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Quifanu Dunkles Herz

GeschichteDrama / P16 Slash
05.09.2006
14.10.2009
36
192.727
 
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05.09.2006 6.095
 
Kriechend, über den Boden robbend, nur davon, aus der Reichweite des zornigen Taymagiers, robbte sich Galdor Glitzerstein über den Boden, verdrängte den Schmerz, der in seinem Körper wütete. Nur fort, mehr wünschte er sich nicht. Seiner Pflicht war er mehr als nachgekommen, immerhin hatte er den roten Magier über das Verschwinden des Tieflings informiert. Zu Galdors Unglück, war die Reaktion Rash`nets wie erwartet unbeherrscht ausgefallen, selbst jetzt noch erfüllten dessen Schreie den Gang, über den der Felsengnom seinen Rückzug angetreten hatte. Immerhin war er noch am Leben, ein Umstand den er wohl der kleinen Tatsache verdankte, dass er der einzige Anwesende war, der perfekt die gnomische Sprache beherrschte und dass er an diesem Ort eindeutig gebraucht wurde, sollte der Plan der Taymagier irgendwann aufgehen sollen.
Jeder andere hätte Galdor Glitzerstein nun gefragt, ob er nicht Schuldgefühle gegenüber seinem Volk, seiner Herkunft empfände, doch ehrlich gesagt, scherte Galdor dies alles nicht. Er mochte zwar ein Gnom sein, doch er war fern von den gnomischen Städten aufgewachsen, mitten unter Menschen und seine gnomische Abstammung war für ihn etwas, das man ihm ansah, dass er aber nicht in seinem Herzen fühlte.
Hände die ihn packten, ihn auf seien Füße zogen und wollte er im ersten Moment einfach um sich schlagen, so erkannte er die graue Robe und die Gestalt des hageren Talonapriesters. „Nun wie ich sehe, hat Rash`net deine Nachricht mit aller bester Laune empfangen.“ Noch mehr hätte die Stimme des Priesters nicht vor Sarkasmus triefen können und die hageren Gesichtszüge verzogen sich zu einer dämonengleichen Fratze. Ein raubtierhaftes Grinsen, voller Vorfreude, denn vielleicht bekäme Talona doch bald ein angemessenes Opfer, so wie Serno einschätzte würde der Taymagier nun alle Mittel, die ihm zur Verfügung standen, darauf verwenden den Tiefling zu finden. Und wer wusste schon, eine Strafe würde dieser erhalten und vielleicht wenn alles zu Sernos Gunst geschah, würde eine Menge Gift im Spiel sein. Leid und Qual und wenn nicht die des Tieflinges, dann die desjenigen, der ihm geholfen hatte zu entkommen.
„Er denkt Rothillion war es.“ Diese Worte holten Serno aus seinen Träumereien und mit einer Hand fuhr er sich über das glatte Kinn, schien angestrengt zu überlegen, bevor er mit den Schultern zuckte. „Es liegt nahe. Denn wer sonst sollte die Macht haben Rash`nets Zauber zu umgehen und den Tiefling vor seinen Augen zu verbergen.“ Ja wirklich es war einleuchtend und so machte sich der Priester nicht die Mühe seinen Kopf weiter zu gebrauchen, zu überlegen, wer vielleicht noch seine Finger in diesem Spiel haben könnte. Viel mehr sorgte er sich darum, was es für sie bedeuten konnte, wenn Rothillion es wirklich gelungen war Kelsey in seine Finger zu bekommen und leise murrte der Mensch: „Er war zu selbstsicher, so kurz nach einem Angriff der Schattengilde den Tiefling wieder auszusenden.“ Sicher wusste jeder der hier Anwesenden Mitglieder des letzten Lachers von dem Streit der beiden Magier, der immer mehr eskalierte, immer mehr Opfer auf beiden forderte.
„Es passt mein lieber Galdor, einer unserer Spione lässt berichten, dass eine Menge Leichen in den Straßen Cauldrons aufgetaucht sind und deswegen sollst du mein lieber Gnomenfreund, dich als ehrbarer Händler, der du nun mal für die Einwohner Cauldrons bist, unter sie mischen und den Gerüchten lauschen. Halte deine Ohren nach Informationen offen, egal welcher Art.“
Der Gnom nickte, so dass ihm das schon teilweise ergraute Haar gerade so davon stob, wirr durch die Luft wirbelte. Diese Aufgabe war um einiges angenehmer und leichter zu erfüllen, als nochmals Rash`net unter die Augen zu treten und so beschwerte er sich nicht, trat viel mehr seinen weg hin zu der Treppe an, die nach oben führte und die nach seinem Wissen der einzige Weg in das verborgene Yudirune war.

Einige Momente nahm sich Serno zeit um sich zu sammeln, denn auch ihm viel es alles Andere als leicht dem roten Magier unter die Augen zu treten, gerade wenn dieser voller Wut war. Serno hatte vor kurzem erst beinahe versagt, als ihm schlicht kein Gegenmittel einfallen wollte, um den Tiefling zu heilen und nur durch unbeschreibliches Glück war dieser doch genesen und das Leben des Priesters gerettet. Wenigstens vorerst.
Zulange aber wollte er nun auch nicht die Zeit verstreichen lassen und schließlich sah er auch einige der anderen Taymagier, die sich in der unterirdischen Gnomenstadt aufhielten auf die privaten Gemächer Rash`net zu gehen, auch wenn er glaubte, das selbe Unbehagen in ihren Augen zu sehen, das auch er fühlte. Nun immerhin würde nun etwas geschehen, denn ihr Anführer hatte beschlossen endlich dem Krieg ein Ende zu setzen. Natürlich in einem gewaltigen, vernichtenden Schlag gegen die Schattengilde, der nun nur noch geplant werden musste.




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Loririon Drachenatem, seinerseits Barde und Adliger aus Everska, war nicht der Einzige, der den Mondelfen dabei beobachtete wie dieser die Fenster seines Hauses aufriss, nur um aus genau jenem zu springen und in einem recht schnellen Spurt, dem man dem Mondelfen vor einigen Stunden noch nicht zugetraut hätte, den Garten hinter sich zu lassen. Nein auch die sturmgrauen Augen eines Fremden, hefteten sich auf die schmale Gestalt des Mondelfen und schließlich nickte jener Fremde, der in Cauldron schon so manche Rolle übernommen hatte, mehr als zufrieden.
Rollen, soviel an der Anzahl, dass sie wohl Loririons Künsten Konkurrenz machten. Zuerst war er als genau jener, der die angebliche Prophezeiung damals gegen Hasuvar ausgesprochen hatte, aufgetreten und dann Jahre später war er unerkannt zurückgekehrt und hatte dem Sonnenelfen jenen Ring verkauft, den dieser so verfluchte. Oh er hatte noch viel mehr getan, schließlich hatte er Kelsey von den Auswirkungen des Giftes befreit und einen zweiten Ring bei diesem hinterlassen. Und im Gegensatz zu dem Barden verstand der Tiefling die Macht des Ringes nicht, hatte sie bisher auch nicht durchschaut. Man musste dem Barden zugestehen, mehr Macht und Können in sich zu tragen, als der Fremde zuerst gedacht hatte. Doch an seinen Plänen änderte das ganz und gar Nichts, nein der Sonnenelf blieb das was er nun mal war, ein williges Werkzeug, bereit die Arbeit zu verrichten, die man ihm auftrug und bisher hatte er das besser getan als erwartet.
Ein Lächeln stahl sich auf die Lippen des Fremden, sah er wie der Mondelf über den niedrigen Gartenzaun sprang. Nun wenn er ehrlich war, verwunderte es ihn, dass der Elf sich in solch einem Zustand befand, dass der Hauch des Todes, der ihn umgab, ein Stück zurück gedrängt worden war. Aber es störte ihn nicht, solange seine Pläne davon nicht vereitelt wurden und der Blick in die Zukunft hatte sich nicht verändert. Nicht viel, vielleicht würde das letzte Aufbäumen des Mondelfen ihm ein paar längere und qualvollere Minuten bescheren, aber an sich war es egal.
Fürst Hasuvar Mondflüstern, so wie sich dieser Mondelf nun nannte, hatte genau jene Strafe verdient. Wenigstens in den Augen des Fremden, der Schuld und Sühne am Tage verlangte, an dem Cauldron brennen würde und wer wusste, vielleicht würde dieser Tag schon der heutige sein?
Lauf kleiner Elf, laufe in genau jenes Schicksal, welches ich für dich bereitlegte. Dein Grab wird auf dich warten und das weißt du ganz genau.
Zu seiner Verteidigung musste man sagen, dass der Fremde den Mondelfen damals schließlich gewarnt hatte und dieser war es gewesen, der die Worte ausgesprochen hatte, der selbstsicher verlautet hatte, er würde für seine Kinder sterben. Jedes Recht auf eine andere Zukunft war vergangen und zufrieden lehnte sich der Fremde zurück. Ja der heutige Tag schien perfekt für seine Rache, zu schade dass er an den selben Schutzzaubern wie Rash`net ibn Bar Hazzat und Rothillion scheiterte, sonst würde er nun dieses Haus betreten und dem Sonnenelf und dem Tiefling einen Stoß in die richtige Richtung verpassen, doch dies würde auch so geschehen, ohne sein Eingreifen, es war alles nur eine Frage der Zeit sein.

So völlig in seinen Stolz versunken, in sein eigenes Lob gebettet, bekam der Fremde Mann nicht mit, wie sich dort an der Straßenecke, nicht einmal fern von ihm, der Bergkater von der Seite des Mondelfen löste. Die beiden kannten ihr Ziel und Hasuvar hatte Cairlyn davon gescheucht, denn auf den Wegen, auf denen der Fürst wanderte, wäre es zu auffällig den Kater mitzunehmen. Ungesehen bleiben war sein Ziel und er wusste, dass der Kater seinen eigenen Weg fand, so warf er keinen Blick zurück, als dieser mit einem Satz sich daran machte auf einen der umstehenden Wagen zu springen nur um von dort aus auf eines der niedrigen Hausdächer zu gelangen.

Prüfend, lauernd waren die Schritte des Fremden, die ihn um das kleine Gartenanwesen trieben, als würde er eine Lücke in den bestehenden Schutzzaubern suchen, die jedem nicht erwünschten Magier schlicht den Zutritt verwehrte. Es gelang ihm nicht einmal einen Entdeckungszauber in dieses Gebiet zu wirken, so dass er für die darin geschehenden Vorkommnisse völlig blind war.
Und das ihm, wo er sich selbst zu einen der mächtigsten Magier zählte. Fluchend raffte er seine Robe, die er an diesem Abend trug, hatte er die Händlerkleidung gegen die tiefschwarze Robe eingetauscht. Nun ihm blieben die Fenster und an einem konnte er den Sonnenelfen erkennen, der noch immer hinaus starrte, sich erst nach weiteren Herzschlägen einige Schritte zurückzog. Welch Elend, dass die meisten Fenster mit schweren Vorhängen den Blick ins innere verbargen, ihm nicht genau preisgaben, wer sich wo befand, doch er konnte warten, er würde genau an dieser Stelle warten und kurz fuhr er sich mit einer seiner geschickten Hände, durch das kurz gehaltene, graue Haar.
Ein neues, zufriednes Grinsen wollte sich auf seine Lippen stehlen, als er erneut eine Hand nach dem niedrigen, hölzernen Gartenzaun ausstreckte, so als wolle er erneut die Schutzzauber des Hauses herausfordern. Doch so weit sollte er nicht kommen, denn hinter ihm erklang ein dumpfer Hall, so als hätte sich ein schwerer Körper mitten auf die Straße fallen lassen und eilig wirbelte der Mann herum, eine Hand bereits gekrümmt, würde er jeden ungebetenen Beobachter schlicht vernichten, denn eines konnte er sich nicht leisten, Jemand der von seinen Plänen wusste. Konnte er ja nicht ahnen, dass sie jetzt schon bröckelten, dass der Sonnenelf schon längst die Verzauberungen, die den Ringen innewohnten, erkannt hatte. Noch war ihm dieses Wissen fern, verborgen hinter dicken Mauern, bestehend aus mächtiger Elfenmagie.
Langsam kam die Gestalt näher auf ihn zu, gemächliche Schritte, geschmeidig und nun wieder lautlos, war der Sprung vom Sims des Daches absichtlich klangvoll gewesen und ein Funkeln stahl sich in intelligente Augen, als würden sie den Fremden erkennen, der da doch tatsächlich glaubte die Schicksale so Vieler lenken zu können. Ein Blick der Augen hin zu dem Haus, zu jenem Fenster, an dass der Barde ein weiteres mal zurück gekehrt war, nur um sich aus jenem zu lehnen, verzweifelt den Kopf zu schütteln und die Augen verengten sich. Verstanden sie, was der Magier versuchte, dass er seine Finger auch erbarmungslos nach dem Sonnenelf und dem Tiefling ausstreckte.

Das sandfarbene Fell, welches in der untergehenden Sonne, leicht rötlichgolden glänzte sträubte sich leicht, die Anspannung jedes einzelnen Muskels zu sehen, jede Bewegung unter dem dichten Fell der Bergkatze zu vernehmen. Ohren die sich einen Moment aufklappten, nur um sich im nächsten Moment eng an den Kopf zu schmiegen, als sich ein gewaltiges Maul öffnete und eine Reihe mächtiger, weißer Zähne offenbarte. Entweder war der Verstand des Katers doch um Einiges beschränkt, da er sich aufbaute, wie ein wildes Tier, welches sein Revier verteidigte, sich nicht von der Tatsache beeindrucken lies, dass er da gerade einen Magier bedrohte, oder der Kater war sich sicher, dass ihm die Zauber nichts anhaben konnten. Nun wie es auch sein sollte, der mächtige Kopf des Katers hob sich an, wobei die Ohren immer noch eng an diesen gedrückt waren und mit peitschenden Schwanz, der sich gar nicht mehr beruhigen wollte, machte er noch einen Schritt vor.
Kein Zauber sollte ihm entgegen geschleudert werden, denn viel mehr wich der Magier einen Schritt zurück, stand gefangen zwischen dem so unschuldig wirkenden Gartenzaun, der die sichtbare Grenze der magischen Schutzzauber bildete und dem ganz und gar nicht harmlos wirkenden Kater, der ein leises Fauchen erklingen ließ. Dieses Fauchen, einem Raunen gleich, leise und doch so machtvoll und kurz schien ein Wind aufzutreten und man könnte meinen das Rascheln der Blätter zu vernehmen, obwohl es nicht genug Bäume gab, die so ein rascheln hätten von sich geben können.

„Verfluchte Katze.“ Worte die den magischen Bann zu brechen schienen und kurz zuckte der Kopf Cairlyns zurück, bis er erneut die Reihen scharfer Fänge zeigte und laut knurrte, sich mit einigen Schritten zwischen den Mann und den Gartenzaun brachte. Das war es was er wollte, den Fremden weit fort von diesem Haus bringen und auch der Magier verstand es. „Du kannst sie nicht ewig schützen, egal wer oder was du bist. Katze.“ Das letzte Wort spie er verächtlich aus, denn während Hasuvar nur hin und wieder in Erwägung zog, das hinter Cairlyn sich mehr als ein einfacher Bergkater verbarg, wusste der Magier es.
Und tatsächlich zuckte der Kopf Cairlyns zurück, nur um wieder vorzuschnellen. Das Kräftemessen der beiden schien zwar auf Cairlyns Seite zu stehen, doch mehr als Drohgebärden brachte er nicht zu Tage. Es war nicht das erste Mal, dass er den Magier vertrieb, seine Blicke versuchte zu verhindern und mittlerweile wusste der Magier, dass der Kater sich unbeeindruckt gab, doch so sehr er dieses auch war, er nicht wirklich handelte, als würde ihn jemand davor zurück halten, als wäre es ihm verboten.

Pfoten, Tatzen die sich durch die Luft bahnten, in einem gewaltigen Hieb lange Kratzspuren in der schwarzen Robe hinterließen. Fort, ja fort mit dem Magier und wieder erklang ein Fauchen, sträubte sich das sandfarbene Fell mehr. Die erklingenden Worte trugen zu seiner Unruhe bei. „Es wird beginnen Katze, du hast keine Macht, egal was du glaubst.“
Stechend grüne Augen, so jung wirkend, so intelligent, wobei war es Intelligenz? Es sah eher nach Wissen aus, Weisheit. Und kurz wandte sich der Kopf des Katers in Richtung jenes Fensters an dem der Sonnenelf verweilt hatte, doch dieses war leer, dort stand niemand mehr und einzig die Vorhänge, die im Wind flatterten waren zu sehen.
Die Augen wandten sich ab, blickten herausfordernd den Magier an und schließlich machte der massige Leib einen geschmeidigen Satz nach vorne. Vorderpranken die sich auf die Schultern des Magiers legten, ein Kopf der sich dicht an dessen Gesicht brachte. So einfach wäre es wohl gewesen mit einem Biss die weiche Kehle zu durchbeißen, so wie er es bei den beiden Dieben getan hatte und doch sank der Kater schließlich zurück gen Boden. „Nicht mehr lange und auch du hast es einzusehen Katze.“ Und schließlich wandte sich der Fremde doch ab, entfernte sich einige Schritte von dem Haus und ihm war der Wunsch vorerst vergangen weiter an den Fäden zu ziehen, die sich da in seiner Hand befanden. Aber dafür brannte etwas ganz anderes in ihm, denn nun kam ein neues Wesen mit auf seine Liste, ein Wesen, dem er genauso den Untergang bringen wollte, wie all den anderen.

Nachdenklich sein Blick, als Cairlyn sich aufmacht mit geschmeidigen Schritten in den Nebeln der Stadt zu verschwinden. Nur noch kurz waren das Fell und die Gestalt des Katers zu sehen. In blutrot des Abends getaucht, denn kurz schien es, als hätte sich der Nebel um den Bergkater gelichtet, so dass die untergehende Sonne spielerisch in sein Fell scheinen konnte. Lautlose Tatzen die den Leib in den Schatten eines anliegenden Hauses trugen, gepaart mit dem Rauschen des Windes, welcher den dichten Nebelschleier und dann als der dichte Nebel den Körper Cairlyns völlig verbarg, war da nichts mehr. Kein Laut, als hätte die Welt einen Moment still gestanden, bis für einen Moment der Klang von Schritten an das Ohr des Magiers, so als würden Stiefel leichtfüßig über den Boden getragen werden.

Schatten. Dichter Nebel, verbergen was im Zwielicht geboren. Was geboren ward für Licht, was gefallen in Dunkel, nur um wiederzukehren. Ist er der Herr seiner Rache, ist er angeblicher Herrscher des Schicksals, denn sie alle gingen fehl, sie alle, mögen sie Feinde sein und doch erweckten sie seinen Groll, was sie eint. Und es gibt kein Entrinnen, denn bald wird es beginnen nun wo Gold und Silber vereint waren. Keine Hoffnung, keine Rettung vor dem was er ihnen bringen mag, denn es ist der Tod, der schon so lange wartet.
Doch verbohrt in seinem Hass, blind in seiner Wut ist er geworden.
Hört er nicht die Zeichen, sieht die Warnungen für sich selbst nicht. Der klang von Schritten, wo keiner sein sollte. Blind geworden. Sieht er nicht die Augen durch den Nebel, sieht er nicht die Gestalt, die da geht, für einen Moment aufrecht wirkt, nichts katzenhaftes mehr an ihr. So blind, dass er nicht die ersten Zeichen seines Scheiterns sah.

Gedenket der Opfer, die da noch fallen werden.





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Nach dem sich die erste Wut legte, der Zorn zu einem milden, wenn auch immer noch immer anwesenden Stechen in seiner Brust legte, konnte sich Fürst Mondflüstern fangen und er erkannte so einige Fehler, die er gerade bereitwillig machte. Nun er mochte wirklich lange gewartet haben und wenn er nicht nun den Weg wählte, den er schon längst eingeschlagen hatte, dann würde er ihn nie mehr gehen. Er konnte immer noch umdrehen, zurückkehren in die Sicherheit seines Heimes und sich erneut vor dem Angesicht der Welt verbergen. Etwas Anderes tat er doch in diesen Momenten auch nicht. Denn im Schein der untergehenden Sonne, hielt er sich verborgen in den Schatten, huschte wie jenes Wesen, welches er verfolgte durch sie. Kein Hinken, das den eleganten Gang behinderte, kein stechender Schmerz, der ihm die Sinne raubte. Und er wusste, dass wenn er nun umkehren würde, er nie wieder den Mut finden würde.
Verbergen und sich verstecken. Immer laufen, nie stehen bleiben, nie ein Blick zurück. War es das was er sich wünschte, sich ersehnte. Er war schon oft fortgelaufen, noch bevor er nach Cauldron gekommen war. Denn nach dem Tod seines Sohnes war sein Weg hier her eine einzige Flucht gewesen, eine Flucht vor der Schuld, vor dem Schmerz des Verlustes. Und davor? Auch davor war er geflohen, nach dem Untergang Ascalhorns fort, nicht wie es die meisten begannen, in dem sie nach Evermeet zogen, nein sein Fluchtverhalten zog ihn hin zu anderen Orten. Immer dorthin wo er nicht an seine Herkunft und seine damalige Bestimmung erinnert wurde.
Ich laufe nicht mehr fort.
Auch wenn sich alles in ihm danach sehnte, er war früher kein Feigling gewesen. Er mochte geflohen sein, vor Bestimmung und Herkunft, doch nur weil sie ihm den Platz zum Atmen genommen hatten, den getötet hätten, der er war, nur um einen Hasuvar zu erschaffen, der abstumpfte und am Ende so geworden wäre wie sein Vater. Nein nicht, dass er seinen Vater verachtete, aber er hatte nicht werden wollen wie er. Und heute ahnte er, wie sehr er Schande damit über seine Familie gebracht hatte.
Kein Blick zurück. Nicht so.
Bei all seinem Glauben an Labelas Enoreth, er war sich sicher, dass dieser sich nicht wünschte, dass Hasuvar in die Vergangenheit sah und bedauerte. Verging in der Frage, was wäre wenn. Denn beantworten konnte sie Niemand. Doch bei einem half sie ihm, bei der Entscheidung nicht umzukehren, seinen Zorn zwar zu glätten ihn aber nicht verrauchen zu lassen und sich zu stellen, den Magier Rothillion zu zwingen, genau das Gleiche zu tun. Einer von ihnen würde diese Nacht nicht überleben, wenn das Schicksal ihm, Fürst Mondflüstern gnädig war. Nun gab es da noch die Sorgen, verbunden mit dem Schatten, der zu schlimmeren fähig war, als ihn nur zu finden. Er war der kleine Verbindungspunkt zwischen ihm, Rothillion und den Wesen, mit denen der Magier einen Pakt geschlossen hatte.
Euer Geschenk ist eingetroffen, der Pakt ist besiegelt.
So hatten die Worte der Botschaft gelautet und erneut stieg Wut in dem Mondelfen auf. Wut trieb ihn voran, Wut die Entschlossenheit weckte, Entschlossenheit, die durch das Drachenamulette floss. Das Amulette, das wie eine zweite Haut des Mondelfen geworden war, stetig sich daran machte den kalten Körper warm zu halten, ihn mit Kraft versorgte und noch mehr, verbanden sich die Macht des Amulettes, mit dem des Schwertes. Erinnerungen an Kämpfe die im Geiste des Mondelfen umher wirrten, Bewegungen, taktisches Verständnis, als wäre sein letzter vergangener Kampf erst Minuten her und nicht die Jahre, die wirklich hinter ihm lagen.
Und bald konnte er alles mit jener kühlen Distanz sehen, die er einst besessen hatte, die er sich angeeignet hatte und die ihm vor so vielen Niederlagen bewahrt hatte. Kein Wunder, dass sie damals, bei der größten Niederlage seines Lebens zerstört worden war. Und nun war er dabei, in den nächsten Untergang zu hetzen, unvorbereitet eine Schlacht zu schlagen, die ihm vor gar nicht mal so langer Zeit schon genug gekostet hatte. Bilder die in seinen Erinnerungen herumtobten, ihm den Kampf gegen Rothillion Nahe brachten, konnte er den Schmerz nochmals spüren, der seinen Arm berührt hatte, wurde sich der Macht des untoten Magiers bewusst.
Zwar hatte er vorgehabt auf direktem weg hin zu den Gemächern des Magiers zu eilen, ihn wenn nötig dort zu stellen, seinetwegen vor allen anwesenden Wachen, sollten sie doch sehen, wen sie da zu schützen versuchten, in welches Unrecht sie verstrickt waren. Aber nun verstand der schlanke Mondelf, wie falsch diese Entscheidung gewesen wäre. Er würde nicht davonrennen, aber mit mehr als mit einem Schwert sich in diesen Kampf werfen und so das Schicksal es wollte, wo würde er diesen siegreich bestreiten. Etwas anderes kam für ihn auch gar nicht in Frage, schließlich hatte er sich um seinen Jungen zu kümmern, der auf ihn wartete, so hoffte er.




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Loririon hätte zu gerne einen einzigen lauten Schrei von sich gegeben. Dies war nicht der Stoff aus denen Geschichten gesponnen wurden, denn dieser Stoff, den er da in seinen schlanken Händen hielt verriet ihm zwar ein paar Kleinigkeiten, doch das große Gefüge, der Lauf des Rades, das sich ständig weiterdrehte, ohne auch nur Rücksicht auf die Ereignisse, die Geschehnisse zu nehmen, ja genau dieses Gefüge konnte er nicht enträtseln. Es war immer noch viel zu entfernt und jeden Moment schien es sich mehr zu entfernen als wirklich näher zu kommen, so dass er vielleicht einige Details erkennen vermochte.
Geduld, genau solcher hatte er sich noch vor einigen Tagen gerühmt, als er zufrieden in der Taverne gesessen hatte, sich darüber erfreut hatte, eines seiner neuen Lieder geschrieben zu haben. Doch mittlerweile wusste er, dass dieses Gefühl von Keim auf falsch gewesen war, dass die Freude nicht die seine gewesen war, denn schon in diesem Moment hatte die Macht des Ringes gewirkt und mürrisch war der Blick aus blauen Augen auf den schmalen reif an seinem Finger gehaftet.
Dieses kleine unschuldig wirkende Schmuckstück, so klein, so unschuldig wirkend, als könne es Niemanden schaden und doch trieb es ihn nach und nach in den Wahn, ertappte er sich dabei schon wieder an dem Metall zu zerren, es sich von den Fingern reißen zu wollen. Ein Unrecht sollte er gut machen, genau das waren die Worte des Fremden gewesen, von dem er bezweifelte, dass er ein wirklicher Händler war. Ein Unrecht? Das Unrecht was zwischen Hasuvar und Kelsey geschah? Er konnte es nur vermuten und für den Barden drehte sich so manches an diesem Ort genau um diese beiden Personen, so dass er sich in seiner Vermutung bestätigt sah, konnte er sich nicht einfach noch eine Partei in den eh schon verzwickten Zwist hineindenken.
Oh, er wollte Fluchen. Wollte sich beklagen, dass ihn der Mondelf einfach so hatte allein gelassen. Zurückgelassen mit einer Aufgabe, die er auch noch angenommen hatte. Er hatte ein Versprechen gegeben und er Loririon Drachenatem brach nicht so einfach seine Worte, wer wäre er denn sonst, ein Niemand, ein verlogenes Nichts. Sicher lebte er in einer Welt, betsehend aus trügerischen Sternenglanz. Das Leben war ein Schauspiel, die Welt seine Bühne, dieses Sprichwort hatte er aus den Munde der Menschen übernommen. Doch so chaotisch er auch war, so unberechenbar sein Auftreten, etwas musste feste Regeln im Leben des Sonnenelfen bilden, ihm Halt bieten und wenn es seine eigenen Worte waren, an denen er sich richtete, mit jedem Sonnenaufgang maß.
So hatte er versprochen den Tiefling nicht aus den Augen zu lassen, hatte es geschworen und er würde es nicht brechen. So entfernte er sich von dem geöffneten Fenster, aus dem Kater und Mondelf verschwunden waren und überlegte einige Momente, wohin konnte der Tiefling gerannt sein. Hinaus, ebenso fort in die anbrechende Dunkelheit? Bei Corellon, dann würde es schwer werden ihm zu folgen. Wobei? Wozu quälte ihn denn die Anwesenheit jenes Ringes? Wenn er es schon zu erdulden hatte, dann würde er versuchen seinen Nutzen aus dem Ring zu ziehen und ihn nutzen um Kelsey Dämmerlied zu folgen.

Zu seinem Glück, ja auch er durfte ein wenig Glück haben, sah man davon ab, dass er schon gewaltiges Glück in der Höhle des Abolethen gehabt hatte, musste er nicht sehr lange suchen, auch nicht hinaus in die Nacht hechten. Aber nun zurück zum Thema Glück, gerade im Bezug auf einen gewissen Abolethen, genau die würde Loririon in späteren Liedern nicht als Glück darstellen sondern als Können.
Im Angesicht des Todes, der tosenden Flut. Wut des Infernos, die Wellen des Hasses, nur ein Blick, nur eine Tat in den Adern,... .
Ja so würden wohl seine Auftritte beginnen und während er durch den langen staubigen Flur schritt, da tanzte er förmlich, vollführte einige Hiebe, Schläge in der Luft, beendete diesen Wirbel aus Bewegungen mit einer eleganten Verneigung. Dies war seine Welt, seine Existenz, so seltsam anmutend es auf Fremde wirkte, so verschroben der Sonnenelf bei seiner eigenen Familie galt, dies war er und er bereute es nicht. So trugen ihn seine Schritte durch das Haus, blickte er in jedes der Zimmer, um bei den ersten Versuchen mit dem Anblick von Staub und gähnender Leere belohnt zu werden.
Bald wandelte sich dies, stand er vor der scheren Holztüre die zu den Raum mit den Gemälden führte und knarrend lies sie sich öffnen, lud zu dem Traum ein, zu den Träumen, die hinter ihr erborgen lagen, alle gebannt auf Papier, aus Farbe erschaffen. Es wunderte ihn nicht die große Gestalt des Tieflings genau hier zu entdecken. Stand Kelsey mit verschränkten Armen zu dem Sonnenelfen, angespannt der Körper, während der Teufelsschwanz, mit den blauschwarzen Haaren an seinem Ende, unruhig umher zuckte, sich immer wieder kringelte. Und doch soviel Stärke, soviel Hass der Tiefling auch versuchte auszustrahlen, so konnte er das leichte Beben seiner Schultern nicht hinab zwängen, so konnte sein Körper das Gemälde vor dem er stand nicht völlig bedecken, den Blick auf es verbergen.

„Kein anderer Künstler hätte vermocht, sich selbst so treffend auf Das Papier zu bringen.“ Ja schon einmal hatte Loririon dieses Gemälde bewundert, war erstaunt wie sehr der Mondelf in sein innerstes geblickt hatte, um es anzufertigen, den es war schlicht perfekt, so wie wohl jedes der hier hängenden Gemälde. Er würde später darüber nachsinnen, denn nun zuckte der Tiefling zusammen, verstand, dass er nicht länger allein war. Von dem funkelnden Blick, aus schwarzen Augen, lies er sich nicht beeindrucken, lies sich nicht verjagen, denn die Tränen erzählten eine andere Sprache als dieser mit Absicht kalte Blick, der nicht mehr als eine Maske war.
Sicher hätte Loririon genau dies aussprechen können, aber er war Barde, er war ein Elf, kein plumper Mensch der mit einem Hammer auf die Seele, auf die Gefühle des Tieflinges einhämmerte. Wenn er so vorgehen würde, hätte er auch als Zwerg auf die Welt kommen können. Aber er war nun mal ein Elf, ein Sonnenelf. So schritt er schlicht an dem blassen Tiefling vorbei, um selbst vor dem Gemälde stehen zu bleiben und dann strichen die bronzenen Finger über den fein gearbeiteten Holzrahmen. Noch schickte sich Kelsey an nicht zu antworten und so sprach der Barde weiter.
„Es ist die Kunst nicht nur einfach etwas malen zu können, nein die Kunst ist es mit offenen Augen zu sehen.“ Spielerisch malten seine Finger die weichen Konturen der Pinselstriche nach, welche die scharfen Gesichtszüge des Mondelfen zeichneten. „Was fällt dir auf, wenn du dieses Bild mit seinem Erschaffer vergleichst und nun komme mir bitte nicht mit den Narben in seinem Gesicht, diesen Unterschied, den meine ich nicht.“ An sich war es mehr als unhöflich den Tiefling schlicht zu Duzen, doch soweit sich Loririon entsann, hatte dieser es von Anfang an getan und so sah es der Barde schlicht als Einladung, den anderen ebenso zu behandeln.

Wieder war es so wie in der Höhle, wie unter der Erde, wo der Tiefling sich einige Momente den Kopf darüber zerbrochen hatte, ob er nicht doch die Zunge des Sonnenelfen hätte hinaus reißen sollen, den der Wortschwall des Barden schien gewaltig. Noch mehr war da, diesmal trafen ihn die Worte, trieben ihn förmlich in die Enge und erneut bebten die Schultern Kelseys. Keine Trauer mehr, nein Wut, die sich so schnell in einen tobenden Sturm verwandeln konnte, alles um sich herum mit sich riss, um eindeutig zu zerstören und zwar alles in ihrem Weg.
Aber die Frage, das auf was der Barde hinaus wollte, konnte der Tiefling nicht verdrängen. So wie er nicht diesen kleinen Augenblick aus seinen Gedanken brachte, jenen Moment in dem er unheilvoll über der gähnenden Leere des Abgrundes gehangen hatte. In diesem Augenblick, in dem der Barde es gewesen war, der sich mit all seiner Kraft gegen den Abgrund gestemmt hatte, eine der schlanken Hände um sein Handgelenk gehalten, bedingungslos bereit ihn zu halten, oder gar mit ihm abzustürzen, so wie es schließlich auch geschehen war.
„Ich antworte dir, wenn du mir eine Frage gestattest.“ Es war nicht Kelseys Art Fragen zu stellen, es war ihm schlicht nicht gestattet, er hatte sich keine Gedanken über sein Umfeld zu machen, nie die Handlungen anderer anzuzweifeln, allein Befehle anzunehmen und diese auszuführen, dies war seine Bestimmung und doch brannte diese eine Frage in ihm, war er erleichtert als er das kleine Nicken des Sonnenelfen sehen konnte, der sich noch immer nicht von dem Gemälde abgewendet hatte, dessen Hand auf dem edlen Holzrahmen ruhte. Ein Nicken, dass ihn als Antwort gereicht hätte, doch wieder musste der Elf sich daran machen zu antworten, zu zeigen, dass er der Sprache mächtig war: „Stelle deine Frage, ich werde sie beantworten. Wenn es in meinem Sinn liegt und wenn ich kann. Doch dann bist du mir ebenso eine Antwort schuldig und du solltest eine solche wenigsten versuchen zu formen.“ Egal wie wortkarg sie ausfallen würde, wenigstens er würde eine Antwort erhalten, dies fügte der Barde noch in Gedanken seinen Worten hinzu.
„Wieso?“ Ein einzig Wort, so voller Unglauben und so voller Verzweiflung, dass ihm schlicht alle anderen Worte verflogen, er stumm wurde unter dem Druck, der unnachgiebig seine Kehle zuschnürte. Leider reichte dieses eine Wort nicht aus, um seine Frage zu stellen. Selbst wenn Loririon gewillt war über diesen bescheidenen Wortgebrauch hinwegzusehen, so wusste er nicht genau was gemeint war. „Wieso was? Warum ich solche Fragen stelle? Oder wieso ich hier bin? Ich könnte dir nun viel erzählen Kelsey, doch verzeih wenn du eine Antwort möchtest, so hast du schon eine vollständige Frage zu stellen.“
Die Anspannung des Tieflings, der unruhig zuckende Teufelsschwanz verhießen nichts gutes, und wirklich ballten sich beide Hände zu Fäusten, machte der Tiefling einen weiteren Schritt vor, auch wenn sich Loririon wohl kaum beeindrucken lies, einfach nur leicht das Kinn anhob, so als würde er eine stumme Herausforderung sprechen, als wolle er zeigen, dass er sich wehren konnte und wehren würde, sollte man es verlangen. Und Kelsey konnte fast eine vorwurfsvolle Stimme in diesem Blick hören.
Ich kann mich wehren im Gegensatz zu dem Mondelfen, willst du es wirklich versuchen?
Loririon hätte solch Worte nie in den Mund genommen und es war auch nicht seine Absicht solche Gedanken in dem Tiefling zu wecken, nein viel mehr war es einfach Kelseys aufgewühltes Gewissen, das Chaos seiner Gefühle, welches diese Gesten als solch eine Herausforderung verstand, alles was der Elf wirklich wollte, war eine Grenze zu ziehen, zu zeigen dass er Respekt zollte, was an sich schon etwas besonderes war, denn seinen Respekt musste man sich eisern verdienen, aber dass er keine Furcht empfand. Wie es auch stand, was Loririon mit seinen Verhalten nun auch bewirken wollte, so war es folgende Reaktion die er erzielte. So senkte der Tiefling hilflos seinen Kopf, starrt den hölzernen Boden und seine eigenen Füße an.
„Ich,“ stockende Worte, die nur zögernd über seine Lippen kamen, , „Sag mir warum du mir helfen wolltest. Was verlangst du nun?“ Etwas musste doch dahinter stecken und in einer unruhigen Geste zupfte er an dem zerrissenen Hemdsärmel, hatte er im Gegensatz zu dem Barden keine neue Kleidung erhalten. Etwas das an diesem Ort auch wirklich unmöglich war, denn der Barde hatte sich schon mühevoll in die Kleider gezwängt, wie sollte man dann hier etwas für Kelsey finden?

Schritte, lautlos und stolzierend waren sie, führten ihn, kaum hatte er die Hand von dem hölzernen Rahmen genommen, sie langsam neben seine Seite sinken lassen, um den Tiefling herum. Konnte er beobachten , wie sich dieser vor Unbehagen regte, wie er am Liebsten wieder verschwunden wäre und er konnte das kleine Verlangen wachsen fühlen, das Verlangen zurück zu seinem Herren zu kehren. Es war Kelsey anzusehen, dass er schlicht nicht mehr wusste, was er denn wirklich tun sollte.
Und so schob der Sonnenelf sein Verhalten, bestehend aus Arroganz für eine Momente zur Seite und das Lächeln auf seinen Lippen wurde eine Spur freundlicher. „Ich war es dir schuldig, schließlich hast du mir beigestanden. Ich weiß nun nicht wirklich welche Hilfe du meinst, die in der ersten Nacht, oder die über diesen Abgrund am See, doch für beide verlange ich keinen Preis. Wobei doch einen kleinen, dass du mir zuhörst Kelsey, dass du die Entscheidungen, die du bald treffen musst, erst triffst wenn du meinen Worten gelauscht hast.“

„Mehr kostet es nicht?“ Nein das konnte der Tiefling nun wirklich nicht Glauben und skeptisch verschränkte er die Arme vor seiner Brust, wirkte fast wie ein kleines trotziges Kind, das sich gegen die Aussage seiner Eltern stemmte. Genauso gut hätte man versuchen können, dem Tiefling zu erzählen, dass das Wasser der Flüsse die Berge hinauf und nicht hinab floss. Nun gut an sich hatte er noch nie einen Fluss gesehen, aber manche Dinge wusste man auch, wenn man unter der Erde aufwuchs und manche Meinungen und Einstellungen prägten sich da unten, vor allem lernte man dort, dass es so etwas wie Freundschaft nicht gab, dass alles einen Preis hatte.
Und doch, das Schmunzeln, das amüsierte Funkeln, in den blauen Augen, die voller goldener Sprenkel waren, lies ihn einen Moment an diesen Überlegungen zweifeln, an seiner Erziehung und schließlich kam ein leises Seufzen über die Lippen des Tieflinges. Er hatte versprochen nun auch auf die Frage des Sonnenelfen zu antworten. Leider kannte er die Antwort nicht und so blickte er das Bild an, schauderte leicht als er bemerkte, dass der Elf hinter ihm zum stehen kam, sich leicht vorbeugte um in sein Ohr zu raunen: „Sieh genau hin, es ist nicht immer das offensichtlichste was uns die Antworten liefert, sonst wäre unser Leben um einiges einfacher, das gestehe ich, doch in seiner Einfachheit wäre es trübsinnig.“
Trübsinnig, sein ganzes Leben war ein einziger Stumpfsinn, eine Qual. Und da war auch die Antwort und langsam hob er die Hand an. „Es sind die Augen.“ Eine Erklärung gab er nicht, denn er war sich sicher, dass der Sonnenelf wusste, was er mit diesen kleinen Worten meinte. Schließlich hatte er ihn erst auf die richtige Antwort gebracht. Es waren die Augen, deren Licht verloschen war, in denen so viel Schmerz mittlerweile stand und er, er Kelsey Dämmerlied war mit Schuld daran.
„Wieso quälst du mich, wieso zeigst du mir was alles nicht stimmt? Lass mich doch einfach gehen, ohne mich ist er besser dran und sein Glück mag wieder kehren.“ Immer noch glaubte Kelsey daran, denn er wusste nicht was ihn und den Mondelfen wirklich verband, dass dieser ihn nicht einfach so in diesem Schicksal zurücklassen würde.

„Wieso? Nun weil es meine Art sich in Dinge einzumischen, auch wenn es wohl gesünder wäre sich heraus zu halten. Und doch setze dich nieder Kelsey, setze dich und ich will dir eine Geschichte erzählen, die auch ich heute das erste Mal vernahm. Die Geschichte eines Mondelfen und eines Tieflinges und vor über das, was sie verbinden sollte. Also lausche mir Kelsey und dann ist es an dir zu entscheiden.“
Nickend verschränkte Loririon seine Arme, löste sie wieder um kurz die Hände an sein Gesicht zu legen, mit ihnen ein Dach über seiner Nase zu falten, während er sich ein kleines Stück vorbeugte und den schwarzen Blick suchte, denn was er nun verlangte war ungebrochene Aufmerksamkeit, nun wo er wohl so einige Geheimnisse war auszusprechen, denn es stand Kelsey zu diese zu erfahren.
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