ihr mit, dass ihr Vater sie umgehend zu sehen wünscht. Oh Gott, hatte er es etwa herausgefunden?
Von lauter bösen Vorahnungen geplagt, machte sie sich auf den Weg zum Büro ihres Vaters.
Vor der Bürotür blieb sie stehen. Was ist wenn er es weiß? Was wird er tun? Die Gedanken in ihrem Kopf überschlugen sich. Nach kurzem Zögern stieß sie die beiden Flügeltüren auf und trat selbstsicher in das Büro.
„Du wolltest mich sprechen Daddy?“, sagte Miss Parker mit ihrer üblichen kalten Stimme. Im nächsten Moment schallte sie sich selber dafür. Sie sprach sonst nie mit ihrem Vater so wie mit den restlichen Centreangestellten. Nun würde er wissen, dass irgendwas nicht stimmte. „Was ist denn los?“, versuchte sie es noch mal, bemüht mehr Wärme in ihre Stimme zu legen und so zu klingen als könnte sie beim besten Willen nicht verstehen warum ihr Vater sie zu sich gerufen hatte.
Überrascht stellte sie fest, das ihr Vaters weder ernst noch wütend aussah. Auch sein Gesicht spiegelte keine Enttäuschung oder Fassungslosigkeit wieder. Er wirkte eher beunruhigt.
„Engelchen, ich hab mir Sorgen um dich gemacht. Du hast dich zwei Tage lang nicht gemeldet, ich dachte dir wäre etwas zugestoßen“, sagte Mr. Parker ehrlich besorgt.
„Du wollest doch von Kalifornien anrufen. Wie ich hörte ist Jarod wieder entwischt, mh?“, warf er ihr vor. Miss Parker konnte ein lautes Ausstoßen der Luft nicht verhindern so erleichtert war sie. Ihr Vater hatte nichts mitbekommen, Gott, was wäre passiert, wenn er es herausgefunden hätte. Sie wollte sich die Maßnahmen die ihr Vater ergriffen hätte nicht ausmalen.
„Daddy ich wollte dich nicht beunruhigen“, sagte Miss Parker entschuldigend. „Aber ich habe es aufgrund von ein paar… ähm … Vorfällen vergessen.“ Ihr fiel auf die Schnelle keine Ausrede ein die ihr Vater ihr auch nur annährend abgenommen hätte.
„Na, nun bist du ja wieder hier. Was genau ist denn bei der Jagd nach Jarod passiert und warum ist er wieder entkommen?“, fragte Mr. Parker seine Tochter.
Überrascht zog er eine Augenbraue hoch. Ist seine Prinzessin gerade rot geworden, oder hatte er sich das nur eingebildet? Mit einem Kopfschütteln verwarf er diesen Gedanken wieder. Er war sicher überarbeitet. „Nun?“, fragte er wieder.
Miss Parker trat unbehaglich von einem Fuß auf den anderen. Als ihr Vater sie fragte warum Jarod wieder entkommen sei, sah sie sich wider gefesselt auf dem Bett liegen. Sie merkte wie ihr die Schamröte ins Gesicht schoss und nach dem verwirrten Gesichtsausdruck ihres Vaters zu urteilen hatte er dies auch bemerkt. „ Ähm weißt du Daddy….. das war alles eine Sackkasse …. Ähm…….. Jarod ist nie in Kalifornien gewesen“. „Das war alles ein … ähm … abgekartetes Spiel. Äh, Daddy, entschuldige mich, ich muss unbedingt in mein Büro, Syd hat neue Hinweise über den Aufenthaltsort von Jarod“.
„Vielleicht haben wir diesmal mehr Glück“. Mit einem Lächeln verabschiedete sich Miss Parker und verließ eilends das Büro.
Ihr Vater sah ihr verwundert hinterher. Vielleicht ist sie ja auch überarbeitet, dachte er. ‚Sollte ich sie mit einem Urlaub überraschen?’, fragte er sich. Schüttelte dann aber den Kopf. Urlaub war keine so gute Idee, wenn man bedenkt des er sich schon Sorgen macht wenn sie nur mal zwei Tage nicht im Centre erscheint. Nicht, dass er sich wirklich Sorgen um ihr Befinden gemacht hätte. Es war eher die Sorge, dass sie sich einfach klamm heimlich aus dem Staub gemacht haben könnte und ihn und das Centre verlassen hätte, die ihn geplagt hatte.
Das durfte niemals geschehen! Er hatte damals als sie noch ein Kind war dafür gesorgt das sie ihn nicht verließ und er würde auch heute dafür sorgen. Er musste unbedingt noch mit ihr reden und ihr einschärfen wie wichtig die Familie ist. Nachdenklich lies sich Mr. Parker auf seinen Büro Sessel sinken und begann einige Akten durch zu sehen.

In ihrem Büro angekommen ließ sich Miss Parker gegen die Wand sinken. Sie war wütend auf sich selbst. Wie hatte sie zulassen können, dass sie sich wie ein kleines Mädchen aufführte das eine Dummheit gemacht hatte und versuchte diese zu leugnen? Ihr Vater hatte nun ganz bestimmt bemerkt, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. Wie konnte sie nur anfangen zu stottern, Miss Parker rang um ihre Selbstbeherrschung. Wie konnte sie diese nur verlieren? Wie ein Blitz zuckte das Bild von Jarod durch ihre Gedanken. Oh Jarod, ich bring dich um. Nichts und Niemand bringt sie zum Stottern und dazu sich vie ein Vollidiot zu benehmen und er, er schafft das mit der normalsten Sache der Welt. Was dachte sie denn da! Sex mit Jarod war alles andere als normal, das war… das………
„Harter Tag?“, fragte eine Stimme aus dem hinteren Teil ihres Büros. Sie schreckte auf und blickte in die Richtung aus der die Stimme kam. Das konnte doch nicht war sein! Jarod saß auf ihrer Couch. Eine Zeitschrift ruhte auf dem Schoß die er noch kurz bevor gelesen haben musste, denn sein Finger klemmte als Lesezeichen zwischen den Seiten. Er musterte sie eindringlich.
„Was…. Wie sind Sie hier reingekommen? Sind Sie völlig……?“ Miss Parker geriet nun völlig aus der Fassung. Das konnte doch alles gar nicht wahr sein, das war doch absurd.
„Was zum Teufel wollen Sie?“ – Sie konnte sich denken, was er wollte, doch das würde sie ihm bestimmt nicht geben, nicht jetzt und überhaupt nie mehr. Das konnte er sich abschminken.
Eine leise Stimme in ihrem Hinterkopf flüsterte „Daran kannst du ich doch sowieso nicht halten“ und sie wusste das diese Stimme recht hatte. Die Erregungen überflutete sie wie noch nie in ihrem Leben. Aber trotzdem würde sie nicht zulassen, dass es hier passierte. Das wäre ja noch schöner.
Langsam, ohne Jarod aus den Augen zu lassen, bewegte sie sich in die Richtung ihres Schreibtisches wo sie ihre Waffe liegen sah. Ihr blieb fast das Herz stehen, als sie sah wie sich Jarod erhob und mit den geschmeidigen Bewegungen eines Raubtiers auf sie zukam. „Jarod, nein! Nicht hier – und – und – und überhaupt nicht mehr“, stotterte sie. Vorsichtig tastete sie sich Rückwärts um ihm aus zuweichen, merkte aber schnell das sie nicht weit kommen würde. Schon stoppte die Wand ihren Fluchtversuch.
Sie war gefangen, hinter ihr die Wand,  vor ihr das Raubtier, das sich ihr geschmeidig, drohend und unaufhaltsam nährte. Fast schon verzweifelt blickte sie zu ihrem Schreibtisch und ihrer Waffe. Der Tisch kam ihr Meilenweit entfernt vor obwohl sie nur wenige Zentimeter von ihm trennten. Sie wandte ihren Kopf nun wieder Jarod zu und bemerkte ein schelmisches, lüsternes Funkeln in seinen Augen. Der Blick den er ihr zuwarf hypnotisierte sie und sie merkte wie ihre Knie weich wurden.
Sie musste sich an der Wand abstützen um nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Doch viel nützte dies auch nicht. Ihre Beine verrieten sie und sie drohte umzufallen.
Jarod war in einem Satz bei ihr und fing sie auf. Er sah sie lange an und strich ihr dann eine Haarsträne aus dem Gesicht. Seine Hände auf ihrer Haut zu spüren löste in Miss Parker ein tiefes Kribbeln aus. Ihr wurde plötzlich heiß. Sie hatte das Gefühl als würde eine gewaltige Feuerbrunst in ihrem Innern wüten. Sie wollte ihn und sie konnte rein gar nichts dagegen tun, egal wie sehr sie es auch versuchte. Jarod spürte ihre Hitze und ihr Verlangen. Er umschlang ihre Tallie und zog sie mit einem Ruck zum Schreibtisch. Seine Hände glitten hinunter zu ihren Hüften, wo sie fest zugriffen. Jarod hob sie ohne Mühe hoch und setzte sie auf die Tischplatte. Miss Parker kreuzte ihre Beine um Jarods, vor Erregung bebenden Körper und hielt ihn so an sich gepresst. Er bedeckte ihre Lippen mit seinen und wunderte sich nicht zum ersten Mal wie unglaublich zart sie waren. Kamen doch von ihnen die meist verletzenden Worte, die sie so oft ausspie. Miss Parkers Zunge spielte mit seiner, erst langsam fast schüchtern dann provokativ schließlich immer fordernder.
Jarod griff in ihr Haar, brach den Kuss und fuhr mit der Zungenspitze über ihren Hals.
Seine Hand glitt über ihr Genick und ihrem Rücken hinab, was ihren Körper erbeben ließ.
Sie hatte sich in seinem Haar verkrallt, ihre Lippen trafen sich wieder.
Langsam, sie immer noch küssend, nestelte er die Schnüre ihres sich wie Seide um sie schmiegendes Oberteils auf, die es am Rücken zusammenhielten.
Er brach nur für einen kurzen Augenblick den Kuss erneut, nur um ihr das Oberteil über den Kopf zu streifen. Er wollte den Kuss wieder aufnehmen, doch sie drehte den Kopf weg.

Schlagartig wurde ihr bewusst was hier gerade geschah. Sie verlor die Kontrolle! Jarod hatte sie dazu gebracht sich auf ihn ein zu lassen, obwohl sie sich vorgenommen hatte es nicht zu tun. Sie war Normalerweise die jenige die Kontrolle ausübte, sie war die dominante und sie liebte es. Sie hatte nie zu gelassen das ein Mann die Kontrolle über sie übernahm und auch nur für einen Augenblick bestimmte was sie machen sollte. Das war ein Grundsatz den sie sich schon auf der Highschool fest vorgenommen hatte. Diesen Grundsatz hatte sie noch nicht mal bei Tommy aufgegeben. Und nun ließ sie zu, das Jarod sie führte. Das war nun schon das dritte Mal das sie sich trafen und schon wieder hatte Jarod die Initiative ergriffen und sie dazu gebracht zu tun was er wollte. Aber wollte sie es nicht genauso? Ja, aber sie hatte mit dem Spielchen nicht begonnen sondern er. Das missfiel ihr. Früher hatte sie einmal zu gelassen das sie sich gehen lies und hatte alles dem Mann überlassen, hatte sich im ganz hin gegeben.
Dafür hatte sie später bezahlen müssen. Ihr erster Freund hatte es ausgenutzt und sie nur benutzt. Genau wie der nächste und der nächste und wieder der nächste. Danach hatte sie sich geschworen nie wieder ein Spielzeug für irgendjemanden zu sein! Aber würde Jarod sie auch nur benutzen? Würde er später sagen, sie habe immer die Unnahbare gespielt aber er habe sie trotzdem gekriegt? Würde er damit prahlen? Nein – das konnte sie sich nicht vorstellen.
Jarod der den Zwiespalt bemerkte in dem sie sich befand blickte ihr tief in die Augen und flüsterte ihr ins Ohr  „Du kannst es dir erlauben die Kontrolle zu verlieren  ich werde dich nicht fallen lassen, ich versprech’s“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.
Miss Parker verlor sich in seinen tiefen, dunklen Augen und ihr Herz sagte ihr, dass sie ihm vertrauen konnte. Das Herz was sie verloren geglaubt hatte. Sie lies sich fallen, denn sie wusste das Jarod sie auffangen würde. Jarod nährte sich ihr nun wieder, zögerte aber.
Er wusste nicht wie Miss Parker reagieren würde. Sollte er sie einfach küssen oder doch noch mal mit ihr reden? Vertraute sie im genug? Seine Fragen wurden von Miss Parker mit einem langen, zärtlichen Kuss beantwortet. Sie löste sich von ihm zog seinen Kopf ganz nah an ihre Lippen. „Wehe du brichst dein Versprechen“, zischte sie ihm ins Ohr. Er lächelte und zog sie wieder an sich um die Nähe, die sie so abrupt gespalten hatte, wieder her zu stellen.
Miss Parker zog nun Jarod sein Oberteil über den Kopf und bewunderte nicht zum ersten Mal seine Muskeln. Sie fuhr mit der Zunge über seine Brust bis zu seinem Bauchnabel, was Jarod einen Schauder über den Körper jagte. Amüsiert lächelnd registrierte sie seine Reaktion auf ihre Berührung. „So das findest du also lustig ja?“, sagte Jarod lachend. „Na warte.“ Er griff fest nach ihrer Taille hob sie vom Schreibtisch und zog sie an sich. Miss Parker lachte, umklammerte Jarods Körper mit ihren Armen und Beinen als hätte sie Angst in ein tiefes, schwarzes Loch zu fallen wenn sie ihn los ließe. Gerade als sie seine Hose öffnen wollte wurde die Tür zu ihrem Büro aufgestoßen.

Broots blieb bei dem Anblick der sich ihm bot ein Stück seines Tunfischbötchen im Hals stecken. Er lies die Aktenordner, die er Miss Parker bringen sollte und auf einer Hand balanciert hatte, fallen. Er röchelte und klopfte sich auf die Brust um wieder Luft zu bekommen.
Sei Blick schweifte verlegen zu den am Boden liegenden Aktenordnern. Er wusste nicht was er tun sollte. Sollte er sich einfach umdrehen und das Büro verlassen? Oder sollte er wieder aufsehen und hören was Miss Parker sagte? In sein Gehirn ratterte es. Wenn er jetzt einfach wieder aufblickte würde etwas Schreckliches passieren. Doch für irgendwas musste er sich entscheiden. Er entschied sich dafür einfach wieder aufzublicken, schließlich war im der Anblick von Miss Parker halb nackt nicht jeden Tag vergönnt.
Er schickte noch ein schnelles Stoßgebet zum Himmel und hob seien Kopf und starrte gerade Wegs in die hole, schwarze Mündung von Miss Parkers Waffe.

Miss Parker hatte sich von ihrem ersten Schock erholt. Schnell griff sie sich ihr Oberteil, hielt es sich vor die Brust und richtete mit einer Blitzschnellen Bewegung ihre Waffe auf Broots.
Die Hände des vollkommen perplexen Jarods ruhten immer noch auf ihren Hüften doch das bemerkte sie gar nicht mehr.
„Ähm………Ah……. Ähm“, stotterte der nervöse Broots und trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. Miss Parker fror ihn regelrecht mit ihrem kalten Blick ein. Er spürte wie die Kälte durch seinen Körper kroch. „Raus!“, mit unheimlicher sanfter Bestimmtheit sprach sie das Wort aus.
Broots gehorchte und verließ mehr rennend als gehend das Büro seiner Vorgesetzten, um  siech irgendwo in einem tiefen Loch zu verkriechen. Miss Parker ließ ihre Waffe sinken und schaute Jarod in die Augen. Dieser hatte sie nun wieder auf den Schreibtische gesetzt.
„Ich wusste, dass das passieren würde“ sagte sie
„Ich sollte wohl besser gehen“, murmelte Jarod, lies Miss Parker los und wandte sich Richtung Tür. Als er sich umdrehte hörte er hinter sich ein Klicken. Parker hatte ihre Waffe auf ihn gerichtet. „Denken Sie ich lasse Sie jetzt, wo uns dieser Affe gesehen hat, noch gehen? Nicht mehr lange und das gesamte Centre wird bescheid wissen. Bevor ich mich umbringen lasse, sage ich lieber, dass das alles ein Plan gewesen ist. Dass ich meinen Körper verkauft habe um sie zu fangen.“
„Das wollen sie wirklich?“, fragte Jarod. Ihre Worte verletzten ihn. Wie konnte sie das hier nur so einfach abtun? Er hatte geglaubt ihr würde es wenigstens etwas bedeuten. Nicht so viel wie ihm, das wusste er, aber wenigstens ein bisschen.
Miss Parker die seinen Schmerz sah flüsterte, „Es tut mir Leid.“ Sie hatte nicht gewollt, dass es so kommt. Sie wusste, dass es ihm nicht gerade viel bedeutet hatte, aber sie hatte sich in ihm verloren. Das hatte sie schon lange nicht mehr bei einem Mann getan.
„Fällt dir was besseres ein?“ fragte sie mit einem bitteren Lächeln.
„Ich kann dich nicht gehen lassen, nicht nach dem hier.“
„Du hast gar keine Wahl“, sagte Jarod und in seiner Stimme schwang Trauer mit. Es tat ihm Leid sie verlassen zu müssen, denn er wusste dass er sie nun verloren hatte. Aber auch er hatte keine Wahl. Mit einer schnellen Bewegung riss er Miss Parker ihr Oberteil aus der Hand, schnappte sich seine Jacke und rannte aus dem Büro.
Miss Parker wollte hinter ihm her, doch wurde ihr bewusst, dass sie nur in ihrem schwarzen Höschen und ihren Lackstiefeln in ihrem Büro stand.
Als sie sich den Großteil ihrer Kleidung wieder angezogen hatte und auf den Flur hinaustrat, war Jarod längst verschwunden. Wie sie es hasste, wenn er einfach Spurlos verschwand, aber ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. Zum Glück war er verschwunden. Sie hätte es nicht überlebt ihn nach dem was passiert war einfach so zurück in seine Zelle zu stecken.
Sie ging zurück in ihr Büro, ihr Blick weilte auf dem schwarzen Muskelshirt, was Jarod vergessen hatte.

Jarod war vor einer halben Stunde wieder in seinem kleinem Motelzimmer in Apple Valley angekommen. Den ganzen Flug über hatte er über den Besuch im Centre nachgedacht. Nun grübelte er schon wieder. Es tat ihm Leid, dass er sie einfach so zurückgelassen hatte. Aber hatte er denn eine andere Wahl gehabt? Sie hätte ihn zurück in seine Zelle gesteckt die ihm doch so verhasst war. Doch irgendwie war er sich nicht sicher ob sie es auch wirklich getan hätte. Er war sich ziemlich sicher dass er in ihren Augen Schmerz über die Trennung auflodern gesehen hatte. Auch der Tonfall ihre Stimme hatte keinen Zweifel daran aufkommen lassen.
Er schätzte, dass er mit seinem Verhalten das bisschen Vertrauen was sie zu ihm aufgebaut hatte, zerstört hatte. Andererseits hatte er sie an ein Bett gefesselt und fast eine Stunde verstreichen lassen, bis er Sydney und Broots informiert hatte wo sie war damit sie sie befreien konnten. Und sie hatte ihn trotz seiner Gemeinheit wieder ein Teil von sich seien lassen. Er war doch ein Mistkerl. Musste er denn alles kaputtmachen? Er musste sich entschuldigen, wieder mal. Ein Anruf war schon mal ausgeschlossen. Es brauchte nur ein Sweaper in der Nähe sein, mit bekommen, dass sie mit ihm sprach und sie müsste ihren Vater und das Management über den Anruf informieren. Er entschied sich dazu einen falschen Hinweis ins Centre zu schicken. Sie wird schon wissen was damit gemeint war. Nun konnte er nur noch hoffen, dass sie auch kommen würde.

Sydney saß an seinem Schreibtisch über seinem Laptop gebeugt, als Miss Parker etwas unsicher, in sein Büro trat.
„Miss Parker, ich dachte Sie wären gar nicht da“.
„Hat Broots Ihnen nicht gesagt, dass er mich getroffen hat“, sagte Miss Parker, bemüht ihre Frage möglichst gleichgültig klingen zu lassen. „Nein, ich habe auch Broots den ganzen Tag noch nicht gesehen. Ist alles in Ordnung mit Ihnen?“, fragte Sydney mit einem besorgten Blick auf Miss Parker. Miss Parker, die gerade Gedanken verloren mit einer Strähne ihres Haares gespielt hatte, schreckte auf. „Natürlich, wieso fragen Sie“? sagte Miss Parker, eine Spur zu bissig.
Nun blickte Sydney nicht mehr besorgt sondern eher misstrauisch drein.
„Nun ich frage weil sie ihr Oberteil falsch herum tragen“ sagte Sydney und musterte Miss Parker, als ob er so herausfinden könnte was mit ihr nicht stimmte.
Das „Kling“ einer angekommenen Mail rettete Miss Parker davor sich eine Ausrede einfallen zu lassen. Sydney hätte sie ihr sowieso nicht geglaubt. Das hatte sie schon als kleines Mädchen so oft versucht und immer hatte er sie durchschaut.
„Ist die Mail von Jarod?“, fragte sie mit einer Spur von Unbehagen. „Ja ist sie“ antwortete Sydney. „Sieht so aus als wollte er gefunden werden“, sagte Sydney und runzelte die Stirn.
„Lesen Sie“, er drehte seinen Laptop zu Miss Parker um.
Miss Parker las die Massage und ihre Augen weiteten sich.

Ich bin im Hilton Hotel in Arizona, kommt und holt mich!!!!!

„Was soll das denn“? „Er legt es ja wirklich darauf an gefunden zu werden.“
Auch Miss Parker legte ihre Stirn in Falten. „Ach egal“, sie machte  eine wegwerfende Handbewegung, „ich flieg nach Arizona.“ Sie schickte sich an Sydney Büro zu verlassen.
„Sie wollen allein fliegen“, fragte Sydney.
„Syd ich bin erwachsen ich brauche keinen Babysitter, Sie stehen mir ja sowieso nur im Weg“. Mit diesen Worten verlies sie das Büro. Auf dem Centreflur ließ sie sich Jarods Nachricht noch einmal durch den Kopf gehen. Sie war zu eindeutig. Jarod würde niemals so einen Hinweis schicken. Ihre Augen wurden größer. Was ist wenn er gar nicht in Arizona ist? Was wenn er mich wieder sehen will? Nachdenklich ging sie zu Landebahn des Centres.

Der Jet Pilot erwartete sie bereits. Er empfing sie mit einem breiten wie er glaubte unwiderstehlichen  Lächeln. „Miss Parker willkommen auf dem Flug nach Arizona.“
„Irrtum, wir fliegen nach Kalifornien“! , sagte Miss Parker und stieg ohne den Piloten eines Blickes zu würdigen in den Jet. „Aber  Ma, Ma, Ma`am, Mr. Sydney sagte es geht nach Arizona“, sagte der Pilot verwirt. „Und ich sage wir fliegen nach Kalifornien“, Miss Parkers Augen verengten sich, „oder wollen Sie meine Entscheidung in Frage stellen?“
„Nein Miss.“
„Und warum sind wir dann noch nicht in der Luft“, wollte Miss Parker wissen. Ihre Stimme ließ keinen Zweifel daran, dass sie eine Abneigung gegen den Piloten hegte, aufkommen. Als er sie immer noch anstarrte verlor sie die Geduld. „Starten Sie endlich“, fauchte sie ihn an. „Sofort Miss“.

Jarod ging unruhig in seinem Motelzimmer auf und ab. Er hoffte, dass Miss Parker den Hinweis richtig verstanden hatte. Er musste sie unbedingt sehen. Hoffentlich brachte sie keine Sweaper oder Broots und Sydney mit.
Das Krachen der Zimmertür riss ihn aus seinen Gedanken.
„So, so, was für eine Überraschung, so sieht man sich wieder Mr. Flint.“
Jarod wirbelte herum und blickte in das Gesicht von Joshua McKinkly. Soweit Jarod es ausmachen konnte, war er allein. Na ja nicht ganz allein, er trug eine 9mm Waffe.
„Wissen Sie, ich habe hier auf meine Männer gewartet. Als sie nicht kamen bin ich in den Wald gegangen und wissen Sie was ich dort vorgefunden habe? Hä? Meine Männer, zusammen geschlagen und gefesselt. Diese Idioten haben sich doch tatsächlich von Ihnen überrumpeln lassen. Doch Sie können sich sicher sein, dass ich diesen Fehler wieder ausgleiche.“ Er richtet seine Waffe auf Jarod.
„Wenn Sie mich jetzt umlegen wird die Spur zu Ihnen führen und Sie -…“
„Jarod ich hinterlasse niemals Spuren, los kommen Sie her. Gehen Sie voran“!
Kinkly drückte Jarod die Waffenmündung in den Rücken. Jarod spürte den kalten Stahl auf seiner Haut. Er überlegte fieberhaft wie er aus dieser Situation mit heiler Haut entkommen könnte. Er hatte keine Wahl, es gab nur einen Ausweg. Was hatte er schon zu verlieren?
Abrupt drehte Jarod sich um und verpasste dem Anwalt einen Faustschlag mitten ins Gesicht.
Dieser taumelte rückwärts und prallte gegen die Wand. Jarod stürzte sich auf Kinkly. Er wollte ihm die Waffe aus der Hand schlagen. Doch er war nicht schnell genug. Noch bevor er Kinkly erreicht hatte, hatte dieser ihm schon die Waffe in den Bauch gedrückt. Jarod versuchte die Waffe abzuwenden. Ein Handgemenge begann.
„PENG“. Der Schuss beendete das Handgemenge. Plötzlich war alles stil. Jarod sah an sich hinunter und blickte auf einen roten Fleck auf seinem weißen T- Shirt, der sich schnell vergrößerte. Doch fühlte er keinen Schmerz.
Er richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Kinkly. Dieser glitt mit schreckgeweiteten Augen an ihm herunter.
McKinklys sinkender, toter Körper gab den Blick auf Miss Parker frei, die gerade ihre Waffe senkte.
Jarod sah sie an. Sein Blick zeigte mehr als Dankbarkeit.
„Hey, ich konnte dich doch nicht sterben lassen, nun wo wir uns so nah gekommen sind“, sagte Miss Parker. Doch so locker wie die Worte klingen sollten, kamen sie ihr nicht über die Lippen. Jarod ging auf sie zu, senkte den Kopf und wollte sie küssen.
Miss Parker aber drehte den Kopf weg. „Komm mit“, sagte sie leise.

Sie traten nach draußen. Jarod nahm an, dass sie ihm nun sagen würde warum sie ihn nach draußen geführt hatte. Doch stattdessen ging Miss Parker weiter, ohne auf ihn zu achte.
Eine ganze Weile gingen sie neben einander her und sprachen kein Wort. Dann Plötzlich fanden sie sich auf einem kleinen Hügel wieder. Von hier konnte man die Landstraße sehen.
„Parker was ist….?“ sagte Jarod leise. Doch wurde er von Miss Parker unterbrochen.
„Ich lass dich dieses Mal noch laufen“. Er hatte ja mit vielem gerechnet aber nicht damit.
„Was?“, fragte er völlig verdutzt. „Ich werde dich dieses Mal nicht ins Centre schaffen. Doch wenn wir uns das nächste Mal sehen, werde ich dich wieder jagen“.
„Was, du willst…, aber… Parker…“, Jarod wusste nicht was er sagen sollte. Miss Parker legte ihre Hand auf seinem Arm. „Jarod das mit uns, das... das kann nicht… Ich meine …. sieh mal es hätten auch andere Leute anstatt Broots in mein Büro kommen können. Zum Beispiel mein Vater oder Lyle“. Ein bitteres Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. „Kannst du dir vorstellen was sie getan hätten?“ Sie wandte den Kopf ab, Tränen traten in ihre Augen „Das mit uns das geht nicht.“
„Aber Parker“, Jarod legte eine Hand unter ihr Kinn und hob sacht ihren Kopf. Ihre Blicke trafen sich. „Es ist doch egal was Sie tun“
Seine Augen funkelten. „Nein, das ist es nicht. Ich mache mir keine Sorgen um mich, sondern um dich.“
„Du, du…..“, sie brach den Satz ab. Sie traute ihre Stimme nicht mehr. Tränen rannen ihr nun über die Wangen.
„Parker wir können trotzdem zusammen sein“, sagte Jarod.
„Nein, das können wir nicht. Es ist zu gefährlich. Ich will nicht, dass dir was passiert“.
„Also soll nun alles vorbei sein?“ Jarod wollte es nicht wahr haben.
„Ja! Versteh doch, ich will nicht, dass sie mir noch jemanden nehmen der mir wichtig ist“. Jarod, der den Blick abgewendet hatte, schaute auf. Er war ihr wichtig. Er blickte Miss Parker ins Gesicht. Die Tränen funkelten auf ihren Wangen und in ihren Augen. „Ich will das nicht. Ich will dich nicht gehen lassen“, sagte Parker. Sie musste den Blick von Jarods Augen wenden. Sie hatte Angst sich erneut in ihnen zu verlieren.
Jarod strich sanft über ihr Gesicht und wischte damit die Tränen weg.
„Ich…..“, fing Jarod an, doch Miss Parker ließ ihn wieder nicht aus sprechen. „Geh jetzt“. Sie stieß ihn von sich. „Los geh jetzt“, sagte sie bestimmt doch ihr Kinn zitterte.
Sie wandte sich ab. Doch Jarod wollte sie so auf keinen Fall gehen lassen. Er setzt ihr nach, fasste sie an den Schultern, drehte sie zu sich und presste seine Lippen auf ihre. Miss Parker wehrte sich nur einen Kurzen Augenblick, dann gab sie ihren Wiederstand auf. Sie wollte sich verabschieden. Richtig verabschieden. Nach wenigen Sekunden löste sie sich wieder von ihm. „Geh jetzt“, sagte sie leise. „Willst du das wirklich“? fragte Jarod. Sie lachte unter Tränen kurz auf. „Spielt das eine Rolle“? „Ja, tut es“, antwortete Jarod. Sie schüttelte den Kopf, „Nein tut es nicht. Geh, und denk daran das nächste Mal sind wir wieder Jägerin und Gejagter“.
Sie lächelte traurig. Jarod wollte sie noch einmal in den Arm nehmen doch als er sah, dass sie zurück wich, ließ er es. Er ging einige Schritte rückwärts, drehte sich dann um und ging den Hügel hinunter.
Er trat auf die Landstraße, ging einige Meter, drehte sich dann um. Miss Parker stand noch immer auf dem Hügel und blickte ihm nach. Er wollte sie nicht verlassen. Er wollte zurück laufen, sie in den Arm nehmen und ihr sagen wie wichtig sie für ihn war. Doch wusste er dass sie es nicht hören wollte. So drehte er sich um und setzte seinen Weg fort. Er würde sie vermissen, das wusste er. Die Zeit mit ihr würde er nie vergessen.

Miss Parker stand an einem Baum gelehnt, immer noch auf dem Hügel. Sie hatte im Flugzeug die Entscheidung getroffen das Verhältnis mit Jarod zu beenden. Sie wusste, dass es die richtige Entscheidung war. Es war einfach zu gefährlich. Eine Beziehung hätte niemals funktioniert. Außerdem wollte sie nicht noch einen Menschen verlieren, den sie liebte. Das Centre hatte ihr schon ihre Mutter und Tommy genommen. Sie wollte nicht auch noch Jarods Grab auf dem Friedhof besuchen. Doch hatte sie nicht gedacht, dass es so sehr wehtun würde. Nun stand sie auf dem Hügel und sah Jarod nach wie er in den Sonnenuntergang hineinging und verschwand.
Wenn sie ihn das nächste Mal sah, dann würde sie ich wieder jagen müssen. Sie wusste nicht ob sie das fertig bringen würde, doch wollte sie sich jetzt nicht mit diesen Gedanken belasten. Sie schaute Jarod nach und erinnerte sich an die Zeitz mit ihm.
Tränen glänzten auf ihren Wangen.
Das nächst Mal ist wieder alles  wie immer.

Ende

Ps: Ich würd mich total über Reviews freuen.
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