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Quifanu Dunkles Herz

GeschichteDrama / P16 Slash
05.09.2006
14.10.2009
36
192.727
 
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05.09.2006 5.629
 
Er hatte ja keine Einwände was es betraf sich still und heimlich einzuschleichen, nach dem er eingesehen hatte, dass ein großer Auftritt nicht in Frage kam. Es stand auch außer Frage, dass er es begrüßte, so einfach durch das Anwesen des Fürsten zu kommen. Nun gut einfach, mit einigen arkanen Tricks im Ärmel, die ihm ermöglicht hatten, Fallen früh genug zu erkennen und zu umgehen. Und da war auch noch der Tiefling gewesen, der ein nicht besonderes aber für sie ausreichendes Geschick mit Fallen zu Tage gebracht hatte. Woher er dies konnte wusste Loririon nicht, der Sonnenelf konnte ja nicht ahnen, dass der Tiefling eine ganze Weile zwischen kleinen diebischen Halblingen verbracht hatte, wo er doch den einen oder anderen Kniff sich abgeschaut hatte. Ja woher sollte dies Loririon wissen? Denn der Tiefling rühmte sich nicht mit großen Worten, viel mehr schien jedes Wort, das über seine Lippen kam, schon eines zu viel. Aber auch dies störte den Barden nicht, schließlich gehörte Stille zum Anschleichen, so dass sogar er keine Worte sprach.
Was ihn wirklich nun störte, gar aufregte war, dass er hier sich Mühe gemacht hatte, völlig wirr mit dem Tiefling durch die Gänge des Anwesens gestolpert war, schließlich jene Treppe gefunden hatte, eine Tür aufgebrochen hatte und dies anscheinend für Nichts und wieder Nichts. Jetzt standen sie hier mitten in den Privatgemächern des Magiers und eine gähnende leere erstreckte sich vor ihnen.

„Herrlich, nicht nur dass unser gesuchter Mondelf nicht hier ist, nein dieses Zimmer ist auch noch völlig geschmacklos!“ Leise murmelnde Worte, als fürchte der Barde, dass jeden Moment ein Wächter die Treppen erklimmen könnte und ihr Gespräch durch die mittlerweile wieder geschlossene Tür belauschen konnte.
„Es war aber jemand hier.“ Soviel stand für den Tiefling fest, der sich mit zuckendem Teufelsschwanz vor einem der Tische aufhielt und auf die Überreste einer steinernen Skulptur starrte. Wieso sollte ein Magier denn Trümmer aufbewahren? Trümmer die unordentlich auf dem Tisch verstreut lagen, sogar zum Teil auf den Boden, viel mehr sah es so aus, als hätte Jemand in Eile diese Steinskulptur zerschlagen. Ob es Hasuvar gewesen war? Das konnte er nicht sagen, es sah dem Mondelf an sich nicht ähnlich einfach sinnlos Etwas zu zerstören. Aber vielleicht hatte er ja einen Grund dazu gehabt.
„Nun dann war Jemand hier, aber er ist es nicht mehr. Was uns zur Frage bringt, war es wirklich Hasuvar, oder gar ein Anderer. Noch interessanter ist es, sollte es wirklich Hasuvar gewesen sein, wo ist er nun hin? Und was sollen wir tun? Hier einfach abwarten und uns Rothillion allein stellen, sollte er zurückkehren?“ Sich Rothillion allein stellen, ohne die Unterstützung des Mondelfen, klang für Loririon noch abschreckender, als die Idee zu dritt, oder zu viert, je nach dem wie man die Bergkatze betrachtete, dem Lich zu begegnen. Diese Bedenken, aber lies er noch unausgesprochen, schließlich wollte er Kelsey Zeit lassen, auf die anderen Fragen zu antworten.
Ein gnädiger Akt, den Kelsey Dämmerlied benötigte. Schüttelte dieser immer wieder seinen Kopf, es war unbegreiflich für ihn, dass jemand soviel reden konnte, oder besser gesagt soviel mit ihm redete. Sicher Rash`net hatte sich hin und wieder auch die Zeit genommen, Worte an ihn zu verschwenden, aber diese waren, dann nicht so freundlich ausgefallen. Beleidigungen, Beschimpfungen und Versuchungen, die kannte er. Worte die ihn einflüsterten, dass alles was geschah Hasuvars Schuld sei, genau dies kannte er. Und das erste mal, als er nun den Sonnenelf betrachtete, sich überlegte, ob jener ihn verspottete, ob dieser einfach nur den eigenen Klang seiner Stimme, in seiner Selbstverliebtheit hören wollte, fühlte er etwas Fremdes. Nicht den Drang die Zunge heraus zu reißen, ihm vor die Füße zu werfen, ihn zu schütteln bis er schwieg. Dankbarkeit? War es das?
Ein mattes Lächeln auf den blassen Zügen, fast schon nicht sehbar. Dennoch existierte es, war in dem Herzen des Tieflings um einiges Größer und hätte er nur ein wenig besser hinter die Maske des Barden sehen können, so hätte er in jenem Moment gewusst, dass dieser sehr Wohl diese versteckten Gefühle wahrnahm, immerhin waren sie beide noch verbunden, verbunden durch die Ringe, deren Steine noch immer jene verschleierten Farben aus Grün und Blau aufzeigten.
„Er muss hier gewesen sein.“ Es war keine Feststellung, nur verzweifelte Hoffnung, die er hegte, die er nicht aufgeben wollte und fast hätte er den Sonnenelf flehend angesehen. Soweit also war er schon gesunken. Sein Glück, dass Loririon Drachenatem nicht dazu neigte, solche Schwäche auszunutzen, sich nicht über sie amüsierte, sondern sie ernst nahm. Und nun war es der Barde der über seinen Schatten sprang, einen Schritt näher auf den Tiefling zutrat und einfach nickte. „Er wird hier gewesen sein,“ Silben die so leicht über die Lippen kamen, dass man meinen konnte, der Elf meinte sie Ernst, dass sie Trost spendeten, in dieser Dunkelheit, die einen verschlang.
„Wir werden uns noch mal genau umsehen, aber wenn wir Nichts finden, werden wir diesen Ort verlassen. Denn dies ist kein Ort um Rothillion zu begegnen, dies ist nicht die richtige Zeit.“ Diese Behauptung hatte etwas Endgültiges und Kelsey zweifelte nicht mehr an ihr, war es wie immer, er akzeptierte und fügte sich, so wie er es gelernt hatte.




~~~~~~~~~~~





Einzig der leise Hall seiner Schritte, das Geräusch seines eigenen Atems war es, das ihn verfolgte. Nun gut, da waren noch leise Tatzen, die über den Stein schritten, aber wie gewohnt verursachten diese überhaupt keine Geräusche. Der Mondelf hätte ebenso völlig lautlos sein können, aber dies hätte ihm den Schwung aus seinen Schritten genommen und er fürchtete davor diesen nicht bei zu halten. Denn er fürchtete immer noch langsam zu werden, irgendwann wieder nachzudenken. Sicher überlegtes Handeln war eines und sein Verstand war scharf wie vor Jahren, als er noch wirkliche Schlachten geschlagen hatte. Aber man warf nicht einfach so die Ängste von einigen Jahren ab, er hatte einen Stoß erhalten, sicher und er war gewaltig gewesen, aber an sich hätte er zeit der Besinnung gebraucht, wäre da nicht seine Wut gewesen die ihn trieb und solange er an dieser festhielt, solange würde er weiter machen können, vor dem Danach fürchtete er sich.
Stetig tanzender, rötlicher Schein war es der den langen gewunden Gang erhellte, den schwarzen Pfad noch unheimlicher wirken ließ, da jener Schein nicht sehr hell war, dumpf und Hasuvar hielt hier und dort den Atem an, wenn er glaubte die Schatten würden noch dunkler werden, so als wollten sie nach ihm greifen. In jenen Momenten war es der Kater, der sich schützend an sein Bein schmiegte, seinen mächtigen Kopf an seinem Knie rieb und ihn veranlasste weiter zu gehen. Wenn der Elf jetzt schon solch Wahnsinn nachging, dann sollte er wohl nicht mehr umkehren, denn das hätte den Rest seines Mutes zerstört. Solange war es schon vergangen, dass er hier gewesen war und seufzend ließ er die hellen Finger über den schwarzen Stein streichen, betrachtete nachdenklich den farblichen Kontrast zwischen Stein und seiner Haut.
Unreal. Genau dies war die perfekte Bezeichnung für das Gefühl, welches sich da seiner bemächtigte, in seiner Brust klopfte und sich nicht verscheuchen lassen wollte. Er kannte diesen Weg, fast schon war ihm als wüsste er die Anzahl der Schritte, welche er zu gehen hatte, bis der Gang endete und der Steg über den sperrigen Abgrund erschien. Dabei war er nur einmal hier entlang gekommen, einmal danach nie wieder. Sicher hatte er sich schon oft in den Äußeren Ebenen aufgehalten, aber dies war Rothillions Gebiet und Hasuvars Herr hatte nie viel von dem Magier gehalten. Wusste dieser, dass er nur ein Mittel zum Zwecke gewesen war? Dass man ihm die Macht nur geschenkt hatte, weil er eben ein Verbindungsstück und nicht weil er wichtig für die Peiniger des Mondelfen gewesen war? Wahrscheinlich nicht. Und wenn doch, es wäre ihm wohl egal.
Noch bevor er an jener Mündung ankam, wo der Weg hin zum schmalen Steg führte blieb Fürst Mondlüstern stehen, löste den einen ledernen Handschuhe von seinem Gürtel, nur um sie wieder über seien Finger zu streifen, diese prüfend zu bewegen. Er saß perfekt, wie immer, verbarg seine helle Haut und vor allem die Narben auf jener. Auch jenes schwarze Tuch, welches seine Gesichtszüge verschleierte rückte er wieder zurecht und mit einem Atemzug waren die Ängste beiseite geschoben, wurde er wieder zu dem Nachtfalken, jener Person, die so einige gewagte Raubzüge unternommen hatte und die auch diese ihr vorliegende Tat mit genügend Abstand und scharfer Berechnung betrachtete.

Höhe hatte dem Mondelfen noch nie etwas ausgemacht, doch es war das eine in gewaltiger Höhe zu klettern, auf schmalen Pfaden zu balancieren, wenn man Auswege bei einem Sturz kannte, um doch leicht wie eine Feder wieder auf dem Boden aufzukommen und das andere genau dies zu tun, wenn ein Sturz ob nun gebremst oder nicht in die Tiefe führte und in einem reißenden Strom aus glühender Lava endete. Rotes leuchten, welches schwarze Wände noch unheimlicher wirken ließ, sein Herz zum Pochen brachte. Nur einige Schritte vorwärts, bis er stehen blieb.
Schau nicht nach unten!
Und trotz jenes Gedanken, blickte er doch hinab, spiegelte sich das rotorangene Glühen in seinen Augen wieder, verdeckte die silbernen Sprenkel. Er war nicht mehr als ein schwarzer Fleck in diesem Schein, ein schwarzer, kleiner Fleck.
Geh weiter!
Wispern, jenes nicht das seiner Gedanken war. Ein Kopf, der sich gegen seine Beine drängte, ihn weiter schieben wollte und es brauchte keinen Blick zurück, um zu wissen, dass dies Cairlyn war. Gehörte das Wispern, das ihm zuredete, etwa auch zu dem Kater? War es so, dass das sanfte Blätterrauschen, welches ihn schon oft geborgen hatte, ihm Trost gespendet hatte, zu dem Kater gehörte? Es war undenkbar und doch verband er beides in diesem Moment. Fragen, immer wieder Fragen ohne antworten.
Wer bist du?
Er sprach es nicht laut aus, auch wenn es fühlbar auf seiner Zunge lag. Nur ein weiterer kleiner Ruck und er hätte das hinterfragt, was so selbstverständlich geworden war. Zerrissen der Augenblick, von Husten und Blut, beides aus dem Mund des Mondelfen.

Dir läuft die Zeit davon, sie bleibt nie stehen, nie wird die Welt innehalten, egal was passiert, egal ob uns das Herz stockt oder nicht. Es ist nicht die Frage, wie viel Zeit du noch hast, sondern wie du sie gestalten wirst. Es wird deine Entscheidung sein, die dich entweder zur Erlösung bringt, oder am Ende in das Herz der Finsternis stößt. Es geschieht nichts aus Zufall, es hat einen Grund. Schicksal, wie sehr wir es auch verleugnen, wir können ihm nicht entkommen. Die Kinder Corellon bekamen ein langes, von der Zeit ungezeichnetes Leben geschenkt. Deswegen übereile nichts, doch bist du entschlossen, so stehe dazu. Erkenne die Wahrheit, die sich hinter all den Schleiern verbirgt.

Und eines wird immer bestehen, jedem Sonnenaufgang geht ein Sonnenuntergang voraus.


Ob nun Höhe hin oder her, seine Schritte schwankten nicht, zeugten von Eleganz, während er den schmalen Steg endlich weiter beschritt. Wind schien an ihm zu zerren, Wind dessen Ursprung verborgen blieb, blähte den schwarzen Umhang auf, riss ihm fast das Tuch von den Gesichtszügen und eine Hand fuhr zu ihm, klammerte sich daran fest. Selbst Cairlyn blieb von diesem Wind nicht unberührt, drückte sich sein Fell an einer Seite eng an den Leib, während es auf der anderen Seite flatterte. Lautes rauschen und Pfeifen, als würden sie bald in einen Sturm geraten und dennoch waren Elf und Bergkatze stark genug, sich gegen jenen Wind zu stemmen, ohne etwas an ihrer Eleganz zu verlieren, gar zu taumeln und am Ende abzustürzen, dazu brauchte es schon etwas anderes. Etwas wie das Auftauchen des Schattens, der da wie lauerndes Unheil am Ende des Steges stand? Ja eindeutig.
Klauen Hände die im nächsten schwächeren Schatten sich zeigten, sich krümmten und dann provozierend langsam sich anhoben. Drei Finger waren es, gebogen und scharf ihr Ende, welche eine Bewegung vollführten. Elegant und eindeutig, als würden sie durch ein unsichtbares Gesicht fahren, dort wo in Fürst Mondflüsterns Gesicht die drei länglichen Narben, sich von Ohr bis Kinn zogen. Leises provozierendes Kichern, welches dem schlanken Mondelfen durch Mark und Bein fuhr, ihn erstarren ließ.
„Unser er ist der unsere. Genommen hat er ein Leben, gestohlen und dafür wird er zahlen. So dumm wieder zukehren.“ Hätte er Fell gehabt, so hätte er es nun gesträubt, doch so blieb dem Elf nicht mehr als sich anzuspannen, in Lauerhaltung zu gehen, den Blick aus türkisenen Augen auf den Schatten gehaftet. Umdrehen und zu fliehen, genau dies wünschte er sich, aber er konnte es einfach nicht tun.
Lass es uns endlich beenden!
Der Kater an seiner Seite hatte für ihn das Fell aufgerichtet, die Ohren eng an den Kopf gepresst. Die Zähne gebleckt, grüne Augen die gefährlich im roten Schein glitzerten. So schön, so wild und so gefährlich jene Bergkatze und es brauchte nur ein leichtes Nicken des Mondelfen, um diese in Bewegung zu setzen. „Er darf Rothillion nicht warnen.“ Ein Satz von dem vieles abhing, es war schon eine große Aufgabe sich einem Untoten zu stellen, eine noch größere sich einem Untoten zu stellen, der wusste was ihn erwartete. Außerdem konnte der Schatten für noch mehr Feinde sorgen, die der Mondelf jetzt nicht gebrauchen konnte, für die er sich nicht bereit fühlte.

Und so brach der Sturm aus, riss alles mit sich, völlig vernichtend sollte er werden und wer wusste schon, was am Ende dieser Nacht noch bestand haben würde.

Grollend war es Cairlyn der am schnellsten vorwärts kam, brauchte der Kater nicht viele der gewaltigen Sätze, die er leichtfüßig auf dem schmalen Steg machte, um bis an dessen Ende zu kommen. Er war schnell, doch leider nicht schnell genug, hatte sich jener Schatten zeitgleich mit ihm in Bewegung gesetzt und hechtete nun kichernd den finsteren Gang entlang. Gefangen zwischen dem Wunsch zu jagen, aber auch dem Wunsch auf den Mondelf zu warten, blieb der Kater stehen, wandte den mächtigen Kopf und erneut drückten sich die Ohren eng an den Kopf, war er bereit schon wieder umzudrehen.
So schnell wie der Kater war der Mondelf schlicht nicht vorangekommen. Und nun wo nur noch wenige Meter vom Ende des Pfades fehlten, er endlich in Sicherheit vor dem Sturz in die Tiefe gewesen wäre, gab es kein weiter mehr. Woher sie gekommen waren, war ihm nicht begreiflich, konnte er nur vermuten, dass die massigen Leiber, die ihn plötzlich umgaben, an den steilen schwarzen Wänden gelauert haben mussten, sich einfach hinab gestürzt hatten. Viel konnte er nicht mehr sehen, außer hektischen Flügelschlagen, sperrigen Körpern und spitzen Zähnen, die nach ihm bissen.
Es grenzte an einem Wunder, dass er einen kurzen Blick auf den sich wendenden Kater erhaschen konnte, als erneut Zähne nach ihm schnappten und er davon tänzeln musste. „Jag ihn!“ Worte die keuchend seien Lippen verließen, da es sein ganzes Geschick benötigte nicht von dem schmalen Steg zu fallen, den Platz zu nutzen um sich wehren zu können, während seien Hand hin zum Griff des Schwertes schnellte. „Tu was ich sage, bitte!“ Kein Befehl, einen solchen hätte Cairlyn verweigert, doch es schien, dass das Tier die Bitte verstand, die Dringlichkeit den Schatten zu stellen, bevor er noch mehr Feinde auf sie hetzen konnte und so verschwand das Tier in der Dunkelheit des Ganges, ließ den Mondelf umringt von seinen Gegnern zurück.
Allein!




~~~~~~~~~





„Blut.“ Genau dies prangte vor ihm, glänzendes Rot auf schimmerndem Spiegelglas und der Sonnenelf zog eine der schlanken Augenbrauen nach oben. „Meinst du es ist Hasuvars Blut.“ Eine abwehrende Geste, ein Händefuchteln genügte, um den Tiefling wieder zum Schweigen zu bringen, immerhin hatte der Barde sich nun zu konzentrieren. Es war nicht mehr als ein einzelner Blutstropfen, der dort klebte und wenn er ehrlich war, er könnte wohl von jedem stammen, erkennbar war es nicht, es gab auch keinem ihm bekannten Zauber um dies zu analysieren, also führte diese Spur doch nur ins Leere.
Doch Loririon Drachenatem, wäre nicht er, wenn er so einfach aufgegeben hätte. Wäre ja noch schöner, dass er mit der Vorstellung leben würde, dass jedes Rätsel, jedes Geheimnis sich mit einem Blick offenbarte. Und so ließ er sich vor dem massiven Standspiegel in die Hocke sinken, betrachtete diesen aufmerksam.
Spiegel, Spiegel, hatte er nicht auch über jene Geschichten gehört, irgendwelche, die ihm nun vom Nutzen sein konnten? Der Sonnenelf vergas schließlich nichts und so tippte er leicht gegen seine Stirn, während sein Blick das Spiegelglas zu durchbohren schien. „Magisch?“ Eine laut gestellte Frage, die er sich sogar selbst beantworten konnte. Es war sogar der gleiche Zauber, den Hasuvar vor einiger zeit verwendet hatte um den Spiegel zu untersuchen. Leider brachte Loririon, diese Erkenntnis nicht viel weiter, auch hier war Hasuvar gescheitert, bevor er sich erinnert hatte und seufzend erhob sich der Barde.
„Also, ob es nun Hasuvars Blut ist, das Blut eines anderen ich weiß es nicht. Ich bin ratlos was diesen Spiegel anbelangt.“ Gestand er dem wartenden Tiefling, diesmal ohne seine Worte besonders auszuschmücken, ein seltener fall, aber er war schlicht ratlos. Und welch Wunder, Kelsey Dämmerlied war es auch. Hatte er denn hier alles allein zu machen? Am Ende würden sie ihn auch allein gegen den Lich kämpfen lassen, also bitte bei Corellon, irgendwo gab es doch Grenzen und das erste mal war es er der Wut empfand. Diese Stadt regte ihn auf, dieser unglückseelige Ort, der dauernde Nebel. Er könnte schreien.
Hör auf!
Nein, nein das waren nicht seine Empfindungen und verachtend blickte er auf den Ring an seinem Finger. Die Verbindung zu Kelsey bestand noch immer und seit dem er die Wut des Tieflings erfolgreich zerschlagen hatte, hatte er das Gefühl für jene schlicht empfänglicher zu sein, als er es sonst war. Dabei hieß es einen klaren Kopf zu bewahren und mit langsamen Schritten, stolzierte er durch den Raum.

„Ich finde es eigenartig, selbst wenn es nicht Hasuvars Blut ist Loririon, so sollte das hier doch eine Bedeutung haben.“ Ja der Tiefling wagte zu sprechen und in der Stadt der Gnome hatte er eines gelernt, Hinweisen nachzugehen, wenn er bei Verstand war und so klar wie er sich momentan fühlte, war er schon lange nicht mehr gewesen. Ein leichtes, fahles Lächeln glitt über seine Lippen, er wagte sogar zu argumentieren, er wusste sogar, dass dies erwünscht war. Er hatte schließlich den Barden kennen gelernt, dessen Drang nach vielen Worten. „Sieh mal ich kenne Magier und sie achten auf ihre Räume, darauf nichts Besonderes nach außen hin scheinen zu lassen. Blut ist etwas Auffälliges.“ Ja genau das ging ihm durch den Kopf, auch wenn er nicht noch mehr dazu sagen konnte, es war Überwindung genug gewesen, diesen Gedanken zu formen und irgendwie fürchtete er verspottet zu werden.
Eine Furcht die zum Glück nicht erfüllt wurde, denn der Blick des Sonnenelfen war verstehend, sogar ein Nicken erntete er, unter dem er zu wachsen schien. Ja er mochte die Gesten dieses Elfen. Er fing an einiges an ihm zu mögen, was er zuvor nur verachtet hatte und kurz kringelte sich der lange Teufelsschwanz, erstarrte als der Barde schlicht einen der Dolche zog und die melodische Stimme theatralisch erklang: „Nun gut Blut zu Blut. Auf das es uns weiter führe auf dem Pfade, den wir hiermit Blutpfad taufen werden.“
Er hätte ja lachen sollen, immerhin verstand er dieses Wortspiel, aber jegliches Lachen erstarb, wich dem Grauen, denn kaum war das Blut des Elfen auf das Glas getroffen verschwamm dieses, glich kurz dem See, in dem sie den Abolethen erschlagen hatten, nur um etwas noch abscheulicheres preiszugeben, blickten sie beide überrascht in das Antlitz des Knochenwächters, der noch bevor sie verstanden den skorpionartigen Schwanz um die Hüfte des Elfen geschlungen hatte.

Warum ich? Warum muss es mich berühren?
Man sollte es nicht glauben, aber genau dies waren Loririons erste Gedanken, bevor der Barde sich ein wenig von seinem Schock erholen konnte und nach Atem schnappte. Ein schwerer Fehler wie er fand, stieg ihm nun der Geruch nach Tod und Verwesung in die Nase, ließ ihn würgen, sich beinahe übergeben. Krankhafte Furcht, sinnlose Panik die sich in sein Herz grub, auch wenn sein Verstand, der elfische Geist in ihm schrie, dass dies nur die Aura des Wesens war, die ihn dies empfinden lassen wollte. Mit seinen eh schon verdrehten Emotionen spielen wollte.
Nun darfst du wütend werden!
Immerhin konnte der Ring auch einmal hilfreich sein, konnte er die unterdrückte Wut dazu nutzen, um die Panik zu bekämpfen. Ein Grollen von seinen Lippen, das ebenso über die des Tieflings kam. Ja Kelsey war kurz davor sich auf dieses Wesen zu werfen, aber doch nicht wenn es den Elf umschlungen hielt, diesen wie ein lebendiges Schutzschild vor seinen Leib gerichtet hatte. Noch dazu war die Schwärze hinter diesem Wesen nicht gerade einladend und sie würden wohl alle in diese Stürzen, sollte er nun übereilt handeln.
Atmen, Luft bekommen trotz des Gestankes, der seien Sinne trübte, so sehr, dass ihm der Blick verschwamm. So etwas Hässliches, Stinkendes konnte gar nicht mehr am Leben sein. Und fast hätte er sich aufgebäumt, doch der Stachel, welcher knapp über der Haut seines Halses ruhte hielt ihn zurück. Diesen weg sollte der Mondelf gegangen sein, wie hatte er das überstehen können?
Aus den Augenwinkeln konnte er schemenhaft erkenne, wie der Tiefling näher kam, sich die Augen des Wesens auf jenen hefteten, als würde es auf etwas warten. Nur auf was? Warum hatte es ihn nicht gleich umgebracht? Viel mehr schien es zu schnüffeln, ihn zu erkunden, ihn und Kelsey und langsam, ja langsam begann Loririon zu begreifen. Scherzhaft hatte er die Worte Blutpfad in den Mund genommen und doch war daraus Ernst geworden. Mythen und Legenden, die er einst als Lieder gelernt hatte, erwachten und noch bevor der angespannte Tiefling sie ins verderben reißen konnte, straffte sich der Sonnenelf, nahm alles was er an Mut besaß zusammen und ließ herrisch erklingen. „Lass mich los!“

Im ersten Moment wollte Kelsey nur den Kopf schütteln. Immerhin man musste dem Elf Respekt zollend en Mut aufzubringen und ihn wohl dafür erschlagen, solche Worte zu sprechen. Er sollte doch zufrieden sein noch am Leben zu sein. Aber nein, er konnte ja nicht still sein. Sicher Kelsey hätte diesem Befehl sofort Folge geleistet, das Auftreten des Barden war einmalig, aber das dort war ein Wesen der Ebenen. Kelsey konnte es mit jeder Faser seines Körpers spüren. Ein Gefühl, das sein Blut in Wallung brachte, ihn gleichzeitig aber Schaudern ließ.
Ungläubig konnte er beobachten wie der gewaltige, Totenschädel, etwas anderes schien der Kopf des Knochenteufels nicht zu sein, sich ein Stück neigte, die Augen prüfend über den Körper des verletzlich wirkenden Sonnenelfen glitten und schließlich der Stachel herabsank, nicht länger den Hals bedrohte und auch sich der Schwanz löste. „Ein Herrscher?“ Eine dröhnende Stimme, die gar nicht zu dem ausgemerkelten Körper passen wollte, den Tiefling schwanken ließ nur, auf dass er wieder knurrte. Jetzt wo das Wesen Loririon nicht mehr hielt könnte er sich doch auf dieses stürzen.
„Ja ein Herrscher!“ Worte so eisig gesprochen, dass man gar nicht an ihnen zweifeln konnte und fast hätte Kelsey sie ebenso geglaubt, den Sonnenelf für ein Geschöpf wie Rash`net gehalten. Noch nie hatte er einen Schauspieler gesehen, doch nun bekam er die Krönung dieser Kunst zu sehen, so würde Loririon es wohl behaupten. Das Kinn stolz angehoben, die Schultern durchgedrückt, wirkte er stolz, unnahbar wie es ein König nicht besser konnte. Dieser kalte Gesichtsausdruck, er war noch erschreckender als die sonstige kühle Distanz und dennoch faszinierte es Kelsey, wie viele Facetten der Barde besitzen konnte, wie viel Masken er wohl trug.
Hast du je ihn wirklich gesehen, oder hat er sich schon selbst verloren unter all den Masken, die ihn verschleiern?
Gefühle von Wehmut, diese empfand er in der Nähe des Elfen. Süßes Sehnen nach etwas Verlorenem, unerreichbar und Einsam. Er konnte es sich nicht erklären, immerhin hatte ihn keiner den Ring an seinem Finger erklärt, den er einfach nicht bemerkte, da er den Zauberbann nicht durchschaut hatte. Aber er wagte es sogar zu vermuten, dass diese Gefühle die er glaubte zu spüren, es waren die dem Elf wirklich anhafteten.

„Also ein Herrscher und was will er von mir. Er von reinem Blut, edlen Blut. Ich kann es riechen kann es spüren. Edles Blut, edle Abstammung, doch zu wem gehört er? Er ist zeichenlos, er der mir befiehlt? War es sein Sklave der auf meinem Pfad wanderte. Sagt Herr, seid ihr einer von ihnen? Was ist euer Begehr?“
Fragen über Fragen, aus einem stinkenden Maul, immer mehr Verwesung, die die Luft erfüllte und fast hätte er erneut gewürgt, brauchte er seine ganze Selbstbeherrschung um seine Haltung beizubehalten. Edles Blut? Ja er war ein Sonnenelf, hoch geboren, Kind Corellons, aber das konnte dieses Wesen doch nicht meinen. Es wollte sicher nicht hören, dass er ein Immershofer war und leicht kniffen sich die mit Gold umrahmten Augen zusammen. Edle Abstammung, Sonnenelf, hochgeboren. Nein! Geheimnisse gab es, die wollte man nicht lüften und Loririon wagte nicht einmal weiter zu denken. Er hatte eh genug erfahren. Seiner Meinung nach konnte dieser angebliche Sklave nur einer gewesen sein. Keine Antworten mehr, außer die eine, die in ihm noch brodelte.
„Höllenkreatur, Abschaum! Zu wem ich gehöre, nur zu mir selbst. Mein Begehr wird dien Untergang sein.“ Wie Donnerhall seine Stimme, denn er wusste was zu tun war, wob er einen seiner Zauber in die Worte, auf das seien Stimme einen einzelnen Ton hervor brachte, rein und glasklar, ihn stärkend, doch die Kreatur vor ihn krümmte sich vor Schmerzen. „Ich gehöre zu denen die Corellon erschuf, von seinem Blute stammten wir und in seinem Namen wirst du nun vergehen.“
Noch bevor sich der Knochenteufel erholen konnte, war das Kurzschwert gezogen, magisch ja und jetzt blieb zu hoffen, das es magisch genug war, fraß sich die Klinge in den Körper der nicht mehr schien als eine Hülle um gewaltige Knochen gespannt, um den Skorpionschwanz machte er sich keinerlei Gedanken mehr. Denn er vertraute. Seine Worte hatten etwa in ihm geweckt. Fast als würde fortan eine Melodie in seinem Kopf hörbar sein.

Nun gut jene Melodie hörte Kelsey nicht. Er hatte auch kein neues Vertrauen gewonnen und noch dazu war er es der den Elfen vor dem Stachel beschützte und nicht das Eingreifen einer höheren Macht, aber immerhin war der Barde vor dem heranpeitschenden Skorpionstachel beschützt, war es Xilufanu das goldene Herz, welches von Kelsey geführt effektiv den Schwanz abwehrte und noch viel mehr, kaum berührte die Klinge den Knochenteufel schrie dieser auf. Etwas zu dem Loririon ihn nicht gebracht hatte, auch wenn das Kurzschwert den ganzen Oberkörper durchbohrt hatte. Und Loririon entsann sich der Worte, der Runen, die er gelesen hatte.
Egal der klauen die nach ihm hieben, denen er gerade so ausweichen konnte, stemmte der Elf sein ganzes Gewicht gegen den mageren Leib des sich krümmenden Teufels, drängte diesen zurück. Denn er wusste genau wohin ihn seine Melodie haben wollte, hindurch durch das schwarze Portal. Es lockte ihn, rief ihn.
Folge ihm, folge deiner Bestimmung!
„Kelsey, sprich mir nach, sofort, sprich es mit mir.“
„Die Hymnen, die Flammen in die Welt hinaus singen,…“ zuerst erklang die Stimme des Barden alleine, flackernd wie schwaches Kerzenlicht, Kerzenlicht das stark wurde sobald der Tiefling mit in diese Worte fiel. Feuer, aufflammend und den Leib, gegen den sie sich nun Beide stemmten verzerrend und dann wurde es wieder Dunkel, als Sonnenelf und Tiefling in die schwarze Leere des Portals stürzten.




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Zweifler hätten ihn jetzt nur beobachten zu brauchen und sie hätten sich als Gläubige bekehrt. Immer wieder erklangen laute Schreie, schrill und fast betäubend, hörte man das Klacken von Zähnen, die ins leere Schlugen, Krallen an Flügelenden, die versuchten sich in seinen Körper zu bohren, aber nur die Luft durchschnitten. Und mitten drin, in diesem wirbelnden Chaos ein Mondelf, der einen gewagten Tanz auf schmalen Pfade vollführte. Was ihn da genau angriff konnte er nicht einmal sagen. Die kurzen Momente, in denen er mehr als schwarze Schemen sah, reichten ihm nicht aus um diese Wesen zu identifizieren, irgendeine Abart von fliegender Echse. Oder eher fliegender Schlange? Nein diese Wesen besaßen Krallen und eindeutig Hinterbeine, wenn auch keine Vorderbeine.
Eines konnte er sagen, sie waren bösartig und intelligent. Nach dem sie einige Zeit sinnlos auf ihn eingehackt hatten, waren sie dazu übergegangen sich abzustimmen, versuchten ihn nun zum Fall zu bringen. Und er tat nichts als sich zu wehren. Wenigstens wirkte es so auf sie. Schlängelnde Bewegungen, gewagte Sprünge, sie waren reflexartig, sprachen von langjähriger Kampferfahrung. Ausweichen, parieren, wieder Ausweichen, er musste aufpassen, dass sein Tanz nicht zu stumpf wurde, seine Sinne scharf und er sich nicht in Sicherheit wiegte. Ein Biss aus schmaler Schnauze, dicht an seinem Kopf vorbei, so dass er den heißen Atem spürte, beim erklingenden Schrei aus Frust, glaubte er würde taub. Fast hätte er den Kopf geschüttelt, aber dies gehörte nicht in seinen Tanz mit der Klinge. Am Anfang noch verkrampft, doch nun gewohnt geschmeidig.
Kein Vorstoß, trotz der zunehmenden Sicherheit, nein Hasuvar hatte etwas ganz anderes im Sinn. Die Paraden kosteten viel seiner Aufmerksamkeit, auch wenn er langsam das Muster seiner Angreifer erkannte, er hier und dort die Lücken in ihren Vorstößen sah und er mit einem gewagten Satz, einer schnellen Drehung hier, die schwarzen Schuppen hätte erreichen können. Blut würde noch vergossen werden, aber nicht jetzt, nicht sofort. Jeder Moment den er sich erkämpfte, in dem er seine Konzentration aufrechterhielt, war ein gewonnener Moment, hatte der Mondelf einen Zauber gesprochen, der mit zunehmender Zeit stärker wurde. Er spürte das magische Kribbeln in seinen Fingerspitzen, die Begierde endlich die letzte Silbe zu sprechen. Es war verlockend, ja denn ein paar Mal hatte er schon unter einem seiner Füße die gähnende Leere gehabt, hatte eine der Klauen seine Rüstung gestrichen. Aber noch war nicht der richtige Zeitpunkt.
Wieder ballten sich die Wesen um ihn, diesmal wohl mit einer neuen Taktik, schoss eines aus der Luft heran, um knapp über den Boden erst zu Bremsen, die peitschenden Flügel dicht über dem schwarzen Gestein nach den Beinen des Mondelfen schlagend. Nur ein Treffer jetzt und er würde abstürzen, hinab in die rote, verschlingende Tiefe, in den reißenden Strom des brennenden Infernos. Ein unabwendbares Ende, sobald er stürzte. Aber dem Mondelf gelang es sich mit einem Rückwärtssalto zu retten, auch wenn er nun gegen ein wartendes Wesen prallte und Zähne aufblitzen.
Jetzt!
Raunend stieß er die letzten Silben aus, fühlte sich leer und verwundbar, als die magische Energie ihn verließ. Magie die nur einen Hauch brauchte um sich zu Formen, Energie zu bilden, sich zu wandeln in verzerrendes Feuer. Als hätte man einen Feuerball geworfen, genau auf den Elf, so breitete sich nun diese Explosion aus. Heißes Feuer das Flügel verbrannte, schreiende Wesen, die brennend hinab stürzten, ihrem Schicksal entgegen. Nur eines hatte sich auf dem schmalen Steg halten können. Nur eines, das sich nun dem Metall der Hofklinge gegenüber sah und dieses brachte nicht mal mehr ein Gurgeln hervor, als sich jener Zweihänder in seinen Leib bohrte, konnte nicht Jammern, obwohl es fühlte wie die Klinge förmlich in seinem Körper zu vibrieren schien.
Drei Blutstropfen die an glänzendem Silber hängen blieben, als es sich zurückzog. Nicht mehr als drei Blutstropfen, die nicht vergingen, selbst als der Mondelf über den toten Körper hinweg sprang.
Das war erst der Anfang. Der Sturm hat begonnen.




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Der kichernde Schatten, hatte das erreicht was er wollte. Das dumme Tier war fern von seinen Herren, hatte vergessen ihn zu schützen und noch amüsanter, es war ihm nun ausgeliefert. Nach einer wilden Hetzjagd durch den finstren gang blieb er stehen und drehte sich viel zu gelassen um. Weißblitzende Zähne in der Finsternis, voller Sicherheit, immerhin konnten nur magische Waffen ihn verletzen und nicht das Gebiss oder die Krallen eines Tieres. Klauen die sich bogen, denn diese konnten eindeutig den Kater verletzen.
„Auch dein Schicksal ist nun besiegelt.“ Kalt und säuselnd die Stimme, als der Kater um die Windung des Ganges kam.

Cairlyn blieb stehen, nein er stürzte sich nicht wie erwartet auf seinen Gegner. Das sandfarbene Fell gesträubt, grüne Augen die aufblitzten, den Schatten durchdrangen. Aber kein Schritt weiter, viel mehr duckte der Kater sich, bleckte die Zähne.
„Komm doch, komm oder ich hole mir deinen Herren.“
Ein Fauchen aus Protest, aber nicht weil Cairlyn um Hasuvar fürchtete, nein er hatte keinen Herren und drohend richtete sich der mächtige Leib wieder auf, glitt er einen lautlosen Schritt näher. „Komm du blödes Tier!“ Als würde er es verstehen können, verspottete der Schatten ihn, richtete die Klauen in seine Richtung. „Ich werde dir das Fell abziehen, wie mein Herr dem deinen die Haut, er gehört uns, unser ist er. Büßen für den Tod eines Herrschers, Tod nur mit Tod zu sühnen.“
Zischende Worte, die im Gang widerhallten, immer wieder hin und her geworfen und sie waren wohl der letzte Tropfen auf heißen Stein, die die Bergkatze in Bewegung brachten. Sträubendes Fell, Klauen die auf Widerstand stießen, Schreie, das laute Fauchen, immer wieder vermischt mit erstickenden Schreien und es wurde Finster in dem Gang, erlosch der Rest des fahlen roten Schimmers, als beide Körper sich miteinander verwoben, sich grüne Augen, die zuvor aufgeblitzt hatten schlossen. Finster.
Und dann als die Finsternis wich, blieb ein Körper reglos zurück. Keine magische Waffen, nur diese hätten dem Schatten schaden können, so wie er es dem Tier konnte. Rotes Blut auf schwarzen Boden, welches nie gesehen würde, den der Boden schien es zu trinken, bis es verschwunden war. Ein regloser Körper auf dem auf harten Stein.

Der schlanke Mondelf, der endlich von seinen Feinden befreit den langen, dunklen Gang entlang gehetzt war, um zu sehen ob der Schatten entkommen war, oder nicht, der nach seinem Freund suchte, hatte schon unter den Kampfgeräuschen den Atem angehalten. Bebendes Herz, dessen Schlag sich nicht beruhigen wollte, glaubte er, es wolle zerspringen. Und verflogen war das kleine Gefühl der Zufriedenheit, des Glücks, weil er erfolgreich seine Gegner zu Fall gebracht hatte.
Viel mehr blieb er wie erstarrt stehen, sank die Klinge in seiner Hand zu Boden während der Blick aus weit aufgerissenen Augen durch den fahlen Gang wanderte, bis dorthin wo eine Gestalt über einem reglosen Körper aufragte.
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