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Quifanu Dunkles Herz

GeschichteDrama / P16 Slash
05.09.2006
14.10.2009
36
192.727
 
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Der Sonnenelf zurück gezogen in den Schatten der Bäume, anscheinend vertieft dabei einen Stapel Pergamente zu betrachten, ließ Selene leicht schmunzeln. So leise und konzentriert, ohne seine hin und wieder unpassenden Fragen, war er ein Bild, das sie gerne noch viel länger betrachtet hätte. Doch seine Stimme fehlte, denn trotz der unangenehmen Fragen, war sie so sanft, so lockend, dass sich die Priesterin wünschte, nochmals sie zu hören. Ihre Stirn kräuselte sich leicht, als sie sich der schwarzen Tintenflecken gewahr wurde. Das kleine Chaos, welches sich um den Barden ausbreitete. Er selbst wirke ordentlich, ja fast zu ordentlich, doch entstand um ihn herum das größte Chaos und sie lächelte. Einst hatte ihr Jemand gesagt Elfen seien dem Wald nicht so unähnlich und auch dieser konnte chaotisch sein.
Wenn sie wüsste wie sehr Sonnenelfen solch ein Vergleich bestürzen würde, anders als Waldelfen zogen es Sonnenelfen vor in kunstvollen Gebäuden zu leben. Auch wenn sie hin und wieder im Stillen die Waldelfen um ihre Verbindung zur Natur beneideten. Und dieser Sonnenelf hier hatte lange Zeit unter dem Einfluss eines Waldelfen verbracht, vielleicht deswegen das kleine Chaos. Aber all dies konnte sie nicht wissen, ahnte es nicht einmal.
In den blauen Augen, glänzten die goldenen Sprenkel förmlich, als er endlich aufblickte und sie erkannte. Viel zu überrascht, zu verlegen wirkte das Lächeln, als dass sie auf die Idee kam, dass jene Situation von ihm so vorbereitet worden war. Nur zu gerne kam sie seiner Aufforderung nach, sich zu ihm zu gesellen, sich im weichen Gras nieder zu lassen. Zu der Hektik der letzten Stunden, eine willkommene Abwechslung.
Doch sie sah seine Frage in seinem Gesicht, noch bevor er die Lippen geöffnet hatte. Und ein seufzen entwich ihr, wie sollte sie es ihm erklären? Sie hatte ihm einen Antwort versprochen, doch ahnte er nicht, welch Erinnerungen mit der Frage nach der Prophezeiung geweckt wurden:

Lächelnd ließ Hasuvar den Pinsel sinken, die Jahre waren verstrichen und endlich fand er ein wenig der gewünschten Ruhe. Natürlich nie würde die Vergangenheit ihn ruhen lassen und nie wäre der Frieden perfekt, denn allein die Anwohner Cauldrons konnten anstrengend genug sein. Immer wieder hatte er gegen ihre Vorurteile anzukämpfen, doch damit konnte der Elf leben. Er hatte Jahrhunderte damit verbracht sich Respekt zu verdienen unter den seinen, da würde er ein paar einfache Menschen nicht scheuen.
Nun war es an ihm in Ruhe sein neustes Kunstwerk zu begutachten, während er sich daran machte den Pinsel zu reinigen. Wie er es bewerkstelligte zwischen zwei tobenden Kindern den nötigen Frieden und die nötige Gelassenheit zu finden, um solch ein Kunstwerk zu vollbringen, ließ so manch einen Staunen, doch er konnte nur Schmunzeln. Hin und wieder verkaufte er eines der Bilder, so wie er es auch mit diesen vor hatte. Zeigte es einen Sonnenuntergang über Silbrigmond. Sicher es war ihm gelungen, doch lag ihm nicht mehr als sein Kunstwerk an dieser Darstellung, keine schmerzhafte oder gar schöne Erinnerung die er vor hatte zu bewahren. Und ein klein wenig Geld konnte dem Waisenhaus nicht schaden, so dass er dieses Bild gerne in die Hände des Fürsten gab.
Nun wo er sein Bild beendet hatte, war es ihm wichtig es in Sicherheit zu bringen,bevor die beiden Wirbelwinde es noch umrannten und eilig machte er sich daran die große Staffelei zurück in sein Haus zu räumen. Die Kinder würde er solange unbeaufsichtigt zu lassen, grenzte der Garten doch direkt an die belebte Straße und er wusste, dass man mehr als ein Auge auf eines der beiden Kinder werfen würde, so dass er mit bekäme wenn etwas passieren sollte. Doch was sollte schon geschehen? Kelsey war selten so ausgelassen, nur hin und wieder gelang es Selene ihn so zum Toben zu bringen wie momentan und selbst dann, die beiden waren Kinder und würden sicher nichts anstellen.

Selenes neuste Beschäftigung bestand darin ihren Freund sprichwörtlich am Schwanz zu ziehen. Dass sie ihm dabei schon einige der fransligen Haare des Teufelsschwanzes ausgerissen hatte, stand unter einem anderen Stern. Endete der Teufelsschwanz nicht wie bei Teufelsfürsten in einer dreizackigen Form, sondern wie man es vielleicht bei einigen Tieren wie Eseln sah, in einer Ansammlung aus Haaren, nur waren diese eben schwarzblau und eher puschlig gewachsen, während der Rest des Teufelsschwanzes unbehaart war. Dass dieser kleine Tiefling auch noch dazu neigte recht oft in Tränen auszubrechen, war schon ein wenig nervend, wenigstens in Selenes Augen, die ja Schuld an diesen Tränen hatte.
Auch nun rollten die beiden Kinder über den Rasen, wobei Kelsey, der zwei Jahre jünger und somit kleiner war, den kürzeren zog. Endete es mit einer triumphierenden Selene, die grinsend gegen eines der Hörnchen stupste um den schmollenden Freund zu besänftigen. Konnte sie nicht verstehen, warum die meisten Erwachsenen ihren kleinen Freund so sehr scheuten, sie selbst kannte ihn schon seid dem sie denken konnte und nie war er böse zu ihr gewesen, ließ sich meist ihre Streiche ohne Unmut gefallen.
Der Teufelsschwanz kringelte sich um schließlich ihr Handgelenk zu umwickeln und ein leises Lachen erklang von dem Wesen unter ihr, bevor die Kleine an den schwarzblauen Haaren zupfte, ihm die Zunge raustreckte. „Komm Kelsey fang mich.“ Und schon stob sie davon, hin in Richtung der Straße. Sie wusste Hasuvar mochte es nicht, wenn sie zu nahe an diese gingen, doch es war kein Hindernis und gewann sie so mehr Vorsprung, da ihr junger Freund länger zögerte, bis er endlich die mahnenden Worte wenigstens verdrängte. Zu ihrem Glück hatten sich die Leute auf der steinigen Straße daran gewöhnt und man ließ Kelsey zufrieden. Denn wo der Kleine war, war der Elf nicht fern. Dies wussten auch die stummen Beobachter.


Nun Jahre später konnte sich Selene daran erinnern, dass etwas anders gewesen war. Nur damals war sie zu jung gewesen, um dies zu verstehen und Heute lag es zu lange her, als dass sie sich richtig entsinnen konnte. Doch sie hatte sich beobachtet gefühlt, so als würde jemand ihre Schritte belauert haben. Nein nicht ihre, Kelsey war es gewesen, der damals belauert wurde. Doch niemals sollte sie herausfinden wer oder was sie so ausgespäht hatte.

Irgendwann sah sie sich nach dem Tiefling um, lockte ihn mit herausfordernden Rufen und er folgte ihr, nur um plötzlich gegen einen Mann zu stoßen, einen erschrockenen Laut von sich zu geben. Selene indes hielt den Atem an, erwartete sie doch einer der Standpauken, die unweigerlich folgten, wenn so etwas geschah. Doch dies sollte nicht geschehen.
Dieser Mensch er war anders. Eben noch waren die anderen Leute auf der Straße vor ihm gewichen. Trug er edle Kleidung, doch keiner wusste woher er kam und wann er nach Cauldron gelangt war. Und schon war das Flüstern laut, sprach man von einem reisenden Magier, der mit Hilfe Magie aufgetaucht war. Denn in den letzten Tagen, war er immer wieder gesehen worden, nur um kurz darauf wieder zu verschwinden. Und genau dieser Mann beugte sich nun hinab, um Kelsey am hellen Hemdkragen zu packen. Dunkle Augen starrten in die weit aufgerissenen Augen des Tieflinges und schließlich, als sich die Leute schon um sie scharten fing er endlich an zu sprechen.
„Sieh an, sieh an, wen haben wir denn dort? Ein kleinen Abkömmling infernalischen Blutes. Welch Blickfang, so schöne dunkle Augen. Und auch solch ein dunkles Herz.“
Kelsey konnte nicht verhindern, dass man ihn anhob und auf Selenes Protestgeräusch achtete auch Niemand. Viel mehr taten die Bewohner Cauldrons dies, was sie am Besten konnten, zu sehen und schweigen.
„ja Dunkel schlägt dein Herz. Und bald wird dieser Herzschlag das Einzige sein, was dich daran erinnert, dass du lebst. Dort zwischen den Kreaturen der Finsternis, entstiegen um Ruhm zu suchen, um Reichtum zu finden.“
Endlich schien sich einer der anwesenden Männer zu fangen und hatte wohl auch Mitleid mit dem Jungen, denn schritt er entschlossen auf den Fremden los, in der festen Vornahme das Kind von diesem zu befreien. Doch ein Blick aus den dunklen Augen ließ ihn wie auf einen Befehl hin erstarren und kein weiterer wagte es sich, dem Fremden zu nähern. Nur vereinzeltes Getuschel erklang, bevor der Fremde schließlich von dem Kleinen abließ. Kelsey stolperte fiel auf den harten Boden. Und viel zu erschüttert blieb er reglos legen, hätte sich wohl am Liebsten wie ein ball zusammengekugelt, die Arme über die Ohren gedrückt. Einzig Selene bewies den Mut sich ihrem Freund zu nähern.
„Lasst euch alle eins gesagt sein. Ihr mögt zu sehen oder wegsehen, wenn Dinge geschehen. Doch irgendwann, da wird auch die größte Ungerechtigkeit gerächt werden. Vielleicht zu spät erscheinend, denn es müssen Dinge geschehen, die jedes Vertrauen erschüttern werden, jeden Glauben brechen.“
Wieder wanderte der Griff des Fremden zu dem Tiefling zerrte ihn ihn hinaus aus den Häuserschatten und Selene, die protestierend aufschrie, wurde von Händen zurückgehalten und hörte sie endlich die ersehnten Worte: „Holt endlich einer den Elfen!“ Nur auf dass die Stimme des Fremden erneut erklang.
„So wie die Sonne, wie er Schein so golden ist, unsere Stunden der Finsternis mit Licht erfüllt, erhellt wie es auch das sachte Licht des Mondes tut. So wird ein Krieger zu euch kommen, um ihn zur Seite zu stehen. Denn sein Schicksal ist das Sterben, er hat sich seinen Tod in diese Stadt geholt.“
Eindeutig war die Geste, das Deuten auf Hasuvars Haus, auf das eine der Frauen zu eilte, um endlich genau diesen zu holen.
„Doch vergebens! Es ist vergebens, denn das Schicksal biegt, wird brechen und die Zeit die ihn einst formte, wird ihn vernichten.“
Wieder wurde Kelsey losgelassen und nun bewies der bisher erstarrte Mann erneut seinen Mut und zog den Tiefling in seine Arme. Der Kleine konnte sich nicht erinnern, je von einem anderen gehalten zu werden, als von Hasuvar. Doch in diesem Moment war es egal, fing er erneut an zu Schluchzen, in Tränen auszubrechen und erbarg das Gesicht an der Schulter des Mannes, verstand er doch einfach nicht, was hier vor sich ging.
„Gezeichnet seid ihr vom Bösen.“
Der Mann so in Rage bemerkte den viel kleineren Elf nicht, der sich flink seinen Weg durch die Menschen bahnte. Dort drängelte wo es von Nöten war und einen Blick auf seinen Schützling warf. Erst als er sicher war, dass es dem Jungen an Nichts fehlte, wirbelte der ehemalige Krieger herum und am Liebsten hätte er wohl das edle Elfenschwert gezogen, um es gegen den fremden Mann zu richten. Doch dazu war er zu beherrscht, viel mehr straffte er die Schultern, lief schweigend auf den Fremden zu, der nun auch den Elf bemerkte. Lachen, dröhnend erklang und weiter sprudelten Worte hervor.
„Vergebens, denn du musst erlischen, der Mond muss untergehen, sein Licht dem der Sonne weichen und du wirst fallen. Sehe ich da Unglaube in deinen Augen, sieh mich nicht so an Gelehrter aus Silbrigmond.“
Die schlanke schwarzblaue Augenbraue wanderte nach oben und Jeder hätte wohl einen Eid geleistet, dass in jenem Moment der Elf wuchs. In kühles spöttisches Lächeln auf den Lippen, während seine Stimme weich wie Seide erklang: „Was führt euch hier her? Mehr als der Irrsinn? Warum belästigt ihr mich?“
„Die Hoffnung, dass ich nur ein Irrer bin. Kein Prophet. Doch auch diese wird fallen ,wie das Gold, zurückgeblieben aus einem Grab aus Stein.“
„Es ist genug!“ Hasuvar wurde selten laut, mache waren bisher dem Glauben verfallen er könnte es nicht. Doch nun war seine Stimme lauter als jeder Donner, verströmte etwas respekteinflößendes und wirklich verstummte der Fremde, wich einige Schritte zurück, als der Elf auf ihn zu stolzierte. „Kein Wort mehr! Kommt meinen Kindern ein weiteres Mal zu Nahe und ich wäre euch zeigen was eure Worte bezwecke, welche Folge sie wirklich haben.“ Wie ein Raubtier seine Beute umstrich er den Fremden, lauernd und es schien als wolle der Elf ihn im nächsten Moment anfallen.
„Ihr werdet sterben, folgt ihr dem Pfad!“
„Und wenn ich sterben müsste um meine Kinder zu schützen, vor Corellon ich würde es tun!“ Und Hasuvars Stimme ließ keinen Zweifel daran. Und wieder trat er auf den Fremden zu, wäre ein Barde anwesend gewesen, er hätte von einem Treffen zweier Gestalten von Licht und Schatten gesungen. Hätte die Blicke der beiden, als Ringen von zweier Willen gegeneinander beschrieben. Ein stummer Kampf und wieder war es der Fremde, der einen Schritt zurück machte, schließlich herumwirbelte um hinter der nächsten Ecke zu verschwinden.
Nie wäre ein weiteres Wort nach einigen Abenden bei Bier in der Taverne darüber gesprochen worden, aber die Zeit wollte es anders, denn Monate später verschwand Hasuvar. Und wie es nun einmal war Gerüchte entstanden, das Getuschel der Menschen wuchs und mit jedem Wort, gesprochen hinter gehobener Hand, wurden die Ereignisse von damals verdreht, neu erzählt, bis aus dem Wahnsinnigen ein Gelehrter wurde und aus irrsinnigen Worten dessen Prophezeiung.

Der goldene Krieger. Solange hatte sie daran festgehalten, dass diese Worte von dem Fremden nichts als Geschwätz waren. Selbst als Hasuvar verschwand und die Erwachsenen davon anfingen Wahrheit in solch verdrehten Worten zu sehen. Sie kannte doch die Wahrheit? Doch in den letzten Jahren war fiel geschehen, das ihr Herz erschüttert hatte. Und so sehr sie nur daran glauben wollte, dass alles nur Zufall war, dass Tyr es nie zulassen würde, solch Ungerechtigkeit freie Hand zu lassen, so sehr zweifelte sie daran.


Es ist vergebens, denn das Schicksal biegt, wird brechen und die Zeit die ihn einst formte, wird ihn vernichten.


Auch Selene kannte die Geschichte von Hasuvar kaum, doch Abysitor hatte Andeutungen fallen lassen, die mehr als düster waren und nun in Angesicht zu Angesicht mit dem Sonnenelfe, da wünschte sie sich nur eines. Er möge nach diesem Abend endlich gehen. Und so sprach sie voller Entschlossenheit: „Ich habe euch eine Antwort versprochen, nun sollt ihr sie erhalten. Es ist nichts außer das Geschwätz von unseren Leuten, die hin und wieder zu tief in ihr Glas sahen. Besuchte uns doch einst noch solch ein Gaukler und Märchenerzähler wie euch, der Sand und Lügen in die Augen der Menschen streute. In dieser Stadt sollte Ordnung herrschen, nicht das Chaos und ich sehe in euch doch den Wunsch nach anderen Dingen, es wäre wohl das Beste ihr würdet uns nach dieser Nacht verlassen, denn hier findet ihr nichts nach dem euer Herz begehrt.“


Hier erwartet euch nur der Tod, geht!





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Der Abend kam zu Loririons großen Missfallen, viel schneller als es sich der junge Sonnenelf gewünscht hatte. Wie gerne hätte er die Zeit damit verbracht um noch mehr über die Vorfälle zu erfahren, vielleicht hätte er noch mehr in den Aufzeichnungen gefunden, denn so sehr er auch anfing die Dinge zu verstehen, so sehr ahnte er noch, dass sich die größten Geheimnisse noch verbargen. Doch nun war es an ihm sich auf das eingeladene Fest zu begeben.
Er hatte die Priesterin, die sich seid ihrer Wiederkehr wie ein Schatten an ihn heftete schon lange warten lassen. Aber dem Barden war dieses Verhalten ein Grauen und wusste er, dass sie sicher nur Jemanden schützen wollte, auch wenn er nicht wusste wen, denn sonst hätte er sie längst zur Rede gestellt. So ließ er es geschehen, schwieg auch als sie ihn angelogen hatte, denn kaufte er ihr den Ursprung der Prophezeiung nicht ab.
Mit einem Lächeln ließ Loririon seine schlanke Hand über den feinen, seidenen Stoff der von ihm ausgewählten Tunika gleiten. Es schien wie ein kleines Wunder, welche schiere Vielzahl an Kleidung der Sonnenelf mit sich trug. Zu welch Situation auch, fand er doch die passende Kleidung bereit. Und wusste man von der magischen Eigenschaft seines Rucksackes, mehr zu fassen, als man ihm ansah, so war das Wunder geschmälert.
Lange Zeit hatte der Sonnenelf vor dem einfachen Spiegel verbracht, oh er war eitel und er würde es nicht abstreiten, gehörte es doch zu ihm und der seinen Rolle, die er in der Gesellschaft übernahm. Es bereitete ihn Spaß, auch wenn er es nie zugeben würde, solchen zu empfinden. Blieb doch sein Gesicht weiterhin die Maske aus kalter Schönheit und Arroganz. Und ginge es nach seinem Willen, so würde nie jemand hinter diese blicken können, den Loririon erspähen, der er einst war und den er so sehr vertrieb. Einige Momente genoss er die Wärme der untergehenden Sonne auf seiner Haut, ehe er die gewählte Kleidung auf dem hölzernen Stuhl einer letzten kritischen Musterung unterzog, sich schließlich daran machte die bisher einfache Hose, gegen eine andere einzutauschen. Hätte er nicht gedacht, dass er sie an diesem Ort tragen würde, nichts davon hatte bei seiner Abkunft in dieser Stadt darauf hingewiesen.
Es war nichts besonderes vor den Adelsleuten zu spielen und scheute er seinen Auftritt nicht. Viel mehr sann er auf seine Herausforderung mit Acharn Zephyr. Doch auch für diesen trug er seine Kleidung nicht, einzig für sich allein und vielleicht, ja vielleicht hoffte er den anderen Elfen Cauldrons zu Treffen. Versonnen strich er über den edlen Stoff der schwarzen Hose, die eng an der Gestalt des schmalen Sonnenelfen anlag, seine Figur zu betonen wusste. Einst war sie ein Geschenk gewesen und nach des Waldelfen Tod wollte er sie vernichten, doch nun wusste er sie mit Würde zu tragen, erfreute sich wenn das Licht die goldenen Stickereien, bestehend aus elfischen Runen erstrahlen ließ.
Leicht strich der Stoff seiner Tunika seine goldenen Haare als er auch die alte, am Tage getragene ablegte und einige Momente sein Spiegelbild musterte. Dank der rötlichen Abendsonne schien seine Haut fast zu leuchten und ein kurzes Schmunzeln huschte über die scharfgeschnittenen Gesichtszüge, bevor er sich umwandte nach der anderen Tunika griff. Der Blick war nicht weiter auf den Spiegel gerichtet, wie könnte er auch, denn zu solch akrobatischer Verdrehung gehörte einiges an Kunst und Loririon brachte diese nicht auf. So blieb ihm auch das neue Spiegelbild verborgen. Der schmale und dennoch muskulöse Rücken, dessen Haut eben so rein war wie die des zuvor gesehen Spiegelbildes, doch wurde dieser Anblick verunstaltet von einer einzigen länglichen Narbe die zwischen den Schulterblättern ansetzte, sich hinab am Rückrad entlang zog. Verblasst war diese Narbe und ging das tote Gewebe nicht tief, so dass es keine der Bewegungen des Barden störte, er der Anwesenheit dieser Narbe nur selten bewusst wurde.
Die Arme nach oben gestreckt ließ er den Stoff der hellen Tunika, deren Ränder mit aufwendigen kunstvoller goldener Borte bestickt war, über sich gleiten, auf dass jene die kunstvollen Tätowierungen an seinen Armen verbarg. War es doch eine Gunst, die nur wenige erfuhren, genau jene Kunstwerke zu erblicken. Die schwungvollen Linien die sich über die Oberarme zogen, bis hin zu den Schultern. Verwobene Linien, genauso geheimnisvoll wie es ihr Träger hin und wieder sein mochte.
Das Weiß der Tunika ließ seine Haut noch dunkler erscheinen, noch leuchtender als sie schon war und er hoffte an diesem Abend einen Kamin nahe zu haben um das Bild, durch den rötlichen Schein des Feuers abrunden zu können. Doch vergas er in all der Zierde sicher nicht seine Achtsamkeit, denn er er wusste nicht was geschehen würde, aber erwartete er nicht nur Frieden. So dass er mit geschickten Fingern den goldbeschlagenen Gürtel umlegte und leicht die Stirn kräuselte, bis er den passenden halt für sein Rapier gefunden hatte. Auch verschwanden zwei Dolche in den Schäften der hohen schwarzen Stiefel.
So ausgerüstet begutachtete er die Strähnen der wirren goldenen Haare um ein weiteres Mal einen Gegenstand aus seinem Rucksack zu zaubern, handelte es sich diesmal um einen silbernen Kamm und sorgfältig brachte er die Flut aus Gold endlich unter Kontrolle um sie an den Seiten zu flechten, mit Hilfe der silbernen Spangen so in Sitz zu bringen, dass sie nicht länger in sein Gesicht fielen oder die spitzen Ohren verbargen. Natürlich durften die anderen Spangen nicht fehlen und jede von ihnen schien mit einer Vielzahl von kleinen Edelsteinen besetzt zu sein. Nicht zu viele wählte er von diesen, denn zu viel des Guten wollte er schließlich nicht auftragen.
Viel mehr legte er ein Amulette noch um seinen Hals, dessen Anhänger einen einzigen blauen Kristall aufwies, der von einer silbernen Form eines Drachen umrahmt wurde. Loririon Drachenatem, dieser war er, mit Stolz in seinem Herzen und leicht wanderten seine Finger über die silbrige Form, spürten das bekannte vibrieren der Magie, die sich in dem Anhänger verbarg. Er war bereit für diesen Abend, in diesem Moment wusste er es. Nur wusste er noch nicht wie sehr dieser Abend sein Leben verändern würde.
Im Gegensatz zu seiner sonstigen Angewohnheit trug er keine Ringe, nur den einen mit der blattähnlichen Fassung, dessen Stein sanft im Blau leuchtete und dass er diesen Ring trug, war ihm nicht einmal wirklich bewusst.

Die Sonne war dabei hinter den Felsen zu versinken und Zwielicht war es dass nun herrschte. Selene stockte fast der Atem, als der Barde endlich den Weg hinaus aus dem Zimmer fand, war er dort drin verschwunden, um sich für das Fest bereit zu machen. Und wäre sie für all die Zeit in ihrem Gemach verschwunden, wäre es ihr wohl kaum gelungen, sich in solch Gewandung zu kleiden.
Der von ihm gewählte Umhang bestehend aus schwarzen Stoff in dem silberner Stoff eingewebt war, um vorzutäuschen man blicke in den nachtschwarzen Sternenhimmel, bauschte sich leicht unter einem Windstoß auf, gab Blick auf seine Gestalt, seiner Waffe und auch der Harfe, die er mit sich führte. Ihr war nicht einmal bewusst, dass sie ihn anstarrte, bis er zu einem leichten Lächeln ansetzte, das schon fast amüsiert wirkte. „Nun ich glaube wir kommen zu spät meine Dame.“ Und mit diesen Worten war er schon losgelaufen. Von einem anderen hätte man vielleicht erwartet, dass er ihr den Arm bot, um sie hinauf auf die Rande der Stadt hin zum Fürstenhaus zu geleiten, doch hielt er, Loririon Drachenatem, genau jenen Abstand, den er bisher zu jedem anderen Lebewesen gehalten hatte.




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„Zu schade, wirklich mein Herr aber mir wurde mitgeteilt, dass Meister Mondflüstern ausrichten lässt, dass es ihm nicht gut geht.“ Nur schwer konnte Rothillion den Triumph aus seiner Stimme verbergen. Während er an der Seite des Fürsten von Cauldron stand. Wie es die Etikette vorschrieb saß der Magier an diesem Abend auf der rechten Seite des Fürsten Dystran Thiantor und auf der linken gleich neben der Gattin des Fürsten, wo sonst der Nachkomme des Hauses zu sitzen pflegte, war der Platz an diesem Abend für Acharn Zephyr Platz. War doch der Sohn des Fürstenpaares auf einer Reise nach Tiefwasser. Es wäre an diesem Abend der Platz des Fürsten Mondflüsterns gewesen, auf den sich Zephyr zufrieden niedergelassen hatte, doch war dieser eben so abwesend.
„Es ist wirklich schade.“ Pflichtete der Hauptmann vielleicht ein wenig zu schnell zu, doch hielt es ihn nicht auf und räusperte er sich leise um hinzu zu fügen: „Bei allem Respekt zu dem ehrwürdigen Priester und zu dem Fürsten, doch vielleicht ist die Last der Verantwortung zu groß geworden und schlägt auf seine schon angegriffene Gesundheit.“ „Wir wissen, dass ihr einverstanden wart Mylord und doch bitte ich euch diese Entscheidung zu überdenken, uns liegt doch nur an dem Wohle Mondflüsterns,“ auch Rothillion hielt sich nicht zurück, denn er wusste wie sehr sein Urteil zählte und dass der alte Fürst Dystran sicher darüber nachdenken würde, waren es nun sie beider der Hauptmann und er, die solche Worte sprachen.
Und so ernteten sie auch wirklich ein Nicken. „Es scheint uns als wäret ihr wie immer gute Berater, doch ich mag selbst mit Meister Mondflüstern sprechen, am morgigen tage und mir ein Urteil fällen. Ihr beide wisst über die Krankheit unserer Frau und dass dieser ball nur statt findet, weil er wie immer unserer Stadt ehrt und wir ihn nicht absagen können. Ich brauche Unterstützung in dieser  Zeit und nicht noch mehr Sorge.“
Es schmerzte Dystran der Gedanke seinen Berater wider seines Standes zu verweisen, doch seid der Erkrankung seiner Frau, auf die noch kein Heilmittel gefunden ward, waren die Sorgen des Fürsten Größer als es sein Verstand war. Rothillion hatte diesmal nichts mit der Krankheit dieser Frau zu tun. Nein es war die Zeit, das Alter und ihr schwaches Immunsystem, welche ihren Tribut zollten.  Doch war dies wieder eine Kleinigkeit mit der Rothillion gerechnet hatte und so ließ er den Blick über die Anwesenden adligen schweifen, bevor er weiter sprach: „Sicher mein Herr, es ist auch nicht dass wir es offiziell werden lassen müssen. Wir alle teilen eure Sorgen. Doch wie ihr sagtet, wir sollten den Abend verstreichen lassen und am morgigen Tage entscheiden.“
Es wäre immer noch früh genug, flüsterte der Magier sich immer wieder zu. Es waren noch genug Tage bis Abysitor zurückkehren würde und es war mehr als genug Zeit um das Verschwinden eines Sonnenelfen zu klären, das noch in der heutigen Nacht stattfinden würde. Und so nickte er Acharn Zephyr zufrieden zu, als sich Dystran erhob um sein Frau zu holen, nur um dann sich einen Schluck des köstlichen Weins zu gönnen.
„Sieh an, sieh an wer da kommt,“ die Laune des Hausmagiers konnte gar nicht mehr besser werden und merkte man ihm von den Unmut über den Überfall nichts mehr an. Ganz im Gegenteil Rothillion hatte sicher nicht diesen vergessen und war sich der Gefahr bewusst, doch schien Fürst Mondflüstern aus dem weg geräumt und nun erfreute es ihn das letzte mal den aufgeblasenen Pfau zu beobachten, bevor dieser für immer unter der Erde verschwand.

Erhaben, voller Stolz und sicher nicht ahnend der düsteren Gedanken schritt der Barde an Seite der jungen Priesterin durch die großen Eingangstüren. Vorzustellen hatte er sich nicht, war sein Name doch schon längst in aller Munde und hatten sie ihn an diesem Abend sehnsüchtig erwartet. Dennoch war es ein leises Raunen, welches er vernahm und es war nicht die Priesterin an seiner Seite, die dieses hervorrief. Immerhin hatte er es sich nicht nehmen lassen, nun doch ihr seinen Arm zu reichen, war sein Auftritt so vollkommener, auch wenn sich nur ihre Arme berührten, er deutlich darauf wert legte, den Platz zwischen ihnen zu wahren.
Um ihn herum brach das leise Stimmengemurmel ein, das Flüstern und Tuscheln hinter seinem Rücken, dass der Barde amüsiert zur Kenntnis nahm. Es war nicht das erste Mal und ginge es nach ihm, wäre solch eine Begebenheit sicher nicht die Letzte. Leicht festigte sich der Griff um die Harfe, bevor er schließlich von dem Arm der Priesterin ließ, leicht den Kopf in ihre Richtung neigte, um ihr ein charmantes Lächeln zu schenken. Dies war sein Abend und auch Selene konnte es spüren, dass sich die Aufmerksamkeit nur auf sie richtete, weil sie an der Seite des Sonnenelfen weilte und wahr sie ehrlich, so wurde ihr der Trubel zu viel, so dass sie sich gerne einige Schritte zurückzog. Auch wenn sie sich selbst gestand, seine Nähe etwas faszinierendes hatte, so sehr er sie auch abschreckte, so sehr zog er sie an, wie das Licht die Motte.
Loririons Blick huschte umher, während er kurz den Ärmel der weißen Tunika zurecht rückte. Der Anblick Acharn Zephyrs war ihm nicht entgangen, wie dieser auf seinem Platz förmlich thronte. Der Platz oben an der Tafel sprach für sich und kurz legte sich die Stirn des Elfens in Falten, solch hohen Rang würde er diesem Menschen nicht zugestehen, doch beließ er es mit einem Neigen des Kopfes, gerade so tief, dass es nicht als unhöflich galt. Danach war der Mann in schwarzen Samt und Seide für ihn gestorben, quälte er seien Augen nicht mit dem Anblick der globigen goldenen Schmuckgegenstände, die der Hauptmann an sich aufzutürmen schien.
Der Magier, gehüllt in einer prächtigen blauen Robe schaffte es länger Loririons Interesse zu wecken und senkte er den Blick nur, weil er nicht starren wollte, denn etwas an der Ausstrahlung jenes Mannes irritierte ihn, auch wenn er dies nicht ausdrücken konnte, ihm die Worte fehlten um seiner Verwirrung einen Namen zu geben. Es lag nicht allein an den grünen Augen, die voller Kälte ihn anblickten, obwohl da eindeutig ein Lächeln auf den Lippen lag.
Leider konnte er sich vorerst kein weiteres Bild schaffen, denn der Bedienstete, der für diesen Abend für den Sonnenelfen abgestellt worden war, wurde sich endlich seiner Pflicht bewusst und überwand seine Ängste näher an dieses fremde Wesen zu treten. Leise und unsicher waren zwar seine Worte, doch richtete er sie eindeutig an Loririon, verlangte mit ihnen dessen Aufmerksamkeit. „Verzeiht mein Herr, ich darf euch willkommen heißen. Und es ist eine Ehre euch an diesen Abend zu begrüßen.“
Natürlich kannte Loririon die meisten Etiketten, und selbst wenn dieser Page wohl zu eingeschüchtert war, ließ er es umsichtig durchgehen, erwiderte den Gruß, nur um schließlich seinen Titel und sein begehr an diesem Abend zu nennen. Nicht dass es unübersehbar war, dass er der erwartete Barde war und er glaubte kaum dass sich der Page mehr merkte, als den Namen Loririon Drachenatem, doch gehörte es zu ihm all dies zu nennen. War er doch den Umgang höfischer Manieren gewohnt, hatte er selbst schon an Königshäusern seine Anwesenheit gezollt und nicht nur als Barde zur Unterhaltung dienend, nein sein Blut sein Erbe ließ ihn ein Teil solcher Ränge werden, auch wenn wohl einen der unteren Teile.
Er hatte sich daran gewöhnt wie unterschiedlich doch die Adligen Elfen zu denen der Adelshäuser der Menschen waren. Natürlich besaßen beide ein und dasselbe, den Hochmut und je älter ihre Linien waren um so höher trugen sie auf. Nicht dass es bei Elfen anders war, doch gingen die Adligen Evereskas sogar Evermeets mit mehr Respekt um und es war nicht nötig, dass in jedem Gespräch erwähnt wurde wie alt die Wurzeln waren. Es gehörte zum Umgang dies zu wissen und das Wissen reichte, nie würde man es untereinander aussprechen, auch wenn viele der Elfen dazu tendierten den kurzlebigen Menschen ihren Platz klar zu machen.
An diesem Abend würden sie lernen wenigstens ein wenig Respekt zu zollen, denn so hochnäsig ihre Blicke auch waren, egal wie viele Anhänger sie um sich scharrten, konnte keiner es lassen zu dem fremden Sonnenelf zu blicken und kaum ein Mensch hielt seinem Blick länger stand als für die Dauer eines Herzschlages. Nur einigen Damen schenkte er hin und wieder ein freundliches Lächeln, erfreute sich an ihren träumerischen Blick.
Viel zu früh endete diese zur Schaustellung, die er ohne mit der Wimper zu zucken über sich gebracht hatte. Den Weg hinter dem Pagen her gebahnt, durch die Massen die wie am Tage auf dem Markt ihm auswichen. Das Raunen und bestaunen des Barden endete, als sich einer der Diener räusperte und aus einer der prunkvollen Seitentüren der Fürst und seine Frau traten. Der Abend konnte beginnen und ein Lächeln huschte über Loririons Lippen.




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Nimm Dich in Acht! Sie wandeln bei Tage und beobachten ihr Opfer, von ihrem Herr erwählt. Bei Nacht schlagen sie zu. Im Dunkeln, im Geheimen töten sie! Dann wenn Niemand ihnen im Wege steht, keiner es sieht. Und es gibt kein entrinnen, vor der kalten Umklammerung des Todes. Dem stahl einer Klinge, der sich den Weg in dein Herz bahnt.
Sie sehen aus wie du und ich. Und bei Nacht sind es ihre Augen, die deine Mörder verraten. Das gierige Funkeln, das vom Trachten nach Leben spricht.  Du kannst nicht schnell genug laufen, um zu entkommen. Kein Versteck ist sicher. Und glaubst du, dass ein Kampf dir helfen mag, oh so täusche dich nicht. Egal wie stark du bist, sie sind viele. Wie die Ratten unzählig um über dich herzufallen.
Herrscher über Leben und Tod. Und dein Tod wurde beschlossen.

Die Nacht war schon weit voran geschritten, der Mond schon längst über seinen Höhepunkt gewandert. In dieser Nacht endlich, waren die Sterne durch den Himmel sichtbar und beruhigten sein Gemüt. Die meisten Aufgaben hatte der Tiefling erledigt und lautlos huschte er durch die dunklen Schatten, nahe des Seeufers. Es war eine würdelose Aufgabe Bettler auszurauben, doch auch solche tendierten zum Unehrlichen Geschäft und sein Herr hielt die Hand über sie, so dass sie für diesen Schutz zu zahlen hatten.
Dreckige Gesellen, die er aufgesucht hatte und der Beutel an seinem Gürtel hatte sich gefühlt. Rash`net ging nicht davon aus, dass der Tiefling fähig war zu zählen und erwartete so am wenigstens von Kelsey verrat. Denn einzig allein der rote Magier war sich der Summen bewusst, die  sein Diener in dieser Nacht einnahm. Ein leises Seufzen entwich dem Tiefling, der kurz über das Halsband strich.
In dieser Nacht hatte sich sein Herr sogar dazu herabgelassen einige Schutzzauber auf ihn zu sprechen. Würde er ohnmächtig werden, oder getötet werden, wäre sein Körper binnen einiger Sekunden zurück bei dem roten Magier. Kelsey wusste, dass es nicht mehr als eine Sicherheitsmaßnahme war. Denn der Überfall auf den Tiefling sprach von dem wachsenden Interesse der Schattengilde an ihm. Nun es wäre wohl logisch den Tiefling nicht weiter auszuschicken. Doch Rash`net empfand zu viel Freude daran. Und selbst wenn sie den Mischling töteten, es gab Mittel und Wege ihn wieder zu erwecken, hatte er nur den leblosen Körper und dafür war schließlich gesorgt. Und noch dazu war dies die Nacht in der Rash`net sich an den Schmerzen Hasuvars weiden würde, nur deswegen schickte er Kelsey aus, um dem Elf deutlich zu machen, was er alles verloren hatte, an seinen feind, wie nutzlos all seien Bemühungen gewesen waren.
Beinahe wären Kelsey die Tränen gekommen, nein diese Nacht würde nicht zu verlaufen wie sich der rote Magier aus Tay es sich wünschte. Den die einzige Wärme, das einzige Licht in seiner Seele würde er nicht in den Boden stampfen.
Es gab Dinge die erahnte Rash`net nicht. Und dies war gut so, denn in den letzten Wochen waren in manche Ereignisse geschehen, die Niemand auch nur im Traum glauben würde. Doch für Kelsey waren sie mehr als ein Traum.
Die ruhige Oberfläche des Sees, überzogen von einzelnen Nebelschwaden lenkte seinen Blick auf sich. Kleine Wellen schlugen an das steinerne Ufer und verursachten mit den Spiegelbildern des Mondes und der Sterne, spielende Lichter. Nicht viel konnte man davon erkennen. Denn über dem See zog sich der Nebel noch dichter zusammen. Aber immerhin war er nicht zu dicht um den Anblick des Gestirns zu verbergen.
Leicht trat er näher an das Ufer und zuckte mit den Schultern um schließlich einen stein in das Wasser zu werfen. Nicht mehr als kindhafte Vorstellungen, nicht wert es weiter zu beobachten und so wandte er sich knurrend ab. Ein lauteres Platschen erklang, störte die Stille und er wandte sich misstrauisch um, den Kopf leicht schief gelegt, die Hand nahe des Schwertes. Waren die Wellen etwa mehr geworden? Vielleicht. Doch dies lag nur am Wind. Oder etwa nicht? Etwas ließ ihm kurz den Atem stocken und die stille schien nun schon fast unheimlich.
Nein er bildete sich dies nur ein, es lag an dem Gift, an der Unruhe des Tages. Entschlossen schüttelte der Tiefling den Kopf, schielte auf den verräterischen Teufelsschwanz, der nervös umher zuckte. Trotz seiner Mühe waren seine Schritte fort vom Wasser hastig und er wäre wohl gerannt, wäre da nicht das Klirren von Stahl gewesen, der auf Stahl traf. Das aufleuchten von unnatürlichen Licht und kurz darauf erklang eine donnernde Stimme. So rein so einzigartig, mitten in ihrem Kriegsgesang.
Nur einmal hatte er diese Stimme vernommen, hatte sie singen hören. An dem Abend in der Taverne, doch dies hatte genügt um sich diese einzuprägen, sie immer wieder zu erkennen. Selbst der darauf folgende Schmerzensschrei, stammte gut erkennbar von dem Sonnenelf. Erneut erklang die Stimme das Klirren von Waffen, durch die Dunkelheit und ein neuer Gesang wurde angestimmt, nur auf das kurz darauf wieder Ruhe herrschte, so als wären die Geräusche nicht mehr als Einbildung gewesen.
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