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Quifanu Dunkles Herz

GeschichteDrama / P16 Slash
05.09.2006
14.10.2009
36
192.727
 
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Er war nicht gleich dem davon eilenden Mondelfen gefolgt, nein viel mehr gab der Sonnenelfen jenen schwachen Gelüsten nach, die ihn trieben, sich immer wieder bei ihm meldeten und schon bald hatte er den Raum erreicht, der wohl einst die Küche des Hauses war. Nun irgendwie konnte sich Loririon, diesen Mondelfen Hasuvar nicht hinter einem Herd, einer Feuerstelle oder anderem, dabei ein Mahl zu zubereiten, vorstellen. Und so war er nicht verwundert, dass er diese Küche wohl eher als eine Art Lagerraum betrachten konnte. Getrocknetes sowie frisches Obst, ein wenig Brot bildeten ein karges Mahl, doch für den Hunger zu stillen, sollte es genügen und während er abwesend an einem Stück Apfel knabberte, lies er erneut seine Gedanken wandern.
Kein Wunder, dass der Mondelf so schmal war. Mehr als diesen Korb, aus denen er die Nahrungsmittel genommen hatte, gab es kaum. Sicher hier und dort standen größere Behälter, in denen sich Flüssigkeit aufbewahren lies und schnell hatte er den großen Vorrat an Wein aufgestöbert, aber gesund konnte dies doch nicht sein. Und noch dazu war der Barde der Meinung, dass es eindeutig bessere Speisen gab. Er konnte ja nicht wissen, dass wenn der Mondelf wirklich seinem Hunger nachging, er die Küche des Waisenhauses aufsuchte.




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Jener warmer Ort an dem immer Tag für Tag, das Geschirr klapperte, ein Feuer brannte und der Geruch von frischem Essen die Luft erfüllte. Das Reich von Leanora der mittlerweile schon fast rustikalen Köchin. Immer noch mit festen Griff regierte diese Frau förmlich die einfache Küche des Waisenhauses. Jahre schon, war sie eine der Wenigen, die noch den Fürsten Mondflüstern völlig anders in Erinnerung hatten. So wie er einst gewesen war, noch bevor er damals verschwunden war.  Sie selbst noch ein junges Ding, als er ihr einst eine Stelle in dieser Küche gab und nie hatte sie diese aufgegeben.
Auch an diesem späten Nachmittag war sie dabei, die Jungen und Mädchen, die ihr bei ihrer täglichen Arbeit halfen, mit fleißiger Hand umher zu scheuchen. Denn alles sollte seinen richtigen Weg haben. So vieles verlor in Cauldron seine Gewohnheit, lief aus den Rudern, doch solange Leanora am Werke war, würde ihre Küche bestehen. Wobei dies war in Wahrheit nicht wirklich so, denn dies war schon längst nicht mehr ihre Küche, nicht jene in der sie ihre Arbeit begonnen hatte. Konnte sich die Frau doch noch zu gut an jenen verhängnisvollen Abend erinnern.

Nach dem der Elf die Stadt verlassen hatte, war alles aus dem üblichen Gang geraten. Nicht nur, dass ihr die Nähe, die leitende Hand Hasuvars fehlte und nicht nur ihr, sondern auch dem damaligen angestellten Hauslehrer, nein die Schatten über der Stadt schienen sich zu senken, so wie unheilvolle Boten, die darauf lauerten ihre schreckliche Nachricht in die Herzen der Menschen zu verbreiten.
Wieder waren an diesem Abend die Teller abgeräumt worden, so wie jeden Abend und wie an jeden Abend hatte sie die Kinder beobachtet, genau Acht gegeben, dass ihre Schützlinge genügend zu sich nahmen, nur gesundes verspeisten. Und doch war es wie schon seid langen Wochen, das einer der Teller fast unberührt blieb. Das Kind, welches jenen hätte leeren sollen, verweilte schon längst nicht mehr an dem großen Tisch, wo noch viele der Kleinen saßen, sich den fröhlichen spielen ihrer unbeschwerten Zeit hingaben. Nein viel mehr saß jenes schwarzblauhaarige Wesen, wie an jedem Abend auf dem schmalen Fenstersims, den Blick nach draußen gerichtet, dort wo dichte Nebelschwaden umher zogen, es unmöglich machten mehr als die Dunkelheit der Nacht zu erkennen. Es war schon spät gewesen und für die Jüngsten eindeutig schon längst die Zeit das Bett aufzusuchen und doch hatten sie den Tiefling noch nicht mit ins Bett geschickt.
´Er entgleitet uns, jeden Tag ein wenig mehr.` Etwas anderes hatte Leanora nicht denken können. Und ein eiskalter Schauer war ihr über den Rücken gefahren, als sie schließlich Kelsey zu sich gerufen hatte. Dieser leere Blick, der hoffnungslose Ausdruck auf dem jungen Kindergesicht, war es gewesen, der dafür gesorgt hatte. Diese Lippen, die stumm irgendwelche Worte geformt hatten und später würde die Köchin schwören, der Junge hatte das Ende, welches sein Aufenthalt unter ihnen beschrieb, geahnt, genau gewusst was geschehen würde.

Fast wäre Leanora einer der Teller aus der Hand gerutscht, wurden ihre Gedankengänge doch je unterbrochen, als ein kleiner Wirbelwind an ihr vorbei stürmte. Helles Kinderlachen, völlig fehl, wenn man ihre düsteren Gedanken bedachte. Und doch konnte sie nicht anders als den kleinen Sonnenschein ein Lächeln zu schenken, während das Halblingsmädchen immer noch quer durch die Küche rannte, sich einen der Kekse griff, um dann auch schon auf dem Absatz kehrt zu machen, mit seiner beute bereit zur Flucht.
„Tiny Hüpfling, was hast du da vor?“ Leanora war hin und wieder die Stimme eines Hauptmannes  gegeben, auf jeden Fall schworen all die Kinder, welche von dieser Frau schon getadelt worden waren, darauf. Doch dem Wirbelwind namens Tiny, konnte auch diese Stimme nichts anhaben. Viel mehr blieb das Mädchen zwar stehen, um sich umzudrehen, doch die Freude funkelte immer noch in ihren Augen und der Keks war schon längst in ihrem Mund, nur noch ein Stück Teig, hauptsächlich bestehend aus Krümeln, die um die Mundwinkel verteilt waren. „Tiny Hunger!“ erklärte die Kleine mit solch einer Stimme, getränkt von Selbstverständnis, dass die Köchin gar nicht anders konnte, als die Kleine fortzuschicken, sonst wäre sie wohl in Lachen ausgebrochen und das ihr, wo sie doch so eisern ihre Herrschaft an diesem Ort verteidigte.
Doch kaum war der kleine Sonnenschein verschwunden, da übernahmen wieder Regenwolken die Herrschaft über diesen Ort, es benötigte nur einen Blick auf den frisch gefüllten Korb, voller Köstlichkeiten und doch würden sie wohl heute unberührt bleiben, außer sie würde diese unter den Kindern verteilen, denn wieder war eine der wenigen Angewohnheiten gebrochen worden und der Mondelf war nicht zu seinem Mahl erschienen, nun vielleicht würde er noch an diesem Abend sich zu ihnen gesellen, doch irgendwie hegte Leanora da ihre Zweifel.

„Er wird heute nicht mehr kommen. Oh Leanora, so leid es mir tut, er wurde schon beim Fürsten entschuldigt und hat sich kein einzig Mal an diesem Tag aus seinem Haus gewagt. Es muss seine Krankheit sein die ihm zusetzt.“ Erschrocken fuhr die Köchin zusammen, krallte die Hände in die einfache Schürze um dann in das Gesicht von Selene zu blicken. Wie und warum die Tyrpriesterin sich hier befand, das wusste sie nicht und ihr gefiel dieser hilflose Ton in der Stimme nicht. Vor ihr stand schließlich eine angehende Priesterin und kein jammerndes Weib.
„Und warum, bei Tyr Mädchen, bist du dann nicht bei dem Fürsten.“ Priesterin hin oder her, Leanora war dabei gewesen, als Selene aufwuchs und für sie würde wohl jene junge Frau noch lange Zeit ein junges Ding bleiben, vor allem wenn sie sich so benahm. Selbst nun sprach ihre Haltung mehr von einem schmollenden Mädchen, als dass sie die Ehrfurcht gebot die man von einer Priesterin zu erwarten hat.
„Weil es besser für ihn ist, wenn er die heutigen Geschehnisse und Beschlüsse des Fürsten nicht erfährt.“ Ja Selene hatte lang überlegt, ob sie Hasuvar aufsuchen sollte. Sie wäre es ihm schuldig, so wie sie ihm schuldig war es wenigstens zu versuchen, seinem Leid Milderung zu bringen. Doch wie sollte sie helfen, wenn Abysitor so oft schon an dieser Aufgabe gescheitert war? Vielleicht gab es wirklich keine Heilung für den Mondelfen und es wäre besser ihn zufrieden zu lassen. Ihr Bild, welches sie als Kind immer von dem Elfen gehabt hatte, war schon längst zerstört worden.

Spätestens an jenem Tag, als es der Hauptmann Acharn Zephyr gewesen war, der einen fremden Eindringling in die Stadt gezerrt hatte. Ein Fremder, der sich an den Grenzen der Stadt geweigert hatte, seinen Namen und seine Herkunft preiszugeben, sich so lange geweigert hatte bis dieses Aufeinandertreffen eskaliert war und es mit einem Pfeil im Brustkorb des schmalen Elfen geendet hatte. Genau an jenem Tag, waren sie und Abysitor es gewesen, die den Elfen erkannt hatten, auch wenn Selene Lishta sich insgeheim wünschte es wäre nie geschehen. Denn dies war nicht ihr Held, ihr Ziehvater den sie in Erinnerung hatte. Die junge Priesterin war eine der wenigen, die um den wirklichen zustand des Mondelfen wusste, die die Narben gesehen hatte und auch wusste, dass jener den Kampf um seine Heilung schon längst aufgegeben hatte. Und alles nur weil Kelsey nicht mehr da war? Waren sie denn nicht genug, waren sie nicht auch seine Familie? Wäre Selene nicht zu verbittert, hätte sie ihren eigenen Neid auf den Tiefling erkannt.

„Beschlüsse? Welche Beschlüsse, er ist immerhin Abysitors Stellvertreter, was ist es, das du vor ihm verheimlichen willst?“ Leanora wusste nichts von den düsteren Gedanken der Priesterin und an sich konnte sie auch verstehen, wenn Selene den Fürsten schonen wollte, doch zweifelte sie daran, dass es das richtige war. Keiner außer ihr wusste wie lange Abysitor gezögert hatte, wie oft er bei ihr, einer einfachen Köchin Rat gesucht hatte, bis er diesen Schritt gewagt hatte, den Mondelfen zu seinem Stellvertreter zu ernennen. Wenn sie ihn jetzt alle noch in weiche Tücher packen würden, wie sollte der Elf je wieder härter werden, seine Stärke zurück erlangen? Denn diese war es, die man so an ihm vermisste.
„Es ist nichts Wichtiges.“ Ja wenn sie es nur oft genug aussprach, dann würde Selene es vielleicht irgendwann selbst glauben können. Denn sie kannte diesen Beschluss, wusste dass nun offiziell nach einem Tiefling gesucht wurde. Lebend oder Tod war der Beschluss und Acharn Zephyrs Entschlossenheit war eindeutig. Also doch ein Tiefling, ihr Tiefling? Nein Kelsey war gestorben, sie hatte es doch mit eigenen Augen gesehen und sie durfte nicht blind für die Gerechtigkeit sein, nicht so blind wie es Hasuvar war. Kelsey war nicht mehr als ein Schatten, eine schmerzvolle Erinnerung und dank der Gespräche mit dem verschwundenen Sonnenelfen viel zu nahe, musste sie doch ihre Distanz wieder finden.
„Leanora ich beschwöre dich, gib Hasuvar diesen Tag Ruhe, wenn es Morgen immer noch so schlecht um ihn steht, dass er nicht aus seinem haus kommt, so werde ich nach ihm sehen, doch vielleicht waren die letzten Tage einfach zu viel für ihn gewesen.“ Und Selene konnte nicht anders als Tyr zu danken, als die Köchin endlich nachgab, den Blick dorthin richtete, wo ein gefüllter Korb wohl bis zum nächsten tage zu warten hatte.




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Sich räkelnd, wie einer seiner entfernten Verwandten, die man gebräuchlich Hauskatze nannte, beim Sonnenbaden, streckte sich der Kater auf dem alten Sessel mitten in Hasuvars kleinem Labor. Lies sich dieses Tier auch nicht von dem Gemurmel, den Klappern von Glas stören und warf nur träge wirkend ein Auge auf den schlanken Mondelf, beobachtete ihn mit zuckenden Ohren, während dieser eine der Phiolen gegen das Licht hielt, diese drehte, auf dass der rötliche Inhalt von den Sonnenstrahlen durchbrochen wurde, rote Lichtpunkte an der hinter liegenden Wand entstanden und schließlich in verworren Mustern tanzten. Selbst das weiße Gesicht des Mondelfen erleuchtete rötlich, sah so fast so rosig wie ein menschliches Gesicht aus.
Erst als die schlanken Finger die Phiole wieder auf den Tisch sinken ließen, löste Cairlyn den trägen Blick, gähnte ausgiebig, um sich erneut zu strecken, seine Muskeln erhaben spielen zu lassen. Der Kater saß aufrecht auf dem Sessel, der sonst seinen Körper nicht hätte beherbergen können, sicher lagen auf dem Boden vor dem Kamin einige Felle, sahen bequem aus, was sie auch waren, doch dort hatte sich der Kater von sich aus noch nie niedergelassen. Allein wenn der Mondelf diesen Platz aufsuchte, um sich in der Nähe des Feuers zu wärmen, seinen müden Leib ein wenig Ruhe zu gönnen, dann hatte auch Cairlyn sich herabgelassen, sich dort niederzulegen, jedes Mal aufs Neue dicht an den Mondelfen geschmiegt, schnurrend vor Genuss, wenn zitternde Hände sein Fell gekrault hatten, bis Hasuvar schließlich in einen unruhigen Schlaf gefallen war, über den der Kater wachte.
Die Sonne, deren Schein sich schon anfing zu senken, schließlich war ihr Zenit längst vorüber, ließ das Fell des Katers noch heller erscheinen, als es eigentlich war und jedes Mal bewegte er nur ein wenig den Kopf, da leuchtenden die tiefgrünen Augen auf, vermittelten noch mehr den Eindruck von Intelligenz. Und wirklich, unter dem trägen Verhalten, der sonnenbadenden Katze, lag etwas Lauerndes verborgen und jeder Handgriff des Mondelfen fand Beachtung. Klirrendes Glas sorgte für angelegte Ohren und wüsste man es nicht besser, so hätte man meinen können, der Kater schaue besorgt, als wüsste er, dass Fürst Mondflüstern wirklich alles andere als ein Magier oder ein Alchemist war. Sicher mochte der Mondelf über Magie verfügen, doch sie war anders zu beschreiben, zwar dem Arkanen Entsprungen, aber nicht die Art wie sie Magier oder Hexenmeister zu Nutzen pflegten.
Raschelndes Pergament sorgte für einen zuckenden Katerschwanz, der unruhig hin und her peitschte, während Cairlyn sonst still dasaß sich wieder zu einem, seiner Gähnen herabließ und kurz die mandelförmigen Augen schloss. Man könnte fast meinen, er seihe zwar besorgt, aber dass ihn das Beobachten langweile, dass er schon zu lange vor seiner Beute lauerte, ohne dass sie ihm den Spaß, die Abwechslung einer Jagd vergönnte. Leises Kratzen, als der Federkiel, getränkt in Drachenblut über das Pergament strich, sich magisches Leuchten um den Fürsten legte und das Pergament erstrahlt und wieder blieb der Kater unbeeindruckt, er würde bemerken, wenn etwas schief gehen sollte.
Erst als sich die schmale Hand, nach ihm einer Ewigkeit vorkommenden Zeit senkte, die weiße Schreibfeder auf den von Blutbefleckten Tisch sinken lies, sah sich der Bergkater der Aufgabe entgegen, sich doch zu erheben. Ausgiebig seine Muskeln streckend, das Fell probeweise sträubend machte er sich daran auf leisen Pfoten hin zu dem Tisch zu laufen, das Holz jenes mit seinem Fell streichend. Ein Schnurren, glich er schon wieder einer einfachen Hauskatze in seinem verhalten, auch wenn eine solche nie an die tödliche Eleganz gelangt wäre, die Cairlyn an den Tag brachte. Mächtige Kiefer die sich öffneten, einen kleinen silbernen Gegenstand umschlossen, bevor der Kater seinen Weg fortsetzte mit einem tiefen Brummen die Aufmerksamkeit des Fürsten forderte.

Seine Augen brannten, genauso wie sein Kopf schmerzte unter der Anstrengung, die er nun endlich als beendet ansah. Das wertvolle Pergament, das nicht einfach aus einfachem Papier bestand, sondern aus vielen der Substanzen, die er zusammengeklaut hatte, beschrieben mit Drachenblut ruhte vor ihm auf dem schweren Holztisch und kurz fragte er sich, wie er noch vor einigen Stunden hatte glauben können, er sei in der Lage solch ein Kunstwerk mit seinen damals noch zittrigen Händen zu vollbringen.
Es hatte sein ganzes künstlerisches Geschick gebraucht, die entsprechenden Runen auf das Papier zu malen, sie nicht nur einfach dahin zu malen, sondern ihnen jene Magie anhaften zu lassen, die sie benötigten. Und doch war er sich immer noch nicht sicher ob es genüge war. Ob seine Macht ausreichte, er war sich nun Eindeutig sicher, alles gegeben zu haben was er konnte und sein Entschluss brannte hell wie eine Flamme in seinem Geist, hatte ihn angetrieben, noch dazu durchströmte fremde Energie seine Adern, ausgehend vom Amulette des Drachen. Und doch etwas schien zu fehlen, vernahm er wieder dieses kleine Wispern, welches ihn überhaupt erst angetrieben hatte, jene Schriftrolle anzufertigen. Sicher bei seinem kleinen Ausflug, in die Tiefen Tays, hatte er den ein oder anderen Einblick in die Magie werfen können, die man dort anwandte, hatte einen Eindruck von dem was er nun benötigte gewonnen.
Er wusste nicht wer Kelsey dieses Halsband verpasst hatte, der Tiefling hatte bisher beharrlich über dieses Thema geschwiegen und es wäre Hasuvar ein wenig zu eindeutig, dass hier in Cauldron sich irgendwo ein Taymagier verbarg. Nein bis hierher konnten sie ihm doch wirklich nicht gefolgt sein, hatte er alles ihm Mögliche getan um seine Schritte zu verbergen. Und wirklich, Hasuvars Wissen nach deuteten die Zeichen auf einen anderen als Täter. Rothillion. Schließlich hatte der Magier ihn verraten, hatte der Magier dafür gesorgt, dass er verschwand, seinen Peinigern aus dem Hochwald in die Hände fiel. Es musste Rothillion sein, der hinter all diesem steckte, kein Anderer und dafür würde sich Fürst Mondflüstern, oder eher der Nachtfalke, bitter rächen.
Aber all dies musste warten, wie lehrte es Labelas? Der Fluss der Zeit war unaufhaltsam, aber Labelas Segen schenkte Corellons Kindern ein langes Leben. Ja wirklich Hasuvars Leben war lang gewesen, länger als es für einen Mondelfen üblich war. Bewahre die Lehren der Vergangenheit und schreibe sie nieder, und ziehe neue Lehren aus aktuellen Ereignissen. Auch daran hatte sich der Mondelf immer gehalten, hier in seinen Labor, verstreut in all den Pergamenten, waren all die wichtigen und sogar unwichtigen Ereignisse seines Lebens festgehalten, die Lehren und das Wissen welches er erfahren hatte. Seine Bücher die er führte, hatte er nie entfernen können, wie all die anderen Dinge aus seiner Vergangenheit, seine Bilder, die ebenfalls seinem Wissen entsprangen bewahrte er ebenso. Wie Jedem Sonnenaufgang ging ein Sonnenuntergang voraus. Wie hatte er dies nur vergessen können? Er hatte den Sonnenuntergang erlebt und doch vergessen, dass auch seine Sonne, egal wie alt sie war, wie schwach, sich ein weiteres mal über das finstere Firmament schieben würde. Wie passend, dass ein Sonnenelf ihn daran erinnert hatte.
Doch wo hatten seine wirren Gedanken nun den Anfang gefunden, ja genau bei den Magiern aus Tay. Nein Hasuvar glaubte nicht daran, dass sie hier in dieser Stadt hausten. Es gab keine Anzeichen für sie und was sollten schon die roten Magier an solch einem Ort wollen? Ein paar Edelsteine? Lächerlich. Doch in seinen Kämpfen gegen einen gewissen Taymagier, hatte er vieles über sie erfahren, ihre Art, ihre Magie und leider auch über die Haltung der Sklaven, nicht umsonst war er in eines der höchsten Anwesen in Tay eingedrungen, um seine Schwester zu befreien. Und nun glaubte er dieses Wissen nutzen zu können, allein um Kelsey zu helfen, denn es mochte im Prinzip einfach sein was er zu tun hatte, die Durchführung selbst aber, war doch kompliziert und so verworren wie seine eigenen Gedanken.

Noch bevor sie chaotischer werden konnten, in dem er sich Gedanken darüber machte, was Rothillion eigentlich erreichen wollte, holte in lautes Brummen zurück in diese Welt, forderte die Bergkatze so seine Aufmerksamkeit und langsam senkte sich der Blick des Mondelfen herab, trafen die stechend grünen Augen auf die türkisfarbenen des Mondelfen. Es schien ihm als wolle der Kater ihm etwas mitteilen, doch die Nachricht blieb für ihn einfach verborgen, konnte er die Gedanken des Katers nicht lesen. Und schon wollte er seinen Blick wieder lösen, sich weiter Gedanken über sein Handeln machen, als der Kater sein Maul öffnete und ein silbern blinkender Gegenstand auf dem Boden fiel.
Geschmeidig, jetzt wo ihn die Steife seines Knies nicht mehr behindern konnte, lies sich der Mondelf genau auf jene sinken, streckte die schlanken Finger nach dem Gegenstand aus, der sich kurz darauf als sein Ring, sein Siegelring, entpuppte. War er immer noch so, wie in dem Moment als er ihn auf dem Tisch abgelegt hatte und der Mondelf schallte sich einen Narren, denn wenn der Sonnenelf jenen gesehen hätte, so wüsste er nun wen er wirklich vor sich hatte und dies war das Letzte was der angebliche Fürst Hasuvar Mondflüstern nun gebrauchen konnte. „Danke Cairlyn, ich war unachtsam.“
Doch diese Worte waren nicht genüge, stieß der schwere Kopf der Katze gegen seine Seite, brachte ihn fast aus dem Gleichgewicht und es wirkte so, als ob der Kater mit seinen Augen rollte, Verständnis für etwas erwartete, das der Mondelf einfach nicht begriff. Der muskelbepackte Hals streckte sich und kurz darauf schnupperte die feuchte Nase an dem Pergament, nur auf dass der Kater kurz darauf niesen musste, seinen Kopf schüttelte.
Etwas fehlt.
Immer und immer wieder ging dies Hasuvar durch den Kopf. Dieser Gedanke, dieses Gefühl, noch stärker als zuvor. Noch vor einem Herzschlag hatte er es ignorieren wollen und nun war dieses Wissen nur noch stärker, lies ihn nicht zur Ruhe kommen.
Du hast es hier mit mächtiger Magie zu tun.
Oh sicher, er wusste es. Warum? Nun zum einem war die Magie um Kelsey einfach greifbar, er hatte für so etwas noch nie Beschreibungen und Worte gehabt, doch sein Gefühl sagte ihm wie mächtig sie sein musste und zum anderen wenn es wirklich Rothillion war, der hier mit im Spiel war, dann wusste Hasuvar mit welchen Mächten sich der Magier verbündet hatte, der Mondelf selbst war diesen Mächten ausgeliefert gewesen und nur das Glück hatte ihn befreit.
Vergesse Rothillion. Der Ring.
Das Wispern in Hasuvar wurde dringlicher, so als würde eine Stimme in ihm am Liebsten schreien, war nur so leise flüsternd, um den Mondelf nicht zu erschrecken. Und einige Momente fragte er sich erneut, ob es wirklich seine Gedanken waren, die er da vernahm. Doch welche sollten es sonst sein?  Nein er wurde wirklich alt, alt und zu nachdenklich. Aber eines war richtig, der Ring, sein Siegelring und ruckartig richtete er sich auf, die Hand fest um den Ring geschlossen. Es war nicht nur die Macht seiner Familie, die alte Magie die ihn zu jedem seiner Familienmitglieder führen konnte, sobald sie in Gefahr waren, es lagen noch viele weitere Mächte in diesem einfachen Ring verborgen.
Schließlich richtete sich der alte Mondelf wieder auf, aufmerksam auf das Pergament blickend, noch schimmerte die rote Tinte, noch war sie nicht getrocknet. Wie oft hatte er einst seinen Vater dabei zu gesehen, wie er die Macht des Ringes nutzt, er hatte es noch nie getan, außer zum aufspüren von Amberle. War es ihm nie richtig vorgekommen, schließlich war ihm dieser Ring nicht gereicht worden, nein er hatte ihn von den kalten, toten Fingers seines Vaters gezogen. Nicht geraubt, aber dennoch kam es ihn nicht richtig vor, den Ring zu mehr als zum Schutze seiner Familie zu nutzen. Er hätte ihn nicht einmal an sich genommen, wenn ihn Amberle ihn nicht dazu gedrängt hätte, diesen Ring an sich zu nehmen, wenn der Ring ihn nicht selbst gerufen hätte.
„Blut meines Blutes erflehe ich zu schützen.“ Leise raunende Worte während sich Fürst Mondflüstern mit einer Hand auf dem schwere Holz des Tisches abstützte. „Bei meinen Namen, beim Schwur meiner Familie. In Ehre, in Schuld und in Loyalität zu allen denen die wir zurückließen. Beim Licht des Mondes, beim hellen silbernen Glanz habe ich geschworen. Leben für Leben. So schenke mir deine Gunst.“
Labelas Enoreth. Corellon Larethian. Steht mir bei, schenkt mir eure Gunst, nur dieses Mal.
Fast wäre der Mondelf gestürzt, wieder auf seine Knie gesunken, doch seien Hand klammerte sich fest um das Holz, während die Bergkatze sich gegen seine Beine stemmt, ihm zusätzlich Kraft spendete. Es war nicht so, dass ihm das leben geraubt wurde, die Nutzung des Ringes , ihn anstrengte. Nein was ihm wirklich den Halt raubte, war jene kleine Tatsache, dass es ihm gewehrt wurde, das er das Prickeln der Magie spürte, dass er akzeptiert wurde und silberner Staub rieselte vom erhobenen Ring herab, vermischte sich mit dem feuchten Drachenblut.




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Düsteres Gewässer, welches seine Unruhen in kleinen Wellen, die stetig an dem kargen, steinigen Ufer spielten, zeigte. Kaum mehr gab es hier, als jenes düstere Gewässer, kein Geräusch, außer dem leisen Murmel des Wassers, das Tropfen der feuchten Steine. Kein Licht, außer das schwach leuchten des unheimlich wirkenden Mooses, welches schon seid Jahrhunderten an diesem Ort wuchs, dort Licht verbreitete, wo eigentlich Finsternis herrschen sollte. Auch nun war der Schimmer des Mooses, der diesen Ort erfüllte, die gewaltige Höhle dennoch nicht wirklich erhellen konnte, war er gerade stark genug, um die dunklen schleimigen Pfützen, die wie Wolken über das Seegewässer zogen, zu offenbaren. Schleim, der in tiefen Schlieren sich über das Wasser zog, selbst vor dem Fels nicht halt machte und auch hier, auf dem roten Fels des Ufers befand sich überall der grünliche Schleim, nur hin und wieder von einigen roten tropfen verfärbt. Blut, welches aufgrund des besonderen Schleimes nicht härtete, immer noch die helle Rote Farbe hatte, wie in dem Moment als es aus geschlagenen Wunden hervorgetreten war.
Und mitten aus diesem Gemisch aus Lebenssäften, die in der Zeit vor sich dahin moderten lag jene gewaltige Gestalt eines erschlagenen Wesens. Aufgeschlitzt, Teile des Panzers, der Knochenwulsten angebrannt, leblose Tentakeln über dem Fels ausgebreitet, während er massige, lange Leib der Amphibie halb im seichten Gewässer, halb auf dem harten Gestein ruhte.
Rothillion konnte nicht anders als leise zu fluchen, bei diesem Anblick, waren es seine Schritte, seine Stimme, die das Grab des Abolethen störten und missmutig blickte der Magier in die drei leblosen Augen des Wesen. Erst hatte er schlicht gehofft, nein gedacht, dass der Sonnenelf nicht so weit von seinen Männern an das Seeufer getrieben worden war, so dass der Aboleth keine Chance gehabt hatte an den Elf zu gelangen, doch nach einer längeren Unterhaltung mit einem der geringeren Magier, hatte er erfahren, dass der Elf sehr wohl bis an dieses Ufer gelang war, sogar in einem Loch im Boden verschwunden war. Zu Rothillions Leid, hatte der Magier nicht erwähnt, dass ebenso der gesuchte Tiefling in dieses Loch gestürzt war. So starrte der Magier einfach fassungslos auf die reglose Gestalt der Bestie, deren Maul halb geöffnet war, so die spitzen Zähne preisgab.
Wie mächtig war dieser Barde, wenn ihm gelungen war einen Abolethen zur Strecke zu bringen? Wer war dieser Barde, dass er an diesen Ort kam, sich einmischte und einen von Rothillions mächtigsten Verbündeten umbrachte? Denn genau dies war der Aboleth gewesen. Rothillion hatte diese Höhle einst nur durch Zufall entdeckt, genauso wie ihren Bewohner und doch hatte sich schnell ein Pakt zwischen den beiden geschlossen. Denn der Aboleth wollte nur eines, seine Nahrung erweitern, sein wissen und Rothillion konnte ihm genau dies bringen. In Form von Opfern, gefangenen Mitgliedern der Gilde des letzten Lachers. Auch Rothillion brachte dies etwas, nämlich Wissen, Abolethen waren in der Lage das Wissen ihrer Opfer in sich aufzunehmen, es förmlich zu assimilieren. Doch dieser Pakt zwischen dem Magier und der Bestie war nun hinfällig, bestand nicht länger und alles nur weil ein Sonnenelf, ein aufgeblasener Pfau den Abolethen getötet hatte.
Oh wie sehr hatte Rothillion den Barden unterschätzt, doch dies würde ihm nicht noch einmal geschehen und langsam ging er in die Hocke, ein gläserner Behälter in der Hand nur um in diesen einiges des Schleimes und vor allem des roten Blutes fließen zu lassen, es mit sich zu nehmen, als er diesen Ort der Verwüstung wieder verließ.
Und nichts blieb zurück, außer dem Wasser.




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Missmutig starrte er in den Spiegel, hier und dort mit den Fingern durch die langen goldenen Haare streichend. Ein jämmerlicher Anblick, die Haare zerzaust, die feinen goldenen Zöpfe schon lang nicht mehr vorhanden. Mit nichts mehr bekleidet als Fetzen, die kaum die goldene Haut des Sonnenelfen verbergen konnten. Auch der Mondelf hatte wohl endlich Mitleid mit dem Barden gehabt und ihm einige der Kleidungstücke zur Verfügung gestellt. Wobei, wenn Loririon so nachdachte, da war er sich sicher, dass der Elf ihn schlicht aus dem Weg haben wollte. Hatte sich jener doch in sein Labor, oder was dieser Raum auch war zurückgezogen. Jede Vermutung, jede Frage nach den Tätigkeiten, die der Ältere da nun tätigte, war verworfen worden, unbeantwortet. Es war zum aus der Haut fahren und doch konnte Loririon dem Mondelfen nicht wirklich nachtragend sein. Der Blick hatte Erklärungen versprochen und noch vertraute er. Ja bei Corellon er vertraute, sonst hätte er wohl kaum das Bett mit dem Mondelfen geteilt.
Leises Summen, das über die Lippen des Baren kam, während seine Finger über das kühle Glas des Spiegels fuhren. So viele Gedanken, so viele Rätsel machten seinen Kopf schwer. Missmutig zupfte er an der zerrissenen Tunika, nur um diese ein weiteres Mal abzustreifen, sich vor dem Spiegel streckend. Waren wirklich keine Spuren der letzten Verletzungen mehr zu sehen, die Haut wieder im bronzenen, schimmernden Ton, rein und unverletzt, sah man von der schlanken Narbe auf seinem Rücken ab.
Eine Narbe, die von einer düsteren Geschichte erzählte und nie hatte er sie ausgesprochen, es brauchte wohl einiges an Wein um seine Zunge zu lösen und einiges an vertrauen, selbst dann diese Geschichte zu hören. Sicher war er ein großer Erzähler, doch manche Dinge mussten nicht davon getragen werden. Er selbst hatte dies bei Hasuvar angeklagt, den Mondelf in eine Ecke getrieben und einen Spiegel vorgehalten. Aber dies war nun wirklich etwas anderes. Loririon hatte schlimmes erlebt, für einen kleinen Augenblick, doch seine ketten waren gefallen, noch bevor sie sich um ihn geschlungen hatten. Finger die sich tastend über seien Hat bewegten, dort ruhten wo er sonst das Drachenamulette um seinen Hals ruhte. Ja er fühlte sich einiger seiner Sicherheit beraubt, doch er war nicht umsonst Loririon Drachenatem, Loririon Immershofer.
Und so nickte er entschlossen während er nach einigen der Kleidungsstücke griff, die da neben ihm auf einem der Sesseln ruhten. Er bezweifelte, dass ihm auch nur eines der Kleidungsstücke passte. Der Mondelf war eindeutig zu klein und Loririon war zwar nicht dick, eindeutig schlank, doch so schlank wie der ältere Elf war er nicht.
Silberner fließender Stoff bildete das erste Hemd und missmutig strich sich der Sonnenelf jene über die Schultern, er ahnte dass Hasuvar einst eine andere Statur gehabt hatte, schließlich war der Gedanke an den Krieger auf dem Bild, das er gesehen hatte nah und so straffte sich der Stoff zwar ein wenig an seinen eher schmächtigen Schultern, drohte aber nicht zu reißen. Nein das Problem war die Länge des Hemdes das es nicht schaffte wirklich seinen Bauch bis hin zur Hüfte zu verdecken. So sehr er auch zupfte und zerrte, es wurde einfach nicht länger und bald waren die Knöpfe wieder geöffnet und das Hemd unliebsam zurück auf den Sessel verbannt.
Seine Wahl musste wohl auf eine der länger geschnittenen Tuniken fallen und nachdenklich musterte er die verschiedenen Farben, die unterschiedlichen Stoffe, ein langes Seufzen auf seinen schmalen Lippen. Sicher sahen diese an dem Mondelf passend aus, unterstrichen dessen Körperbau und seine Augen, seien Haare, aber der Sonnenelf konnte sie sich einfach nicht an sich vorstellen. Dabei war es eigentlich so fehl, war kein Platz für Eitelkeit und irgendwann nach dem er fast alle der Kleider durchwühlt hatte richtete er sein Augenmerk auf eine recht ungebrauchte Tunika, gehalten in einem einfachen Mitternachtsblau, ließ sie ihn sicher düsterer aussehen, als er es schon dank der dunkleren Haut war und dennoch nickte er, stellte erleichtert fest, dass diese Tunika ihm so einigermaßen passte. Vielleicht war sie deswegen so gut wie ungebraucht, weil sie Hasuvar schlicht zu groß war.
Bei den Hosen sollte er auch sein Glück finden, dass sie an den Beinen zu kurz war, konnte er schlicht mit den hohen Schäften der Stiefel verbergen. Seufzend betrachtete er seine eigene Hose, musterte den Riss um stumm zu hoffen, sie irgendwann doch wieder nähen zu können, er müsste nur Jemanden finden, der genug Talent dazu besaß. Nun wo die Kleidung wieder einigermaßen zufrieden stellend war, wurde es Zeit auch seine Haare wieder zu richten und während er anfing den Kamm seien Arbeit machen zu lassen, fing er an leise zu summen. Nicht mehr als ein paar Zeilen die er ernst niedergeschrieben hatte und die auf eine gewisse Person in diesem Hause zu passen schien.

Dunkelheit, Dunkelheit und Finsternis

kommen aus Schatten, verbreiten Schatten, was im Lichte geboren versinkt.

Stille...

Ein stummer Schrei, unerhört in Ewigkeit.

Während die Zeit unaufhaltsam verrinnt.

Gefühle davon gerissen im Sturm, haltlos verloren

Kein Licht, einzig Licht das Grau des Nebels.

Schatten, sie greifen nach dir.

Schatten sie legen sich um dein Herz.

Fragen, Worte, so stehend, so schmerzend.

Erinnerungen nie geteilt, nie gesprochen.

Versperrt, verdrängt!

Und doch lähmen sie dein Herz,

lassen die Stimme still werden.

Stille,..

Stille im Herzen, warum?

Warum? Angst? Furcht? Vernunft?

Alles was auf Fragen kommt ist Schweigen, stille.

Aber gibt es nicht überall wo es dunkel ist einen Lichtschein?

Vielleicht für immer verdrängt, doch nie vergessen.

Werden die Schatten dich hohlen, ungehört deine Schreie.

Gibt es nicht auch dort wo Du bist einen Lichtschein?

Verdrängt, gebogen, zerbrochen.

Ist Stille deine Einsamkeit.




Zeit die verstrich, Haare die sich glätteten, so wie die Gedanken des Barden, der nach und nach seine Haltung seien Fassung wieder fand und doch einige Momente nachdem er die Bürste abgelegt hatte, war da Schmerz, stechender Schmerz. Lies ihn sich krümmen, ihn sich biegen. Er wusste nicht woher dieser Schmerz kam, konnte nicht ausweichen und keuchend stützte er sich am Spiegel ab, die Stirn bebend an das kühle Glas gelehnt.
Was geschieht nur mit mir?
Er brauchte Hilfe jetzt sofort. So vieles wusste er und ein heißeres „Hasuvar“ entglitt seinen Lippen, bevor er sich erneut krümmte, anfing zu husten. Noch schlimmer als die Schmerzen wurde ein heller, greller Ton, der in seinen spitze Ohren stach, ihn die Hände über diese. Ungehört seine Bitte nach Hilfe, so schien es und doch öffnete sich schließlich die Tür, aber keine Gestalt auf zwei Beinen war es, die zu ihm stob, an seiner Seite war, als der Sonnenelf auf die Knie sank.
Grüne Augen die ihn geduldig musterten, einen Anker bildeten als ihn Gefühle erfassten. Unbeständige Wut. Verzweiflung. Hass. Und dann als er schon glaubte, dass sein Herz barst, er kaum noch all seien anderen Gefühle gegen diese Sturmflut stemmen konnte, da zerbrachen sie, ein helles Läuten, magisches Surren ersetzte den grellen Ton und nichts als Verzweiflung blieb. Und endlich, ja endlich verstand der Sonnenelf, lenkte er seinen Blick auf den verfluchten Ring an seinem Finger, der hell aufleuchtete, wieder die verschwommenen Farben aus Grün und Blau zeigte.
Kelsey.
Es war der Tiefling, Es waren die Gefühle des Tieflinges, etwas musste geschehen sein und mit Hilfe Cairlyns der ihn aufmunternd anstieß, ihm sein Fell zum halt anbot, da wankte er durch den langen dunklen Flur, dorthin wo das Bett stand in dem der Tiefling ruhen sollte. Irgendetwas war geschehen, das wusste Loririon, der unter einem neuen Ansturm aus Gefühlen schwankte.
Raus aus meinem Kopf. Ich will diesen Hass nicht!
Mit aller Macht die ihm gegeben war, da wehrte er sich gegen diesen Ansturm und plötzlich hatte er das Gefühl, wie etwas nachgab, an ihm zerschellte. Er konnte es nicht anders beschreiben, denn wusste er nicht einmal was dies alles zu bedeuten hatte. Er verstand nicht, wieso gerade er mit dem Tiefling die Gefühle teilte, wieso er dazu erwählt worden war, wo er diese Bürde doch nicht wollte, nicht mit ihr umgehen konnte.
Endlich, nach lange Schritten, die ihm so schwer gefallen war, da erreichte er die schwere hölzerne Tür, stieß sie mit zitternden Fingern auf, nur um den Atem anzuhalten, erblickte er die schmale Gestalt des Mondelfen, indessen Händen ein stück Pergament zu staub zerfiel, sah er wie geschickte Hände das hässliche Halsband um den Tiefling lösten und es bestimmt in eine der Ecken warfen. Und was ihn noch mehr starren lies, das war der Tieling der sich aufsetzte, die heißere Stimme jenes, als schwarze Augen aufblickten und den Mondelen anstarrten. „Hasuvar?“


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