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Quifanu Dunkles Herz

GeschichteDrama / P16 Slash
05.09.2006
14.10.2009
36
192.727
 
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05.09.2006 5.576
 
Leiser raschelnder Stoff, das Knarren eines Bettes, als sich ein Körper auf dessen Rand niederließ und dann herrschte wieder stille, nur gebrochen von den Atemgeräuschen der Anwesenden. Fast heilig wirkte diese Stille, nicht unheilvoll wie die Ruhe vor einem Sturm, viel mehr Frieden verkündend und doch musste sie gebrochen werden. Denn war es wirklich Frieden oder nur die Täuschung ein neues Trugbild, dass konnte keiner der Anwesenden sagen.
Nun vielleicht einer, aber der sprach nie, so auch nun nicht. Viel mehr reckte sich der große Kater genüsslich. Dies hier war die Angelegenheit der Elfen, nicht die seine. Und ein Aufmerksamer Beobachter hätte die Schatten sehen können, die kurz durch die sonst so stechend Grünen Augen huschten, bevor Cairlyn den Kopf senkte und mit einigen geschmeidigen Schritten den Raum verließ, so dass allein ein Sonnenelf, ein Mondelf und ein Fey´ri zurückblieben.

Hasuvar! Ja er hatte seinen Namen von den Lippen des Tieflings vernommen und als seine Knie nachgaben, konnte er nicht anders, als sich kraftlos auf den Rand des Bettes zu setzen und jenen Tiefling, der da seinen Namen ausgesprochen hatte einfach anzustarren. Am Anfang hatte er gezögert, Kelsey in derselben Zeit, in der er auch die Spruchrolle wirkte, wieder erwachen zu lassen. Aber seine Ungeduld hatte erneut Überhand genommen und ihn zu diesem Schritt verleitet.
Es war geglückt, es zu ahnen, zu hoffen, zu glauben, war etwas ganz Anderes, als jenes Ergebnis nun vor Augen zu haben. Unliebsam hatte er das verfluchte Halsband zu Boden geschleudert, war ihm egal, dass im gleichen Moment der Sonnenelf und der Kater das Zimmer betreten hatten, für ihn zählte nur eins, der Anblick seines Neffen. Und fast war es für ihn so, als hätte er nun das erste Mal den Moment geschenkt bekommen, ihn genau zu sehen, nicht das was aus ihm geworden war, sondern wer er war.
Die meisten Ähnlichkeiten, die es einst zwischen ihm und Kelsey gegeben hatte waren so gut wie verschwunden. Wahrscheinlich lag es an hasuvars Alter. Er wusste es nicht, sah man von der ähnlichen Haarfarbe ab, von dem schmalen Körperbau, so waren Kelseys Gesichtszüge ausgeprägt geworden, auch wenn sie meist hart verzogen waren, waren sie nicht von der Schärfe, die man in Hasuvars Gesichtszügen finden konnte, nein sie waren seltsam weich, selbst wenn da Teufelshörner auf dem Kopf prangten und der Mondelf musste schlucken. Amberle, ja genau an jene wurde er bei diesem Anblick erinnert, an seine Schwester Amberle.
Finger die sich vorsichtig anhoben, er wusste nicht wie viel Zorn nun in dem Tiefling steckte, wusste nicht wie jener reagierte und doch musste er seien Hand anheben, den Tiefling mit jenen leicht berühren. Erneut stahl sich ein Zittern in seine Finger, doch lag nicht in Schwäche oder Krankheit, dessen Ursprung, es war die Anspannung, die Angst wieder davon gestoßen zu werden. Hoffnung war eine empfindliche Blüte, man musste sie umhegen, sie pflegen, auf dass sie ihre ganze Pracht entfalten konnte und Hasuvar Mondflüsterns Hoffnung war erst nun frisch erblüht, öffnete erst ihre feinen Blütenblätter um sie das erste Mal in das Licht der Sonne zu tauchen.

Loririon kam sich wohl fast so fehl am Platz vor wie der Kater, doch im Gegensatz zu diesem konnte er nicht einfach gehen. Zum einem war die Neugierde des Barden schlicht zu ausgeprägt, zum anderen hielt ihn der Ring an diesen Ort gebunden, denn vermittelte er das Gefühl, genau hier sein zu wollen und dann waren da noch einige kleine Befürchtungen, die ihn hielten. Loririon hatte den Tiefling gesehen, wenn dieser in seiner Tobsuchtsanfälle war und nach allem was er da gehört hatte, wie der Tiefling schon einige Male die Grenze der Gewalt bei hasuvar überschritten hatte, da konnte er den schmächtigen Mondelfen nicht alleine lassen, auch wenn dieser Moment eigentlich den Beiden alleine gehörte, Onkel und Neffen.
Angespannt beobachte er, wie sich die schlanke Hand des Mondelfen anhob, nahm mit Sorge das erneute Zittern in jener Hand wahr, es sollte doch vergangen sein. Vielleicht lag es auch nur an der Aufregung, er hoffte es inständig. Das Zucken des Tiefling, einer Schlange gleich ließ ihn sich anspannen, auch wenn die schwarzen Augen von Verwirrung und Angst sprachen, so war Loririon Drachenatem bereit einzuschreiten, wenn es denn sein musste. Er wollte es sicher nicht.
So war er erleichtert und verwirrt als er beobachten konnte, wie sich die Wange des Tieflings, irgendwann förmlich gegen die zitternden Finger schmiegte, ein leises „Du bist zurückgekommen, endlich“ den Raum erfüllte. Es klang nicht nach Zorn, nicht nach Wut, es klang überhaupt nicht als hätte es ein Tiefling gesprochen, eher hätte er den Tonfall, den Klang der stimme einem Kind zu geordnet und schließlich ließ er zu, dass der Ring an seinem Finger erneut seine Wirkung entfaltete. Hatte er sich noch vor einigen Minuten gesperrt, sich gegen diese gestemmt, so öffnete er nun ein Stück die errichteten, geistigen Mauern und fast wäre ihm wohl das Kinn nach unten geklappt. Fühlte er doch einzig Verwirrung und etwas kindliches, das eindeutig zu dem Verhalten, der Stimme des Tieflinges passte. Der Barde verstand es nicht.

Hasuvar, er war wieder da. Freude. Verwirrung. Wie ein Wirbelwind, der alles mit sich riss tobten diese in dem Tiefling und als sich die Hand ihm anbot, nahm er dieses zu gerne an, lehnte die bleiche Wange gegen die Hand. Sein Elf, sein Mondelf. Die Narben in dem blassen, fast völlig weißen Gesicht nahm er nicht wahr, sah nicht wie klein der Elf geworden war. Nein schlichte Freude erfüllte den Tiefling, in dem etwas zerbrochen war, dank des Ringes und wohl mit Schuld des Sonnenelf, dessen Willen, den des Tieflings unterdrückt hatte.
„Wo warst du nur so lange.“ Er sah nicht einmal die Verblüffung auf dem Gesicht des Mondelfen, in der Welt, in der er gefangen war, gab es diese Gefühlsregung nicht. So achtete er auch nicht weiter darauf, dass sich der Mondelf anfing zu sträuben, irgendwann ächzte, da die Umarmung, die er von Kelsey empfing, zu stark für seinen Zustand war. Viel mehr entwich ihm ein freudiges Lachen und als er sich löste, war nur eines auf seinem Gesicht zu sehen kindliche Unschuld.

Das Gefühl von Schuld, das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben. Es war ihm nicht unbekannt, doch seit der großen Schuld, die er auf sich geladen hatte, seit dem Tag, an dem er so bitter versagt hatte und ihm das Liebste auf ganz Faerûn dafür genommen worden war, seit dieser Zeit hatte sich der Sonnenelf nicht mehr so schuldig gefühlt. Wobei vielleicht war die Last dieser Schuld einfach zu tragen.
Denn noch während der Mondelf gefangen in der Umarmung gehalten wurde, nicht begreifen wollte, was dort mit seinem Jungen geschehen war und sich wohl fragte, welcher teil seines Zaubers gescheitert war, da glaubte Loririon schon zu wissen, was geschehen war. Er ahnte es. Hatte er doch sich selbst, seinen Willen gegen den des Tieflings gestemmt, mit aller Macht diesen zurückgeworfen und irgendetwas dabei musste schwerwiegend schief gegangen sein. Etwas anderes als Erklärung wollte ihm gar nicht mehr in den Sinn kommen und entsetzt blickte er auf den so unschuldig wirkenden Ring an seinem Finger, dessen Verfärbung sich nicht aufgelöst hatte, immer noch waren Blau und Grün ineinander verschlungen, auch wenn eindeutig die Blaue Farbe dominierte, es diesmal keine Türkisene Verfärbung gab. Es war eher so als hätte jemand zwei Farbenkleckse auf eine Leinwand gesetzt und dann die Blau in ihrem feuchten zustand über die Grüne gestrichen, das Grün so völlig verdrängt. Nein das hatte er sicher nicht gewollt.
Er sah das Zögern, die Verwirrung in Hasuvars Gesicht, doch wie sollte er ihm dies erklären? Er verstand es doch selbst nicht. Und erneut Fing der Sonnenelf an dem Ring an zu zerren, zu ziehen, wurde für diese Tätigkeit mit schmerzenden Fingern bestraft, dieser verfluchte Ring wollte nicht ab und erneut verfluchte er den Menschen, der ihn diesen Ring auch noch teuer verkauft hatte, konnte dessen Motiv nicht verstehen.
Ich habe keine Schuld. Es ist die des Menschen.
Irgendwie Klang dieser Gedanke tröstlich und so hielt er an diesem fest. Nein er würde dem Mondelf nichts erzählen. Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass Kelsey Dämmerlied vorerst so war, wie er nun eben war und Loririon würde sich aufmachen und den fremden Händler suchen, diesen zur Rechenschaft ziehen. Nun hieß es vorerst den Mondelfen zu beruhigen.

Langsame, lautlose Schritte über den alten Holzboden führten den Sonnenelfen geschmeidig zu den Beiden im Bett sitzenden. Und bald schon hefteten sich schwarze Augen auf ihn. Schwraz wie Kohle und doch, Loririon hatte nicht das Gefühl in einen Abgrund zu sehne, viel mehr in einen sternenlosen Himmel, der einfach noch auf den Aufgang seiner Sterne zu warten hatte. Wäre dies vielleicht aus dem Tiefling geworden, wäre der Mondelf nicht Bestandteil von verrat und Intrige geworden? Die Antwort zu wissen, es wäre beruhigend und doch wäre es wohl auch genauso schmerzhaft, denn keiner konnte vergangene Zeit einfach zurückdrehen, so sehr man es sich auch wünschte.
„Wer ist das?“ Die Frage des Tieflinges, war nur eine weitere Bestätigung, für Loririons Annahme, dass etwas geschehen sein musste, dass schlicht alles in dem Tiefling verdreht hatte. Sonst hätte er ihn wieder erkennen müssen, sie hatten schließlich gemeinsam gegen einen Abolethen gekämpft und er bedauerte es, dass Kelsey sich nicht mehr daran erinnern konnte, denn in diesem Moment hatte sie mehr verbunden, als zwei verfluchte Ringe.
„Er ist ein Freund.“ Ja Hasuvars Antwort war die Rechte, er war ein Freund des Mondelfen geworden und wenn man ihm die Chance gab, wer wusste ob er nicht auch noch freiwillig der Freund Kelseys wurde. Jener, der nun verschüchtert in seinem Bett saß, an der Decke zupfte als wolle er sie schlicht über seinen Kopf ziehen und sich unter ihr verbergen. Welch seltsamer Anblick, überlegte man die Größe dieses Wesens, dass er wohl mehr Kraft als der Barde besaß.
Leicht legte sich der Kopf des Sonnenelfen schief, es war als hätte man ein Kind vor sich und mit Kindern konnte er nun wirklich nicht umgehen. Schon der Umgang mit dem kleinen Halblingsdame war für ihn ungewohnt gewesen, eindeutig anstrengend, auch wenn dieser ihn erfreut hatte. So bewunderte er den Mondelfen, dem dies so leicht fallen zu schien. Ein paar lockende Worte hier, dort die richtigen Gesten und schon entspannte sich Kelsey wieder, wirkte aufgeheitert.
Er ist so anders als mein Vater.
Neid, für einen Moment konnte er das Gefühl des Neides nicht unterdrücken, das tödlich wie ein Schlangengift durch seine Adern kroch. Doch er musste nur an das Halsband denken, an die Geschichten hasuvars und der Neid verflog. Denn zu beneiden waren sie nicht, vielleicht mochten sie sich nun wieder finden, aber die Geschichte beider Personen war voller Schmerz und Entbehrungen. Eines Liedes, einer Ballade eindeutig mehr als würdig.
„Loririon, so nennt man mich.“ Nur selten verzichtete er auf eine lange, traditionelle Vorstellung, aber wie bei der kleinen Tiny konnte auch er Ausnahmen machen und der Tiefling kannte seinen vollen Namen, auch wenn er es in diesem Augenblick vergessen hatte, er würde sich schon wieder daran erinnern, denn jemanden wie den Sonnenelfen vergas man nicht so einfach und er ging davon aus, dass man ihm genug Respekt zollte, dass man sich seinen Namen merkte.
Anscheinend vermochte der Tiefling mit dem förmlichen Umgang, den der Barde nun mal alltäglich pflegte kaum etwas anzufangen. Eine Stirn die sich in Falten legte, ein leicht verwirrter Blick aus schwarzen Augen, zeugten davon und doch nickte der Tiefling schließlich deutete auf sich: „Kelsey.“
Ein leichtes Lächeln, freundlich und dennoch distanziert, so etwas brachte der Sonnenelf zustande, ein leises: „Freut mich dich kennen zulernen Kelsey“ Und dann erst wandte er seinen Blick auf den schlanken Mondelf, der einen Arm in einer beschützenden Geste, um den Tiefling gelegt hatte, der wohl immer noch nicht wusste, wie er mit seinen Neffen umgehen sollte, außer ihn wirklich wie ein Kind zu behandeln und ihn mit Kräften zu verteidigen wie eine Raubkatze ihre Junge verteidigen würde. Dieser Vergleich ließ den Barden leicht Lächeln, denn wirklich schien unter der ruhigen Oberfläche des Mondelfen sich mehr zu verbergen als es den Anschein hatte.
Das Knistern von Magie in diesem Raum, eindeutig nun nicht von den Ringen ausgehend, sondern von dem Mondelfen bestätigte es Loririon und leicht hob sich eine der goldenen Augenbrauen an, das einzige Zeichen, dass er überhaupt mitbekam, dass der Mondelf da etwas an arkanen Macht wirkte.
Will er noch immer abstreiten ein Magier zu sein?
Loririon Drachenatem wäre sogar erleichtert gewesen, wenn Fürst Mondflüstern ein Magier wäre, denn vielleicht würde er ihn dann um den ein oder anderen Zauber bitten können, ein paar Schriftrollen, mit denen er versuchen konnte diesen Ring loszuwerden. Und hatte er nicht eine Schriftrolle in der Hand des Mondelfen gesehen, kurz bevor jener das Halsband des Tieflings entfernt hatte? Kaum glaubte er den Mondelf endlich zu verstehen, da kamen neue Rätsel auf. Zupfende Hände, die sich an der Tunika des Mondelfen zu schaffen machten und es war erstaunlich, Loririon hatte kämpfen müssen, dass der Mondelf seine Nähe duldete, aber Kelsey hatte dies sicher nicht zu tun. Obwohl jener es gewesen war, der Hasuvar schändlich verletzt hatte.
„Ich habe Hunger.“ Es war mehr eine Feststellung als eine Bitte und der Blick war eindeutig erwartungsvoll, ein Blick der Loririon zum Schmunzeln brachte, schon alleine bei dem Gesichtsausdruck des Elfen. Nachgebend und gleichermaßen nachdenkend, kein Wunder wenn man die wenigen Vorräte in diesem Haus bedachte. Und doch erhob sich der Mondelf schließlich um zu nicken, zu antworten: „Ich bringe dir etwas.“

Hasuvar seufzte innerlich, war sein Zauber so gescheitert, hatte er etwas übersehen. Es mochte zwar angenehm sein, Kelsey genauso zu begegnen wie einst. Aber es war nicht richtig. Der Tiefling war erwachsen geworden und kein kleines Kind mehr. Und doch sein ganzes Verhalten, die schüchternen Gesten weckten alte Erinnerungen, schmerzten so bitterlich in seinem Herzen, dass der Mondelf beinahe Tränen vergossen hätte.
Die Worte des Sonnenelfen, der so förmlich, eindeutig höflich und nicht ablehnend mit Kelsey umging lies ihn schmunzeln. Fast als hätte jener keine Erfahrung und würde in sein höfliche Distanz fliehen. Die kleine Ablenkung, nun wo der Tiefling mit dem Barden beschäftigt war und umgekehrt, nutzte er zu einen seiner schon fast natürlichen Gaben. Ein wenig Konzentration und Sicht auf seinen Neffen genügten schon aus. Sicher war da das verräterische Prickeln der Magie, aber wie erwartet reagierte Kelsey auf jenes nicht und sollte der Sonnenelf etwas bemerkt haben, so war er zu höflich um es zu erwähnen.
Hunger, Kelsey hatte Hunger und angestrengt musste Hasuvar nachdenken, ob und wie viel Essen sich überhaupt noch in seinem Haus befand. Ein wenig sicherlich noch, es sollte vorerst reichen und wenn nicht würde er doch noch an diesem tag aus seinem Haus gehen und noch mehr besorgen. Mit einer fließenden Bewegung erhob er sich, bereit das wenige was er besaß zu holen, hatte er die Rechnung ohne Kelsey gemacht, der ebenso dabei war aufzustehen, sich nicht zurück in die Decken drängen ließ.
Eine sanfte Hand auf seiner Schulter, machte ihn noch mehr deutlich wie sinnlos seine Versuche waren, denn auch der Barde schien sich gegen ihn verschworen zu haben und leise Worte drangen an sein Ohr. „lasst ihn, ihr werdet ihn kaum hindern können.“ Sanfter Schalk in den Worten und wie wahr sie nur waren, also gab der Mondelf schließlich nach. Auch wenn er einen Moment noch so verhaarte, die Nähe der beiden Wesen um sich herum genießend. Und bald darauf brachen die drei auf in Richtung der Küche, um das, was Loririon noch übrig gelassen hatte, zu plündern.




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„Willkommen Fremder. Der, der die Weisheit suchet. Sei willkommen, um diese zu erfahren. Doch sei gewarnt. Plünderer. Dieb. Denn nichts als Verderben, erwartet Jene, die da kamen um zu stehlen. Werden sie die Schatten verschlingen, wie sie es einst mit meinem Volke getan haben.“


„Ich hatte nicht vor Etwas zu stehlen.“
Immer wieder klangen diese Worte, durch die finstere Leere, schallte umher, warf sich an unsichtbaren Wänden zurück und erfüllte die Dunkelheit, welche den Halbling umgab. Wie oft nur hatte er diese Worte schon geschrieen, gebeten und doch blieben sie unerhört.
„Ich habe noch nie in meinem Leben gestohlen.“
Nun gut dies war eine Lüge und Rondec hielt inne.
„Ich habe nur gestohlen, wenn ich etwas brauchte.“
Schon wieder die nächste Lüge und es kam ihm vor als würde die Finsternis, welche ihn so umschlang nur noch finsterer werden, als würden die eisigen Temperaturen weiter herabfallen, bis er endlich völlig durchgefroren war, nicht mehr übrig blieb als eine Halblingsskulptur aus Eis. Vielleicht, ja vielleicht sollte er es doch endlich mit der Wahrheit versuchen. Und so fing der Halbling an, von funkelnden Schätzen zu erzählen, wertvollen Broschen, Geschmeide, Gold, Edelsteine, einfach alles was wertvoll war und nach und nach in seinem Besitz gelangt war. Eine ganze Weile hatte er da wohl zu beichten. Er redete und redete bis sein Hals trocken wurde, seine Lippen spröde und er glaubte, dass seien Stimme bestimmt schon nicht mehr war als ein heißeres Krächzen und irgendwann, ja irgendwann da versiegte seine Stimme wieder, waren alle Worte gesprochen, die er hatte sprechen müssen und alle Wahrheiten erzählt.
Scham oder Reue, nein die empfand er kaum. Er heuchelte sie auch nicht vor, denn alleine die Angst vor dem Nichts werden, diese hatte ihn getrieben, seien Taten offen darzulegen. Sicher bereute er einige Dinge, so wie diese tat überhaupt zurück nach Cauldron gekehrt zu sein, doch was hätte er schon machen sollen? Seine Eltern waren ermordet, diese Nachricht war an sein Ohr gedrungen und von seiner Familie war Niemand mehr da außer ihm und Tiny. Kleine, unschuldige Tiny, er hatte sie nicht zurücklassen können. Der Mörder seiner Eltern unbekannt, nie entdeckt, war ihm jetzt noch fremd und wenn er ehrlich war, er würde ihn gehen lassen, wenn er nur endlich aus dieser verfluchten Stadt verschwinden könnte.
Doch Rothillion würde ihn finden, davor fürchtete sich der Halbling, vor der Wut des Magiers, nur wegen ihm hatte er sich der Gilde des letzten Lachers angeschlossen, als Spion der Schattendiebe. Sicher hatte Rondec schon früher zu den Schattendieben gezählt und das mit Stolz, aber die Situation an diesem Ort, in dieser Stadt war im Widerwärtig. Gilde gegen Gilde, das hatten sie schon einmal erlebt und seiner Meinung nach log Rothillion sie alle an, nutzte die Schattengilde nur aus, aber entweder sah es keiner außer ihm, oder sie sahen es, wagten aber nicht das Wort gegen Rothillion zu erheben.
„Ihr könnt mich nicht hier behalten, meine Schwester braucht mich.“
Voller Verzweiflung brüllte er diese Worte in die Leere hinaus, fort in die Dunkelheit, wusste nicht einmal ob sie erhört wurden, oder ob er schon zum Sterben verdammt war, nicht mehr als ein Schatten in der Dunkelheit, vergessen und nie wieder gesehen. Zeit schien keine Bedeutung mehr zu haben, denn wie lange er sich hier schon befand wusste er nicht mehr. Es konnten Minuten sein, aber auch Tage. Doch dann wäre er doch längst schon verhungert? Wenn er überhaupt noch am Leben war.
War so der Tod? Einfach ein schwarzes Vergessen, vor Gericht gestellt in einer schwarzen leere, für alle Taten, die man in Lebenszeit begangen hatte, zur Rechenschaft gezogen, nur um dann in der Dunkelheit dahin zu scheiden? Welch trostloser Gedanke. Das Schweigen, die Stille sie würden ihn noch in den Wahn treiben. Konnte man noch wahnsinnig werden, wenn man schon längst gestorben war? Würde er  vielleicht zu einem dieser ruhelosen Toten werden? Gequält umher geistern bis an in alle Ewigkeit?
„Das habe ich nicht verdient!“
Seine Worte klangen schwach und zittrig in der Dunkelheit und doch ein kleiner Funke Hoffnung war noch in ihm, er konnte nicht tot sein, er konnte es einfach nicht, denn noch fürchtete er sich, noch glaubte er dass er ersticken würde, wenn er aufhörte zu atmen, glaubte seinen Herzschlag zu hören. Und mit einem lauten Zischgeräusch atmete er ein, um danach einfach die Luft anzuhalten. Sekunden vergingen, hörte er seinen Herzschlag immer lauter, spürte das Brennen in seinen Lungen und nach nicht einmal einer Minute hatte er nachzugeben, wieder nach Luft zu schnappen. Er atmete, er lebte soviel war nun für ihn sicher. Er lebte.




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Loririon hatte solange gedrängt, den Mondelf mit eindeutigen Blicken bedacht, ihn strafend angesehen, ihn auf höfliche Art gebeten, bis Fürst Mondflüstern nachgegeben hatte. Wenn auch nur widerwillig. Die Anstrengung der vergangenen Stunden standen deutlich in den wie in Marmor gemeißelten Gesichtszügen. Sicher blieben die Krämpfe aus, die gewohnten Zitteranfälle, aber das Husten war zurück gekommen, ließ ihn sich leicht beugen, erinnerte daran, dass die Heilung nur vorüber gehend war und so war es dem Sonnenelf mehr als wichtig, dass der Fürst wenigstens einige Bissen Brot zu sich nahm, egal wie lange er protestierte, egal wie oft er davon sprach, das sein Magen es nicht vertragen wollte.
In ihrem Umgang miteinander gab es keine vertraute Gesten, keine Berührungen und Zärtlichkeiten, wie der letzte flüchtige Kuss des kleineren Elfen, der die bronzene Haut des Barden gestrichen hatte, sanft wie die Berührung eines Schmetterlingflügels. Einzig ihre Worte blieben offener, sprachen von der Nähe, die sich da zwischen ihnen eingenistet hatte und sicher nicht so einfach verschwinden wollte. Nun saßen sie beide, jeder auf einem der hölzernen Stühle in der Küche, einen Kelch in der Hand, gefüllt mit roten Wein und beobachteten den Tiefling, der sich immer noch nicht verändert hatte, seine neu entdeckte Kindheit dazu ausnutzte um mit dem Kater zu balgen.
„Ich hätte vieles erwartet, doch nicht, dass Cairlyn mit Kelsey spielt,“ mit diesen Worten brach der Mondelf schließlich die recht angenehme Stille zwischen ihnen Beiden, schwenkte den Kelch ein wenig in seiner Hand um dann mit der Flüssigkeit seine Lippen erneut zu benetzen, ein Wenig des Weines kostend. „Er ist das Kind, das ich verlassen habe. Und anscheinend bemerkt es auch der Kater, denn noch Gestern war das Verhalten des Katers voller Misstrauen und Obacht. Wisst ihr Cairlyn hat seine eigene Meinung zu Dingen und seine eigene Intelligenz, nach der ersten Begegnung mit Kelsey hat er immer über mich gewacht und ist zwischen uns, wenn die Dinge nicht gut verliefen.“
Ein leichtes Lächeln huschte über die schmalen Lippen, ließ das harte Gesicht weicher werden und verriet wieder die leichten Falten, die sich schon lange in Hasuvars Gesicht gegraben hatte. Das Alter war unbestreitbar, sicher waren Elfen lange vor diesem gefeit, doch irgendwann holte es auch sie ein. Bei dem Anblick des Mondelfen, war diese Tatsache unbestreitbar. Und erneut fragte sich Loririon wie alt dieser denn nun sein mochte, aber es wäre mehr als gegen jede Etikette genau diese Frage zu stellen, so konzentrierte er sich auf andere Sachen, welche seine Neugierde beschäftigen konnten. „Ihr redet von Cairlyn, als würde sich mehr als ein Bergkater hinter diesem Wesen verbergen, was mich zu zwei Fragen führt, was vermutet ihr und wo habt ihr jenes Tier, denn kennen gelernt.“
„Ah, ihr stellt Fragen junger Freund, auf die es nicht immer antworten gibt. Schaut euch den Kater an und dann behauptet er sei normal.“ Keiner er beiden Elfen konnte behaupten, dass sie in Cairlyn ein einfaches Tier sahen, wobei Loririon den Kater nicht mehr als einen Tag lang kannte. „Doch wisst ihr, ich habe in meiner Weise versucht herauszufinden, ob er magisch ist, oder etwas anderes und nie stellte ich solch etwas heraus, vielleicht ist er ein Tier, ein Vertrauter ein ehemaliger Gefährte eines anderen Elfen, oder Menschen. Und wenn nicht, ich weiß es nicht, es ist seine Sache, er ist bei mir. Also kann ich euch auf die Frage nach dem Was er ist nur eines sagen, ein Freund, ein sehr guter Freund und mehr möchte ich auch nicht wissen.“
Freund. Ein Freund, was war ein Freund, was bedeutete Freundschaft? Konnte man in ihr auch Geheimnisse haben. Manchmal ja, eine Weile, denn manchmal schützten Geheimnisse einen selbst und den Freund ebenso. So konnte der Sonnenelf die Gedanken des Mondelfen wohl verstehen, auch wenn er bezweifelte, ob er diese Gegebenheit zwischen dem Kater und Hasuvar einfach so hinnehmen konnte. In diesem Hause gingen seltsame Geschehnisse vor sich und nur bei wenigen fand er einen Ursprung.
„Die Frage, wo ich ihn kennen gelernt habe, diese möchte ich nicht beantworten, Es ist alleine und meine Angelegenheit, wo ich mich aufhielt, auch hier  kann ich euch also nur eine kleine Antwort geben. Es war nicht ich der den Kater traf, sondern Cairlyn traf mich.“




Die Kälte des Tages traf ihn schneidend. Die Nacht war vergangen wie eine Qual und hatte er gehofft am Tage Wärme zu finden so hatte er sich geirrt. Mit zitternden Knien, keuchendem Atem schleppte er sich dahin. Wohin, das wusste er schon lange nicht mehr. Hatte er kein ziel, keine Hoffnung. Eine blutige Spur folgte ihm im Schnee, dort wo ihn die Kraft verlassen hatte und er auf die Knie gesunken war, waren es nicht nur einzelne Blutstropfen, die den weißen Schnee rot färbten, nein es glich schon fast einer Lache. Kein gutes Zeichen, wirklich nicht. Seid dem gestrigen Tage war er unentwegt gelaufen, hatte seinen Körper angetrieben sich zu bewegen, nie stehen bleiben, denn stehen hieß zu rasten und würde er auch nur einen Moment ruhen, da war er sicher, sie würden sie ihn finden, ihn zurückholen und seine Qual würde von Neuem beginnen.
Sicher hatte er seine Klinge, sein Schwert mit sich genommen, spürte des kalte Last auf seinem Rücken, dort wo es auf die frischen Wunden drückte, aber er war sicher, dass seine Hände nicht mehr genug Kraft besaßen es zu führen. Jahrelang hatte er es nur aus der Ferne gesehen, eine Trophäe war es gewesen, so wie auch er. So nah und doch unerreichbar, jeder zu lange Blick hatte Schmerzen gebracht, jeder Gedanke an Widerstand war noch schlimmer gewesen.
Laufen, einfach nur laufen. Schwankende Schritte die ihn durch den Schnee führten. Er durfte keinen Spuren hinterlassen, doch das Rot im Schnee war leuchtend, so wie die Spuren, die er mit jedem wankenden Schritt hinterließ. Die Lunge brannte, jeder Atemzug peinigend und seid einigen Stunden hatte ein Husten angefangen, erschwerte den Atem zusätzlich. Der dünne Stoff der zerrissenen Kleidung vermochte ihn kaum zu schützen und es war nicht nur, dass man ihn fangen würde, bliebe er stehen, nein er war sicher sofort zu erfrieren, denn jetzt schon fühlte er sich steif und kalt.
Weiße Flocken tanzten vor seinen Augen und hätte er nur einmal zurückgeblickt, so hätte er gesehen, dass der dichte Schneefall seine Spuren verdeckte, das Rot im Schnee verwischte bis nur ein strahlend weiß übrig blieb. Der Schnee der ihn verschlang, war es der seien Spur verbarg, so als wolle er nicht, dass man ihm folgen konnte. Und doch ein stiller Beobachter merkte, dass das Schneetreiben um die magere Gestalt eindeutig weniger war, als das was hinter ihm tobte.
So zogen sich die Stunden dahin, in denen seine Kräfte nachließen, er sich immer wieder erneut krümmte, sein Gang nicht mehr als ein Hinken und das auf die Kniesinken wurde stets häufiger, jedes Aufstehen noch schwerer. Erfrieren, er würde am Ende erfrieren, da war er sich sicher. Noch nie hatte er Schnee als Feind gesehen, doch nun tat er es, war er zu erschöpft um zu bemerken, welchen Dienst ihm dieser erwies. Erneut fiel er auf seine Knie, versuchte sich zu erheben, doch bald schon waren lange Herzschläge vergangen und keine Regung war durch seinen steifen Körper gegangen.
Wieso sollte er auch noch aufstehen, war es nicht genug entkommen zu sein? Jetzt endlich wo er allein war, so einsam wie er sich ersehnt hatte, da konnte er tun und lassen was er wollte. Er musste nicht mehr aufstehen, keiner verlangte es von ihm, keiner würde es je wieder verlangen und fast wäre ihm der Atem gestockt. Es war alles wieder seine Entscheidung, seine Meinung die seine Schritte lenkte und gequält schloss er die Augen. Was wollte er? Er hatte fliehen wollen, nichts anderes hatte seinen Verstand in diesem Moment beherrscht. Doch nun? Jetzt wo er endlich frei war?
Fast hätte er aufgeschluchzt, versucht sich auf seine Füße zu kämpfen und umzudrehen. Welchen Sinn machte seine sinnlose Flucht. Es gab keinen Ort an den er wollte. Kein Ziel. Zuhause? Was war ein zuhause? Und langsam ließ er sich völlig in den Schnee sinken, vergas die Kälte, welche ihn noch so gequält hatte. Schlafen, süßes Vergessen in der Kälte, die Augen geschlossen und nie wieder geöffnet. Ja dies war es, welches er sich wünschte. Und so ignorierte er den Schnee, die Kälte, bemerkte nicht den Wind, der spielerisch an den nassen schwarzblauen Haaren zupfte, die feuchten Strähnen noch mehr verwirrte. Hörte er das Lied des Windes nicht, welches um ihn Erklang.

Einsam,

wünschst du schon lange keine Zuwendung, keine Zuneigung.

Worte so fremd, wie nie gekannt.

Willst nur eines sein.

Einsam.

Sag mir, wer bist du?

Warum bist du allein?

Was fürchtest du?

Kannst du so sein?

Kennst du Glück?

Was hast du erlebt, dass du allein sein willst?

Was hat man dir getan?

Was hat dich so zerbrochen?

Einsam.

Ist es das?

Ist es das was du wünschst?

Einsam.

Wer einsam vergeht, wird einsam sein.

Bis in alle Ewigkeit.



Eine Erlösung, nie wieder kämpfen zu müssen, sich fallen zu lassen. Der kleine Funke, der sich da in ihm regte, den bemerkte er nicht, den kleinen Widerwillen. Zu groß der Schmerz, zu groß die Pein, das Unverständnis darüber, dass er nun aufgab, wo er doch fast am Ziel angekommen war. Vergessen alle Versprechen, alle Schwüre, die ihm am leben erhalten hatten. Und doch Etwas wollte Leben, wollte dass der Mondelf lebte. Vielleicht mochte er es nicht merken, aber vielleicht mochte es weiter um ihn herum schneien, die Welt unter dem deckenden Weiß versinken, bis allein jene Stelle an der sein Körper ruhte, an der der Schnee anfing unter dem schmalen Körper zu schmelzen. Er würde sterben, zweifellos, selbst wenn der Schnee dort verschwand, wenn er einfach liegen bleiben würde, so würde er sterben.
Und doch hob er irgendwann mühsam den Kopf an, als der Schnee knirschte, unter leichtfüßigen Schritten nachgab. Hatten sie ihn gefunden? Und mit diesem Gedanken verschwand seine Aufgabe, sein Wunsch nach sterben. Nicht so enden. Nicht so wie er es all die Jahre angedroht bekommen hatte. Wo die Kraft herkam, er wusste es nicht, aber stemmte er sich auf, stolperte hin bis zur nächsten Schneewehe, über die er stolperte, unsanft lang ausgestreckt auf den Boden fiel. Eine Faust fluchend in den pulvrigen Untergrund schlagend.
Sie bekommen mich nicht.

Und doch konnte er nicht schnell genug aufstehen, stockte sein Herz, als er das Knirschen dicht neben sich vernahm und ängstlich drückte er das kühle Gesicht in den Schnee hinein, als könne er sich so verbergen. Er wollte nicht Aufsehen, sich schlicht verbergen. Und doch geschah Nichts, bis auf einmal ein leises Brummen an seine Ohren drang, etwas warmes sich leicht an seiner Seite rieb.
Tastende, zitternde Finger, die sich durch Schnee wagten, die bald gegen etwas anderes stießen und warmes Fell erkundeten. Verlockend und bald hatte sich die weißliche Hand, mit dem bläulichen Schimmer in dem Fell vergraben und auf ein stoßen in seine Seite drehte sich der Mondelf ein Stück, ließ es zu dass sich ein warmer Körper an den seinen schmiegte, in die Wärme spendete, die er so dringend brauchte.
Und als er die türkisfarbenen Augen schließlich öffnete, da blickten ihn schalkhaft glitzernde Augen an. Stechendes Grün, so faszinierend, dass er glaubte darin zu versinken und sie sollten einen Halt bilden, die noch lange dieser waren. Es schien als würde der Kater sich amüsieren, leicht den Kopf schief legen, ihn fragen wollen ob er nicht endlich hinaus aus dem Schnee wollte und ein heißeres Krächzen entwich der geschunden Kehle Hasuvars, als er sich doch wieder auf seine Beine kämpfte. „Nach Hause, bring mich nach Hause.“
Und so sollte es geschehen, führte ihn der Bergkater, dem er später den Namen Cairlyn gab, hinaus aus dem Schnee, hinaus aus der Wildnis, bis hin nach Cauldron.


Fast so als hätte der Kater, Hasuvars Gedanken bemerkt, die verschwommenen Erinnerungen an Einst, hob er kurz den Kopf. Doch der Schein verflog und bald wieder balgte Cairlyn über den Boden, rollte wie ein Knäuel mit dem jungen Tiefling über den Boden, wehrte sich mit den Pranken rudernd, wenn auch nur spielerisch gegen die Knuffe, das sachte Zupfen an seinem Fell.
Bei solch einem Anblick musste sogar der Sonnenelf leise lachen und vergas den Mondelf zu betrachten, dessen nachdenkliche Gesichtszüge zu studieren. Fragen über Fragen und so wenige Antworten, die Rätsel die dicht waren, dichter als der Nebel um Cauldron. „Nun gut der Kater fand euch und ich mag schätzen, es ist eine gute Sache. Denn ein Freund ist er.“ Freunde hatten hin und wieder Geheimnisse, selbst die, die man liebte. Daran erinnerte sich Loririon Drachenatem zu gut und kurz legte sich seine Stirn in Falten, als er Blick des Katers in streift. So stechend grüne Augen, so grün wie der Wald. Wo hatte er sie nur schon gesehen? Wieso glaubte er sie zu kennen? Bisher hatte sich der Barde damit gerühmt, nie etwas vergessen zu haben und doch hatte er nun das Gefühl genau dies getan zu haben, noch dazu, dass das Vergessene etwas von großer Bedeutung war, aber egal wie sehr er versuchte sich zu erinnern, er kam einfach nicht darauf.
Gedankenverloren schwenkte er den Kelch, nippte ein wenig an dem Wein und seufzte schließlich. „Nun Hasuvar, bisher muss ich sagen, ich verstehe einiges und noch mehr aber weiß ich nicht. Alles in allem führt mich dies aber zu einer Frage was habt ihr nun vor. Was wird aus euch und aus Kelsey.“ Ja und was wurde aus ihm? Jemand da draußen wollte seinen Kopf, hatte eine ganze Gilde auf ihn gehetzt, dies sollte er auch nicht vergessen.
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