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Rache!

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P12 / Gen
15.10.2006
09.01.2007
9
9.418
 
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Dieses Kapitel
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15.10.2006 1.170
 
Diclaimer: Die Namen der Orte und einiger Charaktere sind das geistige Eigentum von Blizzard Entertainment.

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Was tut ein Mann, wenn ihm alles genommen wird?
Was tut ein Mann, wenn eine Klinge nicht reicht, um Rache zu nehmen?
Was tut ein Mann, wenn sein Hass ihn den Schatten ausliefert?


Mit großen Schritten lief Kyrd über die Straßen des Dämmerwaldes in Richtung seiner Heimat, Dunkelhain. Sein rabenschwarzes Haar reichte ihm bis zum Kinn und der schwarze, gut rasierte Bart, zierte sein schmales Gesicht. Er trug einfache Kleidung aus Spinnenleder. Mit seinen einundzwanzig Jahren war er schon verheiratet und hatte eine Zukunft. Zusammen mit seiner lieben Niya würde er irgendwann die Farm seiner Eltern übernehmen.
Wie immer in seinem Heimatland war es neblig und dunkel und anstatt eines friedlichen Vogelgezwitschers hörte man hier eher das dunkle Heulen der Wölfe oder das nervenzerreibende Klackern von Spinnenbeinen. Doch das alles machte dem jungen Bauern nichts aus. Aus seiner Erfahrung heraus wusste er, dass diese doch so angsteinflößenden Tiere in de meisten Fällen äußerst scheu waren.
Von weitem konnte er schon die ersten Häuser von Dunkelhain erkennen. Das Licht, welches aus den Fenstern dieser Häuser strömte, zerschnitt den dichten Nebel und lockte ihn geradezu an. Auch konnte er schon die Köstlichkeiten riechen, welche seine Mutter zusammen mit Niya immer vorbereitet hatten, wenn er und sein Vater von der Arbeit kamen.
Plötzlich tauchte vor ihm ein Schatten aus der Dunkelheit auf.
„Wer möchte zu so später Stunde die Stadt Dunkelhain betreten?“
Kyrd begann zu lachen.
„Um auf deine Frage zu antworten, ich bin’s, Kyrd, Denors Sohn. Und um dich aufzuklären, ist die Sonne, welche es sowieso nicht vermag, die ewige Dunkelheit im Dämmerwald zu durchbrechen gerade erst untergegangen.“
Der Schatten näherte sich. Ein braunhaariger Kopf mit einem Kinnbart und ebenfalls braunen Augen tauchte vor Kyrd auf.
„Wiley mein Freund.“
Er schloss den Wachmann in seine Arme und betrachtete ihn über seine Schulter hinweg. Wie immer trug er seine Uniform, die aus braunem Wolfsleder bestand. An Wileys Gürtel baumelte ein Schwert.
„Wo hast du deine Fackel gelassen? Was hättest du getan, wenn ich ein Angreifer gewesen wäre? Ich hätte an dir vorbei in die Stadt schleichen und alle niedermetzeln können.“
Die beiden sahen sich an.
„Eigentlich hab ich gar keinen Dienst. Die eigentliche Wache patrouilliert hier irgendwo auf der Straße herum. Ich war bei euch zu hause und Niya bat mich, nach dir zu sehen.“
„Tja.“ Kyrd klatschte in die Hände. „Jetzt bin ich ja da und kann mich um meine arme Frau kümmern.“
Trotz der schlechten Sichtverhältnisse erkannte er, wie Wiley zu schmunzeln begann. Er hatte nie ein Händchen für feste Beziehungen gehabt, was ihn aber auch nicht störte.
Sie gingen weiter und tratschten über das ein oder andere Ereignis in Dunkelhain. Wiley erzählte von seinen Abenteuern mit reisenden Frauen im Gasthaus, während er immer wieder auf Kyrd Entscheidung, eine Ehe einzugehen rumhackte.
„Lass dich nie mit Kriegerinnen ein. Bei den ganzen Muskeln ist die Nacht eher eine Qual als eine Freude. Den besten Fang machst du bei Magierinnen, die haben vielleicht Feuer im Arsch. Wobei ich so `ne Nachtelfin auch mal ganz reizvoll fände.“
Kyrd schmunzelte.
„Es wird dauern, bis sich irgendwelche Nachtelfen nach Dunkelhain verirren und sich dann auch noch mit einer einfachen Wache wie dir abgeben, mein lieber.“
Sie standen nun vor einem kleinen Haus, etwas abseits der Stadt. Von innen hörten sie Niya und Marla, Kyrds Mutter, wie sie sich beim Kochen unterhielten. Das Prasseln des Feuers weckte wohlige Gefühle in ihnen.
„Nun ja, so sei es. Ich geh noch einen saufen. Man sieht sich, Kyrd.“
„Bis dann, mein Freund.“
Lachend und hüpfend machte sich Wiley auf den Weg ins Gasthaus, während sein Freund sich der Holztür seines Heimes zuwandte und sie knarrend öffnete.
Sofort warf sich ihm jemand entgegen und begann ihn stürmisch mit Küssen zu überhäufen.
„Niya, lass das.“
Natürlich hörte sie nicht auf. Sie küsste ihn immer wieder. Erst als Kyrd zu schwanken begann stoppte sie.
„Guten Abend, Liebster.“
Niya schaute ihn aus tiefblauen Augen heraus an. Ihr rotblondes Haar fiel locker über ihre Schultern. Sie hatte ein schmales Gesicht, eine Kleine Nase und volle Lippen. Sie trug blaues, tief ausgeschnittenes Kleid und darüber eine weiße Weste. Sie wusste genau, dass ihr Mann es nicht mochte, geradezu angefallen zu werden und tat es deshalb immer wieder mit Vergnügen.
„Auch von mir einen guten Abend, mein Sohn.“
Marla hatte sich ihnen zu gewandt. Auch sie trug ein blaues Kleid, hatte jedoch eine Schürze umgebunden, wie sie es immer beim Kochen tat. Aus seiner Erfahrung wusste Kyrd, wie verschwenderisch seine Mutter manchmal in der Küche war und in welcher Unordnung sie diese häufig hinterließ.
Sie hatte graues, Haar, welches sie immer zu einem Knoten zusammengebunden hatte. Ihr rundes Gesicht und ihr molliger Körper zeugten geradezu von ihrem guten Appetit.
Sie hielt eine große Kelle in der Hand, an der noch etwas von der Suppe haftete, welche die beiden Frauen zubereitet hatten. Gulaschsuppe, dem Geruch zu Folge.
Neben dem Kamin, standen noch ein großer Schrank, mit Zutaten und ein kleiner Zubereitungstisch, auf dem noch einige Gemüsereste und ein kleines Messer lagen. Gegenüber der Kochstelle, in einer Ecke des Raumes, befand sich ein Tisch mir drei schmalen Stühlen du einer Eckbank. Zu Kyrds Linken führten eine Treppe in die obere Etage, und eine kleine Tür in die Nebenräume.
„Wo ist dein Vater?“
„Der ist noch auf dem Feld, hat gesagt, er wolle die Scheune noch etwas in Ordnung bringen. Er wird bald hier sein.“
Marla zuckte mit den Achseln.
„Nun ja, dann denke ich, fangen wir doch mit dem Essen an.“
Kyrd eilte zu ihr hinüber und half dabei, die Suppe in eine große Tonschale zu geben. Danach stellte er die Schale auf den Tisch. Niya hatte inzwischen das Besteck geholt und so saßen sie zu dritt am Tisch. Kyrd und Niya auf der Eckbank, und Marla auf einem der drei Stühle.
Marla verteilte die Suppe auf drei kleinere Schalen und stellte sie vor sich auf den Tisch.
Wähend sie alle vor sich hin löffelten, erzählte Kyrd von der Arbeit auf den Feldern und was für eine gute Ernste sie dieses Jahr doch einfahren würden.
Als sie geendet hatten war Denor immer noch nicht aufgetaucht.
„Kyrd, geh doch bitte noch einmal zum Hof zurück und schau nach deinem Vater. Vielleicht ist er wieder eingeschlafen.“
Seine Mutter war inzwischen dabei, die Schalen und da Besteck wieder abzuräumen. Sie würde alles an einem kleinen Brunnen hinterm Haus säubern.
Kyrd wollte gerade von der Bank aufstehen, als er zurückgezogen wurde. Niya hatte ihn gepackt und begann mit einem zärtlichen Kuss. Als Kyrd ihn erwiderte bemerkte er, wie seine Hand langsam an ihrer Hüfte hinunter glitt, bis er ihr schließlich mit einem Lächeln in den Hintern kniff.
„Du Schuft!“
Mit gespieltem Entsetzten drückte Niya ihren Mann von sich, während dieser sich vor Lachen krümmte.
„Geh endlich und such nach deinem Vater, sonst gibt es heute Nacht keine Fortsetzung.“
Noch immer Lachend griff Kyrd nach einem Mantel, der an der Wand hing und ging zur Tür hinaus.
 
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