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Hokage - mein Traum

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Jiraiya Kakashi Hatake Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha Shikamaru Nara
30.10.2006
14.02.2011
31
83.404
7
Alle Kapitel
228 Reviews
Dieses Kapitel
14 Reviews
 
 
30.10.2006 1.544
 
Disclaimer: Naruto gehört Kishimoto Masashi und leider nicht mir.
Achtung: Spoiler bis zu Kapitel 329, ungefähr zu diesem Zeitpunkt spielt auch diese Geschichte.
Das ist meine erste Fanfic. Ich bemühe mich, die Charaktere möglichst wenig OOC zu machen und hoffe, dass es mir gelingt.
Sex und Gewalt können im späteren Verlauf der Geschichte vorkommen, werden aber nie das wichtigste sein.
Falls es Pairings gibt, sind diese noch nicht entschieden. Het & Slash können vorkommen.
Reviews lese ich gerne, vor allem die mit Verbesserungsvorschlägen. Viel Spaß beim Lesen!






I. Die Einladung der Godaime


Die Krähe fliegt in pfeilgerader Linie über die Baumwipfel. Für einen kurzen Moment lässt sie sich mit ausgebreiteten Schwingen vom Wind tragen. Dann macht sie einen scharfen Bogen nach links und flattert wieder in die Richtung zurück, aus der sie gekommen ist.
Der Mann, der sie beobachtet, seufzt. Viel zu schnell ist seine kostbare Freizeit vorübergegangen. Zwar liebt er die belebten Straßen und kleinen Läden des Ninja-Dorfes Konoha. Um sich zu erholen hat er sich aber in die Einsamkeit am Rande des Waldes, der Konoha umgibt, zurückgezogen. Er sitzt auf einem breiten Ast, den Rücken bequem an einen Baumstamm gelehnt. Sein Lieblingsbuch, ein orangefarbenes Hardcover mit dem Namen Flirtparadies, liegt aufgeschlagen auf seinem Schoß.
Kurz spielt er mit dem Gedanken den Vogel zu ignorieren. Doch dann seufzt er wieder und steht mit einer flüssigen, kaum sichtbaren Bewegung auf. Er steckt das Buch in die Brusttasche seiner Weste. Schließlich folgt er der Krähe von Baum zu Baum springend in Richtung des Dorfes. Das Ziel ist das Hauptquartier der Hokage, denn Tsunade selbst hat den Vogel geschickt. Die Botschaft, die er aus dem Flugmanöver herausgelesen hat, ist eindeutig:

Hatake Kakashi, bitte dringend zur Besprechung zu mir kommen. Sofort und nicht erst in drei Stunden! –Tsunade.

Tsunades Büro liegt im Verwaltungsgebäude mitten in Konoha direkt unter dem Hokage-Berg. Einen Moment lang bleibt Kakashi stehen. Er legt den Kopf in den Nacken und schaut hinauf zu den mächtigen, in den Fels eingemeißelten Köpfen der früheren Anführer Konohas.
Sein Blick gleitet über die Gesichter des Ersten und des Zweiten Hokages und bleibt kurz am adlerhaften Profil des Sandaime hängen. Noch immer versetzt ihm der Gedanke daran, wie der Dritte Hokage hatte sterben müssen, einen kurzen Stich. Am längsten betrachtet er den Yondaime, seinen ehemaligen Sensei, auch er hat einen grausamen Tod erlitten. Doch sein Erbe lebt weiter und Kakashi will ihn mit seiner ganzen Kraft unterstützen. Das letzte Gesicht ist das der Godaime Hokage Tsunade, es scheint ihn mit gerunzelter Stirn streng zu fixieren. Kakashi fällt siedendheiß ein, dass sie bestimmt schon auf ihn wartet.

Geduld ist nicht Tsunades Stärke. Sie sitzt an ihrem Schreibtisch und empfängt Kakashi mit einem: „Na, besonders eilig hast du es ja nicht gehabt. Aber immerhin warst du schneller als das letzte Mal, da kamst du einen Tag zu spät.“ Ihr finsterer Blick gleicht dem ihres Felsportraits.
Kakashi hebt nur die Schultern und setzt sich. Mit der Godaime will er sich nicht anlegen. Sie ist eine selbstbewusste, herrische Frau mit einer ungesunden Vorliebe für Befehle und Sake. Obwohl sie in den Fünfzigern ist, sieht sie mit ihrem honigfarbenen Haar und der vollbrüstigen, schlanken Figur bestimmt dreißig Jahre jünger aus. Kakashi vermutet, dass die Ursache eine Sinnestäuschung ist, verursacht durch ein raffiniertes Genjutsu.

„Hallo, Bursche!“ knurrt eine tiefe Stimme. Ein breitschultriger kräftiger Mann sitzt auf dem Fenstersims hinter Tsunades Schreibtisch. Sein weißes Haar ist zu einem langen buschigem Pferdeschwanz gebunden. Es ist Jiraiya, Tsunades ehemaliger Teamgefährte. Wie sie ist er einer der mächtigsten Ninjas Konohas und wahrscheinlich des ganzen Land des Feuers.

Jiraiya. Hier? denkt Kakashi und sein Auge verengt sich. Das wird keine gewöhnliche Mission. Irgendetwas stimmt nicht.

Er gibt sich jedoch betont lässig. „Yo, Jiraiya-sama. Eigentlich hätte ich gedacht, du bist gerade dabei Recherchen für deinen neuen Roman anzustellen. Oder ist dir das Spionieren zu langweilig geworden?“

Jiraiya grinst. „Ich bin schon seit einigen Tagen wieder zurück in Konoha. Tsunade hat mich gebeten, ihr bei einer bestimmten Sache behilflich zu sein. Und wer bin ich, dass ich einer schönen Frau einen Wunsch abschlagen kann.“

„Schleimer“, meint Tsunade unbeeindruckt.

„Ah, Tsunade, gib doch zu, dass ein kleines Kompliment hin und wieder dein altes Herz erwärmt.“

„Genug der Plänkeleien, Jiraiya“, ermahnt die Godaime.

Tsunade stützt die Ellenbogen auf  die Tischplatte und lässt ihr Kinn auf ihren ineinander verschränkten Händen ruhen. Jiraiya wendet das Gesicht Kakashi zu. Beide mustern ihn ganz offen, schweigend und mit ernster Miene.

Nein, denkt Kakashi, irgendetwas ist ganz und gar nicht in Ordnung.

Eine Zeitlang macht keiner von ihnen Anstalten ein Wort zu sagen. Kakashi zuckt die Achseln und zieht das Flirtparadies-Buch aus seiner Tasche.

„Hatake Kakashi“, bellt Tsunade plötzlich in ihrer offiziellen Ich-bin-die-Hokage-also-leiste-mir-absoluten-Gehorsam-Stimme. So spricht sie normalerweise nur, wenn sie Sätze sagt wie: Das ist eine Mission! oder Bürger von Konoha!

Kakashi zuckt zusammen und lässt beinahe das Buch fallen. Er sieht auf und stellt verblüfft fest, dass Tsunade lächelt und Jiraiya ein so breites Grinsen auf dem Gesicht hat, dass Kakashi jeden seiner Zähne sehen kann.

Was um alles in der Welt ist hier los? fragt sich Kakashi und hat auf einmal ein ungutes Gefühl.

„Hatake Kakashi, der Rat von Konoha, Jiraiya und ich haben beschlossen, dass es an der Zeit ist, einen weiteren Hokage zu ernennen. Nie wieder darf es geschehen, dass wir führerlos sind, so wie damals, als Orochimaru den Dritten getötet hat. Konoha ist derzeit von Bedrohungen umgeben: Wir wissen nicht, was Orochimaru drüben in Oto gegen uns plant. Aber dass er zuschlagen wird, ist sicher. Wie Jiraiya mir außerdem mitteilt, hat es die Akatsuki nicht nur auf Naruto abgesehen. Sollte mir jetzt etwas geschehen, ist Konoha in der Zeit, in der mein Nachfolger gesucht und eingearbeitet wird, schwach. Ein Angriff wäre verheerend.“

Tsunade blickt Kakashi erwartungsvoll an, doch dieser zuckt nur wieder mit den Schultern. „Und was hat das mit mir zu tun?“

„Stell dich nicht dumm, Bursche“, brummt Jiraiya. „Tsunade und ich haben dich dem Rat vorgeschlagen.“

Mit einem lauten Knall klatscht das orangefarbene Buch auf den Boden. Kakashi reißt sein Auge auf, doch er sagt nichts.

Tsunade und Jiraiya wechseln einen Blick.

„Wir haben dich vorgeschlagen, weil wir glauben, dass du das Zeug zu einem guten Hokage hast“, sagt Tsunade.

„Dann haben wir in dieser Hinsicht unterschiedliche Ansichten“, erwidert Kakashi ruhig. „Warum machst du es nicht, Jiraiya? Dir haben sie die Hokageposition doch schon einmal angeboten.“

„Tsunade ist nicht mehr die Jüngste und ich bin im gleichen Alter“, meint Jiraiya mit geduldigem Unterton, so als würde er einem Dreijährigen erklären wie man ein Kunai hält. „wir brauchen einen jungen Hokage.“

„Leider hat der Rat auch einige Bedenken, was dich betrifft“, fügt die Godaime hinzu. „Das meiste war überflüssiger Schnickschnack, dass du perverse Bücher liest und ständig zu spät kommst und so. Allerdings könnten wir nicht bestreiten, dass dein Chakralevel nur durchschnittlich hoch ist und du auch etwas stärker sein könntest.“

Kakashis Blick wandert zwischen den beiden hin und her. Wie in einem Theaterstück scheinen sie sich gegenseitig die Stichwörter zu geben.

Jiraiya spricht jetzt wieder: „Das bedeutet also Training, Bursche. Ich habe mich bereit erklärt, deine Schwachpunkte mit dir aufzuarbeiten.“

„Training mit dir?“ wiederholt Kakashi ungläubig.

„Der Rat besteht außerdem darauf, dir in einer Art Probezeit zwei Aufgaben zu stellen. Du musst Lösungsansätze für unsere beiden derzeitigen Hauptprobleme erarbeiten, die Missionen organisieren und erfolgreich durchführen. Dann ist er bereit, dich als endgültigen Hokage zu akzeptieren.“

„Aufgaben, was für Aufgaben?“ fragt Kakashi fassungslos.

„Ja, die sind nicht ohne“, meint Jiraiya und reicht Kakashi ein Schriftstück mit dem Stempel des Rates. Darauf steht nur eine einfache Liste ohne weitere Erklärungen:

1. Hauptziel: Eliminierung der Gefahr Oto
1.1. Tod Orochimarus
1.2. Gefangennahme oder Tod Yakushi Kabutos
1.3. Gefangennahme oder Tod Uchiha Sasukes

2. Hauptziel: Zerschlagung der Organisation Akatsuki
2.1. Gefangennahme oder Tod aller Mitglieder
2.2. Tod Uchiha Itachis

„Hokage-sama, Jiraiya-sama“, Kakashi lässt das Blatt auf den Tisch fallen und steht auf. „Danke für Euer Vertrauen, aber ich lehne ab.“

„Ich dachte, du wärst ein Genie und kein Feigling“, entgegnet Tsunade kühl.

„Damit kriegst du mich nicht, Tsunade“ Kakashis Stimme ist ebenfalls eisig.

„Kakashi, denk doch noch mal darüber nach ...“ setzt Jiraiya an, doch Kakashi unterbricht ihn:

„Nein, ich mache es nicht. Akzeptiert das.“ Er steckt die Hände in die Hosentaschen, dreht sich um und geht hinaus.
Er ist wütend und schließt die Tür etwas lauter als gewöhnlich.

Tsunade und Jiraiya wechseln wieder einen langen Blick.

„Hätte besser laufen können“, knurrt Jiraiya.

„Macht nichts.“ Tsunade strafft die Schultern. Jiraiyas Blick wandert für einen Moment in ihren eindrucksvollen Ausschnitt.

„Jiraiya!“ funkelt Tsunade ihren ehemaligen Teamgefährten an und ballt die Faust.

„Ähja, wo waren wir stehen geblieben?“

„Uns bleibt nichts anderes übrig. Dies ist der Moment, in dem der Ersatzplan in Kraft tritt.“

„Der Ersatzplan? Hältst du das für sinnvoll?“ fragt Jiraiya.

„Warten wir es ab“, grinst Tsunade. Dann drückt sie einen Knopf an ihren Schreibtisch. „Izumo, bitte.“

Einen Augenblick später betritt der Chuunin ihr Büro. Er ist ein schlanker, hübscher Junge mit einer dichten Haarsträhne über dem rechten Auge. Genau die Art Assistent, die Jiraiya bei Tsunade erwartet hat.

Izumo verbeugt sich „Tsunade-sama, Jiraiya-sama.“

Tsunade lächelt. „Bring Uzumaki Naruto zu mir.“
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