Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Quifanu Dunkles Herz

GeschichteDrama / P16 Slash
05.09.2006
14.10.2009
36
192.727
 
Alle Kapitel
48 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.09.2006 7.513
 
@Elbenstein: Was die beiden und ein gutes Gespann abgeben betrifft, ich höre da laute Protestschreie im Hintergrund. *Den beiden den Mund zuhalt* Doch du hast recht, sie wissen es nur  noch nicht. Und an dieser Stelle ein liebes Dank für die tapferen Reviews

*verneig* EL






Selbst als Loririon endlich das Seeufer erreicht hatte, war von dem Monster weit und breit keine Spur. Wieso sollte es sich auch zeigen? Dem Barden war bewusst, dass dieses Wesen alle Vorteile auf seiner Seite hatte und tief auf dem Grund des Sees war es für ihn und den Tiefling unerreichbar. So hatte es einzig abzuwarten, im klaren Wasser auszuharren, bis die Wirkung des Schleimes sich völlig zeigte. Der Sonnenelf war sich sicher, dass nichts gutes auf ihn wartete und nun wo er so dicht am steinernen Ufer, nahe des kühlen nasses stand, wurde das Verlangen , danach den Arm in jenes zu tauchen fast unerträglich. Ziehender Schmerz breitete sich pochend in seinem Arm aus und lies ihn Ächzen, während eine kleine Stimme ihn zuflüsterte dem Drang ins Wasser zu gehen nachzugeben, denn dann erst würde der Schmerz verschwinden.
Die sonst bronzene haut war mittlerweile so gut wie durchsichtig geworden und der Anblick von Sehnen und Adern, der sich gegen diesen schleimigen Film abzeichnete, konnte man nicht als beruhigend bezeichnen. Leise Schritte hinter ihn, ließen Loririon wissen, dass der Tiefling näher kam und so straffte er die Schultern, zog leicht eine der goldenen Augenbrauen nach oben. Nun gut dieses Wesen wollte ihn im Wasser haben, er wollte es aber zurück ans seichte Ufer bringen. Es sollte sich nun herausstellen, wer von ihnen beiden die besseren Argumente hatte und nach einem leisen Räuspern fing der Elf an eines seiner Lieder zu singen.

Wie Loririon befürchtet hatte, handelte es sich bei dem Monster um kein einfaches Wesen, dessen einziger Sinn darin bestand zu fressen. Nein es war auf seine Weise erschreckend intelligent und kaum hatte es gemerkt, das seine Illusionszauber an dem Tiefling abprallten, dass seine Versklavung keinen Halt an dem Elfen fand, so hatte es sich entschieden auszuharren. Der Schmerz war ein nützliches Mittel und es würde nicht lange dauern, bis dieser Überhand gewann und den Elfen zu ihm ins Wasser trieb.
Jede kleine Welle, aus welchem Grund auch verursacht nahm dieses Wesen war und jenes Gewässer kannte es, Jahrhunderte lang lebte dieses Wesen nun in dem See und den unterirdischen Tunneln, die bis tief hinab in das Unterreich führten und dort ihm große Jagdgründe lieferten. Diese Höhle selbst war der Nistplatz des Wesen. Sein Vater, oder seine Mutter, das Wesen vor ihm war beides zu gleich gewesen, hatte auch diese Höhle benutzt um die Eier abzulegen und nach und nach waren lauter ihrer Art geschlüpft, alle mit dem Wissen der vorigen Generationen, voller Intelligenz und alle waren sie hinab in das Unterreich getaucht um sich ihre Jagdreviere zu suchen. Außer diesem Wesen, dass nun in der Höhle lebte, es hatte das Elternteil getötet um die Höhle für sich zu beanspruchen und seit dieser Zeit hauste es nun hier.
Zufrieden tauchte es kurz tiefer, strich den steinigen Untergrund mit seinem Bauch um dann wieder hinauf zu blicken. Es hatte Zeit und voller freudiger Erwartung auf die wohlschmeckende Mahlzeit zuckten seine Tentakeln umher, ganz gleich der blutenden Wunden, die schon dabei waren sich zu regenerieren. Es war nicht nur die Vorfreude auf die äußerst delikate Nahrung, nein auch die Freude auf die Erinnerungen des Elfen, die sich sicher als ein wahrer Schatz herausstellen würden. Elfen waren eine seltene Beute in seinem langen Leben und schon allein deswegen begehrenswert. Kleine Fische wurden von seinen Bewegungen aufgescheucht, doch Fische hatte es noch nie verschlungen, waren sie nichts besonderes und so ignorierte das Wesen den silbernen Schwarm der panisch floh, hindurch durch den Tunnel der nicht einmal tief unter Wasser lag, raus in den See, raus aus der Höhle.
Irritiert hielt das Wesen in seinen Schwimmbewegungen inne, einzig der lange Fischschwanz an seinem ende bewegte sich aufgeregt hin und her, als die Ruhe der Unterwasserwelt gestört wurde. Laute,, verzehrt durch das ihn umgebende Wasser drangen an sein Gehör. Einem Menschen wäre es nicht möglich gewesen, sie so tief unter der Oberfläche zu hören, es aber konnte es und noch dazu konnte es alle Verzerrungen ausblenden, so dass es ohne Mühe die Stimme des Barden vernahm, dessen Gesang an sein Ohr drang. Zu schade, dass es diesen Elf nicht hatte versklaven können, für einige zeit, hätte es bestimmt gefallen an ein wenig Unterhaltung gefunden, doch so blieb ihm nichts als die Nahrung und die Erinnerung die ihm geboten wurde.
Musik, so rein so süß, lockend wie jede große Nahrung, noch versprechender als seine Schätze, die es in den tiefen hortete. Und das Wesen konnte gar nicht anders als wenigstens ein kleines Stück aufzutauchen, so der Musik näher zu kommen. Töne die es umhüllten, es weiter nach Oben lockten und es vergessen ließen. Die langen, schleimigen Tentakeln wühlten durch das Wasser, bewegten sich mit den Klängen und immer näher kam die Wasseroberfläche, doch es war egal, denn einzig die Musik war es die zählte. In all seinen Erinnerungen, waren so viele unterschiedliche Sprachen, es beherrschte mehr Laute, als sonst jemand, denn es gefressen hatte und doch war ihm diese Art fremd. Und das fremde war faszinierend, so dass es dem magischen Bannlied unterlag, der massige Körper, der über sechs Meter lang war, auftauchte und sich zielstrebig ins seichte Wasser begab.

Kelsey stockte der Atem, er musste nur einmal auf den Arm des Sonnenelfen schielen, auf dass ihn der Ekel packte, noch dazu, da die zerrissene Tunika die schmalen Schultern des Elfen preisgab und auch hier anfing die Haut durchsichtig zu werden, genau wie die haut zwischen all dem Blut des Rückens die erste Aufhellung zeigte. Was auch immer der Plan des Elfen war, er sollte gelingen. Oder sie saßen hier fest, der Elf entweder Tod, oder was wusste Kelsey schon, was da geschah. Und was war mit ihm? Panisch tasteten seien Finger über sein Gesicht, hatte ihn doch auch der Schleim getroffen. Und er war sich sicher ein leichtes Kribbeln zu spüren und als er die Finger weg zog, war wieder der Schleim an ihnen, obwohl er kurz zuvor sein Gesicht abgewischt hatte und Kelseys dunkle Augen weiteten sich.
Wie gerne hätte er den Elfen gepackt, an ihm gerüttelt und ihn angebrüllt er solle sich beeilen, denn viel mehr als schon wieder singen tat er nicht. Nun gut es war Balsam auf seiner Seele, beruhigte die eben panischen Gedanken, doch er sah einfach keine Wirkung. Keine magischen Muster, kein donnernder Zauber, der mit viel Laut und Licht sich entfaltete, es hallten schlicht die hellen Töne durch die ganze Höhle, erfüllten sie und gaben ihr jene Atmosphäre, die Kelsey an dem einem Abend im Gasthaus schon bemerkt hatte.
Bleiern und zäh waren seien Gedanken, jede Aufregung verschwand aus ihm, der Schleim in seinem Gesicht hätte noch schlimmer werden können, er hätte es nicht einmal bemerkt. Viel mehr starrte er den Sonnenelfen an, glaubte ein goldenes Licht um jenen erscheinen zu sehen und der Ausdruck des Tieflings wurde verträumt. So irrsinnig es auch in dieser Situation erscheinen mochte. Der Elf selbst erschien ihm wie eine Lichtgestalt, hier in der Finsternis. Etwas völlig Unnahbares, das man nur aus der Ferne sah, so wie in Etwa die Sterne.
Und bald stand Kelsey neben dem singenden Barden, den Kopf leicht schief gelegt, so dass die langen schwarzen Haare im wirr ins Gesicht fielen, den Anblick der durchsichtigen Haut zum teil verbargen. Und der drang nach Wasser, der auch in ihn aufkeimte, den bemerkte er nicht Einmal mehr, denn nichts anderes wollte er als zu lauschen und in der Musik zu vergehen, eins mit ihr zu werden.

Loririons Gedanken waren mehr als klar geworden, die Schärfe seiner Sinne, die der Schmerz geraubt hatte, die die Erschöpfung verschleiert hatte, kam zurück und erleichtert atmete er ein, nur um noch stärker das Bannlied zu singen. Aus den Augenwinkeln, sah er den Tiefling näher kommen, den verklärten Ausdruck in dessen Gesicht, doch zu ändern war es nicht, der kleine Nachteil seines Bannliedes. Doch er sah nur noch diese Chance, denn seine Kraft war am ende, auch wenn er sich nun gestärkt fühlte, war es einfach das Letzte was er aus sich herausholen mochte. Viel zu viele Zauber hatte er schon an diesem Abend verschleudert, so dass ihm kaum noch welche zur Verfügung standen und viel zu erschöpft war er, als dass er glaubte einen anderen Weg für einen Kampf zu finden.
Langsam tastete die schmale Hand nach einem der verborgenen stecken, die er bei sich trug. Seine Anzahl von zaubern war begrenzt, so wie ihre Wirkung und ihre Art. Doch hinderte es ihn nicht magische Gegenstände zu nutzen und genau dies hatte er vor. Fest schloss sich seine Hand, um das edle Metall, welches leicht aufglimmte, kaum berührte er es.
Komm endlich!
Mehr als flehend auf die Wasseroberfläche zu blicken blieb ihm nicht, während Silbe um Silbe aus ihm heraus flossen. Es war Klarheit, die ihn umfing, seinen Verstand befreite ihn stärkte und erneut brach der Zauber des Fremden, der ihm seine Erinnerungen verdreht hatte und immer wieder hallten Worte durch seinen Kopf, ermahnten ihn im Umgang mit dem Ring, den er nun trug und endlich sah er was an dem Abend geschehen war, als er vom Tisch stürzte. Etwas hatte ihm Lebenskraft geraubt, Krankheit über ihn gebracht und wäre er nicht mit seinem Bannlied beschäftigt, er hätte diesen verfluchten Ring sich vom Finger gerissen und ihm dem Wesen im See zum Fraß vorgeworfen. Doch er konnte nicht, musste die Erinnerungen über sich ergehen lassen, durfte den Faden zum bann nicht verlieren. Denn schon zeichneten sich die Umrisse des massigen Körpers ab, kamen immer näher, bis sich das Wasser teilte und den großen Amphibienkörper freigaben. Irgendwo, ja irgendwo hatte er schon einmal von solch einem Wesen gelesen und ein einziges Wort schoss ihm bei diesem Anblick durch den Kopf.
Aboleth!
Es bringt nicht viel, wenn man seinen Feind benennen kann, denn mit der Studie von Wesen, die er glaubte nie zu Gesicht zu bekommen hatte sich Loririon zu seinem jetzigen Bedauern nie aufgehalten. Wieso denn auch? Wenn ihn Jemand gewarnt hätte, er würde sich irgendwann in einer unterirdischen Höhle, zusammen mit einem Tiefling befinden, voller Schleim bespuckt und im Angesicht mit einem Abolethen hätte er gelacht.
Von Kelsey hatte er nicht viel Hilfe zu erwarten, der schien gar nicht wahrzunehmen, dass ihr Feind aufgetaucht war, denn beide hatten den gleichen abwesenden Blick. Wenn man den Blick aus schwarzen Augen, mit den roten Schlitzaugen, denn vergleichen konnte. Doch darüber zu philosophieren, nein das wollte Loririon nicht. Die Hand schon krampfhaft um den Stecken gelegt überdachte er nur kurz seinen Plan.
Gut er konnte noch eine ganze Weile singen und würde er nicht den einzigen Ausweg unter Wasser befürchten, so hätte er sein Lied weiter erklingen lassen um sich raus aus dieser unwirklichen Höhle zu begeben. Und dann wäre er wohl hin zu diesem verfluchten Acharn Zephyr um ihn gegen das Monster zu hetzen, in der Hoffnung das Monster würde in diesem eine köstliche Mahlzeit finden. Doch nun blieb ihm nur der Angriff.
Und so brach das Lied ab, während er den Stecken auf das Wasser richtete und mit einem einzigen lauten Wort, die gespeicherte Magie entfesselte.

Kaum brach das Lied ab, blinzelte Kelsey verwirrt. Fühlte er sich, als würde er aus einem tiefen, traumlosen Schlaf erwachen, nur um sich in einem Alptraum wieder zu befinden. Seiner Meinung nach stand er viel zu dicht an dem verhassten Wasser. Und was ihn noch mehr entsetzte, war der Anblick des Abolethen, nah an ihm. Viel zu nah. Ein lautes Knurren entwich seinen Lippen, wollte er schon vor hetzen und sich seiner haut erwehren, musste das ganze doch ein Zauber des Monsters gewesen sein.
Seine Stiefel wirbelten Steine beiseite, kaum hatte er sich auf den weg gemacht. Doch schoss eine Hand zu seinem Oberarm, legte sich fest um jenen um ihn aufzuhalten, bevor er das Wasser auch nur mit der Zehenspitze berühren konnte und es war wohl besser so.

Helles Licht, weiß und schon stechend in den Augen tauchte auf. Erleuchte die Höhle und gab den Anblick auf noch mehr Knochen und angefressene Leichen frei. Gewaltig wirkten nun die Ausmaße, die man im Finstren nur hatte erahnen können und die Landschaft aus Fels und Wasser war doch nicht so karg, denn hin und wieder waren Moos und Wasserpflanzen an einigen der Felsen angesiedelt. Das Wasser so klar, dass man die vereinzelten Fischschwärme, durch es erblicken konnte.
Der Aboleth selbst brüllte auf, als er der Zauber fiel, der ihn angelockte hatte und in einem wütenden Ansturm hämmerte die telepathische Stimme wieder auf den Barden ein, ließ ihn wanken. Doch es war zu spät, der Zauber schon längst in seiner Wirkung und während sich Loririon an dem Tiefling festhielt nach Luft rang und den stecken fallen ließ um seine Hände gegen die Schläfen zu drücken, fuhr das Licht, welches sich als Blitz herausstellte hinein in das Wasser, genau dort wo der Aboleth sich befand.
Lautes Brüllen, des zuckenden Leibes, ließen einzelne Felsen sich aus der decke lösen, hinab regnen, auf dass sie entweder auf dem Boden zerschellten, oder tief im Wasser versanken. Man musste schon fast fürchten die Decke würde einstürzen, sie alle Drei unter sich begraben und am Ende hätte die Prophezeiung doch Halt gefunden und dem goldenen Krieger ein steinernes Grab beschafft, aber der Regen aus Steinen verging und keiner hatte auch nur einen Körper getroffen, außer den Abolethen, doch dessen Knochenplatten waren stark genug, um sich an so etwas nun wirklich nicht zu zerstören.

„Du hast es wütend gemacht!“ Nun war es Kelsey, der nicht anders konnte als solch eine unpassende Bemerkung von sich zu geben. Anscheinend färbte die Redseligkeit des Barden ab, was sicher nicht erfreulich war. Doch an sich hatte Kelsey recht, das Wesen da ihm Wasser sah angeschlagen aus, angeschlagener als zuvor, doch leider war es immer noch am Leben und noch viel schlimmer es brüllte schon wieder, verengte die Schlitze um die roten Augen und kurz darauf schlangen sich Tentakeln um die Felsen um sie, krallten sich in das Gestein und der massige Leib der Amphibie schob sich in grotesker Weise zu ihnen ans Ufer, hin auf das trockene Land, wo sie dachten sicher zu sein.
Loririons Schultern sanken herab, konnte dieses Wesen ihnen nicht einfach den Gefallen tun und sterben? Konnte es nicht wenigstens schwer verletzt sein, unfähig zum Kampf? Nein viel mehr schlugen die Tentakeln erneut nach ihnen und das große Maul des Abolethen schnappte nach dem Sonnenelf, der es gerade noch so schaffte seinen Griff um den Tiefling zu lösen und davon zu springen. Während er noch erneut sein Rapier zu ziehen hatte, war es an Kelsey nach dem Maul zu schlagen, schließlich war er keine Mahlzeit und die Zähne kamen ihn einfach viel zu nahe, als dass er sie hätte ignorieren können.
Lange hatte der Tiefling diesmal gegen seinen infernalischen Trieb bestanden, hatte das Toben weit in sich eingesperrt und verdrängt, aber nun schien es an der Zeit genau diesem Wüten freien Lauf zu lassen. Denn mehr als einen lauten Hall gab es nicht, als sein Schwert auf die Schuppen am Maul traf, nicht den kleinsten Kratzer hatte er hinterlassen und wollte er überleben, musste er wohl dem nach geben, das er fürchtete. Als der Aboleth aufbrüllte, ihn in irgend einer Sprache , die er nicht kannte anzischte, fauchte der Tiefling nur und gab sich nicht mehr die Mühe nachzudenken, viel mehr preschte er vor um einem Sturm gleich immer wieder auf das Wesen mit seiner ganzen Kraft einzuhacken.




~~~~~~~





Bald brach der Tag ein und er hatte wieder in seine Rolle zu schlüpfen, die er nun seit einigen Jahren schon verkörperte. Ein lautes Seufzen entwich dem Herren der Schattendiebe, während er mit einem Handwink einige seiner Phiolen quer über den schwarzen Obsidantisch schleuderte, sich nicht daran störte, dass sie mit einem lauten Klirren zerbrachen. Er, Rothillion, sollte zufrieden sein. Schließlich waren seine Untergebenen dort draußen und am nächsten Morgen würde er vom Tod des Sonnenelfen erfahren, genauso wie sein Plan, Fürst Mondflüstern zu schaden, Gestalt angenommen hatte und schließlich war dessen Fehlen beim Fest, ein eindeutiges Zeichen für das Wirken des Giftes.
Oh, er hatte sein Gefühl an Triumph ausgekostet, das Fest in allen Zügen genossen, doch nun in der Nacht, in der Einsamkeit, wo Gedanken Platz fanden, kam die Unzufriedenheit zurück. Immer noch kannte er nicht die Identität des Einbrechers und das ganze Verhalten des Einbrechers, der Hohn und der Spott, denn er ertragen hatte müssen, ließen ihn nicht zur Ruhe kommen. Er könnte sich selbst ohrfeigen, dass er selbst die verräterischen Beweise nie vernichtet hatte und nun befürchten musste, dass sein Verrat nach mehr als einem Jahrzehnt aufflog. Aber wer hätte denn schon ahnen können, dass Fürst Mondflüstern, die Macht dazu besaß lebendig zu entkommen und dass er wieder an diesen Ort zurückkehrte:
Die Hand Rothillions schmetterte hinab auf die Platte des Tisches. Es war interessant gewesen den Fürsten zu beobachten, die verschiedenen Muster aus Flüchen auf ihn zu studieren, die ihm langsam das Leben raubten. Amüsiert hatte er sich, wie Abysitor nach einem Weg suchte, diesen sturen alten Krüppel am Leben zu erhalten und scheiterte. Es gab keinen Weg zur Heilung, Rothillion hatte es erkannt und es war alles nur eine Frage der Zeit, wie Zäh sich Fürst Mondflüstern zeigte. Der Magier hatte ihm ein paar Wochen gegeben und nun waren schon einige Monate verstrichen und der Elf klammerte sich mit erstaunlicher Willenskraft an seine nutzlose Existenz, nicht nur dass er hatte den Willen gezeigt um neue Stärke zu erringen. Doch dies hatte keine Bedeutung, er würde sterben. War er nur ein Preis gewesen, so wie das eigene Herz, das Rothillion geopfert hatte, um endlich auf seiner gewünschten Stufe der Macht an zu gelangen und bald würde er eine weitere erreicht haben. Endlich, wenn der Tiefling ihm war und ihm verriet wo Rash`net den Schlüssel zur Stadt der Gnome lagerte, wo die ersehnten Artefakte verborgen waren.
Rash`net ein Name der ihn fast ausspeien ließ. Der verlogene Taymagier, der nur einen Grund gesucht hatte ihre unsichere Partnerschaft fallen zu lassen. Er würde es noch bereuen, denn auch Rash`net wusste nicht, wer Rothillion eigentlich war und ein triumphierendes Lachen breitete sich in der kleinen Kammer aus, hallte durch die schwarze Finsternis.
Arbeit, so viele Studien zu verrichten, so viele Zauber zu weben, er sollte sich gleich daran machen, wie jede Nacht, denn der Magier brauchte schon lange keinen Schlaf mehr und so trat er von dem Tisch zurück. Einer seiner schattenhaften Diener würde schon die angerichtete Verwüstung beseitigen, dazu ließ er sich nicht herab und mit festen Schritten verließ er die dunkle Kammer. Spätestens jetzt hätte ein unsichtbarer Beobachter bemerkt, dass der Magier sich schon lang nicht mehr in seinen Gemächern befand.
Rote Glühen erhellte die Finsternis, gab den Blick auf schwarz polierten Edelstein frei, der die Wände zierte, sich über eine Kammer ausbreitete, deren Ausmaße einer Höhle entsprachen. Ein schmaler Steg, der sich durch diesen Raum wandte, die kochende Glut tief unter ihm überbrückte. Das einzige Licht an diesem Ort, stammte von dem reißenden Strom aus Feuer und Magma, tief unter diesem Steg. Doch vor diesem Strom schien Rothillion keinen Respekt zu haben, mit wehender Robe überquerte er den schmalen Steg, fest seine Schritte, die unheimlich hallende Geräusche von den Wänden warfen.
Genauso wenig störten ihn die Schemen aus Schatten bestehend, die durch die dunklen Ecken huschten, nach ihn griffen, ohne ihn aber zu erreichen, denn prallten sie förmlich an ihm ab. Geschickte Finger, die ein Amulette unter seiner Robe hervor holten, kaum hatte er den schmalen Steg überquert und stand vor einer glatt polierten Wand, an der es anscheinend keinen Durchlass gab. Ein kleines Blinzeln, ein Herzschlag lang, besaß man denn ein herz, verging, bis das Amulette aufleuchtete und wispernde Worte des Magiers erklangen. Die Sprache fremd und Qual verheißend, war sie düster und schien das Licht an diesem Ort zu verdunkeln, bis mit einem lauten Ächzen die Wand anfing zu verschwimmen und den Durchgang zu einer weiteren Kammer freigab.
Auch hier zögerte der Magier nicht, der das Amulette wieder sicher unter dem roten Stoff der Robe verbarg. Ließ er sich nicht von den Statuen mit den Dämonenfratzen abhalten, schenkte ihnen nicht einmal Beachtung. Obwohl sie mehr als Stauen schienen, denn viele von ihnen wirkten lebendig, so als wären diese Kreaturen mitten in ihren Bewegungen schlicht erstarrt und das Gefühl des beobachtet Seins, konnte einen an diesem Ort einen förmlich ersticken. Immer noch erklangen seine Schritte auf dem glänzenden Stein, führten in weiter durch den Gang, solange bis das rote Glühen des Feuerstroms schon fast vergangen war und die lebendigen Schatten zunahmen. Erst dann öffnete sich der Gang zu einem weiteren höhlenartigen Raum und leises Zischen begrüßte den Magier.
„Rothillion, ah ihr seid wieder hier, welchen Dienst wollt ihr nun einfordern?“ Einer der Schatten glitt aus den anderen davon, nahm Substanz an, auch wenn man kaum mehr erkennen mochte, als die schwarze Dunkelheit, so waren doch nun Schritte von dem Schatten zu vernehmen, der sich dem Magier näherte, die langen, klauenartigen Finger ausstreckte. „Sprecht herzloser, welchen Dienst? Und welche Bezahlung werden wir erhalten?“
Vielleicht wäre es nun angebracht Furcht zu zeigen, oder wenigstens Misstrauen, doch der Magier lächelte nur unbeeindruckte, schauderte nicht einmal als die Klauenhand durch seinen Körper fuhr, konnte sie ihm doch keinen Schaden anrichten und mit langsamer Sorgfalt holte er ein schwarzes Stück Stofffetzen hervor, das noch mit längst getrockneten Blut besudelt war. Mehr war ihm nicht von dem geheimnisvollen Einbrecher geblieben, aber es genügte. „Findet den Träger des Stoffes, findet den, durch dessen Adern jenes Blut fließt, doch tötet ihn nicht, kommt zurück und berichtet, denn seinen Tod will ich vollbringen.“
Unachtsam ließ er den Stofffetzen fallen, der von der klauenartigen Hand aufgefangen wurde. „So eine Blutjagd, wir sind erfreut, dennoch wird es seinen Preis haben.“ Und wie zur Bestätigungen, wurden die Schatten wieder dunkler und mehr dieser Kreaturen lösten sich aus ihnen. „Ihr Rothillion habt den Verlust einer unserer Auserwählten zu verantworten, auch wenn wir eure Entschuldigungen dulden, so ist der Preis hoch. Blut und die Seele eines Unschuldigen werden diesmal nicht genügen, wie eins vor langen Jahren.“
„Ihr habt mein Leben schon genommen,“ Rothillions Stimme war schneidend und scharf wie die Klinge eines Dolches, ließ den Schatten zurückweichen, bevor sich dort wo dessen Kopf saß Licht bildete, in dessen unheimlichen Leuchten ein Grinsen formte. „Euer Herz, das ihr nicht vermisst, das war kein Opfer, denn es brachte euch Macht. Nein wir wollen kein Opfer von euch, sondern die Gewissheit, dass ihr uns etwas schuldet, dass ihr einlösen werdet, wenn wir es bestimmen.“
Nur kurz zögerte der Magier, bevor er leicht den Kopf neigte, die notwendigen Worte sprach: „Dann werde ich einen neuen Pakt eingehen, doch findet diesen Dieb und führt mich zu ihm. Meine Rache an ihm soll ein Geschenk für euch werden. Sein Schmerz, seine Qual, auf das er nach seinem Tod ein Sklave der Euren wird. Der Pakt ist beschlossen.“ Noch einmal bekam Rothillion das leuchtende Grinsen zu sehen bevor die Schatten anfingen aus der Kammer zu strömen, sich in Bewegung setzend und ihn alleine zurückließen mit den hallenden Worten: „Und bald wird auch dieser Pakt besiegelt sein!“




~~~~~~~





Zum zweiten Mal in dieser Nacht flog Loririon im hohen Bogen durch die Luft. Von einer Tentakel getroffen, die ihn einfach wegschleuderte, als wöge er weniger als eine Feder. Leider war dem nicht so, sonst wäre er wohl sanft gen Boden geglitten, doch so tauchte er mit einem lauten Platschen hinab in die Fluten des Sees, auf dass das Nass in alle Seiten davon spritzte und immer noch Wellen schlug, als er schon längst untergetaucht war. Der Aufschlag auf die Wasseroberfläche beraubte ihm fast seiner Sinne und ein weiteres Mal befand er sich unter Wasser. Aber dieses mal stellte es sich als angenehm heraus, der Schmerz auf seiner haut verging sofort und als er, immer noch unter Wasser seine Augen aufriss, konnte er feststellen wie sich seine Haut wieder verdunkelte. Hätte er gekonnt, hätte er wohl vor Dankbarkeit geseufzt.
Nur zögernd tauchte er diesmal auf, als seine Lungen nach Luft verlangten, brachte nur den Kopf an die klare Luft und behielt den Rest des Körpers im kühlen Nass, das nach und nach seine Schmerzen milderte, ihn sogar zu stärken schien. Es war doch vergebens. Er hatte diesem Wesen geschadet ja, aber nun war die Bestie in einer unbeschreiblichen Raserei gefangen und gab sich den Wettstreit mit Kelsey, wer wohl von ihnen erschreckender Toben konnte. Sehr zu seinem Bedauern schien der Tiefling diesen Wettstreit zu verlieren, denn dessen Gesicht war erschreckend schleimig geworden und sprach Bände, die verschleierten Augen, die von schmerz matt geworden waren, die Bewegungen immer steifer und träger geworden. Vielleicht würde ihm auch das Wasser helfen? Doch dann hatte der Aboleth sie beide in seinem Element und ihr Erfolg wäre unmöglich.
Das ist er doch jetzt schon, wir können es nicht wirklich verletzen, seine Schuppen sind zu hart.
Laut war die aufbegehrende stimme in seinen Ohren. Nichts war unmöglich, nur kompliziert. Doch der Sonnenelf konnte einfach keinen weg finden. Der Blitz war sein Ausweg gewesen, nicht dass das Ding an Land kam, das ganze Ufer mittlerweile zu einer Wiese aus Schleim verwandelte, der von seinem Bauch tropfte und eine ganz andere Farbe aufwies, als der den es vorher gespuckt hatte. Schleim! Warum tropfte da eigentlich Schleim herab? Er musste schon verzweifelt sein, sich Gedanken über solche Dinge zu machen, aber so hatte er eine ausreden noch einige Momente im begehrten Wasser zu bleiben und


„Jedes Wesen Loririon hat eine Schwachstelle. So wie du und ich.“ Der Sonnenelf kräuselte leicht die Stirn um aufmerksam den Worten zu lauschen, wobei er den Kopf gegen die Schultern des Waldelfen gelehnt hatte und den Blick hinaus zum Horizont wandern ließ um den goldenen Sonnenuntergang zu beobachten. Er mochte abwesend wirken, doch zog er all die Worte Albaraens auf, wie ein Schwamm Wasser und einmal gehört vergas er sie nicht. Er vergas nie, eine seltene Kunst, die im Nützlich war.
„Wenn wir hier draußen auf andere Wesen treffen, werden uns nicht alle wohl gesonnen sein, nicht immer kann man einen Kampf weiche. Und verstehe ich habe es auch nicht vor. Der große Jäger würde das nicht dulden, ich könnte es selbst nicht dulden. Deswegen ist es wichtig zu begreifen. Ich weiß du hast in der Akademie gelernt einen Kämpfer zu beobachten, die Lücken in seiner Deckung zu erkennen und es ist nicht anders wenn du mit Monstern kämpfst. Achte auf sie, auf ihre Art, ihr handeln und Denken und du wirst ihre Schwachstelle finden. Sie mag nicht immer leicht zu erreichen sein, geschützt sein, aber sie ist da. Vergiss das nicht!“

Nein er hatte nicht vergessen und langsam nickte der Sonnenelf um erneut auf den schleimigen Boden zu blicken, bevor er sich langsam aufrichtete. Wasser tropfte aus seiner Kleidung, seinen Haaren und er hoffte sie würden nicht all zu schnell trocknen, ihn so noch etwas das Gefühl der Schmerzmilderung geben. Doch selbst wenn nicht, seine Entscheidung stand fest, sein Kinn schob sich leicht vor während er entschlossen die Kiefer aufeinander drückte, bis die Zähne knirschten. Fauchen und Knurren drang an sein Ohr und es war gar nicht einmal so leicht zu sagen, wer denn nun diese Geräusche von sich gab, denn Tiefling und Aboleth nutzten sie gleichermaßen um sich Gegenseitig zu bedrohen.
Langsam, lautlos glitt Loririon Drachenatem auf die beiden Kämpfenden zu, um seinen letzten Dolch zu ziehen, das Rapier aufzulesen, welches er verloren hatte. Kalt war der Griff der Klinge, schmiegte sich an seine Hand an und dennoch fühlte es sich gut an, gab ihn ein wenig Geborgenheit zurück, stärkte sein Vertrauen, das er so dringend brauchte um seinen Plan auch durchzuführen.

Kelsey war mehr als verzweifelt. Neben dem infernalischen Trieb, erschütterte ihn ein Gedanke, der so laut nach Wasser schrie, dass er glaubte auseinander gerissen zu werden. Dazu war er in einem neuen hoch seiner Wut angelangt, die ihm bisher noch gar nicht bekannt gewesen war. Hass auf Alles und Jeden. Er hasste den Sonnenelfen, dafür dass er wegen diesem sich in einer solchen Lage befand, für diesen Irrsinnigen plan und er würde ihm die Zunge herausreißen. Er hasste die Schattendiebe, die Schuld waren, dass sie hier waren und wenn er dazu kam, würde er sie in einem Alleingang alle vernichten samt Rothillion. Er haste Rash`net, für dieses verfluchte Halsband, die Sklaverei, dass er wegen diesem immer wieder zu leiden hatte. Und ganz zum Schluss da hasste er Hasuvar.
Heiße lodernde Flammen, die sich in ihn schürten. Warum hatte der Mondelf ihn auch allein gelassen? Wie konnte er es wagen zurück zu kehren? Er würde ihm jeden Knochen einzeln brechen, so wie er es bei ihrer ersten Begegnung vor einigen Monaten getan hatte. Und diesmal würde es ihm nicht Leid tun, nie wieder würde ihm irgendetwas Leid tun. Warum denn auch? Hatte jemals Jemand mit ihm Mitleid gehabt?
Kelsey selbst wäre erschüttert über seine eigenen Gedanken, wäre er noch bei seinem normalen Verstand. Doch dies war er schlicht nicht und vielleicht erhielt es ihn auch im Moment am Leben, gab ihn die Kraft, die ein anderer schon längst verloren hätte, so dass er sich noch immer gegen den Abolthen wehrte, diesen immer wieder dazu brachte sich vor Wut aufzustemmen um schwungvoll nach dem Tiefling zu schnappen, der es einfach nicht sein lassen konnte mit dem Schwert Kratzer in die Knochenplatten zu schlagen.

Natürlich wusste Loririon nicht, was in Kelsey vor sich ging. Doch er spürte es. Der Ring am Finger des Sonnenelfen leuchtete hell und wieder war da der Wunsch ihn einfach abzustreifen, davon zu werfen, solange er sich noch erinnern konnte.
Später!
Nun galt es ein Monster zu erlegen, sein Leben zu retten und dann würde er sich um die Zauber kümmern, die ein Fremder auf ihn geworfen hatte. „Hör auf!“ Die Wut des Tieflings war verwirrend, noch verwirrender war es sie zu fühlen. Der Barde selbst kannte Wut, den Wunsch Jemanden umzubringen. Unbeschreibliche Wut, die er einst erst mit dem Vergießen des Blutes eines Mörders gestillt hatte. Doch er hatte gelernt, wie furchtbar man sich nach diesem Zorn fühlte. Dass Rache keineswegs den Schmerz der Trauer nahm. Hass war nur eine Form zu verdrängen, den Schmerzen zu entgehen. Keine diese Erkenntnisse schrie er hinaus, warf sie dem tobenden Tiefling entgegen, er hatte die Zeit dazu nicht und wieso sollte er auch. Diese harte Schule hatte der Tiefling allein zu gehen, denn das Verständnis kam nur,. Wenn man es allein herausfand.
Vielleicht war es besser den Anderen Toben zu lassen, sich gegen den Sturm aus Gefühlen zu stemmen, denn es lenkte den Sonnenelfen nur ein wenig ab, den Abolethen dafür völlig. Nahm er den Sonnenelf nicht war, sah er auch schon längst keine Bedrohung mehr in diesem. Und als die Amphibie sich erneut kraftvoll auf ihre Tentakeln stemmt, den Oberkörper aufrichtete, um einen Biss nach dem Tiefling zu führen, da zeigte sich der Unterleib, dem lauernden Blicken aus blauen Augen, die rosigen Organe, bedeckt mit Unmengen von triefenden Schleim.
Corellon, steh mir bei!
Der Schleim stank nicht nur abscheulich, nein er schillerte im hellen giftigen Grün, warnte vor der Gefahr, in die er sich nun wissend begab und schnell bewegten sich die ledernen Stiefel des Elfen über den Boden, wäre er fast auf einer Schleimpfütze auf dem Boden ausgerutscht, doch schließlich fand er sein Ziel und der schlanke Leib des Sonnenelfen verschwand unter den Massen des Monsters, das immer noch nicht ahnte, wie ihm gleich geschehen sollte.
Kraftvoll trieb er Rapier und Dolch in das erstbeste Organ, von dem er nicht einmal den Nutzen kannte und wohl nie erfahren würde. Doch dies war nun egal geworden, immer wieder stach er zu, völlig gleich des lauten Brüllens, als der massige Körper anfing zu Zucken, sich die fischartige Kreatur wand. Flach schmiss sich das Wesen mit der Stelle zu Boden, dort wo sich eben noch der Sonnenelf befunden hatte, doch dieser war längst weiter getänzelt, stach erneut zu und ignorierte den Schwall aus grünen Schleim der sich stinkend über ihn ergoss. Ein Gemisch aus Blut und Schleim regnete unaufhaltsam herab, brachte ihn zum Würgen und als er diese Flüssigkeit auch noch schluckte, sie ihm Mund und Nase, genauso die Augen verklebte, da war sich Loririon Drachenatem schon längst sicher, dass Albaraen, hätte er ihn gesehen, vor Entsetzen geschrieen hätte. Er hatte zwar die Lektion in Sachen Schwachstelle völlig verstanden, doch die Ausführung war mehr als grauenhaft. Schließlich hätte zu einem perfekten Plan gehört, dieser Schleimwolke zu entgehen und nicht in ihr zu baden.

„Hör auf!“ Diese Worte waren bis zu Kelsey vorgedrungen. Doch womit sollte er aufhören? Sich zu wehren? Sollte er sich etwa fressen lassen? Für solch eine Behauptung würde er den Elf umbringen, wenn es das Monster nicht vollbrachte. Und er sollte hoffen, dass ihn das Monster erlegen würde, denn er Kelsey Dämmerlied wäre nicht so schnell und gnädig. Wieder ein Schlag gegen das maul des Ungetüms, nahm er die Zähne hin, die seinen Arm streiften, für eine klaffende Wunde sorgten. Doch was er nicht einfach so hinnehmen konnte, war der Ring in seiner Hosentasche.
Für einen kleinen Moment stand die Welt um Kelsey still und war es, als würde er sich von seinem eigenen Körper lösen. Nur noch Beobachter werden, nicht in der Lage etwas zu tun. Panisch wollte er sich dagegen wehren, war es viel zu ähnlich dem, was er erlebt hatte, war die Angst vor einer neuen Giftwirkung zu groß. Doch im Gegensatz zu Loririon wusste er nicht von dem Ring, von dem Zauber, der auf ihm lag und so blieb es ihm verwehrt die Magie zu brechen.
Ein Blick aus fremden Augen auf sich, kann mehr als erschreckend sein. Und für Kelsey war dieser Anblick, der sich ihm bot, wie ein Schlag mitten ins Gesicht. Man hätte genauso einen Felsbrocken in empfindliches Spiegelglas werfen können, das Ergebnis wäre das Gleiche gewesen. Ein Haufen aus abertausend Splittern, die laut klirrend entstanden waren und benommen taumelte der Tiefling zurück, während der bisher wild umher zuckende Teufelsschwanz kraftlos auf den Fels sank. Vernichtender als es jeder Hieb war, fegte die Erkenntnis über ihn hinweg und hinterließ nichts als dumpfe Leere, so wie er sie zwar kannte, denn schon oft kam sie ihn holen, nach seinen Anfällen, doch noch nie war sie so überwältigend gewesen.
Kelsey bekam die Schreie des Ungetüms nicht wirklich mit, wie jenes in einem Schwall aus Schleim zusammen brach und der Sonnenelf sich nur mit Mühe unter dem schweren Körper des Abolethen hervor rollte, bevor dieser auf ihm zusammen brechen konnte.
Sieg, doch zu welchen Preis? Weder der erstarrte Tiefling, noch der vor Schleim tropfende Elf vermochten es zu sagen.




~~~~~~~





Es war die Stunde des Zwielichtes, dann wenn weder Tag noch Nacht zu herrschen vermögen. Die Stunde in denen die Schurken von ihren Streifzügen zurückkehren. Dort, wo ihre Abgründe sich auftun und nicht einmal das Zwielicht die Finsternis zu dämmen mag. Bald würde die Sonne sich langsam an den Horizont schieben, die Nacht verbannen und alle Schatten hatten zu ruhen, auf dass sie in der kommenden Dunkelheit erneut über das Licht triumphieren mochten.
Immer und immer wieder blickte ein einzelner Gnom an seinem Posten, an jener Tür zum Untergrund Cauldrons auf genau jene schwere Eichentür. Oft war sie in der Nacht geöffnet und geschlossen worden, doch nie, nie hatte sie Kelsey zurückgebracht. Die Zeit war um und es war noch nie geschehen, dass jener Tiefling einfach davon blieb. Es konnte nichts Gutes heißen, vielleicht etwas Gutes für Kelsey Dämmerlied, der endlich den Tod gefunden haben mochte, doch dies war unvorstellbar und es lag Verrat in der Luft, machte jene stickig.
Missmutig wanderte der Blick des Gnomes zur Treppe, die hinab in das Reich der Gnome führte, oder vielleicht eher in deren Überreste. Dort unten wo nun die Taymagier hausten und er würde es nicht sein, der Bericht erstatte an diesem Morgen, denn hing der alte Gnom doch zu sehr an seinem Leben und wollte sicher nicht in Rash`nets Nähe sein.
Verdammter Bastard von Tiefling, komm zurück, es ist besser für uns alle.




~~~~~~~





Zu schwimmen hatte sich für Kelsey als ein kleines Übel herausgestellt. Wobei schwimmen hatte man es nicht nennen können. Der Sonnenelf hatte ihn verzweifelt in die Nassen Fluten gezerrt, jedes Sträuben und Fauchen einfach ignoriert. Und erst einmal im Wasser, hatte Kelsey die gleiche Erfahrung wie der Barde gemacht. Wasser war etwas angenehmes, milderte den Schmerz in seinem Gesicht, der sich schon über den hals zur Brust verbreitet hatte.
Sein Glück war gewesen, dass er so groß war und der Elf ihn durch die seichten Stellen des Wassers geführt hatte. Doch irgendwann musste er dann wohl oder übel untergehen und wieder war es der Elf gewesen, der ihn einfach mit sich zog, hindurch durch den Tunnel, solange dass Kelsey befürchtet hatte zu ersticken, doch seine Gegenwehr war völlig erlegen gewesen und kein Hauch von Freude erfüllte ihn, als sie es wirklich geschafft hatten, auf der anderen Seite des Seeufers aufzutauchen. Da war nur stille Resignation gewesen, als er den Stand des Mondes bemerkt hatte, das Grau des hereinbrechenden Tages, welches ihn zurück rief. Und watend, war er den Fluten entstiegen, wäre wohl einfach dem Ruf gefolgt, ganz abzusehen von dem Brennen, den schmerzen die sich sofort wieder gemeldet hatten, kaum trocknete seine Gesichtshaut an der frischen Luft.

Doch ein lautes Platschen ließ ihn sich umwenden und langsam kehrte ein Teil seines Verstandes zurück, während er mit ansehen musste, wie der Sonnenelf nach Atem rang. Doch Luft schien er nicht zu bekommen, nein viel mehr floss unaufhaltsam Wasser aus dessen Mund, aus den Nasenlöchern, verhinderte jedes nach Luft schnappen und bald darauf tauchte der Kopf des Elfen wieder unter Wasser und ganz zu seinem Entsetzten fing der Brustkorb an sich in gleichmäßigen Atemzügen zu bewegen.
Kelsey hatte geschworen, den Elf zu töten sollte dieser zu einem Wesen aus Schleim werden. Aber er hatte nie gedacht, dass so etwas geschehen sollte und so konnte er nun auf den flehenden Blick aus weit aufgerissenen Augen nur den Kopf schütteln. Immerhin schaffte er es dem Blick des Elfen zu begegnen, als dieser den Kopf wieder aus dem Wasser hob. Und mit einigen Schritten war er an dem Elf heran.
Die Wirkung des zweiten Giftes war noch verheerender als die des ersten, das sie beide abbekommen hatte. Jetzt erst wurde dem Tiefling bewusst, dass Loririon ihn davon abgehalten hatte, den Schleim auf dem Boden oder den der an dem Elf hastete auch nur irgendwie zu berühren und wieder kam das fremde Gefühl der Dankbarkeit. Er konnte jetzt nicht zurück zu seinem Herren gehen, egal welche Strafe es brachte. Er würde sie schweigend ertragen, solange er jetzt handelte. Und schwungvoll ließ er seinen zerrissenen Umhang in das Wasser fallen, um diesen erneut mit dem kühlen Nass zu tränken.
Es erwies sich als schwierig den sich windenden Elfen in den Umhang zu wickeln. Und fast hätte Kelsey ihn zornig angebrüllt, doch immer noch war da der verzweifelte Blick in den Augen, deren goldene Sprenkel schon lang nicht mehr zu glänzen schienen und so ließ es Kelsey zu, dass der Elf seinen Kopf erneut unter Wasser tauchte, bevor er sich auf einen neuen Ringkampf einließ, den er gewinnen sollte. Den Teufelsschwanz entschlossen um die schmalen Hüften geschlungen, gelang es  ihm den Elf zur Ruhe zu zwingen, bis der nasse Stoff ihn umhüllte. Er hätte ihm erklären können, was er vor hatte, aber dies war dem Tiefling zu mühselig, außerdem zweifelte er an der Feste seiner Stimme.
Viel mehr löste er den Teufelsschwanz, um der Hüfte, um diesen durch seinen rechten Arm zu ersetzen und mit wenig Mühe hatte er den Barden auf seine Arme gehoben, wie ein kleines Kind auf jene gebettet und schon fing eine neue Hetzjagd an, hindurch durch die Straßen Cauldrons, nur ein Ziel im Kopfe des Tieflings, der anfing die Stimme des Elfen zu vermissen, war diese doch angenehmer als mit ansehen zu müssen, wie immer wieder neues Wasser aus dem Mund floss. Sich der Elf in Schüben von Wasser übergab, um wenigstens an Etwas Luft zu gelangen.

Loririon Drachenatem hatte sich mehr als ein wenig gewehrt, als man ihn einfach aus dem Wasser zerren wollte. Er musste hier bleiben, genau dies wusste er. Schon seit dem Moment in dem er aus dem Tunnel aufgetaucht war und er nach Atem ringen wollte. Denn da war keine Luft, nur zähe Flüssigkeit die ein Hohngelächter auf seine Bemühungen erklingen ließ.
Es war mehr eine Tat aus Verzweiflung, als er seinen Kopf wieder unter Wasser tauchte und doch kaum schwappte die Flüssigkeit über jenen wagte er den Mund zu öffnen und als wäre er an Land nach Atem zu ringen. Erleichterung, als genau dies funktionierte und er würde einfach in dem See bleiben, solange bis der Schmerz verschwunden war. Doch man konnte ihn ja nicht in Ruhe lassen.
Nein!
Doch alles Winden und um sich Schlagen half ihm nicht, raubte seinem Körper nur die letzte Kraft und als die Arme sich um ihn legten, sank er förmlich in jene. Ihm blieb kaum mehr übrig als zu hoffen, dass Kelsey wusste wohin er da nun quer durch die Straßen hetzte. Es war erstaunlich, dass er noch die Stärke dazu besaß, aber darüber konnte sich der Barde später noch Gedanken machen.
Wasser ließ ihn erbrechen und er wusste nicht einmal wie die Flüssigkeit in seinen Körper gelangt war die er da ausspuckte. Dies war sicher kein Erlebnis, über das man berichten sollte. Nie würde er ein Lied über sich schreiben, in dem er am Ende schlimmer stank als ein toter Fisch und er nicht aufhören konnte den Gedanken zu hegen wie schädlich es war Luft zu atmen, wo das Gewässer des Sees doch viel reiner war. Nein, er musste wohl ein anderes Abenteuer erleben und kraftlos ließ er seinen Kopf gegen die Schulter des Tieflings sinken, war er viel zu erschöpft um sich die ihn kitzelnden Haarsträhnen aus dem Gesicht zu streichen und das Letzte was ihm nun noch mehr verzweifeln ließ, war der Anblick der einst so edlen Hosen, die nun an seinem Oberschenkel einen großen Riss aufwiesen.
Dann wurde es dunkel in der so glanzlosen Welt des Sonnenelfen und er vermochte der Ohnmacht kein weiteres Mal zu trotzen.

Es gab nur einen Ort an dem Kelsey wagte Hilfe zu erwarten. Immer heller wurde es und einige Male wäre ihm fast der Körper in seinen Armen zu Boden gefallen. Mittlerweile war keine Regung mehr von dem Elf zu sehen, nur das leichte Heben und Senken des Brustkorbes, verriet dass da noch leben in ihm steckte. Und Kelsey beneidete ihn der Ohnmacht wegen, wünschte er sich doch auch solche, denn sie war wohl die einzige Rettung vor den neuen Schmerzen. Leichter Wind der seine Gesicht schneller trocknete als es ihm lieb war und der Schmerz trieb Tränen in die dunklen Augen, ließ ihn wanken.
War es keine Herausforderung für die beiden Schurken der Nacht gewesen den niedrigen Zaun zu übersteigen, der den prachtvollen Garten von der Straße abtrennte, so war es nun für Kelsey ein ungeahntes Hindernis, über das er fast stürzte. Auf Heimlichkeit nahm er im Gegensatz zu den ungebetnen Besuchern vor ihm keine Acht. Rannte er durch Büsche und Hecken, trampelte einige unschuldige Blumen platt. Fast wäre er wohl noch gegen eine der Statuen geprallt, doch dies konnte er mit einem Haken, den er schlug, gerade so noch verhindern.
Endlich, nach nicht enden wollenden Minuten war er dort wo das Plätschern des magischen Springbrunnen erklang, hatte er den kleinen, efeubewachsenen Torbogen hinter sich gelassen und dann stand er vor jenem Brunnen, ließ seien Last schlicht in diesen gleiten und konnte zufrieden mit ansehen, wie die Atemzüge des Loririons sich beruhigten, kaum war dessen Kopf unter Wasser. All zu gern ließ auch er sich in diesen Brunnen fallen, vergaß, dass er nicht unter Wasser atmen konnte, war es viel zu erlösend dem schmerz zu entgehen.
Nicht die Besinnung verlieren, er durfte nicht die Besinnung verlieren. Und doch zerrte die Schwärze an ihm, lockte ihn mit Erlösung. Das Knirschen des Kies auf einem der Wege zu Brunnen, hörte er nicht, spürte er nicht wie sich eine Hand auf seine Schulter legte. Nicht ohnmächtig werden, nicht jetzt wo er endlich zu Hause war,....


Dunkel und kalt, die Seele gebrochen.

Ein Fall, keiner hält ihn auf, keiner mag es versuchen,

vom Schicksal in die Schatten hinab gestürzt.

Von tausend Lügen umhüllt, begleitet.

Einzig Licht ist das Dunkel, Dunkelheit in den Schatten.

Sehnsucht nach Leben reißt dich nieder,

quält dich, bis jeder Atemzug eine stumme Pein.

Worte, schon längst vergangen, verloren.

Die Last auf dem Herzen, schwer wie Tonnen Gestein.

Tränen nie geweint, doch sind sie dem Meer gleich, ersticken dich.

Grab aus Stein, in dem die Wahrheit starb.

Vergessen der Sinn, die Existenz zum Tode geboren.

Wünschst dir eine rettende Hand,

dann wenn du in die der Dämonen stürzt.

Gefühle zum Hasse verbannt, Erinnerungen zum vergessen verurteilt.

Hab mich fallen gelassen, mich selbst aufgegeben.

So flehe ich dich an, hilf mir!

Reiche mir deine Hand.









Und hiermit verabschieden wir uns Von dem Tentakelding *tätschel* ein liebes Danke, dass du da warst und mir soviele schleimige und wässrige Freude bereitet hast.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast