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Pride - Die Legende der Löwen

von Alaska
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
29.09.2006
05.05.2009
2
1.853
 
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8 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
29.09.2006 948
 
Wow...solche lieben Reviews hätte ich gar nicht erwartet...und um ehrlich zu sein, hatte ich die Hoffnung schon lange aufgegeben, diese Story jemals zu beenden (und hatte es auch gar nicht vor).
Ich kanns noch gar nicht fassen, aber ich schreibe nach drei Jahren das zweite Kapitel - wegen euch^^ Okay, wahrscheinlich werdet ihr die Geschichte hier schon lange vergessen haben, aber ich werds versuchen. Nur eines vorweg: Ich habe schon Ewigkeiten nicht mehr ernsthaft geschrieben, deswegen werden meine Schreibfähigkeiten auch ziemlich eingerostet sein. Den ein oder anderen Overkill verzeiht mir bitte^^ Ich hoffe, ich finde mich wieder ein. Leider kann ich euch nicht versprechen, dass die Story wirklich jemals zu Ende geschrieben wird, da ich den ursprünglichen Verlauf schon lange über Bord geworfen habe und jetzt praktisch schreibe, was mir in den Sinn kommt, ohne bestimmten Handlungsverlauf - aber ein 2. Kapitel ist ja schon mal ein Anfang.
Die Namen sind übrigens nicht ausgedacht, ein Teil davon ist in der Tat Suaheli, ein anderer allerdings japanisch. Neko beispielsweise bedeutet Katze *wie originell*
Ok, dann ab in die 2. Runde :) Kritik erwünscht!
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Die ersten Sonnenstrahlen berührten das goldene Land, erwärmten die Erde, das Wasser und die Lebewesen, die sich ihnen entgegenreckten. Das Licht kam und die Schrecken der vergangenen Nacht lösten sich in einen Schleier aus Illusion, Unglaube und Verständnislosigkeit auf. Es hatte sich herumgesprochen. Die großen Jäger, die Könige...sie hatten einen Verlust zu beklagen.

Tafari wandte sein mächtiges Haupt gen Westen. Dort war noch Schatten, dort war es noch Nacht. Dort hatte sein Sohn das letzte Mal geatmet, zum letzten Mal in die Augen eines Geschöpfes geblickt, das ihn eigentlich hätte beschützen sollen: Kato.
Das Wispern des Grases, der Gesang der Vögel, alles schien ihn zu verspotten. Der große Löwe rümpfte die Nase, roch den Verrat seines Bruders, die Angst seines ermordeten Erstgeborenen und das Blut, das aus der Wunde seines Herzens quoll. Es war so ruhig. zu ruhig für das Andenken seines Sohnes. Es zwitscherte und raschelte und knisterte und dröhnte. Was war geschehen? Wie kam es dazu? Wie...
Keinen Augenblick später fegte ein donnerndes Gebrüll über die erwachende Savanne, das die Vögel, das Gras und die Erde, sie alle zum Schweigen brachte.
Entgegen seiner Laune stahl sich ein kleines Lächeln auf Tafaris Gesicht. nun war es gut. Jetzt hallte in ihren Köpfen der Schmerz eines Vaters wider, jetzt...jetzt, wo alles noch viel ruhiger war...jetzt hörten sie zu. Endlich schrieen sie. Zwar lautlos, aber ohne gleichzeitig den Grund erfahren zu wollen, denn nun wussten sie alle, warum das Land zu trauern hatte: Ihr Prinz war tot.

Ahadi war schwer verletzt - doch ob die schmerzhafteste Wunde in ihrem Körper oder in ihrer Seele klaffte, vermochte sie nicht auszumachen. Die Löwin lag in der kühlen, dunklen Höhle des Königsfelsens, umringt von all den anderen Rudelmitgliedern. Sorgenvoll starrten sie auf ihre Artgenossin, manche leckten ihr mitleidsvoll über das zerzauste Fell, doch keine wagte es, die Stimme zu erheben.
Kur vor Tagesanbruch war Rafiki gekommen und hatte die Löwin notdürftig versorgt. Er mischte Salben, beschwörte den Wind und sang mit klangloser Stimme in einer Sprache, die die Tiere nicht verstanden - eine Fähigkeit, die von Schamane zu Schamane weitergegeben wurde. Wenig später war Rafiki verschwunden - wohin wusste niemand. Ob er nun mit den großen Königen über Nekos Tod reden oder mit seinen Ahnen kommunizieren würde...was die Berater der Königsfamilie auch immer taten, es würde ein Geheimnis bleiben. So war es zu Simbas, zu Kiaras und zu Mabrukes Zeiten. Auch wenn der ursprüngliche Rafiki schon lange tot war, sein Erbe lebte in den nachfolgenden Schamanen weiter - und sie alle nahmen den gleichen Namen an: als Zeichen des Respekts gegenüber demjenigen, der ihren König Simba damals zurückgebracht und somit das Land wieder zum Blühen gebracht hatte.
Den leisen Abschied des Mandrills jedoch registrierte niemand bewusst, am allerwenigsten Ahadi. Auch sie fand sich in einem Kreis aus Wut, Hass und Trauer wieder und auch wenn sie sich kaum bewegen konnte, sie zitterte. Am liebsten wäre sie aufgesprungen und den Spuren Katos gefolgt, die sie wahrscheinlich weit, weit weg führen würden. Dennoch, es hatte keinen Sinn. Sie war schwach, verwundet und noch dazu gebrochen wie ein schmaler Zweig in den Akazienbäumen. Sie hätte keine Chance gegen Kato - und Tafari würde sie in ihrem jetzigen Zustand niemals alleine lassen. Nein, ihre Rache würde warten müssen. "Eines Tages wird er wiederkommen", schoss es dem Tier durch den Kopf. Und dann würde es keine Gnade kennen.

Es vergingen etwa zwei Stunden, dann betrat Tafari die Höhle. Sein Schatten folgte ihm vorraus und als die Löwinnen ihn bemerkten, zogen sie sich zurück. Ihr König würde mit Ahadi allein sein wollen.
Langsam leckte er ihr über das Gesicht, ließ unvergossene Tränen verschwinden und flüsterte: "Er wird bezahlen, Ahadi. Dafür sorge ich."
Die Angesprochene nickte schwach und erlaubte es sich, die Augen zu schließen. Sie war müde und vielleicht konnte sie wenigstens im Schlaf von ihrem erwachsenen Sohn träumen, der, nebst Löwin, mit seinen Kindern spielte.
Tafari beobachtete seine Partnerin und schmiegte sich eng an sie, als er ihr tiefes, gleichmäßiges Atmen hörte. Oh ja, er würde Kato bezahlen lassen. Und er wusste, er würde seinem Bruder niemals mehr das zeigen, was seinem Vorfahr Mufasa letztendlich das Leben gekostet hatte: Gnade.

Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, als Rafiki wieder aus den hohen, gelben Grashalmen auftauchte. In der einen Hand hielt er den Stock, mit dem er sich aufstützte. Mit der anderen presste er etwas an seine Brust. Helles, cremefarbenes Fell blitzte zwischen seinen Fingern hervor - und mit jedem Schritt, den der Mandrill machte, brachte er das kleine Bündel seinem Zuhause ein Stückchen näher. Der Prinz war tot - aber seine Schwester lebte.
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