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Quifanu Dunkles Herz

GeschichteDrama / P16 Slash
05.09.2006
14.10.2009
36
192.727
 
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05.09.2006 5.497
 
Es war Erschöpfung die in den hellen Augen des Mondelfen zu lesen war, Müdigkeit, die schon so lange seinen Geist umfing, geboren aus Trauer und Schuld, die er nie wieder ablegen vermochte, denn seine Schwester war in seinen Armen gestorben, sein Versprechen hatte er gebrochen. Erschöpfung die ihn ein kleines Stück in sich zusammensinken lies, während er anfing zu husten, die Hand vor seinen Mund hielt Er konnte das Blut schmecken, ein vertrauter Geschmack, der viel zu oft seine Lippen benetzte, sich auf seiner Zunge ausbreitete.
Irgendwann während all der Worte, die er gesprochen hatte, während die Erinnerungen auf ihn hinabgestürzt waren, hatten sie erneut das Zimmer gewechselt. Fort von dem schlafenden Kelsey, der von all den Geschehnissen nichts bemerkt hatte, hin in jenen Raum, der einst das Kaminzimmer dieses Hauses dargestellt hatte. Wie es der Sonnenelf geschafft hatte, ihm die alte Decke umzulegen, konnte Hasuvar nicht sagen, doch immer noch zitterte er bei dem bloßen Gedanken an die Nähe.
Einzig die große Bergkatze blieb die Stütze, die Cairlyn schon immer gewesen war. Den Kopf auf die Lehne des Sofas gelehnt schien er alles aufmerksam zu beobachten, war dem Kraulen hinter seinem Ohr nicht abgeneigt und die leisen Schnurrlaute zeugten von Wohlgefallen, beruhigten den aufgeregten Geist des zierlichen Mondelfen, der umher wankte, drohte davon gerissen zu werden.

Es geschah nicht oft und es gab Wenig was ihn, Loririon Drachenatem, dazu brachte zu verstummen, ihm die Sprache raubte. Und doch hatte es Hasuvars Geschichte geschafft, genau dies zu vollbringen. Stille, die schmalen Lippen aufeinander gedrückt, versuchte er die Bilder zu verscheuchen, die sich in seinen Gedanken formten. Zwei von Regen durchnässte Elfen, ein Kind und der Tod. Welch Geschichte und dieser Hasuvar Mondflüstern hatte sich darauf verstanden sie zu erzählen. Es war fast als wären die Gefühle des Mondelfen, die seinen geworden und als Barde konnte er einfach nicht anders, als beeindruckt zu sein. Stumm seinem Gegenüber Respekt zu zollen.
Das Husten des Mondelfen war es, welches ihn zurück aus seinen Gedanken riss, in das Hier und Jetzt und leicht wanderte eine der goldenen Augenbrauen nach oben, wurde er sich doch des Anblicks des Blutes gewahr, welches das weiße Seidentuch in rötlicher Farbe tränke. Fast wäre er wohl näher zu der eingefallenen Gestalt gerückt, die heftig um Atem rang, doch Loririon hatte schon längst verstanden, wie erdrückend seine Nähe auf Hasuvar wirkte, auch wenn der Sonnenelf es sich nicht erklären konnte. So blieb er reglos sitzen, die Arme neben den schlanken Körper gesunken, ein Ebenbild von Ruhe, wo doch die Sorge in ihm aufkeimte, verborgen unter einer Maske aus Gleichmut. Es schien das Beste.
Und dem war auch so, denn bald konnte sich der Mondelf wieder fangen, richtete seine Aufmerksamkeit auf den jungen Sonnenelf, der sich bisher nicht gerührt hatte, den Abstand zwischen ihnen wahrte. Sein Herz klopfte erneut, dachte er nur an die kleine Situation zurück, als der fremde Elf vor ihm gestanden hatte, ihn gegen die Wand gedrängt und das Zittern in seinen Händen wurde stärker. Was war nur los mit ihm? Er verstand doch, dass der fremde Sonnenelf ihm nichts tun konnte und doch gebot er nicht über seinen Körper, seine Reflexe, die sich in all den letzten Jahren geprägt hatten.
Befrei mich von dieser Erinnerung.
So gerne hätte er diese Bitte ausgesprochen, doch der Mondelf bat nie für sich. So dass sich auch nun leicht die schmalen Schultern strafften, eine Kraft vor täuschten, die nicht seine eigene war. Schein, in ihren beiden Leben hieß es den Schein zu bewahren. Wenn sie wohl jeweils in das Herz des anderen hätten blicken können, wäre ihnen bewusst geworden wie ähnlich sie sich in diesem Moment doch waren. Wie sehr sie Beide versunken waren in einem Leben, einem Schauspiel gleich, eine Maskerade, aus der sie nicht allein mehr ausbrechen konnten, vielleicht sogar wollten. Doch dieser Blick blieb ihnen verwehrt.

„Nun ich fange an zu verstehen, was ihr mit dem Tiefling zu tun habt. Ihr habt ihn an diesen Ort gebracht.“ Und Loririon wusste Dank des angeeigneten Wissens, dass Jahre von diesem Tage an verstrichen waren, lange Tage, die Frieden verkündet hatten und doch war dieser Frieden gebrochen worden. Zu welchem Zweck? Er wusste es nicht, so wie er nicht verstehen konnte warum der Mondelf den Tiefling allein gelassen hatte, nun wo es sich offenbart hatte, dass sie verwandt waren, war es noch unbegreiflicher und so richtete er die Augen forschend auf Hasuvar, war es ihm gleich, dass der Mondelf am Liebsten versunken wäre, um diesen Blicken zu entgehen.
Es ist Zeit, dass ihr euch stellt.
Genau die Zeit war gekommen und wenn er es nicht freiwillig tat, so würde ihm der Barde nachhelfen. Denn die Vergangenheit zerbrach das Wesen vor ihm und noch konnte er die Hoffnung hegen, nicht zu spät dies zu beenden, konnte hoffen, dass der Mondelf nur gebeugt war, nicht gebrochen. Erneut starrte er das weiße Stück Stoff an, welches aufwändig die Gesichtszüge verbarg, nur die hellen Augen freigab und der drängende Wunsch, es einfach davon zu reißen wurde immer größer, auch wenn er ihn noch zurückhalten konnte.

Warum seid ihr gegangen? Ja diese Frage war berechtigt und eines Tages würde er sie auch Kelsey beantworten müssen. Ihm blieb kaum viel mehr als immer wieder sich zu sagen, dass er nicht freiwillig fort gegangen war, dass er es nur getan hatte, um ein besseres Leben für sich und vor allem für Kelsey zu erwerben.




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Hasuvar Mondflüstern hatte nicht mehr als ein leichtes Schulterzucken, ein Stirnrunzeln für die Vorgänge übrig, die soviel Aufsehen in Cauldron erregten. Das ständige Eintreffen von Klerikern und Paladinen, war für ihn uninteressant. Wenigstens behauptete er dies, doch viel mehr verhielt es sich so, dass es ihn mehr als ein Wenig beunruhigte. Sicher er kannte die Gründe, zusammen mit Varil Liathyr, dem Vorgänger Abysitors hatte er mehr als Einmal das Kommen und Gehen der Triade erlebt.
So wusste er von der Suche nach dem göttlichen Artefakten und bisher hatte er das Treffen der Triadenmitglieder schlicht über sich ergehen lassen. Jedes Jahr wechselte der Ort, doch das Ritual blieb im Prinzip immer gleich. Es wurden die Erwählten ermittelt, denen die Ehre Teil wurde für Torm, Tyr oder Ilmater auf Reisen zu gehen, große Taten zu vollbringen. Hasuvar hatte oft einen kleinen Teil dieses Rituals gebildet, war er das Bindeglied zur arkanen Macht, die von Nöten war, um die Göttlichkeit zu unterstützen.
Doch dieses Jahr war es anders, nicht nur, dass Abysitor auf Varils Platz saß, daran hatte sich der Mondelf mittlerweile gewöhnt, nein ein neuer Magier nahm an dem Ritual teil. Rothillion, mehr als den Namen kannte Hasuvar kaum, schließlich verbrachte er wenig Zeit mit dem Hausmagier des Fürsten. Eine kleine ungewöhnliche Sache, wenn man bedachte, dass Hasuvar selbst ein Berater des Fürsten war. Aber der Mondelf hegte sein Leben lang eine gewisse Ungunst gegen Magier, noch mehr wenn sie menschlicher Herkunft waren und so hielt er sich fern, von Rothillion. Mehr als das Gespräch nach dessen Ankunft und die notwendigen gemeinsamen Beratungen gab es zwischen ihnen Beiden nicht und er zweifelte daran, dass es je mehr werden würde.
Dennoch hatte er ohne Protest seinen Platz in diesem Ritual Rothillion überlassen, seid Varils Tod war ihm die Suche der Triade egal geworden, ihn verband schließlich nichts mit dieser. War sein Glaube ein anderer und es mochte sein, dass der Tempel Tyrs das Waisenhaus unterstütze, doch deswegen war er immer noch keine Dienste schuldig. Nur eine kleine Stimme wisperte ihm zu, wie falsch diese Entscheidung doch sei, dass er selbst sich hätte stellen müssen. Nur diesen Tag lang, doch er ignorierte die Warnungen, das stetige Wispern, war es nur geboren aus seiner Anspannung. So glaubte er es.

„Hasuvar!“ Ein Wort, welches seine Gedanken unterbrach und die Stimme völlig verscheuchte. Seine Sorgen waren vergessen, wenigstens was Rothillion betraf, denn nun zählte das kleine Wesen, welches da vor ihm stand, eine der Hände in seine Tunika vergraben und schmunzelnd blickte er hinab, nur um sich mit einer geschmeidigen Bewegung zu Boden sinken zu lassen, bis seine Knie das Holz berührten. Ja das Treffen der Triade beunruhigte ihn zutiefst, aus einem einzigen Grund und der war Kelseys Wohl. Gerechtigkeit und Ordnung ließen keinen Platz für seinen Neffen und mehr als Verachtung würde der Junge nie finden. Als er jünger war, war es noch einfach gewesen ihn vor den Vorurteilen zu schützen, doch mit der Zeit wurde Kelsey älter und fing an zu verstehen. Er sah die Blicke, die Furcht, den Hass, auch wenn er sie noch nicht verstand, irgendwann würde auch dies geschehen und Hasuvar brauchte nun wirklich keine Kleriker, oder Paladine, die alles nur noch Schlimmer machten.
Sanft wanderte die schlanke Hand des Mondelfen durch das dunkle Haar des Tieflings, zupfte an einer der vorwitzigen Strähnen. Sicher war es so, dass der Junge Angst hatte vor diesen Leuten, doch nicht weil er ihre Göttlichkeit fürchtete, das Gute scheute, sondern ganz einfach weil sie fremd waren. Es schien als könne keiner Kelsey verstehen, als würde Niemand sehen, dass es eben doch nicht seine Schuld war, dass er den infernalischen Makel in sich trug. Alte Schuldgefühle drängten sich hervor, zerrten an Hasuvar, nein es war seine Schuld und er hatte diesem Kind sein Leben geschenkt, also war es auch an ihm, dafür zu sorgen, dass dieses Leben voller Glück und Freude war und nicht in den Schatten von Missgunst und Hass versank.

Er wusste, dass es Kelsey nicht helfen würde, wenn er sich immer und immer wieder mit dem Gedanken seiner Schuld befasste, sich gehen ließ, um über seine Entscheidungen zu klagen, zu jammern. Nein er stand zu jenen und er würde alles geben, um dem jungen Tiefling ein leichtes Leben zu ermöglichen. Hasuvar konnte ihn kaum noch länger zwingen, im Haus zu bleiben, auch wenn es wohl besser war, er ihn so vor den Blicken der Triade verbarg. Sicher hoffte er, dass die Menschen es nicht wagten ihre Abneigung gegenüber dem Jungen offen zu zeigen, solange er in seiner Nähe war. Hasuvar Mondflüstern wusste um seiner Ausstrahlung, der Kälte, die er an den Tag bringen mochte. Immerhin war er ein Elf und nicht nur ein einfacher, sondern von hoher Geburt, erzogen dazu seinen Willen durchzusetzen.
Und doch mochte er dieses Auftreten nicht, sein Vater hatte ihn einst immer wieder getadelt, da der Mondelf zu nachgiebig war. Ein Edelstein, der hohl war, er mochte auf den ersten Blick den kühlen, schönen Glanz besitzen, doch die Hülle, die ihn umgab war brüchig. Er war es nie würdig der Nachfolger seines Vaters zu werden und er war es nie geworden, den Ascalhorn war dem Untergang geweiht gewesen.
Die Sicht auf die Dinge, auf die Welt sollte düster sein. Voller Schmerz. Und Hasuvars Seele war erfüllt von diesen Eigenschaften, doch es gab da einen kleinen Lichtpunkt, der hell genug war um die Vergangenheit abzuwerfen. Kelsey, ein kleiner Junge, sensibel und seid der Begegnung mit dem Fremden Mann, der so harte Worte gesprochen hatte, so unsanft mit dem Tiefling umgegangen war, völlig verängstigt. Kelsey war kein Kind der Finsternis, ihm stand mehr Liebe und Zuwendung zu, als er bekam.
Doch tief in sich, wusste Hasuvar, dass er wohl der Einzige war, der dies verstand und dass es nie einfach sein würde. Und wieder kamen ihm die Worte in den Sinn, die er bei der Begebung mit dem fremden Mann ausgesprochen hatte.
„Ich würde für ihn sterben.“
Ja dieser Entschluss bestand immer noch, auch wenn er hoffte, dass es nie so kommen würde, doch noch einmal würde er den selben Schmerz nicht wieder fühlen, er würde es nicht überstehen.

Ein weiteres Zupfen an der silbernen Tunika holte ihn zurück aus seinen Gedanken. Ein leise Stimme getränkt von Sorge, die an sein Ohr klang. „Du siehst traurig aus.“ Und noch bevor sich der Mondelf erklären konnte, bevor er verstand, was da geschah hielt er ein weißes Stück Papier in den Händen. Von Kinderhand bemalt prangte dort ein farbenfrohes Bild, welches Hasuvar ein Schmunzeln auf die Lippen lockte. Denn mehr als bunte Farbe konnte er beim besten Willen nicht auf dem Papier erkennen, das Gekritzel ähnelte einem gescheiterten magischen Experimentes, das sich in einer gewaltigen, farbigen Explosion offenbarte.
Und doch als er in die schwarzen Augen sah, die ihn so erwartungsvoll anblickten, konnte er dies nicht aussprechen, er hätte es auch nie getan. Nein viel mehr neigte er leicht den Kopf, um dem jungen Tiefling ein aufmunterndes Lächeln zu schenken. „Es ist schön.“ Schönheit lag nun einmal im Auge des Betrachters und noch viel schöner als der Anblick dieses Farbenchaos, war das helle Kinderlachen. Viel zu selten hörte er es in den letzten Tagen.
„Ist jetzt wieder alles gut.“ Eine gute Frage, wann war es je gut gewesen? Und doch nickte der Mondelf um sich wieder zu erheben, das Bild in seiner Hand. „Es ist alles Gut, komm lass uns das Bild aufhängen.“ Oh wie sehr wusste er, wie stolz der Kleine auf sein Gemälde war und Hasuvar würde ihm keinen Grund geben, diesen stolz zu verlieren.
Schmerzhaft drängte sich kurz eine Erinnerung hervor. Das Geräusch von reißendem Papier, tadelnde Worte, die ihn ermahnten endlich mit seinen Träumereien aufzuhören, ihn ermahnten wie nutzlos Kunst war.

Nur schwer verdrängte er diese Erinnerungen, während er mit dem jungen Tiefling an seiner Seite durch den hellen Flur schritt. Im Schein der Sonne konnte man vereinzelt eine Staubkörner umher flimmern sehen und fast schien es so als würde der helle Holzboden leuchten. Hasuvar mochte das Licht und die Wärme und mit einem Lächeln auf den Lippen beobachtete der zierliche Mondelf wie Kelsey vor ihn durch den Flur rannte, immer wieder halt machte um aufgeregt auf den Mondelfen zu warten. Es gab nur einen Ort, an den er sein Bild sehen wollte und diesen Gefallen, diesen Wunsch sollte er am heutigen Tage erfüllt bekommen.
Sicher überall in diesem Haus, befanden sich Kunstwerke des Mondelfen. Wunderschöne Gemälde säumten den Flur, die Farbe schien im Licht der Sonne gerade zu magisch zu leuchten und mehr als einmal hatte Kelsey geglaubt sich wirklich an den wunderschönen Orten zu befinden, die von diesen Bildern gezeigt wurden, mehr als einmal schien es ihm wahrscheinlich, dass die Personen auf den Bildern zum Leben erwachten, ihn mit sich führten um mit ihm zu spielen, gar Abenteuer zu erleben, doch nie war dies geschehen.
Die wirklich eindrucksvollsten Gemälde jedoch säumten nicht den Flur, oder eines der Zimmer, die für fremde Gäste zugänglich waren. Nein es gab da diesen einen Raum, seid Kelsey denken konnte, war nur Hasuvar in jenen gegangen und mittlerweile durfte auch Kelsey ihn betreten.

Doch bis zu diesem einem Raum sollten sie nicht kommen, denn das Knarren einer Tür lenke die Aufmerksamkeit von Tiefling und Mondelf auf sich, schwere Schritte, die eine Person durch das haus trugen und hätte der Mondelf nicht von dem magischen Schutz um sein heim gewusst, so wäre er bestimmt nicht so entspannt geblieben. Sein Blick und seine Haltung verrieten einzig sein Missfallen über das Eintreten dieser Person, die nicht einmal um Einlass gebeten hatte. Eine der schlanken Hände streckte er nach dem Jungen aus, deutete ihm so, zu ihm zu kommen und es brauchte keine weiteren Worte um Kelsey an seine Seite zu locken, denn schon nach einem Herzschlag schlang sich die Kinderhand um die angebotene Hand. Hasuvar erwartete zu dieser Stunde keinen Besuch und sollte es sich um ein Triadenmitglied halten, so würde er es schlicht aus seinem Haus werfen. Es war Genüge, dass sie ihn ständig umschwirrten, wie Motten es beim Licht taten, sobald er dieses Haus verließ und sich auf das Anwesen des Fürsten wagte, doch diese Begegnungen wählte er, wann sie statt fanden und wie lange, war ganz allein seine Entscheidung.
So entwich ihm auch nun ein leiser Laut, einem genervten Seufzen gleich. Wäre der Kleine nicht an seiner Seite, so hätte er vielleicht noch mehr von sich gegeben. Doch so senkte er einzig den Blick hinab um Kelsey ein aufmunterndes Lächeln zu schenken, denn wieder war es die Scheu, die er in den schwarzen Augen entdecken konnte. Irgendwann würde er Kelsey beibringen müssen, diese Scheu abzulegen, wobei lehren konnte er es ihm nicht, nur ihm zur Seite stehen und ihm eine Stütze sein in der Zeit, in der der Tiefling lernte, was es hieß eigenständig zu werden, sein eigenes Selbstbewusstsein entwickelte. Sicher Hasuvar, war irgendwo bewusst, dass er selbst kein gutes Vorbild sein konnte, denn seine Momente der Schwäche, in denen er einfach ruhig war und sich den Umständen anpasste, häuften sich, so wie stetig die Sandkörner in einem Stundenglas hinab rieselten. Wann hatte er das letzte Mal eine Klinge gegen einen Feind geführt, an mehr als einer dieser sinnlosen Diskussionen mit Rothillion beigewohnt? Irgendwo in dem Mondelfen regte sich ein Verlangen danach, doch wieder auszuziehen, Abenteuer zu erleben, doch diese Zeit war in seinen eigenen Gedanken schon längst abgelaufen. Er hatte eine Pflicht zu erfüllen und ein Kind aufwachsen zu sehen, war ein größeres Abenteuer, als es ihm die Weite Faerûns bieten konnte.

Der Anblick, der sich Abysitor bot, mochte fast als idyllisch zu beschreiben sein. Je älter der Junge an Hasuvars Seite wurde, um so ähnlicher wurde er dem Mondelfen. Und damit war nicht nur das Verhalten gemeint. Abysitor hatte fasziniert studiert, wie der Junge nach und nach heranwuchs, immer darauf bedacht die ersten Anzeichen zu erkennen sollte die infernalische Seite erwachen. Doch bisher, war von diesem Nichts zu entdecken. Nein viel mehr war es so, dass Kelsey Dämmerlied, wie Hasuvar den Jungen getauft hatte, viel mehr ruhiger als die meisten Kinder war, zurückhaltend und in allen Maßen als zu höflich für sein Alter anzusehen. Nahm sich dieses Kind etwa zurück, wuchs das infernalische gut verborgen vor ihren Augen, nur um eines Tages auszubrechen, fatal zu verwüsten? Abysitor konnte diese Frage nicht mehr beantworten, denn zu erstaunt hatte ihn der Tiefling und so war er es, der die Aufgabe übernommen hatte, neben Hasuvar das Kind vor den anderen Mitgliedern der Triade zu schützen.
Es war nicht nur diese Ähnlichkeit im Handeln, die Abysitor aufgefallen war, nein es war Kelseys Äußere. Sah man von den schwarzen Hörnern ab, den pechschwarzen Augen, schien er dem Mondelf gleich zu kommen. Sicher jeder würde bei dieser Behauptung den Kopf schütteln und doch glaubte Abysitor fest daran. Es waren nicht nur die blauschwarzen Haare, die bei beiden ein farbenfrohes Leuchten von allen schwarz bis schwarzblau Schattierungen bildeten, da war noch die helle fast weiße Haut, auch wenn Hasuvars Haut vielleicht noch diesen leichten blauen Ton aufwies, so als wäre sie glitzernd gefroren, der Körperbau fing an sich zu ähneln, beide schlank gewachsen und auch die Gesichtszüge mochten einige gleiche Merkmale aufweisen. Und doch war es unmöglich?
Schon öfter war dem Tyrpriester der Gedanke gekommen, Hasuvar mochte der Vater des Kindes sein. Aber wie bitte sollte dies geschehen? Er würde dem Elf nie zu trauen, dass er sich mit einem Geschöpf des Abgrundes eingelassen hatte und er schenkte den Worten des Mondelfen vertrauen. Erinnerte er sich an jenen kleinen Satz, denn der Mondelf damals ausgesprochen hatte. „Ich wünschte es wäre mein Sohn. Es würde einiges einfacher machen.“ Nein, Kelsey war nicht das Kind Hasuvars, auf die Idee, dass er sein Neffe war kam Abysitor nicht, denn wusste er nichts über die Familie des Mondelfen. „Mein Haus wurde vernichtet, in einer Zeit, die nicht die der Menschen war!“ Irgendwann würde er noch die Geduld mit dem Mondelfen verlieren, sein Schweigen machte es nicht einfacher ihn zu verstehen, die wenigen bekannten Informationen richtig zu deuten. So konnte der Priester nur vermuten, dass Hasuvar in Kelsey einen Ersatz für den verlorenen Sohn gefunden hatte, Jemanden, der die leere Stelle in seinem Herzen füllte, den Schmerz etwas linderte. Nie sollte er erfahren, dass er mit dieser Vermutung zum Teil Recht hatte.

Hasuvar Mondflüsterns Unwille war ihm deutlich anzusehen. Das Gesicht glich einer Maske aus Marmor bestehend, die linke blauschwarze Augenbraue angehoben, während die Lippen sich aufeinander drückten, so dass von ihnen nur ein schmaler Strich zu erkennen war, die ungewöhnlich scharfen Züge des schönen Gesichtes wirkten so noch härter, hinterließen den Eindruck von Kälte. Nicht einmal die funkelnden Augen, die meist vor Wärme leuchteten, vermochten in diesem Moment einladend zu wirken.
„Abysitor, welch Freude euch zu sehen. Was führt euch zu mir? Doch kommt lasst uns nicht auf dem Flur reden, setzt euch.“ Trotz aller Ausstrahlung, trotz seines Unmutes war Hasuvar immer darauf bedacht die Etikette zu wahren, erwartete er schließlich, dass man ihm genauso begegnete.
Doch an diesem tage, war Abysitor sich nicht sicher, ob er nicht bald des Hauses verwiesen würde, ob der Mondelf ihn nicht verfluchen würde, denn wenn er an dessen Stelle wäre, so würde er es mit Sicherheit tun. Ihm blieb kaum mehr übrig der Aufforderung nachzukommen, verschaffte es ihm einige wertvolle Minuten, in denen er seine Worte überdenken konnte, in denen er das unvermeidbare hinauszögerte.
Bequem empfand er den angebotenen Sessel schlicht weg nicht, er war mit Sicherheit dieses, aber Abysitor hatte schon längst alle Gedanken von Annehmlichkeit verdrängt. Keine Augen hatte er für das Kaminzimmer, die helle Einrichtung. Sonst hatte er hier Stunden verweilt, sich entspannt und immer wieder sein Augenmerk auf das eine faszinierende Bild gelenkt. Ein See glitzernd im sanften Mondenschein, so gezeichnet, dass man glaubte die kühle des Wassers zu fühlen, man verlockt wurde in den See zu springen. Und doch stockte der Atem kurz davor, denn in diesem See befand sich schon längst eine Person. Die wunderschöne Gestalt einer Elfe, einer Göttin gleich, die vom Himmel herabgestiegen war, nur um sich in diesem See zu erfrischen, sich zu erholen. Das sanfte Lächeln auf den Lippen wirkte geheimnisvoll, so als sprach es von den Träumen, die es wusste in dem Betrachter hervor zurufen. Glitzernde Wassertropfen schmückten die weiche Haut, umspielten sie, nur um sie noch verführender zu machen. Die edlen Gesichtszüge umrahmt von langen schwarzen Locken, die zum Teil im Mondschein silbern glänzten. Welch Gefühle musste Hasuvar zu jener Frau gehegt haben, dass er dazu fähig war, solch ein Kunstwerk anzufertigen. An diesem Tage aber vermochte das Bild nicht sein Interesse zu wecken, die geheimnisvolle Elfe, deren Namen er nicht kannte, blieb unbeachtet, denn allein Hasuvar galt sein Blick.
Wie erwartet hatte der Mondelf den jungen Tiefling fortgeschickt, wenn dies auch nur unter leisen Murren von Kelseys Seite. Viel zu neugierig war der Junge, wollte ebenso erfahren, worüber die Erwachsenen sich unterhielten. Zu Abysitors leid, war das Interesse in diesem falle gerechtfertigt und die Entscheidung des heutigen Gespräches würde den Tiefling fast genauso schwer treffen, wie den Mondelf selbst.
Der angebotene Wein war eine erneute Ablenkung, auch wenn die Anspannung des Mondelfen den Raum erfüllte, der Tyrpriester darauf schwor, dass sich die Luft stickiger anfüllte, geladen, auf dass sie bald knisterte. Lange konnte er seine Worte nicht mehr zurückhalten und so stellte er den Kelch hinab auf den Tisch, nur um wieder nach ihm zu greifen, den Kelch mit einem einzigen Zug zu leeren, als brauche er den Wein dazu, sich Mut anzutrinken.
Die Ungeduld des schlanken Mondelfen blieb bestehen und noch etwas stahl sich in den letzten Augenblicken hinzu, je mehr der Priester zögerte zu berichten, was ihn nun hier her führte, um so schwerer wurde sein Herzschlag. Ein ungutes Gefühl, welches sich seiner bemächtigte, sich wie eine Faust um sein Herz legte und Hasuvar glaubte, dass er das Blut in sich rauschen hören konnte, während die Faust sich nicht nur um sein Herz drückte, nein ihm ebenso den Hals abschnürte und ihm so den lebenswichtigen Atem raubte.
Nun sprich mit mir Abysitor.
Seine Hand ballte sich fast zur Faust, doch noch konnte der Mondelf diesen Impuls aufhalten, in dem er einfach selbst nach seinem Kelch griff, einen kurzen Schluck zu sich nahm. Bitter war der Geschmack des sonst süßen Weines, verdorben einzig durch die Ungewissheit, die an ihm nagte, wie gerne wäre er einfach aufgestanden, hätte sich wieder zu Kelsey begeben.
Du hättest an diesem Ritual teilnehmen sollen!
Donnernd hallte dieser Satz durch seine Gedanken, ließ keinen Platz mehr für andere Gedanken. Zweifel die immer größer wurden, deren Ursprung er nicht kannte, denn was sollte schon geschehen sein, was sollte es ändern, ob er oder Rothillion an diesem Ritual teilnahmen? Leicht die eine blauschwarze Augenbraue angehoben versuchte er seinen Blick nichts von seinen Zweifeln zu geben, nein viel mehr sollte er fordernd und durchdringend wirken.
Und endlich brach sich die Stille, erklang Abysitors Stimme: „Das Ritual ist verbracht.“ Und wieder herrschte Ruhe, während Hasuvar recht unbeeindruckt sich einen weiteren Schluck Wein gönnte, endlich auch den Becher der Tyrpriesters wieder füllte. Das leise gluckern des Weines erklang, nur um von den weiteren Worten übertönt zu werden. „Wir kennen nun die Namen.“ Etwas besseres konnte Hasuvar Mondflüstern gar nicht zu hören bekommen, endlich würde der Alltag zurückkehren und ein leichtes Lächeln konnte er nicht verhindern, zu seinem Glück konnte man es auch als ein erfreutes Lächeln deuten, dafür dass die lange Zeit des Wartens für die Triade vorbei war.
Ein leichtes Nicken, halb respektvoll, halb abwesend, denn erneut wisperte die schwache Stimme den Mondelfen Sorgen zu. Denn wieso sollte Abysitor ihn aufsuchen, nur um ihn diese kleine Begebenheit mitzuteilen. Sicher Varil Liathyr hatte es einst immer getan, noch bevor Hasuvar selbst an diesen Ritualen teilnahm, doch Abysitor war schlicht und einfach nicht Varil und der Mondelf hatte schon längst begriffen, dass die Verhaltensarten der Menschen unterschiedlich waren, schwankend wie Wellen im Sturm. Die stumme Frage, stand ihm auf die Gesichtszüge geschrieben. Was betraf es ihn?
Erneut leerte der Tyrpriester in einem Zug den frisch gefüllten Kelch, Tyr stand ihm bei, dass er lebend dieses Haus verlassen konnte. „Es war euer Name der genannt wurde Hasuvar, einer unter vielen.“ Nun endlich war es hinaus, sicher er hätte noch erwähnen können, dass der Name von Rothillions Lippen geflossen war, dass dabei Abysitors Herz fast ausgesetzt hätte und dass sie stundenlang diskutiert hatten, ob denn der Mondelf dieser Verantwortung überhaupt würdig war. An der Würde zweifelte Abysitor nicht, nein er besaß nicht die Vorurteile gegen den Mondelfen, zweifelte nicht an seinen Fähigkeiten und ihn störte nicht, dass er der Ziehvater eines Tieflinges war. Und irgendwann hatten sie beschlossen die Berufung ernst zu nehmen, doch da gab es nun ein Problem, der Elf selbst musste sich bereit erklären.
Hasuvar traute seinen Ohren nicht und recht unelegant verschluckte er sich an dem Wein um den Kelch schließlich auf den Tisch zu stellen, den Priester mit einem abschätzend Blick zu bedenken. „Dies ist ein schlechter Scherz Abysitor.“ Mehr wollte ihm einfach nicht über die Lippen kommen, auch wenn er schon wusste, dass es kein Scher sein konnte. Nein bitterer ernst. Und wieder meldete sich jene Stimme, die in ihm die Zweifel geschürt hatte, schallt ihn einen Narr und verhöhnte ihn, noch kurz zuvor hatte er daran gedacht wieder Abenteuer zu erleben und nun war auf tragische weise sein Wunsch erfüllt worden.
„Nein!“ Schmetternd und voller schärfe seine Worte, er würde nicht gehen, er würde Kelsey nicht alleine lassen.


Wenn man das was man beschützen will, nie verlassen will in Gefahr sieht, dann mag es uns verziehen sein, wenn man alles versucht, was man kann um es zu schützen.

„Nein!“ Ein kleines Worte, sprach es von Überzeugung, von Kraft hinter einem Entschluss zu stehen und doch wankte es bald.

„Denke an Kelsey, was werden die Leute davon halten, wenn sie erfahren, dass du dich verweigerst, dass du dem Guten nicht dienst?“

Sie würden nur eines denken, der Junge hatte seinen Verstand gebrochen, seine Sinne verwirrt, ihn umgarnt und schließlich zum Bösen bekehrt.

„Hasuvar diese Mission kann nicht scheitern, sie ist im Auftrage Torms, gehe und erfülle sie und bald bist du wieder hier,. Und du wirst sehen, ab diesen Moment wird sich dein leben verändern, das von Kelsey wird sich ändern.“

Sollte es wirklich so kommen, sollte alles gut werden? Er würde für ihn sterben, also was machte es schon aus eine Reise anzutreten, sich für einige Zeit zu trennen. Ihr Leben würde Neues erfahren. Es würde vielleicht endlich so werden wie er es sich wünschte. Nun gut er würde gehen.





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Langsam nickte der Sonnenelf, er fing an zu verstehen und während er die eingefallene Gestalt vor sich musterte konnte er nicht anders als leise zu seufzen. Selten lies er Geschichten, Erzählungen anderer so nahe an sich gelangen, denn Abstand war es, welches das leben einfacherer machte. Doch die Geschichte des Mondelfen hatte ihn berührt. Fast so wie die Faszination als er das erste Mal die feingeschwungen Schriftzüge des Mondelfen erblickt hatte. Noch mehr war dort, pulsierende Neugierde, die lebte, die stetig wuchs, je mehr er erfuhr, um so größer wurden die Fragen.
Zitternde Hände die sich in dem sandfarbenen Katzenfell vergruben und jetzt erst  fiel es dem Sonnenelf auf, dass auch diese Hände sich unter weißen Stoff verbargen. Es war etwas geschehen, dass der Mondelf nicht erwartet hatte, dass ihn abhielt zurück zu seinem Neffen zu kehren. Nun er mochte den fremden Elf kaum kennen, doch er besaß wohl mehr Ehre, als man vielleicht vermuten mochte. Loririon konnte doch sehen, wie sehr ihn die Vergangenheit belastet. Doch noch etwas anderes lag Schattengleich über dem Mondelf, verdunkelte dessen Sinne und sein Leben.
Wieso er nun doch näher rückte konnte Loririon nicht sagen, angezogen wie die Motto vom Licht, war er im Bann, beobachtete dabei aufmerksam die Reaktionen des Mondelfen. „Was ist geschehen? Was hielt euch auf? Warum verbergt ihr euch?“
Und wieso habt ihr Angst vor mir?
Seine Stimme war leise, umschmeichelnd wie sanfte Seide, wusste der Barde sie doch zu gebrauchen, ihr diesen beruhigenden Klang zu verleihen. Und wirklich schaffte er es, dass sich der Mondelf entspannte. Zwar war die Hand noch immer tief im weichen Fell der Katze vergraben, doch wich der andere Elf nicht vor ihm zurück, nein er schien sich sogar zu entspannen. Ein kleiner Erfolg und einige Momente verharrte Loririon Drachenatem, wartete gespannt auf eine Antwort ab, die er nicht erhalten sollte und so bewegte er sich langsam weiter vor, den Blick immer wieder zu dem Kater gleiten lassend. Doch Cairlyn machte keine Anstalten sich zu rühren, schmiegte sich nur an die Beine des Mondelfen um ihn Halt zu geben, Nähe und Wärme, die er so schmerzlich misste, von keinem mehr wissen wollte.
Tastende Finger die sich den Weg über den weißen Stoff bahnten. „Werft den Schatten ab, der über euch liegt.“ Melodische Worte, getränkt mit Magie, beruhigend und so war es keine Gegenwehr als die Finger langsam das Tuch lösten, den Stoff beiseite schoben, der die Gesichtszüge verbarg.
Der Elf im gegenüber war alt. Und doch die Gesichtszüge scharf geschnitten wie in Marmor gemeißelt, fein geschwungene Linien, die sich da dem Sonnenelf zeigten, verborgen unter blauschwarzen Haar und sanft legten sich bronzene Finger an das Kinn, bildeten einen Kontrast zu der hellen haut nur um den Kopf Hasuvars leicht anzuheben.
Der Kopf war bisher so zur Seite gedreht, dass Loririon allein die unbeschadet Gesichsthälfte zu sehen bekommen hatte und nun als der Blick sich aus den türkisfarbenen Augen sich anhob, blieb ihm noch ein Herzschlag lang dieser Anblick erspart, denn nun waren es die Augen die seien Aufmerksamkeit auf sich lenkten. Soviel verborgener Schmerz, soviel Zweifel und spätestens Jetzt war es um ihn geschehen, wusste er dass er Cauldron erst verlassen würde, wenn er Hasuvar Mondflüstern und auch Kelsey Dämmerlied geholfen hatte.
Die Narben, die andere entstellte Gesichtshälfte ließ ihn nach Luft schnappen, leise Ächzen. Zerstörte Schönheit, für ihn als Sonnenelf unvorstellbar. Welche Grausamkeit lag nur dahinter? Doch zu fragen kam er nicht.

Hände die ihn berührten, Bronze solch gewagter Kontrast zu seiner weißen haut. Eine Stimme zu melodisch und doch so kalt, drang an sein Ohr. Hände die Schmerz brachten, immer und immer wieder. Dafür, dass du so dumm bist. Schläge. Schreie erfüllten die Luft, ungehört, einfach nicht beachtet. Dafür, dass du so eigensinnig bist. Dass du nicht fügst. Bitterer Schmerz, als würde Feuer ihn durchfahren. Unvergessener Schmerz, unvergessene Worte.


Die Worte des Sonnenelfen perlten ab, nur schwer konnte er sie sich nochmals in Erinnerungen rufen, um nicht aufzuspringen zu fliehen. Viel mehr erhob sich der Mondelf langsam. „Ich habe noch einige Dinge zu tun.“ Das Gespräch war beendet und hektisch machte er sich daran aus dem Raum zu hinken. Flucht. Nicht mehr wollte er als fliehen und Loririon lies ihn gewähren, denn erahnte wie viel Schmerz er geweckt hatte.
Diesmal war es an dem Sonnenelf auf dem Sofa zusammenzusinken. War sein Handeln denn wirklich das richtige? Durfte er sich so einfach in das Leben eines Anderen einmischen, der nicht mehr als ein Fremder war?
Leises Schnurren drang an seine Ohren und ein Lächeln huschte über die Lippen des Barden als grüne Augen sich au ihn richteten, der Kopf des Katers sich an seiner Wange rieb. Wenigstens einer in diesem Haus schien der Meinung, dass der Sonnenelf richtig handelte und leicht tippte einer seiner Finger gegen die feuchte Nase Cairlyns.

Habe ich denn kein Recht?

Kein Recht auf Liebe, kein Recht auf Wärme?

Ich verliere mich in Sehnsucht.

Doch so verloren, finde ich keinen Ausweg.

Fliehe, entkomme, dem was ich suche.

Beginne nach anderen Dingen zu streben.

Keine Liebe keine Wärme.

Das Glück in weiter Ferne.

Nie werde ich sprechen, nie werde ich klagen,

denn nie werde ich erhört
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