Elfen Lied

GeschichteDrama / P12
04.10.2006
04.10.2006
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Elfen Lied

Vergessene Träume
One Shot

Der Himmel verfinstert sich, der graue Dunstschleier, der über der Stadt hängt spiegelt meine Trauer wieder. Ich hätte geglaubt, dass alle mein Leid endlich ein Ende nehmen könnte, doch dies ist mir anscheinend nicht vergönnt.
Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn ich dich nie getroffen hätte.
Nur das dämmrige Licht der Straßenlaternen durchbricht die vollkommene Dunkelheit.
Ich verliere mich in diesem Anblick. Die Finsternis gibt mir Trost, lässt mich für einen wunderbaren, kurzen Augenblick wie ein normaler Mensch fühlen.
Langsam lasse ich mich auf das harte Betondach gleiten und blicke in die schier unendliche Tiefe hinab. Ich bin nur einen kleinen Schritt von der Erlösung entfernt. Es wäre so einfach, viel zu einfach. Ich wäre nichts weiter , als ein elendiger Feigling, wenn ich mich meiner Verzweiflung hingeben würde. So lange war ich stark und habe all den Hass geschluckt, ihn in meinem tiefsten Inneren begraben, auf dass er niemals wieder ans Tageslicht komme.
Soll ich jetzt aufgaben? Es nicht ohnehin schon alles verloren, was hat es jetzt noch einen Sinn? Die Menschen werden mich nie akzeptieren. Sie hassen und verachten mich, weil ich nicht wie sie bin. Wenn ein Lebewesen dem Menschen überlegen ist, oder fremd tötet er es in seiner Ignoranz, doch ich bin es leid wie ein Tier davon gejagt zu werden.
Ich will endlich frei sein, frei, davon eine Gefangene meines eignen Körpers zu sein, frei zu hassen und zu leiben. Ist es denn zu viel verlangt, das zu wollen, was alle anderen schon längst besitzen? Ein Dach über den Kopf, Verständnis und jemand der mich lieb?
Ich schreie meinen Schmerz zu den Wolken hinauf, schicke dem Wind meine Träume und Sehnsüchte, auf dass er sie forttrage , wo sie niemand je finden könne.
Ich stehe auf, taumele, sehe den Abgrund hinab, der sich vor mir auftut.
Ich möchte fallen, doch ich kann nicht. Ich bin zu schwach, Ich die so viele unschuldige Leben beendet hat. Die gefühllos und absolut skrupellos war. Ja, ich habe Angst davor ,dass sich keiner nach meinem Tod sich an mich erinnert, dass ich in Vergessenheit gerate und das selbst er nicht mehr an mich denkt. Ich habe Angst, dass ich einschlafe und nie wieder aufwache. Gefangen in ewiger Dunkelheit. Ein letztes Mal möchte ich das Strahlen in seinen indigoblauen Augen sehen, alles vergessen und in Erinnerungen schwelgen.
Seinen Duft riechen, seine Wärme spüren,, …dann werde ich streben können.
Muss mich vergewissern, dass er mein Bild im Herzen trägt...
Doch wie kann ich es überhaupt wagen so zu denken? Warum sollte er mich lieben?
Kouta hätte allen Grund mich zu hassen, zu verurteilen,...
Ich habe ihm das genommen, was ihm am wichtigsten im Leben war, ...seine Familie.
So viele habe ich getötet, dass ich meine Opfer schon nicht mehr zählen kann und ich will toleriert und wie ein Mensch behandelt werden? Man sagt die Augen wären das Tor zu jeder menschlichen Seele, meine Augen sind rot wie Blut...
- Warum kann ich nicht, wie alle anderen sein?, -  zerreißt mein Schrei die Stille.
Ich falle auf die Knie und bette meinen Kopf in den Händen. Langsam wandern sie empor zu meinem roten Haar. Ich taste weiter und spüre die mir verhassten Hörner.
Sie schimmern silbern im fahlen Licht. Ich will sie zerstören, reiße an ihnen, doch sie geben nicht nach, bleiben ein fester Teil von mir.
Ich will und kann nicht mehr, schließe erschöpft die Augen ,..an nichts mehr denken müssen.
Ich will doch nur ein Mensch sein, ..flüstere ich immer wieder, wie ein Mantra.
Bist du dir sicher? Liegt es dir so sehr am Herzen, eine schwache, bemitleidungswürdige, armselige , widerwärtige Kreatur sein? Ein Homo sapiens, ist es das was du willst?
Fragt mich spöttisch eine dumpfe Stimme in meinem Inneren.
Wer bist du? Also ab du das nicht wüssten, antwortet sie höhnisch.
Ich bin du und du wirst auch nichts daran ändern können. Wie deine Hörner bin ich ein Teil von dir, der dich stärker macht, dir Macht gibt und dich gegenüber den jämmerlichen Menschen erhaben macht. Verschwinde, du bist Schuld daran, dass sie viele sterben mussten.
Das ist nicht wahr und du kannst es nicht leugnen, ich habe dir nur geholfen. Aber du hast dich auch nicht sonderlich gegen mich gewehrt. Es war deine eigene Entscheidung sie zu töten. Sei endlich still, ich will davon nichts hören.
Hast du ein schlechtes Gewissen? Du enttäuscht mich Lucy. Die Menschen haben es nicht verdient, dass ihnen auch nur eine Träne nachgeweint wird.
Sie sind schwach , arrogant, selbstverherrlichend und ignorant.
Ausgerechnet dich quält der Gedanke, all diese Seelen auf dem Gewissen zu haben?
Sie haben dich behandelt, wie der letzte Dreck, dich getreten und wie eine Aussätzige behandelt, entgegnete der Diclonius berechnend, hämisch.
Doch nur, weil sie es nicht besser wussten. Sie brauchten jemand der noch armseliger war, als sie selbst, um über ihre eigenen Schwächen leichter hinwegsehen zu können.
Außerdem sind nicht alle so, ...Kouta ist anders, er hat mich geliebt, obwohl ich ein Diclonius bin. Der Gedanke an ihn schmerzt mich und ich halte es nicht länger aus.
Die Innerstimme ruft mich zur Vernunft ,...Ich höre ihr schon längst nicht mehr zu.
Ich habe einen Entschluss gefasst. Nie wieder könnte ich es ertragen jemandem leid zu zufügen, doch ich kann es nicht verhindern, die Kraft in mir ist einfach zu Stark.
Kann mich ihr nicht widersetzen , gehe unter, muss mich ihr unterwerfen.
Es gibt nur eine Möglichkeit, denn früher, oder später würde ich selbst Kouta verletzen, wenn nicht sogar töten. Um ihn und alle anderen zu schützen darf ich mich nicht länger verstecken.
Muss mich meiner Furcht stellen, ...Es ist unausweichlich , denn ich habe die Wahrheit erkannt. Damit Kouta leben kann muss ich sterben.
Ich öffne vorsichtig die Augen und erhebe mich. Gehe langsam einen Schritt nach dem anderen bis zum Rand des Daches.
Noch einen letzten Schritt,.. falle,. ..bin schwerelos und frei. Eine einzelne Träne tritt aus meinen blutroten Augen und läuft meine fast weiße Wange hinab, sie schimmert wie ein geschliffener Opal. In meinem ganzen Leben habe ich nur eine Träne für einen Menschen vergossen, ...für den Menschen dem ich vertraute, nach ihm sehnte und liebte ,..Kouta.
Dir wird für immer mein Herz gehören, ich liebe dich mein Engel, rufe ich zum Abschied, dann umfängt mich Finsternis und Stille. Doch ich fürchte mich nicht, den ich trage ein Licht in mir…
Koutas Licht...
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